Senk- und Drahterodiermaschinen – Gefährdungen im Arbeitsauftrag beurteilen
Einleitung
Du lernst, einen Arbeitsauftrag an Senk- und Drahterodiermaschinen vor dem Start fachlich auf Gefährdungen zu prüfen. Im Mittelpunkt stehen elektrische Energie, Dämpfe und Nebel des Dielektrikums sowie das Brandrisiko bei ölhaltigen Dielektrika. Entscheidend ist nicht, möglichst schnell eine Maschine in Betrieb zu setzen, sondern eine begründete, dokumentierte Stopp- oder Weiterleitungsentscheidung zu treffen.
Der Kurs richtet sich an Auszubildende und Lernende in den Berufen Chirurgiemechaniker/in, Fachkraft für Metalltechnik, Feinwerkmechaniker/in, Maschinen- und Anlagenführer/in, Präzisionswerkzeugmechaniker/in, Werkzeugmechaniker/in und Zerspanungsmechaniker/in. Er baut auf Werkzeugbau Formenbau und Vorrichtungen – Werkzeugstähle begründet auswählen und Werkzeugbau Formenbau und Vorrichtungen – Erodieren als Bearbeitungsverfahren einordnen auf.
Verbindliche Grenze: Theoretisches Lernen ersetzt weder die betriebliche Gefährdungsbeurteilung noch Unterweisung, Betriebsanweisung, erforderliche Prüfungen oder eine persönliche Bedienfreigabe. Dieser Kurs leitet keine praktische Eigenarbeit, Störungsbeseitigung oder Wartung an gefährlichen Anlagen an. Bei unklaren Schutzfunktionen, Störungen oder fehlender Zuständigkeit gilt: Nicht starten, Abstand und örtliche Notfallregeln beachten, zuständige Personen informieren. Auch eine scheinbar behobene Störung ist keine automatische Arbeitsfreigabe.
Verfahren, Anlagen und Prozessgrenzen verstehen
Was beim Funkenerodieren geschieht
Funkenerodieren ist ein thermisches Abtragverfahren für elektrisch leitfähige Werkstoffe. Zwischen Werkstück und Elektrode entsteht in einem gesteuerten Spalt eine Folge elektrischer Entladungen. Dabei werden winzige Mengen Material örtlich aufgeschmolzen oder verdampft. Ein geeignetes Dielektrikum beeinflusst den Entladungsvorgang, die Kühlung und den Abtransport von Abtragsprodukten. Der Prozess nutzt elektrische Energie; die Elektroden berühren das Werkstück im regulären Abtrag nicht mechanisch. Die Energiequellen, das Medium, Abtragsrückstände und bewegliche Bauteile müssen dennoch gemeinsam betrachtet werden.

Beschriftetes Fachbild 1 – Allgemeines EDM-Schema: Die verifizierte Commons-Zeichnung bezeichnet 1 Impulsgenerator, 2 Werkstück, 3 Aufspannung, 4 Dielektrikum, 5 Pumpe, 6 Filter, 7 Elektrodenhalter, 8 Entladung und 9 Werkzeugelektrode. Das Bild erklärt das Prinzip und ist kein freigegebener Maschinenaufbau. Quelle und Lizenz stehen im Medienverzeichnis.
| Verfahrensmerkmal | Senkerodieren | Drahterodieren |
|---|---|---|
| Werkzeugelektrode | Geformte Elektrode, beispielsweise aus Kupfer oder Graphit | Kontinuierlich geführter leitfähiger Draht |
| Typische Aufgabe | Kavität, Formeinsatz, komplizierte Innenkontur | Durchgehende Trennkontur, Stempel, Matrize |
| Häufiges Prozessmedium | Je nach Anlage oft spezielles Erodieröl; auch andere Ausführungen möglich | Häufig aufbereitetes deionisiertes Wasser; abweichende Anlagen beachten |
| Sicherheitsfrage | Dampf-, Nebel- und Brandgefährdung bei Öl sowie elektrische Spannung und Prozessüberwachung | Elektrische Spannung, Wasserqualität, Drahtbewegung, Kanten, Nebel und Schutzeinrichtungen |
| Unzulässige Vereinfachung | Eine beliebige Flüssigkeitsüberdeckung mache die Anlage sicher | Wasser schließe sämtliche Gefährdungen aus |
Senkerodiermaschine als Betrachtungsobjekt

Beschriftetes Fachbild 2 – Senkerodieren: 1 Werkstück, 2 Entladungszone beziehungsweise Funkenspalt, 3 geformte Elektrode, 4 elektrische Potenzialquelle. Ein Prinzipbild zeigt keine realen Schutzhauben, Absaugungen oder Brandmeldeeinrichtungen. Die sicherheitsrelevanten Funktionen ergeben sich erst aus der konkreten Maschine und ihrer Dokumentation.

Bild 3 – Ausstellungsmaschine: Aufnahme einer Funkenerodiermaschine aus dem Deutschen Museum, fotografiert von Dmm2va7. Das sichtbare Gehäuse ist keine Aussage über ihren heutigen Betriebszustand oder eine Freigabe.
Eine Senkerodiermaschine kann Arbeitsraum, Dielektrikumbehälter, Filter- und Spülsystem, Energieversorgung, Achsantriebe, Steuerung sowie technische Einrichtungen zur Absaugung, Überwachung und Brandvorsorge umfassen. Die Ausstattung unterscheidet sich nach Bauart und Baujahr. Für den Auftrag gilt nicht ein allgemeiner Zahlenwert, sondern die nachweisbar erfüllte Anforderung an genau diese Anlage. Die BGHM-Fachinformation 017 verweist für die notwendige Überdeckung der Bearbeitungsstelle ausdrücklich auf die Anweisungen der Herstellfirma. Die richtige Konsequenz ist daher eine Prüfung durch dafür zuständige Fachpersonen, kein eigenmächtiges Nachfüllen oder Verstellen.
Drahterodiermaschine als Betrachtungsobjekt

Beschriftetes Fachbild 4 – Drahterodieren: 1 Drahtelektrode, 2 elektrische Entladung, 3 Potenzialquelle und 4 Werkstück. Die vereinfachte Darstellung ersetzt weder Schaltplan noch Betriebsanweisung.

Bild 5 – reale Drahterodiermaschine: Historische Aufnahme einer Robofil-300-WireCut von Glenn McKechnie. Hersteller- oder Modellnamen dienen hier ausschließlich als dokumentierte Beispiele, nicht als Empfehlung, Marktführerschaft, Sicherheitsvergleich oder offizielle Freigabe.

Detailbild 6 – Konturgrenze: Die verifizierte Zeichnung illustriert die geometrische Einschränkung beim Schneiden scharfer Innenkanten mit einem Draht. Diese Bildaussage ist ein Bearbeitungsaspekt; aus ihr lässt sich keine Sicherheitsfreigabe ableiten.
Bei der Drahterosion sind unter anderem die Drahtführung und -aufwicklung, bewegliche Achsen, elektrisch aktive Teile, die Spüleinrichtung, Arbeitsraumabdeckungen und das aufbereitete Dielektrikum zu unterscheiden. Drahtreste, scharfe Schnittkanten und ausgeschnittene Teile können zusätzliche mechanische Gefährdungen begründen. Niemals aus dem bloßen Verfahrensnamen auf einen sicheren Betriebszustand schließen.
Fachvideo zur Verfahrenseinordnung
Verifiziertes Video: Fraunhofer IMM, „Funkenerodieren am Beispiel von Draht- und Senkerodieren“ (2021). Zeigt Forschungsanwendungen und Animationen der beiden Verfahren. Beobachtungsauftrag: Benenne die verschiedenen Elektroden und ordne anschließend getrennt davon die im Video nicht nachgewiesenen betrieblichen Schutzvoraussetzungen ein. Das Video ist keine Sicherheitsunterweisung; Urheberrecht verbleibt beim Anbieter.
Elektrische, stoffliche und mechanische Gefährdungen beurteilen
Elektrische Energie und ungewollter Anlauf
Die erforderlichen Entladeimpulse erzeugen elektrische Gefährdungen an der Anlage. Gefährlich können insbesondere zugängliche spannungsführende Teile, beschädigte Leitungen, ungeeignete Eingriffe oder ungeklärte elektrische Zustände sein. Weitere gespeicherte Energien und Bewegungen sind bei Instandhaltung zu berücksichtigen. Eine Steuerungsanzeige „Aus“ beweist nicht automatisch Spannungsfreiheit. Diagnose, Öffnen elektrischer Ausrüstung und Instandsetzung sind Aufgaben entsprechend qualifizierter, beauftragter Fachpersonen. Lernende beurteilen schriftlich, ob ein Startveto oder eine Weitergabe nötig ist; sie führen keine elektrischen Prüfungen oder Überbrückungen durch.
Dielektrikum, Dämpfe, Rauche und Nebel
Während der Bearbeitung können je nach Verfahren, Betriebsstoff und Werkstoff Dämpfe, Rauche, Nebel und Partikel entstehen. Bei ölhaltigem Dielektrikum sind Expositions-, Haut- und Brandfragen zu beachten. Die konkrete Zusammensetzung, mögliche gefährliche Inhaltsstoffe, die Brandkenndaten und sichere Entsorgung gehören in die Herstellerinformationen und das Sicherheitsdatenblatt des tatsächlich eingesetzten Produkts. Ein Datenblatt für ein anderes Öl genügt nicht.
Die BGHM nennt bei Senkerodiermaschinen eine wirksame Absaugung und die Vermeidung zündfähiger Atmosphäre als Anforderungen. Beobachtungen wie Fehlermeldung, stillstehender Absaugventilator, sichtbarer Nebel oder fehlender Überwachungsnachweis sind daher Stopp-Signale. Weder offene Fenster noch eine Schutzbrille können die fachlich erforderliche Absaugung ersetzen. Der Hautschutz richtet sich nach Stoff und Betriebsanweisung; Schutzhandschuhe sind nicht pauschal für jeden Kontakt mit bewegten Maschinen geeignet.
Brandgefahr und Brandschutzkonzept
Elektrische Entladungen und ein brennbares ölhaltiges Dielektrikum ergeben eine besonders zu beachtende Gefahrkombination. Entscheidend ist die Vermeidung von zündfähigen Zuständen durch passende technische und organisatorische Vorkehrungen. Welche Überdeckungs-, Überwachungs-, Absaug- oder Löschmaßnahmen konkret erforderlich sind, ergibt sich aus der individuellen Anlage, Herstellerunterlagen und betrieblichen Beurteilung. Die BGHM fordert unter anderem die Prüfung, ob eine zusätzliche CO2-Löschanlage und Warnvorrichtungen notwendig sind; daraus folgt keine pauschale Pflicht oder Erlaubnis für jede Erodiermaschine.
Eine Störung der Füllstandsüberwachung, der Absaugung, der Schutzabdeckung oder einer sicherheitsrelevanten Meldeeinrichtung ist nicht durch einen frei gewählten Pegel, ein selbst gesetztes Zeitlimit oder eine vorsorgliche Handbedienung zu kompensieren. Bei Rauch- oder Brandanzeichen gelten die örtlichen Alarm- und Evakuierungsregeln. Lernende betätigen keine Schalter, öffnen keine Abdeckung und führen keine improvisierten Löschversuche aus.
Weitere Gefährdungen und typische Denkfehler
Scharfe Werkstücke und Kanten, Quetschstellen an Achsen und Aufnahmen, Lastentransport, Rutschgefahren durch Flüssigkeiten sowie Belastungen beim Umgang mit Filtern oder Rückständen ergänzen das Gefährdungsbild. Im Ausbildungsbetrieb sind außerdem Reife, Erfahrung, Aufsicht und besondere Schutzvorschriften zu berücksichtigen.
| Typischer Fehler | Warum fachlich falsch? | Sichere Beurteilung im Lernauftrag |
|---|---|---|
| „Es funkt nur im Bad, also keine elektrische Gefahr“ | Energieversorgung und Fehlzustände bleiben relevant | Schutzeinrichtungen und Elektro-Zuständigkeit einfordern |
| „Ein gewöhnliches Öl passt auch“ | Produkteigenschaften und Freigaben unterscheiden sich | Original-Betriebsstoff und Sicherheitsdatenblatt durch Fachperson abgleichen lassen |
| „Mehr Flüssigkeit löst jedes Problem“ | Absaugung, Brandvorsorge und Überwachung sind eigenständige Anforderungen | Kein universeller Pegel und keine Startfreigabe ableiten |
| „Der Alarm ist sicher nur ein Sensorfehler“ | Ursachen und Auswirkungen sind ungeklärt | Nicht starten; Störung protokollieren und melden |
| „Bei Drahterosion mit Wasser besteht kein Risiko“ | Elektrische und mechanische Gefährdungen bleiben | Gesamtes System statt Einzelstoff betrachten |
| „Persönliche Schutzausrüstung genügt“ | Vorrang technische und organisatorische Maßnahmen | Schutzkonzept nach STOP-Prinzip beurteilen |
Eigenes Lehrdiagramm: Gefährdungskette und Barrieren
Eigene schematische Darstellung, rein didaktisch – keine Maschinenzeichnung oder Prüfanleitung:
| Ausgangslage | Möglicher Wirkpfad | Unverzichtbare Frage |
|---|---|---|
| Elektrische Entladeenergie | Berührung oder Fehlzustand führt zu Verletzung | Sind Schutzfunktionen und Zuständigkeiten nachgewiesen? |
| Prozess mit ölhaltigem Dielektrikum | Dämpfe oder Nebel können entstehen und sich entzünden | Sind Absaugung, Überwachung und Brandschutz nach Vorgaben wirksam? |
| Unklare Fehlermeldung | Schutzwirkung kann unbekannt sein | Ist ein Stopp und fachliche Klärung veranlasst? |
| Zeitdruck im Auftrag | Warnsignale werden übergangen | Wer trägt die Entscheidung und wie wird sie dokumentiert? |
Merksatz: Die Anwesenheit einer einzelnen Schutzmaßnahme beweist nicht die ausreichende Sicherheit des Gesamtsystems. Kritische Fehlfunktionen werden nicht durch reine Vermutung „wegbeurteilt“.
Schutzorganisation, Stopppunkte und Zuständigkeiten
Gefährdungsbeurteilung und STOP-Prinzip
Die verantwortliche Arbeitgeberseite organisiert die arbeitsplatzbezogene Gefährdungsbeurteilung und leitet wirksame Maßnahmen ab. Fachkräfte für Arbeitssicherheit und betriebsärztliche Beratung unterstützen entsprechend ihrer Rolle; Maschinenhersteller und spezialisierte Dienstleister liefern technische Informationen. Sicherheitsdatenblätter, Maschinenanleitung, Prüf- und Wartungsnachweise, Unterweisungen sowie örtliche Betriebsanweisungen müssen zu der konkreten Konfiguration passen.
Das STOP-Prinzip priorisiert Schutzmaßnahmen: Substitution, Technische Maßnahmen, Organisatorische Maßnahmen und Persönliche Maßnahmen. Bei störungsbedingter Gefahr darf die Rangfolge nicht umgekehrt werden: Eine zusätzliche Brille oder „besonders vorsichtig sein“ ersetzt keine erforderliche technische Schutzfunktion. Die mögliche Entscheidung lautet auch, eine Tätigkeit nicht aufzunehmen.
Entscheidungsweg als eigenes Lehrschema
| Lehrschritt | Bewertungsfrage | Ergebnis im Dokument |
|---|---|---|
| Arbeitsauftrag verstehen | Welches Verfahren, welches Werkstück und welches reale Gerät sind gemeint? | Auftragsbeschreibung, ohne Betriebsstart |
| Unterlagenlage sichten | Sind Herstelleranforderungen, Betriebsstoffdaten, Gefährdungsbeurteilung und Unterweisung eindeutig? | „Vollständig“ oder „Klärungsbedarf“ |
| Schutzfunktionen einschätzen | Gibt es eine ungeklärte Störung bei Absaugung, Überwachung oder einer anderen Sicherheitsfunktion? | Bei Störung „STOPP – nicht starten“ |
| Zuständige Stelle benennen | Wer darf die technische Prüfung und dokumentierte Neubewertung veranlassen? | Vorgesetzte und qualifizierte Fachstelle |
| Lernurteil dokumentieren | Welche Risiken und Informationslücken tragen die Entscheidung? | Begründete schriftliche Stoppaussage |
Dieses Diagramm enthält keine Reihenfolge zum Einschalten, Prüfen unter Spannung, Umgehen von Sperren oder Wiederanfahren. Der letzte Schritt ist ein Lernnachweis, keine Maschinenfreigabe.
Arbeit bei Störungen und sichere Instandhaltung
Die BGHM-Arbeitsschutz-Kompakt-Information 131 beschreibt die 4-Rang-Methode für Instandhaltung. Der grundsätzlich bevorzugte Rang 1 behandelt die sichere Unterbrechung und Sicherung von Energien durch geeignete Fachpersonen. Die weiteren Ränge betreffen besondere Instandhaltungssituationen mit erhöhten Anforderungen. Diese Methode berechtigt Auszubildende nicht zur eigenen Störungssuche, zum Arbeiten bei laufender Maschine oder zur Auswahl von Ausnahmerängen. Für unseren Arbeitsauftrag folgt daraus lediglich: Störung an beauftragte Fachpersonen weitergeben und gegen unbefugte Nutzung nach betrieblichen Verfahren absichern lassen.
Jugendliche und Personen ohne Bedienfreigabe
Für Jugendliche gelten unter anderem die Beschränkungen des § 22 Jugendarbeitsschutzgesetz bei gefährlichen Arbeiten. Gesetzlich geregelte Ausnahmen für Teile der Ausbildung hängen von den jeweils einschlägigen Voraussetzungen, etwa Ausbildungsnotwendigkeit, fachkundiger Aufsicht und gegebenenfalls stoffbezogenen Grenzwerten, ab; sie sind keine pauschale Erlaubnis. Fehlende Unterweisung, persönliche Beauftragung oder fachkundige Aufsicht führen zum Ausschluss einer eigenständigen Bedienung. Auch bei Volljährigen gilt: eine berufliche Bezeichnung allein begründet keine Berechtigung. Die Lernaktivitäten dieses Kurses bleiben auf Papier, digitale Unterlagen und beaufsichtigte Beobachtung außerhalb von Gefahrenbereichen beschränkt.
Dokumentierte Herstellerbeispiele, keine Pauschalfreigaben
KNUTH führt als Anbieter sowohl Draht- als auch Senkerodiermaschinen. Die Nennung belegt lediglich Produktgruppen, keine Eignung für einen konkreten Auftrag und keinen Sicherheitsstatus. Unterschiedliche Hersteller, Baujahre und Optionen können andere Vorgaben für Prozessmedien, Steuerungen, Überwachung, Emissionsminderung oder Brandschutz haben. Eine sichere Bewertung darf daher nicht aus einer Werbeaussage oder einem fremden Maschinenkatalog abgeleitet werden.

Bild 7 – Arbeitsraum einer EDM-Anlage: Historisches Commons-Bild von NezzerX (gemeinfrei). Für den Unterricht nutzbar, aber ohne belastbare Auskunft über heutige Schutzfunktionen.
Beruflicher Modellauftrag: gestörte Senkerodieranlage
Auftrag und synthetische Betriebsdaten
Ausschließlich fiktiver Lehrfall „Werkzeugbau Lernwerk“: Ein Formenbau-Team soll für ein elektrisch leitfähiges Werkzeugstahl-Werkstück eine komplexe Kavität als Funktionsfläche vorbereiten. Die geplante Bearbeitungsart ist Senkerosion mit geformter Elektrode. Die Modellanlage „SE-L“ wird im Unterricht als ölbasierte Senkerodiermaschine beschrieben. Sämtliche Namen, Kennungen, Daten und Meldungen sind synthetisch; sie bilden keine reale Maschine, keine Herstellerspezifikation und keine Freigabe ab.
| Datensatz (Lehrmodell) | Beobachtung oder Aktenlage | Einordnung |
|---|---|---|
| Arbeitsauftrag M-17 | Kavität in elektrisch leitfähigem Werkzeugstahl, Termindruck | Fertigungstechnisch plausibel; Zeitdruck ist keine Sicherheitsmaßnahme |
| Anlage SE-L | Maschinenbezeichnung nur im Lehrfall | Hersteller, tatsächliche Ausrüstung und Anleitung ungeklärt |
| Dielektrikum D-O | Ölbasiert; Produktblatt im Lehrmodell nicht beigefügt | Stoffidentität, Kennwerte und Schutzmaßnahmen unklar |
| Meldung A | „Absaugfunktion nicht nachgewiesen“ | Kritische Schutzfunktion nicht bestätigt |
| Meldung B | „Prozessüberwachung gestört“ | Sicherheitsrelevante Zustandsbeurteilung nicht möglich |
| Nachweis B1 | Unterweisung der vorgesehenen Bedienperson nicht dokumentiert | Personelle Freigabe unbewiesen |
| Vorschlag im Team | „Mit etwas mehr Öl und offenem Hallentor starten“ | Nicht belegte und ungeeignete Kompensationsbehauptung |
Leitfrage: Darf der Auftrag an SE-L begonnen werden? Nein. Der Fall enthält nicht einen kleinen Optimierungsbedarf, sondern mehrere ungeklärte Voraussetzungslücken.
Begründete Musterlösung und fachliche Prüfpunkte
Musterentscheidung: Nicht starten. Die Störungen bei Absaugung und Überwachung sind bereits eigenständige Stopppunkte. Bei ölhaltigem Dielektrikum können Dampf-/Nebelbelastung und Brandrisiko zusammenkommen; wegen fehlender Stoffangaben und nicht nachgewiesener Sicherheitseinrichtungen lässt sich keine verantwortbare Freigabe ableiten. Auch elektrische Gefährdungen sind nicht allein durch das vermeintlich geschlossene Prozessbad ausgeschlossen.
Zuständiger weiterer Weg: Bedienpersonal beziehungsweise Lernende melden Befund und unterlassen den Beginn. Verantwortliche im Betrieb veranlassen die fachliche Prüfung der konkreten Herstelleranforderungen, des eingesetzten Dielektrikums samt Sicherheitsdatenblatt, des Absaugkonzepts, der Prozess- und Füllstandsüberwachung, des Brandschutzkonzepts, der elektrischen Schutzmaßnahmen und der einschlägigen Personen- und Prüfqualifikationen. Je nach Frage werden qualifizierte Instandhaltung, Elektrofachkraft, Arbeitsschutzfachleute, Brandschutzverantwortliche und Herstellerinformationen einbezogen. Entscheidungen, Abhilfen, Wirksamkeitskontrollen und gegebenenfalls spätere Freigaben liegen ausschließlich bei den hierzu berechtigten betrieblichen Stellen.
Explizit unzulässig: „Ein bestimmter Ölstand genügt immer“, „Das Hallentor ersetzt die Absaugung“, „Die Störanzeige kann ignoriert werden“, „Ein kurzes Probelaufen ist ungefährlich“, „Nach dem Auffüllen ist automatisch freigegeben“. Der Kurs gibt bewusst keine universelle Überdeckungshöhe, Prüfung unter Spannung, Bedienfolge oder Freigabe an.
Eigenes Bewertungsdiagramm: Entscheidung und Evidenz
| Fragestellung | Vorhandener Beleg im Lehrfall | Fachliches Urteil |
|---|---|---|
| Absaugung nachgewiesen? | Nein, Störmeldung A | Kritische Lücke – Stopp |
| Prozessüberwachung nachgewiesen? | Nein, Störmeldung B | Kritische Lücke – Stopp |
| Dielektrikum fachlich beurteilt? | Nein, Produktunterlagen fehlen | Zusätzliche fachliche Prüfung |
| Brand- und Elektro-Schutzkonzept belegbar? | Nein, keine konkreten Nachweise | Keine eigene Freigabeentscheidung |
| Personell autorisierte Bedienung belegt? | Nein | Keine eigenständige Bedienung |
Das Schema zeigt qualitativ die Dokumentenlage und keine berechnete Unfallwahrscheinlichkeit. Eine Vielzahl unkritischer positiver Angaben könnte keinen einzelnen sicherheitskritischen Fehler „wegmitteln“.
Bewertungsraster für den Modellfall
| Kriterium | 0 Punkte | 1 Punkt | 2 Punkte |
|---|---|---|---|
| Startentscheidung | Start trotz Störung | Stopp ohne nachvollziehbare Erklärung | Klares Nichtstarten mit priorisierten Gründen |
| Elektrische Gefährdung | Übersehen | Nur pauschal erwähnt | Energie und Qualifikationsgrenzen differenziert |
| Dielektrikum und Emissionen | Übersehen | Öl oder Absaugung nur benannt | Stoffdaten, Dämpfe/Nebel und Absaugwirkung verknüpft |
| Brandschutz | Falsche automatische Freigabe | Allgemeiner Brandhinweis | Herstellerabhängige Schutz- und Überwachungsprüfung verlangt |
| Zuständigkeiten | Eigenmächtige Eingriffe | Meldung ohne klare Adressaten | Dokumentierte Übergabe an fachlich Berechtigte |
| Quellen und Nachweise | Ohne Beleg | Eine passende Quelle | BGHM, Herstellerunterlagen und Stoffdaten passend unterschieden |
Maximal 12 Punkte. Lehrmodell zur Leistungsbewertung: 11–12 sehr sicher begründet, 8–10 weitgehend sicher, 5–7 lückenhaft, 0–4 fachlich unzureichend. Diese schulische Punkteverteilung ist keine betriebliche Risikoakzeptanzschwelle. Ein fachlich gefährlicher Startvorschlag bleibt unabhängig von der Punktesumme falsch.
Transfer: Fachkommunikation, Dokumentation und Medienkritik
Von der Beobachtung zur belastbaren Sicherheitsmeldung
Eine gute Meldung trennt Beobachtung, unsichere Schlussfolgerung, Stoppentscheidung und offene Fachfrage. Beispiel: „Lehrfall SE-L: Absaugung und Prozessüberwachung melden Störung. Start wird nicht veranlasst. Klärung durch verantwortliche Fachstelle erforderlich: Geräteunterlagen, Dielektrikum, Absaugung, Brandschutz und elektrische Schutzmaßnahmen.“ Unbelegte Aussagen wie „wahrscheinlich nur ein Sensorfehler“ gehören nicht in eine Freigabe.
Eine Dokumentenprüfung darf Datenlücken ausdrücklich als solche benennen. Sicherheitsdatenblätter liefern Informationen zum Stoff, Maschinenunterlagen zu technischen Vorgaben, Betriebsanweisungen zu örtlichen Regeln und Schulungsnachweise zur personellen Voraussetzung. Kein Dokument allein ersetzt das gesamte betriebliche Schutzkonzept.
Fachmedien kritisch lesen
Verifiziertes Video (englisch): Reliable EDM, „How Wire EDM Works: Part 1“ (2011), erläutert Drahtführung, Dielektrikum und Präzisionsprinzip. Nutze es ausschließlich zur Verfahrensanschauung. Prüfe als Medienkritik: Welche Gefährdungen werden nicht dargestellt? Die beschriebenen Leistungsbehauptungen des Unternehmens sind keine allgemeinen Herstellerwerte und keine Sicherheitsbewertung. Ein Video ohne veröffentlichte offene Lizenz ist kein frei remixbares OER-Medium.
Übertragungsfragen für sieben Berufsfelder
Ob im Chirurgiemechanikbetrieb ein filigranes Präzisionsteil, im Werkzeugbau eine Kavität oder in der metalltechnischen Ausbildung eine Kontur erörtert wird: Entscheidend bleiben Materialleitfähigkeit, Verfahrenswahl, dokumentierte Schutzmaßnahmen und qualifizierte Freigaben. Die reale Aufgabe eines Maschinen- und Anlagenführers unterscheidet sich von einer elektrotechnischen Prüfung. Die Rolle einer Präzisionswerkzeugmechanikerin umfasst fachliche Prozessfragen, aber nicht automatisch die Befugnis, sicherheitsrelevante Funktionen zu verändern. Frage bei jeder Berufsrolle: Welche Informationen darf ich beurteilen, was muss ich stoppen, und wen muss ich hinzuziehen?
Interaktive Aufgaben
Quiz: Prüfe dein Wissen
Was ist bei gestörter Absaugung einer ölhaltigen Senkerodieranlage im Modellauftrag richtig? (Nicht starten und die Störung an die zuständige Stelle melden) (!Mit geöffnetem Fenster eine kurze Probebearbeitung beginnen) (!Die Überwachung vorübergehend übergehen) (!Die Flüssigkeit beliebig erhöhen und sofort starten)
Wofür steht das Dielektrikum beim Erodieren fachlich? (Es ist ein prozessspezifisches Medium für Entladung und Abtragsabtransport) (!Es ist immer normales Trinkwasser) (!Es ersetzt jede Schutzvorrichtung) (!Es verhindert grundsätzlich jede Brandgefahr)
Welche Gefährdung besteht auch bei einer Drahterodiermaschine mit Wasser? (Elektrische und mechanische Gefährdungen bleiben zu beurteilen) (!Es bestehen keinerlei Gefährdungen) (!Nur die Gehäusefarbe bestimmt das Risiko) (!Alle Antriebe sind deshalb zwangsläufig spannungsfrei)
Wodurch wird die erforderliche Überdeckung einer Senkerodiermaschine festgelegt? (Durch die Anforderungen des konkreten Herstellers und die betriebliche Beurteilung) (!Durch einen frei gewählten Einheitspiegel für alle Maschinen) (!Durch die Vorliebe der Lernenden) (!Durch eine beliebige Angabe aus einem fremden Prospekt)
Wer darf sicherheitsrelevante elektrische Störungen fachgerecht bearbeiten? (Dafür qualifizierte und beauftragte Fachpersonen) (!Jede Person nach dem Lesen eines Onlinekurses) (!Alle Zuschauer eines Technikvideos) (!Jede Person mit einer Schutzbrille)
Welche Unterlage ist für die Stoffgefährdungen des eingesetzten Dielektrikums wesentlich? (Das passende Sicherheitsdatenblatt des tatsächlichen Produkts) (!Ein Katalog zu einer anderen Flüssigkeit) (!Ein Foto der Maschinenhalle) (!Eine unbestätigte mündliche Vermutung)
Welche Maßnahme hat nach dem STOP-Prinzip vor rein persönlichem Schutz Vorrang? (Geeignete technische Schutzmaßnahmen) (!Das alleinige Vertrauen in Aufmerksamkeit) (!Das Ignorieren einer Störmeldung) (!Die grundsätzliche Abschaffung von Unterweisungen)
Was bedeutet eine fehlende Bedienfreigabe für die lernende Person? (Keine eigenständige Maschinenbedienung) (!Die Berufsschulnote ersetzt die Freigabe) (!Die Erlaubnis ergibt sich aus einem Video) (!Ein kurzer Versuch ist ohne Einweisung erlaubt)
Welche Aussage über das Brandrisiko ist richtig? (Bei ölhaltigem Dielektrikum sind das konkrete Brandschutzkonzept und die Überwachung zu prüfen) (!Eine CO2-Anlage ist bei jedem Gerät automatisch vorgeschrieben) (!Öl kann bei Funkenerosion niemals brennen) (!Ein hoher Auftragswert ersetzt Brandschutz)
Wie ist eine ungeklärte Schutzfunktionsstörung im Lernnachweis darzustellen? (Als dokumentierter Stopppunkt mit offener Fachprüfung) (!Als belegte Ungefährlichkeit) (!Als selbst erteilte Produktionsfreigabe) (!Als bloßer kosmetischer Mangel ohne Bedeutung)
Memory
Verbinde jeweils den Fachbegriff mit der passenden eindeutigen Erklärung.
| Funkenspalt | Abstand der Entladungszone zwischen Werkzeug und Werkstück |
| Dielektrikum | Prozessmedium im elektrischen Abtragverfahren |
| Absaugung | Technische Einrichtung zur Erfassung entstehender Dämpfe und Nebel |
| Stoppentscheidung | Festlegung gegen den Arbeitsbeginn bei ungeklärter Schutzfunktion |
| Sicherheitsdatenblatt | Stoffbezogene Angaben zu Gefahren und Schutzvorgaben |
| Bedienbeauftragung | Personenbezogene betriebliche Voraussetzung für die Maschinenbedienung |
| Wartungsnachweis | Dokumentation fachlich durchgeführter Instandhaltungsleistungen |
Drag and Drop
Ordne die fünf fachlichen Stoppsignale ihren richtigen Bewertungen zu.
| Ordne den Begriff zu. | Passende Beurteilung |
|---|---|
| Absaugstörung | Emissionserfassung ist nicht gesichert |
| Überwachungsalarm | Prozesszustand ist nicht hinreichend nachgewiesen |
| Unbekanntes Dielektrikum | Stoffdaten und Eignung müssen fachlich geprüft werden |
| Offene elektrische Abdeckung | Elektrischer Schutz ist ungeklärt |
| Fehlende Unterweisung | Personenbezogene Bedienvoraussetzung fehlt |
Kreuzworträtsel
Gesucht werden sechs Fachwörter mit je einem Wort als Antwort.
| Funkenspalt | Wie heißt die kleine Zone zwischen Werkzeugelektrode und Werkstück, in der Entladungen stattfinden? |
| Dielektrikum | Wie heißt das spezielle Prozessmedium beim Funkenerodieren? |
| Absaugung | Welche technische Einrichtung erfasst entstehende Dämpfe und Nebel? |
| Brandschutz | Wie heißt der Oberbegriff für Maßnahmen gegen Entstehung und Folgen von Bränden? |
| Drahtführung | Wie heißt das System zur gerichteten Führung der Drahtelektrode? |
| Unterweisung | Wie heißt die arbeitsplatzbezogene Vermittlung von Sicherheitsregeln vor Tätigkeiten? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Bearbeite alle Aufgaben als Papier-, Text-, Audio-, Präsentations- oder Bildschirmprojekt ohne eigene Bedienung, Öffnung oder Störungssuche an Maschinen. Die Musterlösungen sind Lösungsskizzen; gleichwertige begründete Antworten sind möglich.
Leicht
- Senkerodieren: Erstelle eine beschriftete Zeichnung mit Elektrode, Werkstück, Funkenspalt und Dielektrikum; markiere den Unterschied zwischen Prozessprinzip und Schutzvorrichtung.
- Drahterodieren: Verfasse vier Sätze, in denen Drahtelektrode, leitfähiges Werkstück, Wasser als häufiges Dielektrikum und eine bleibende Gefährdung vorkommen.
- Absaugung: Formuliere eine sichere schriftliche Störmeldung für eine nicht bestätigte Absaugfunktion aus dem Modellfall.
- Arbeitsschutz: Sortiere auf einer Lernkarte die Begriffe Herstelleranleitung, Sicherheitsdatenblatt, Unterweisung und Betriebsanweisung nach ihrem hauptsächlichen Informationszweck.
Standard
- Gefährdungsbeurteilung: Zeichne eine gedankliche Gefährdungskette von ölhaltigem Prozessmedium über Emission bis zu möglicher Entzündung und benenne zwei fehlende Schutzbelege.
- Elektrosicherheit: Erstelle eine Rollenkarte für Bedienperson, Elektrofachkraft, verantwortliche Führungskraft und Fachkraft für Arbeitssicherheit, ohne eigenständige Prüfschritte anzugeben.
- Jugendarbeitsschutzgesetz: Schreibe eine kurze Stellungnahme dazu, warum die Ausbildungsnotwendigkeit allein keine Freigabe für gefährliche Arbeiten Jugendlicher darstellt.
- Maschinensicherheit: Vergleiche eine Werbeabbildung mit einer Betriebsanweisung und erkläre, weshalb das Foto keine Wirksamkeitskontrolle für Schutzvorrichtungen liefert.
Schwer
- Risikobeurteilung: Beurteile den gesamten synthetischen Auftrag M-17 unter Verwendung der fünf Aktenlücken und entwickle eine priorisierte Liste fachlicher Klärungsfragen.
- STOP-Prinzip: Entwirf ein fachliches Gegenargument gegen den Satz „Eine Brille ersetzt die fehlende Absaugung“ und belege deine Position mit der Rangfolge von Maßnahmen.
- Instandhaltung: Erläutere anhand der BGHM-Information 131, warum eine Störungsdiagnose nicht mit einer selbstständigen Bedienhandlung durch Auszubildende verwechselt werden darf.
- Medienkompetenz: Produziere ein einminütiges Erklärvideo oder Storyboard ohne echte Anlagenaufnahmen, das zwischen belegtem Maschinenzustand und bloßer Vermutung unterscheidet.


Lösungsskizzen zu den zwölf offenen Aufgaben
| Aufgabe | Erwartete Musterlösung oder Prüfaspekt |
|---|---|
| Leicht 1 | Elektrode und Werkstück sind durch Funkenspalt getrennt; Dielektrikum umgibt die Wirkzone; Schutzeinrichtungen sind vom Prozessbild nicht ableitbar. |
| Leicht 2 | Leitfähiges Werkstück, wandernder Draht, häufig deionisiertes Wasser und verbleibende elektrische Gefahr werden korrekt benannt. |
| Leicht 3 | „Absaugfunktion nicht nachgewiesen; Maschine nicht starten; zuständige Fachperson benachrichtigen“ ohne selbst erteilte Freigabe. |
| Leicht 4 | Maschinenanleitung: anlagenspezifische Angaben; Sicherheitsdatenblatt: stoffbezogene Gefahren; Unterweisung: Personenwissen; Betriebsanweisung: örtliche Regeln. |
| Standard 1 | Ölhaltiges Dielektrikum, potenzielle Dämpfe/Nebel, mögliche Zündung; Nachweise für Absaugung und Überwachung fehlen. |
| Standard 2 | Bedienperson meldet; Elektrofachkraft beurteilt elektrotechnische Fragen; Führungskraft verantwortet Organisation; Arbeitsschutzfachkraft berät. |
| Standard 3 | § 22 JArbSchG sieht Bedingungen vor; Ausbildungsnotwendigkeit ohne fachkundige Aufsicht und weitere nötige Voraussetzungen genügt nicht. |
| Standard 4 | Werbefoto zeigt Aussehen, nicht geprüfte Wirksamkeit; entscheidend sind reale Unterlagen und nachgewiesener Zustand. |
| Schwer 1 | Nichtstarten; fehlende Absaugung, Überwachung, Stoffdaten, Schutzkonzept und personelle Beauftragung geordnet benennen. |
| Schwer 2 | Technische Schutzmaßnahme hat Vorrang vor persönlicher Ausrüstung; Brille kann Nebelerfassung nicht ersetzen. |
| Schwer 3 | Instandhaltung braucht besondere Beauftragung und Schutzkonzept; BGHM-Ränge sind keine Bedienanleitung für Lernende. |
| Schwer 4 | Storyboard zeigt Beobachtung, Unsicherheit, Stopp, Meldung und fachliche Prüfung; keine praktischen Eingriffe oder falschen Herstellerbehauptungen. |
Lernkontrolle
- Fallanalyse: Schreibe ein fünfzeiliges Entscheidungsprotokoll zum Auftrag M-17 mit Beobachtung, Gefährdung, Stopp, Zuständigkeit und offenem Nachweis; begründe, warum eine spätere Freigabe nicht aus der Lernaufgabe folgt.
- Sicherheitsdatenblatt: Begründe am Beispiel eines unbekannten Erodieröls, weshalb ein Datenblatt für ein ähnliches Produkt nicht genügt, und nenne die verantwortliche betriebliche Klärungsstelle.
- Schutzmaßnahmen: Vergleiche Absaugung, Raumlüftung und Schutzbrille in Bezug auf Emissionsbeherrschung; entscheide, welche als Ersatz für eine ausgefallene technische Absaugung ungeeignet sind.
- Elektrische Energie: Widerlege in einem kurzen Argument den Satz „Die Maschine zeigt AUS, also ist sie nachweislich spannungsfrei“, ohne eine praktische Prüfung zu beschreiben.
- Arbeitsrecht: Prüfe eine Fallbeschreibung einer minderjährigen auszubildenden Person mit fehlender Aufsicht gegen das Prinzip des § 22 JArbSchG und formuliere die sichere Schlussfolgerung.
- Herstellerunterlagen: Stelle dar, weshalb eine allgemeine BGHM-Information und ein fremder Maschinenkatalog keine anlagenbezogene Betriebsanweisung ersetzen.
- Fachvideo: Analysiere drei im Fraunhofer-Video erkennbare Prozessmerkmale und zwei Sicherheitsnachweise, die das Video nicht liefern kann.
Erwartungshorizont: Bei allen Aufgaben werden belegte Angaben von Annahmen getrennt; fachliche Schutzanforderungen werden mit konkreten Unterlagen verknüpft. Zentrale richtige Schlussfolgerungen sind Nichtstarten bei Schutzfunktionsstörung, keine Selbstfreigabe, keine Ersatzmaßnahmen aus dem Bauchgefühl, fachliche Klärung und Wahrung der Rollen- und Jugendbeschäftigungsgrenzen.
Lernnachweis
Als Lernportfolio reichen eine beschriftete Verfahrensgrafik, eine vergleichende Tabelle zu Senk- und Drahterosion, eine begründete Gefährdungsmatrix, das schriftliche Stoppprotokoll zum Fall M-17, eine Rollen- und Unterlagenübersicht sowie eine Quellen- und Medienrechtsprüfung. Beurteilbar sind Fachwissen über Prozessenergie und Medien, Fertigkeiten der systematischen Dokumentenauswertung, Haltungen zur Melde- und Stopppflicht und Transfer auf andere Anlagen ohne Scheinsicherheit. Die 12-Punkte-Rubrik des Modellfalls macht Begründungsqualität sichtbar; sie zertifiziert keine praktische Maschinenkompetenz.
Selbstprüfung vor Abgabe: Sind Herstellerangaben und hypothetische Lehrdaten ausdrücklich getrennt? Sind Absaugung, Prozessüberwachung und Brandschutz als eigenständige Nachweisfragen behandelt? Wurde bei Störung der Beginn verweigert? Sind alle Zuständigkeiten genannt? Enthält der Text keine unzulässige Bedienanleitung oder automatische Freigabe?
OER und Wikipedia
Fachquellen – geprüft am 28.10.2026:
- BGHM, Arbeitsschutz Kompakt Nr. 017: Arbeiten mit Senkerodiermaschinen (Webseite, dort ausgewiesener Stand 12/2015). Anforderungen unter anderem an Absaugung, Schutzeinrichtungen, Dielektrikum, Instandhaltung und Herstellerangaben.
- BGHM, Arbeitsschutz Kompakt Nr. 131: 4-Rang-Methode (Webseite, ausgewiesener Stand 03/2021). Für fachgerechte Instandhaltung, nicht als Bedienfreigabe.
- DGUV: Bildungsbereich Metall. Arbeits- und Gesundheitsschutz in der beruflichen Metallausbildung.
- Jugendarbeitsschutzgesetz § 22 (amtliche Gesetzesdarstellung; rechtsverbindlichen aktuellen Stand betrieblich berücksichtigen).
- KNUTH Werkzeugmaschinen (Hersteller-/Anbieterbeispiel, Produktgruppen Draht- und Senkerodiermaschinen; keine Freigabe und keine Herstellerwerte für den Lehrfall).
- Wikipedia: Funkenerodieren (frei bearbeitbarer enzyklopädischer Einstieg, nicht Quelle einer Betriebsfreigabe).
- Wikimedia Commons: Electrical discharge machining (Dateien mit einzeln nachzulesenden Rechten).
Abbildungen, Urheberschaft und Rechtebelege: Die Bilddateien werden unverändert eingebunden, die deutschsprachigen Beschriftungstexte dieses Kurses sind eigene Erläuterungen. Falls eine Commons-Datei technisch nicht geladen wird, dient der verlinkte Nachweis als Alternative.
| Eingebundene Datei | Verifizierte Dateiseite | Urheber/in laut Commons | Lizenz und Rechtebeleg |
|---|---|---|---|
| File:EDM scheme.png | Commons-Datei | Frank50 s | CC BY-SA 4.0 |
| File:Spark eroding.png | Commons-Datei | LaurensvanLieshout | CC BY-SA 3.0 |
| File:Wire erosion.png | Commons-Datei | LaurensvanLieshout | CC BY-SA 3.0 |
| File:DMM Funkenerodiermaschine.jpg | Commons-Datei | Dmm2va7 | CC BY 3.0 |
| File:Robofil-300-WireCut.jpg | Commons-Datei | Glenn McKechnie | CC BY-SA 2.0 |
| File:EDM Wire Cutting around sharp corners.png | Commons-Datei | Somesh9041 | CC BY-SA 4.0 |
| File:Electrical-discharge-machine.jpg | Commons-Datei | NezzerX | Gemeinfrei laut Commons-Dateiseite |
Verifizierte Fachvideos und Einbettungsrechte: Fraunhofer IMM, Funkenerodieren am Beispiel von Draht- und Senkerodieren, 22.12.2021 und Reliable EDM, How Wire EDM Works: Part 1, 21.04.2011. Urheber beziehungsweise Anbieter: Fraunhofer IMM und Reliable EDM. Die Videoeinbettung nutzt die YouTube-Plattformfunktion und stellt keine offene Nachnutzungs- oder Bearbeitungslizenz dar. Rechte und Plattformbedingungen bleiben bei den jeweiligen Anbietern; keine Speicherung oder Bearbeitung der Videos im OER-Material.
Selbst erstellte Lehrmedien: Tabellen, Prozessgegenüberstellung, Gefährdungskette, Entscheidungsweg, Aktenlücken-Diagramm und Bewertungsraster in diesem Kurs sind neu formulierte didaktische Schemata. Sie enthalten keine realen Betriebsdaten, Maschinenparameter oder herstellerseitigen Freigaben.
Wikipedia im Kurs (deutsch, Artikel verifiziert):
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