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Gieß- und Druckgießanlagen – Bauarten und Fabrikate im Modellauftrag vergleichen

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Gieß- und Druckgießanlagen – Bauarten und Fabrikate im Modellauftrag vergleichen

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Einleitung

Du arbeitest in einem rein fiktiven Planungsbüro für eine Gießerei. Zwei Bauteilaufträge liegen vor: ein relativ kleines Los eines komplexen Eisengehäuses und eine große Serie eines Aluminiumgehäuses. Welche Anlagenbauart passt jeweils zu Werkstoff, Geometrie, Stückzahl, Formkonzept, Qualität und sicherer Einbindung der Peripherie? Dieser aiMOOC befähigt dich, Sandgusslinien und Druckgießzellen fachlich zu vergleichen, Herstellerbeispiele kritisch einzuordnen und eine begründete Entscheidung zu dokumentieren.

Zielgruppe: Auszubildende und Lernende der Berufe Gießereimechaniker, Industriemechaniker, Maschinen- und Anlagenführer, Mechatroniker, Produktionstechnologe, Technischer Produktdesigner, Verfahrenstechnologe Metall, Werkstoffprüfer und Werkzeugmechaniker. Vorkenntnisse aus Gießereiproduktion und Prozessqualität – Gießereiaufträge aus Bauteilanforderungen ableiten und Gießereiproduktion und Prozessqualität – Gießmodelle fertigungsgerecht beurteilen sind hilfreich.

Sicherheitsgrenze: Alle Aufträge, Bilderklärungen, Kosten und Entscheidungen sind theoretische Unterrichtsmodelle. Sie sind keine Gefährdungsbeurteilung, Unterweisung, Betriebsanweisung, Arbeitsfreigabe, Einrichtanweisung oder Bedienberechtigung. Keine praktische Eigenarbeit an Schmelzen, Druckgießmaschinen, Gießrobotern oder anderen gefährlichen Anlagen. An realen Anlagen gelten ausschließlich betriebliche Zuständigkeiten, aktuelle Unterweisungen, technische Schutzkonzepte und persönliche Freigaben. Bei fehlenden Informationen oder unklaren Schutzmaßnahmen: Stopp – nicht beginnen, verantwortliche Fachperson hinzuziehen.

Lernziele: Du kannst eine Anforderungsliste erstellen, verlorene und metallische Dauerformen unterscheiden, Kalt- und Warmkammerverfahren abgrenzen, die vollständige Anlagenperipherie benennen, eine Vergleichsmatrix mit synthetischen Daten aufstellen, Sicherheitsfragen markieren und eine Entscheidung mit Grenzen und offenen Prüfpunkten begründen.


Gießauftrag und Auswahlkriterien


Vom Bauteil zur Anlagenanforderung

Metallgießen gehört zum Urformen: flüssiges Metall erstarrt in einer Form. Die konkrete Anlagenwahl folgt nicht einem Markennamen, sondern dem Werkstoff, der geforderten Gestalt, der geplanten Menge und den Qualitätsnachweisen. Zunächst wird das Lastenheft gelesen: Werkstoffnorm und Legierung, Gussstückmasse, Außenmaße, Wanddicken, Hohlräume, Toleranzen, Oberflächen, mechanische Anforderungen, Prüfmerkmale, Lieferzeit und erwartete Wiederholaufträge. Danach prüft die Fachplanung, welche Verfahren grundsätzlich geeignet sind.

Bei der Sandform wird die Form in der Regel nach jedem Abguss zerstört. Modelle und Kerne ermöglichen viele Geometrien; Formstoff, Schmelze und Nachbehandlung müssen zusammenpassen. Bei der Druckgießanlage presst ein Kolben die Schmelze in eine meist metallische, wiederholt verwendete geteilte Form. Die hohen Investitionen in die Gießform lohnen sich häufig erst bei größeren Serien. Druckguss ist nicht dasselbe wie Kunststoff-Spritzguss und nicht identisch mit Schwerkraft-Kokillenguss.


Entscheidungskette – eigenes Lehrschema

Prüfpunkt Leitfrage Mögliche Konsequenz
A – Werkstoff Gusseisen, Stahlguss oder geeignete Aluminium-, Zink- bzw. Magnesiumlegierung? Ungeeignete Verfahren sofort ausscheiden.
B – Bauteilgeometrie Wanddicken, Entformung, Hohlräume, Kerne, Schieber? Form- und Werkzeugkonzept prüfen.
C – Menge Einmalauftrag, Kleinserie oder große Wiederholserie? Werkzeugfixkosten auf Stückzahl verteilen.
D – Qualität Maßhaltigkeit, Oberfläche, Porenanforderung, Prüfplan? Prozessfähigkeit und Nacharbeit bewerten.
E – Gesamtsystem Schmelzeversorgung, Formhandling, Kühlung, Absaugung, Transport, Prüfung? Nicht nur die Grundmaschine vergleichen.
F – Sicherheit Heiße Zonen, Feuchtigkeit, Bewegungsraum, Energie, Zuständigkeit? Offene Risiken als Stopppunkte dokumentieren.

Eigene schematische Darstellung, Lehrmodell: A → B → C → D → E → F → dokumentierte Vorauswahl. Dieses Schema ist eine Planungslogik, keine Freigabe zum Betrieb. Merke: Eine technisch geeignete Bauart kann wegen ungeklärter Sicherheit, Energieversorgung oder Qualitätsfähigkeit für den konkreten Auftrag trotzdem ausscheiden.


Typische Auswahlfehler

Ein häufiger Denkfehler lautet „Druckguss ist immer schneller und deshalb immer billiger“. Das ignoriert Werkzeuge, Stückzahlen und Werkstoffgrenzen. Ebenso falsch ist „Sandguss eignet sich nur für Einzelstücke“: automatisierte Formanlagen produzieren auch große Serien. Weitere Fehler sind die Verwechslung von Formmodell und Gießform, das Weglassen des Kernkonzepts, das Vergleichen bloßer Maschinen statt vollständiger Linien und die ungeprüfte Übernahme von Werbeangaben als garantierte Betriebsdaten.

Grundlagen: Sandformverfahren und Druckguss (deutschsprachige Überblicksartikel).


Sandgusslinien – Bauarten, Formen und Peripherie


Bauprinzip und typische Linienbauarten

Eine Sandgusslinie ist eine Prozesskette aus Formstoffbereitstellung, Modell- bzw. Formtechnik, optionaler Kernfertigung, Formherstellung, kontrollierter Formbefüllung, Erstarrungs- und Kühlstrecke, Ausleeren, Sandrückführung, Putzen und Qualitätskontrolle. Formkasten bezeichnet den Rahmen einer kastenbezogenen Formanlage. Bei kastenloser Formung können Formpakete vertikal oder horizontal aufgebaut werden. Als Bauarten sind manuelle bzw. teilautomatisierte Kastenformung, mechanisierte horizontale Formanlagen sowie automatisierte vertikale Formlinien unterscheidbar.

Kerne bilden innere Hohlräume. Formschräge, Modellteilung, Speiser, Anschnitt, Kernlagerung und Schwindungszugaben beeinflussen die Herstellbarkeit. Die genaue Auslegung ist Aufgabe fachkundiger Gießereiplanung. In diesem Kurs beurteilst du schematische Zeichnungen am Schreibtisch; du stellst keine heißen Formen her.

Bilddetail zur Analyse: Oberkasten (cope), Unterkasten (drag) und im Unterkasten eingelegte Kerne; beachte Formteilung und Hohlräume. Foto: Glenn McKechnie, CC BY-SA 2.0, Commons-Dateiseite.

Beschriftete Detailanalyse der Aufnahme: links oben Kernkasten, links unten zugehörige Kerne, rechts oben Modell, rechts unten entstandenes Gussstück. Foto: Glenn McKechnie, CC BY-SA 2.0, Commons-Dateiseite. Die Beschriftung erläutert die dokumentierten Bildbereiche; sie ist keine technische Maßzeichnung.


Anlagenumgebung – eigenes Prozessschema

Prozessabschnitt Typische Peripherie Planerische Prüffrage
Formstoff Sandlager, Mischer, Aufbereitung, Stauberfassung Wie wird die Formstoffqualität dokumentiert?
Modell und Kerne Modellplatten, Kernlagerung, Handling Sind Hohlräume herstell- und prüfbar?
Formanlage Horizontale oder vertikale Formstation, Transport Welche Formgröße und Taktreserve sind erforderlich?
Gießbereich Schmelzeversorgung, abgeschirmte Übergabe, Absaugung Sind Schmelzewege, Feuchtigkeit und Zutritt sicher beurteilt?
Erstarrung Kühlstrecke, geregelter Materialfluss Wo bleiben heiße Werkstücke und gespeicherte Wärme?
Nachlauf Ausleeren, Sandrückführung, Entgraten, Prüfen Wie werden Staub, Lärm, heiße Teile und Reststoffe erfasst?

Eigenes didaktisches Flussdiagramm: Formstoff → Formung/Kerne → geschlossene Form → kontrollierter Gussprozess → Abkühlen → Entformen → Putzen → Prüfung. Ein zweiter Stoffstrom führt gebrauchten Formstoff zur betrieblich geplanten Aufbereitung. Das Flussdiagramm zeigt keine Bedienfolge und keine Schmelze-Handhabungsanweisung.

Beispielergebnisse aus einer Sandform: Bronze- und Aluminiumgussstücke; erkenne Unterschiede zwischen Formgeometrie und Ergebnis. Foto: Glenn McKechnie, CC BY-SA 2.0, Commons-Dateiseite.

Werkstoffbeispiel: in Sand gegossene Kurbelwelle aus Gusseisen. Urheber: Georg Fischer Automotive AG, CC BY-SA 3.0, Commons-Dateiseite.


Dokumentierte Fabrikate statt pauschaler Herstellerrangfolge

DISA – DISAMATIC: Der Hersteller beschreibt vertikale Grünsandformlinien der DISAMATIC-Familie; die D-Line dient als Beispiel für automatisierte vertikale Formtechnik. Die Auswahl hängt von Formabmessungen, Kernanforderungen, Werkstoff und gesamter Linienintegration ab. DISA – horizontale Formlösungen: Der Hersteller beschreibt außerdem horizontale Formanlagen für unterschiedliche ferre und nichtferre Gussanwendungen. Es ist fachlich falsch, alle Sandgusslinien als „DISAMATIC“ zu bezeichnen oder aus einem Werbetext eine universelle Eignung abzuleiten.

Herstellerbelege: DISAMATIC-Produktfamilie und Übersicht der Formlösungen. Diese Angaben dokumentieren Angebotsbeispiele, keine Marktführerschaft, keine aktuelle Angebotsprüfung und keine Betriebsgenehmigung.


Fachvideo: Sandguss als Prozessübersicht

Videobeleg: ConheSER, „Sand Casting – Manufacturing Processes: Lesson 02“, veröffentlicht 18.06.2020, YouTube-Original. Fremdvideo mit überwiegend portugiesischsprachigen Inhalten und englischem Titel; Rechte verbleiben beim jeweiligen Rechteinhaber, Einbettung ersetzt keine offene Lizenz. Arbeitsauftrag: Erstelle aus dem Video nur eine beschriftete Prozessübersicht und markiere Tätigkeiten, die Lernende nicht ausführen dürfen.


Druckgießzellen – Maschinenbauarten und Fabrikate


Verfahren und Werkzeugprinzip

Bei einer Druckgießzelle wird eine geeignete Metallschmelze unter Druck in eine geschlossene metallische Dauerform geführt. Die Formhälften werden gehalten und nach der Erstarrung geöffnet; Entnahmesysteme und weitere Peripherie sind häufig in eine automatisierte Zelle eingebunden. Wesentliche Baugruppen einer typischen Maschine sind Schließeinheit, Gießeinheit, Maschinensteuerung und Schnittstellen zu Werkzeugtemperierung, Schmelzeversorgung, Entnahme und Sicherheitsfunktionen. Druckgießen ist ein hochdynamischer, abgeschirmter Industrieprozess und kein Versuch für Lernende.

Kaltkammer-Druckguss: Die Schmelze wird außerhalb der eigentlichen Gießkammer bereitgestellt und für den Prozess in eine Gießkammer übergeben. Das ist insbesondere bei Aluminiumdruckguss üblich. Warmkammer-Druckguss: Eine Gießeinheit ist mit dem Schmelzbad verbunden; das Verfahren kommt beispielsweise für geeignete Zinklegierungen in Betracht. Die Begriffe „kalt“ und „warm“ beschreiben das Prinzip der Gießeinheit, nicht eine ungefährliche oder kalte Schmelze.

Beschriftetes Kaltkammer-Detailbild: 1 = bewegliche Auswerfer-Formhälfte, 2 = feste Formhälfte, 3 = Kaltkammer, 4 = Pfanne als schematische Schmelzezuführung, 5 = Einspritzkolben. Zeichnung: Pizza mal pi, CC BY-SA 3.0, Commons-Dateiseite. Das Bild erklärt Baugruppen, nicht das sichere Bedienen.

Warmkammer-Vergleichsschema: integrierte Gießeinheit im Zusammenhang mit der Schmelze; die Grafik ist eine Prinzipdarstellung, keine Nachbauanleitung. Zeichnung: Wizard191, CC BY-SA 3.0, Commons-Dateiseite.


Zellenperipherie und Schnittstellen

Eine Druckgießzelle ist erst als Gesamtsystem plausibel bewertet. Zur Peripherie können Schmelze- und Dosiersystem, Werkzeugtemperierung, Absaugung, Trennmittelauftrag, Roboter zur Teileentnahme, Nachbearbeitung, Vakuumsystem, Teilekühlung, Sensorik, Kennzeichnung sowie Prüf- und Rückverfolgbarkeitssysteme gehören. Welche Komponenten tatsächlich vorhanden, zugelassen und sicher verknüpft sind, entscheidet die konkrete Anlagenkonfiguration. Schutzzäune, Verriegelungen und sichere Bewegungsüberwachung sind keine optionalen Lernspielzeuge.

Eigenes Lehrschema der Zellenintegration:

Material- und Informationsfluss Funktion Kritischer Prüfpunkt
Schmelzeversorgung → Gießsystem Bereitstellung geeigneter Legierung Flüssigmetall und mögliche Feuchtigkeit
Form und Temperierung ↔ Maschine Reproduzierbare Bauteilgeometrie Heiße Oberflächen, Medien und Restenergien
Maschine ↔ geschützter Robotikbereich Automatisierte Entnahme Quetschen, unerwartete Bewegungen
Teilefluss → Prüfung Qualitätsdaten, Ausschuss, Rückverfolgbarkeit Vollständigkeit der Mess- und Prozessdaten
Sicherheitssystem ↔ gesamte Zelle Zugangsüberwachung und sicherer Stopp Abgestimmte Schnittstellen und Verantwortlichkeiten


Belegte Herstellerbeispiele: Bühler, nicht jede Druckgießmaschine

Bühler Carat ist laut Hersteller eine Zweiplatten-Druckgießmaschinenfamilie für große und komplexe Komponenten, unter anderem Strukturteile aus Aluminium oder Magnesium. Die zum Quellenstand auf der Produktseite genannte Schließkraftspanne beträgt 10.500 bis 92.000 kN; diese Zahl ist eine Herstellerangabe zur Produktfamilie, kein angenommener Bedarf oder zulässiger Betriebswert unseres Modellfalls. Der Hersteller nennt die DataView-Steuerung und optionale Peripheriegeräte beziehungsweise Zellenlösungen wie SmartVac, BuhlRob, BuhlSpray und BuhlLadle. Nicht jede Carat-Konfiguration hat jedes dieser Systeme, und nicht jede Aluminiumdruckgussaufgabe braucht eine Carat.

Bühler Evolution ist als weitere, anders ausgelegte Druckguss-Produktfamilie auf der Herstellerseite verlinkt. Bereits das Nebeneinander von Carat und Evolution zeigt, warum die Maschinenfamilie nicht pauschal für jeden Auftrag gewählt werden darf. Für einen realen Vergleich wären aktuelle Angebotszeichnungen, geeignetes Werkzeug, Bauteilgröße, Formschluss, Ausbringung, Energie, Sicherheit und Qualität nachzuweisen. Herstellertexte sind Angebote und Selbstauskünfte, keine unabhängige Güteprüfung.

Quelle: Bühler Group – Carat, Produktseite. Das Markenbeispiel bedeutet weder eine Empfehlung noch eine offizielle Freigabe.

Anlagenfoto: dokumentiertes Bühler-Druckgießsystem; das Commons-Foto identifiziert keine bestimmte Carat-Ausführung und liefert keine technischen Daten. Foto: Hkm1233, CC BY-SA 4.0, Commons-Dateiseite.

Foto einer Kaltkammer-Druckgießmaschine: Beobachte die Gesamtmaschine statt aus dem Bild eine Typenfreigabe abzuleiten. Foto: PlugPray, Public Domain, Commons-Dateiseite.

Videobeleg: Bühler Group, „Carat die casting machine“, veröffentlicht 14.07.2023, YouTube-Original. Hersteller-Produktvideo, deshalb kritisch auf Werbecharakter prüfen; es steht nicht unter einer hier nachgewiesenen OER-Lizenz. Aufgabe: Nenne drei sichtbare Funktionsbereiche und zwei Details, die ein Video nicht über die Eignung für einen Auftrag beweist.


Systemvergleich – Qualität, Wirtschaftlichkeit und Grenzen


Mehrkriterienvergleich statt Markenranking

Kriterium Sandgusslinie Druckgießzelle
Form Verlorene Sandform, mit Modell und bei Bedarf Kernen Metallische Dauerform, oft mit Schiebern
Typische Werkstoffe Breites Spektrum, unter anderem Gusseisen, Stahlguss und Aluminium Für das jeweilige Verfahren geeignete NE-Metalllegierungen, zum Beispiel Aluminium, Zink oder Magnesium
Stückzahl Einzelteile bis Serien, auch automatisierte Großserien Häufig wirtschaftlich bei wiederkehrenden größeren Serien
Geometrie Große Bandbreite einschließlich anspruchsvoller innerer Hohlräume mit Kernen Entformbarkeit, Werkzeugkonstruktion und Wanddicken besonders wichtig
Werkzeugkosten Oft geringere Anfangsinvestition als ein komplexes Druckgießwerkzeug Hohe Anfangskosten der metallischen Form möglich
Oberfläche und Genauigkeit Abhängig von Formstoff, Modell und Nachbearbeitung Häufig gute Reproduzierbarkeit, jedoch nur bei beherrschtem Prozess
Peripherie Formstoffanlage, Kerne, Formlinie, Transport, Sandrückführung, Putzen, Prüfen Dosieren, Werkzeugtemperierung, Entnahme, Sprühen, ggf. Vakuum, Automatisierung, Prüfen
Gefährdungsschwerpunkte Metallschmelze, Restfeuchte, heißer Formstoff, Staub, Transport Metallschmelze, Feuchtigkeit, heiße Werkzeuge, hohe Energien und Automatikbewegungen
Abhängigkeit von Anlagenbeispielen DISAMATIC und horizontale DISA-Lösungen sind nur dokumentierte Beispiele Bühler Carat und Evolution sind nur dokumentierte Beispiele

Wichtig: Die Tabelle beschreibt Tendenzen. Aussagen zur Qualität müssen mit Mess- und Prüfplan belegt werden; Aussagen zu Kosten brauchen konkrete Kalkulationen. Ein hoher Automatisierungsgrad ersetzt keine sichere Schnittstellenplanung.


Vergleich als synthetisches Kostenmodell

Für ein gedachtes, in beiden Verfahren grundsätzlich herstellbares Aluminiumteil X seien folgende reine Unterrichtswerte vorgegeben. Sie stammen nicht von DISA, Bühler oder einem Betrieb und sind ausdrücklich keine Angebote:

Kostenbaustein Sandgussvariante Druckgussvariante
Einmalige Modell-/Werkzeugkosten 4.000 € 180.000 €
Variable Kosten je geeignetem Gussstück 55 € 12 €
Rechenvorschrift bei n Stück K_S(n) = 4.000 + 55 × n K_D(n) = 180.000 + 12 × n
1.000 Stück 59.000 € 192.000 €
10.000 Stück 554.000 € 300.000 €

Eigenes textbasiertes Diagramm der Modellkosten:

Stückzahl Sandguss-Kostenkurve Druckguss-Kostenkurve
0 4.000 € 180.000 €
1.000 59.000 € 192.000 €
ungefähr 4.093 ungefähr 229.115 € ungefähr 229.116 €
10.000 554.000 € 300.000 €

Gleichsetzen der Kosten: 4.000 + 55 × n = 180.000 + 12 × n; damit 43 × n = 176.000 und n ≈ 4.093,02. Ab 4.094 ganzen Stücken ist in diesem Modell Druckguss rechnerisch günstiger. Nicht berücksichtigt sind Ausschussänderungen, Abschreibung, Werkzeugstandzeit, Energiekosten, Prüfaufwand, Kapazitätsgrenzen, Arbeitsschutzinvestitionen und Lieferzeiten. Die Rechnung ist kein allgemeiner industrieller Break-even-Wert und gilt nicht für den unten beschriebenen Gusseisenauftrag.


Qualität und typische Fehlerquellen

Für beide Verfahren müssen Prozess- und Produktqualität getrennt betrachtet werden. Beobachtbare Ergebnismerkmale sind zum Beispiel Maßabweichungen, unvollständige Formfüllung, Porosität, Oberflächenfehler oder Grat. In Sandguss hängen mögliche Fehler unter anderem mit Formstoff, Kernen, Speisung und Erstarrung zusammen; bei Druckguss spielen Formfüllung, Entlüftung, Werkzeug und Prozesskonstanz eine wichtige Rolle. Ob ein Fehler kritisch ist, hängt von Zeichnung, Werkstoff, Verwendung und vereinbartem Prüfverfahren ab. Die fachliche Bewertung führt zur Frage nach Ursache und Nachweis, nicht zum ungeprüften Eingriff in eine laufende Anlage.

Dokumentationsfehler sind ebenso ernst: nicht belegte Schließkraft, Verwechslung von Stückzahl und Takt, fehlende Werkzeuglebensdauer, ignorierte Werkstoffrestriktion oder eine Entscheidung ohne Zuständigkeit. Halte technische Unsicherheiten ausdrücklich als „Nachweis fehlt“ fest.


Gefährdungen, Zuständigkeiten und sichere Stopppunkte


Gefährdungsschwerpunkte beider Anlagenwelten

Metallschmelze: Strahlungshitze, Spritzer, Brand- und schwere Verbrennungsgefahr erfordern eine fachlich geplante sichere Prozessumgebung. Feuchtigkeit: Wasser oder feuchte Gegenstände im Kontakt mit Schmelze können zu schlagartigen Reaktionen und gefährlichem Metallaustrag führen. Heiße Formen: Auch äußerlich unscheinbare Formteile, Werkzeuge und Gussteile können thermische Verletzungen verursachen. Automatische Bewegungen: Schließwerkzeuge, Roboter, Förderer und Handhabungsgeräte schaffen Einzugs-, Quetsch- und Anstoßgefahren. Ergänzend sind Staub, Lärm, Gefahrstoffe, schwere Lasten, elektrische und gespeicherte Energien zu beurteilen.

Verbindliche Sicherheitslogik: Zuerst Gefährdungen vermeiden oder technisch beherrschen, dann weitere organisatorische und persönliche Maßnahmen nach betrieblicher Gefährdungsbeurteilung festlegen. Schutzkleidung allein rechtfertigt niemals den Aufenthalt im gefährlichen Schmelze- oder Roboterbereich. Ein Not-Halt ist keine Erlaubnis, Schutzzäune zu umgehen oder einen Gefahrenbereich zu betreten.


Stopppunkt-Matrix für die reine Planungsbesprechung

Beobachtung im fiktiven Planungsdokument Entscheidung der Lernenden Zuständig für Klärung
Angaben zur Restfeuchte bzw. Eignung eines Kontaktmaterials fehlen STOPP – keine Verfahrensfreigabe ableiten Fachkundige Gießereiverantwortliche
Schmelzeweg und heißer Bereich sind nicht sicher abgegrenzt STOPP – sichere Aufstellung und Verkehrsführung nachweisen lassen Anlagenplanung, Arbeitsschutzverantwortliche
Roboter-/Werkzeugbewegung und Zugang sind nicht sicherheitstechnisch bewertet STOPP – Schutzkonzept und Schnittstellenprüfung einfordern Qualifizierte Integrations- und Sicherheitsfachleute
Heiße Form und gespeicherte Energie sind bei einer Instandhaltung nicht bewertet STOPP – keine Eingriffe planen oder ausführen Beauftragte Instandhaltung mit Freigabe
Betriebsanweisung oder persönliche Unterweisung fehlt STOPP – reine Theoriearbeit fortsetzen Verantwortliche Führungskraft und ausbildende Fachkraft
Eine minderjährige Person soll selbstständig eine gefährliche Tätigkeit übernehmen STOPP – Rechtslage, Ausbildungserfordernis und fachkundige Aufsicht prüfen Ausbildungsleitung und verantwortliche Fachperson

Rechts- und Fachhinweise: Die DGUV-Fachseite Druckgießen beschreibt den Prozess und die hohe Automatisierung. Die DGUV-Seite Bildungsbereich Metall benennt typische Gefährdungen und Präventionsbereiche. Nach § 22 Jugendarbeitsschutzgesetz sind bestimmte gefährliche Arbeiten für Jugendliche verboten; gesetzliche Ausnahmen für erforderliche Ausbildungsarbeiten haben enge Voraussetzungen, insbesondere den Schutz durch fachkundige Aufsicht. Eine Ausnahme ist keine selbstständige Bedienfreigabe.


Instandhaltung ist keine normale Produktionsbeobachtung

Die BGHM-4-Rang-Methode für sichere Instandhaltung priorisiert Rang 1: Energieversorgung unterbrechen, gegen unerwartetes Ingangsetzen sichern und gespeicherte Energien berücksichtigen. Höhere Ränge kommen nur unter den jeweiligen Schutzbedingungen in Betracht. Die Verantwortung für eine zulässige konkrete Vorgehensweise liegt bei dafür qualifizierten und beauftragten Personen. Lernende beschreiben diese Sicherheitslogik, führen sie aber nicht als Übung an Produktionsanlagen aus.

Reflexionsfrage: Warum bedeutet „die Maschine steht“ nicht automatisch, dass keine Gefährdung mehr besteht? Erwarteter Gedanke: Restwärme, Druck, elektrische, hydraulische oder gravitative Energien und mögliche unerwartete Bewegung können trotz Stillstand vorhanden sein.


Beruflicher Modellauftrag und Musterentscheidung


Auftrag und synthetische Daten

Unterrichtsfirma „Modellguss Nord“ – vollständig erfunden. Eine interdisziplinäre Planungsgruppe soll zwei verschiedene Gießaufträge vorprüfen. Es gibt weder echte Kundendaten noch reale Anlagenangebote. Die Zahlen dienen ausschließlich dem Erlernen einer strukturierten Auswahl.

Eigenschaft Auftrag A – Pumpengehäuse P Auftrag B – Elektronikgehäuse E
Werkstoff Gusseisen mit Kugelgrafit gemäß fiktiver Anforderung Für Druckguss grundsätzlich geeignete Aluminiumlegierung, genaue Sorte offen
Jahresmenge 500 Stück 40.000 Stück
Stückmasse als Modellwert 24 kg 1,8 kg
Formmerkmale Große Wanddicken, mehrere innenliegende Kanäle, Kernkonzept erforderlich Vergleichsweise dünnwandige, regelmäßig wiederkehrende Geometrie
Qualitätsziel Dokumentierte Maße, Dichtheitsprüfung nach Spezifikation Wiederholgenauigkeit, Oberflächen- und Maßprüfung
Weitere Anforderung Konstruktionsänderungen möglich Stabile Serie über mehrere Jahre vorgesehen
Offene Angaben Formabmessung, genaue Werkstoffspezifikation, Prüfgrenzen Detailzeichnung, Entformung, Schieber, Werkzeuggröße, Porositätsgrenze

Arbeitsprodukt: Eine Seite Entscheidungsvorlage je Auftrag mit Prüfkriterien, Maschinenbauart, beispielhaftem Fabrikat bzw. Herstellerportfolio, kompletter Peripherie, offenen Nachweisen, mindestens vier Sicherheits-Stopppunkten, Qualitätsprüfung und Quellenangaben. Keine Beschaffung, Bedienung oder realen Versuche.


Begründete Musterlösung für Auftrag A

Vorläufige Empfehlung: Sandgusslinie, bei Bedarf mit horizontaler Kastenformung und passendem Kernhandling. Begründung: Gusseisen, vergleichsweise kleine Stückzahl, innere Kanäle und Änderungsbedarf sprechen im Modell für eine flexible verlorene Sandform. Als Herstellerbeispiel kann eine horizontale DISA-Formlösung recherchiert werden; eine konkrete Maschinenzuordnung ist ohne Formabmessung und technische Zeichnungen nicht möglich. Ein vertikales DISAMATIC-System wäre ebenfalls nicht allein aufgrund des Markennamens ausgeschlossen oder geeignet. Eine Bühler Carat wäre für diesen fiktiven Gusseisenauftrag keine sachgerechte Universalalternative.

Peripherie für die Planungsprüfung: Formstofflogistik und Aufbereitung, Kernkonzept, Formhandling, geeignete Schmelzeversorgung, definierter Gießbereich, kontrollierter Kühl-/Transportfluss, Ausleer- und Reinigungsbereich, Absaugung, Materialprüfung und Rückverfolgbarkeit. Offene Nachweise: Formgröße, Formstoff, Kerne, Maß-/Dichtheitsprüfung, Werkstoffdaten, Anlagenkonzept, Gefährdungsbeurteilung und Zuständigkeit.


Begründete Musterlösung für Auftrag B

Vorläufige Empfehlung: vollständig abgesicherte Kaltkammer-Druckgießzelle für eine geeignete Aluminiumlegierung prüfen, weil hohe Wiederholstückzahl und regelmäßige Bauteilgeometrie dafür sprechen können. Es bleibt zu klären, ob die Konstruktion entformbar ist, welche Formschließkraft erforderlich wäre, ob Werkzeug, Schieber, Vakuum-/Entlüftungskonzept und Qualitätsanforderung passen. Die Bühler Carat kann ausschließlich als dokumentiertes Beispiel für eine große Zweiplatten-Druckgießmaschinenfamilie genannt werden. Bei einem 1,8-kg-Modellbauteil ist daraus keine passende Carat-Ausführung ableitbar; andere Maschinenfamilien und Hersteller wären in einem echten Beschaffungsprozess zu prüfen.

Peripherie für die Planungsprüfung: Schmelzeversorgung, abgeschirmte Übergabe, Werkzeugtemperierung, Steuerung und Sicherheits-Schnittstellen, Formpflege, automatische Entnahme, eventuelle Vakuumtechnik, Kühlung, Messung, Kennzeichnung, Ausschussmanagement und Prüfplatz. Offene Nachweise: Legierung, Zeichnung, Toleranzen, Werkzeugstandzeit, Simulationen, Bemusterung, sichere Integration, Energie-/Medienbedarf und Gesamtwirtschaftlichkeit.


Entscheidungsraster – dokumentierte Begründung

Prüfkriterium Gewicht (Lehrmodell) Auftrag A: Sandguss Auftrag B: Druckguss
Werkstoffeignung 25 % Hoch, vorbehaltlich Spezifikation Hoch, vorbehaltlich konkreter Legierung
Geometrie und Formkonzept 20 % Kerntechnik als Lösungsansatz Entformbarkeit und Werkzeugdetails offen
Serienmenge und Wirtschaftlichkeit 20 % Für 500 Stück plausibel Für 40.000 Stück plausibel
Qualitätsnachweis 15 % Zeichnung und Prüfkriterien offen Prozessfähigkeit und Prüfkonzept offen
Peripherie und Infrastruktur 10 % Formstoff- und Gießlogistik offen Zellenintegration offen
Schutzkonzept und Freigaben 10 % Ohne Nachweise nicht freigabefähig Ohne Nachweise nicht freigabefähig

Die Gewichte ergeben zusammen 100 %. Die qualitativen Urteile sind keine verifizierten Messwerte: Sie zeigen, was in einer Vorprüfung plausibel ist und wo eine reale Bewertung abbrechen muss. Eine endgültige Punktzahl wird bewusst nicht vorgetäuscht. Bei fehlenden Sicherheitsnachweisen ist das Ergebnis unabhängig von einer Nutzwertsumme STOPP.


Bewertungsraster für die Modellfall-Abgabe

Kompetenzbereich 0 Punkte 1 Punkt 2 Punkte
Auftrag und Werkstoff Fehlend oder falsch Teilweise verstanden Beide Aufträge korrekt unterschieden
Bauart und Formkonzept Keine begründete Wahl Teilbegründung Werkstoff, Menge und Hohlräume verknüpft
Anlagen- und Herstellerbelege Behauptungen ohne Quellen Belege unvollständig DISA/Bühler als begrenzte Beispiele korrekt belegt
Peripherie Übersehen Einzelne Funktionen Vollständige Prozess- und Schutzschnittstellen
Wirtschaftlichkeit Unbegründete Preisbehauptung Teilweise Kalkulationsidee Fix-/Stückkosten und Modellgrenzen erklärt
Arbeitsschutz und Zuständigkeit Risiken übergangen Risiken genannt Stopppunkte, Fachaufsicht und Freigabegrenzen korrekt
Qualität und Dokumentation Prüfnachweise fehlen Einzelne Nachweise Zeichnung, Prüfplan und offene Daten transparent
Verständlichkeit und OER-Quellen Unklar oder kopiert Überwiegend eigenständig Strukturierte eigene Vorlage und Rechtebelege

Summe: 0–16 Punkte. Orientierung: 14–16 = sehr fundiert, 11–13 = fundiert, 8–10 = teilweise tragfähig, 0–7 = deutlicher Überarbeitungsbedarf. Die Sicherheits-Stopppunkte sind zusätzlich ein Muss-Kriterium: Eine Vorlage, die unbefugten Zugriff auf die Anlage empfiehlt, kann unabhängig von Punkten nicht als fachlich geeignet gewertet werden.


Interaktive Aufgaben


Multiple-Choice-Quiz – zehn Fragen

Was unterscheidet die Sandform im Regelfall von der Druckgießform? (Sie wird zum Entformen nach dem Guss zerstört) (!Sie besteht grundsätzlich aus Kunststoff) (!Sie wird bei jedem Gussteil ohne Änderungen wiederverwendet) (!Sie wird immer mit Hochdruck geschlossen)




Welche Anforderung steht bei der Verfahrensvorauswahl an erster Stelle? (Werkstoff und Bauteilanforderungen) (!Farbe des Herstellerlogos) (!Zahl der Werbevideos) (!Baujahr des Schulgebäudes)




Wofür wird ein Kern beim Sandguss häufig eingesetzt? (Zur Bildung eines inneren Hohlraums) (!Zur Messung der Stromstärke im Schaltschrank) (!Als Ersatz für den gesamten Formkasten) (!Um die Schmelze chemisch zu kühlen)




Welches Verfahren ist für Aluminiumdruckguss typisch? (Kaltkammer-Druckgießen) (!Papierformdruck) (!Kunststoffspritzguss) (!Schmieden ohne Werkzeug)




Wofür steht Bühler Carat in diesem Kurs? (Für ein dokumentiertes Beispiel einer großen Zweiplatten-Druckgießmaschinenfamilie) (!Für jede beliebige Gießmaschine weltweit) (!Für ein Sandformmodell aus Holz) (!Für eine amtliche Betriebserlaubnis)




Was gehört zur Peripherie einer automatisierten Druckgießzelle? (Teileentnahme und sicher abgestimmte Schnittstellen) (!Nur die Außenlackierung) (!Nur das Verkaufsschild) (!Ausschließlich eine Werkbank)




Warum kann eine große Serie Druckguss wirtschaftlich begünstigen? (Hohe Werkzeugfixkosten verteilen sich auf viele Stücke) (!Werkzeuge kosten dann grundsätzlich nichts) (!Der Werkstoff wird automatisch kostenlos) (!Qualitätsprüfungen entfallen vollständig)




Welche Situation ist ein zwingender Stopppunkt? (Ungeklärte Feuchtigkeit im Bereich von Metallschmelze) (!Ein vollständig beschriftetes Theorieblatt) (!Eine geprüfte Quellenangabe) (!Eine dokumentierte offene Rechenannahme)




Welche Aussage zur Instandhaltung ist richtig? (Sichere Energietrennung und Verhinderung unerwarteten Anlaufs haben Vorrang) (!Ein Not-Halt ersetzt immer die sichere Energietrennung) (!Stillstand beseitigt jede Restwärme) (!Lernende dürfen Schutzzäune zu Übungszwecken überbrücken)




Was ist die fachlich korrekte Aussage über Modellkosten? (Sie dienen dem Unterricht und ersetzen kein reales Angebot) (!Sie gelten für jeden Werkstoff und jedes Baujahr) (!Sie beweisen die Eignung einer Carat für jedes Bauteil) (!Sie ersetzen eine Gefährdungsbeurteilung)





Memory – Begriffe und passende Erklärungen

Verlorene Form Wird zur Entnahme des Gussstücks zerstört
Dauerform Wird für mehrere Gießzyklen verwendet
Kern Erzeugt einen inneren Hohlraum im Gussstück
Schließeinheit Hält die Werkzeughälften einer Druckgießmaschine zusammen
Formstoffaufbereitung Bereitet gebrauchten Sand für weitere Formprozesse auf
Peripherie Ergänzt die Grundmaschine um notwendige Prozessfunktionen
Stopppunkt Ungeklärte Gefährdung verhindert die Freigabe





Drag-and-drop – fünf Zuordnungen

Ordne den passenden Fachbegriff zu. Beschreibung
Sandformverfahren Meist verlorene Form und Eignung für zahlreiche Eisengussaufgaben
Kaltkammerdruckguss Für geeignete Aluminiumlegierungen häufig genutzte Druckgießbauart
Werkzeugtemperierung Peripherie zum planmäßigen thermischen Zustand einer metallischen Form
Kernherstellung Vorbereitung von Elementen für innere Hohlräume
Zellenintegration Abstimmung von Grundmaschine Robotik Medien und Schutzfunktionen





Kreuzworträtsel – sechs Fachbegriffe

Formkasten Rahmen für eine kastenbezogene Sandform
Kokille Wiederverwendbare metallische Gießform
Kaltkammer Gießkammerprinzip mit externer Schmelzebereitstellung
Anguss Bereich der Schmelzezuführung in das Formsystem
Kernmarke Aufnahme und Positionierungshilfe für einen Gießkern
Entformung Herausnehmen des erstarrten Gussstücks aus der Form





LearningApps – thematische Suche

Die eingebettete Seite ist eine Suche nach passenden Übungen, keine erfundene einzelne LearningApps-ID. Prüfe bei jedem Suchtreffer Inhalt, Sprache und Nutzungsrechte vor dem Einsatz.


Lückentext – eigenständige Lernkontrolle

Ergänze die Fachbegriffe aus dem Kurs.
Bei der herkömmlichen Sandgussfertigung ist die Sandform eine

Form.
Für innere Hohlräume verwendet die Gießereitechnik häufig einen

.
Die Formhälften einer Druckgießmaschine werden durch die

gehalten.
Bei der Aluminium-Druckgießfertigung wird häufig das

eingesetzt.
Ergänzende Systeme wie Entnahmeroboter gehören zur

.
Hohe Werkzeugkosten werden bei größeren

auf mehr Teile verteilt.
Ungeklärte

im Schmelzeumfeld ist ein Stopppunkt.
Automatische

können Quetsch- und Anstoßgefahren erzeugen.
Eine unbefugte Lernperson besitzt keine persönliche

.
Die technische Planung benötigt auch einen dokumentierten

.




Offene Aufgaben

Alle zwölf Aufgaben finden ausschließlich am Schreibtisch mit Zeichnungen, öffentlichen Quellen, digitalen Skizzen und erfundenen Daten statt. Keine Besuche im Gefahrenbereich und keine Versuche mit heißen Materialien oder Maschinen.


Leicht

  1. Aufgabe 1 – Begriffsbild: Erstelle ein beschriftetes Wort-Bild aus Papier oder einer Präsentation mit Sandform, Kern, Formkasten, Modell und Gussstück.
  2. Aufgabe 2 – Funktionsvergleich: Erkläre in fünf eigenen Sätzen die Unterschiede zwischen verlorener Sandform und metallischer Dauerform.
  3. Aufgabe 3 – Werkstoffkarte: Ordne Gusseisen, Stahlguss, Aluminium und Zink einer zu prüfenden Verfahrensgruppe zu und kennzeichne Unsicherheiten.
  4. Aufgabe 4 – Stoppschild: Gestalte vier digitale Stoppschilder für Schmelze, Feuchtigkeit, heiße Formen und Automatikbewegungen mit verantwortlicher Ansprechperson.


Standard

  1. Aufgabe 5 – Prozesslandkarte: Zeichne eine Sandgusslinie vom Formstoff bis zur Qualitätsprüfung mit mindestens sieben Funktionen der Peripherie.
  2. Aufgabe 6 – Zellenkarte: Erstelle aus dem Bühler-Herstellermaterial ein Schema mit Grundmaschine, Entnahme, Formtemperierung, Schmelzezuführung und Schutzschnittstellen; trenne Beleg und eigene Annahme.
  3. Aufgabe 7 – Kostenkurven: Rechne die synthetischen Gesamtkosten für 1.000 und 10.000 Aluminiumteile nach und zeichne zwei Achsenkurven.
  4. Aufgabe 8 – Prüfplan: Formuliere vier Prüffragen zu Maß, Oberfläche, inneren Fehlern und Dokumentation für beide Anlagenkonzepte.


Schwer

  1. Aufgabe 9 – Entscheidungsvorlage: Begründe für Auftrag A und B jeweils eine Bauart und nenne mindestens drei noch fehlende Daten ohne eine Maschine freizugeben.
  2. Aufgabe 10 – Sensitivitätsanalyse: Ändere im fiktiven Kostenmodell einen Stückkostenwert und zeige, wie sich der Schnittpunkt der Varianten verändert.
  3. Aufgabe 11 – Sicherheitsreview: Schreibe ein fiktives Prüfmemo mit sechs Stopppunkten, Rollen, Zuständigkeiten und Verweis auf die drei DGUV/BGHM-Fachquellen.
  4. Aufgabe 12 – Quellenkritik: Vergleiche DISAMATIC- und Carat-Produktseiten: Unterscheide nachprüfbare Bauartmerkmale, werbliche Aussagen, offene Daten und Bild-/Videorechte.


Lösungshorizonte zu allen zwölf offenen Aufgaben

Aufgabe Möglicher fachlich begründeter Lösungskern
1 Modell formt den Hohlraum ab, Kern schafft Innenraum, Formkasten stützt die Form, Gussstück ist das Ergebnis.
2 Sandform meist zerstört, metallische Dauerform wiederverwendbar; Werkstoff-, Mengen- und Werkzeugunterschiede nennen.
3 Gusseisen/Stahlguss häufig Sandform; Aluminium je nach Auftrag Sandguss oder geeigneter Kaltkammer-Druckguss; Zink häufig Warmkammer, Einzelfall prüfen.
4 Stoppsignal, konkrete Unklarheit, kein Eingriff, verantwortliche fachkundige Person; Schutzkleidung ersetzt keine Freigabe.
5 Formstoff, Kern, Formung, Gießbereich, Kühlung, Ausleeren, Putzen, Prüfen; Sandrückführung und Schutztechnik ergänzen.
6 Schließeinheit, Gießeinheit, Steuerung und vernetzte Peripherie belegt; optionale Bühler-Komponenten nicht als Standard voraussetzen.
7 Bei 1.000 Stück 59.000 € gegen 192.000 €; bei 10.000 Stück 554.000 € gegen 300.000 €; nur Modellkosten.
8 Zeichnung und Toleranzen, Oberflächenanforderung, gegebenenfalls innere Fehlstellen, Prüfumfang und Rückverfolgbarkeit.
9 Auftrag A zunächst Sandguss mit Kernen, B zunächst Kaltkammer-Druckguss prüfen; fehlende Maße, Legierungen und Sicherheit dokumentieren.
10 Allgemein n = Differenz der Fixkosten geteilt durch Differenz der variablen Stückkosten, sofern diese ungleich sind; Annahmen transparent ändern.
11 Feuchtigkeit, Schmelzeweg, Heißflächen, Roboterzugang, Energien, fehlende Unterweisung; keine praktische Ausführung.
12 Herstellerseiten sind Primärquellen zu angebotenen Familien, keine neutralen Leistungsnachweise; Commons-Lizenzen und Videorechte separat nennen.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

Bearbeite diese zusätzlichen sechs Transferaufgaben schriftlich. Bewertet werden die Begründungen, nicht nur Schlagwörter.

  1. Lernkontrolle 1: Begründe, weshalb das Gusseisen-Pumpengehäuse nicht allein aufgrund der höheren Stückzahl anderer Druckgussprodukte auf eine Carat übertragen werden darf.
  2. Lernkontrolle 2: Welche drei fehlenden Schnittstelleninformationen würden eine Entscheidung für eine automatisierte Druckgießzelle verhindern?
  3. Lernkontrolle 3: Berechne mit den Unterrichtskosten den rechnerischen Schnittpunkt und beschreibe zwei Voraussetzungen, ohne die er irreführend ist.
  4. Lernkontrolle 4: Ein fiktives Gussteil weist Poren auf. Erkläre, weshalb der Fehler allein keine beweiskräftige Aussage über eine bestimmte Maschinenmarke liefert.
  5. Lernkontrolle 5: Eine minderjährige Auszubildende soll eine ungesicherte automatisierte Zelle betreten. Welche Entscheidung und welche Verantwortlichkeiten sind richtig?
  6. Lernkontrolle 6: Ein Werbefilm verspricht höhere Leistung. Formuliere vier sachliche Nachweisfragen, bevor du daraus eine Investitionsentscheidung ableitest.


Musterlösungen zur Lernkontrolle

Lernkontrolle Erwartete Lösung
1 Carat ist eine auf geeignete NE-Metall-Druckgussanwendungen ausgerichtete Herstellerfamilie; der Gusseisenauftrag erfordert eine andere Werkstoff-/Verfahrensprüfung.
2 Beispielsweise Schutzverriegelungen, Schnittstellen Robotik/Maschine, Schmelzeversorgung und sichere Energiezustände; ohne Nachweis keine Freigabe.
3 176.000 € geteilt durch 43 €/Stück ergibt etwa 4.093,02; ab 4.094 ganzen Stücken kostenseitig Druckguss günstiger; gleiche Teileignung und vollständige Kosten nötig.
4 Poren können mehrere prozess-, werkstoff- und werkzeugbedingte Ursachen haben; erforderlich sind geeignete Prüfungen und datengestützte Fehleranalyse.
5 STOPP, Zugang nicht gewähren; verantwortliche Ausbildende und Fachkundige klären Schutzkonzept, Unterweisung und die gesetzlichen Voraussetzungen.
6 Erforderliche Kapazität, Bauteil-/Werkzeugpassung, nachvollziehbare Qualitätsdaten, Komplettkosten, Schutzkonzept und unabhängige Prüfung.




Lernnachweis

Du weist deinen Lernerfolg durch ein digitales Portfolio nach: (1) eine einseitige Anforderungsmatrix zu den beiden synthetischen Aufträgen; (2) zwei beschriftete Lehrschemata für Sandgusslinie und Druckgießzelle; (3) eine sauber gerechnete Kosten- und Mengenbetrachtung mit Modellannahmen; (4) eine Tabelle belegter Herstellerbeispiele ohne Marktführerbehauptung; (5) eine Sicherheits-Stopppunktliste mit Rollen; (6) eine Quellen- und Lizenzübersicht der verwendeten Medien; (7) das Modellfallurteil einschließlich offener Prüf- und Freigabefragen. Ein Lerntandem kontrolliert zuerst die Fachbegriffe, danach prüft die Lehrkraft die Argumentation. Es findet keine praktische Anlagenbedienung statt.

Erfolgsmaßstab: Du kannst nicht nur die richtige Bauart als Hypothese benennen, sondern die Grenzen deiner Aussage klar herausarbeiten. Eine fachlich gute Vorlage unterscheidet Beobachtung, Quelle, Annahme, offene Frage und verantwortliche Freigabeinstanz.




OER und Wikipedia

Deutschsprachige Überblickstexte: Sandformverfahren, Druckguss, Gießen (Metall). Wikipedia ist ein Einstieg; aktuelle Sicherheitsunterlagen, Herstellerangaben und technische Eignungsnachweise müssen separat geprüft werden.


Fachquellen und Prüfstand

Recherche- und Quellenstand: 28.10.2026. Die folgenden öffentlich zugänglichen Quellen wurden als fachliche Referenzen geprüft. Ein Quellenstand ist keine Zusicherung unveränderter Normen oder einer späteren Produktverfügbarkeit.


Commons-Medien und Rechtebelege

Alle folgenden Dateinamen wurden anhand der tatsächlichen Commons-Dateiseiten geprüft. Die Datei-Seiten liefern Lizenz und Urheber; die Einbettung verändert die Originaldateien nicht. Die beiden eigenen Texttabellen dieses Kurses sind didaktische Eigen-Schemata, keine Originalbilder oder Maschinenbauzeichnungen.

Datei Urheber und nachgewiesene Lizenz Lernzweck
SandMoldCopeDragCores.jpg Glenn McKechnie, CC BY-SA 2.0 Formhälften und Kerne
CoreBoxPatternCoreCasting.jpg Glenn McKechnie, CC BY-SA 2.0 Beschriftete Bereiche: Kernkasten, Kern, Modell, Gussstück
SandMoldBronzeAluminium.jpg Glenn McKechnie, CC BY-SA 2.0 Gussstücke
Formguss Kurbelwelle Eisen Sand.png Georg Fischer Automotive AG, CC BY-SA 3.0 Gusseisenanwendung
Cold chamber die casting machine schematic 5.svg Pizza mal pi, CC BY-SA 3.0 Beschriftetes Kaltkammer-Prinzipschema
Hot-chamber die casting machine schematic.svg Wizard191, CC BY-SA 3.0 Warmkammer-Prinzip
Buhler 2.jpg Hkm1233, CC BY-SA 4.0 Beispielbild einer Druckgießanlage, kein Carat-Nachweis
Diecasting machine cold chamber.jpg PlugPray, Public Domain Maschinenbauart

Videos: ConheSER, Sand Casting, 2020 und Bühler Group, Carat, 2023 wurden anhand ihrer Videoeinträge mit Titel, Kanal und Beschreibung identifiziert. Beide sind Fremdinhalte ohne hier belegte freie Weiterverarbeitungslizenz; ausschließlich die vorgesehenen Einbettungen und Originalverweise nutzen. Keine Sofatutor-Medien, erfundenen Video-IDs oder erfundenen Lizenzzusagen.

OER-Hinweis: Für eigene Arbeitsblätter, Tabellen und neue Schemata kann die Lehrkraft eine geeignete offene Lizenz wählen, soweit sie dazu berechtigt ist. Bei weiterverwendeten Commons-Bildern sind Namensnennung, Link zur Quelle und Lizenz sowie gegebenenfalls Änderungen gemäß den jeweiligen Bedingungen einzuhalten. Ein Herstellerbild, Werbevideo oder amtlicher Sicherheitstext wird nicht allein durch Verlinken zu einem frei bearbeitbaren OER.



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