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Praxisauftrag und Kompetenzcheck - Handzuginstrumentenmacher - 1. Ausbildungsjahr

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Praxisauftrag und Kompetenzcheck - Handzuginstrumentenmacher - 1. Ausbildungsjahr

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Einleitung

Du lernst in diesem vollständigen Jahresprojekt, wie aus einer Anfrage ein überprüfbarer Arbeitsauftrag in der Werkstatt für Handzuginstrumentenmacher und Handzuginstrumentenmacherinnen wird. Dein Lernziel: Du analysierst einen berufstypischen Auftrag, planst Arbeitsschritte und Ressourcen, bearbeitest ein geeignetes Werkstück oder Modell fachlich begründet, kontrollierst das Ergebnis und dokumentierst Abweichungen. Du verknüpfst dazu Werkstoffe, Werkzeuge und Maschinen, Zeichnungen, Fertigungsverfahren, musikalische Grundlagen und den Aufbau eines Akkordeons.

Durchgängiger fiktiver Praxisauftrag: Eine Kundin meldet, dass ihr Akkordeon beim Spielen ungewöhnlich viel Balgkraft braucht und möglicherweise Luft verliert. Statt ein fremdes Instrument eigenmächtig zu zerlegen, untersucht der Ausbildungsbetrieb zunächst ein freigegebenes Lehrmodell einer Balgrahmen-Dichtung. Du planst eine Dichtungsprobe, fertigst sie nach einer Skizze und untersuchst mit einem wiederholbaren Prüfverfahren, ob das Modell besser abdichtet. Die Zahlen, Preise und Personen dieses Kurses sind ausschließlich erfunden; sie sind keine Herstellervorgaben, keine verbindlichen Toleranzen und keine realen Kundendaten.

Kompetenzpfad: Informieren → Planen → Entscheiden → Durchführen → Kontrollieren → Bewerten. Das erste Ausbildungsjahr legt die Grundlagen; komplexe Reparaturen, Arbeiten an gefährlichen Maschinen, an elektrischen Einrichtungen sowie Erwärmen, Löten, Schleifen oder Bearbeiten von Zelluloid erfolgen ausschließlich nach Unterweisung und unter befugter fachlicher Aufsicht. Wenn Werkstattbedingungen fehlen, genügt die unten beschriebene sichere papierbasierte Modell- und Simulationsalternative.

Das BIBB-Berufsprofil beschreibt Herstellung, Montage, Stimmung, Reparatur und technische sowie musikalische Endkontrolle. Die derzeit nachgewiesene Ausbildungsordnung vom 27. Januar 1997 und der zugehörige KMK-Rahmenlehrplan vom 21. November 1996 sind trotz ihres Alters für die Orientierung zu prüfen; ein Ausbildungsbetrieb muss zusätzlich den aktuellen betrieblichen Ausbildungsplan, das Landesrecht, die zuständige Kammer, aktuelle Sicherheitsregeln und Herstellerinformationen zugrunde legen. Dieser aiMOOC verleiht weder eine amtliche Anerkennung noch eine Prüfungszulassung.


Auftrag analysieren, Rückfragen stellen und Risiken erkennen


Kundenkommunikation und Auftragseingang

Die Kundin beschreibt ein Symptom, noch keine gesicherte Ursache. Luftverlust kann etwa durch eine undichte Balgverbindung, nicht sauber schließende Klappen oder andere Leckstellen entstehen; schwergängige Mechanik, unpassende Spieltechnik und ungünstige Dichtungswahl können den Eindruck ebenfalls beeinflussen. Ein systematischer Auftrag beginnt mit einer sachlichen Rückfrage: Tritt der Effekt beim Ziehen, Drücken oder in beiden Richtungen auf? Sind alle Register und Tonlagen betroffen? Gab es eine frühere Reparatur? Welche Freigabe liegt für Diagnose, Kostenrahmen und Eingriffe vor?

Beispiel für eine neutrale Gesprächsnotiz mit Fantasiedaten: „Lehrinstrument L-01, Luftverlust beim langsamen Balgwechsel vermutet, Diagnose am Testmodell beauftragt; Originalinstrument vorerst nicht öffnen; vereinbarte Rückmeldung nach Vergleichsprüfung.“ Du trennst Angaben der Kundschaft, eigene Beobachtungen und noch unbewiesene Hypothesen. Die Kundin erhält keine sichere Ferndiagnose. Ein verbindlicher Reparaturpreis erfordert eine geeignete Prüfung und Rücksprache.

Zum Material- und Informationsfluss gehören Auftrag → freigegebene technische Unterlagen → Auswahl eines Reststücks aus dem Lager → sichere Bearbeitung → Prüfergebnis → Rückmeldung. Bestand, Materialnummer, Maße, Verbrauch, mögliche Nachbestellung und Rückgabe von Restmaterial werden nachvollziehbar dokumentiert. Kundendaten werden nur verarbeitet, wenn sie erforderlich und rechtmäßig erhoben wurden; für Übungen verwendest du ausnahmslos fiktive Kennzeichen.


Sicherheit vor dem ersten Handgriff

Mit Gefährdungsbeurteilung ist die fachkundige Ermittlung und Verringerung von Risiken gemeint, nicht eine beliebige Checkliste. Nach § 5 Arbeitsschutzgesetz liegt die Pflicht zur Gefährdungsbeurteilung beim Arbeitgeber. In dieser Werkstatt betrifft das insbesondere Schnitt- und Quetschstellen, Staub beim Holzschleifen, eingesetzte Klebstoffe, Lärm sowie geeignete Aufbewahrung kleiner Metallteile. Die DGUV Information 209-205, Ausgabe November 2025 beschreibt den Umgang mit Holzstaub und Spänen. Die Gefahrstoffverordnung verlangt bei Tätigkeiten mit Gefahrstoffen die Ermittlung und Beurteilung der Gefährdungen, einschließlich Sicherheitsdatenblättern und Substitutionsprüfung.

Für dieses Modell gilt: keine echte Stimmzunge bearbeiten, kein Heißwachs schmelzen, keine Säge oder Schleifmaschine ohne Unterweisung verwenden. Verwende nach Freigabe ein ungefährliches, bereits zugeschnittenes Modell, lösbare Dichtstreifen und handbediente Messhilfen. Für Schneiden, Kleben oder den Betrieb von Werkzeugen entscheidet die Ausbilderin oder der Ausbilder anhand der konkreten Gefährdungsbeurteilung über Unterweisung, Schutzmaßnahmen, Aufsicht und Freigabe. Produktdatenblätter sind bei jeder Materialwahl wichtiger als bloße Vermutungen. Eine unsichere Situation führt zu Stopp, sichern, melden, erst nach Freigabe weiterarbeiten.


Aufbau, Werkstoffe und Klangerzeugung verstehen


Bauteilgruppen und Dichtungspfade

Ein typisches Akkordeon verbindet Diskantgehäuse, Balg und Bassgehäuse. Die Tasten oder Knöpfe öffnen über eine Mechanik Klappen; Luft kann dann durch Kanzellen und an Stimmzungen strömen. Der Balg erzeugt beim Bewegen Druckunterschiede. Eine Stimmzunge ist eine frei schwingende Metallzunge in einer Stimmplatte; der Stimmstock trägt eine Gruppe von Stimmplatten und deren Luftkanäle. Dichtungen und Klappen verhindern unbeabsichtigte Luftwege. Aus einer undichten Fuge kann Luft entweichen, die dann für die gezielte Tonerzeugung fehlt. Aus einer unzuverlässigen Tonansprache allein lässt sich der Ort eines Luftverlusts jedoch nicht sicher ableiten.

Bild: Geöffnete Bassseite und Stimmstöcke; Quelle und Rechte: Fantagu, gemeinfrei, Wikimedia Commons.

Grafik: Zusammenhang von Knopfmechanik und Luftweg beim Ziehen oder Drücken des Balgs; Necz0r, CC BY-SA 3.0, unverändert.

Bild: Bassmechanik und Klappenansteuerung; Fantagu, gemeinfrei. Schau besonders auf die beweglichen Teile und mögliche Fehlstellungen.


Werkstoffwahl passend zur Funktion

In der Handzuginstrumentenfertigung begegnen dir Holz und Holzwerkstoffe für Gehäuse und Stimmstöcke, Metall für Stimmplatten, Zungen und Mechanikteile, Leder, Textilien und Pappe für Balgteile sowie Filz oder geeignete Dichtwerkstoffe für Klappen und Fugen. Für eine Dichtung sind Kompressibilität (Zusammendrückbarkeit), Rückstellvermögen (Rückkehr zur Ausgangsdicke), Feuchteverhalten, Alterung, Klebeverträglichkeit, mechanische Belastung und mögliche Rückbaubarkeit relevant. Ein möglichst dicker Streifen ist nicht automatisch die beste Wahl: Zu starke Auflage kann Passung und Schließweg verändern; zu geringe oder ungleichmäßige Auflage kann Luft durchlassen.

Im Modell verwendest du etwa einen lösbaren, weichen Dichtstreifen mit definierter Breite und Dicke. Das ist eine didaktische Materialentscheidung, keine Freigabe dieses Produkts für ein echtes Akkordeon. Für Originalinstrumente gelten die Befunde, die Konstruktion und die Angaben des jeweiligen Herstellers. Ältere Materialien oder Klebstoffe werden nicht allein wegen ihres historischen Einsatzes ungeprüft weiterverwendet.

Bild: Balgfalten und Knöpfe eines historischen Instruments; © Jorge Royan / http://www.royan.com.ar, CC BY-SA 3.0, unverändert.


Vom Luftstrom zum Ton

Durch den Balg entsteht ein Luftstrom. Bei geöffneter passender Klappe regt er eine Stimmzunge zum Schwingen an; die Schwingungsfrequenz bestimmt wesentlich die Tonhöhe. Eine höhere Frequenz ergibt in der Regel einen höheren Ton. Beispiel: Ein Ton mit 440 Schwingungen pro Sekunde besitzt die Frequenz 440 Hz. Eine Oktave darüber bedeutet die doppelte Frequenz, also 880 Hz. Dies ist musikalisches Fachrechnen und keine Anweisung, eine Stimmzunge selbst zu feilen. Lautstärke und Klangfarbe hängen zusätzlich unter anderem vom Balgdruck, von der Luftführung und von der Bauweise ab. Eine Undichtigkeit kann die verfügbare Luft und damit Ansprache und Kontrolle beeinflussen, ohne selbst eine eindeutige Aussage über die Stimmung zu liefern.

Bild: Stimmzungen eines geöffneten Knopfakkordeons mit Detailansicht; Nathan McKnight, CC BY-SA 2.5, unverändert.

Geprüftes deutsches Fachvideo:

Bayerischer Rundfunk, „Handzuginstrumentenmacher – Ausbildung – Beruf“, veröffentlicht am 10. Dezember 2015. Beobachtungsauftrag: Notiere je eine Station der Holz-, Metall- und Montagearbeit und eine Kontrolle. Das Video wird hier verlinkt bzw. eingebettet, nicht als frei lizenzierbarer OER-Film ausgewiesen. Vertiefung: WDR: Wie funktioniert ein Akkordeon? (29. April 2026; Erklärung der Stimmzungen).


Zeichnung lesen, Fertigung planen und rechnen


Vom Befund zur einfachen Skizze

Eine Fertigungszeichnung trägt die benötigten Maße, Ansichten, Werkstoffangaben und gegebenenfalls Toleranzen. Eine Skizze verdeutlicht einen Gedanken; sie ersetzt keine freigegebene Werkstattzeichnung. Ein Prüfmaß ist ein Maß, das du am fertigen Bauteil tatsächlich kontrollierst. Trenne Sollmaß und Istmaß und gib die Einheit an. Wichtig beim Zeichnen einer Dichtung: Bezieht sich ein Rechteckmaß auf die Außenkante, Innenkante oder Mittellinie der Dichtungsauflage? Bei Streifen können sonst systematische Längenfehler entstehen.

Für den Übungsauftrag definierte Skizze: Die Mittellinie der Dichtungsauflage bildet ein Rechteck von 120 mm Länge und 80 mm Breite. Die modellhaft verwendete Dichtung hat 6 mm Breite und 3 mm unbelastete Dicke. Das Übungsmodell selbst wird aus bereits vorbereiteten Karton- oder Holzrahmenteilen zusammengesetzt. Die Maßangaben sind Lehrwerte, keine Standardmaße eines Akkordeons. Zeichne eine Draufsicht mit den vier Kanten, markiere eine spätere Stoßfuge und ergänze eine kleine Seitenansicht zur Dichtungsdicke.


Durchgerechneter Material- und Zeitbedarf

Aufgabe: Wie viel Dichtungsband wird für einen umlaufenden Streifen benötigt? Die vier Strecken werden entlang der Mittellinie gemessen. Damit gilt für den Umfang U = 2 × Länge + 2 × Breite = 2 × 120 mm + 2 × 80 mm = 240 mm + 160 mm = 400 mm. Die Rechnung vermeidet den häufigen Fehler, die beiden kurzen Seiten zu vergessen.

Als didaktisch festgelegte Zuschnittreserve werden 5 Prozent des berechneten Umfangs angesetzt: 0,05 × 400 mm = 20 mm. Du bereitest folglich 420 mm Band vor, passt es am Modell an und schneidest die Enden nach Anweisung so zu, dass eine plane Stoßfuge entsteht. Die 20 mm Reserve sind keine Überlappung. Überlappende Enden würden eine Verdickung und möglicherweise einen Spalt an anderer Stelle erzeugen. Bei einem verfügbaren Stück von 500 mm bleiben vor der Anpassung rechnerisch 500 mm − 420 mm = 80 mm Rest. Ein verwendbarer Rest wird gekennzeichnet und wieder eingelagert; unreine oder nicht nutzbare Reste werden sachgerecht getrennt.

Fiktive Kalkulation: Der Übungs-Meterpreis beträgt 3,50 €. Bei 420 mm = 0,420 m beträgt der rechnerische Materialverbrauch 0,420 m × 3,50 €/m = 1,47 €. Bei 500 mm Lagerentnahme entspricht das 0,500 m × 3,50 €/m = 1,75 €; der theoretische Restwert liegt bei 0,28 €, falls er wiederverwendbar ist. Einkaufseinheiten, Lagerpreise, Verschnitt und tatsächliche Arbeitskosten werden im realen Betrieb anders kalkuliert. Diese Unterrichtszahlen sind kein Kostenvoranschlag für eine Kundin.

Vorgang im Übungsauftrag Geschätzte Zeit Ergebnis und Prüfschritt
Anfrage auswerten 10 Minuten Befund und Freigabegrenzen notiert
Rahmen und Material prüfen 15 Minuten Maße und Werkstoff dokumentiert
Skizze und Zuschnitt berechnen 20 Minuten 400 mm Umfang und 420 mm Vorbereitung
Dichtungsmodell zusammenstellen 20 Minuten Umlaufender Streifen und saubere Stoßfuge
Vergleichsprüfung ausführen 15 Minuten Soll-Ist-Protokoll mit mehreren Beobachtungen
Rückmelden und reflektieren 10 Minuten Freigabevermerk oder Nacharbeitsentscheidung

Gesamtzeit: 10 + 15 + 20 + 20 + 15 + 10 = 90 Minuten. Die Dauer ist ein Planwert für die Lernaufgabe, kein allgemeiner Facharbeitsrichtwert.

Typische Planungsfehler: fehlende Materialreserve, unklare Bezugsmaße, Überschätzen der Genauigkeit des Messmittels, nicht eingeplante Prüfung, zu späte Materialbestellung oder ein als Endkontrolle ausgegebener bloßer Sichtblick. Gegenmittel sind eine versionierte Skizze, eine einfache Materialliste, definierte Prüfmerkmale und eine dokumentierte Rückfrage vor dem Zuschnitt.


Werkzeuge, Hilfsmittel und digitale Dokumentation

Ein Messschieber ist zur Maßkontrolle geeignet, wenn die Tätigkeit erlaubt, das Messmittel intakt und die Genauigkeit für die Aufgabe angemessen ist. Ein Anschlagwinkel prüft rechte Winkel; eine Papier- oder Kartonschablone unterstützt reproduzierbare Formen. Eine fachkundige Person wählt die tatsächlich geeigneten Werkzeuge und prüft deren sicheren Zustand. Motorisierte Geräte sind kein Bestandteil der eigenständigen Schüleraufgabe.

Eine digitale Zeichnung oder Tabelle kann Maße, Materialverbrauch, Planzeiten und Ist-Werte zusammenführen. Achte auf Dateiname, Version, Maßeinheiten, nachvollziehbare Änderungen und lokal zulässige Speicherung. Veröffentliche keine Kundenfotos oder betrieblichen Details in einem offenen KI-Dienst. In dieser Übung genügen anonymisierte Musterwerte, selbst erstellte Schemazeichnungen und lokale Dateien ohne personenbezogene Inhalte.


Praxisauftrag am Lehrmodell durchführen


Vollständige Handlung am fiktiven Dichtungsauftrag

Informieren: Du liest die Arbeitskarte und überprüfst zunächst, ob überhaupt ein Dichtungsversuch am Lehrmodell freigegeben ist. Du identifizierst Material, Bezugsmaße und die beiden unterscheidbaren Ursachen „Dichtung passt nicht“ und „Klappe schließt nicht“. Nicht jede Undichtigkeit gehört an die Balgrahmenfuge.

Planen: Du erstellst die bemaßte Draufsicht 120 mm × 80 mm entlang der Mittellinie, notierst Materialbreite 6 mm und -dicke 3 mm, berechnest 400 mm Umfang und 420 mm Zuschnittlänge. Dein Materialschein führt „Lehrmodell L-01, Dichtstreifen, 500 mm Lagerstück, davon 420 mm vorbereiten“ auf. Das Arbeitsergebnis ist eine freigegebene Skizze mit Materialliste und geordneten Arbeitsschritten.

Entscheiden: Wähle zwischen zwei Varianten. Bei geeigneter Unterweisung darfst du unter Aufsicht mit erlaubten Handwerkzeugen einen freigegebenen Modellstreifen anpassen. Ohne Aufsicht oder Materialfreigabe nutzt du einen fertig zugeschnittenen Papierstreifen mit wiederlösbaren Klettpunkten oder eine Bildschirmzeichnung. Entscheide anhand von Sicherheit, Rückbaubarkeit, Materialverlust und dem gewünschten Prüfmerkmal. Keine dieser Varianten begründet einen Eingriff am echten Kundengerät.

Durchführen: Lege den Streifen ohne Dehnung entlang der markierten Mittellinie. Die Enden sollen sich ohne Überlappung treffen. Kontrolliere Ecken und Übergänge; die Dichtungsauflage darf nicht verdreht sein. Markiere den Verlauf im Protokoll. Bei der sicheren Papieralternative ordnest du vier nummerierte Seitenstreifen an und dokumentierst eine gedachte Stoßfuge; eine Schnitt- oder Klebearbeit ist nicht notwendig.

Kontrollieren: Vergleiche Soll- und Istmaße auf jeder Seite. Als rein didaktische Abnahmekriterien für dieses Modell gelten: die gemessenen Mittellinien-Seitenlängen liegen jeweils höchstens 1 mm vom Skizzenwert entfernt, die sichtbare Stoßfuge ist maximal 0,5 mm breit, der Streifen liegt umlaufend ohne Verdrehung auf und ein vorgeschriebener Wiederholtest liefert nachvollziehbare Beobachtungen. Diese Werte sind bewusst als interne Lehrkriterien gewählt und gelten nicht für die Fertigung oder Reparatur eines realen Instruments.

Prüfverfahren ohne Druckluft: Lege einen dünnen, bereits vorbereiteten Papierstreifen nacheinander an vier Prüfstellen zwischen die ebenen, sanft aufeinandergelegten Modellflächen. Vergleiche bei stets gleichem vorsichtigem Handdruck und gleicher Bewegungsrichtung den subjektiven Auszugswiderstand. Prüfe zunächst ein unvollständiges Testmodell als Negativvergleich, danach die verbesserte Variante. Dieses Verfahren zeigt nur gleichmäßigen Kontakt; es ist keine quantitative Luftdichtheitsmessung. Die Ausbilderin kann zusätzlich eine geeignete, sichere, handbetätigte Niederdruck-Modellprüfung vorführen, sofern die konkrete Gefährdungsbeurteilung sie erlaubt. Niemals Druckluft oder unkontrollierten Überdruck verwenden.

Bewerten und Rückmelden: Dokumentiere, welche Beobachtung die ursprüngliche Hypothese unterstützt und was sie nicht beweist. Aus einem erfolgreich abgedichteten Modell folgt nicht, dass die Kundin tatsächlich eine schadhafte Balgdichtung hat. Nächster Schritt am echten Instrument wäre nur eine fachkundig freigegebene Diagnose. Die Rückmeldung formuliert daher einen Befund am Modell und einen klar abgegrenzten Vorschlag zur weiteren Untersuchung.

Bild: Innenansicht eines Akkordeons als Vergleich zum stark vereinfachten Lehrmodell; PeterBraun74, CC BY-SA 3.0, unverändert.

Video zur vollständigen Fertigungskette: SWR Handwerkskunst – Wie man ein Akkordeon baut (geprüfter deutschsprachiger Fachfilm in der ARD-Mediathek, Sendung vom 3. Oktober 2026). Achte auf den Übergang von Rohwerkstoffen über Rahmen- und Stimmstockbau zur Balg- und Endmontage. Der externe Film wird verlinkt, nicht heruntergeladen oder unter einer offenen Lizenz weiterverbreitet.


Prüffähiges Musterprotokoll

Merkmal Soll im Modell Fiktiver Ist-Befund Entscheidung
Lange Seite A 120 mm ± 1 mm 120,4 mm Kriterium erfüllt
Lange Seite B 120 mm ± 1 mm 119,6 mm Kriterium erfüllt
Kurze Seite A 80 mm ± 1 mm 80,7 mm Kriterium erfüllt
Kurze Seite B 80 mm ± 1 mm 79,8 mm Kriterium erfüllt
Stoßfuge höchstens 0,5 mm 0,4 mm Kriterium erfüllt
Umlaufender Sitz keine sichtbare Verdrehung an Ecke 3 leicht verdreht Nacharbeit vor Abnahme
Papierstreifen-Kontaktvergleich an allen vier Seiten nachvollziehbar Ecke 3 spürbar schwächerer Kontakt keine Freigabe, Ursache prüfen

Entscheidend: Obwohl fünf Maße im vereinbarten Übungsbereich liegen, ist das Gesamtmodell wegen des verdrehten Abschnitts noch nicht abgenommen. Eine sachgerechte Nacharbeit kann in der didaktischen Simulation bedeuten, den vorbereiteten Streifen an Ecke 3 neu zu positionieren und alle vier Stellen mit gleichem Verfahren erneut zu vergleichen. Trage sowohl den Ausgangsbefund als auch die erneute Prüfung ein; verbessere niemals nachträglich nur die Zahlen in der Dokumentation.


Qualität, Fehleranalyse, Bewertung und nachhaltige Übergabe


Fehlerursache statt bloßer Symptombehebung

Qualitätssicherung fragt, ob ein Ergebnis für seinen vorgesehenen Zweck unter definierten Bedingungen geeignet ist. Eine Messung ist nur dann sinnvoll, wenn Bezug, Einheit, Verfahren und Akzeptanzkriterium festliegen. Eine Verdrehung am Eck führt zur Hypothese „lokal ungleichmäßiger Kontakt“; eine nicht passende Dichtstoffdicke zur Hypothese „zu wenig oder zu viel Kompression“. Zu jeder Hypothese gehört eine prüfbare Beobachtung. Unzulässig ist der Sprung von „Kontaktvergleich ungleichmäßig“ zu „Instrument vollständig repariert“.

Nutze eine einfache Fehlerkette: Beobachtung → mögliche Ursache → gezielte kontrollierte Prüfung → Befund → Entscheidung. Eine Ursache kann an mehreren Stellen liegen; diagnostische Unsicherheit gehört deshalb in das Protokoll. Wiederholungen erfolgen mit demselben Messmittel und den gleichen Bedingungen, und abweichende Werte bleiben nachvollziehbar erhalten. Bei sicherheitsrelevanten Abweichungen wird die Arbeit unterbrochen.


Bewertungsraster für den Jahres-Kompetenzcheck

Das folgende didaktische Bewertungsraster (100 Punkte) bewertet die vollständige Handlung am freigegebenen Modell. Es ist keine Prüfungsordnung der Handwerkskammer und kein amtlicher Notenschlüssel. Je Merkmal werden 0 Punkte für fehlenden oder unbrauchbaren Nachweis, ungefähr die Hälfte für teilweise tragfähigen Nachweis und die volle Punktzahl für fachlich richtigen, eigenständigen, prüfbaren Nachweis vergeben. Sicherheitsverstöße dürfen nicht durch gute Rechenwerte aufgewogen werden; die praktische Durchführung wird dann unterbrochen.

Kriterium Maximalpunkte Beobachtbarer Nachweis
Auftragsanalyse und Kundenkommunikation 15 Symptome, offene Fragen, vereinbarte Freigabegrenzen und neutrale Rückmeldung
Sicherheits-, Umwelt- und Datenschutzentscheidung 15 konkrete Risiken, passende Freigaben, sichere Alternative, keine Echtdaten
Zeichnung, Fachrechnen und Materialfluss 20 Bezug der Maße, 400 mm Umfang, 420 mm Zuschnitt, Materialschein, Zeit- und Kostenplan
Geordnete Modellmontage oder sichere Simulation 20 richtiger Streifenverlauf, saubere Stoßfuge, begründete Werkstoffwahl, sichere Handlung
Qualitätskontrolle und Fehleranalyse 20 Soll-Ist-Vergleich, mehrere Prüfstellen, Abweichung, gezielte Nacharbeit und Wiederholung
Dokumentation und Reflexion 10 prüfbarer Bericht, Grenzen der Aussage, Verbesserungsvorschlag und saubere Übergabe
Gesamt 100 Vollständige, begründete berufliche Handlung

Transparente Rückmeldung: Beispiel: „Die Rechnung und Skizze stimmen; die Ecke ist noch verdreht. Prüfe den Sitz vor der erneuten Kontaktprobe und halte beide Zustände fest.“ Auch bei nicht erfolgreich abgeschlossenem Modell kannst du fachliche Leistungen belegen, wenn dein Protokoll die richtige Fehlerentscheidung dokumentiert.


Nachhaltigkeit, Digitalisierung und fachliche Verantwortung

Eine fachgerechte Reparatur kann die Nutzungsdauer eines Musikinstruments verlängern; dafür müssen Materialverträglichkeit, Erhalt historischer Substanz und nach Möglichkeit Rückbaubarkeit betrachtet werden. Nutze geeignete Restmaterialien, plane den Zuschnitt so, dass wenig unbrauchbarer Verschnitt anfällt, und entsorge Klebstoffreste, Holzstaub oder andere Stoffe entsprechend den betrieblichen Vorgaben und Herstellerinformationen. Trenne Wertstoff- und Gefahrstoffströme. Reinigungsdruckluft ist für Holzstaub ungeeignet; die DGUV weist auf staubarme Absaug- und Reinigungsverfahren hin.

Digitale Arbeitskarten und lokale Tabellen erlauben nachvollziehbare Versionen und einheitliche Prüfschritte; sie ersetzen keine Beobachtung am Werkstück. Fiktive Kundencodes, keine Gesichter, keine Seriennummern fremder Instrumente und keine Daten aus vertraulichen Aufträgen gehören in das Lernportfolio. Bei Konflikten zwischen Kursbeispiel und aktueller Betriebsanweisung gelten die autorisierte Fachaufsicht, der reale betriebliche Ausbildungsplan und die aktuelle Rechts- und Sicherheitslage.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Fachwissen und Entscheidungen

Welche Handlung ist vor dem Öffnen eines fremden Akkordeons im geschilderten Auftrag fachgerecht? (Auftrag und Freigabegrenzen klären und zunächst das Lehrmodell prüfen) (!Das Originalinstrument ohne Rückfrage zerlegen) (!Die vermutete Dichtung sofort austauschen) (!Die Kundin ohne Prüfung auf eine sichere Ursache festlegen)




Welche Funktion hat der Balg eines Akkordeons bei der Tonerzeugung? (Er erzeugt durch Bewegung den für die Stimmzungen nötigen Luftstrom) (!Er stimmt die Stimmzungen durch elektrische Regelung) (!Er übersetzt die Bassknöpfe direkt in Schallwellen) (!Er ersetzt die Klappen und öffnet automatisch jeden Ton)




Welches Bauteil schwingt bei einem typischen Akkordeon unmittelbar für den Ton? (Die frei schwingende metallische Stimmzunge) (!Das unbewegliche Holzgehäuse allein) (!Die feste Schraube am Balgrahmen) (!Die äußere Kunststofftaste ohne Luftkontakt)




Welches Maß ist für die Umfangsrechnung am Lehrmodell ausdrücklich als Bezug definiert? (Die Mittellinie der rechteckigen Dichtungsauflage) (!Die beliebige äußere Kante des Gehäuses) (!Die Diagonale der Balgfalten) (!Die Höhe des Bassgehäuses)




Wie groß ist der Umfang der Mittellinie eines Rechtecks mit 120 mm und 80 mm Seitenlänge? (400 mm) (!200 mm) (!9600 mm) (!480 mm)




Welche Vorbereitungsmenge ergibt sich bei 400 mm Umfang und 5 Prozent Zuschnittreserve? (420 mm) (!405 mm) (!440 mm) (!500 mm)




Wie viel Rest verbleibt rechnerisch von einem 500 mm langen Lagerstreifen nach der Vorbereitung von 420 mm? (80 mm) (!20 mm) (!120 mm) (!420 mm)




Was lässt die Papierstreifenprobe mit gleichem Handdruck am Modell tatsächlich beurteilen? (Ob die Auflage an verschiedenen Prüfstellen ähnlich Kontakt bietet) (!Die exakte Schallfrequenz jeder Stimmzunge) (!Die absolute Luftdichtheit eines echten Akkordeons) (!Die chemische Alterungsbeständigkeit des Dichtstoffs)




Was ist beim fiktiven Befund einer verdrehten Dichtungsecke trotz passender Längenmaße erforderlich? (Abnahme aussetzen und den lokalen Fehler kontrolliert nacharbeiten) (!Die Ecke ohne erneute Prüfung als fehlerfrei deklarieren) (!Nur die Sollwerte rückwirkend an die Istwerte anpassen) (!Die Dichtung am echten Kundeninstrument ersetzen)




Welche Dokumentation ist für ein frei zugängliches Lernportfolio geeignet? (Anonymisierte Modellmaße und eine eigene Skizze ohne Kundendaten) (!Ein ungefragt veröffentlichtes Foto mit Kundennamen) (!Eine Kopie der vertraulichen Werkstattauftragsliste) (!Die vollständige Seriennummer eines fremden Instruments mit Adresse)





Memory

Ordne Fachbegriffe ihren genau passenden technischen Bedeutungen zu.

Balg Bewegliches Teil zur Erzeugung des Luftstroms durch Druckunterschiede
Stimmzunge Frei schwingendes Metallteil zur Tonerzeugung
Stimmstock Träger für mehrere Stimmplatten und zugehörige Luftkanäle
Stoßfuge Stelle, an der zwei Dichtungsenden ohne Überlappung zusammentreffen
Messschieber Messmittel zum Bestimmen äußerer und innerer Maße
Prüfprotokoll Schriftlicher Vergleich von vereinbartem Soll und gemessenem Ist





Drag and Drop

Ordne jeder Werkstattphase die passende Arbeitsleistung zu.

Ordne die richtige Tätigkeit zu. Beruflicher Arbeitsschritt
Auftragsklärung Kundenangabe und Eingriffsfreigabe unterscheiden
Modellzeichnung Mittellinienmaße und Stoßfuge eindeutig eintragen
Materialbereitstellung Geeigneten Streifen und Restmaterial mit Mengenangabe buchen
Vergleichsprüfung Mehrere Kontaktstellen unter gleichen Bedingungen beurteilen
Übergabe Befunde und Grenzen der Aussage verständlich weitergeben





Kreuzwort

Trage jeweils das gesuchte Fachwort als ein einzelnes Wort ein.

Dichtung Welches elastische Materialelement soll eine unerwünschte Luftfuge schließen?
Balg Welches bewegliche Instrumententeil erzeugt den Spielwind?
Kanzelle Wie heißt ein einzelner Luftkanal im Stimmstock?
Stimmstock Welcher Träger nimmt mehrere Stimmplatten auf?
Schablone Welches Hilfsmittel überträgt eine wiederholbare Form auf ein Modell?
Messschieber Welches Handmessmittel dient der Kontrolle kleiner Längen und Dicken?





LearningApps

Suche eine thematisch passende zusätzliche Übung zu Akkordeon, Fertigungsplanung und Handzuginstrumenten. Die Suchergebnisse sind externe Angebote und werden vor dem Einsatz durch die Lehrkraft auf Qualität und Datenschutz geprüft.


Lückentext

Ergänze pro Satz genau einen fachlich passenden Begriff aus dem Kurs.

Ergänze den fachlichen Begriff.
Beim Akkordeon erzeugt der bewegte

den Luftstrom für die Tonerzeugung.
Eine schwingende metallische

liefert einen musikalischen Ton.
Mehrere Stimmplatten können auf einem

angeordnet sein.
Die Dichtungsberechnung erfolgt im Praxisfall entlang der

der Auflage.
Aus den Seitenlängen ergibt sich ein Umfang von

Millimetern.
Mit einer Reserve von fünf Prozent werden

Millimeter Band vorbereitet.
Eine plan geschlossene

vermeidet die örtliche Verdickung durch Überlappung.
Die Prüfung vergleicht dokumentierte Istwerte mit den vereinbarten

.
Eine verdrehte Dichtungsecke erfordert vor der Abnahme eine

.
Am realen Kundeninstrument ist für zusätzliche Arbeiten eine fachkundige

nötig.




Offene Aufgaben

Arbeite ausschließlich mit dem freigegebenen Lehrmodell oder der papierbasierten Alternative. Dokumentiere Ergebnisse in deinem eigenen anonymen Lernportfolio.


Leicht

  1. Auftragsanalyse: Formuliere zu der fiktiven Balg-Beschwerde drei präzise Rückfragen und trenne Beobachtung, Vermutung und Freigabe.
  2. Akkordeon: Beschrifte Diskant, Bass, Balg, Stimmstock, Stimmplatte und Stimmzunge an einer selbst gezeichneten Skizze; erkläre einen möglichen unerwünschten Luftweg.
  3. Werkstoff: Vergleiche für das Lehrmodell zwei ungefährliche Dichtmaterialien anhand von Zusammendrückbarkeit, Rückstellung, Wiederverwendbarkeit und Lagerfähigkeit.
  4. Technisches Zeichnen: Zeichne ein Rechteck mit Mittellinienmaßen 120 mm und 80 mm und markiere den vorgesehenen Stoßpunkt der Modell-Dichtung.


Standard

  1. Fachrechnen: Berechne den Umfang, fünf Prozent Zuschnittreserve, den Rest eines 500-mm-Stücks und den fiktiven Materialverbrauch zu 3,50 Euro je Meter; führe Einheiten mit.
  2. Fertigungsplanung: Erstelle eine Arbeitskarte mit mindestens sechs fachlichen Phasen, benötigtem Material, Prüfmitteln, Zeitansätzen und einer ausdrücklichen Sicherheitsfreigabe.
  3. Qualitätsprüfung: Vergleiche am sicheren Lehrmodell vier Dichtungsauflagen mit Papierstreifen unter gleichen Bedingungen; dokumentiere Befund und mindestens eine Messunsicherheit.
  4. Kundenkommunikation: Verfasse eine kurze sachliche Rückmeldung über das Modell. Unterscheide nachweisbaren Befund, mögliche Ursache und nicht belegte Aussagen über das Originalinstrument.


Schwer

  1. Fehleranalyse: Erstelle zwei Ursache-Wirkungs-Ketten für einen undichten Modellrahmen und begründe jeweils eine kontrollierte, sichere Unterscheidungsprüfung.
  2. Nachhaltigkeit: Plane einen alternativen Zuschnitt aus Restmaterial, kalkuliere Veränderung von Verschnitt und Kosten und beurteile technische Grenzen der Wiederverwendung.
  3. Digitale Dokumentation: Entwickle eine lokale Mustertabelle mit Sollwerten, drei Ist-Messreihen, Mittelwert und Freigabeentscheidung; verwende nur fiktive Daten.
  4. Handzuginstrumentenmacher: Präsentiere den vollständigen fiktiven Werkstattfall als Portfolio mit Skizze, Arbeitskarte, Protokoll, Qualitätsentscheidung, begrenzter Kundenrückmeldung und Verbesserungsvorschlag.




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Lernkontrolle

  1. Auftrag und Diagnose: Die Kundin berichtet sowohl von Luftverlust als auch von einem rasselnden Bassknopf. Begründe, warum du nicht beide Befunde ungeprüft auf dieselbe Dichtungsstelle zurückführen darfst.
  2. Technische Berechnung: Bei einem neuen Lehrmodell hat die Mittellinie 150 mm und 90 mm Seitenlänge. Berechne den Umfang und die Vorbereitungsmenge bei fünf Prozent Reserve mit nachvollziehbarem Rechenweg.
  3. Arbeitssicherheit: Ein ungeeigneter Klebstoff ist verfügbar, ein sicheres Modellmaterial fehlt. Entscheide über die Fortsetzung des Auftrags und begründe eine gleichwertige Simulationsalternative.
  4. Soll-Ist-Vergleich: Die Stoßfuge misst 0,7 mm statt der erlaubten 0,5 mm im Modell. Formuliere Befund, Entscheidung, fachlich begründete Nacharbeit und erforderliche Wiederholungsprüfung.
  5. Qualität und Kommunikation: Ein Lehrmodell erfüllt alle Modellkriterien. Formuliere eine Rückmeldung, die den Erfolg darstellt, ohne daraus die sichere Reparatur des Kundeninstruments abzuleiten.
  6. Materialfluss und Umweltschutz: Bei zwei 500-mm-Dichtungsstücken werden 420 mm und 360 mm vorbereitet. Berechne die Restmengen getrennt und entscheide, welche als sinnvoller Lagerrest geführt werden können.




Lernnachweis

Dein Kompetenzcheck ist ein prüfbares Portfolio zum fiktiven Lehrmodell L-01. Es enthält eine datensparsame Auftragskarte mit Fragen und Freigabegrenzen, eine kommentierte Baugruppenübersicht, die bemaßte Skizze mit eindeutiger Mittellinie, eine fachlich begründete Werkstoffentscheidung, die vollständige Umfangs-, Reserve- und Kostenrechnung, einen Arbeits- und Materialflussplan, die vorab festgelegten Sicherheits- und Modellprüfkriterien, das ursprüngliche Soll-Ist-Protokoll, die Fehleranalyse samt Nacharbeits- und Wiederholungsentscheidungen sowie eine neutrale Übergabemitteilung.

Messbare Anforderungen: 400 mm rechnerischer Umfang und 420 mm rechnerische Vorbereitung am Ausgangsfall; eindeutige Einheiten und Prüfpunkte; keine vorschnelle Freigabe bei nachgewiesener Verdrehung; eine mit Beobachtungen begründete Aussagegrenze; ein sicheres Verfahren oder eine vollständige Papier-/Bildschirmsimulation. Lege für die Bewertung das oben stehende 100-Punkte-Raster neben dein Portfolio. Eine fachkundige Lehrkraft bzw. ausbildende Person entscheidet, welche praktische Ausführung im individuellen betrieblichen Ausbildungsplan erlaubt ist.

Reflexion: Welche ursprüngliche Vermutung hat sich nicht bestätigen lassen? Welches Maß oder welcher Prüfschritt war am fehleranfälligsten? Welche Dichtungseigenschaft wurde nur angenommen, statt geprüft? Welche digitale Vereinfachung half und welche Beobachtung kann die Software nicht ersetzen? Aus diesen konkreten Erkenntnissen leitest du einen verbesserten Arbeitsplan ab.




OER und Wikipedia

Grundlagen und aktuelle Fach- und Rechtsquellen:

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Verwendete Datei Kontrollierte Dateiseite Urheber Lizenz bzw. Rechtebeleg
File:Accordeon JB1.jpg Commons Fantagu Gemeinfrei durch Urheberfreigabe
File:Accordion button mechanism.svg Commons Necz0r CC BY-SA 3.0
File:Bassmechanics.jpg Commons Fantagu Gemeinfrei durch Urheberfreigabe
File:Munich - Deutsches Museum - 07-9621.jpg Commons Jorge Royan CC BY-SA 3.0
File:Reedsinset.jpg Commons Nathan McKnight CC BY-SA 2.5
File:Akkordeon Innen 007.JPG Commons PeterBraun74 CC BY-SA 3.0

Fachvideos: Bayerischer Rundfunk: Handzuginstrumentenmacher – Ausbildung – Beruf (YouTube, 2015), WDR: Wie funktioniert ein Akkordeon? (2026) und SWR: Wie man ein Akkordeon baut (2026). Diese Beiträge sind externe, urheberrechtlich geschützte Medien; die Verlinkung bedeutet keine CC-Freigabe. Verfügbarkeit kann sich ändern.

Offener Nachschlageartikel in deutscher Sprache:

Die eigene Skizze, das anonymisierte Unterrichtsprotokoll und der selbst geschriebene Lerntext können als selbst erstellte Lernmaterialien unter einer von den Urheberinnen und Urhebern ausdrücklich gewählten OER-Lizenz veröffentlicht werden; fremde geschützte Fotos, Videoausschnitte und Herstellerunterlagen werden dadurch nicht automatisch offen lizenziert.



Verknüpfte Lernbereiche

Handzuginstrumentenmacher

  1. Werkstoffe für Handzuginstrumente: Eignung und ressourcenschonender Einsatz
  2. Werkzeuge, Geräte und Maschinen: sichere Werkzeugwahl und Messmittel
  3. Fertigungsplanung und Zeichnungen: Skizze, Maße und Arbeitsfolge
  4. Grundlagen der Fertigungsverfahren: Anpassen, Fügen und Prüfen eines Modells
  5. Klangerzeugung und musikalische Grundlagen: Luftstrom, Stimmzunge und Frequenz
  6. Aufbau von Handzuginstrumenten: Balg, Diskant, Bass, Stimmstock und Klappen
  7. Fachrechnen: Umfang, Zuschlag, Bestand, Zeit und Materialpreis
  8. Qualitätsmanagement: Toleranz, Fehleranalyse und Nacharbeit
  9. Kundenkommunikation: klare Rückfragen und ehrliche Befundgrenzen
  10. Arbeitsschutz: Unterweisung, Gefährdungsbeurteilung und sichere Simulation

Die sechs Jahreskompetenzen greifen ineinander: Werkstoffkenntnisse begründen die Materialwahl; Werkzeugkunde und Sicherheitsprüfung bestimmen zulässige Handlungen; die Zeichnung liefert Maße und Materialfluss; Fertigungsverfahren setzen die Planung um; das Verständnis des Luftstroms erklärt die Funktion; die Kenntnis von Baugruppen und Klappen begrenzt die Diagnose. Ergänzend werden Kundenkontakt, Datenschutz, Kosten, Umweltwirkungen und das Prüfen eigener Arbeit fachlich sichtbar.


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