Fachübungen 6 ETS – Elektrische Installationen planen – Fachrichtung Elektrotechnische Systeme (ETS) - Technischer Systemplaner
Fachübungen 6 ETS – Elektrische Installationen planen – Fachrichtung Elektrotechnische Systeme (ETS) - Technischer Systemplaner
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Einleitung
Du planst im zweiten Ausbildungsjahr der Fachrichtung Elektrotechnische Systeme (ETS) die elektrische Ausstattung eines Gebäudebereichs, statt selbst eine Anlage in Betrieb zu nehmen. Dieser vollständige Lernkurs orientiert sich am KMK-Rahmenlehrplan vom 27. Mai 2011, Lernfeld 6 ETS „Elektrische Installationen planen“ (Zeitrichtwert 80 Unterrichtsstunden). Die Kompetenzen reichen von der Auftragsklärung über Netzsysteme, Installationsschaltungen und Leitungsbemessung bis zu CAD-Plänen, Stücklisten, Angeboten und Qualitätskontrolle. Du übst mit erfundenen Aufträgen und dokumentierst Entscheidungen nachvollziehbar.
Sicherheit und Berufsrolle: Sämtliche Beispiele sind reine Planungs- und Rechenmodelle. Sie sind keine Montageanleitung, keine vollständige Normenprüfung und keine Freigabe für eine reale Anlage. Arbeiten an elektrischen Anlagen, Messungen, Schutzprüfungen und Inbetriebnahmen erfolgen ausschließlich durch dazu qualifizierte Fachkräfte unter den geltenden Sicherheitsregeln. Deine Ergebnisse benötigen im realen Projekt eine fachliche Prüfung nach aktuellen Normen, Netzbetreibervorgaben und Herstellerdaten.
Der anerkannte Ausbildungsberuf Technischer Systemplaner umfasst drei Fachrichtungen; hier wird ausschließlich ETS behandelt. Laut BIBB beträgt die reguläre Ausbildungsdauer 42 Monate. Rechtsgrundlage ist die Ausbildungsordnung vom 21. Juni 2011 in der geänderten Fassung von 2014; sie gilt für die Ausbildung seit dem 1. August 2011. Die Abschlussprüfung ist in dieser Fachrichtung in zwei zeitlich getrennte Teile gegliedert. Prüfungsdetails müssen vor der individuellen Prüfung mit der zuständigen Kammer abgeglichen werden. Berufsportal: Ausbildung – Technischer Systemplaner. Fachlich passende Anschlussbereiche sind Fachübungen 5 ETS und Fachübungen 7 ETS (interne Such- und Lernverweise; Verfügbarkeit vor Nutzung im Wiki prüfen).
Kundenauftrag, Nutzung und Ausstattungswerte
Anforderungen systematisch erheben
Vor der Konstruktion steht das Lastenheft: Welche Räume werden von wem genutzt, wo liegen Bedienstellen, welche Beleuchtungs-, Steckdosen-, Kommunikations- und Meldesysteme werden gebraucht? Unterscheide zwingende Anforderungen, Kundenwünsche und offene Klärungspunkte. Erstelle für jeden Raum ein Raumbuch mit Raum-ID, Nutzung, Betriebsmitteln, Funktionsanforderung, Planstand und Freigabefeld. Sammle Grundrisse, Schnittstellen zu anderen Gewerken und Randbedingungen zum Brandschutz, zur Barrierefreiheit und zu Rettungswegen. Änderungen erhalten Versionsnummer und Verantwortlichkeit.
| Planungsinformation | Beispiel einer fiktiven Kundenanfrage | Nachweis im Plan |
|---|---|---|
| Raumfunktion | Flur eines kleinen Bürotrakts | Raumbuch F-01 mit Grundrissbezug |
| Bedienung | Licht von drei Orten aus, automatische Ausschaltung | Funktionsmatrix für drei Taster |
| Zusatzfunktion | Klingel am Empfang | getrennte Ruf- und Meldefunktion |
| Nachvollziehbarkeit | Änderungswünsche ohne Versionsverlust | Planrevision, Änderungsprotokoll |
Ein Installationsplan ordnet Geräte und Leitungswege räumlich zu. Ein Stromlaufplan beschreibt elektrische Funktionen und Betriebsmittelbeziehungen. Ein Übersichtsplan zeigt die übergeordnete Struktur. Ein Stücklistenposten verbindet Zeichnungskennzeichen, Mengen und technischen Artikel. Verwechsle den schematischen Funktionsnachweis nicht mit einer ausführungsreifen Verdrahtung.

Bild: geöffnete Verteilung als Anschauungsobjekt; niemals als mustergültige Installation oder Arbeitsfreigabe verstehen. Santeri Viinamäki, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0.
Ausstattungswerte und nachhaltige Planung
Für Wohngebäude beschreibt DIN 18015-2 die Mindestausstattung; RAL-RG 678 unterscheidet ergänzend Mindestausstattung (1 Stern), Standardausstattung (2 Sterne) und Komfortausstattung (3 Sterne) sowie Varianten mit Gebäudesystemtechnik. Die 2023 veröffentlichte Neufassung der RAL-RG 678 dient als Orientierung; konkrete Stückzahlen entnimmst du stets der jeweils gültigen und rechtmäßig verfügbaren Norm und der vertraglichen Vereinbarung. Übertrage Wohnungs-Ausstattungswerte nicht ungeprüft auf Büro-, Industrie- oder Sonderbauten.
| Ebene | Planungskriterium | Typischer Fehler |
|---|---|---|
| Mindestanforderung | Verbindliche Anforderungen und Normstand ermitteln | Veraltete Tabellenzahlen ungeprüft übernehmen |
| Kundenstandard | Komfort, Reserven und Bedienbarkeit vertraglich festhalten | „Standard“ ohne definierte Ausstattung nennen |
| Nachhaltigkeit | Nutzungszeiten, Steuerung, Materialmenge und spätere Anpassbarkeit vergleichen | Nur Anschaffungspreis statt Lebenszyklus betrachten |
Eine gute Dokumentation enthält eine Entscheidungsmatrix: Funktion, Schutz, Kosten, Energie, Wartung und Reserve werden getrennt bewertet. Beispiel: Eine zeitgesteuerte Flurbeleuchtung kann unnötige Brenndauer verringern, muss aber mit Nutzungs- und Sicherheitsanforderungen vereinbar sein.
Installations-, Stromstoß- und Rufschaltungen
Funktionen vergleichen und dokumentieren
Eine Ausschaltung bedient eine Leuchte von einer Stelle. Eine Wechselschaltung ermöglicht zwei Schaltstellen. Für drei und mehr klassische Schaltstellen kommen unter anderem Kreuzschaltungen infrage. Bei einer Stromstoßschaltung betätigen mehrere Taster ein Schaltgerät, das seinen Schaltzustand bei einem Impuls wechselt. Bei der Treppenlicht-Zeitschaltung schaltet ein Timer die Beleuchtung nach einer festgelegten Zeit aus. Die geeignete Lösung hängt von Bedienkonzept, gewünschter Zeitfunktion, Umfang und Dokumentierbarkeit ab.
| Schaltungsart | Bedienelement | Funktion | Planungsfrage |
|---|---|---|---|
| Ausschaltung | Schalter | Dauer-Ein oder Dauer-Aus von einem Ort | Reicht eine Bedienstelle? |
| Wechselschaltung | Zwei Wechselschalter | Zwei Schaltstellen für dieselbe Leuchte | Sind die Wege und Schaltorte sinnvoll? |
| Stromstoßschaltung | Mehrere Taster, Stromstoßgerät | Impuls wechselt den Schaltzustand | Soll das Licht bis zum nächsten Tastendruck anbleiben? |
| Treppenlicht-Zeitschaltung | Mehrere Taster, Zeitgerät | Impuls aktiviert Licht für eine definierte Zeit | Sind Zeit und Sicherheitsfunktion geeignet? |

Animation: Schaltprinzip der aus dem englischsprachigen Raum bekannten „3-way switch“-Schaltung; funktional mit einer Wechselschaltung vergleichbar, keine deutsche Verdrahtungsvorlage. Cburnett/Fastfission, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0.
Fehlerdiagnose im Plan: Wenn in einer Funktionsbeschreibung ein Taster dauerhaft als Schalter statt als Impulsgeber modelliert wird, entsteht bei einer Stromstoßfunktion ein Widerspruch. Prüfe zuerst Anforderung, Symbolik, Betriebsmittelkennung und Ablaufdiagramm. Eine Fehlfunktion darf nicht durch eigenmächtige Versuche an einer realen Verteilung diagnostiziert werden.
Fachvideo: „Stromstoßschaltung / Stromstoßschalter anschließen“, Kanal Der Elektriker, veröffentlicht 2016. Hier ausschließlich das Funktionsprinzip beobachten; gezeigte reale Installationsschritte nicht nachmachen. YouTube-Original. Alle Rechte am Video verbleiben beim Rechteinhaber; die Einbettung ist keine OER-Lizenz.
Pläne, Kennzeichnungen und Änderungsführung
Erstelle zuerst eine textliche Funktionsmatrix: Eingang T1/T2/T3, logische Wirkung, Ausgang L1/L2, Zeitverhalten. Dann zeichnest du mit einer geeigneten CAD-/Elektroplanungssoftware die Betriebsmittel, Kennzeichen, Funktionsverbindungen und Legende. Übernimm Symbole aus einer geprüften Bibliothek nach einschlägigem Regelwerk, statt Symbole frei zu erfinden. Führe Stromkreiskennzeichen, Planreferenzen, Blattnummern, Revision und Erstellungsdatum. Ein Plan ohne Legende und nachvollziehbare Versionsangabe ist schwer prüfbar.
| Betriebsmittelkennung im Unterrichtsmodell | Bedeutung | Geplantes Dokument |
|---|---|---|
| -S1 bis -S3 | Drei Taster für Flurlicht | Positionsplan und Funktionsmatrix |
| -K1 | Zeitrelais für Beleuchtung | Funktionsplan und Datenblattabgleich |
| -E1 und -E2 | Zwei LED-Leuchten | Leuchtenliste und Anschlussübersicht |
| -H1 | Optisch-akustischer Rufmelder | Separates Rufschema |
Das ist eine didaktische Kennzeichnung; tatsächliche Kennzeichnungssysteme und Stromlaufpläne sind anhand der im Projekt vereinbarten Normen zu erstellen. Prüfe, ob jeder auf dem Grundriss eingetragene Verbraucher im Stromkreis- und Stücklistenplan wiederzufinden ist. Typische Fehler: doppelte Betriebsmittelkennzeichen, fehlende Querverweise, Verwechslung von Sensor und Aktor oder unklare Bezugspotenziale.
Ruf- und Meldeanlagen fachlich abgrenzen
Eine Rufanlage übermittelt eine Anforderung, etwa über einen Taster und einen Signalgeber. Eine Meldeanlage signalisiert Zustände oder Störungen. Plane Versorgung, Signalweg, erforderliche Reaktion, Prioritäten, Abschaltmöglichkeiten und Schnittstellen als eigenständige Funktion. Für sicherheitsrelevante Brandmelde-, Notruf- oder medizinische Rufanlagen gelten besondere Regelwerke; ein gewöhnliches Schulbeispiel ersetzt diese keinesfalls.
Schema: Funktionsprinzip einer elektromechanischen Klingel, bewusst als historisch-einfaches Modell mit Symbollegende zu lesen, nicht als Netzanschlussplan. Julo, Wikimedia Commons, gemeinfrei.
Netzsysteme und Schutzprinzipien
TN-S und TT fachlich unterscheiden
Ein Netzsystem beschreibt das Verhältnis des Versorgungssystems zur Erde und die Verbindung der berührbaren leitfähigen Teile mit einem Schutzsystem. In einem TN-S-System sind Neutralleiter N und Schutzleiter PE getrennt geführt. In einem TT-System besitzt die Verbraucherseite eine eigene Erdungsanordnung, während der Sternpunkt der Versorgung geerdet ist. Aus einer Netzsystem-Skizze allein lassen sich weder die Wirksamkeit der Schutzmaßnahme noch Abschaltzeiten belegen. Dafür braucht es projektbezogene Berechnung, geeignete Schutzgeräte und vorgeschriebene Prüfungen durch Elektrofachkräfte.

Schema eines TN-S-Systems, nicht landesspezifisch. DiscreetParrot, Wikimedia Commons, CC0 1.0.

Schema eines TT-Systems, nicht landesspezifisch. DiscreetParrot, Wikimedia Commons, CC0 1.0.
| Kriterium | TN-S | TT |
|---|---|---|
| Schutzleiterweg | PE vom Versorgungssystem getrennt von N weitergeführt | Anlagenerdungsanlage mit lokalem Erder |
| Fehlerstromweg | Abhängig von Netz- und Schutzleiterimpedanzen | Abhängig unter anderem von Erdungswiderständen |
| Fachliche Planungsprüfung | Fehlerstromkreis und Abschaltbedingungen untersuchen | Schutzkonzept samt Erdungs- und Fehlerstromparametern untersuchen |
Fehlerstromschutz und Überstromschutz
Ein Leitungsschutzschalter (LS) dient dem Schutz gegen Überlast und Kurzschluss unter den vorgesehenen Bedingungen. Eine Fehlerstrom-Schutzeinrichtung (RCD) erkennt eine Differenz der Ströme zwischen zugehörigen aktiven Leitern; sie kann in geeigneten Anwendungen zusätzlichen Schutz bieten, ersetzt aber die Überstromschutzfunktion nicht. Ein FI/LS (RCBO) kombiniert beide Funktionen in einem Gerät. Für die Auswahl sind der Anwendungsfall, Fehlerstromart, Netzsystem, Selektivität, Umgebung und aktuelle Bestimmungen relevant. Ein Bemessungsdifferenzstrom von 30 mA ist ein häufiger Wert für zusätzlichen Schutz; daraus folgt keine universelle Freigabe.

Beispiel eines kombinierten FI/LS-Geräts; Produktfoto ohne allgemeine Produktempfehlung. Jahoe, Wikimedia Commons, gemeinfrei.
Fachvideo: „RCD einfach erklärt – Was macht ein Fehlerstromschutzschalter?“, ElektroVerstehen, 2025. Beurteile die didaktische Darstellung anhand der aktuellen Fachregeln; keinen Einbau und keine Prüfhandlung nachahmen. YouTube-Original; Urheberrechte liegen beim Rechteinhaber, keine freie Nachnutzung behauptet.
Sicherheitsbewertung statt Inbetriebnahme
Im Planungsbüro erstellst du eine Prüfanforderungsliste: korrekte Schutzmaßnahme, Trenn- und Schutzleiterführung, erforderliche Abschaltbedingungen, Kabelschutz, Stromkreistrennung, Dokumentationsstand, Projektabnahme. Die tatsächliche Erstprüfung erfordert qualifiziertes Personal und geeignete Verfahren, zum Beispiel nach einschlägigen Teilen der DIN-VDE-0100-Reihe. Nutze zur Ausbildung ausschließlich Spannungsquellen, Modelle oder Simulationen, die eine ausbildende Fachkraft ausdrücklich für den Unterricht bereitgestellt hat.
Fachrechnen, Bemessung und Kostenplanung
Betriebsstrom und Bemessung als mehrstufiger Nachweis
Für einen idealisiert ohmschen Einphasenverbraucher kannst du als erste Abschätzung I = P / U verwenden. Bei 2.300 W und 230 V ergibt sich I = 10,0 A. Für Wechselstrom mit Leistungsfaktor ist bei einphasigem Betrieb allgemeiner P = U · I · cos φ anzusetzen, soweit diese Form für die Last zutrifft. In der wirklichen Anlagenplanung werden etwa Einschaltströme, Oberschwingungen, gleichzeitig betriebene Verbraucher und Betriebsprofile berücksichtigt.
Die oft verwendete Bedingung I_B ≤ I_n ≤ I_z ordnet Betriebsstrom, Bemessungsstrom des Überstromschutzgeräts und zulässige Strombelastbarkeit der Leitung. Sie ist nur ein Teil der Überlastschutzbewertung; zusätzliche Anforderungen wie Auslösecharakteristik, Kurzschlussfestigkeit, Abschaltbedingungen und ggf. Korrekturfaktoren sind zu prüfen. Die zulässige Strombelastbarkeit I_z darfst du niemals allein aus dem Leitungsquerschnitt erraten: Verlegeart, Häufung, Umgebungstemperatur, Aderzahl, Isolationsmaterial und Datenblatt verändern das Ergebnis.
| Symbol | Bedeutung | Einheit | Typischer Datenursprung |
|---|---|---|---|
| P | Wirkleistung | W | Leuchtendatenblatt, Lastenliste |
| U | Nenn- oder Betriebsspannung des Modells | V | Auftrag, Systemdaten |
| I_B | Betriebsstrom | A | Lastberechnung |
| I_n | Bemessungsstrom eines Schutzgerätes | A | Technisches Datenblatt |
| I_z | zulässige Strombelastbarkeit | A | Normative Tabelle und Korrekturfaktoren |
| ΔU | Spannungsfall | V | Berechnung mit Modellannahmen |
Spannungsfall nachvollziehbar modellieren
Für eine vereinfachte einphasige Kupferleitung und eine rein ohmsche Näherung bei 20 °C gilt im Unterricht: ΔU ≈ 2 · l · I · ρ / A. Dabei sind l die einfache Leitungslänge in m, I der Strom in A, ρ der spezifische Widerstand von Kupfer (hier 0,0178 Ω·mm²/m) und A der Leiterquerschnitt in mm². Prozentual: Δu = 100 · ΔU / U. Der Faktor 2 berücksichtigt Hin- und Rückweg. Die Formel ersetzt keine normgerechte Bemessung; Erwärmung, Blindanteile und weitere Spannungsfallanteile können das Resultat verändern.
Vergleichsrechnung: Bei l = 28 m, I = 10 A und A = 1,5 mm² erhältst du ΔU ≈ 6,65 V und Δu ≈ 2,89 %. Für A = 2,5 mm² sind es ΔU ≈ 3,99 V und Δu ≈ 1,73 %. Die Zahlen zeigen den Einfluss des Querschnitts; sie belegen weder ausreichende Strombelastbarkeit noch Schutzwirkung. Eine typische Fehlleistung besteht darin, die einfache Leitungslänge zweimal zu verdoppeln oder die Temperaturabhängigkeit zu unterschlagen.
| Leiterquerschnitt im Rechenmodell | Berechneter Spannungsfall | Relativer Anteil von 230 V | Interpretation |
|---|---|---|---|
| 1,5 mm² | 6,65 V | 2,89 % | Bei Erwärmung kann der Wert steigen |
| 2,5 mm² | 3,99 V | 1,73 % | Geringerer Spannungsfall bei gleicher Länge und Last |
Datenblätter, Lebenszykluskosten und Angebot
Prüfe Herstellerunterlagen auf rated voltage (Bemessungsspannung), rated current (Bemessungsstrom), power consumption (Leistungsaufnahme), IP rating (Schutzart) sowie Einsatzbedingungen. Trenne verbindliche Herstellerangaben von Schätzwerten. Für eine nachvollziehbare Angebotskalkulation gilt im Übungsfall: Materialnetto + Arbeitszeitkosten + Nebenkosten = Nettoangebot; darauf folgen ausgewiesene Umsatzsteuer und ein Gesamtbetrag. Wartung, Energieverbrauch, austauschbare Komponenten und dokumentierte Reserven sind neben dem Einkaufspreis zu beurteilen.
Beispiel für Energie: Zwei Leuchten mit je 18 W verbrauchen bei 1.000 tatsächlichen Betriebsstunden 36 kWh. Bei nur beispielhaft angesetzten 0,30 Euro/kWh sind das 10,80 Euro Energiekosten. Eine angenommene Halbierung der Betriebsstunden halbiert in diesem einfachen Modell die Energie, nicht automatisch sämtliche Systemkosten. Die Werte sind synthetisch und keine realen Marktpreise.
Vollständiger Modellfall: Flur und Empfang im Bürotrakt
Auftrag, Annahmen und Lösungsvorschlag
Fiktiver Kundenauftrag: Ein neuer Bürotrakt mit einem 12 m langen Flur und Empfang soll eine vom Eingang, von der Mitte und vom Ende aus bedienbare Flurbeleuchtung erhalten. Das Licht soll nach einer einstellbaren Zeit selbsttätig ausgehen. Zusätzlich wird eine einfache Rufklingel am Empfang und ein separat geplanter Steckdosenstromkreis gewünscht. Der folgende Modellfall ist nur eine schulische Plansimulation; sämtliche Preise, Abmessungen und Lastannahmen sind erfunden.
| Vorgabe | Unterrichtsannahme | Daraus abgeleitete Anforderung |
|---|---|---|
| Flur | 12 m Länge, drei Bedienorte | Drei Taster -S1 bis -S3 |
| Beleuchtung | Zwei LED-Leuchten -E1 und -E2 mit je 18 W | Gemeinsame zeitabhängige Lichtfunktion |
| Abschaltzeit | 90 Sekunden als Kundenwunsch | Zeitfunktion von -K1, Anpassbarkeit dokumentieren |
| Empfang | Eine Rufstelle und ein Signalgeber -H1 | Eigenständiges Niedervolt-Rufschema; geeignete Systemdaten offen |
| Steckdosen | Drei Steckdosen, Modelllast gesamt 2.300 W | Eigener Stromkreis im Plan, nicht zur Beleuchtung addieren |
| Leitungsweg | 18 m Leuchtenzweig; 28 m Steckdosenzweig | Spannungsfallrechnungen getrennt ausführen |
Planentscheidung: Für die geforderte automatische Ausschaltung wird im Unterrichtsmodell eine Treppenlicht-Zeitschaltung statt einer Stromstoßfunktion ohne Zeitabschaltung gewählt. Die funktionale Ablaufbeschreibung lautet: Ein Tasterimpuls erzeugt das Startsignal für -K1, der programmierte Zeitausgang speist die Beleuchtungsfunktion, nach Ablauf der eingestellten Zeit endet das Signal. Die Rufanlage wird unabhängig davon geplant. Die tatsächliche Sicherheits- und Geräteauswahl bleibt offen, bis eine Elektrofachkraft Netzsystem, Schutz, Lastdaten und aktuelle Anforderungen freigegeben hat.
Musterarbeitsprodukte: Funktionsmatrix und Planindex
| Auslöser | Zustand vor Ereignis | Erwartete Modellreaktion | Prüfbare Dokumentation |
|---|---|---|---|
| Taster -S1 betätigt | Beleuchtung aus | Zeitglied startet, -E1/-E2 an | Funktionsmatrix Zeile F1 |
| Taster -S3 betätigt | Beleuchtung aus | Gleiche Reaktion wie bei -S1 | Funktionsmatrix Zeile F2 |
| Zeit von 90 Sekunden abgelaufen | Beleuchtung an | -E1/-E2 aus | Funktionsmatrix Zeile F3 |
| Ruftaster Empfang betätigt | Rufsignal aus | -H1 meldet nach vereinbarter Logik | Separates Rufschema R1 |
| Steckdosen genutzt | Lichtzustand beliebig | Kein Einfluss auf Lichtsteuerung | Getrennter Stromkreis SK2 |
Muster-Planindex: E-01 Raumbuch und Installationsgrundriss mit Positionen; E-02 Funktionsstromlaufplan Flurlicht und Betriebskennzeichen; E-03 separates Rufschema; E-04 Stromkreisliste und Schutzkonzept als Prüfauftrag; E-05 Leitungsberechnung und Stückliste; E-06 Kostenübersicht, Revisionsblatt und offene Punkte. Zu jedem Blatt gehören Blattnummer, Legende, Maßstab falls erforderlich, Bearbeitungsstatus und Revision.
Prüfauftrag an die Elektrofachkraft: Netzsystem vor Ort, Abschaltbedingungen, Schutzgerätewahl, Leiterdimensionierung einschließlich Verlegebedingungen, Rufsystem-Schnittstellen, Leuchteneignung und normative Bemessung sind noch zu überprüfen. Weder die Musterkennzeichen noch die Rechenergebnisse erlauben eine reale Schalthandlung.
Rechenweg, Stückliste und Angebotsbeispiel
Lichtlast: P = 2 · 18 W = 36 W; bei 230 V und idealisierter Leistungsfaktorannahme 1 ist I_B ≈ 36 W / 230 V = 0,157 A. Bei l = 18 m und A = 1,5 mm² ergibt das im Kupfermodell ΔU ≈ 2 · 18 · 0,157 · 0,0178 / 1,5 = 0,067 V beziehungsweise 0,029 %. Bei realen LED-Treibern muss der Leistungsfaktor und gegebenenfalls das Einschaltverhalten aus Herstellerdaten beurteilt werden.
Steckdosen-Modelllast: I_B = 2.300 W / 230 V = 10,0 A. Mit l = 28 m und A = 2,5 mm² folgt ΔU ≈ 2 · 28 · 10 · 0,0178 / 2,5 = 3,99 V, also 1,73 %. Der geringere Spannungsfall im Vergleich zur 1,5-mm²-Modellvariante ist ein Auswahlargument, aber noch kein normativer Endnachweis.
| Position | Menge × synthetischer Einzelpreis | Materialnetto |
|---|---|---|
| LED-Leuchten | 2 × 35,00 Euro | 70,00 Euro |
| Taster | 3 × 18,00 Euro | 54,00 Euro |
| Treppenlicht-Zeitgerät | 1 × 65,00 Euro | 65,00 Euro |
| Rufset | 1 × 85,00 Euro | 85,00 Euro |
| Steckdosen | 3 × 12,00 Euro | 36,00 Euro |
| Modell-Leitung Flur | 20 m × 2,20 Euro | 44,00 Euro |
| Modell-Leitung Steckdosen | 32 m × 3,50 Euro | 112,00 Euro |
| Installationsrohr | 45 m × 1,20 Euro | 54,00 Euro |
| Schutzkomponenten, nur Kalkulationsposten | 2 × 38,00 Euro | 76,00 Euro |
| Kleinteile | 1 × 40,00 Euro | 40,00 Euro |
| Materialsumme | Rechenkontrolle | 636,00 Euro |
| Modell-Arbeitszeit | 6 h × 60,00 Euro | 360,00 Euro |
| Gesamt netto | 636,00 + 360,00 Euro | 996,00 Euro |
| Umsatzsteuer im Rechenbeispiel | 19 % von 996,00 Euro | 189,24 Euro |
| Gesamt brutto | 996,00 + 189,24 Euro | 1.185,24 Euro |
Plausibilitätskontrolle: Die für die Kalkulation angesetzten Materialmeter sind nicht mit den einfachen elektrischen Leitungslängen identisch; Reserven, Wegführung und Verschnitt sind ausgewiesen zu begründen. Die Auswahl eines konkreten Schutzgeräts erfolgt nicht durch den Preisposten. Der Bruttowert ist nur ein synthetischer Unterrichtsbetrag, weder Angebot noch Kostenprognose.
Fachliches Bewertungsraster für den Modellfall
| Bewertungsaspekt | Maximalpunkte | Volle Punktzahl bei |
|---|---|---|
| Auftragsanalyse | 4 | Alle Nutzungen, drei Bedienorte, Zeitfunktion und getrennte Rufaufgabe erkannt |
| Funktionskonzept | 6 | Schaltungswahl begründet, Ablaufmatrix fehlerfrei, Licht/Ruf/Steckdosen getrennt |
| Technische Dokumentation | 6 | Vollständiger Planindex, eindeutige Kennzeichen und Revisionshinweise |
| Schutz- und Sicherheitsbewertung | 6 | Offene Normprüfungen ausgewiesen, keine unzulässige Freigabe, zuständige Elektrofachkraft benannt |
| Fachrechnen | 4 | Beide Ströme und Spannungsfälle mit Formel, Einheiten, Annahmen und Rundung richtig |
| Kosten und Qualitätskontrolle | 4 | Stückliste mit 636 Euro Material, 996 Euro netto, 1.185,24 Euro brutto, nachvollziehbarer Plausibilitätscheck |
| Summe | 30 | Mindestens 24 Punkte: fachlich überzeugende Unterrichtsplanung; keine Anlagenfreigabe |
Fehlerbild mit Musterdiagnose: Eine fremde Musterlösung nennt beim Steckdosenzweig 1,73 V statt 1,73 %. Diagnose: Relative und absolute Werte wurden verwechselt. Korrekt sind 3,99 V und 1,73 % von 230 V. Eine weitere Fremdlösung nutzt einen Stromstoßschalter ohne Timer. Diagnose: Die automatische Ausschaltanforderung fehlt; die Funktionswahl muss überarbeitet werden. Fachlich gute Rückmeldungen benennen jeweils Befund, betroffene Anforderung, Korrektur und erneute Prüfmethode.
Interaktive Aufgaben
Multiple-Choice: Wissen anwenden
Welches Dokument hält die Nutzung und benötigten Betriebsmittel je Raum für die Planung besonders übersichtlich fest? (Raumbuch) (!Prüfplakette) (!Lieferschein) (!Energieabrechnung)
Rückmeldung: Im Raumbuch stehen Anforderung, Raum-ID und Betriebsmittel; eine Prüfplakette belegt keine Planungsanforderung.
Welche Schaltfunktion erfüllt drei Bedienstellen und eine automatische Ausschaltung nach einer vorgegebenen Zeit? (Treppenlicht-Zeitschaltung) (!Einfacher Ausschalter) (!Stromstoßschaltung ohne Zeitfunktion) (!Reine Steckdosenverteilung)
Rückmeldung: Das Zeitglied ist entscheidend; ein Stromstoßgerät ohne Zeitfunktion hält den Zustand bis zum nächsten Impuls.
Was kennzeichnet im TN-S-System die Leiterführung? (Neutralleiter und Schutzleiter sind getrennt geführt) (!Schutzleiter und Außenleiter sind identisch) (!Es gibt grundsätzlich keinen Neutralleiter) (!Die Anlage besitzt keine Schutzleiter)
Rückmeldung: N und PE werden getrennt betrachtet; aus dem Netzsystem allein folgt kein vollständiger Abschaltnachweis.
Welche Schutzeinrichtung reagiert auf die Differenz zwischen hin- und zurückfließenden Strömen? (Fehlerstrom-Schutzeinrichtung) (!Einfacher Lichtschalter) (!Kabelkanal) (!Installationsrohr)
Rückmeldung: Ein RCD erfasst Fehlerstromdifferenzen, schützt aber allein nicht vor jedem Überlast- oder Kurzschlussfall.
Wie groß ist im vereinfachten ohmschen Modell der Strom bei 2300 Watt und 230 Volt? (10 Ampere) (!1 Ampere) (!23 Ampere) (!100 Ampere)
Rückmeldung: Teile 2300 Watt durch 230 Volt und gib die Einheit Ampere an; reale Lasten erfordern zusätzliche Kenndaten.
Was passiert im einfachen Spannungsfallmodell bei gleicher Länge und Last, wenn der Kupferquerschnitt vergrößert wird? (Der Spannungsfall sinkt) (!Der Spannungsfall verdoppelt sich stets) (!Die Leistung des Verbrauchers verschwindet) (!Die Frequenz wird gleich null)
Rückmeldung: Der Leiterquerschnitt steht im Nenner der Näherungsformel; die Schutzbewertung bleibt eine eigene Aufgabe.
Wozu dient eine Stückliste im Installationsprojekt? (Zur Zuordnung von Bauteilen Kennzeichen Mengen und Beschaffungsdaten) (!Zum Ersatz aller Schaltpläne) (!Als alleiniger Nachweis der elektrischen Sicherheit) (!Zur Festlegung der Netzfrequenz)
Rückmeldung: Stücklisten verbinden die technische Dokumentation mit Material und Kalkulation; sie ersetzen keine Funktions- oder Sicherheitsprüfung.
Welche Aussage über Wohnungs-Ausstattungswerte ist fachlich korrekt? (RAL-RG 678 beschreibt unterschiedliche Ausstattungsstandards) (!Alle Bürogebäude müssen automatisch denselben Wohnungsstandard erfüllen) (!Drei Sterne bedeuten eine universelle Schutzfreigabe) (!Ausstattungswerte ersetzen aktuelle Fachnormen)
Rückmeldung: Ausstattungsstandards erleichtern den Vergleich, sind aber weder allgemeine Sicherheitszertifikate noch ohne Prüfung auf andere Gebäude übertragbar.
Welches Vorgehen verbessert die Qualität einer CAD-Dokumentation am stärksten? (Eindeutige Kennzeichen Legende und Revisionsstand verwenden) (!Alle Kennzeichen weglassen) (!Nur eine nicht bemaßte Skizze abgeben) (!Änderungen ohne Versionshinweis überschreiben)
Rückmeldung: Eindeutige Referenzen machen Pläne prüfbar und halten Entscheidungen über Planversionen hinweg nachvollziehbar.
Wie hoch ist die Nettosumme des synthetischen Modellfalls aus 636 Euro Material und 360 Euro Arbeit? (996 Euro) (!636 Euro) (!360 Euro) (!1185 Euro)
Rückmeldung: Addiere beide Nettopositionen; der höhere Bruttowert entsteht erst nach der separat ausgewiesenen Steuer.
Memory: Fachbegriff und Funktion
Ordne sieben verschiedene Begriffe den passenden Erklärungen zu. Wiederhole die Zuordnung, bis du die Unterschiede ohne Auswahlhilfe erklären kannst.
| Raumbuch | Anforderungen und Geräte je Raum strukturiert dokumentieren |
| Taster | Nur während der Betätigung ein Schaltsignal geben |
| Stromstoßgerät | Den Schaltzustand bei jedem vorgesehenen Impuls verändern |
| Zeitrelais | Nach festgelegtem Zeitablauf einen Ausgangszustand verändern |
| Schutzleiter | Leiter für die Schutzfunktion elektrischer Betriebsmittel |
| Stückliste | Positionen und Mengen zur Zeichnung zuordnen |
| Spannungsfall | Differenz zwischen Versorgungsspannung und Spannung am betrachteten Lastpunkt |
Drag-and-drop: Planungsergebnisse zuordnen
Ziehe die fünf Fachbegriffe zu ihren Beschreibungen. Alle Zuordnungen betreffen Dokumentation und Planung, nicht das praktische Verdrahten.
| Passender Fachbegriff | Zugehörige Planungsaufgabe |
|---|---|
| Installationsgrundriss | Räumliche Positionen von Leuchten und Bedienstellen zeigen |
| Funktionsmatrix | Reaktion von Tasterimpuls und Zeitablauf darstellen |
| Stromkreisliste | Verbrauchsgruppen und Schutznachweise strukturieren |
| Datenblatt | Technische Kennwerte und Bedingungen eines Betriebsmittels nachschlagen |
| Revisionsblatt | Änderungen und Bearbeitungsstände nachvollziehbar erfassen |
Kreuzworträtsel: Terminologie
Trage die sechs Fachwörter ein. Umlaute und „ß“ sind reguläre Buchstaben.
| Schutzleiter | Welcher Leiter erfüllt die vorgesehene Schutzfunktion eines Betriebsmittels? |
| Stückliste | Wie heißt die mengenbezogene Materialaufstellung zum technischen Plan? |
| Stromstoß | Welches Wort bezeichnet einen kurzen Impuls für ein dafür vorgesehenes Schaltgerät? |
| Spannungsfall | Wie heißt die Spannungsdifferenz entlang einer belasteten Leitung? |
| Raumbuch | Welches Dokument listet Anforderungen und Betriebsmittel raumweise? |
| Zeitrelais | Welches Gerät steuert eine Funktion in Abhängigkeit von einer eingestellten Zeit? |
LearningApps: Weitere Übungsformate
Die Suche zeigt thematisch verwandte LearningApps-Beiträge; Qualität, Urheberrecht und Eignung einzelner Treffer müssen vor der Nutzung überprüft werden.
Lückentext: Vom Auftrag bis zum Kostenblatt
Offene Aufgaben
Löse genau zwölf produktorientierte Aufgaben in der Reihenfolge der Niveaustufen. Nutze ausschließlich fiktive Projektdaten, Papierpläne, Tabellen und freigegebene Simulationen. Keine eigenständigen elektrischen Versuche.
Leicht
- Raumbuch: Erstelle für den fiktiven Flur F-01 eine Tabelle mit fünf Raum- und Funktionsanforderungen und markiere zwei offene Kundenfragen.
- Installationsschaltung: Zeichne eine reine Funktionsskizze und erläutere den Unterschied zwischen Ausschaltung, Wechselschaltung und Treppenlicht-Zeitschaltung in je einem Satz.
- Netzsystem: Markiere auf zwei bereitgestellten Schemaabbildungen N, PE und die jeweiligen Erdungsbeziehungen; begründe einen Unterschied zwischen TN-S und TT.
- Stückliste: Übertrage fünf Modell-Betriebsmittel des Flurauftrags mit Kennzeichen, Funktion und Menge in eine Liste.
Standard
- Stromlaufplan: Leite aus dem fiktiven Kundenwunsch eine Funktionsmatrix mit drei Tastern und zwei LED-Leuchten ab; stelle zusätzlich einen CAD-Planindex mit vier Blättern zusammen.
- Spannungsfall: Rechne den Spannungsfall für 28 m, 10 A, Kupfer und 1,5 sowie 2,5 mm² mit allen Einheiten und deute das Ergebnis als Modellvergleich.
- Technisches Datenblatt: Vergleiche zwei erfundene LED-Datenblätter mit 18 W und 24 W, unterschiedlichen Wirkungsgraden und Schutzarten; dokumentiere fehlende Eignungsnachweise.
- Angebot: Prüfe und erkläre die Netto-, Umsatzsteuer- und Bruttorechnung des synthetischen Modellfalls; ergänze zwei Kostenrisiken ohne realen Marktpreisbezug.
Schwer
- Fehlerdiagnose: Analysiere eine absichtlich fehlerhafte Planvariante, in der Taster als Schalter modelliert und Ruf- und Lichtfunktion vermischt sind; entwickle eine nachvollziehbare Revisionsliste.
- Elektroinstallation: Entwerfe für zwei unterschiedliche fiktive Kundenbedürfnisse zwei Lichtsteuerungskonzepte und bewerte beide nach Funktion, Wirtschaftlichkeit, Energie, Bedienbarkeit und Prüfaufwand.
- Leitungsdimensionierung: Erstelle ein begründetes Prüfblatt, das Betriebsstrom, vorgeschlagenen Schutzgerätestrom, normativ noch zu prüfende Strombelastbarkeit, Verlegefaktoren und Spannungsfall trennt.
- Qualitätssicherung: Entwickle ein Auditpaket aus Planindex, offenen-Punkte-Liste, Prüfnachweis-Anforderung, Kostenauswertung und fachlich begründeter Übergabe an eine Elektrofachkraft.


Lösungshinweise und Musterprodukte zu den zwölf Aufgaben
Die offenen Aufgaben haben mehrere fachlich vertretbare Lösungen. Folgende kompakte Erwartungshorizonte dienen der Selbst- und Partnerkontrolle; echte Ausführungsfreigaben sind ausdrücklich ausgeschlossen.
| Aufgabe | Mindest-Musterprodukt | Fachliche Kriterien |
|---|---|---|
| Leicht 1 | Raumbuchtabelle F-01 mit drei Bedienstellen, zwei Leuchten, Zeitfunktion, Rufstelle und Planstand | Bedürfnisse vollständig und offene Fragen sichtbar |
| Leicht 2 | Drei beschriftete Funktionskästen mit Schalter, Wechselbedienung und Timer | Anzahl der Bedienstellen und Zeitverhalten richtig unterschieden |
| Leicht 3 | Zwei beschriftete Erdungsschemata | N und PE im TN-S getrennt, TT-Anlagenerder erfasst, keine Freigabebehauptung |
| Leicht 4 | Liste mit Tastern 3, Leuchten 2, Zeitgerät 1, Rufset 1, Steckdosen 3 | Eindeutige Kennzeichen, plausible Mengen, keine Vermengung |
| Standard 5 | Vier Funktionszeilen plus Planindex | Tasterereignis und Zeitablauf sachlogisch, Planrevision vorhanden |
| Standard 6 | Rechenblatt mit 6,65 V und 2,89 % sowie 3,99 V und 1,73 % | Formel, Einheiten, Rundung und Grenzen dokumentiert |
| Standard 7 | Vergleichsmatrix mit Leistungsaufnahme, Schutzart, Betriebsbedingungen | Fehlende Daten als offene Prüfanforderungen benannt |
| Standard 8 | Kalkulationsblatt mit 636 Euro Material, 996 Euro netto, 189,24 Euro Steuer, 1.185,24 Euro brutto | Rechenweg korrekt, Preisannahmen als fiktiv markiert |
| Schwer 9 | Änderungsliste mit Fehlernummer, Anforderung, Korrektur, Nachkontrolle | Ursache statt bloßem Symptom beschrieben |
| Schwer 10 | Bewertungsmatrix für Zeitsteuerung versus Dauerzustandssteuerung | Kundenwunsch und Zielkonflikte gewichtet, kein Automatismus behauptet |
| Schwer 11 | Bemessungs-Checkliste mit offenem I_z und Schutzfragen | Unterrichtsabschätzung klar von normativem Nachweis getrennt |
| Schwer 12 | Sechs Dokumente oder Register mit Übergabevermerk | Vollständigkeit, Planversion, Prüfbarkeit und Zuständigkeit nachgewiesen |
Lernkontrolle
- Anforderungsanalyse: Ein Kunde fordert automatisches Ausschalten, die Zeichnung zeigt nur ein bistabiles Stromstoßgerät. Beschreibe den Widerspruch, eine Korrektur und einen prüfbaren Abnahmesatz. Musterkriterium: Zeitforderung in Matrix und Plan konsistent.
- Planprüfung: Im Raumbuch stehen drei Taster, im Installationsplan nur zwei. Formuliere eine dokumentierte Fehlerdiagnose und einen Revisionsablauf. Musterkriterium: Quellenabgleich, Kennzeichen, neuer Planstand.
- Fachrechnen: Berechne die idealisierte Stromaufnahme für 1.150 W bei 230 V und den Spannungsfall bei 20 m, 5 A, 2,5 mm² Kupfer. Muster: 5 A, circa 1,42 V beziehungsweise 0,62 %; reale Nachweise gesondert.
- Schutzkonzept: Ein Entwurf sieht einen RCD vor, enthält aber keinen dokumentierten Überstromschutz. Beurteile die Lücke. Musterkriterium: RCD-Funktion und Leitungsschutz als verschiedene Aufgaben erkannt.
- Datenbewertung: Ein Datenblatt nennt 18 W, ein anderes 24 W. Berechne den Energieunterschied bei 1.000 Stunden für je eine Leuchte. Muster: 6 kWh, ohne Aussage zur Lichtqualität oder Eignung.
- Transfer: Eine Wohnungsausstattungsrichtlinie wird ohne Prüfung auf einen Büroflur übertragen. Begründe, weshalb du Nutzung, geltende Vorgaben und Kundenanforderung gesondert dokumentieren musst. Musterkriterium: Geltungsbereich reflektiert.
Lernnachweis
Als Lernnachweis gibst du eine digitale ETS-Planungsmappe zu einem vollständig fiktiven Bereich ab. Sie enthält ein Raumbuch und Lastenheft, ein kommentiertes Funktionsschema einschließlich Licht- und Rufaufgabe, einen CAD-orientierten Installationsplan mit Legende und Revision, eine Netz- und Schutzkonzept-Checkliste mit offenen normativen Nachweisen, fachlich nachvollziehbare Strom- und Spannungsfallrechnungen, eine mengenbezogene Stückliste und einen synthetischen Kostenauszug. Ergänze eine Risiko- und Fehlerliste sowie eine kurze begründete Variantenentscheidung.
Leistungsnachweis: Bewerte zunächst selbst mit dem 30-Punkte-Raster aus dem Modellfall, lasse danach eine Partnerkontrolle durchführen und arbeite Rückmeldungen sichtbar in einer neuen Planrevision ein. Ein guter Lernnachweis ist reproduzierbar, unterscheidet Annahmen und überprüfte Aussagen, nennt Herkunft und Nutzungsrechte verwendeter Medien und beansprucht keine reale Anlagenfreigabe. Die abschließende fachliche Bewertung erfolgt durch die Lehrkraft beziehungsweise die ausbildende Fachperson.
OER und Wikipedia
Verifizierte fachliche Grundlagen (Stand der Quellenprüfung: Oktober 2026):
- KMK-Rahmenlehrplan Technischer Systemplaner, Lernfeld 6 ETS auf PDF-Seite 35: Originallehrplan, KMK, 27.05.2011; amtlicher Bildungsrahmen, kein frei nachnutzbares OER behauptet.
- BIBB-Berufsprofil Technischer Systemplaner, Fachrichtung Elektrotechnische Systeme: Beruf, Fachrichtung, Ausbildungsdauer und Ordnungsmittel.
- Ausbildungsordnung im Bundesrecht: Regelungen zur Ausbildung und gestreckten Prüfung im ETS-Zweig; kein Abdruck der geschützten/amtlichen Originalaufgaben.
- HEA-Ausstattungsstandards RAL-RG 678: fachlicher Überblick zu Ausstattungswerten; Originalrichtlinie und aktuelle Normen gesondert prüfen.
- DIN-Informationsseite zu DIN 18015-2: Einordnung der Mindestausstattung; kein freier Zugriff auf Volltext der Norm zugesichert.
- Wikipedia: Elektroinstallation: einführender Überblick, kollektiv erstellt, Text grundsätzlich CC BY-SA nach dortigen Bedingungen; fachliche Normenaussagen mit Originalquellen abgleichen.
Geprüfte Bilder und Rechte: Alle folgenden Dateinamen wurden anhand der zugehörigen Wikimedia-Commons-Dateiseiten geprüft. Die Lizenz bezieht sich jeweils auf die Datei, nicht auf die Zulässigkeit einer realen Installation.
| Datei | Nachweis und Autor | Angegebene Nutzungsrechte | Einsatz |
|---|---|---|---|
| Opened distribution board.jpg | Santeri Viinamäki, Wikimedia Commons | CC BY-SA 4.0 | Verteilerfoto |
| 3-way switch animated.gif | Cburnett/Fastfission, Wikimedia Commons | CC BY-SA 3.0 | Funktionsanimation |
| Dzwonek-schemat.PNG | Julo, Wikimedia Commons | Gemeinfrei laut Dateiseite | Klingelprinzip |
| TN-S-earthing.svg | DiscreetParrot, Wikimedia Commons | CC0 1.0 | Netzsystemskizze |
| TT-earthing.svg | DiscreetParrot, Wikimedia Commons | CC0 1.0 | Netzsystemskizze |
| ABB RCBO.jpg | Jahoe, Wikimedia Commons | Gemeinfrei laut Dateiseite | FI/LS-Beispiel |
Videos und Rechte: Der Elektriker: Stromstoßschaltung, 2016 und ElektroVerstehen: RCD erklärt, 2025 wurden als tatsächlich existierende Videos mit passendem Beschreibungstext geprüft. Die Videos sind keine von uns als frei lizenziert bezeichneten OER; für Bearbeitungen oder Weiterveröffentlichung gelten die Rechte und YouTube-Nutzungsbedingungen. Sie dienen nur der beobachtenden Theoriearbeit, nicht der praktischen Arbeitsanweisung.
Verknüpfte Lernbereiche
Die beruflichen Anschlusskompetenzen verbinden Technisches Zeichnen, CAD, Elektrotechnik, Mathematik, Projektmanagement, Arbeitssicherheit, Energieeffizienz und Qualitätssicherung. Die beiden expliziten ETS-Kursverweise und das Berufsportal sind als interne Navigationsziele formuliert; überprüfe die tatsächliche Seitenexistenz im Wiki vor der Nutzung. Als Vorwissen dient das Analysieren elektrotechnischer Systeme, als nächster Lernschritt das Analysieren und Anpassen von Steuerungen.
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