Fachübungen 8 SMT – Durchführung eines Bauvorhabens planen – Fachrichtung Stahl- und Metallbautechnik (SMT) - Technischer Systemplaner
Fachübungen 8 SMT – Durchführung eines Bauvorhabens planen – Fachrichtung Stahl- und Metallbautechnik (SMT) - Technischer Systemplaner
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Einleitung
Du arbeitest im zweiten Ausbildungsjahr als angehende Technische Systemplanerin oder angehender Technischer Systemplaner in der Fachrichtung Stahl- und Metallbautechnik (SMT). In Lernfeld 8 planst du nicht selbst die Ausführung gefährlicher Arbeiten, sondern erstellst, prüfst und koordinierst technische Unterlagen, mit denen ein Stahlbauvorhaben nachvollziehbar vorbereitet werden kann. Du lernst, Genehmigungsgrundlagen auszuwerten, Maße zu prüfen, Baustellenflächen zu planen, Vorgangsfolgen zu berechnen sowie die Randbedingungen für Hebevorgänge zu dokumentieren.
Der KMK-Rahmenlehrplan vom 27. Mai 2011 nennt für Lernfeld 8 SMT: Durchführung eines Bauvorhabens planen im zweiten Ausbildungsjahr einen Zeitrichtwert von 40 Stunden. Er nennt ausdrücklich die Landesbauordnung, Umweltrecht, VOB, Baugenehmigung, Baustelleneinrichtung, Bauablauf, Aufmaß, Toleranzen, Hebezeuge, Anschlagmittel, Unfallverhütungsvorschriften, Netzplantechnik, Prüfmittel und Kräftebestimmung. Die geltende Ausbildungsordnung für den Beruf wurde am 21. Juni 2011 erlassen, trat am 1. August 2011 in Kraft und wurde 2014 geändert. Die Fachrichtung SMT gehört zu der 42 Monate umfassenden Ausbildung; die Abschlussprüfung ist gestreckt. Konkrete Prüfungstermine, Aufgabensammlungen und Gewichtungen sind nicht Gegenstand dieses Übungskurses. KMK-Rahmenlehrplan, S. 28 · BIBB-Berufsprofil SMT · Ausbildungsordnung
Lernziele: Du kannst eine Planungsakte strukturieren, vertragliche und behördliche Anforderungen unterscheiden, einen vereinfachten Terminplan aus Vorgangsbeziehungen berechnen, Koordinaten und Toleranzen beurteilen, eine symbolische Kräfteberechnung durchführen und einen vollständigen Modellfall mit begründeten Prüfschritten dokumentieren. Alle Maß-, Last- und Zeitangaben der Übungen sind erfunden. Sie ersetzen keine Statik, Baustellenfreigabe, Gefährdungsbeurteilung oder fachkundige Montageplanung.

Stahlrahmen im Bauzustand: Für die Planung müssen Unterlagen, Stabilität während der Bauphasen, Logistik und Schnittstellen berücksichtigt werden. Quelle: Wikimedia Commons, Wikideas1, CC0 1.0.
Genehmigungen, Verträge und Planungsunterlagen verstehen
Rechtsrahmen und Rollen abgrenzen
Baugenehmigung und genehmigte Bauvorlagen legen für ein konkretes Vorhaben verbindliche Rahmenbedingungen fest. Welches Verfahren und welche Unterlagen erforderlich sind, richtet sich nach der jeweils geltenden Landesbauordnung und den örtlichen Umständen. Eine planerische Zeichnung ist nicht automatisch genehmigt. Kläre deshalb vor dem Zeichnen: Welche Behörde und Genehmigungsfassung sind maßgeblich? Welche Nebenbestimmungen liegen vor? Gibt es brandschutztechnische, nachbarrechtliche oder umweltrechtliche Anforderungen? Wer darf eine Planänderung verbindlich freigeben?
Die VOB (Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen) behandelt unterschiedliche Ebenen: VOB/A betrifft die Vergabe, VOB/B mögliche Vertragsbedingungen, VOB/C allgemeine technische Vertragsbedingungen. Sie ersetzt weder öffentliches Baurecht noch statische Nachweise. Die Einbeziehung insbesondere der VOB/B hängt vom konkreten Vertrag ab. Technische Systemplanende erfassen solche Anforderungen in einer Prüfliste und kennzeichnen offene Entscheidungen; sie übernehmen keine hoheitliche Genehmigung oder Bauleitung ohne entsprechende Zuständigkeit.
| Dokument | Leitfrage | Ergebnis im Planungsprozess |
|---|---|---|
| Baugenehmigung und Anlagen | Welche Fassung, Auflagen und Grenzen sind genehmigt? | Dokumentenverzeichnis und Auflagenliste |
| Freigegebene Tragwerksunterlagen | Welche Anschlüsse und Lastannahmen sind verbindlich? | Verweis auf geprüfte Planstände |
| Architekten- und Bestandspläne | Welche Achsen, Höhen und Fremdgewerke sind betroffen? | Koordinierte Referenzzeichnung |
| Leistungsverzeichnis und Vertrag | Was ist geschuldet und wie wird abgerechnet? | Leistungsabgrenzung, offene Rückfragen |
| Prüf- und Freigabevermerke | Wer zeichnet was verantwortlich frei? | Freigabematrix mit Versionsständen |
Typischer Fehler: Ein alter Lageplan wird verwendet, obwohl die Genehmigung eine neuere Fassung enthält. Gegenmaßnahme: Planindex, Datum, Urheber, Genehmigungsbezug und Freigabestatus in einem zentralen Planregister abgleichen. Nicht freigegebene Unterlagen niemals als Montagegrundlage kennzeichnen.
Planlauf und Änderungsmanagement
Eine Planliste enthält mindestens Plannummer, Titel, Maßstab, Revisionsindex, Datum, Bearbeitungsstand, Prüfer und Freigabestatus. Der Ablauf lautet: Anforderung erfassen → Ausgangsdaten prüfen → Entwurf erstellen → fachlich koordinieren → durch zuständige Stelle prüfen und freigeben → aktuelle Fassung verteilen → alte Version archivieren. Eine Kollision zweier Gewerke wird als offener Punkt dokumentiert und mit einer verantwortlichen Person sowie Frist versehen. Nutze CAD, Technische Zeichnung und Stückliste als Grundlage für nachvollziehbare Montagepläne.
Beispiel: Im Plan S-104 Revision B ist die Achse einer Stahlstütze um 15 mm verschoben, während Revision A unverändert im Lager liegt. Eine saubere Übergabeliste fordert die Rücknahme von Revision A, die Prüfung der Anschlussdetails und eine neue Freigabe. Eine technische Systemplanung dokumentiert die Differenz, entscheidet aber nicht eigenmächtig über einen statisch relevanten Umbau.
Baustellenaufmaß, Koordinaten und Toleranzen auswerten
Bezugssystem und Messmittel
Aufmaß bedeutet die dokumentierte Erfassung der Ist-Geometrie. Ein Festpunkt ist ein gesicherter Referenzpunkt mit bekannten Koordinaten. In Stahlbauzeichnungen müssen Achsen, Höhenbezug, Nullpunkt, Maßeinheiten und Messdatum eindeutig sein. Eine Totalstation beziehungsweise ein Tachymeter kann Richtungen und Strecken zur Koordinatenbestimmung messen; eine Nivellierausrüstung dient etwa der Höhenkontrolle. Die Auswahl, Prüfung und praktische Bedienung der Geräte erfolgt unter Anleitung zuständiger Fachkräfte.

Vermessung mit Totalstation als Beispiel für die Aufnahme von Baustellenmesspunkten. Quelle: Wikimedia Commons, Indrajit Das, CC BY-SA 4.0.
In der rechnerischen Lernübung verwendest du ein rechtwinkliges Koordinatensystem: X verläuft in Gebäudelängsrichtung, Y quer dazu, Z gibt die Höhe an. Die Sollstrecke zwischen P(0;0) und Q(6000;3000) in Millimetern beträgt nach dem Satz des Pythagoras: d = Quadratwurzel aus 6000² + 3000² = Quadratwurzel aus 45 000 000 = 6708,2 mm. Eine Zeichnung im Maßstab 1:100 zeigt eine reale Strecke von 6000 mm als 60 mm. Ein häufiger Fehler ist das Vermischen von Metern und Millimetern oder das Verwechseln der Höhenbezugssysteme.
Toleranzen und Schnittstellen beurteilen
Sollmaß bezeichnet die geplante Geometrie, Istmaß das gemessene Ergebnis. Eine Abweichung ist Ist minus Soll. Eine Toleranz definiert den vereinbarten beziehungsweise regelwerksbezogenen zulässigen Bereich. Die tatsächlichen Anforderungen ergeben sich aus den konkret anwendbaren Normen, Planungen und Vertragsunterlagen. Eine im Unterricht erfundene Projekttoleranz ist kein allgemeiner Grenzwert für Stahlbauarbeiten.
Beispiel mit nur für diese Übung festgelegtem Prüfbereich ±8 mm: Soll-X = 6000 mm, Ist-X = 6007 mm → Abweichung +7 mm, innerhalb des Lern-Prüfbereichs. Soll-Y = 3000 mm, Ist-Y = 3009 mm → Abweichung +9 mm, außerhalb. Deshalb muss der Y-Befund dokumentiert und durch die zuständige Planung geklärt werden. Ein vermeintlich passender Schraubanschluss kompensiert eine Maßabweichung nicht automatisch. Auf keinen Fall durch Aufweiten von Bohrungen, Verspannen oder ungenehmigtes Nacharbeiten „passend machen“.
Planprodukt: Eine Toleranztabelle enthält Bauteil, Bezugsachse, Soll, Ist, Differenz, maßgebliches Kriterium, Bewertung und Entscheidung zur weiteren Klärung.
| Merkmal | Soll | Ist | Differenz | Unterrichtlicher Prüfbereich | Befund |
|---|---|---|---|---|---|
| Achse X | 6000 mm | 6007 mm | +7 mm | ±8 mm | innerhalb |
| Achse Y | 3000 mm | 3009 mm | +9 mm | ±8 mm | außerhalb, Klärung |
| Höhenlage Z | 3200 mm | 3198 mm | −2 mm | ±5 mm | innerhalb |
Baustelleneinrichtung, Materialfluss und Umweltschutz planen
Flächenbedarf und Wegekonzept
Ein Baustelleneinrichtungsplan ordnet Zufahrt, Materialannahme, Zwischenlager, Arbeits- und Bewegungsflächen, Container, Entsorgung, geschützte Verkehrswege sowie abgesperrte Gefahrenbereiche zu. Er berücksichtigt die Nachbarschaft, Umweltauflagen, Tragfähigkeit des Untergrunds, Rettungswege und Schnittstellen zu anderen Gewerken. Eine räumliche Skizze ist nur ein erster Planungsentwurf, keine betriebliche Freigabe.

Beispiel eines Lageplans als Darstellungshilfe; nicht als Vorlage für eine echte Stahlbaustelle verwenden. Quelle: Wikimedia Commons, Bajoga2021, CC BY-SA 4.0.
Maßstabsrechnung: Ein synthetisches Baufeld von 40 m × 30 m erscheint bei 1:200 als 200 mm × 150 mm. Eine Lagerfläche von 8 m × 4 m beansprucht 32 m² und wird mit 40 mm × 20 mm gezeichnet. Diese Fläche kann betrieblich unzureichend sein; die Übung bewertet nur die rechnerische Darstellung und die Vollständigkeit der Planungsfragen.
| Bereich | Im Plan zu prüfen | Typischer Konflikt |
|---|---|---|
| Anlieferung | Zufahrt, Rangierfläche, Zeitfenster | Kreuzung mit Personenwegen |
| Lager | Stapelkonzept und Bauteilkennzeichnung | beschädigte Oberflächen und Blockaden |
| Hebebereich | Gefährdungszonen, Kranstandort und Tragfähigkeit als Prüfauftrag | nicht abgesperrter Verkehrsweg |
| Umwelt | Lärm, Staub, Niederschlagswasser und Abfalltrennung | unzulässige Einleitung oder Kontamination |
| Notfall | Flucht- und Rettungswege, Zugang für Hilfe | versperrte Rettungszufahrt |
Fehlerdiagnose: Wenn im Lageplan Stahlträger am einzigen Rettungsweg lagern oder ein Kranbereich eine öffentliche Fläche berührt, ist der Entwurf unvollständig. Markiere den Konflikt, fordere eine fachkundige Überarbeitung an und dokumentiere die verantwortliche Freigabestelle.
Sicherheit und Nachhaltigkeit als Planungsanforderung
Gefahren beim Stahlbau betreffen unter anderem schwebende Lasten, Absturz, instabile Bauzustände, Maschinen, Wetter, Lärm, Staub und gleichzeitige Gewerke. Du kannst Fragen für die Gefährdungsbeurteilung aufbereiten und Schutzmaßnahmen zeichnerisch berücksichtigen. Auswahl, Prüfung, Betrieb und Freigabe von Kran, Anschlagmitteln, Absturzschutz, elektrischen Anlagen und Hebearbeiten dürfen ausschließlich von dafür qualifizierten und zuständigen Personen erfolgen. Dieser Kurs enthält keine Arbeitsanweisung zur realen Durchführung.
Materialflüsse lassen sich über sortenreine Rücknahme, sparsame Schnittplanung, wiederverwendbare Verpackungen und passende Lieferlose verbessern. Umweltrechtliche Anforderungen und etwaige Genehmigungen sind projektspezifisch zu prüfen. Ein niedriger rechnerischer Transportaufwand ist nicht automatisch ein ausreichendes Nachhaltigkeitskonzept.

Turmdrehkran als Anschauungsbeispiel für das Thema Hebebereich und Bauablauf; keine Aussage zur Eignung für einen konkreten Lastfall. Quelle: Wikimedia Commons, High Contrast, CC BY 3.0 DE.
Ergänzendes Überblicksvideo „Baustelleneinrichtung – Was ist das?“; Inhalt als Orientierung kritisch prüfen, Freigaben nie aus dem Video ableiten. Videoquelle siehe Mediennachweis.
Bauablauf und Netzplantechnik berechnen
Arbeitspakete und Abhängigkeiten
Bauablaufplanung beschreibt die sachliche und zeitliche Reihenfolge der Arbeiten. Ein Vorgang hat eine Dauer und meist Vorgänger. Beim Vorgangsknotennetzplan steht jeder Vorgang in einem Knoten; Pfeile beschreiben Abhängigkeiten. FAZ ist der früheste Anfang, FEZ das früheste Ende, SAZ der späteste Anfang ohne Projektverzug, SEZ das späteste Ende und Gesamtpuffer die Differenz SAZ minus FAZ. Vorgänge ohne Gesamtpuffer bilden im einfachsten Ende-Anfang-Modell den kritischen Pfad.

Beispiel eines Gantt-Diagramms als grafische Ergänzung zum Netzplan. Quelle: Wikimedia Commons, Vheilman, CC BY-SA 3.0.
Für die folgende synthetische Planung gelten ganze Arbeitstage ab Zeitpunkt 0; alle Beziehungen sind Ende-Anfang-Beziehungen ohne zusätzliche Wartezeiten.
| Vorgang | Inhalt | Dauer in Tagen | Vorgänger | FAZ | FEZ |
|---|---|---|---|---|---|
| A | Unterlagen prüfen | 2 | keine | 0 | 2 |
| B | Aufmaß auswerten | 1 | A | 2 | 3 |
| C | Werkstattunterlagen und Fertigung koordinieren | 4 | A | 2 | 6 |
| D | Baustelleneinrichtung abstimmen | 2 | B | 3 | 5 |
| E | Lieferung koordinieren | 1 | C und D | 6 | 7 |
| F | Montagezeitfenster koordinieren | 2 | E | 7 | 9 |
| G | Prüfung und Dokumentation koordinieren | 1 | F | 9 | 10 |
Vorwärtsrechnung: FEZ = FAZ + Dauer. Bei mehreren Vorgängern gilt FAZ = größtes FEZ der Vorgänger. Für E also FAZ = max(6;5) = 6 und FEZ = 7. Rückwärtsrechnung: Beginnend beim Projektende 10 ergeben sich die spätesten Termine; bei mehreren Nachfolgern gilt SEZ = kleinstes SAZ der Nachfolger. Daraus ergibt sich für D ein Gesamtpuffer von 1 Tag. Der kritische Pfad ist A → C → E → F → G mit 10 Arbeitstagen. Die alternative Kette A → B → D → E → F → G dauert 9 Tage. Wird C um zwei Tage länger und keine Gegenmaßnahme wirksam, verschiebt sich das Projektende im vereinfachten Modell auf 12 Tage.
Gantt-Darstellung und Terminrisiken
| Vorgang | Tage 0–1 | 2–3 | 4–5 | 6–7 | 8–9 |
|---|---|---|---|---|---|
| A | ■■ | ·· | ·· | ·· | ·· |
| B | ·· | ■· | ·· | ·· | ·· |
| C | ·· | ■■ | ■■ | ·· | ·· |
| D | ·· | ·■ | ■· | ·· | ·· |
| E | ·· | ·· | ·· | ■· | ·· |
| F | ·· | ·· | ·· | ·■ | ■· |
| G | ·· | ·· | ·· | ·· | ·■ |
Legende: ■ = ein belegter Arbeitstag; · = kein belegter Tag. Diese Balken dienen der Illustration des oben berechneten Ablaufplans.
Ein Terminplan ist nur belastbar, wenn Lieferzeiten, Freigaben, Sperrungen, Personalverfügbarkeit und Schlechtwetterannahmen plausibel sind. Bei Änderungen dokumentierst du Ursache, Vorgang, betroffene Nachfolger, neue Termine und Freigaben. Typischer Fehler: Parallel laufende Vorgänge werden einfach addiert; richtig ist die längste zusammenhängende Vorgangskette unter Beachtung aller Abhängigkeiten.
Fachvideo zur Netzplantechnik und zum kritischen Pfad von wirtconomy. Übertrage die Methode auf das Stahlbau-Beispiel; Zahlen und Ablauf des Videos sind davon unabhängig.
Weiteres Fachvideo zur Vorwärts- und Rückwärtsterminierung von Stephanos. Verwende es zum Vergleich zweier Erklärwege.
Hebeplanung, Kraftmodelle und Prüfnachweise
Kräfte rechnerisch und grafisch einordnen
Beim Gedankenmodell einer symmetrischen Zweistrangaufhängung wirken die Gewichtskraft G senkrecht nach unten und die beiden Seilkräfte entlang der Stränge. Bei einem Strangwinkel α zur Vertikalen gilt für die ideal gleichmäßig geteilte Last: 2 · F · cos(α) = G und somit F = G / (2 · cos(α)). Eine grafische Kräftezerlegung kann diese vertikalen und horizontalen Komponenten als maßstäbliche Pfeile zeigen. Der Winkelbezug ist entscheidend: Wird der Winkel zur Horizontalen angegeben, ändert sich die trigonometrische Formel.
Reiner Rechenfall: Eine fiktive, ideal starr angenommene Last hat m = 600 kg; mit g = 9,81 m/s² folgt G = 5886 N = 5,886 kN. Bei α = 30° zur Vertikalen ist cos(30°) ≈ 0,866 und die ideale Strangkraft F ≈ 5886 / (2 · 0,866) = 3398 N = 3,40 kN je Strang. Dieses Idealmodell ignoriert ungleiche Lastverteilung, Anschlagpunkte, Schwerpunktlage, Dynamik, Neigung, Kanten und andere maßgebliche Faktoren. Es darf nicht zur realen Auswahl oder Freigabe von Hebezeug oder Anschlagmitteln verwendet werden.
| Größe | Bedeutung | Einheit | Planungsfrage |
|---|---|---|---|
| m | Masse | kg | Ist die Bauteilmasse belastbar dokumentiert? |
| G | Gewichtskraft | N oder kN | Welche Lastannahme ist vom Fachverantwortlichen freigegeben? |
| α | Strangwinkel zur Vertikalen | Grad | Ist die Winkeldefinition eindeutig? |
| F | ideale Strangkraft | N oder kN | Welche zusätzlichen Einflüsse fehlen im Modell? |

Schematische Krananimation zur Veranschaulichung eines Hebesystems; kein Traglast- oder Arbeitsdiagramm. Quelle: Wikimedia Commons, DesignByData, CC0 1.0.
Auswahlprozess dokumentieren, nicht selbst freigeben
Eine fachlich sinnvolle Prüfliste für eine später durch qualifizierte Fachpersonen durchzuführende Auswahl umfasst Lastdaten und Schwerpunkt, zulässige Anschlagpunkte, mögliche Lastbewegung, Ausladung und Hubhöhe, Aufstellbedingungen, Boden, Hindernisse, Sperrzonen, Wind, Bedienkompetenz und Herstellerunterlagen. Eine bloße Gegenüberstellung „3,40 kN kleiner als eine nominelle Tragfähigkeit“ genügt niemals. Bei abweichenden Daten wird die Planung zurückgegeben. Normen, Herstellerangaben, Prüfkennzeichnungen und Baustellenvorschriften sind konkret einzusehen; keine Tabellenwerte aus dem Lernfall als reale Freigabe interpretieren.
Muster einer schriftlichen Sperrnotiz: „Lastschwerpunkt und tragfähige Anschlagpunkte des Bauteils sind noch nicht bestätigt. Der Hebevorgang ist nicht freigegeben. Bitte prüffähige Unterlagen und Freigabe der verantwortlichen Fachperson einholen.“ In deiner Rolle erstellst du die sichere Informationsgrundlage und das Änderungsprotokoll.
Berufstypischer Modellfall: Stahlvordach planen und bewerten
Ausgangslage und Arbeitsauftrag
Ein vollständig fiktives kleines Stahlvordach soll in einer Übung geplant werden. Es besitzt vier vorgesehene Stützenstandorte in einem Rechteck von 6000 mm × 3000 mm und eine geplante Höhenreferenz von 3200 mm. Als Lernvorgabe gilt für die Achskoordinaten ein Prüffenster ±8 mm und für die Höhe ±5 mm. Eine angenommene Genehmigungsakte enthält den Übersichtsplan S-100 Rev. B; ein Montageplan S-104 Rev. A ist noch nicht freigegeben. Die Bauteilmasse eines separaten Beispielmoduls wird ausschließlich für das theoretische Kräftebeispiel mit 600 kg angenommen. Keine der Angaben beschreibt eine reale Baustelle.
| Punkt | Soll-X mm | Soll-Y mm | Ist-X mm | Ist-Y mm |
|---|---|---|---|---|
| P1 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| P2 | 6000 | 0 | 6007 | 0 |
| P3 | 6000 | 3000 | 6007 | 3009 |
| P4 | 0 | 3000 | 0 | 3009 |
Arbeitsauftrag: Erstelle eine Planliste mit Prüfstatus, prüfe die Koordinaten, rechne die Soll-Diagonale, zeichne ein maßstäbliches Baufeld mit Lagerfläche, leite den frühesten Fertigstellungstermin aus dem Vorgangsnetz ab, markiere die kritische Kette und formuliere die offenen Voraussetzungen der Hebeplanung. Lege nachvollziehbare Ergebnisse und eine Eskalation für den abweichenden Y-Wert vor.
Musterlösung mit nachvollziehbaren Ergebnissen
Produkt 1 – Planregister: S-100 Rev. B = angenommene Genehmigungsgrundlage; S-104 Rev. A = „nicht zur Ausführung freigegeben“; Aufmaß A-01 = neue synthetische Messdatentabelle; Ablaufplan T-01 = rechnerischer Entwurf. In der Übergabe stehen Planstand, Verantwortlichkeit und Status nebeneinander. Die Freigabe bleibt offen.
Produkt 2 – Aufmaßprüfung: X-Abweichung +7 mm innerhalb der Übungsgrenze; Y-Abweichung +9 mm außerhalb der Übungsgrenze; Z-Abweichung −2 mm innerhalb. Soll-Diagonale = Quadratwurzel aus 6000² + 3000² = 6708,2 mm. Die Y-Abweichung löst eine technische Rückfrage aus. Ohne Klärung keine Behauptung, dass sich die Baugruppe montieren lässt.
Produkt 3 – Lageplan: Bei 1:200 wird das Baufeld 200 mm × 150 mm gezeichnet; eine 8 m × 4 m große Lagerfläche wird 40 mm × 20 mm groß. Maßstabsleiste, Nordrichtung, Zufahrt, Lager, Personenwege, Rettungsweg, Gefahrenbereiche und ungeklärter Kranstandort werden beschriftet. Der Kranstandort ist ausdrücklich ein offener Prüfpunkteintrag, kein festgelegter Betriebspunkt.
Produkt 4 – Ablaufplan: A = 0–2, B = 2–3, C = 2–6, D = 3–5, E = 6–7, F = 7–9, G = 9–10; Gesamt 10 Arbeitstage. Kritisch A → C → E → F → G; D besitzt 1 Tag Gesamtpuffer. Verzögert sich C um zwei Tage, steigt der früheste Endtermin unter unveränderten Annahmen auf Tag 12.
Produkt 5 – Kräfte- und Sicherheitsblatt: Für den bloß rechnerischen Modellfall G = 5,886 kN und ideale Strangkraft bei 30° zur Vertikalen 3,40 kN. Die echte Eignung von Kran, Anschlagmitteln, Anschlagpunkten und Boden ist nicht bewertet und nicht freigegeben. Ein Übergabevermerk fordert Unterlagen und Entscheidung durch qualifizierte Verantwortliche.
Produkt 6 – Änderungsmitteilung: „Aufmaß P3/P4 weicht in Y um +9 mm von Soll ab und überschreitet den fiktiven Projektprüfwert um 1 mm. S-104 Rev. A besitzt keine Montagefreigabe. Detailprüfung, Rückmeldung der beteiligten Fachplanungen und Freigabe der aktuellen Unterlagen sind erforderlich.“ Das ist die prüffähige Schlussfolgerung, nicht eine eigenmächtige Bauanpassung.
Fachliches Bewertungsraster zum Modellfall
| Kriterium | Punkte | Voll erfüllt | Typischer Abzug |
|---|---|---|---|
| Dokumentenprüfung | 15 | Revisionen und Verantwortlichkeiten korrekt | alte Planfassung übersehen |
| Koordinaten und Toleranzen | 20 | Vorzeichen, Einheiten, Y-Konflikt erkannt | +9 mm fälschlich akzeptiert |
| Maßstab und Lageplan | 15 | 200 × 150 mm sowie 40 × 20 mm und Zonen dokumentiert | Maßeinheiten und Verkehrswege fehlen |
| Netzplan und Puffer | 20 | 10 Tage, korrekter kritischer Pfad und D-Puffer | parallele Vorgänge addiert |
| Kräfte und Sicherheit | 15 | Rechenmodell richtig, keine reale Freigabe behauptet | Rechenwert als Traglastfreigabe ausgegeben |
| Kommunikation und Nachvollziehbarkeit | 15 | konkrete Rückfrage und geordnete Musterprodukte | Revision, Datum oder Entscheidung offen |
Auswertung: Maximal 100 Punkte. Für den Unterricht können 90–100 als sehr sicher, 75–89 als überwiegend sicher, 60–74 als teilweise sicher und unter 60 als gezielten Übungsbedarf gedeutet werden; dies ist kein offizieller IHK-Bewertungsschlüssel. Unabhängig von Punkten sind eine behauptete reale Maschinenfreigabe und nicht dokumentierte sicherheitsrelevante Abweichungen fachlich nicht akzeptabel.
Interaktive Aufgaben
Multiple-Choice-Wissenstest
Welche Unterlage ist für die Prüfung genehmigter Randbedingungen vorrangig? (Die aktuelle Baugenehmigung samt genehmigten Anlagen) (!Ein unfreigegebener Entwurfsplan) (!Eine beliebige ältere Stückliste) (!Ein Bild aus einem Herstellerprospekt)
Rückmeldung: Genehmigte Unterlagen und Auflagen sind zu erfassen; ein Entwurf oder Prospekt belegt keine baurechtliche Freigabe.
Welche Aussage zur VOB ist fachlich zutreffend? (Die VOB umfasst unterschiedliche Teile für Vergabe, Vertragsbedingungen und technische Vertragsbedingungen) (!Die VOB ersetzt jede Landesbauordnung) (!Die VOB erteilt eigenständig Baugenehmigungen) (!Die VOB legt immer den Kranstandort fest)
Rückmeldung: Vergabe, Vertrag und technische Ausführung müssen sauber von öffentlichem Baurecht getrennt werden.
Wie lautet die Abweichung bei 6000 mm Soll und 6007 mm Ist? (Plus 7 mm) (!Minus 7 mm) (!Plus 70 mm) (!Null Millimeter)
Rückmeldung: Die Abweichung ist Ist minus Soll; kontrolliere stets das Vorzeichen und die Einheit.
Was bedeutet eine Überschreitung einer vorgegebenen Toleranz im Lernfall? (Den Befund dokumentieren und eine zuständige Klärung veranlassen) (!Das Bauteil ohne Rückfrage gewaltsam einpassen) (!Die Messung ohne Vermerk löschen) (!Den Toleranzwert nachträglich stillschweigend erhöhen)
Rückmeldung: Ein Grenzwert dient der Prüfung, nicht als Einladung zum eigenmächtigen Nacharbeiten.
Wie groß ist ein reales Baufeld von 40 mal 30 Metern im Maßstab 1 zu 200? (200 mal 150 Millimeter) (!400 mal 300 Millimeter) (!20 mal 15 Millimeter) (!800 mal 600 Millimeter)
Rückmeldung: Reale Millimeter werden durch 200 geteilt: 40000 durch 200 = 200 und 30000 durch 200 = 150.
Wie wird bei mehreren Vorgängern der früheste Anfang eines Vorgangs bestimmt? (Durch das größte früheste Ende der Vorgänger) (!Durch die Summe aller Vorgängerdauern) (!Durch den kleinsten Vorgängeranfang) (!Immer durch den Kalendertag null)
Rückmeldung: Ein Folgeprozess kann erst starten, wenn alle zwingenden Vorgänger abgeschlossen sind.
Welcher Vorgang besitzt in der modellierten Terminrechnung einen Gesamtpuffer von einem Tag? (Die Baustelleneinrichtung D) (!Die Unterlagenprüfung A) (!Die Lieferung E) (!Die Abschlussdokumentation G)
Rückmeldung: D endet früh an Tag 5, während E erst an Tag 6 starten kann; dieser Abstand bildet hier den Puffer.
Welcher kritische Pfad bestimmt die Modellprojektdauer von zehn Arbeitstagen? (A nach C nach E nach F nach G) (!A nach B nach D nach E nach F nach G) (!Nur B nach D) (!C nach B nach D nach G)
Rückmeldung: Die längste abhängige Vorgangskette A-C-E-F-G dauert 2+4+1+2+1 = 10 Tage.
Wie lautet bei symmetrischer idealer Zweistrangaufhängung die Strangkraft bei Winkel zur Vertikalen? (Gewichtskraft geteilt durch zweimal den Kosinus des Winkels) (!Gewichtskraft mal zweimal den Kosinus des Winkels) (!Gewichtskraft ohne Berücksichtigung des Winkels) (!Gewichtskraft geteilt durch die gemessene Bauteillänge)
Rückmeldung: Die beiden vertikalen Kraftanteile tragen zusammen die Gewichtskraft. Das ist eine Idealisierung, keine Tragfähigkeitsprüfung.
Was bedeutet eine errechnete ideale Strangkraft von 3,40 Kilonewton für die reale Hebezeugwahl? (Sie ist allein unzureichend für Auswahl und Freigabe) (!Damit ist jeder Kran mit größerem Nennwert freigegeben) (!Damit sind Anschlagpunkte automatisch nachgewiesen) (!Damit sind dynamische Einflüsse ausgeschlossen)
Rückmeldung: Reale Auswahl und Freigabe setzen vollständige Last-, Geräte-, Anschlag- und Umgebungsnachweise durch qualifizierte Personen voraus.
Memory – Begriff und Bedeutung
| Planrevision | Kennzeichnung des konkreten Bearbeitungsstands einer Zeichnung |
| Festpunkt | Gesicherter räumlicher Bezug für die Einmessung |
| Toleranz | Zulässiger Bereich einer Maßabweichung gemäß Vorgabe |
| Gesamtpuffer | Zeitspanne für eine Verschiebung ohne Veränderung des Projektendes |
| Gefährdungsbeurteilung | Systematische Ermittlung und Bewertung arbeitsbezogener Gefahren |
| Anschlagpunkt | Vorgesehene Verbindung zwischen Last und dafür geeigneter Anschlageinrichtung |
Drag-and-drop – Planungsprodukte zuordnen
| Ordne das Produkt zu. | Beschreibung |
|---|---|
| Planregister | Übersicht der gültigen Zeichnungen mit Revision und Freigabestatus |
| Aufmaßprotokoll | Dokumentation von Istkoordinaten und Messbezügen |
| Baustelleneinrichtungsplan | Räumliche Darstellung von Lagerflächen und Wegen |
| Vorgangsknotennetzplan | Abhängigkeiten und Dauern von Arbeitspaketen |
| Sperrvermerk | Dokumentierte Nichtfreigabe bei fehlenden Voraussetzungen |
Kreuzworträtsel – Sechs Fachwörter
| Genehmigung | Welcher formale Bescheid kann die öffentlich-rechtliche Grundlage eines Bauvorhabens bilden? |
| Aufmaß | Wie heißt die Erfassung und Dokumentation von Istmaßen am Bauwerk? |
| Toleranz | Wie nennt man den zulässigen Bereich einer Maßabweichung? |
| Puffer | Welcher zeitliche Spielraum kann bei unkritischen Vorgängen vorhanden sein? |
| Netzplan | Welche verknüpfte Darstellung zeigt Vorgänge und ihre zeitlichen Abhängigkeiten? |
| Lastfall | Wie heißt eine definierte Kombination betrachteter Belastungen? |
LearningApps – passende Übungsangebote finden
Nutze die Suche als ergänzendes Angebot; prüfe jedes gefundene Lernobjekt auf fachliche Richtigkeit und Nutzungsrechte.
Lückentext – Planungsschritte sicher begründen
Offene Aufgaben
Leicht
- Baugenehmigung: Ordne sechs fiktive Dokumente den Kategorien Genehmigung, Statik, Ausführungsplan und Vertrag zu. Produkt: Dokumentenregister mit Begründung; Lösungskriterium: Zuständigkeiten werden korrekt unterschieden.
- Aufmaß: Berechne die Abweichungen für 5000 mm Soll und 4995 mm Ist sowie 3200 mm Soll und 3206 mm Ist. Produkt: Tabelle mit Vorzeichen und Einheit; Muster: −5 mm und +6 mm.
- Maßstab: Zeichne eine 12 m lange Baustraße im Maßstab 1:200 als Linie. Produkt: beschriftete Skizze; Muster: 60 mm Zeichenlänge.
- Stahlbau: Kennzeichne in einer fiktiven Baustellenskizze Zufahrt, Lagerfläche, Personenweg und Rettungsweg. Produkt: Legende mit vier Zonen; Kriterium: erkennbare räumliche Trennung.
Standard
- Toleranz: Prüfe vier selbst erfundene Istmaße gegen ein ausdrücklich fiktives Prüfband ±6 mm. Produkt: Entscheidungstabelle mit je einer Abweichungsrechnung; Kriterium: Grenzfälle und Eskalation richtig bewertet.
- Netzplantechnik: Berechne FAZ und FEZ für A zwei Tage, B drei Tage nach A und C einen Tag nach A, D zwei Tage nach B und C. Produkt: kleiner Netzplan; Muster: D beginnt an Tag 5, Ende Tag 7.
- Baustelleneinrichtungsplan: Stelle ein Grundstück 30 m × 20 m in 1:250 dar und skizziere eine Lagerfläche von 5 m × 4 m. Produkt: Lageplan mit Maßstabsleiste; Muster: 120 × 80 mm Grundstück und 20 × 16 mm Lager.
- Technische Zeichnung: Erstelle eine Änderungsmitteilung für S-104 Rev. A und B bei einer fiktiven Stützenverschiebung von 15 mm. Produkt: Planlaufprotokoll; Kriterium: alte Revision gesperrt und offene Freigaben benannt.
Schwer
- Kritischer Pfad: Führe für den Modellfall eine vollständige Vorwärts- und Rückwärtsrechnung aus und untersuche eine zweitägige Verzögerung von C. Produkt: Netzplan mit Puffer und neuer Projektfrist; Muster: 10 Tage, D ein Tag Puffer, verzögert 12 Tage.
- Bauablauf: Entwickle zwei alternative Anlieferkonzepte für die synthetische Baustelle bei eingeschränkter Zufahrt. Produkt: Vergleichsmatrix zu Wegekonflikten, Zeiten, Umwelt und Sicherheit; Kriterium: nachvollziehbare fachliche Priorisierung ohne operative Freigabe.
- Kräftezerlegung: Berechne für die fiktive Last 600 kg die ideale Strangkraft bei 0° und 30° zur Vertikalen und zeichne die Kraftvektoren. Produkt: Rechen- und Vektorblatt; Muster: rund 2,94 kN beziehungsweise 3,40 kN je Strang, ausdrücklich keine reale Einsatzfreigabe.
- Qualitätsmanagement: Erarbeite ein digitales Prüfpaket mit Planregister, Aufmaß, Terminrechnung, Risikomatrix, Sperrnotiz und Quellenangaben. Produkt: vollständige synthetische Planungsakte; Kriterium: prüffähige Verknüpfung, Entscheidungen und offene Punkte.


Lösungskriterien für die zwölf Arbeitsprodukte
Die vier leichten Aufgaben gelten als erfüllt, wenn Dokumente passend sortiert, beide Abweichungen mit Vorzeichen berechnet, 60 mm maßstäblich dargestellt und die vier Flächen mit Legende bezeichnet sind. Bei den vier Standardaufgaben sind zusätzlich nachvollziehbare Toleranzentscheidungen, der Endtermin Tag 7, die korrekten Maßstabsmaße und die Sperrung einer veralteten Planfassung erforderlich. Bei den vier schweren Aufgaben zählen korrekte Termin- und Kräfteberechnung, Alternativenvergleich, gekennzeichnete Unsicherheiten, fachliche Eskalation und ein prüffähiges Gesamtpaket. Vergleiche mit dem Musterfall und begründe Abweichungen; akzeptiere keine reale Arbeitsfreigabe aus einer Unterrichtslösung.
Lernkontrolle
- Planprüfung: Eine Baustelle verwendet Revision A, obwohl B als aktuell geführt wird. Erläutere die Folgen, erstelle drei konkrete Prüfschritte und formuliere eine fachlich verantwortliche Rückmeldung. Musterkriterium: Versionssperre vor Weitergabe.
- Fachrechnen: Bei 1:100 misst ein gezeichneter Abstand 64 mm. Ermittle das Realmaß und erkläre die Prüfung mit einer zweiten Methode. Lösung: 6400 mm = 6,40 m.
- Koordinaten: Ein Messpunkt liegt gegenüber Soll bei X um −4 mm und Y um +10 mm versetzt; zulässig seien ausdrücklich für diesen Lernfall ±8 mm je Achse. Beurteile beide Werte einzeln. Lösung: X innerhalb, Y außerhalb; Rückfrage notwendig.
- Terminplanung: Ein kritischer Vorgang dauert drei statt zwei Tage. Begründe, unter welchen Bedingungen sich das Projekt um einen Tag verzögert und wie Puffer anderer Vorgänge zu prüfen sind.
- Kräftegleichgewicht: Erläutere an einem idealisierten Kräftedreieck, warum eine größere Neigung der Stränge zur Vertikalen deren Kraft erhöht, und nenne vier reale Einflussgrößen, die die einfache Rechnung nicht erfasst.
- Baulogistik: Identifiziere zwei Konflikte bei gemeinsamer Zufahrt von Lieferverkehr und Fußgängern, entwickle zwei Planungsalternativen und benenne die notwendige verantwortliche Prüfung.
- Transfer: Ein Montageplan ist maßlich korrekt, aber Brandschutzauflagen und Hebeplanung sind ungeklärt. Begründe, weshalb der Entwurf nicht als „zur Ausführung freigegeben“ bezeichnet werden darf.
Lernnachweis
Deine Kompetenzmappe enthält ein Dokumentenregister mit Versionskontrolle, ein beschriftetes Aufmaß mit Koordinaten und Toleranzbeurteilung, einen maßstäblichen Baustelleneinrichtungsentwurf, einen vollständigen Terminplan mit kritischem Pfad, ein theoretisches Kräfteblatt mit expliziten Grenzen sowie eine nachvollziehbare Rückfrage- und Sperrnotiz. Zur Selbsteinschätzung erläutere mündlich mindestens zwei typische Fehler und zeige anhand deiner Unterlagen, wie du sie entdeckt und behandelt hast.
| Kompetenz | Nachweis | Qualitätsmerkmal |
|---|---|---|
| Informationen bewerten | Quellen- und Freigabeliste | aktueller, eindeutiger Planstand |
| Technisch rechnen | Maßstab, Koordinaten, Termin, Kraft | Rechenweg mit Einheiten und Plausibilitätsprüfung |
| Digital dokumentieren | CAD-Skizze, Tabellen, Änderungsvermerk | nachvollziehbare Revision und konsistente Daten |
| Fachlich kommunizieren | Rückfrage an Verantwortliche | offene Risiken klar benannt |
| Verantwortung zeigen | Sicherheitsgrenzen | keine eigenmächtige Montage- oder Maschinenfreigabe |
Lernreflexion: Welche Annahme war für dein Ergebnis entscheidend? Welche Daten musst du vor einer betrieblichen Anwendung durch qualifizierte Verantwortliche bestätigen lassen? Wo würdest du Revisionen und Freigaben archivieren? Verwende nur synthetische Fallangaben und keine personenbezogenen Baustellen- oder Schülerdaten.
OER und Wikipedia
Fachliche Primärquellen und Ausbildungsstand:
- KMK, Rahmenlehrplan Technischer Systemplaner, Lernfeld 8 SMT, S. 28 – amtliche Grundlage, zur fachlichen Orientierung verlinkt.
- BIBB, Technischer Systemplaner, Fachrichtung Stahl- und Metallbautechnik – geprüftes Berufsprofil; nicht mit der anderen Fachrichtung VAT verwechseln.
- Bundesrecht, Ausbildungsordnung in konsolidierter Fassung – Ausbildungsbeginn der Verordnung 1. August 2011, Änderung 2014, Struktur und Prüfungsrahmen.
- BIBB, Ausbildung gestalten, 2012 – Umsetzungshilfen und Beispiele.
- HubbS, Baustelleneinrichtung: Großgeräte – deutschsprachiges ergänzendes Lernvideo aus mebis Tube, laut Ressourcenkarte CC BY-SA 4.0.
- Wikipedia, Stahlbau und Wikipedia, Netzplantechnik – ergänzende frei zugängliche Orientierung, Normenstand gesondert prüfen.
Nachweise der verwendeten Bilder und Medienrechte:
| Eingebundene Datei oder Video | Verifizierte Quellseite | Urheberschaft | Lizenz oder Nutzungsangabe |
|---|---|---|---|
| File:Steel frame structure.jpg | Wikimedia Commons | Wikideas1 | CC0 1.0 |
| File:Surveying with total station 01.jpg | Wikimedia Commons | Indrajit Das | CC BY-SA 4.0 |
| File:Site plan.jpg | Wikimedia Commons | Bajoga2021 | CC BY-SA 4.0 |
| File:Tower crane, close-up.jpg | Wikimedia Commons | High Contrast | CC BY 3.0 DE |
| File:Gantt chart example.png | Wikimedia Commons | Vheilman | CC BY-SA 3.0 |
| File:Tower Crane.gif | Wikimedia Commons | DesignByData | CC0 1.0 |
| https://www.youtube.com/watch?v=k1meGddbqus | Videonachweis Baustelleneinrichtung | Kanalangaben über Videoseite prüfen | YouTube-Veröffentlichung; Einbettung ist keine offene Nachnutzungslizenz |
| https://www.youtube.com/watch?v=CK6YAq9K4is | Netzplantechnik Schritt für Schritt | wirtconomy | YouTube-Veröffentlichung; keine CC-Lizenz behauptet |
| https://www.youtube.com/watch?v=bUUrnbjKSbs | Netzplantechnik | Stephanos | YouTube-Veröffentlichung; keine CC-Lizenz behauptet |
Die Quellen sind Links zur jeweiligen Originalveröffentlichung; Lizenzbedingungen, Namensnennung und etwaige Änderungen sind bei jeder tatsächlichen Weiterverwendung einzuhalten. Fachvideos sind ergänzende Erklärmedien, weder amtliche Vorschriften noch eine Freigabe für Arbeitsmittel. Eigene didaktische Texte, Tabellen und fiktive Musterrechnungen dieses Kurses sind zur offenen Unterrichtsverwendung gedacht; fremde Medien behalten ihre jeweiligen Rechte.
Verknüpfte Lernbereiche
In Ausbildung – Technischer Systemplaner findest du den berufsbezogenen Einstieg. Fachlich benachbart sind Stahlbau, Metallbau, Technische Zeichnung, Vermessung, Qualitätsmanagement, Arbeitsschutz und Projektmanagement. Zur Vertiefung der Abfolge eignen sich Lernfeld 6 SMT (Objekte aus genormten Halbzeugen), Lernfeld 7 SMT (Stahltreppen und Absturzsicherungen) sowie das spätere Lernfeld 9 SMT (technische Ausführungsunterlagen für Stahlbaukonstruktionen). Die Verfügbarkeit einzelner Spezialkursseiten muss im Wiki geprüft werden; keine weitere Veröffentlichung wird vorausgesetzt.
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