Fachübungen 13 VAT – Ressourcenschonende Anlagen planen – Fachrichtung Versorgungs- und Ausrüstungstechnik (VAT) - Technischer Systemplaner
Fachübungen 13 VAT – Ressourcenschonende Anlagen planen – Fachrichtung Versorgungs- und Ausrüstungstechnik (VAT) - Technischer Systemplaner
QR-Code
Einleitung
Du planst als angehende Technische Systemplanerin oder angehender Technischer Systemplaner der Fachrichtung Versorgungs- und Ausrüstungstechnik (VAT) eine ressourcenschonende Anlage für ein Gebäude. Dabei reichen gute Gerätekennwerte allein nicht aus: Standort, Nutzungsprofil, Wärmeverteilung, Hydraulik, Platzbedarf, Schallschutz, Lebenszykluskosten und Umweltwirkungen müssen zusammenpassen. Du lernst, Alternativen anhand offengelegter Annahmen zu vergleichen und daraus fachgerechte Planungsunterlagen abzuleiten.
Einordnung: Lernfeld 13 VAT „Ressourcenschonende Anlagen planen“, viertes Ausbildungsjahr, KMK-Zeitrichtwert 80 Unterrichtsstunden. Die Berufsausbildung dauert regulär 42 Monate; die zugrunde liegende Ausbildungsordnung trat am 1. August 2011 in Kraft und wurde 2014 geändert. Die Fachrichtung VAT ist ausdrücklich von den Fachrichtungen Stahl- und Metallbautechnik sowie Elektrotechnische Systeme zu unterscheiden. Die Abschlussprüfung besteht in der Fachrichtung VAT aus zwei zeitlich getrennten Teilen; in Teil 2 gehören Arbeitsauftrag, Systemplanung sowie Wirtschafts- und Sozialkunde dazu. Verbindlich ist die aktuell geltende Ausbildungsordnung, nicht eine aus diesem Lernkurs abgeleitete Prüfungsprognose.
Lernziele: Du analysierst Bestands- und Kundendaten, erstellst Wärme- und Energiebilanzen, berechnest Volumenströme und Jahreskosten, bewertest Emissions- und Ressourcenwirkungen, erstellst ein nachvollziehbares Anlagenschema und begründest eine Entscheidung im Kundengespräch. Die Beispiele sind vollständig synthetisch; sie ersetzen weder Heizlastberechnungen nach gültigem Regelwerk noch eine ausführungsreife Fachplanung.
Sicherheit: Sämtliche Aufgaben sind Planungs-, Analyse- oder Simulationsaufgaben. Eingriffe in elektrische Anlagen, Kälte- und Drucksysteme, Arbeiten an Maschinen oder Gefahrstoffen sowie hygienisch relevante Änderungen an Trinkwasseranlagen dürfen ausschließlich durch entsprechend qualifizierte Personen unter Anleitung und nach geltenden Regeln erfolgen. Es wird keine Anlage freigegeben oder in Betrieb genommen.
Beruflicher Anschluss: Berufsportal Technischer Systemplaner · Kältekreis · COP und JAZ · Bestandsheizungen vergleichen.
Auftragsklärung und Standortanalyse
Vom Kundenwunsch zum Planungsauftrag
Eine ressourcenschonende Anlage erfüllt einen definierten Bedarf mit möglichst geringen Energie-, Material- und Umweltaufwendungen über die Nutzungsdauer. Ressourceneffizienz umfasst mehr als den Jahresverbrauch: Betriebsstoffe, Kältemittel, Wartung, Ersatzteile, Lebensdauer und Rückbau gehören dazu. Eine gute Entscheidung prüft zuerst die Vermeidung unnötiger Bedarfe, danach effiziente Verteilung und Regelung und schließlich die Wahl geeigneter Wärmeerzeugung und erneuerbarer Energie.
Kläre schriftlich den Nutzungszweck, Komfortanforderungen, Investitionsgrenze, Betriebszeiten, geplante Modernisierungen und Entscheidungskriterien. Eine Planungsgrundlage enthält Gebäudepläne, Nutzflächen, baulichen Zustand, verfügbare Energieanschlüsse und nachgewiesene Last- bzw. Verbrauchsdaten. Ein Verbrauchsausweis oder die Vorjahresrechnung ersetzt keine raumweise Heizlastberechnung. Trenne gemessene Werte, Herstellerangaben, normierte Kennwerte und didaktische Annahmen in der Datentabelle.
Bestandsaufnahme und Schnittstellen
| Prüffeld | Benötigte Informationen | Typische Fehlannahme |
|---|---|---|
| Gebäude und Nutzung | Geometrie, Bauphysik, Belegungszeiten, Heiz- und Kühllasten, Warmwasserprofil | Jahresverbrauch direkt als Auslegungsleistung verwenden |
| Temperatur und Hydraulik | Vor- und Rücklauftemperaturen, Heizflächen, Druckverluste, Netzaufteilung | Geringe Temperaturspreizung ohne hydraulischen Nachweis festlegen |
| Standort | Schallnachbarn, Aufstellfläche, Dachstatik, Wartungswege, Kondensat, Frostschutz | Außengerät ohne Schall- und Abstandsprüfung platzieren |
| Energieträger | Netzanschluss, mögliche Wärmequellen, Platz für Speicher und Leitungen | PV-Jahresertrag vollständig mit Heizstrombedarf verrechnen |
| Vorschriften und Verantwortung | Geltendes Gebäudeenergie-, Bau-, Wasser-, Kälte- und Elektrosicherheitsrecht sowie Herstellerunterlagen | Alte Regeln oder fremde Planung ungeprüft übernehmen |
Erstelle eine Schnittstellenliste mit Architektur, Tragwerksplanung, Elektrotechnik, Schallschutz, Brandschutz, Trinkwasserhygiene und Betrieb. Dokumentiere offene Punkte als Prüfaufträge an zuständige Fachleute. Ein Vorentwurf darf die Lage der Anlage anzeigen, darf aber keine Sicherheitsabstände, statischen Reserven oder hydraulischen Eigenschaften erfinden.
Datengüte und Plausibilisierung
Achte auf die Einheiten: kW ist Leistung, kWh eine Energiemenge, m³/h ein Volumenstrom und kWp die Nennleistung einer Photovoltaikanlage unter festgelegten Prüfbedingungen. Markiere fehlende Quellen und Unsicherheiten. Ein überraschend niedriger Betriebsverbrauch kann durch Leerstand, ungeeignete Temperierung oder eine andere Bilanzgrenze entstehen. Vergleiche Daten erst nach Angleichung ihrer Bilanzgrenzen.
Ressourcenschonende Versorgungssysteme
Bedarf senken und Energie sinnvoll umwandeln
Bei der Variantenbildung sind Gebäudehülle, Wärmeverteilung, Regelung, Abwärmenutzung und Wärmeerzeugung gemeinsam zu betrachten. Eine niedrigere erforderliche Vorlauftemperatur kann die Effizienz einer Wärmepumpe steigern; größere geeignete Heizflächen und korrekt abgeglichene Heizkreise können dazu beitragen. Die tatsächliche Wirkung ist durch die Planung nachzuweisen. Effizienzkennwerte allein beantworten weder die Frage nach Schallemissionen noch nach den Investitionskosten.
Luft-, Erdreich- und Wasserwärmepumpen unterscheiden sich hinsichtlich Quelle, Aufstellbedingungen und Erschließungsaufwand. Eine Kompressionswärmepumpe nutzt Verdampfer, Verdichter, Verflüssiger und Expansionsorgan. Für eine vereinfachte Energiebilanz gilt: abgegebene Wärme = aufgenommene Umweltwärme + elektrische Antriebsenergie. Bei der Systembewertung sind Hilfsantriebe, Abtauvorgänge, Zusatzheizung und definierte Systemgrenzen zu beachten.

Abbildung: Kältemittelkreislauf einer Wärmepumpe. Die Pfeile sind nicht sämtlich Wärmestrompfeile; Erläuterung und Rechte siehe Mediennachweise.
Fachvideo: Bundesverband Wärmepumpe, „Wie funktioniert eine Wärmepumpe?“ (2018); ergänzende Erklärung, keine Planungsfreigabe.
Erneuerbare Energien und Speicherung
Eine Photovoltaikanlage wandelt Licht in elektrische Energie um, eine Solarthermieanlage erzeugt nutzbare Wärme. Speicher verschieben Energie zeitlich, verursachen aber Investitions- und teilweise Umwandlungsverluste. Ein bilanziell hoher PV-Ertrag garantiert keine zeitgleiche Versorgung einer winterlichen Wärmepumpe. Bei der Planung prüfst du Lastprofile, Dachorientierung, Verschattung, statische Tragfähigkeit und die erforderlichen Netz- und Elektro-Schnittstellen durch zuständige Fachplanende.

Abbildung: Photovoltaik auf einem Hausdach; für eine konkrete Anlage müssen Verschattung, Verschaltung und Dachlast gesondert untersucht werden.

Abbildung: Querschnitt eines solarthermischen Kollektors. Solarthermie ersetzt keinen prüffähigen Nachweis zur Warmwasserbereitstellung und Hygiene.

Abbildung: Prinzipskizze einer Wärmepumpe mit Wärme- und Kältespeicherung. Die tatsächliche hydraulische Schaltung ist objektspezifisch zu planen.
Wärmerückgewinnung und Anlagenkonzepte
Wärmerückgewinnung (WRG) überträgt einen Teil der Energie aus einem Abluftstrom auf die Zuluft, ohne dass damit automatisch sämtliche Lüftungswärmeverluste entfallen. Relevant sind Rückwärmzahl, Vereisungsschutz, zusätzliche Ventilatorarbeit, Druckverluste und Luftqualität. Auch die Rückgewinnung von Prozessabwärme oder die Kombination effizienter Komponenten kann sinnvoll sein, wenn der Bedarf zeitlich passt.

Abbildung: Gegenstrom- bzw. Kreuzstrom-Wärmeübertragung als Prinzip; Stromtrennung und Reinigungsmöglichkeit müssen fachlich bewertet werden.

Abbildung: Schematische Wärmerückgewinnung zur Veranschaulichung. Eine konkrete RLT-Auslegung benötigt zusätzliche Luftmengen-, Hygiene-, Schall- und Brandschutzprüfungen.
| Option | Typische Chance | Zu prüfende Grenze |
|---|---|---|
| Luft-Wasser-Wärmepumpe | Umweltwärme bei gut abgestimmtem Temperaturniveau nutzen | Schall, Abtauung, Stromanschluss, Vorlauftemperatur |
| Erdwärmepumpe | Relativ stabile Quellentemperaturen | Genehmigungen, Erschließung und Quellenschutz |
| Gas-Brennwerttechnik als Vergleich | Bekannte bestehende Infrastruktur | Fossiler Brennstoff, Emissionen, künftige Rahmenbedingungen |
| Photovoltaik | Erneuerbare elektrische Energie vor Ort | Zeitgleichheit, Dach, Netz und Wirtschaftlichkeit |
| Solarthermie | Direkte thermische Solarnutzung | Sommerüberschuss und Speicherintegration |
| Lüftungs-WRG | Reduzierung eines Teils der Lüftungswärmeverluste | Ventilatorstrom, Hygiene, Frostschutz und Druckverlust |
Fachrechnen und Energiedaten auswerten
Leistung, Wärmemenge und Jahresarbeitszahl
Die Heizlast bezeichnet die unter festgelegten Auslegungsbedingungen erforderliche Wärmeleistung; sie ist nicht dasselbe wie der Jahreswärmebedarf. Eine beispielhafte Heizlast von 32 kW und eine Jahreswärme von 60.000 kWh ergeben 60.000 kWh / 32 kW = 1.875 rechnerische Volllaststunden. Daraus folgt keine Freigabe einer Gerätegröße: Gleichzeitigkeiten, Teillast, Warmwasser, Leistungskennfeld und Gebäudeberechnung sind getrennt zu prüfen.
Die Leistungszahl COP gilt für einen definierten Betriebspunkt: COP = abgegebene Heizleistung / zugeführte elektrische Leistung. Die Jahresarbeitszahl JAZ ist eine auf die gewählte Systemgrenze bezogene Jahresenergiebilanz: JAZ = abgegebene Jahreswärme / zugeführter Jahresstrom. Beispiel: 60.000 kWh / 16.667 kWh = rund 3,60. Die Strommenge kann aus gemessener Wärme und JAZ berechnet werden; mit einer bloßen COP-Angabe wäre diese Jahresprognose nicht belastbar.
Heizwasservolumenstrom berechnen
Für einen Heizkreis kann bei vereinfachter Betrachtung mit Wasser gerechnet werden: Wärmeleistung P = Massenstrom m je Sekunde mal spezifische Wärmekapazität c mal Temperaturdifferenz ΔT. Setze für das Lernbeispiel c = 4,19 kJ/(kg K) und Wasserdichte ungefähr 1 kg/l an. Für 32 kW und 5 K ergibt sich m = 32 / (4,19 mal 5) = 1,53 kg/s, entsprechend etwa 5,50 m³/h. Einheitentest: kJ/s ist kW; die Umrechnung von Liter je Sekunde in Kubikmeter je Stunde ergibt den Faktor 3,6.
Ein Volumenstrom genügt nicht zur Pumpenauswahl. Du benötigst zusätzlich Rohrnetz, Druckverluste, Strangaufteilung, Regelventile, Schallanforderungen und Herstellerkennlinien. Typische Fehler sind das Verwechseln von 5 K mit 5 °C absolut, das Vergessen der Zeiteinheiten und eine ungeprüfte Übernahme von Standard-Rohrdurchmessern.
PV-Bilanz und Lüftungs-WRG
Beispiel-PV: 10 kWp mal angenommene 950 kWh/(kWp a) ergeben 9.500 kWh/a. Bei nur 1.900 kWh nachgewiesener zeitgleicher Zuordnung zur Wärmepumpe dürfen in einer vereinfachten Strombilanz auch nur diese 1.900 kWh berücksichtigt werden. Die restlichen 7.600 kWh können andere Verbraucher versorgen oder eingespeist werden; für diese Mengen ist eine separate Bilanz erforderlich.
Vereinfachtes WRG-Beispiel: Luftvolumenstrom 1.600 m³/h, Dichte 1,2 kg/m³, Wärmekapazität 1,005 kJ/(kg K), Temperaturdifferenz 15 K, angenommene sensible Rückwärmzahl 0,75. Übertragene Wärmeleistung = (1.600/3.600) mal 1,2 mal 1,005 mal 15 mal 0,75 = rund 6,03 kW in diesem Betriebspunkt. Die Leistung darf nicht unverändert mit 8.760 Stunden multipliziert werden: Luftmengen und Temperaturdifferenzen ändern sich, außerdem fallen Strombedarf und Verluste an.
Diagramme lesen und Fehler erkennen

Abbildung: Beispiel eines Sankey-Diagramms; die Pfeilbreiten stehen für Ströme oder Mengen. Nutze im eigenen Plan ausschließlich die Werte deiner Bilanz und kennzeichne Verluste.
Prüfe Tabellen durch Summenbildung, Dimensionskontrolle und Szenarien. Wenn eine JAZ von 6,0 behauptet wird, obwohl Quell- und Vorlauftemperaturen ungünstig sind, fordere Herstellerdaten und eine Systemgrenzendefinition statt den Wert unbesehen zu übernehmen. Wenn ein PV-Ertrag größer als der zugehörige Strombedarf ist, ist das noch kein Beweis für vollständige Eigenversorgung.
Ökonomische und ökologische Bewertung
Wirtschaftlichkeit mit Lebenszykluskosten
Unterscheide Investitionskosten, laufende Energie- und Wartungskosten, Ersatzinvestitionen, Entsorgung und Restwerte. Die einfache Amortisationszeit ist Mehrinvestition geteilt durch jährliche Kosteneinsparung, sofern die Einsparung positiv und konstant ist. Sie ersetzt keine dynamische Bewertung.
Für eine vereinfachte Barwertrechnung mit konstanten jährlichen Zahlungen gilt: Barwertfaktor = (1 - (1 + r) hoch minus n) / r. Bei 15 Jahren und einem ausschließlich didaktischen Diskontsatz r = 0,03 ist der Faktor ungefähr 11,938. Lebenszykluskosten in diesem Modell = Anfangsinvestition + Jahresbetriebskosten mal Barwertfaktor. Erneuerungen und Restwerte müssen bei einer echten Bewertung ergänzt werden. Energiepreise, Zinsen, Förderungen und Steuern sind projektspezifische Eingaben und keine feststehenden Kurswerte.
Klima- und Ressourcenwirkung
Betriebliche Treibhausgasemissionen lassen sich in einer vereinfachten Rechnung als bezogene Endenergie mal Emissionsfaktor beschreiben. Gib immer die Einheit, Quelle, Region, Bezugsjahr und Systemgrenze des Faktors an. Eine vollständige Ökobilanz berücksichtigt zusätzlich Herstellungsaufwand, Kältemittelverluste, Transport, Wartung, Rückbau und Wiederverwertung. Auch Wasserverbrauch, Materialmenge, Flächenbedarf, Schall und Umweltwirkungen vor Ort gehören in den Variantenvergleich.
Vermeide Scheingenauigkeit: Ein hypothetischer Stromfaktor von 0,35 kg CO₂e/kWh ist kein verifizierter aktueller Netzfaktor. Es handelt sich um eine ausdrücklich künstliche Rechengröße; für reale Projekte sind veröffentlichte, zeitlich passende amtliche Faktoren und die geltende Nachweismethode zu nutzen. Die Kosten- und CO₂-Rangfolge kann sich mit Preis-, JAZ- und Strommixannahmen verändern.
Entscheidungsmatrix und Kundengespräch
Bewerte die Optionen getrennt nach technischer Eignung, Wirtschaftlichkeit, Klima-/Ressourcenwirkung, Betriebsrisiken und Qualität der Datengrundlage. Ausschlusskriterien wie unzulässige Aufstellung oder fehlende Anschlussmöglichkeit dürfen nicht durch eine hohe Punktzahl an anderer Stelle aufgewogen werden. Im Kundengespräch zeigst du die wesentlichen Annahmen, die bevorzugte Lösung, mindestens eine Alternative und die noch offenen Prüfungen.
Anlagenschema, Ausführungsunterlagen und Qualitätssicherung
Planungsschritte und zeichnerische Ergebnisse
Der Ablauf lautet: Auftrag und Daten prüfen → Varianten erstellen → Vorzugslösung begründen → Schnittstellen klären → Fachberechnungen durchführen → Schema und Grundriss anfertigen → Stückliste und Beschriftung ergänzen → technische Prüfung durch Verantwortliche veranlassen. Die Zeichnungen sollen Medium, Fließrichtung, maßgebliche Bauteile, Temperatur- und Leistungsebenen, Regelungsschnittstellen und Dokumentenstand nachvollziehbar zeigen.
Ein Anlagenschema stellt die Funktion dar und ist nicht mit einem maßstäblichen Leitungsgrundriss identisch. Ein Ausführungsgrundriss verortet Komponenten und Trassen; ein Detail klärt Einbausituation, Anschlüsse und Wartungsfreiräume. CAD-Symbole, Zeichnungsmaßstäbe, Revisionsstände und Kollisionskontrolle sind projektspezifisch festzulegen. Fachverantwortliche müssen Schutz- und Sicherheitseinrichtungen nach den aktuell gültigen Vorschriften und Herstellerangaben bemessen und freigeben.
Muster einer Funktionsskizze
| Funktionsfolge | Dokumentationshinweis |
|---|---|
| Außenluft oder andere zulässige Wärmequelle → Wärmepumpe | Quellenbedingungen, Schall und Standort gesondert nachweisen |
| Wärmepumpe → erforderliche hydraulische Sicherheits- und Regeleinrichtungen → Heizkreisverteiler | Anschlüsse, Schutzkonzept, Messstellen und Regelstrategie fachlich prüfen |
| Heizkreisverteiler → bedarfsgerechte Verbraucher → Rücklauf | Vorlauf und Rücklauf eindeutig kennzeichnen |
| Stromversorgung und optionale PV-Anlage → abgestimmte Energieverteilung | Elektrische Auslegung durch zuständige Elektrofachplanung |
| Betriebsdatenerfassung → Wärme- und Stromzähler | Messgrenzen und Auswertung dokumentieren |
Musterarbeitsprodukt für die Vorplanung: Ein DIN-gerecht weiterzubearbeitendes Schema zeigt die Wärmepumpe, Wärmequelle, Vor- und Rücklauf, Heizkreisverteiler, Messstellen sowie Planungsgrenzen als beschriftete Funktionsgruppen. Ein separates Datenblatt dokumentiert Heizlast, erforderliche Vorlauftemperaturen, Volumenstrom, vorgeschlagene Geräteklasse, unbekannte Druckverluste und Freigabevorbehalte. Diese textliche Skizze ist ausdrücklich kein installationsfertiger Schaltplan.
Fachvideo: Bundesverband Wärmepumpe, „Meistertipp mit Martin – Hydraulischer Abgleich“ (2022). Nutze es zur fachlichen Einordnung, nicht als eigenständige Arbeitsanweisung.
Qualitätsprüfung und typische Planungsfehler
| Befund | Mögliche Ursache | Richtige planerische Reaktion |
|---|---|---|
| Angebliche JAZ stimmt nicht zur Energiebilanz | Strom für Zusatzheizer oder Pumpen fehlt | Mess- und Bilanzgrenzen schriftlich abgleichen |
| Pumpe nach Volumenstrom allein gewählt | Rohrnetz und Ventildruckverluste fehlen | Hydraulische Netzberechnung und Kennlinie ergänzen |
| PV deckt rechnerisch den gesamten Winterstrom | Jahresmengen statt Stundenprofile verglichen | Zeitgleiche Profile und Netzbezug bilanzieren |
| Geräuschkonflikt am Nachbargebäude | Aufstellort ohne akustischen Nachweis gewählt | Varianten und Schallfachprüfung anfordern |
| Sparidee senkt Trinkwarmwassertemperatur pauschal | Hygiene und Nutzerprofil ignoriert | Keine Änderung ohne qualifizierte hygienische Prüfung |
Vollständiger Modellfall: Gebäudetechnik für ein Verwaltungsgebäude
Synthetischer Kundenauftrag und Ausgangsdaten
Ein fiktives Verwaltungsgebäude mit 800 m² Nutzfläche soll eine neue Wärmeversorgung erhalten. Das Planungsteam vergleicht eine bestehende fossile Versorgungsvariante mit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe. Alle Werte sind erfunden, dienen ausschließlich dem Lernen und gelten weder als Marktpreise noch als Herstellerdaten. Für eine reale Planung fehlen unter anderem Norm-Heizlast, genaue Lastgänge, hydraulische Druckverluste, Brandschutz- und Schallnachweise.
| Eingabe | Gas-Brennwert-Referenz G | Wärmepumpen-Variante W |
|---|---|---|
| Jahresnutzwärme für Heizung einschließlich angenommener Warmwasserwärme | 60.000 kWh/a | 60.000 kWh/a |
| Beispielhafte Heizlast des gesamten Heizsystems | 32 kW | 32 kW |
| Systemwirkungsgrad oder JAZ | Jahresnutzungsgrad 0,90 | angenommene JAZ 3,60 |
| Energiepreis, nur Modellannahme | 0,11 €/kWh Brennstoff | 0,26 €/kWh Strom |
| Wartung und laufende Nebenkosten pro Jahr | 550 € | 350 € |
| Investitionskosten | 26.000 € | 48.000 € |
| Synthetischer betrieblicher Emissionsfaktor | 0,24 kg CO₂e/kWh Brennstoff | 0,35 kg CO₂e/kWh Strom |
| Barwertrechnung | 15 Jahre, 3 % Kalkulationszins | 15 Jahre, 3 % Kalkulationszins |
Zusatzdaten für eine getrennte technische Übung: Spreizung im Heizwasser 5 K, Wasserdichte rund 1 kg/l, spezifische Wärmekapazität 4,19 kJ/(kg K). Optionales PV-Szenario: 10 kWp mit rein angenommenen 950 kWh/(kWp a), davon beispielhaft 1.900 kWh/a zeitgleich für den Wärmepumpenbetrieb nutzbar. Die PV ist nicht in der folgenden Basis-Wirtschaftlichkeitsrechnung enthalten.
Rechenweg mit nachvollziehbarem Ergebnis
Schritt A – Jahresenergie: G benötigt 60.000/0,90 = 66.667 kWh Brennstoff pro Jahr. W benötigt 60.000/3,60 = 16.667 kWh Strom pro Jahr. Die unterschiedliche Bezugsenergie und die unterschiedlichen Faktoren sind ausdrücklich auszuweisen.
Schritt B – Jahreskosten: G = 66.666,67 mal 0,11 € + 550 € = 7.883,33 €/a. W = 16.666,67 mal 0,26 € + 350 € = 4.683,33 €/a. Differenz = 3.200 €/a. Mehrinvestition W = 48.000 - 26.000 = 22.000 €. Vereinfachte statische Amortisation: 22.000/3.200 = 6,875 Jahre, ohne Preisänderungen, Förderung, Zinsen, Geräteersatz oder Restwerte.
Schritt C – vereinfachter Barwert: Bei dem vereinbarten Faktor 11,937935 ist G = 26.000 + 7.883,33 mal 11,937935 = rund 120.111 €; W = 48.000 + 4.683,33 mal 11,937935 = rund 103.909 €. Der Barwertvorteil W beträgt rund 16.201 € in diesem absichtlich reduzierten Modell. Ein echter LCC-Nachweis müsste zusätzliche Kosten und Unsicherheiten berücksichtigen.
Schritt D – Betriebs-CO₂e: G = 66.666,67 mal 0,24 = 16.000 kg CO₂e/a. W = 16.666,67 mal 0,35 = 5.833 kg CO₂e/a. Unterschied = rund 10.167 kg CO₂e/a zugunsten W unter den rein hypothetischen Faktoren. Herstellungs- und Kältemittelwirkungen fehlen und dürfen nicht stillschweigend als null angenommen werden.
Schritt E – Hydraulik: Für 32 kW und 5 K beträgt der modellhafte Gesamtvolumenstrom rund 5,50 m³/h. Rohrdimensionierung, Pumpenförderhöhe und Aufteilung in Heizkreise bleiben Prüfpunkte; aus diesen Daten allein ist keine Ausführung abzuleiten.
Schritt F – optionale PV-Sensitivität: 10 mal 950 = 9.500 kWh/a Erzeugung. Unter der angenommenen Zeitgleichheit reduziert sich der Stromzukauf für W rechnerisch auf 16.667 - 1.900 = 14.767 kWh/a. Eine korrekte neue Wirtschaftlichkeitsrechnung müsste die zusätzlichen PV-Investitionen und die getrennte Verwendung bzw. Einspeisung der übrigen Energie einbeziehen. Für den Grundvergleich werden die PV-Mengen daher nicht angesetzt.
Entscheidungsblatt, Schema und fachliches Bewertungsraster
| Prüfaspekt | Modellentscheidung | Vor Ausführung offen |
|---|---|---|
| Energie und Jahreskosten | W ist unter den Modellannahmen vorteilhaft | Hersteller-Leistungsdaten, realistischer Jahresbetrieb, Energiepreis-Szenarien |
| Betriebsemissionen | W hat im vereinfachten Betrieb die niedrigere rechnerische Emissionsmenge | Aktuelle Bilanzfaktoren und Lebenszyklusbilanz |
| Technische Umsetzbarkeit | W wird als bedingte Vorzugsvariante empfohlen | Aufstellort, Schall, elektrischer Anschluss, Heizflächen und Spitzenlast |
| Planungsprodukte | Funktionsschema, Heizwasserdatenblatt, Kosten-/CO₂-Tabelle, Prüfpunktliste | CAD-Ausführungspläne und Freigaben durch Fachverantwortliche |
Muster-Kundenfazit: „Wir empfehlen, die Wärmepumpenvariante weiterzuplanen, weil sie im vereinbarten synthetischen Vergleich rund 3.200 € geringere Jahreskosten und rund 10,2 t niedrigere betriebliche CO₂e-Emissionen aufweist. Vor einer verbindlichen Entscheidung sind Heizlast, Geräteeignung, Schall, Hydraulik, Gebäudeanschlüsse und der tatsächlich anzusetzende Emissionsfaktor zu prüfen. Die alternative Versorgung bleibt dokumentiert.“
Bewertungsraster für das Modellprodukt (100 Punkte):
| Kriterium | Punkte | Voll erfüllt, wenn ... |
|---|---|---|
| Auftrag und Standortdaten | 15 | Nutzungsprofil, Grenzen, offene Schnittstellen und Datenherkunft nachvollziehbar sind |
| Wärmetechnische und hydraulische Berechnung | 25 | Energie, JAZ, Einheiten und 5,50 m³/h korrekt und mit Rechenweg ausgewiesen sind |
| Wirtschaftlicher Vergleich | 20 | Jahreskosten, Mehrkosten, Amortisation und 15-Jahre-Barwert richtig samt Grenzen erklärt sind |
| Ökologischer Vergleich | 15 | CO₂e-Rechnung korrekt ist und fehlende Lebenszyklusdaten ausdrücklich erwähnt sind |
| Planungsunterlagen | 15 | Schema, Flussrichtungen, Datenblatt, Schnittstellen und Prüfvermerke zusammenpassen |
| Kundenberatung und Quellenkritik | 10 | Empfehlung, Alternative, Risiken sowie Annahmen verständlich und überprüfbar sind |
Musterarbeitsprodukte: (1) ausgefüllte Vergleichstabelle mit allen Einheiten und Annahmen; (2) beschriftete, nicht ausführungsreife Funktionsskizze; (3) eine einseitige Entscheidungsvorlage mit dem oben genannten Kundenfazit; (4) offene-Punkte-Liste zur qualifizierten Fachprüfung. Eine negative Ausführbarkeitsprüfung hebt eine rechnerisch günstige Empfehlung auf.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was beschreibt die Jahresarbeitszahl einer Wärmepumpe? (Das Verhältnis der abgegebenen Jahreswärme zur eingesetzten Jahresstrommenge innerhalb einer definierten Systemgrenze) (!Das Verhältnis der Heizlast zur Dachfläche) (!Die Anzahl der jährlichen Wartungen) (!Die Vorlauftemperatur an einem einzelnen Prüftag)
Rückmeldung: Die JAZ vergleicht Energiemengen im Jahreszeitraum; der COP bezieht sich hingegen auf einen definierten Betriebspunkt.
Welchen Strombedarf ergibt eine Jahreswärme von 60.000 kWh bei JAZ 3,6? (Etwa 16.667 kWh) (!Etwa 216.000 kWh) (!Etwa 60.000 kWh) (!Etwa 3.600 kWh)
Rückmeldung: Teile die Jahresnutzwärme durch die JAZ. Das Resultat ist eine Energiemenge in kWh und keine Leistung in kW.
Welcher Heizwasservolumenstrom ergibt sich näherungsweise für 32 kW bei 5 K Spreizung? (Etwa 5,5 Kubikmeter pro Stunde) (!Etwa 0,55 Kubikmeter pro Stunde) (!Etwa 32 Kubikmeter pro Stunde) (!Etwa 55 Kubikmeter pro Stunde)
Rückmeldung: Mit 4,19 kJ je kg und Kelvin ergeben sich 1,53 kg pro Sekunde; bei Wasser entspricht das rund 5,5 Kubikmeter pro Stunde.
Welche Aussage ist für einen seriösen Photovoltaikvergleich richtig? (Der zeitgleiche Anteil des Solarstroms am Verbrauch muss getrennt vom Jahresertrag untersucht werden) (!Der Jahresertrag steht im Winter jederzeit vollständig zur Verfügung) (!Der Ertrag in kWh ist immer identisch mit der installierten Leistung in kWp) (!Stromspeicher arbeiten grundsätzlich verlustfrei)
Rückmeldung: Zeitprofile sind entscheidend. Jahresmengen können auch bei gleichem Zahlenwert zeitlich stark auseinanderfallen.
Welche Größe fehlt bei einer Pumpenauswahl allein aus dem Heizwasservolumenstrom? (Der erforderliche Druckaufbau aus dem berechneten Rohrnetz) (!Die Farbe der Rohrisolierung) (!Die Gebäudeadresse als Zahlenwert) (!Die Anzahl der Planblätter)
Rückmeldung: Zur Auslegung gehören auch Rohrreibungs- und Einzelverluste sowie Pumpenkennlinie und Betriebsbereich.
Wie hoch ist der rechnerische Brennstoffbedarf für 60.000 kWh Nutzwärme bei Nutzungsgrad 0,90? (Etwa 66.667 kWh) (!Genau 54.000 kWh) (!Etwa 6.000 kWh) (!Genau 60.000 kWh)
Rückmeldung: Energieeinsatz ist Nutzenergie geteilt durch Nutzungsgrad. Das Ergebnis muss wegen der Verluste größer als die Nutzwärme sein.
Was berücksichtigt eine Lebenszykluskostenrechnung grundsätzlich zusätzlich zu Anschaffungskosten? (Betrieb und relevante künftige Kosten innerhalb der definierten Betrachtungszeit) (!Nur die Farbe und das Fabrikat) (!Nur den Kaufpreis im ersten Jahr) (!Ausschließlich die aufgedruckte Geräteleistung)
Rückmeldung: Betrieb, Wartung, Ersatz und Restwert können erheblich sein; das Modell nutzt einen abgezinsten Zahlungsstrom.
Welche Aussage zur ökologischen Bilanz ist fachlich korrekt? (Betriebsenergie und Lebenszyklusemissionen müssen mit eindeutiger Systemgrenze voneinander unterschieden werden) (!Der niedrigste Stromverbrauch beweist stets die geringste Gesamtumweltwirkung) (!Das Kältemittel hat grundsätzlich keine Klimaauswirkung) (!Herstellung und Entsorgung sind bei jedem Gerät identisch)
Rückmeldung: Betriebsemissionen sind nur ein Teil der Ökobilanz; Materialien, Herstellung und Kältemittel können das Resultat beeinflussen.
Welche Größe ist in einer vereinfachten WRG-Leistungsbilanz wichtig? (Luftvolumenstrom sowie Temperaturdifferenz und Rückwärmzahl) (!Nur die Anzahl der Luftauslässe) (!Nur die Wandfarbe des Technikraums) (!Nur die Länge des Gebäudenamens)
Rückmeldung: Die übertragene sensible Wärmeleistung hängt von Massenstrom, Wärmekapazität, Temperaturdifferenz und Rückwärmzahl ab.
Was ist vor einer realen Ausführung der Vorzugsvariante erforderlich? (Fachliche Prüfung von Heizlast, Schall, Hydraulik, Schnittstellen und Sicherheitsanforderungen) (!Die ungeprüfte Übernahme aller angenommenen Modellwerte) (!Das eigenständige Öffnen des Kältekreises zur Erkundung) (!Der Verzicht auf Herstellerdaten und fachliche Freigaben)
Rückmeldung: Ein didaktischer Variantenentscheid ersetzt keine Ausführungsplanung und keine Prüfung durch die jeweils qualifizierten Fachpersonen.
Memory
| Jahresarbeitszahl | Verhältnis von Jahreswärme zu Jahresstrom innerhalb einer definierten Bilanzgrenze |
| Heizlast | Erforderliche Wärmeleistung bei festgelegten Auslegungsbedingungen |
| Wärmerückgewinnung | Nutzung eines Teils der Wärme aus einem abgehenden Luft- oder Prozessstrom |
| Barwert | Auf einen gemeinsamen Bezugszeitpunkt abgezinstes Zahlungsäquivalent |
| Temperaturspreizung | Differenz zwischen Vorlauf- und Rücklauftemperatur |
| Eigenverbrauch | Direkt im betrachteten System genutzte selbst erzeugte elektrische Energie |
Drag and Drop
Ordne jedem Planungsschritt das passende Arbeitsprodukt zu.
| Zuordnung | Passendes Arbeitsprodukt |
|---|---|
| Auftragsanalyse | Vollständige Anforderungsliste mit offenen Randbedingungen |
| Wärmebilanz | Berechnung von Jahreswärme und einzusetzender Endenergie |
| Variantenvergleich | Gegenüberstellung von Kosten und Umweltwirkungen |
| Funktionsplanung | Anlagenschema mit Medienflüssen und Bauteilgruppen |
| Qualitätssicherung | Prüfliste zu Datenlücken und erforderlichen Freigaben |
Kreuzworträtsel
| Heizlast | Welche Leistung wird unter festgelegten Auslegungsbedingungen für die Wärmeversorgung benötigt? |
| Jahresarbeitszahl | Welche Kennzahl stellt die Jahreswärme dem Jahresstrom einer Wärmepumpe gegenüber? |
| Wärmetauscher | Welches Bauteil überträgt Wärme zwischen getrennten Medien? |
| Amortisation | Wie heißt die vereinfachte Betrachtung zur Rückgewinnung von Mehrinvestitionen durch Einsparungen? |
| Volumenstrom | Welche Größe beschreibt das pro Zeit durchströmende Flüssigkeitsvolumen? |
| Solarkollektor | Welches Bauteil gewinnt aus Sonnenstrahlung nutzbare thermische Energie? |
LearningApps
Hier findest du eine thematische LearningApps-Suche. Einzelne Treffer werden nicht als geprüft oder als Teil dieses Kurses ausgegeben.
Lückentext
Offene Aufgaben
Bearbeite vier Aufgaben je Niveau. Verwende ausschließlich synthetische Daten und öffentlich zugängliche Materialien. Lösungen sind begründete Muster, keine realen Freigaben.
Leicht
- Heizlast: Unterscheide in einer Lernkarte 32 kW Heizlast von 60.000 kWh Jahreswärme. Erstelle zwei eigene Einheitenbeispiele und markiere typische Verwechslungen.
- Wärmepumpe: Zeichne ein beschriftetes Funktionsschema von Verdampfer, Verdichter, Verflüssiger und Expansionsorgan. Markiere Umweltwärme und Strom als Eingänge.
- Photovoltaik: Berechne den Jahresertrag einer fiktiven PV-Anlage mit 8 kWp und 900 kWh je kWp im Jahr. Begründe, warum sich daraus keine stündliche Heizstromdeckung ergibt.
- Ressourceneffizienz: Erstelle eine Tabelle mit je drei Chancen und Einschränkungen von Wärmepumpe, Solarthermie und Wärmerückgewinnung für ein Bestandsgebäude.
Standard
- Jahresarbeitszahl: Berechne bei 45.000 kWh Jahreswärme die Strommenge für JAZ 3,0 und JAZ 4,0. Stelle die Ergebnisse als Säulenvergleich mit sauberer Einheit dar.
- Hydraulischer Abgleich: Bestimme für eine angenommene Heizleistung von 21 kW und eine Spreizung von 7 K den Volumenstrom von Wasser. Nenne drei noch fehlende Daten für die Pumpenauswahl.
- Lebenszykluskosten: Erstelle eine Tabellenkalkulation für die zwei Varianten des Modellfalls mit Eingaben, Formeln, Ergebnissen und Sensitivität bei 20 % höherem Strompreis.
- Wärmerückgewinnung: Analysiere das WRG-Rechenbeispiel und dokumentiere mindestens vier Gründe, weshalb die Betriebspunktleistung nicht ohne Jahresprofil zur Jahreseinsparung wird.
Schwer
- Versorgungstechnik: Entwirf aus den synthetischen Modellfalldaten ein Funktionsschema für die bevorzugte Wärmeversorgung, ergänze Messpunkte, offene Schnittstellen und eine strukturierte Prüfliste.
- Ökobilanz: Erstelle einen strukturierten Vergleich der beiden Varianten unter zusätzlichen angenommenen Herstellungsemissionen von 12 t CO₂e für W und 6 t CO₂e für G. Vergleiche 15 Jahre ohne Ersatzinvestitionen und kennzeichne Grenzen.
- Sensitivitätsanalyse: Ermittle den Strompreis, bei dem die jährlichen Betriebskosten der Modell-Wärmepumpe einschließlich 350 € Wartung den jährlichen Kosten der Gas-Referenz entsprechen. Erkläre, warum dies allein die LCC-Entscheidung noch nicht entscheidet.
- Kundenberatung: Entwickle einen dreiminütigen fiktiven Kunden-Pitch mit Entscheidungsmatrix, offenem Schall- und Hydraulikrisiko, begründeter Alternativlösung und verbindlicher Abgrenzung zur Ausführungsfreigabe.


Musterlösungen und Kriterien zu den zwölf offenen Aufgaben
| Aufgabe | Musterergebnis oder Musterprodukt | Fachliches Bewertungskriterium |
|---|---|---|
| Leicht 1 | Karte: kW = Leistung, kWh = Energie; 60.000/32 = 1.875 rechnerische Volllaststunden | Einheit, Bedeutung und Nichtgleichsetzung stimmen |
| Leicht 2 | Vier Bauteile in funktionaler Reihenfolge mit getrennten Eingangs- und Ausgangspfeilen | Verdichtung, Wärmeaufnahme und Wärmeabgabe richtig erläutert |
| Leicht 3 | 8 mal 900 = 7.200 kWh/a | kWp von kWh getrennt, Zeitgleichheit erklärt |
| Leicht 4 | Neun konkrete Einträge, etwa Umweltwärmenutzung, Dachflächenbedarf, Ventilatorstrom | Systembezogene Chancen und Grenzen ohne Pauschalurteile |
| Standard 5 | Bei JAZ 3,0: 15.000 kWh; bei JAZ 4,0: 11.250 kWh; Unterschied 3.750 kWh | Getrennte Szenarien, eindeutige Achsen und Ergebnisinterpretation |
| Standard 6 | m = 21/(4,19 mal 7) = 0,716 kg/s; rund 2,58 m³/h | Rechenweg und fehlende Druckverluste, Verteilung, Pumpenkennlinie genannt |
| Standard 7 | W-Kosten bei 20 % höherem Strompreis: 16.666,67 mal 0,312 + 350 = 5.550 €/a | Veränderbare Eingabezellen, transparente Formeln und unveränderte übrige Annahmen |
| Standard 8 | Variable Temperaturdifferenz, Luftmengen, Rückwärmzahl, Frostschutz und Ventilatorstrom | Mindestens vier zeit- oder systemabhängige Einflüsse |
| Schwer 9 | Funktionsschema mit Wärmequelle, Erzeuger, Vor- und Rücklauf, Messung und offenen Prüfpunkten | Schaltung nicht als Ausführungsfreigabe ausgegeben |
| Schwer 10 | G: 16 t/a mal 15 + 6 t = 246 t; W: 5,833 t/a mal 15 + 12 t = rund 99,5 t CO₂e | Beide Systemgrenzen gleich; Herstellung gesondert, keine versteckten Zusatzannahmen |
| Schwer 11 | Gleichstand bei Strompreis (7.883,33 - 350)/16.666,67 = rund 0,452 €/kWh | Ergebnis nur jährliche Betriebskosten, nicht Investitions- oder Gesamtkostengleichstand |
| Schwer 12 | Präsentationsfolie mit 3.200 €/a Einsparung im Modell, Alternativvergleich und Prüfvorbehalt | Kundenorientierung, transparente Daten und Sicherheitsabgrenzung |
Lernkontrolle
- Heizlastberechnung: Ein Gebäude hat 18 kW Heizlast und 36.000 kWh/a Nutzwärme. Erkläre, weshalb die bloße Division nicht die Geräteauslegung abschließt, und nenne mindestens vier weitere Planungsdaten.
- Wärmepumpeneffizienz: Bei 48.000 kWh Jahreswärme fallen 12.000 kWh für Verdichter und 1.000 kWh für weitere in die gewählte Grenze einbezogene Verbraucher an. Berechne die JAZ und unterscheide sie von einer Angabe COP 4,5.
- Wirtschaftlichkeitsrechnung: Prüfe eine Behauptung „Die Wärmepumpe spart schon nach fünf Jahren Geld“, obwohl im Modell Mehrinvestition 22.000 € und Jahresersparnis 3.200 € betragen. Benenne fehlende Kostengrößen.
- Emissionsfaktor: Analysiere, wie sich der Jahres-Betriebswert der Wärmepumpe bei einem synthetischen Stromfaktor von 0,20 statt 0,35 kg CO₂e/kWh ändert, und erkläre die Grenzen beider Zahlen.
- Technische Dokumentation: Begutachte ein fiktives Schema, das nur Erzeuger, einen Heizkörper und einen unbeschrifteten Pfeil zeigt. Ergänze mindestens sechs notwendige Funktions- oder Prüfhinweise und begründe sie.
- Kundenauftrag: Formuliere eine bedingte Empfehlung, wenn zwar die Betriebskosten günstig sind, aber für den vorgesehenen Aufstellplatz noch kein Schallnachweis vorliegt.
Lösungshinweise zur Lernkontrolle
| Aufgabe | Fachlich tragfähiger Kern |
|---|---|
| 1 | 2.000 rechnerische Volllaststunden, aber Leistungskennfeld, Temperatur, Lastgänge, Warmwasser, Standort und Betriebspunkte fehlen |
| 2 | JAZ = 48.000/13.000 = rund 3,69; COP 4,5 ist ein einzelner Betriebspunkt und nicht die gemessene Jahresbilanz |
| 3 | 22.000/3.200 = 6,875 Jahre; die Behauptung ist in der statischen Rechnung falsch, dynamische Kosten sind offen |
| 4 | Bei 0,20 sind es rund 3.333 kg statt 5.833 kg CO₂e/a; beide Faktoren sind Szenarien ohne Herstellungsbilanz |
| 5 | Vor- und Rücklauf, Systemgrenzen, Messstellen, hydraulische Bauteilgruppen, Regelung, Anschlüsse, Prüf- und Sicherheitsvermerke |
| 6 | Weiterplanung nur unter Vorbehalt einer fachlichen Schallprüfung, erforderlichenfalls Aufstellortwechsel oder andere Variante |
Lernnachweis
Als Portfolio gibst du eine Auftragsanalyse, eine plausibilisierte Datentabelle, zwei vergleichbare Versorgungsszenarien, die Wärme- und Wasserstromrechnung, die Kosten- und CO₂-Rechnung mit benannten Systemgrenzen, ein fachlich nachvollziehbares Anlagenschema, eine Liste offener Prüfungen und eine kundenorientierte Kurzpräsentation ab. Für eine sichere Prüfung dürfen alle Belege nur aus synthetischen Daten, eigenen Zeichnungen, frei lizenzierten Medien und öffentlichen Fachquellen bestehen.
Bewertung: Nachvollziehbare Berechnung und Einheiten, begründete Variantenentscheidung, dokumentierte Unsicherheit, Norm- und Herstellerrecherche, klare Schnittstellen und reflexive Beurteilung von Ressourcenwirkungen. Ein überzeugender Lernnachweis benennt ausdrücklich, welche Ergebnisse noch nicht ausführungsreif sind. Lernende dokumentieren Korrekturen und Rückmeldungen in einem Revisionsblatt; bei fehlerhaften Ausgangsdaten muss die Entscheidung neu gerechnet werden.
OER und Wikipedia
Fachquellen und überprüfbare Rechtsgrundlagen:
- KMK-Rahmenlehrplan Technischer Systemplaner, Lernfeld 13 VAT auf der Druckseite 23; offizielle Bildungsquelle.
- BIBB-Berufsprofil Versorgungs- und Ausrüstungstechnik, Berufspraxis, Ausbildungsstruktur und Rechtsgrundlagen.
- Ausbildungsordnung in geltender Fassung, insbesondere §§ 14–19 und 29; verbindliche Rechtsquelle.
- Umweltbundesamt: Umgebungswärme und Wärmepumpen, COP, JAZ und ökologische Einordnung.
- Verbraucherzentrale: Technik und Ausstattung einer Wärmepumpenanlage, Monitoring, Speicher und Betriebsanpassung.
- Wikipedia: Wärmepumpe und Wikipedia: Wärmerückgewinnung als ergänzende, frei zugängliche Orientierung, nicht als verbindliche Normtexte.
Mediennachweise und Nutzungsrechte
Die folgenden Dateien wurden über ihre jeweiligen Wikimedia-Commons-Dateiseiten auf Namen, Urheberschaft, Inhalt und Lizenzhinweis geprüft. Die verlinkte Dateiseite ist zugleich der genaue Nachweis; Bildmaterial wird unverändert verwendet. Fremde Videos sind nur eingebettet, nicht als frei lizenziert gekennzeichnet.
| Eingebundenes Medium | Originalquelle | Urheberschaft | Rechte und Hinweise |
|---|---|---|---|
| File:Heatpump.svg | Wikimedia Commons | Ilmari Karonen | Gemeinfrei laut Dateiseite |
| File:Photovoltaik-Anlage auf Hausdach.jpg | Wikimedia Commons | High Contrast | CC BY 3.0 DE, Namensnennung erforderlich |
| File:Kollektor Schnittbild.jpg | Wikimedia Commons | Bernd Rieke | Gemeinfrei laut Dateiseite |
| File:HeatAndColdStorageWithHeatPump.svg | Wikimedia Commons | KVDP und Fred the Oyster | CC BY-SA 3.0, Namensnennung und Weitergabe unter gleichen Bedingungen bei Bearbeitung |
| File:Heat exchanger.svg | Wikimedia Commons | Jlfd | CC0 1.0 |
| File:Heat recovery.gif | Wikimedia Commons | Mcarussell18 | CC BY-SA 4.0 |
| File:Beispiel Sankey Diagramm v2.svg | Wikimedia Commons | Ladyt | Gemeinfrei laut Dateiseite |
| https://www.youtube.com/watch?v=p4rVwTR_BCs | Video: Wie funktioniert eine Wärmepumpe? | Bundesverband Wärmepumpe | Externe YouTube-Einbettung; kein Nachweis freier Nachnutzungslizenz |
| https://www.youtube.com/watch?v=YMw5Yy2cYZA | Video: Hydraulischer Abgleich | Bundesverband Wärmepumpe und SHK-TV | Externe YouTube-Einbettung; kein Nachweis freier Nachnutzungslizenz |
OER-Hinweis: Die selbst formulierten Texte, Modellrechnungen und Aufgaben dieses Kurses sind neu erstellte Lernmaterialien. Für eine konkrete Weiterveröffentlichung sind die Lizenz des Gesamtwikis, die Einzelrechte externer Medien sowie gegebenenfalls erforderliche Namensnennungen zu beachten. Verlinkte amtliche und private Quellen werden nicht pauschal als CC-lizenziert ausgegeben. Keine Inhalte von Sofatutor.
Verknüpfte Lernbereiche
Anschluss an die Fachrichtung VAT: Die KMK-Lernfelder zu Wärmeverteilung, Energiezentralen, Luftverteilungsanlagen und Luftaufbereitung liefern fachliche Grundlagen. Im vierten Ausbildungsjahr geht die Analyse in Kundenberatung, Variantenentscheidung und dokumentierte Anlagenplanung über. Das Berufsportal und die oben verlinkten öffentlich auffindbaren Grundlagenkurse unterstützen Wiederholung und Transfer; interne Links können je nach Wiki-Bestand auch als Such- oder Weiterführungsziele dienen.
aiMOOC Projekte
Schulfach+


aiMOOCs


aiMOOC Projekte


MOOCwiki · Deutsch
Nach dem Lernen ist vor dem Lernen
Entdecke direkt den nächsten Lernkurs. Weitere Inhalte erscheinen, wenn Du weiter nach unten scrollst.
Zur MOOCwiki-HauptseiteMediathek
Mediathek wird aus dem Wiki geladen ...
Keine passenden Inhalte gefunden. Bitte ändere Suche oder Filter.
NEWSLernweltNOAH fragenInhalt melden · Hinweise zu Fehlern, Quellen, Medienrechten oder Dubletten
