Gebäudetechnische Anlagen planen - Technischer Systemplaner - LF 9 ETS
Einleitung
Du bearbeitest in diesem vollständigen aiMOOC einen fiktiven Planungsauftrag zur elektrotechnischen Gebäudeausrüstung aus Sicht der Fachrichtung Elektrotechnische Systeme (ETS) im dritten Ausbildungsjahr. Ausgangspunkt ist Lernfeld 9 ETS des KMK-Rahmenlehrplans mit einem Zeitrichtwert von 100 Unterrichtsstunden. Du analysierst Bestandsanlagen und Kundenwünsche, konzipierst eine wirtschaftliche Erweiterung, dimensionierst Beleuchtung überschlägig, berücksichtigst Gebäudeautomation, Elektrohausgeräte, Ersatzstromversorgung, inneren und äußeren Blitzschutz sowie Überspannungsschutz und übergibst nachvollziehbare CAD-Unterlagen. Du bewertest Sicherheit, Umweltverträglichkeit und technische Machbarkeit, nicht nur Anschaffungspreise.
Arbeitsweise: Alle Projektpersonen, Raumdaten und Preise sind erfunden. Die Beispiele sind Planungs- und Simulationsübungen, keine Montageanleitung und keine elektrotechnische Freigabe. Arbeiten an realen Anlagen, Messungen, Inbetriebnahmen und Prüfungen erfolgen ausschließlich durch befugte Elektrofachkräfte beziehungsweise unter deren verantwortlicher Leitung und Aufsicht. Betriebsanweisungen, aktuelle Normausgaben, Herstellerdaten, Gefährdungsbeurteilung und Netzbetreiber-Vorgaben sind im echten Auftrag zusätzlich zu prüfen. Der betriebliche Ausbildungsplan, die zuständige Industrie- und Handelskammer und der Landeslehrplan bleiben maßgeblich; dieser Kurs ist keine amtliche Prüfungszulassung.
Quellenbasis: KMK-Rahmenlehrplan, gedruckte Seite 38, LF 9 ETS und BIBB: Berufsprofil ETS und Ausbildungsordnung. Die gelegentlich angegebene BIBB-Nummer 270810 verweist dagegen auf die andere Fachrichtung Versorgungs- und Ausrüstungstechnik.
Auftrag klären und Bestandsanlage analysieren
Berufstypische Anforderungen erfassen
Ein Technischer Systemplaner erstellt auf Grundlage von Anforderungen und Fachplanervorgaben überprüfbare Planungsunterlagen. Eine Bedarfsanalyse klärt Raumfunktion, Nutzung, Betriebszeiten, vorhandene Stromkreise, Leuchten, Verteilungen, IT-Anbindung, Schnittstellen zu anderen Gewerken, Dokumentationsstand und Erweiterungsreserven. Die Bestandsaufnahme unterscheidet gesicherte Daten (etwa Revisionspläne) von noch vor Ort zu verifizierenden Annahmen. Beschädigte oder fehlende Dokumentation wird als offener Prüfpunkt geführt und nie durch Vermutungen ersetzt.
Beispiel: Ein kleines öffentlich genutztes Schulungsgebäude soll zwei Räume mit energieeffizienter Beleuchtung und zeitabhängiger Steuerung erhalten. Das CAD-Team erhält Grundrisse, eine anonymisierte Verteilerübersicht und einen angenommenen Stromlaufplan. Unbekannte Leitungswege, Brandabschnitte, Netzform, Schutzorgane und Anschlussleistungen sind als Freigabevorbehalte zu dokumentieren. Ein gezeichneter Stromkreis ist keine Bestätigung über zulässige Errichtung.
Planarten, Informationsqualität und Revisionen
Der Installationsplan verortet Betriebsmittel und Leitungsführung im Grundriss; der Verteilungsplan ordnet Abgänge und Schutzgeräte einer Verteilung zu; das Schaltbild erklärt elektrische Funktion und Verbindungen. Im Stromlaufplan wird der Zusammenhang unabhängig vom tatsächlichen Einbauort dargestellt. Fachgerechte CAD-Dateien nutzen abgestimmte Ebenen, Symbolbibliotheken, eindeutige Betriebsmittelkennzeichen, Legenden, Maßstäbe, Blattnummern und Änderungsstände. Für die Koordination mit Architektur und Haustechnik sind abgestimmte Austauschformate und nach Möglichkeit BIM-Modelle mit überprüfbaren Eigenschaften sinnvoll.
Beispiel für eine Zeichnungsprüfung: Passen Leuchtensymbol L-01 im Installationsplan, Stromkreis B-03 im Verteilerplan und zugehöriger Steuerkanal im Funktionsschema zusammen? Fehlt eine Referenz, ist die Dokumentation noch nicht prüfbar. Zeichne zunächst einen schematischen, spannungsfreien Modellplan mit drei Geräten, eindeutigen Verweisen und Revisionsfeld.

Schematische Verteilungsverdrahtung als Lesebeispiel, nicht als freigegebene Ausführungsplanung. Quelle und Rechte: Wikimedia Commons, Dmitry G, gemeinfrei (PD-self). Die 2010 veröffentlichte Darstellung ersetzt keine aktuellen Sicherheits- oder Anschlussvorschriften.
Beispiel für unterschiedliche Darstellungsformen eines Fehlerstromschutzschalters. Quelle: Commons, Dmitry G, CC BY-SA 3.0. Symbole nur im Kontext einer gültigen Symbolbibliothek übernehmen.
Gebäudeautomation und elektrische Verbraucher integrieren
Gebäudesystemtechnik, Sensoren und Aktoren
Gebäudeautomation vernetzt Sensoren (zum Beispiel Bewegungs-, Helligkeits- oder Fensterkontakte), Steuerungslogik und Aktoren (beispielsweise Schalt- oder Dimmkanäle). Ein Sensor erfasst, ein Aktor schaltet; das gewünschte Verhalten beschreibt eine Funktionsliste mit Eingangsbedingung, Ausgangsreaktion, Prioritäten und Fehlerszenario. Beispiel: Ist die Beleuchtungsstärke zu gering und der Raum belegt, aktiviert die Steuerung die Arbeitsbeleuchtung; bei Tageslicht dimmt sie. Eine manuelle Übersteuerung und definierte Ausfallfunktion müssen geplant werden. Sicherheitsrelevante Funktionen erfordern eine dafür geeignete, separat nachgewiesene Systemauslegung.
Busleitung bedeutet eine gemeinsame Kommunikationsinfrastruktur, nicht automatisch die Energieversorgung des Verbrauchers. Bei KNX ist die Trennung zwischen Buskommunikation und Netzstromkreisen mitsamt Spannungsversorgung, Leitungstyp, zulässiger Topologie, Leitungslängen und EMV-Konzept zu dokumentieren. Die konkreten Grenzwerte gehören in die aktuellen System- und Herstellerunterlagen; eine vermeintliche Einheitslänge ohne Prüfung ist ein Planungsfehler. Vorhandene Gewerke-Schnittstellen, DALI-Leuchtensteuerung und gegebenenfalls IP-Gateways werden koordiniert, aber nicht pauschal als kompatibel angenommen.
Deutschsprachiges Vertiefungsvideo: KNX Grundlagen und KNX System Aufbau – Smart Home einfach erklärt, Voltus; vom Anbieter in seinem Einstiegshinweis ausdrücklich als KNX-Grundlagenvideo verlinkt. Das Video erläutert Systemkomponenten; es ersetzt keine aktuelle Produktdokumentation.
Elektrohausgeräte, Ersatzstrom und Datenschutz
Für Elektrohausgeräte und weitere Verbraucher prüfst du Bemessungsleistung, Gleichzeitigkeit, Anschlussart, Schutzanforderungen, Aufstellbedingungen und Lastmanagement. Einzelne Geräte können eigene Stromkreise oder besondere Herstellerbedingungen erfordern. Ein bloßer Summenwert der Typenschilder ist weder die tatsächliche Spitzenlast noch eine hinreichende Dimensionierung der Zuleitung. Spannungsfall, Verlegeart, Häufung, thermische Bedingungen und Schutzkoordination sind zusätzlich zu prüfen.
Eine Ersatzstromversorgung versorgt definierte Lasten bei Ausfall der regulären Einspeisung; eine unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) überbrückt je nach Ausführung und Dimensionierung auch sehr kurze Ausfälle. Vor dem Planen stehen Fragen nach Umschaltzeit, Versorgungsdauer, Leistung, Selektivität, Erdungs- und Netzkonzept sowie dem sicheren Ausschluss unzulässiger Rückspeisung. Bei sicherheitsrelevanten Einrichtungen sind die eigens einschlägigen Vorschriften zu beachten. Eine kleine Büro-USV ist nicht automatisch Sicherheitsstromversorgung.
Vernetzte Gebäude erzeugen Nutzungs- und Gerätedaten. Für Planungen sollen Datenschutz durch Datenminimierung, Rollenrechte, sichere Konfiguration, Updatekonzept, getrennte Netze und lokal mögliche Steuerung von Beginn an berücksichtigt werden. Anwesenheitsdaten dürfen nicht zweckfremd erhoben werden. Nutze im Unterricht nur synthetische Grundrisse und Gerätekennungen, keine realen Zugangsdaten oder Personenprofile.
Beleuchtungsanlagen fachgerecht und effizient dimensionieren
Lichtstrom, Beleuchtungsstärke und Nutzungsgrad
Der Lichtstrom Φ wird in Lumen (lm) angegeben, die Beleuchtungsstärke E in Lux (lx = lm/m²). Ein erster Überschlag für gleichmäßig beleuchtete Räume nutzt E = (n × Φ × UF × MF) / A; dabei sind n die Leuchtenanzahl, UF der Nutzungsfaktor für Raum und Leuchtenanordnung und MF der Wartungsfaktor. Für wirkliche Planungen müssen Arbeitsplatzgeometrie, Reflexion, Gleichmäßigkeit, Blendungsbegrenzung, Farbwiedergabe, Tageslicht und normgerechte Berechnungsflächen geprüft werden. Richtwerte ergeben sich aus der jeweiligen Nutzung und aktuellen Regelwerken wie ASR A3.4 und DIN EN 12464-1; der pauschale Wert 500 lx ist keine Universalpflicht für jeden Raum.
Rechenbeispiel: Fiktiver Schulungs-Arbeitsraum 8,0 m × 6,0 m, Fläche A = 48 m². Für eine angenommene Arbeitsaufgabe wird als Planungsziel E = 500 lx gewählt. Vorgeschlagene LED-Leuchte: Φ = 4000 lm, elektrische Leistung 32 W. Aus einem beispielhaften Lichtplan werden UF = 0,60 und MF = 0,80 angenommen. Erforderliche Anzahl n = (500 lx × 48 m²) / (4000 lm × 0,60 × 0,80) = 24000 / 1920 = 12,5. Aufrunden auf 13 Leuchten liefert E rechnerisch etwa 520 lx. Die runde Anordnung und Gleichmäßigkeit sind mit Lichtberechnungssoftware erst nachzuweisen. Es ist kein Nachweis zu UGR, Sicherheitsbeleuchtung oder der gesetzlich erforderlichen Beleuchtungsstärke.
Leistungs- und Energieüberschlag: 13 × 32 W = 416 W. Bei 1200 Betriebsstunden pro Jahr entstehen 0,416 kW × 1200 h = 499,2 kWh/Jahr. Würden Anwesenheits- und Tageslichtregelung die äquivalenten Volllaststunden unter sonst gleichen Annahmen um 25 % senken, wären es 374,4 kWh/Jahr, rechnerische Einsparung 124,8 kWh/Jahr. Dieser Wert ist ein Szenario, kein Messnachweis. Bei angenommener Energiebewertung von 0,30 €/kWh entspricht das 37,44 €/Jahr. Komfort, Lebensdauer, Steuerungsaufwand und Investition entscheiden über die Wirtschaftlichkeit.
Simulation und typische Fehler
Modelliere den Raum in einer Lichtplanungssoftware (etwa DIALux), importiere ein reales fotometrisches Leuchtendatenblatt und dokumentiere Wartungsfaktor, Raumhöhe, Arbeitsebene, Leuchtenpositionen und Prüfergebnis. DIALux evo: deutschsprachige Tutorials erklären den Modellierungsweg. Häufige Fehler sind die Verwechslung von lm und lx, das Ignorieren des Wartungsfaktors, falsche Arbeitsebenen, unpassende IES/LDT-Daten, ein ungeprüfter Lichtstrom aus Werbeaussagen oder die Annahme, die rechnerische Durchschnittsbeleuchtungsstärke beweise bereits Blendungsfreiheit.
Blitz-, Überspannungs- und elektrische Schutzkonzepte planen
Risiko und äußerer sowie innerer Blitzschutz
Äußerer Blitzschutz umfasst Fangeinrichtung, Ableitung und Erdungsanlage. Innerer Blitzschutz betrachtet unter anderem Trennungsabstände, Blitzschutz-Potentialausgleich und Schutz vor gefährlichen Überschlägen. Ob und in welcher Ausführung ein Schutzsystem nötig ist, wird objektbezogen nach Schutzbedarf, öffentlich-rechtlichen Vorgaben und Risikomanagement bewertet, nicht allein nach Gebäudehöhe. Beachte die DKE-Übersicht zur aktuellen DIN EN IEC 62305, deren Teile 2025 und 2026 neu veröffentlicht wurden. Historische Blitzschutzzeichnungen dienen nur zur Veranschaulichung; aktuelle Ausführungen müssen von Fachplanenden geprüft werden.

Prinzipdarstellung eines äußeren Blitzschutzsystems mit deutscher Beschriftung; keine vollständige Anlage. Commons, Original Wdchk, Übersetzung wdwd, CC BY-SA 3.0.
Überspannungsschutz und elektrische Sicherheit
SPD bezeichnet ein Überspannungs-Schutzgerät. Typ 1 ist für Blitzteilströme, Typ 2 für Verteilungsüberspannungen und Typ 3 für den ergänzenden Endgeräteschutz vorgesehen; die Auswahl hängt von Netzform, Einbauort, Blitzschutzkonzept, Koordination und Herstellerwerten ab. Die Anforderungen und Auswahlbedingungen sind anhand der jeweils gültigen DIN-VDE-0100-Reihe, insbesondere der Abschnitte 443 und 534, sowie produktspezifischer Unterlagen zu überprüfen. Ein SPD ersetzt weder einen Fehlerstrom-Schutzschalter noch Leitungsschutz oder den Schutzpotentialausgleich.

Animation zur Funktionsidee eines Fehlerstrom-Schutzschalters; keine vollständige Einbauanleitung. Commons, Villanyasz, gemeinfrei. Ein RCD und ein SPD erfüllen unterschiedliche Schutzaufgaben.
Schematische Übersicht möglicher Leitungsverlegearten. Commons, Dmitry G, CC BY-SA 3.0. Die alte Darstellung allein legt keine Strombelastbarkeit fest; Tabellen der gültigen Norm und tatsächliche Bedingungen sind entscheidend.
Arbeitsschutz: Die DGUV Information 203-001 und die DKE-Erläuterung zu DIN VDE 0105-100 verweisen auf das Arbeiten im spannungsfreien Zustand und die fünf Sicherheitsregeln. Elektrotechnische Tätigkeiten erfordern Qualifikation, Zuständigkeit, Gefährdungsbeurteilung und Aufsicht. In diesem Kurs bleiben alle praktischen Übungen auf Papier, CAD und ungefährlicher Kleinspannungs-Simulation; keine Anleitung zur Arbeit in einer geöffneten, angeschlossenen Verteilung.
Vollständiger Praxisauftrag: Sanierung zweier Schulungsräume
Auftrag, Annahmen und Arbeitsplan
Fiktiver Auftrag B-2026-09: Ein Bildungszentrum modernisiert zwei identische Arbeitsräume (je 8 × 6 m), ergänzt bewegungs- und tageslichtabhängige Beleuchtung und fordert eine übersichtliche Verteilungsdokumentation. In beiden Räumen soll eine Nutzungsart mit rechnerischem Beleuchtungsziel 500 lx untersucht werden. Vorhandene Verteilung, Schutzorgane, Elektrohausgeräte, Gebäudebestand, Blitzschutz und Ersatzstromfähigkeit sind in ihrer tatsächlichen Auslegung nicht bekannt. Diese Punkte werden ausdrücklich an befugte Fachkräfte zurückgegeben. Das Projekt ist ein Entwurf unter Annahmen, kein Ausführungsfreigabeschein.
| Phase | Tätigkeit | Prüfergebnis |
|---|---|---|
| 1 Analyse | Anforderungen, Altplan, Raumnutzung, Schnittstellen und offene Bestandsfragen erfassen | Anforderungsliste mit Annahmen und Rückfragen |
| 2 Vorentwurf | Schalt- und Steuerkonzept, Stromkreiskennungen und Geräteübersicht skizzieren | eindeutige Funktionsmatrix |
| 3 Berechnung | Leuchtenzahl, Leistungsbedarf und Energievarianten überschlagen | nachvollziehbares Berechnungsblatt |
| 4 Fachplanung | CAD-Grundriss, Installationsplan, Verteilerübersicht und Legende verknüpfen | Satz versionierter Zeichnungen |
| 5 Schutzprüfung als Planungsauftrag | Schutzbedarf Blitz/SPD, Netzform, Selektivität, Leitungsbemessung und Ersatzstrom klären lassen | offene Fachprüfpunkte dokumentiert |
| 6 Qualität und Übergabe | Querverweise, Datenblätter, Wirtschaftlichkeit, Datenschutz und Revisionsstand kontrollieren | Prüfprotokoll und Übergabemappe |
Nachvollziehbares Arbeitsergebnis
Berechnung für zwei Räume: je 13 Leuchten, somit 26 Leuchten. Gesamtleistung: 26 × 32 W = 832 W; hypothetische Jahresenergie bei 1200 Volllaststunden: 0,832 kW × 1200 h = 998,4 kWh. Mit einer angenommenen Verringerung der äquivalenten Volllaststunden um 25 %: 748,8 kWh; Einsparung 249,6 kWh/Jahr oder bei rein beispielhaft 0,30 €/kWh 74,88 €/Jahr. Die Kosten einer Steuerung dürfen nicht mit dieser Energieeinsparung verwechselt werden; eine Amortisationsrechnung braucht tatsächliche Mehrkosten und ggf. Wartung. Bei exemplarisch 600 € Mehrinvestition und ohne weitere Kosten wäre die einfache Rückzahlzeit 600 € / 74,88 €/Jahr ≈ 8,01 Jahre. Dies ist keine belastbare Wirtschaftlichkeitsprognose und berücksichtigt weder Zins noch Preisänderungen.
Planlieferung: Blatt E-01 Installationsgrundriss mit zwei Leuchtenrastern und Sensorpositionen; E-02 schematische Stromkreis-/Verteilerzuordnung mit als offen markierten Schutzgeräten; E-03 Funktionsschema Präsenz/Tageslicht/Handbedienung; E-04 Komponentenliste mit Beispieldaten und freien Feldern für geprüfte Herstellerkennwerte; E-05 Planungs- und Risiko-Checkliste. Jedes Blatt erhält Legende, Maßstab soweit sinnvoll, Dateistand, Datum, Bearbeitungsstatus ENTWURF und Verweise. Prüfbar ist, ob auf E-01 exakt 26 Leuchten erscheinen, 13 pro Raum, ob die Kennzeichen überall identisch sind und ob das Rechenblatt die gleichen Leistungen nennt. Keines dieser Blätter darf die später zu erbringenden elektrischen Erstprüfungen vorwegnehmen.
Rückmeldung zu typischen Fehlern: 12,5 Leuchten ohne Aufrundung unterschreitet bereits den eigenen mittleren Rechenansatz; 26 Leuchten als 26 getrennte Stromkreise zu betrachten ist unbegründet; ein angenommener 16-A-Schutzschalter ohne Leitungs-, Kurzschluss-, Verlege- und Abschaltprüfung ist unzulässige Scheinpräzision. Fällt die Steuerung aus, muss das vereinbarte Verhalten begründet sein. Planst du Schutz und Betriebsdokumentation nicht mit, ist die Leistung unvollständig.
Bewertungsraster für den Lernnachweis
| Kriterium | 0 Punkte | 1 Punkt | 2 Punkte |
|---|---|---|---|
| Auftragsanalyse | Anforderungen fehlen | teils dokumentiert | Anforderungen, Grenzen und Rückfragen klar |
| Berechnung | nicht prüfbar | Ansatz mit Lücken | Rechenweg, Einheiten und Annahmen richtig |
| CAD- und Funktionspläne | unbrauchbar | teilweise konsistent | fünf Blätter mit eindeutiger Zuordnung und Revision |
| Schutz und Arbeitssicherheit | ignoriert | Risiken genannt | zuständige Fachprüfung, Blitz/SPD/Ersatzstrom und Grenzen konkret |
| Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit | keine Abwägung | ein Aspekt | Energie, Kosten, Wartung und Umwelteffekt abgewogen |
| Übergabe und Datenschutz | keine Dokumentation | unvollständig | Quellen, Datenblätter, synthetische Daten und Prüfvorbehalte vollständig |
Bewertung: maximal 12 Punkte; 11–12 sehr gut nachvollziehbar, 9–10 gut, 7–8 überwiegend erfüllt, 5–6 Überarbeitung nötig, 0–4 wesentliche Lücken. Bei einer als realen Montagefreigabe ausgegebenen Planung gilt der Sicherheitsbereich unabhängig von der Punktzahl als nicht bestanden. Feedback nennt konkrete fehlende Nachweise; Verbesserungen werden versioniert erneut eingereicht.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Prüfe dein Fachwissen
Welche Unterlage zeigt Betriebsmittel vor allem an ihrem vorgesehenen Einbauort im Grundriss? (Installationsplan) (!Zeitplan) (!Stückliste) (!Prüfbuch)
Welcher Wert ist im vereinfachten Beleuchtungsansatz die Einheit der Beleuchtungsstärke? (Lux) (!Lumen) (!Watt) (!Kilowattstunde)
Wie viele Leuchten ergeben sich aus 24000 geteilt durch 1920 und anschließender Aufrundung? (13) (!12) (!10) (!25)
Welche Funktion erfüllt ein Aktor in einem Gebäudeautomationssystem? (Er setzt Steuerbefehle in eine Schalt- oder Stellhandlung um) (!Er misst ausschließlich die Luftfeuchtigkeit) (!Er ersetzt jeden Leitungsschutz) (!Er speichert automatisch alle Kundendaten)
Was beschreibt eine Busleitung in einem Automationssystem hauptsächlich? (Einen gemeinsamen Kommunikationsweg zwischen Komponenten) (!Immer die gesamte Energieversorgung aller Verbraucher) (!Grundsätzlich einen Schutzleiter) (!Ausschließlich einen Lichtwellenleiter zum Internet)
Welches Element gehört zum äußeren Blitzschutz? (Fangeinrichtung) (!Nutzungsprofil einer App) (!Leuchtenwartungsfaktor) (!Passwortverwaltung)
Welcher Planungsansatz zum Überspannungsschutz ist richtig? (SPD anhand von Netzform Schutzkonzept Normen und Herstellerdaten auswählen) (!Jeden SPD unabhängig vom Einbauort gleich auswählen) (!Mit einem SPD auf jede andere Schutzmaßnahme verzichten) (!Nur nach der Farbe des SPD-Gehäuses entscheiden)
Wofür steht eine USV im betrieblichen Versorgungskonzept? (Für die Überbrückung einer Versorgungsunterbrechung entsprechend ihrer Auslegung) (!Für eine automatische Erhöhung des Energieverbrauchs) (!Für die vollständige Entbehrlichkeit des Blitzschutzes) (!Für jede Form der dauerhaft autarken Gebäudeversorgung)
Was ist ein geeigneter Umgang mit unbekannten Schutzgeräten im Bestandsverteiler? (Offenen Prüfpunkt dokumentieren und durch befugte Fachkräfte klären lassen) (!Beliebige Bemessungswerte in den Plan übernehmen) (!Sicherheitsnachweis ohne Bestandsdaten bestätigen) (!Den Bestandsverteiler selbst unter Spannung öffnen)
Welche Größe gehört zum nachvollziehbaren Energieüberschlag? (Leistung multipliziert mit Betriebsdauer) (!Lichtstrom dividiert durch Raumhöhe) (!Spannung multipliziert mit Raumfläche) (!Farbtemperatur multipliziert mit Gerätekosten)
Memory
| Lichtstrom | Von einer Lichtquelle abgegebene sichtbare Lichtleistung in Lumen |
| Beleuchtungsstärke | Auf einer Fläche ankommender Lichtstrom pro Fläche in Lux |
| Aktor | Setzt einen Steuerbefehl in eine Aktion um |
| Installationsplan | Zeichnet Einbauorte und Leitungswege im Grundriss |
| Ersatzstromversorgung | Übernimmt definierte Verbraucher bei Ausfall der Hauptversorgung |
| Wartungsfaktor | Berücksichtigt die angenommene Abnahme der Beleuchtungswirkung |
Drag and Drop
| Ordne die Funktion zu. | Passender Fachbegriff |
|---|---|
| Raumhelligkeit erfassen | Helligkeitssensor |
| Leuchte dimmen | Dimmaktor |
| Leitungen im Gebäudegrundriss verorten | Installationsplan |
| Blitzstrom an einer Dachspitze abfangen | Fangeinrichtung |
| Planänderung nachvollziehbar kennzeichnen | Revisionsindex |
Kreuzworträtsel
| Lumen | In welcher Einheit wird der Lichtstrom angegeben? |
| Sensor | Wie heißt das Bauteil zur Erfassung einer Umgebungsgröße? |
| Aktor | Wie heißt das Bauteil zur Ausführung eines Steuerbefehls? |
| Erdung | Welche Schutzmaßnahme stellt eine leitfähige Verbindung zur Erde her? |
| Legende | Wie heißt die Erklärung der Planzeichen? |
| Blitzschutz | Welcher Oberbegriff bezeichnet Schutzsysteme gegen Blitzeinwirkungen? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Bedarfsanalyse: Formuliere sechs Rückfragen für den fiktiven Schulungsraum; markiere, welche Antworten zwingend vom Auftraggeber oder der Elektrofachkraft kommen müssen.
- Installationsplan: Zeichne einen schematischen Modell-Grundriss mit fünf Symbolen, Legende und zwei unterschiedlichen Leitungsarten; verwende nur spannungsfreie Symbolarbeit.
- Beleuchtungsstärke: Erkläre an einem eigenen Zahlenbeispiel den Unterschied zwischen Lumen, Lux und Watt und benenne einen typischen Einheitenfehler.
- Gebäudeautomation: Erstelle für Sensor, Steuerungslogik und Aktor drei selbst formulierte Definitionen und ein einfaches Funktionsdiagramm.
Standard
- Lichtplanung: Rechne die 48-m²-Leuchtenplanung mit einem Wartungsfaktor von 0,75 neu; begründe Aufrundung und Grenzen des Überschlags.
- CAD: Erstelle einen fiktiven Revisionsplan in einer beliebigen geeigneten Zeichen- oder CAD-Software mit Leuchtenkennungen und Blattverweisen.
- Blitzschutz: Vergleiche inneren und äußeren Blitzschutz anhand einer beschrifteten Grafik; notiere drei konkrete Fragen an eine befugte Blitzschutzfachkraft.
- Gebäudeautomatisierung: Verfasse eine Funktionsliste für einen Schulungsraum mit Handbedienung, Zeitprogramm und Datenschutzanforderung; simuliere sie ohne Netzspannung.
Schwer
- Energiekosten: Entwickle zwei Beleuchtungsvarianten mit dokumentierten Annahmen, berechne Energie und einfache Amortisation und diskutiere Unsicherheiten.
- Schaltplan: Erstelle ein konsistentes Planpaket aus Installations-, Verteiler- und Funktionsplan für die beiden fiktiven Räume und führe eine Kreuzreferenzprüfung durch.
- Risikobewertung: Entwickle einen Planungsprüfbogen zu SPD, Ersatzstrom, Schutzmaßnahmen, Netzform und offenen Herstellerangaben, ohne daraus eine Montagefreigabe abzuleiten.
- Projektmanagement: Erarbeite eine fünfminütige Übergabepräsentation mit Änderungsprotokoll, verantwortlichen Fachprüfungen, OER-Quellen und einem kurzen Video aus einer ungefährlichen CAD-Simulation.


Lernkontrolle
- Auftragsklärung: Prüfe eine fremde anonymisierte Anforderungsliste auf Widersprüche, fehlende Informationen und unzulässige Annahmen.
- Beleuchtungsplanung: Erkläre, warum 500 lx im Überschlag noch keinen ausreichenden lichttechnischen Nachweis für den Raum ergeben, und benenne geeignete Prüfgrößen.
- Anlagenplanung: Begründe anhand eines selbst gezeichneten Funktionsschemas, welche Informationen zwischen Installationsplan, Verteilerplan und Automationsplan übereinstimmen müssen.
- Elektrische Sicherheit: Beurteile eine fiktive Projektakte, die eine unbekannte Bestandsverteilung als geprüft kennzeichnet, und formuliere sichere, fachlich verantwortete nächste Schritte.
- Nachhaltigkeit: Vergleiche gesteuerte und ungesteuerte Beleuchtung mit klaren Annahmen zu Betriebsstunden, Investition, Wartung und tatsächlicher Wirkung.
- Datenschutz: Entwickle ein minimiertes Daten- und Zugriffsmodell für eine präsenzabhängige Raumsteuerung und erläutere den Nutzen lokaler Verarbeitung.
Lernnachweis
Dein konkreter Leistungsnachweis ist eine zusammenhängende Abgabe zu Auftrag B-2026-09 mit (1) Anforderungsliste und dokumentierten offenen Bestandsfragen, (2) einem Berechnungsblatt mit Formeln, Einheiten, Varianten und Plausibilitätskontrolle, (3) den fünf Entwurfsblättern E-01 bis E-05 oder fachlich gleichwertigen Dokumenten, (4) einer Funktionsmatrix und Bauteilliste, (5) einer Übersicht zu Arbeitssicherheit, Schutzkonzept, Datenschutz, Nachhaltigkeit und Verantwortlichkeiten sowie (6) einer kurzen Präsentation mit Quellenverzeichnis. Verwende den oben angegebenen Zwölf-Punkte-Bewertungsbogen und überarbeite kritische Befunde nachvollziehbar. Der Transfer besteht darin, die Methode auf ein anderes rein fiktives Gebäude zu übertragen; der Fachplaner muss reale Bemessungen und Prüfungen später eigenverantwortlich erbringen.
OER und Wikipedia
Rahmen und Beruf: KMK-Lernfeld 9 ETS, gedruckte Seite 38; BIBB ETS mit Verordnung und Änderungsstand; aktuelle konsolidierte Bundesrechtsquellen recherchieren. Der KMK-Plan ist von 2011; aktuelle Normen dürfen daraus nicht ungeprüft abgeleitet werden.
Technische Fachquellen: DKE zur 2025/2026 aktualisierten Blitzschutzreihe DIN EN IEC 62305; DKE zur elektrischen Arbeitssicherheit; DGUV Information 203-001; DIALux evo Lernmaterial; KNX-Grundlagen mit Video. Normenvolltexte können lizenzpflichtig sein; hier werden nur Regelungsgegenstände benannt, keine Normtexte kopiert.
Geprüfte Commons-Medien und Lizenzen:
- Wiring diagram of distribution board.jpg – Dmitry G, gemeinfrei; als historisches Schaltbild.
- RCD symbols.JPG – Dmitry G, CC BY-SA 3.0.
- Lightning-rod-diagram de.svg – Wdchk / wdwd, CC BY-SA 3.0.
- Fi-rele2.gif – Villanyasz, gemeinfrei; animierte Prinzipskizze.
- Electrical installation.JPG – Dmitry G, CC BY-SA 3.0.
Die genannten Seiten dokumentieren jeweils Originaldatei, Rechte und Autorenschaft; die Schemata sind nicht als aktuelle Installationsvorgabe zu verwenden. Das externe Voltus-Video ist verlinktes Fremdmaterial, nicht als offene Lizenz behauptet; ein eigenständiges Herunterladen oder Wiederveröffentlichen ist dadurch nicht erlaubt.
Vertiefender, frei zugänglicher Lexikonartikel: Gebäudeautomation. Es wird ein externer deutschsprachiger Wikipedia-Artikel eingebettet, kein amtlicher Normtext.
Verknüpfte Lernbereiche
Angrenzende Fachrichtungen wie Versorgungs- und Ausrüstungstechnik unterstützen die Schnittstellenkoordination, bilden hier aber keine zusätzliche Pflichtfachrichtung. Die Fachrichtung Stahl- und Metallbautechnik ist lediglich bei Trassen, Befestigungen und baulichen Schnittstellen vergleichend relevant.
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