Walz- und Biegemaschinen – Gefährdungen im Arbeitsauftrag beurteilen
Einleitung
An Walz- und Biegemaschinen werden Bleche, Profile und Rohre umgeformt. Bewegte Walzen können Kleidung, Handschuhe und Körperteile einziehen; große Werkstücke können überraschend ausschwenken, kippen oder nachlaufen. Du lernst, in einem Arbeitsauftrag Gefährdungsbereiche zu erkennen, Risiken zu begründen, geeignete Schutzmaßnahmen zu beurteilen und an Stopppunkten die zuständige Person einzuschalten. Das zentrale Fallbeispiel behandelt einen Handschuh nahe dem Walzeneinzug.
Der Kurs richtet sich unter anderem an angehende Behälter- und Apparatebauer, Fachkräfte für Metalltechnik, Klempner, Konstruktionsmechaniker, Maschinen- und Anlagenführer, Metallbauer und Verfahrenstechnologinnen und Verfahrenstechnologen Metall. Für unterschiedliche Berufe sind Geometrie, Transport und Arbeitsschutz gemeinsam wichtig.
Verbindliche Grenze: Dieser aiMOOC ist eine theoretische Lernunterlage. Er ersetzt keine betriebliche Gefährdungsbeurteilung, Betriebsanweisung, Unterweisung, Anlagenprüfung oder persönliche Bedienfreigabe. Du führst sämtliche Lernaufträge an Texten, Fotos, Papiermodellen oder abgeschalteten Unterrichtsmodellen aus – nicht eigenständig an gefährlichen Maschinen. Über tatsächliche Tätigkeiten entscheiden die verantwortlichen Fachkräfte anhand der konkreten Maschine und der geltenden Vorschriften.

Bildleseauftrag: Markiere gedanklich, wo eine rotierende Walze das Werkstück mitnimmt. Die Abbildung erläutert die Geometrie, nicht eine zulässige Handposition.
Verfahren unterscheiden und Arbeitsauftrag verstehen
Walzen als Druckumformen und Walzbiegen
Beim industriellen Walzen wird Metall zwischen rotierenden Walzen vorwiegend durch Druck umgeformt. Häufig nimmt seine Dicke oder sein Querschnitt ab; das Material wird in Längsrichtung gestreckt. Beim Walzbiegen steht dagegen die Krümmung im Vordergrund. Ein Blech wird zwischen mehreren Walzen über eine Biegelinie zu einem Zylindermantel oder Kegelabschnitt gebogen; die Blechdicke ist nicht das beabsichtigte Änderungsmaß. Beim Walzrunden wird die Geometrie vor allem durch die Stellung der Walzen beeinflusst. Walzprofilieren formt fortlaufend Profile; Walzrichten reduziert vorhandene Krümmungen.
Warmwalzen geschieht oberhalb der Rekristallisationstemperatur des jeweiligen Werkstoffs; geringere Umformwiderstände stehen höheren thermischen Gefährdungen gegenüber. Kaltwalzen erfolgt unterhalb dieser Temperatur, häufig bei Raumtemperatur; Kaltverfestigung und hohe Kräfte sind zu berücksichtigen. Die Begriffe beschreiben die Werkstofftemperatur, nicht einen sicheren oder gefährlichen Maschinentyp. Eine Kaltwalzanlage bleibt eine gefährliche Maschine.

| Verfahren | Gewünschte Veränderung | Typischer Kontext | Prüfgedanke |
|---|---|---|---|
| Warmwalzen | Querschnitt/Dicke bei erhöhter Temperatur | Metallerzeugung | Zusätzlich thermische Risiken beachten. |
| Kaltwalzen | Querschnitt/Dicke unterhalb der Rekristallisationstemperatur | Band- und Blechfertigung | Einzugs- und hohe Krafteinwirkungen erkennen. |
| Walzrunden | Krümmung eines Blechs oder Profils | Behälter- und Gehäusebau | Einzug sowie Bewegung großer gekrümmter Werkstücke beurteilen. |
| Rohrziehen und Drahtziehen | Querschnitt durch Ziehen durch ein Werkzeug verringern | Draht- und Rohrfertigung | Zugkräfte, bewegte Stränge und Einzug unterscheiden. |
Draht- und Rohrziehen als verwandte Verfahren
Beim Drahtziehen wird Draht durch eine Ziehöffnung gezogen und erhält einen kleineren Durchmesser. Beim Rohrziehen wirken je nach Verfahren Ziehwerkzeug und gegebenenfalls ein Innenwerkzeug zusammen; Außendurchmesser und Wanddicke können sich verändern. Ziehen unterscheidet sich von Walzbiegen durch das Hauptziel der Querschnittsänderung und die Zugbeanspruchung. Auch hier entstehen Einzugs-, Quetsch- und Bewegungsgefahren. Verwechsle die Verfahren in deinem Arbeitsauftrag nicht.

Begriffsnetz: Metallerzeugung Walzen und industrielle Umformung – Warmwalzen und Kaltwalzen unterscheiden und Metallerzeugung Walzen und industrielle Umformung – Ziehen von Drähten und Rohren erklären vertiefen diese Grundlagen.
Angaben im Auftrag kritisch lesen
Ein fachlicher Auftrag enthält Sollgeometrie, Material, Stückzahl, Qualitätsmerkmale und Zuständigkeiten. Eine Zeichnung oder Stückliste ist keine Sicherheitsfreigabe. Fehlende Informationen zur Maschine, vorhandenen Schutzeinrichtungen, Werkstückaufnahme, Arbeitsumgebung oder Qualifikation sind Stopppunkte, nicht Aufforderungen zum Improvisieren. Herstellerdaten gelten nur für das konkret dokumentierte Fabrikat und dessen Ausführung. Beispielhafte Anbieter wie LASCO belegen technische Vielfalt, nicht eine Sicherheitszulassung oder Marktführerschaft für diesen Fall.
Maschinenbauarten und gefährliche Bewegungen
Rollen, Biegelinien und Werkstückwege
Drei-Walzen-Rundbiegemaschinen führen das Blech zwischen drei Walzen und beeinflussen die Biegung durch deren Anordnung. Vier-Walzen-Maschinen können zusätzliche Führungs- und Biegefunktionen aufweisen. Profilbiegemaschinen bearbeiten unter anderem Stäbe und Profile; Schwenkbiegemaschinen arbeiten mit anderer Werkzeugbewegung. Die konkrete Betriebsanleitung entscheidet; Bauartbezeichnungen allein sagen nichts über die tatsächlich vorhandene Schutzfunktion aus.


| Beschriftetes Lehrschema: Bauteil oder Zone | Erkennbares Merkmal | Mögliche Gefährdung |
|---|---|---|
| A – Walzeneinzug | Werkstück bewegt sich in den sich schließenden Bereich rotierender Walzen. | Erfassen und Einziehen von Kleidung, Handschuhen oder Körperteilen. |
| B – Biegelinie und Walzenspalt | Kräfte wirken zwischen Werkzeug und Werkstück. | Quetschen und Scheren. |
| C – austretender Blechbogen | Das Werkstück verlässt gekrümmt die Maschine. | Unerwartetes Aufrichten, Ausschwenken oder Anschlagen. |
| D – Blechkante und Ablage | Blech hat scharfe Ränder und beträchtliche Masse. | Schnittverletzung, Umkippen und Quetschen beim Transport. |
| E – Antrieb und Energiequellen | Elektrische, hydraulische oder mechanisch gespeicherte Energie ist vorhanden. | Unbeabsichtigte Bewegung und Nachlauf auch nach Betätigung einer Stoppeinrichtung. |
Eigene schematische Zuordnung, Stand 28.10.2026: A → B → C beschreibt lediglich den möglichen Werkstückweg. Die Zonen bilden keine Abstände, Griffanweisungen oder normgerechte Schutzeinrichtungen ab. Verwende sie nur zur Analyse auf Papier.
Drei zentrale Gefährdungsarten
Erstens: Einzug an gegeneinander laufenden Walzen. Lose Kleidung, Haare, Schmuck oder Handschuhe können mitgenommen werden. Zweitens: unkontrollierte Werkstückbewegung. Ein großes Blech kann durch Eigengewicht, Nachlauf und die zunehmende Krümmung den Gefahrenbereich verändern. Drittens: Folgegefahren durch scharfe Kanten, Materialtransport, Lärm, Stolperstellen und unerwartete Bewegungen. Die BGHM hebt besonders Einzugsstellen, enganliegende Kleidung und den sicheren Umgang mit großen Blechen hervor.
| Gefahr | Vorhersehbarer Auslöser | Mögliche Folge | Frage für die Beurteilung |
|---|---|---|---|
| Einziehen | Handschuh oder Ärmel gerät nahe einer ungesicherten Einzugsstelle. | Schwere Verletzung an Hand und Arm. | Ist der Zugang wirksam verhindert und wer darf das feststellen? |
| Ausschwenken | Großer Blechbogen ändert während des Umformens seine Lage. | Anstoßen oder Erfassen von Personen. | Sind Bewegungsraum und Personenabstand betrieblich beurteilt? |
| Kippen | Blech wird unsachgemäß angelehnt. | Schwere Quetschverletzung. | Ist eine geeignete Ablage vorgesehen? |
| Nachlauf | Bewegungsenergie bleibt nach dem Stoppsignal erhalten. | Fortgesetzte gefährliche Bewegung. | Wer überprüft sicheren Stillstand und Energiezustand? |
Detailbilder als Analyse, nicht als Bedienanweisung


Suche in den Bildern nach Walzen, Werkstückwegen und möglichen Gefahrenräumen. Nicht aus einer Aufnahme ableiten: Wo man sicher stehen darf, welche persönliche Schutzausrüstung vorgeschrieben ist oder ob eine Schutzfunktion normgerecht wirkt. Solche Fragen erfordern Unterlagen und Prüfung durch die verantwortliche Fachkraft.
Fachvideo (Herstellerdemonstration, Englisch): Eine Dreiwalzen-Maschine im Vorführbetrieb. Beobachte nur die Bewegung des Werkstücks; übernimm keine Bedienhandlungen.
Quelle und Rechte: RMT, Videoübersicht des Anbieters, dort zugeordnetes Videovorschaubild; Plattformwiedergabe, keine freie Weiterverwendungslizenz belegt.
Gefährdungen in einem Arbeitsauftrag systematisch beurteilen
Vom Arbeitsauftrag zu begründeten Entscheidungen
Der Arbeitgeber organisiert die rechtskonforme Gefährdungsbeurteilung und die erforderlichen Maßnahmen. Lernende dürfen einen didaktischen Beurteilungsvorschlag entwickeln, nicht die betriebliche Freigabe ersetzen. Als gedankliches Schema dient: Auftrag verstehen → mögliche Gefahren und Betroffene ermitteln → vorhandene Schutzmaßnahmen hinterfragen → Wirksamkeit und offene Fragen dokumentieren → Verantwortung und Stopppunkt bestimmen. Bei unbekannten Angaben nicht schätzen, sondern rückfragen.
Für die Priorisierung betrachtet man mögliche Verletzungsschwere und Eintrittsbedingungen. Zahlen in der folgenden Tabelle sind frei erfundene Unterrichtswerte, keine betrieblich ermittelten Wahrscheinlichkeiten und keine Maschinenkennzahlen.
| Didaktische Matrix | Eintritt eher gering | Eintritt denkbar | Eintritt erhöht |
|---|---|---|---|
| Folgen gering | erneut prüfen | prüfen | Maßnahmenbedarf klären |
| Folgen erheblich | prüfen | hohe Priorität | hohe Priorität |
| Folgen katastrophal | hohe Priorität | höchste Priorität | höchste Priorität |
Grenze: Auch bei vermeintlich seltenem Ereignis darf eine mögliche Amputation am Einzug nicht verharmlost werden. Ein Ampelfarbwert allein macht den Arbeitsplatz nicht sicher.
Technische, organisatorische und personenbezogene Maßnahmen
Schutzmaßnahmen werden nicht gleichwertig nebeneinandergestellt: Gefahren sind möglichst an ihrer Quelle zu vermeiden und wirksame technische Lösungen gehen bloßen Verhaltensregeln vor. In der Praxis ist das STOP-Prinzip ein Ordnungsrahmen. Gefährdungen und Maßnahmen ergeben sich aus der konkreten Anlage.
| Rangfolge als Lernmodell | Beispiel der zu prüfenden Schutzidee | Zuständigkeit bzw. Grenze |
|---|---|---|
| Substitution beziehungsweise Gefahrenvermeidung | Prozess oder Werkstückhandhabung so gestalten, dass die Exposition entfällt. | Entscheidung durch Arbeitsplanung und Verantwortliche. |
| Technisch | Geeignete trennende, ortsbindende oder ergänzende Schutzeinrichtungen entsprechend Maschinenkonzept. | Fachkundige Auswahl, Prüfung und Dokumentation. |
| Organisatorisch | Geregelte Zuständigkeiten, Unterweisung, Sperrung und klare Stopppunkte. | Vorgesetzte und unterweisende Fachkräfte. |
| Personenbezogen | Enganliegende Arbeitskleidung und auf den Bereich abgestimmte PSA. | PSA ersetzt keine wirksame Sicherung des Einzugs. |
Besonders wichtig: Handschuhe. Die BGHM Arbeitsschutz Kompakt 058 warnt bei ungesicherter Einzugsstelle vor Handschuhen mit Fingern und nennt dort fingerlose Armschützer; an gesicherter Einzugsstelle können Schnittschutzhandschuhe getragen werden. Das ist keine allgemeine persönliche Auswahl- oder Freigabeanweisung: Entscheidend sind die Gefährdungsbeurteilung, Betriebsanweisung und die sichere Gestaltung der konkreten Maschine. Ein lockerer Handschuh darf niemals in die Nähe des Einzugs gelangen.
Typische Fehler bei der Gefährdungsanalyse
Ein häufiger Denkfehler lautet: „Ich sehe nur das Blech, deshalb ist der Walzenspalt ungefährlich.“ Tatsächlich ist das dynamische Zusammenspiel von Walze, Blech und bewegter Kleidung entscheidend. Ein zweiter Fehler: „Ein Not-Halt bedeutet Strom- und Druckfreiheit.“ Ein Stopp kann den Prozess unterbrechen, ohne sämtliche Energien zu isolieren. Weitere Fehler: Herstellerfotos als Schutznachweis deuten, Handschuhe pauschal als immer sicher betrachten, unerwartete Blechbewegungen ignorieren oder einen unsicheren Auftrag unter Zeitdruck fortsetzen.
Fachvideo (Herstellerdemonstration, Englisch): RMT zeigt eine Dreiwalzen-Biegegeometrie. Fachfrage: Welche Bewegungsräume sind auf einem Bild sichtbar, welche Sicherheitsinformationen fehlen?
Quelle/Rechte: RMT-Videokatalog, dort mit dem Titel „Rolling without a flat spot Initial Pinch Three Rolls“ dokumentiert. Kein Nachweis einer offenen Lizenz; nicht als Sicherheitsanleitung verwenden.
Stopppunkte, Not-Halt und Verantwortung
Was bei drohendem Einzug gilt
Wenn ein Handschuh, Ärmel oder Gegenstand in die Nähe eines nicht sicher beherrschten Walzeneinzugs gerät: nicht nachgreifen, nicht ziehen, keinen Rettungsversuch an bewegten Teilen unternehmen. Gefahr sofort anzeigen; die vorgesehene sichere Stoppeinrichtung oder Not-Halt bei akuter Gefahr auslösen, sofern gefahrlos erreichbar. Zuständige Fachkräfte und gegebenenfalls Rettungsdienst verständigen; andere Personen fernhalten. Nachlauf und mögliche gespeicherte Energien berücksichtigen. Nur autorisierte und geschulte Personen beurteilen das weitere Vorgehen, sichern die Anlage und geben sie nach Prüfung wieder frei. Bei Verletzung: Notruf 112, Erste Hilfe nur ohne Eigengefährdung, Rettung nach betrieblichem Notfallplan.
Unterscheide drei Situationen:
| Situation | Sicheres Lernurteil | Was nicht erlaubt ist |
|---|---|---|
| Handschuh nähert sich der Einzugszone, noch nicht erfasst | Sofortige Unterbrechung der gefährlichen Situation und Meldung; Stopppunkt. | Weiterführen, um den Auftrag schnell zu beenden. |
| Person oder Kleidungsstück ist erfasst | Not-Halt und Hilfe organisieren; eigenen Schutz beachten; Rettungskräfte. | Nachgreifen oder selbstständig an den Walzen reversieren. |
| Anlage steht scheinbar still | Stillstand und alle relevanten Energiezustände durch Befugte beurteilen lassen. | Den Stopp als Freigabe für einen Eingriff betrachten. |
Warum Not-Halt keine Energieisolation ist
Ein Not-Halt dient dem möglichst schnellen Stillsetzen einer gefährlichen Funktion im Ereignisfall, abhängig vom Maschinenkonzept. Er beseitigt nicht zwangsläufig elektrische Versorgung, Druckenergie, Schwerkraftlasten oder Nachlauf. Für Instandhaltung und sichere Eingriffe müssen hierzu befugte Fachkräfte gesonderte Maßnahmen der Energieisolation, Sicherung gegen Wiederanlauf, Abbau oder Abstützung gespeicherter Energie und Prüfung nach betrieblichen Verfahren vorsehen.
Die BGHM erläutert hierzu die 4-Rang-Methode zur sicheren Instandhaltung. Rang 1 beruht auf Energieunterbrechung, Sicherung gegen Wiedereinschalten sowie Berücksichtigung gespeicherter Energie. Andere Ränge adressieren Sonderfälle unter spezifischen Sicherheitsbedingungen; sie dürfen nicht von Lernenden als Erlaubnis zum Eingriff interpretiert werden. Wir geben bewusst keine praktische Entstörungs-, Freischalt- oder Reversieranleitung.
Fachvideo (englisch, ergänzendes Prinzip): Ein Video aus dem Fachbeitrag von Ferndale Safety demonstriert einen Seilzugschalter. Es zeigt ein Prinzip; es beweist nicht, dass eine bestimmte Anlage dadurch hinreichend gesichert ist.
Quelle: Ferndale Safety, Beitrag vom 09.04.2025; das YouTube-Video ist dort eingebettet. Video ist keine OER und hat keine nachgewiesene CC-Lizenz.
Jugendliche, Auszubildende und persönliche Freigabe
Nach § 22 Jugendarbeitsschutzgesetz sind gefährliche Arbeiten für Jugendliche grundsätzlich beschränkt; eine für Ausbildungsziele erforderliche Ausnahme setzt unter anderem die Aufsicht einer fachkundigen Person und weitere gesetzliche Bedingungen voraus. Das bedeutet keine pauschale Maschinenfreigabe. Fachkundige Unterweisung, konkrete Gefährdungsbeurteilung, Arbeitsmittelzustand, Alter, Kompetenz und der betreute Auftrag sind zu berücksichtigen. Die DGUV zum Bildungsbereich Metall nennt unter anderem Quetsch- und Schnittgefahren sowie Gefährdungen durch Materialtransport.
Stoppregel: Wer fehlende Absicherung, unklare Zuständigkeit, unerwartete Werkstückbewegung, gefährdete Personen oder fehlende Unterweisung erkennt, meldet dies und führt die Arbeit nicht eigenständig fort. Der Sicherheitsstopp ist ein fachliches Qualitätsmerkmal, keine Fehlleistung.
Vollständiger beruflicher Modellfall mit Entscheidung
Arbeitsauftrag „Schutzmantel für einen Behälter“ – rein synthetisch
Ein fiktiver Ausbildungsbetrieb „Modellwerk Metall“ plant einen Schutzmantel aus einem Stahlblech. Alle nachfolgenden Daten sind erfundene didaktische Annahmen und keine Angaben einer realen Maschine oder eines Herstellers. Im Planspiel sind Blechdicke 1,5 mm, Breite 600 mm, Länge 820 mm und eine geplante Rundform angegeben. Eine Dreiwalzen-Biegemaschine wird lediglich auf einem Foto gezeigt. Die zugehörige Betriebsanweisung, der Zustand der Schutzeinrichtungen, die Bedienfreigabe und die Werkstückabstützung sind nicht mitgeliefert.
In der Bildfolge A hält eine fiktive Person ein Blech; in Bildfolge B nähert sich ein locker sitzender Handschuh der markierten Zone A am Walzeneinzug. In Bildfolge C deutet die Zeichnung eine unkontrollierte seitliche Bewegung des Blechbogens an. Die Lehrkraft legt nur Papierkarten mit diesen Situationen aus; es gibt keinen realen Maschinenbetrieb. Die Person hat den Handschuh noch nicht sichtbar in den Walzen eingeklemmt. Ein anderer Beteiligter fordert wegen eines Termins: „Mach schnell weiter!“
| Ereigniskarte | Beobachtung | Gefährdung | Fehlende Angabe | Fachliche Entscheidung |
|---|---|---|---|---|
| A – Vorbereitung | Blech und bewegte Walzen sind auf einer Aufnahme zu sehen. | Einzug, Quetschen und Schnittkanten. | Geprüfte Schutzeinrichtung und Unterweisung. | Keine Betriebsfreigabe aus dem Foto ableiten. |
| B – Handschuh | Lockerer Handschuh nahe dem Walzeneinzug. | Erfasstwerden und schwere Handverletzung. | Wirksame Sicherung der Einzugsstelle. | Nicht nachgreifen; gefährliche Situation stoppen und Hilfe holen. |
| C – Blechbogen | Werkstück könnte seitlich ausschwenken. | Anschlagen, Quetschen, Kippen. | Freigehaltener Bewegungsraum und geeignete Auflage. | Auftrag stoppen und fachkundige Bewertung verlangen. |
| D – scheinbarer Stillstand | Ein Stopp wurde betätigt. | Nachlauf und gespeicherte Energie. | Zustand aller Energiequellen. | Keine selbstständige Entstörung, kein automatischer Wiederanlauf. |
| E – Fortsetzung | Auftraggeber drängt auf Termin. | Wiederholung einer unkontrollierten Situation. | Dokumentierte Maßnahmen und persönliche Freigabe. | Erst nach Prüfung und ausdrücklicher Freigabe durch Zuständige weiterarbeiten lassen. |
Eigene beschriftete Lehrbildfolge A–E: Die obige Tabelle stellt ein nicht maßstäbliches, von diesem Kurs verfasstes textbasiertes Schema dar. Weder die Abstände noch die Maschinenstellung sind reale Betriebsvorgaben.
Begründete Musterlösung
1. Gefahrenzone: Der Walzeneinzug ist der Hauptgefahrenpunkt; die rotierende Walze kann einen Handschuh mitnehmen. Die zweite zentrale Gefahr ist die sich ändernde Bewegung des schweren bzw. großflächigen Blechbogens. Kanten und Ablage ergänzen die Gefährdungen.
2. Sofortreaktion: Nicht versuchen, Handschuh oder Werkstück im Einzug zu greifen oder geradezuziehen. Die Gefahrensituation sicher stoppen und unverzüglich die verantwortliche Fachkraft verständigen. Falls eine Person erfasst ist, sofort Not-Halt veranlassen, Notfallorganisation und gegebenenfalls Rettungsdienst aktivieren. Keine ungesicherte Eigenrettung an bewegten Maschinenteilen.
3. Klärung vor Fortsetzung: Die verantwortliche Stelle lässt Betriebsanweisung, vorhandene Sicherungen, Werkstückführung, Energiezustände, Zuständigkeit sowie Unterweisung und persönliche Freigabe klären. Der fiktive Arbeitsauftrag wird bis dahin nicht fortgesetzt. Die konkrete Maßnahme kann nicht allein aus den erfundenen Abmessungen bestimmt werden.
4. Irrtum korrigieren: Not-Halt ist nicht gleich gesicherter Stillstand und nicht gleich vollständige Energieisolation. Die Bewertung möglicher Restenergien und eine Freigabe sind Sache autorisierter Fachkräfte.
5. Präventionsvorschlag: Gefährliche Exposition möglichst technisch ausschließen; dafür geeignete Schutzeinrichtungen fachkundig bewerten. Zusätzlich klare Arbeitsorganisation, angepasste Werkstückhandhabung, Unterweisung und geeignete Kleidung/PSA nach Gefährdungsbeurteilung festlegen. Eine Anweisung „sei vorsichtig“ genügt nicht.
Bewertungsraster für den Lernfall
| Kriterium | Vollständiger Nachweis | Punkte |
|---|---|---|
| Einzugszone und Handschuh erfassen | Gefahrenmechanismus und mögliche schwerwiegende Folgen korrekt erklären. | 25 |
| Werkstückbewegung erkennen | Ausschwenken, Quetschen und Ablagegefahren begründet benennen. | 15 |
| Akutreaktion sicher wählen | Nicht nachgreifen, stoppen, Hilfe organisieren, Selbstschutz beachten. | 20 |
| Not-Halt und Isolation trennen | Nachlauf und gespeicherte Energie fachlich richtig einordnen. | 15 |
| Zuständigkeit und Jugendschutz | Fehlende Unterweisung/Freigabe und fachkundige Prüfung als Stopppunkt sehen. | 15 |
| Belegorientierte Dokumentation | Aussagen mit BGHM/DGUV und erkennbaren Informationslücken verknüpfen. | 10 |
| Gesamt | 90–100: sehr sicher; 75–89: sicher; 60–74: teilweise; darunter: gezielt nacharbeiten. | 100 |
Bewertungsregel: Ein Vorschlag, ohne Freigabe an der gefährlichen Anlage weiterzuarbeiten oder in den Einzug nachzugreifen, muss unabhängig von der Punktsumme korrigiert werden.
Interaktive Aufgaben
Multiple-Choice-Fragen
Welche Stelle ist bei einer Dreiwalzen-Biegemaschine besonders durch Einziehen gefährlich? (Der Bereich, in dem Walze und Werkstück eine Einzugsstelle bilden) (!Die Beschriftung auf einem abgeschalteten Bildschirm) (!Das Namensschild der Herstellfirma) (!Eine Zeichnung in der Auftragsmappe)
Welche Reaktion ist bei einem Handschuh nahe einer ungesicherten Einzugsstelle richtig? (Gefährliche Situation stoppen und die zuständige Fachkraft alarmieren) (!Den Handschuh bei laufender Maschine schnell zurückziehen) (!Mit der anderen Hand das Blech festhalten) (!Den Vorgang wegen des Zeitdrucks beenden)
Worin unterscheidet sich Walzrunden hauptsächlich vom Walzen zur Dickenreduzierung? (Beim Walzrunden ist eine gezielte Krümmung das wesentliche Ziel) (!Beim Walzrunden wird ausschließlich Metall geschmolzen) (!Beim Walzrunden gibt es keine bewegten Werkzeuge) (!Beim Walzrunden ist jede Werkstückbewegung ungefährlich)
Was kennzeichnet Warmwalzen? (Die Umformtemperatur liegt oberhalb der Rekristallisationstemperatur des Werkstoffs) (!Es dürfen nur warme Handschuhe eingesetzt werden) (!Die Walzen bewegen sich grundsätzlich langsamer) (!Das Verfahren erzeugt ausschließlich Rohre)
Was ist das Hauptprinzip beim Drahtziehen? (Draht wird durch eine Ziehöffnung mit kleinerem Querschnitt gezogen) (!Blech wird nur durch Erwärmen rund) (!Walzen werden durch Handkraft ausgetauscht) (!Eine Maschine wird durch Not-Halt isoliert)
Was ist an einem großen Blechbogen im Umformprozess zusätzlich gefährlich? (Seine Lage kann sich unerwartet ändern und Personen treffen) (!Er besitzt im Betrieb grundsätzlich keine Masse) (!Er bleibt unabhängig von Kräften immer waagerecht) (!Er beseitigt die Einzugsgefahr selbstständig)
Welche Aussage über den Not-Halt ist korrekt? (Er bedeutet nicht automatisch vollständige Isolation aller Energiequellen) (!Er garantiert in jedem Fall vollständig druckfreie Leitungen) (!Er ersetzt die Betriebsanweisung dauerhaft) (!Er verleiht Lernenden die Bedienfreigabe)
Wer ist für die betriebliche Gefährdungsbeurteilung verantwortlich? (Der Arbeitgeber organisiert sie mit den erforderlichen fachkundigen Personen) (!Allein die Person mit der kürzesten Ausbildungszeit) (!Die Lernsoftware nach Abschluss des Kreuzworträtsels) (!Ausschließlich ein beliebiger Maschinenfotograf)
Welche Aussage zu Handschuhen am Walzeneinzug stimmt? (Ihre Zulässigkeit hängt von Sicherung und konkreter Gefährdungsbeurteilung ab) (!Lose Handschuhe verhindern grundsätzlich jeden Einzug) (!Handschuhe ersetzen alle technischen Schutzeinrichtungen) (!Die gleiche Handschuhregel gilt automatisch für jede Maschine)
Welche Entscheidung ist bei fehlender persönlicher Freigabe richtig? (Den praktischen Auftrag nicht eigenständig beginnen oder fortsetzen) (!Eine Vorführung im Internet als Freigabe ansehen) (!Die fehlende Freigabe durch Zeitdruck ersetzen) (!Sich allein auf eine gute Note im Test verlassen)
Memory
Finde die sechs fachlich zusammengehörigen Begriffspaare. Jeder Begriff und jede Erklärung kommt nur einmal vor.
| Walzeneinzug | Zone, in der bewegtes Material oder Kleidung erfasst werden kann |
| Nachlauf | Bewegung, die nach einem Stoppsignal noch bestehen kann |
| Not-Halt | Einrichtung zum situationsbedingten Stoppen einer gefährlichen Funktion |
| Energieisolation | Gesicherte Trennung von relevanten Energiequellen durch Befugte |
| Werkstückausschwenken | Unerwartete Lageänderung eines gebogenen Blechs |
| Unterweisung | Betriebliche Vermittlung der konkreten Gefahren und Regeln |
Drag-and-drop
Ordne jeder Situation die passende sichere Bewertung zu.
| Passende Bewertung | Situation |
|---|---|
| Arbeit stoppen und Hilfe organisieren | Handschuh nähert sich der gefährlichen Einzugsstelle |
| Bewegungsraum fachkundig prüfen lassen | Großer Blechbogen kann unkontrolliert ausschwenken |
| Energiezustand gesondert beurteilen lassen | Not-Halt wurde betätigt und Maschine scheint stillzustehen |
| Unterweisung und Freigabe einfordern | Neue Auszubildende sollen ohne dokumentierte Vorbereitung arbeiten |
| Geeignete Ablage klären | Großes Blech wird ungesichert an eine Wand gelehnt |
Kreuzworträtsel
| Einzug | Wie heißt das gefährliche Erfassen an gegenläufigen Walzen? |
| Nachlauf | Wie nennt man Bewegung nach einem Stoppsignal? |
| Schaltleine | Welche zugbetätigte Einrichtung kann eine Stoppfunktion auslösen? |
| Quetschung | Welche Verletzungsart droht zwischen Werkstück und Walze? |
| Unterweisung | Wie heißt die betriebliche Vermittlung konkreter Sicherheitsregeln? |
| Freigabe | Welche persönliche Berechtigung kann vor dem Betrieb erforderlich sein? |
LearningApps
Suche ergänzende Zuordnungsübungen zum Thema. Die Suchergebnisse sind nicht automatisch fachlich oder rechtlich geprüft.
Lückentext
Offene Aufgaben
Bearbeite alle zwölf Aufgaben ausschließlich als Text-, Fotoanalyse-, Papier- oder digitales Lehrmodell. Lösungen sind Musterlösungen, keine Betriebsvorschriften.
Leicht
- Walzbiegen: Beschreibe in vier Sätzen, warum Walzrunden ein Biegeverfahren und nicht nur Dickenreduzierung ist. Kennzeichne den Unterschied in einer Skizze auf Papier.
- Gefahrenstelle: Zeichne auf Papier eine Dreiwalzen-Geometrie ohne Maßangaben und markiere Einzug, Biegelinie und möglichen Werkstückweg.
- Not-Halt: Erstelle zwei Merksätze, die Not-Halt und Energieisolation unterscheiden. Verwende ein eigenes Beispielschild.
- Arbeitsschutz: Sammle vier Stoppsignale aus dem Modellfall und ordne ihnen die zuständige Ansprechperson zu.
Standard
- Gefährdungsbeurteilung: Erstelle eine Tabelle mit fünf beobachtbaren Gefährdungen, möglichen Folgen und jeweils einer offenen Prüffrage für Fachkundige.
- Walzbiegen: Vergleiche eine Dreiwalzen- und eine Vierwalzen-Maschine anhand der geprüften Bilder; kennzeichne alle nicht erkennbaren Sicherheitsmerkmale.
- Drahtziehen: Erstelle ein digitales Begriffsschaubild, das Warmwalzen, Kaltwalzen, Walzrunden und Draht- oder Rohrziehen klar unterscheidet.
- Persönliche Schutzausrüstung: Analysiere die differenzierte Handschuhaussage der BGHM 058 und begründe schriftlich, weshalb eine pauschale Empfehlung gefährlich wäre.
Schwer
- Jugendarbeitsschutzgesetz: Formuliere einen begründeten Bescheid zum fiktiven Einsatz einer 16-jährigen Person ohne dokumentierte Unterweisung. Beziehe § 22 JArbSchG ein.
- Risikobeurteilung: Diskutiere anhand der Lehrmatrix, warum eine geringe angenommene Eintrittswahrscheinlichkeit schwere Einzugsfolgen nicht hinnehmbar macht.
- Instandhaltung: Vergleiche Not-Halt und die BGHM 4-Rang-Methode anhand einer zweispaltigen Argumentation; ohne praktische Freischaltanleitung.
- Sicherheitskultur: Verfasse eine kurze Unterweisungs-Präsentation als Storyboard mit fünf Szenen, Stopppunkten, Verantwortlichkeiten und Quellenbelegen.
Musterlösungen für die zwölf offenen Aufgaben
| Aufgabe | Erwartetes Ergebnis und Lösungshinweis |
|---|---|
| Leicht 1 | Walzrunden erzeugt Krümmung; Dickenreduzierung ist beim industriellen Walzen das Hauptziel. Skizze weist den Unterschied als Ziel der Formänderung aus. |
| Leicht 2 | Einzug an der einlaufenden Zone, Biegelinie am Werkstückkontakt, möglicher Blechbogen auf der Austrittsseite; keine vermeintlich sicheren Handpositionen. |
| Leicht 3 | Not-Halt stoppt eine gefährliche Funktion. Energieisolation ist eine zusätzliche gesicherte Maßnahme der Befugten und berücksichtigt Restenergie. |
| Leicht 4 | Handschuh am Einzug, unklare Absicherung, ausschwenkendes Blech und fehlende Freigabe; sofortige Meldung an verantwortliche Fachkraft. |
| Standard 1 | Mindestens Einzug, Quetschen, Blechkanten, Kippen und Nachlauf; Schutzstatus und zuständige Prüfinstanz bleiben als Fragen erkennbar. |
| Standard 2 | Walzenzahl und prinzipielle Führung werden benannt; tatsächliche Sicherheit, Maschinenzustand und Freigabe sind aus Fotos nicht belegbar. |
| Standard 3 | Warm- und Kaltwalzen ändern vorwiegend Querschnitt bei unterschiedlichen Temperaturen; Walzrunden krümmt; Ziehen verkleinert Querschnitte durch Zug. |
| Standard 4 | BGHM unterscheidet ungesicherte und gesicherte Einzugsstellen; Handschuhe können zusätzliche Einzugsgefahren schaffen; konkrete Vorgabe folgt betrieblicher Beurteilung. |
| Schwer 1 | Kein eigenständiger Einsatz ohne Prüfung der gesetzlichen Voraussetzungen, Unterweisung und kompetente Aufsicht; Ausnahme ist keine pauschale Erlaubnis. |
| Schwer 2 | Schwere und Ausmaß der möglichen Verletzung rechtfertigen hohe Präventionspriorität; didaktische Einschätzung ersetzt keine rechtskonforme Beurteilung. |
| Schwer 3 | Not-Halt ist eine Stoppfunktion; BGHM 4-Rang-Methode ordnet die sichere Instandhaltung ein, insbesondere gesicherte Energieunterbrechung als Rang 1. |
| Schwer 4 | Fünf Szenen zeigen Gefahrenerkennung, Stoppentscheidung, Meldung, Prüfung durch Befugte und dokumentierte Freigabe; Quellen und Medienrechte werden genannt. |


Lernkontrolle
- Gefährdungsbeurteilung: Begründe anhand des synthetischen Handschuhfalls, warum ein sichtbarer Einzug bei unbekannter Schutzsituation einen sofortigen Stopppunkt darstellt. Lösung: Schwere mögliche Verletzung und unbekannte Wirksamkeit der Sicherung; kein eigenmächtiges Nachgreifen.
- Metallumformung: Unterscheide mit je einem Satz Warmwalzen, Kaltwalzen, Walzrunden und Drahtziehen. Lösung: Temperaturen unterscheiden Walzenarten; Walzrunden krümmt, Ziehen reduziert Querschnitt unter Zug.
- Not-Halt: Erläutere, warum nach einem Not-Halt nicht automatisch in einen Walzenspalt gegriffen werden darf. Lösung: Nachlauf und gespeicherte oder anstehende Energien können bestehen.
- Arbeitsschutz: Übertrage das STOP-Prinzip auf die fiktive Einzugsgefahr und erläutere seine Grenzen. Lösung: Exposition vermeiden, Technik fachkundig sichern, Regeln und PSA ergänzen; Wirksamkeit der realen Anlage bleibt zu prüfen.
- Jugendarbeitsschutzgesetz: Prüfe, ob ein bestandener Quiztest eine 16-jährige Person zur Maschinenbedienung berechtigt. Lösung: Nein; gesetzliche Grenzen, fachkundige Aufsicht, Unterweisung und betriebliche Freigabe bleiben erforderlich.
- Transportgefahr: Erkläre anhand eines fiktiv an die Wand gelehnten Blechs eine sekundäre Gefährdung. Lösung: Umkippen kann Personen schwer quetschen; eine sichere Ablage ist fachkundig zu organisieren.
Lernnachweis
Du kannst Fachbegriffe (Einzug, Biegelinie, Ausschwenken, Nachlauf, Energieisolation), Wissen (Verfahrensunterschiede, Handschuhregeln, Zuständigkeiten, Jugendschutz), Urteile (priorisierte Gefährdungen mit offenen Informationslücken) und Produkte (beschriftetes Lehrschema, Risiko-/Maßnahmentabelle, begründeter Modellfall, Storyboard, Quellenliste) vorweisen. Als Transferleistung beurteilst du einen unbekannten fiktiven Bildfall: Gefahren benennen, sichere Stoppentscheidung treffen und an die zuständige Fachkraft übergeben. Nachweisformen sind Portfolio, mündliche Fallverteidigung und schriftliche Reflexion. Eine schulische Note erteilt keine persönliche Bedienberechtigung.
OER und Wikipedia
Quellenstand: 28.10.2026. Die nachfolgenden Fachseiten und Wikimedia-Dateibeschreibungen wurden als öffentliche Quellen geprüft. Rechts- und Sicherheitsvorgaben sind vor realer Verwendung für die konkrete Maschine erneut auf Aktualität und Eignung zu prüfen.
Fachliche Grundlagen und rechtliche Bezugspunkte:
- BGHM Arbeitsschutz Kompakt Nr. 058: Arbeiten an Drei-Walzen-Biegemaschinen – Einzug, Handschuhe, Blechhandhabung und Sicherung.
- BGHM Arbeitsschutz Kompakt Nr. 131: 4-Rang-Methode – sichere Instandhaltung, Rang 1, Energie und Wiederanlauf.
- DGUV Bildungsbereich Metall – Berufsbildung und typische Gefährdungen.
- Bundesrecht: JArbSchG § 22 – Beschränkung gefährlicher Tätigkeiten Jugendlicher und Voraussetzungen der Ausnahme.
- LASCO Umformtechnik – dokumentiertes Beispiel für die Vielfalt industrieller Umformtechnik; keine Empfehlung oder Freigabe.
- RMT Hersteller-Videogalerie – Maschinengeometrien als Beobachtungsmaterial, keine Sicherheitszertifizierung.
- Ferndale Safety: Safeguarding Plate Rolling Machines – Videoillustration einer Stoppeinrichtung; ergänzender Anbieterbeitrag.
- Wikipedia: Walzbiegen, Kaltwalzen und Warmwalzen – orientierende Begriffe, kein Ersatz für Fachregelwerke.
Prüfbare Bild- und Videonachweise; Lizenzen gelten jeweils für die verlinkte Datei, nicht für fremde Herstellerbilder:
| Eingebundene Datei oder Video | Herkunft und Nachweis | Urheber bzw. Quelle | Rechtshinweis |
|---|---|---|---|
| File:Rundwalzen.png | Commons-Dateiseite | Borowski | Gemeinfrei gemäß Dateiseite |
| File:Schematic Sketch of the Rolling Process – Hot Rolling, Cold Rolling & Temper Rolling of Aluminum Alloys.jpg | Commons-Dateiseite | Sung-Min Wi | CC BY 4.0 |
| File:Wire Drawing made on solid edge.jpg | Commons-Dateiseite | Mtbnozpikr | CC BY-SA 3.0 |
| File:Rundbiegemaschine.jpg | Commons-Dateiseite | Eckhard Pecher | CC BY 3.0 |
| File:Plate Roll.jpg | Commons-Dateiseite | WikiLarousse | CC BY-SA 4.0 |
| File:Quantum Machinery Plate Benders.jpg | Commons-Dateiseite | QuantumMachines | CC BY-SA 4.0 |
| File:ISO 7000 - Ref-No 0408.svg | Commons-Dateiseite | Clemenspool | CC0 1.0 |
| https://www.youtube.com/watch?v=ubKJBCu8v1w | RMT-Videogalerie mit Vorschaubild und Titel | Revolution Machine Tools | YouTube-Nutzungsbedingungen; keine freie Lizenz nachgewiesen |
| https://www.youtube.com/watch?v=Z6UkIVjHL9M | RMT-Videogalerie mit Vorschaubild und Titel | Revolution Machine Tools | YouTube-Nutzungsbedingungen; keine freie Lizenz nachgewiesen |
| https://www.youtube.com/watch?v=BfBnm-4SkTE | Ferndale Safety mit Videoeinbettung | Ferndale Safety, verlinkter Videobeitrag | YouTube-Nutzungsbedingungen; keine freie Lizenz nachgewiesen |
Eigene Schaubilder: Tabellen A–E, Risikomatrix, Stoppkette und Zuordnungen wurden für diesen aiMOOC als synthetische Lehrmodelle formuliert; sie dürfen nicht als betriebliche Schutzeinrichtungen oder maßstäbliche Zeichnungen verwendet werden. Wo nichts anderes vermerkt ist, sind textliche Lehrmodelle eigenständige Kursinhalte. Bei CC-BY- und CC-BY-SA-Bildern sind die Urhebernamen und Links beizubehalten; keine Veränderungen an den Originaldateien wurden vorgenommen. Videos werden nur über die Plattform eingebettet, nicht als frei lizenzierte Dateien angeboten.
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Verknüpfte Lernbereiche
Einordnung im Bildungsnetz: Metalltechnik Maschinenwelt erläutert Verfahren und Maschinen; Metalltechnik Sicherheitswelt behandelt Schutzprinzipien, Zuständigkeiten und Stopppunkte. Weitere Grundlagen: Metallerzeugung Walzen und industrielle Umformung – Warmwalzen und Kaltwalzen unterscheiden sowie Metallerzeugung Walzen und industrielle Umformung – Ziehen von Drähten und Rohren erklären.
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