Warten technischer Systeme - Metallbauer - LF 4
Einleitung
Eine Säulenbohrmaschine läuft rau, am Maschinentisch liegen Späne und auf einem Metallteil zeigen sich Roststellen. Soll die Maschine weiterbetrieben werden? Welche Informationen brauchst du, bevor eine Wartung geplant wird? In diesem aiMOOC erschließt du das KMK-Lernfeld 4 „Warten technischer Systeme“ für Metallbauerinnen und Metallbauer im 1. Ausbildungsjahr (Zeitrichtwert: 80 Unterrichtsstunden). Du lernst, einen berufstypischen Auftrag zu analysieren, sicher zu planen, begründet zu bearbeiten, zu prüfen und zu dokumentieren. Wartung ist hier keine spontane Reparatur, sondern eine geplante Maßnahme zur Erhaltung der Betriebsbereitschaft.
Am Ende kannst du die Grundmaßnahmen der Instandhaltung unterscheiden, Anordnungspläne und Betriebsanleitungen auswerten, Verschleiß und Störungen einschätzen, geeignete Hilfsstoffe und Maßnahmen begründet auswählen, einfache elektrische Größen berechnen sowie Wirtschaftlichkeit, Umwelt- und Arbeitsschutz berücksichtigen. Die Beispiele sind fiktive Lehrsituationen, keine Vorgaben für eine bestimmte Maschine. Maßgeblich sind stets die aktuelle Herstelleranleitung, die betriebliche Gefährdungsbeurteilung, der Ausbildungsplan, der Landeslehrplan und die zuständige Handwerkskammer.
Sicherheit vor Praxis: Eingriffe an echten Maschinen, elektrischen Anlagen, Schutzeinrichtungen, unter Druck stehenden Systemen oder mit gefährlichen Stoffen erfolgen ausschließlich durch befugte, unterwiesene Personen und unter fachkundiger Aufsicht. Deine eigenständigen Übungen finden an einem abgetrennten, energielosen Demonstrationsmodell oder einer Stromkreis-Simulation mit berührungssicherer, strombegrenzter Kleinspannung statt. Ein Quiz befähigt niemanden zu Prüfungen an Netzspannung.
Grundbegriffe, Ziele und Wirtschaftlichkeit der Instandhaltung
Die vier Grundmaßnahmen
Die Instandhaltung umfasst technische und organisatorische Maßnahmen, damit ein Betriebsmittel seine geforderte Funktion zuverlässig erfüllen kann. Nach den einschlägigen Begriffsgrundlagen DIN 31051:2019-06 und DIN EN 13306:2018-02 unterscheidest du:
- Wartung: Maßnahmen, die Abnutzung verzögern, etwa freigegebene Reinigungs- oder Schmierarbeiten nach Herstellerplan.
- Inspektion: Zustand feststellen und beurteilen, etwa sichtbare Schäden erfassen und Soll-Ist-Werte vergleichen.
- Instandsetzung: Funktionsfähigkeit nach einem Fehler wiederherstellen, beispielsweise ein defektes Bauteil durch befugtes Fachpersonal ersetzen.
- Verbesserung: Schwachstellen beseitigen und Zuverlässigkeit steigern, ohne den vorgesehenen Funktionszweck unzulässig zu ändern.
Beispiel: An einem funktionslosen Schulmodell eines Lagerbocks liest du das Wartungsintervall ab (Planung), prüfst einen trockenen Schmierpunkt (Inspektion), demonstrierst das vorgesehene Schmierverfahren mit einem ungefährlichen Modellstoff (Wartung) und dokumentierst die Beobachtung. Einen beschädigten Lagerbock an einer betriebsbereiten Maschine eigenständig auszubauen wäre dagegen keine zulässige Modellaufgabe.
Sicherheit, Verfügbarkeit und Kosten
Betriebsbereitschaft bedeutet, dass ein technisches System die geforderte Aufgabe unter zulässigen Bedingungen erfüllen kann. Verschleiß, Verschmutzung, fehlende Schmierung, Korrosion, unzureichende Prüfungen und Bedienfehler können sie beeinträchtigen. Wartung verlängert nicht automatisch jedes Intervall: Zu wenig, zu viel oder der falsche Schmierstoff kann ebenfalls schaden. Eine geplante Stillstandszeit lässt sich mit ungeplantem Ausfall nur anhand vergleichbarer Bedingungen bewerten.
Rechenbeispiel zur Verfügbarkeit: In einer fiktiven Beobachtungsperiode von 160 Stunden ist eine Maschine 3 Stunden ungeplant außer Betrieb. Die einfache zeitbezogene Verfügbarkeit beträgt (160 - 3) / 160 × 100 = 98,125 %. In einer zweiten, ebenfalls 160-stündigen Übungsperiode liegt die gesamte angesetzte Stillstandszeit bei 0,75 Stunden: (160 - 0,75) / 160 × 100 = 99,53125 %. Das sind Rechenbeispiele mit ausdrücklich festgelegter Bezugsgröße und keine Vorhersage einer Wartungswirkung.
Kostenvergleich: Fiktiv kostet eine geplante Wartung 0,75 h × 42 €/h = 31,50 € Arbeitszeit zuzüglich 4,20 € Hilfsstoffe, zusammen 35,70 €. Ein hypothetischer Ausfall verursacht 3 h Produktionsstillstand × 120 €/h = 360 €, 85 € Ersatzteile und 0,5 h Facharbeit × 42 €/h = 21 €, zusammen 466,00 €. Die Differenz beträgt 430,30 €. Ohne Nachweis, dass die Wartung den Ausfall tatsächlich verhindert, wäre es falsch, diese Differenz als sichere Ersparnis zu behaupten. Betrachte auch Energie, Lebensdauer, Entsorgung, Zeitaufwand und Risiken.
Wartungsaufträge analysieren und Arbeitsabläufe planen
Technische Unterlagen lesen
Ein Anordnungsplan zeigt, wo Baugruppen und Wartungsstellen liegen. Ein Wartungsplan nennt die Tätigkeit, das Intervall, erforderliche Betriebsbedingungen, Materialien, Prüfmerkmale und die zuständige Qualifikation. Eine Betriebsanleitung beschreibt die vom Hersteller vorgesehenen Grenzen und Maßnahmen. Weitere Unterlagen können Schaltplan, Schmierplan, Sicherheitsdatenblatt, Prüfanweisung und Störungsprotokoll sein. Eine Aussage wie „regelmäßig schmieren“ reicht nicht als konkrete Arbeitsanweisung: Schmierstelle, Mittel, Menge, Intervall und Freigabeverfahren müssen eindeutig geklärt werden.
Lesehilfe für englische Anleitungen: „maintenance“ bezeichnet im Kontext oft Instandhaltung oder Wartung, „inspection“ eine Inspektion, „lubrication“ Schmierung, „coolant“ Kühlschmiermittel, „disconnect power“ Energieversorgung trennen und „do not operate“ nicht betreiben. Achtung: Ein übersetzter Begriff ersetzt keine eindeutige technische Freigabe. Unbekannte Warnhinweise müssen vor der Tätigkeit geklärt werden.
Vom Auftrag zum prüfbaren Wartungsplan
Für eine nachvollziehbare Arbeitsplanung beantwortest du: Was ist betroffen? Warum ist die Maßnahme nötig? Welche Risiken bestehen? Wer darf sie durchführen? Wann ist ein sicherer Stillstand möglich? Welche Unterlagen, Hilfsstoffe, Werkzeuge und Messmittel sind freigegeben? Woran erkennst du Erfolg? Wie dokumentierst du Abweichungen? Die Betriebsorganisation weist Verantwortlichkeiten, Sperrbereiche und Übergaben eindeutig zu; Auszubildende handeln nicht eigenmächtig.
| Feld eines Muster-Wartungsplans | Beispiel am energielosen Lehrmodell |
|---|---|
| Objekt und Kennung | Modell-Lagerbock MB-LF4-01, keine reale Anlage |
| Auftrag und Ziel | Sichtprüfung, Modellreinigung, Vergleich mit Übungszeichnung |
| Unterlagen | Modellskizze M1 und fiktive Wartungskarte W1 |
| Voraussetzung | Modell ohne Antrieb, bewegungsfrei, Lernaufsicht anwesend |
| Material und Hilfsmittel | weicher Pinsel, trockenes Tuch, Bildkarte eines Schmierstoffetiketts |
| Prüfkriterien | Bauteile korrekt benannt; Schäden fotografisch nur am Modell markiert; alle Felder ausgefüllt |
| Dokumentation | Beobachtung, Soll-Ist-Vergleich, Abweichung, Empfehlung und Lehrkraftfreigabe |
Typische Fehler: Intervall aus einer anderen Maschinengeneration übernehmen; ein ungeeignetes Mittel verwenden; einen Schaltplan als mechanischen Lageplan missverstehen; den Zustand vor der Maßnahme nicht erfassen; Wartung und sicherheitsrechtlich vorgeschriebene Prüfung verwechseln. Intervalle und Prüfpflichten werden auf Grundlage der Gefährdungsbeurteilung, der Herstellerinformationen und der geltenden Vorschriften bestimmt, nicht aus einem allgemeinen Lerntext.
Verschleiß, Schmierung, Kühlschmierstoffe und Korrosionsschutz
Verschleiß und Schäden erkennen
Verschleiß ist eine unerwünschte fortschreitende Veränderung einer Oberfläche durch Beanspruchung und Relativbewegung. Mögliche Mechanismen sind Abrasion durch harte Partikel, Adhäsion bei metallischem Kontakt, Oberflächenermüdung durch wechselnde Belastung und korrosiv unterstützter Verschleiß. Auffälligkeiten sind etwa Riefen, ungewöhnliches Geräusch, Leckage, erhöhte Temperatur oder ausgeschlagene Passungen. Ein Geräusch allein beweist keine bestimmte Schadensursache.

Bild: Zerlegtes Wälzlager mit Außenring, Wälzkörpern und Käfig. Benenne die Bauteile und erkläre, weshalb fehlende Schmierung oder Fremdpartikel Schäden begünstigen. Quelle: Niabot, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0.

Animation: Prinzip eines umlaufenden Kugellagers (schematisch, keine Anleitung zur Instandsetzung). Quelle: PlusMinus / DustDFG, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0.
Schmierstoffe und Kühlschmierstoffe unterscheiden
Schmierstoffe sollen Reibung und Verschleiß senken, zum Teil auch vor Korrosion schützen. Öl und Fett sind nicht beliebig austauschbar. Viskosität, Temperaturbereich, Verträglichkeit mit Dichtungen, Herstellerfreigabe und Reinheit sind entscheidend. Eine Fettpresse darf nicht ungezielt betätigt werden: Überfettung kann Lager schädigen. Kühlschmierstoffe beim spanenden Bearbeiten kühlen, schmieren und transportieren Späne; je nach Zusammensetzung können Haut-, Aerosol- und Umweltgefährdungen auftreten.

Bild: Fettpresse als Beispiel eines Wartungshilfsmittels. Das Foto allein sagt nichts über Eignung, Dosierung oder sichere Bedienung aus. Quelle: Bryn Pinzgauer, Wikimedia Commons, CC BY 2.0.
Fachvideo: „Wälzlager richtig schmieren“, Ludwig Meister (2019, deutsch). Prüfe beim Anschauen die Hinweise zu Schmierstoffwahl, Sauberkeit, Menge und Zeitpunkt; reale Herstelleranweisungen haben Vorrang. Video bleibt urheberrechtlich beim Anbieter.
Bei Flüssigkeiten und Chemikalien gelten Gefährdungsbeurteilung, Kennzeichnung, Sicherheitsdatenblatt, Betriebsanweisung, geeignete Schutzmaßnahmen und betriebliche Entsorgungswege. Hautkontakt minimieren; verschüttete Stoffe nicht in die Kanalisation gelangen lassen. Die DGUV Regel 109-003, Ausgabe April 2026 ist eine aktuelle fachliche Grundlage für Tätigkeiten mit Kühlschmierstoffen. Übe Stoffauswahl zunächst anhand von Etikettkarten und Sicherheitsdatenblatt-Ausschnitten statt mit gefährdenden Flüssigkeiten.
Korrosion vermeiden und Ursachen analysieren
Korrosion ist eine Reaktion des Werkstoffs mit seiner Umgebung, die Eigenschaften beeinträchtigen kann. Bei ungeschütztem Stahl fördern Feuchtigkeit und Sauerstoff Rostbildung; ungünstige Materialpaarungen und Elektrolyte können Kontaktkorrosion begünstigen. Vorbeugend wirken geeignetes Beschichten, Abdichten, Reinigen, trockene Lagerung und konstruktive Entwässerung. Ein bereits tragendes, stark korrodiertes Bauteil darf nicht durch einfaches Überstreichen als sicher erklärt werden.

Bild: Rostbildung an Eisen als Anlass zur Sichtprüfung. Quelle: Utkarshsingh.1992, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0.
Beispiel einer Schadensanalyse: Beobachtung: Im Modellprotokoll erscheint Rost an einer Schraube. Mögliche Ursachen: wiederkehrende Feuchtigkeit, beschädigte Schutzschicht oder ungeeignete Materialpaarung. Du formulierst mehrere Hypothesen, suchst Belege in Unterlagen und Fotos und empfiehlst eine sichere Fachprüfung. Ein „5-mal-Warum“-Gespräch hilft, vorschnelle Schuldzuweisungen zu vermeiden. Ohne ausreichende Prüfung wird keine Ursache als bewiesen angegeben.
Elektrotechnik, Steuerungstechnik und sichere Funktionsprüfung
Elektrische Größen und das Ohmsche Gesetz
Spannung U in Volt (V) beschreibt die elektrische Potenzialdifferenz, Stromstärke I in Ampere (A) die Strommenge pro Zeit und Widerstand R in Ohm (Ω) die Strombegrenzung eines ohmschen Bauteils. Für einen einfachen ohmschen Stromkreis gilt U = R × I. Die elektrische Leistung berechnet sich mit P = U × I in Watt (W). Diese Zusammenhänge gelten für das angegebene Modell; echte Anlagen können zusätzliche Effekte und Gefahren besitzen.

Bild: Einfacher Schaltplan aus Spannungsquelle und Widerstand, schematisch. Quelle: Andreas B Mundt, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0.
Vollständig gerechnetes Beispiel, ausschließlich theoretisch oder simuliert: Eine strombegrenzte Kleinspannungsquelle stellt U = 12 V bereit; ein Modellwiderstand besitzt R = 24 Ω. Gesucht ist I: I = U / R = 12 V / 24 Ω = 0,50 A. Die rechnerische Leistung beträgt P = U × I = 12 V × 0,50 A = 6,0 W. Kontrolliere die Einheiten und die Belastbarkeit der Bauteile; ein realer Widerstand mit unzureichender Leistungsfreigabe könnte sehr heiß werden. Nutze daher vorzugsweise eine Simulation. Bei doppeltem Widerstand und unveränderter Spannung halbiert sich in diesem Modell die Stromstärke.
Fachvideo: „Ohmsches Gesetz und Leistungsberechnung: Elektrotechnik einfach erklärt!“, #Sogeht by Sven Stemmler (2023, deutsch). Stoppe das Video vor dem Rechenergebnis und löse ein eigenes Beispiel. Video urheberrechtlich beim Kanal.
Schaltpläne, Pneumatik und sichere Grenzen
Ein Schaltplan bildet Funktionen und Verbindungen mit Symbolen ab, nicht unbedingt die räumliche Anordnung. Du kannst an einem gedruckten Plan Spannungserzeuger, Schalter, Verbraucher und Leitungsweg benennen sowie bei einem pneumatischen Lernplan Ventil, Druckluftversorgung und Zylinder zuordnen. Ein Steuerkreis verarbeitet Signale oder schaltet Aktoren; eine einfache symbolische Ablaufkette ist noch keine Erlaubnis zur Inbetriebnahme.

Bild: Einfache pneumatische Schaltung als Lesebeispiel. Quelle: Philschenker, später auf Commons übertragen durch Geek3, CC0 1.0.
Elektrische Sicherheit: Netzspannung und gespeicherte Energie können lebensgefährlich sein. Sicherheitsregeln und organisatorische Freigaben werden durch zuständige Elektrofachkräfte bzw. fachkundige, beauftragte Personen umgesetzt. Arbeiten an Netzspannung, das Öffnen elektrischer Betriebsmittel, Isolationsmessungen und Schutzleiterprüfungen sind keine selbstständigen Azubi-Experimente. „Aus“ am Schalter genügt nicht als allgemeiner Nachweis von Spannungsfreiheit; bei Maschinen sind außerdem Restenergien, unbeabsichtigtes Anlaufen und bewegliche Teile zu berücksichtigen. Schutzeinrichtungen niemals überbrücken. Die rechtliche Grundlage für sichere Instandhaltung sind insbesondere BetrSichV § 10 und die TRBS 1112.
Funktionsprüfung heißt, definierte Anforderungen anhand geeigneter Kriterien zu überprüfen. Für Lernende eignet sich eine Sichtprüfung oder eine digitale Simulation; Funktions- und Sicherheitsprüfungen an echten Anlagen sowie eine Wiederinbetriebnahme erfolgen nur im geregelten Verfahren durch Befugte. Dokumentiere das Ergebnis sachlich als bestanden, Abweichung, nicht geprüft oder gesperrt statt unbelegte Sicherheitsbehauptungen zu machen.
Arbeitsschutz, Umwelt, Digitalisierung und Wartungsdokumentation
Gefährdungsbeurteilung vor jedem Arbeitsschritt
Vor der Arbeit identifizierst du Gefährdungen durch Bewegung, Elektrizität, Druck, Restenergie, Späne, heiße Oberflächen, gefährliche Stoffe, Lärm, Rutschstellen und ungünstige Körperhaltung. Die STOP-Hierarchie priorisiert Substitution, technische, organisatorische und persönliche Schutzmaßnahmen. Zuständigkeiten, Unterweisungen und Sperrungen müssen dokumentiert sein. Nach aktueller DGUV Information 209-015 (Juni 2026) gehören Vorbereitung, sichere Durchführung und Nachbereitung zusammen; Restenergien sind ausdrücklich mitzudenken.
Beispiel: Bei einer möglicherweise beschädigten Schutzhaube wird die reale Säulenbohrmaschine nicht „kurz ausprobiert“. Der Mangel wird gemeldet, die Nutzung nach Betriebsverfahren unterbunden und eine geeignete Fachperson hinzugezogen. Am Lehrmodell kannst du dagegen eine farbige Warnmarkierung und einen Sperrvermerk korrekt dokumentieren. Persönliche Schutzausrüstung ersetzt weder technische Schutzmaßnahmen noch Einweisung; Handschuhe können an rotierenden Teilen zusätzliche Einzugsgefahr bedeuten.
Nachhaltig entscheiden und Daten verantwortungsvoll nutzen
Gute Instandhaltung schützt Menschen und Ressourcen: Sie kann Materialausschuss reduzieren, Energieverluste sichtbar machen und Bauteile länger nutzbar halten. Gleichzeitig vermeidest du unnötige Hilfsstoffmengen, planst Sortierung und Entsorgung, prüfst die Möglichkeit sicherer Wiederverwendung und dokumentierst nicht nur Kosten, sondern Umweltaspekte. Altöl, verschmutzte Kühlschmierstoffe und belastete Tücher dürfen nicht eigenmächtig vermischt oder in den Ausguss gegeben werden.
Digitale Wartungskarten oder ein Instandhaltungsmanagement-System (CMMS) können Termine, Abweichungen, Prüfaufträge und Versionsstände abbilden. Datenminimierung: Für Lernaufgaben reichen erfundene Anlagenkennungen und Musterwerte. Lade keine Kunden-, Betriebs-, Beschäftigten- oder Schülerdaten in öffentlich erreichbare Dienste hoch. Fotos müssen frei von Personenbezug, geheimen Zeichnungen und vertraulichen Kennzeichnungen sein. Eine KI darf Vorschläge zur Fehlerhypothese machen, aber keine Freigabe, Fachkunde oder Sicherheitsprüfung ersetzen.
Praxisauftrag: Wartung einer Säulenbohrmaschine als sicherer Modellfall
Ausgangslage und Auftrag klären
Fiktive Werkstatt MB-LF4: Für eine Säulenbohrmaschine liegt eine Meldung über Schmutz am Arbeitsbereich, ungewöhnliche Laufgeräusche in einer früheren Beobachtung und einen Rostpunkt am Standfuß vor. Für eine echte Maschine bedeutet das: keine eigenmächtige Inbetriebnahme. Der Ausbildungsauftrag lautet: Erstelle anhand einer erfundenen Wartungskarte einen sicheren Wartungsplan, bearbeite die freigegebenen Teile am energielosen Modell, bewerte eine Schaltskizze und lege ein prüfbares Protokoll vor. Die abschließende Betriebsfreigabe für eine reale Maschine bleibt der zuständigen Person vorbehalten.
Muster-Unterlagen: Modellskizze mit Bauteilen A = Standfuß, B = Schutzhaube, C = Lagerdarstellung, D = Typenschildbild; Wartungskarte W1 fordert Sichtprüfung auf Verschmutzung, Zustand und vollständige Bauteilkennzeichnung. Eine rein didaktische Schmierkarte S1 nennt 1,5 g Modellstoff je Demonstrationsstelle bei zwei Stellen; sie hat keine Gültigkeit für echte Maschinen. Elektrischer Schulungsfall: eine 12-V-Gleichspannungsquelle mit 24-Ω-Modellwiderstand wird nur gerechnet oder simuliert.
Arbeitsplan mit Rollen, Nachweisen und Stopppunkten
| Schritt | Tätigkeit | Hilfsmittel und zuständige Rolle | Prüfnachweis |
|---|---|---|---|
| Auftrag sichten | Meldung und Musterzeichnungen lesen; fehlende Angaben notieren | Lernende mit Lehrkraft | Auftragsklärung mit drei Beobachtungen |
| Gefährdungen beurteilen | Elektrizität, Restenergie, Bewegung, Stoffe und Stolperstellen benennen | Unterwiesene Lernende im Gespräch mit Aufsicht | Gefährdungstabelle und Sperrvermerk |
| Berechtigung prüfen | Klären, welche Tätigkeiten ausschließlich Fachpersonal ausführen darf | Ausbilderin oder Ausbilder | Freigabe nur für das energielose Modell |
| Wartung modellieren | Freigegebenes Demonstrationsmodell trocken reinigen und symbolisch schmieren | Lernende an gesichertem Modell | Vorher-Nachher-Beobachtung und Kennzeichnung |
| Elektrik verstehen | Gedruckten 12-V-Schaltplan auswerten und Strom berechnen | Lernende in Simulation | Rechenblatt mit Einheiten |
| Zustand bewerten | Soll-Ist-Abgleich zu A bis D; Rost und Lagergeräusch als offene Befunde markieren | Lernende mit Fachaufsicht | Abweichungsliste; keine echte Diagnose vortäuschen |
| Übergabe dokumentieren | Befunde, Kosten, Entsorgungsweg und verbleibende Prüfaufträge erfassen | Lernende; Fachkraft entscheidet über reale Anlage | Vollständiges Protokoll und Unterschriftsfeld „nur Lehrmodell“ |
Rechenwege, Musterergebnis und Entscheidung
Hilfsstoffberechnung nur für das Lehrmodell: 2 Demonstrationsstellen × 1,5 g = 3,0 g Modellstoff. Die Menge einer echten Maschine darf daraus niemals abgeleitet werden. Angenommene Modell-Arbeitszeit: 45 Minuten = 0,75 Stunden. Bei 42 €/h fallen 31,50 € an; mit fiktiven 4,20 € Hilfsstoffkosten ergibt sich 35,70 €. Das Stromrechenblatt ergibt 12 V / 24 Ω = 0,50 A und 12 V × 0,50 A = 6,0 W. Jede Zahl enthält Einheit, Annahme und Rechenweg.
Prüfbares Arbeitsergebnis im Musterfall:
- Objekt MB-LF4-01; Datum des fiktiven Beispiels: 15.10.2026; Bearbeitung: „Lernteam A“ ohne Personennamen.
- Standort A: leichter Oberflächenrost am abgebildeten Fuß; Ursache nicht bewiesen; Empfehlung: Fachprüfung des Korrosionsschutzes.
- Standort B: Schutzhaube der Musterzeichnung zugeordnet; reale Funktion nicht geprüft; kein Freigabevermerk.
- Standort C: Lagergeräusch nur aus der Meldung übernommen; keine Diagnose und kein Probelauf.
- Standort D: Kennzeichnung der Schulungsunterlage gelesen; aktuelle Herstellerunterlagen einer echten Maschine müssen zusätzlich beschafft werden.
- Modellreinigung und symbolische Schmierung gemäß Übungskarte dokumentiert; Altstoffe fallen nicht an.
- Ergebnis: Lehrmodellauftrag dokumentiert; reale Säulenbohrmaschine bleibt bis zur fachkundigen Prüfung gesperrt.
Bewertungsraster für den Lernnachweis (maximal 100 Punkte):
| Kriterium | Maximalpunkte | Beobachtbarer Leistungsnachweis |
|---|---|---|
| Auftrag und Gefährdungsanalyse | 20 | Risiken vollständig erkannt; Stopppunkte und Verantwortlichkeiten richtig festgelegt |
| Planung und Fachquellen | 20 | Unterlagen verglichen; Arbeitsfolge, Mittel und Prüfmerkmale begründet |
| Sichere Modellausführung | 20 | Maßnahmen nur im erlaubten Modellumfang; keine unbefugten Eingriffe |
| Berechnung und Qualitätsprüfung | 20 | Rechenweg, Einheiten, Soll-Ist-Abgleich und fachlich vorsichtige Bewertung korrekt |
| Dokumentation und Nachhaltigkeit | 20 | Nachvollziehbares Protokoll, Kosten, Umweltweg und Datenschutz berücksichtigt |
Auswertung: 90–100 Punkte = sehr sicher, 75–89 = sicher, 60–74 = teilweise sicher, unter 60 = nacharbeiten. Zusätzlich gilt: Ein übergangener sicherheitskritischer Stopppunkt führt unabhängig von der Punktzahl zu „praktischer Nachweis nicht bestanden“. Die Lehrkraft begründet Rückmeldungen kriterienbezogen. Musterurteile sind keine Prüfungszulassung und keine amtliche Anerkennung.
Häufige Fehler im Praxisfall: Die frühere Geräuschmeldung als bestätigten Lagerschaden ausgeben; reale Schmiermengen aus Übungswerten ableiten; 45 Minuten als 0,45 Stunden rechnen; eine fehlende Sicherheitsprüfung mit „in Ordnung“ kennzeichnen; vertrauliche Fotos hochladen; Kostenberechnungen ohne Annahmen präsentieren. Korrigiere diese Fehler im Prüfprotokoll.
Interaktive Aufgaben
Multiple-Choice-Quiz
Wähle jeweils die fachlich richtige Antwort. Die Rückmeldung erfolgt über das Quizformat; lies bei Fehlern erneut die passende Fachstelle.
Welche Maßnahme ist ein typisches Beispiel für Wartung? (Einen laut Herstellerplan freigegebenen Schmierpunkt pflegen) (!Einen gebrochenen Antriebsmotor ersetzen) (!Eine Schutzhaube überbrücken) (!Eine Maschine ohne Prüfung freigeben)
Was soll eine Inspektion vorrangig leisten? (Den Istzustand feststellen und fachlich beurteilen) (!Jedes vorhandene Bauteil vorsorglich austauschen) (!Eine vorgeschriebene Prüfung pauschal ersetzen) (!Alle Störungen ohne Ursachenanalyse beheben)
Welche Information muss vor dem Schmieren einer echten Maschine geprüft werden? (Die konkrete Herstellerfreigabe für Mittel und Schmierstelle) (!Die Farbe des vorhandenen Werkzeugkastens) (!Das Alter des letzten Werbeprospekts) (!Die am schnellsten verfügbare Fettpresse)
Welche Folge kann zu viel Lagerfett haben? (Eine Schädigung durch Überfettung und erhöhte Erwärmung) (!Eine garantiert unbegrenzte Lebensdauer) (!Eine automatische elektrische Schutzprüfung) (!Den vollständigen Wegfall jeder Lagerreibung)
Was ist bei sichtbarer Beschädigung einer Schutzhaube richtig? (Nutzung nach Betriebsverfahren unterbinden und Mangel melden) (!Die Haube für einen kurzen Test abnehmen) (!Die Maschine ohne Protokoll weiterlaufen lassen) (!Das Warnschild entfernen und später nachsehen)
Welche Stromstärke ergibt sich theoretisch aus 12 Volt und 24 Ohm? (0,5 Ampere) (!2 Ampere) (!12 Ampere) (!288 Ampere)
Warum ist ein Schaltplan nicht einfach ein Anordnungsplan? (Er zeigt vor allem Funktionen und Verbindungen statt räumlicher Lage) (!Er enthält ausschließlich Arbeitszeiten) (!Er ersetzt alle Betriebsanleitungen) (!Er beschreibt nur die Oberflächenfarbe)
Welche Aussage zu Kühlschmierstoffen ist zutreffend? (Sie können Kühlung und Schmierung verbinden und erfordern Schutzmaßnahmen) (!Jeder Kühlschmierstoff darf in die Kanalisation) (!Hautkontakt ist bei allen Stoffen grundsätzlich unbedenklich) (!Das Sicherheitsdatenblatt ist immer überflüssig)
Was ist ein sachgerechter Eintrag im Wartungsprotokoll? (Die Sicherheitseinrichtung wurde am realen Gerät nicht geprüft) (!Alle Schutzfunktionen sind ohne Prüfung garantiert) (!Die Maschine wurde trotz Sperre eigenständig freigegeben) (!Unbelegte Annahmen werden als Messwerte bezeichnet)
Welche Kennzahl ergibt sich bei 3 Stunden Ausfall in 160 Stunden Bezugszeit? (98,125 Prozent zeitbezogene Verfügbarkeit) (!1,875 Prozent zeitbezogene Verfügbarkeit) (!160 Prozent zeitbezogene Verfügbarkeit) (!100 Prozent zeitbezogene Verfügbarkeit)
Memory
Ordne jedem Fachbegriff genau seine eigene Bedeutung zu.
| Wartung | Maßnahmen zum Verzögern der Abnutzung nach geeigneten Vorgaben |
| Inspektion | Zustand feststellen und beurteilen |
| Instandsetzung | Fehlerbedingten Funktionsverlust fachgerecht beseitigen |
| Korrosion | Reaktion eines Werkstoffs mit seiner Umgebung |
| Schmierstoff | Stoff zum Verringern von Reibung und Verschleiß |
| Restenergie | Nach dem Abschalten möglicherweise weiterhin gespeicherte Energie |
Drag-and-drop
Ordne die fünf dokumentierten Arbeitsphasen ihrer Aufgabe zu.
| Passender Begriff | Tätigkeit im Wartungsauftrag |
|---|---|
| Auftragsanalyse | Meldung und Unterlagen zunächst auf offene Fragen prüfen |
| Gefährdungsbeurteilung | Risiken erkennen und zulässige Schutzmaßnahmen festlegen |
| Arbeitsplanung | Reihenfolge, Hilfsmittel, Zuständigkeit und Prüfkriterien festlegen |
| Soll-Ist-Vergleich | Beobachtete Merkmale mit den Vorgaben abgleichen |
| Dokumentation | Ergebnisse, Abweichungen und Freigabezustand nachvollziehbar festhalten |
Kreuzworträtsel
Trage je ein Fachwort ohne Leerzeichen ein.
| Wartung | Welche Maßnahme soll den Abnutzungsvorrat möglichst erhalten? |
| Inspektion | Wie heißt die Zustandsfeststellung mit anschließender Beurteilung? |
| Korrosion | Welche Materialveränderung entsteht beispielsweise durch Rostbildung? |
| Verschleiß | Wie nennt man die unerwünschte Abnutzung einer beanspruchten Oberfläche? |
| Spannung | Welche elektrische Größe hat die Einheit Volt? |
| Freigabe | Wie heißt die dokumentierte Erlaubnis durch eine zuständige Person? |
LearningApps
Entdecke ergänzende Zuordnungs- und Übungsangebote über die thematische Suche. Die verlinkte Suche ist keine eigens erstellte oder geprüfte Einzelaufgabe; prüfe Treffer auf fachliche Richtigkeit und Datenschutz.
Lückentext
Ergänze den jeweiligen Begriff; pro Satz gibt es genau eine Lücke.
Offene Aufgaben
Bearbeite die zwölf Aufgaben auf Papier oder in einer datensparsamen Lernumgebung. Reale Wartung an Maschinen ist nicht Bestandteil selbstständiger Versuche.
Leicht
- Wartung: Erstelle zu Wartung, Inspektion, Instandsetzung und Verbesserung je ein passendes Beispiel am energielosen Modell und begründe deine Zuordnung.
- Wartungsplan: Markiere in einer fiktiven Wartungskarte Objekt, Intervall, Tätigkeit, Werkzeug, Prüfmerkmal und zuständige Rolle; notiere zwei fehlende Angaben.
- Arbeitssicherheit: Zeichne fünf mögliche Gefährdungssymbole für eine Säulenbohrmaschine und erläutere zu jedem eine sichere Reaktion ohne Maschinenbetrieb.
- Fachsprache: Übersetze die Begriffe maintenance, inspection, lubrication und do not operate sinngemäß und formuliere zu jedem einen deutschen Beispielsatz.
Standard
- Wälzlager: Beschrifte die sechs Teile der Lagerabbildung und erstelle eine Tabelle mit drei möglichen Verschleißursachen und jeweils einem zu prüfenden Nachweis.
- Ohmsches Gesetz: Berechne für einen simulierten ohmschen 12-V-Stromkreis mit 48 Ω Strom und Leistung, beschrifte Einheiten und kontrolliere das Ergebnis im virtuellen Modell.
- Korrosionsschutz: Vergleiche für eine fiktive Stahlkonstruktion Reinigen, Beschichten und konstruktive Wasserableitung nach Wirkung, Grenzen, Umweltaspekt und Wartungsbedarf.
- Qualitätssicherung: Entwickle für das Lehrmodell einen Soll-Ist-Prüfbogen mit mindestens sechs Feldern, einschließlich „nicht geprüft“ und „Sperrung erforderlich“.
Schwer
- Schadensanalyse: Untersuche die fiktive Meldung „Lager läuft rau“ mit einem Ursachenbaum; unterscheide belegte Beobachtungen, mögliche Ursachen, notwendige Fachprüfungen und unzulässige Vermutungen.
- Wirtschaftlichkeit: Vergleiche 35,70 € geplante Modellwartung mit 466,00 € hypothetischen Ausfallfolgen und berechne zwei alternative Szenarien; erläutere die Grenzen einer solchen Kostenrechnung.
- Arbeitsplanung: Erstelle im Team einen vollständigen Arbeitsauftrag mit Gefahrenermittlung, Modellfreigabe, Ablauf, Materialbilanz, Prüfkriterien und Übergabeprotokoll; verteidige deine Reihenfolge.
- Nachhaltigkeit: Gestalte ein einseitiges digitales Wartungsdashboard mit rein fiktiven Kennungen und Kennzahlen zu Verfügbarkeit, Stoffverbrauch, Wiederverwertung und offenen Sicherheitsmängeln; begründe die Datenschutzentscheidungen.


Lernkontrolle
- Wartung und Inspektion: Begründe an einem Lagerbeispiel, wann eine Beobachtung eine Inspektion und wann eine angeleitete Pflegemaßnahme eine Wartung ist; benenne die Grenzen für Lernende.
- Technische Dokumentation: Ein Wartungsplan nennt nur „regelmäßig ölen“. Formuliere mindestens fünf Rückfragen an Hersteller oder Fachaufsicht, bevor du einen konkreten Arbeitsschritt zulässt.
- Sicherheitsbewertung: Beim Modellauftrag ist an der echten Säulenbohrmaschine eine beschädigte Schutzhaube erkennbar. Erläutere Meldeweg, Sperrentscheidung, Dokumentation und sichere Ersatzaufgabe.
- Elektrische Größen: Berechne I und P für U = 12 V und R = 60 Ω in einer rein theoretischen Schaltung; begründe, warum daraus keine Berechtigung für Netzspannungsmessungen folgt.
- Kosten und Verfügbarkeit: Vergleiche zwei 160-Stunden-Perioden mit 3,0 beziehungsweise 0,75 Stunden Ausfallzeit und erläutere, weshalb eine Kausalbehauptung zum Wartungserfolg weiterer Daten bedarf.
- Umwelt und Datenschutz: Entwickle eine Entscheidungsmatrix für die Entsorgung eines unbekannten Kühlschmierstoffs und die Ablage eines Wartungsfotos. Nenne, welche Informationen dir fehlen und welche Schritte gesperrt bleiben.
Rückmeldungskriterien: Ein guter Nachweis verwendet zutreffende Fachbegriffe, begründet Entscheidungen anhand von Originalunterlagen, rechnet mit Einheiten, benennt Unsicherheit, achtet auf STOP-Maßnahmen und trennt Modellfreigabe von realer Maschinenfreigabe. Bei Fehlern überprüfe zuerst Annahmen, Maßeinheiten, Herstellerbezug und die dokumentierten Zuständigkeiten.
Lernnachweis
Abzugeben: Ein vollständiges Wartungsdossier zur fiktiven Säulenbohrmaschine MB-LF4-01 mit Auftragsanalyse, Dokumentenübersicht, Gefährdungsbeurteilung und Rollen, tabellarischem Arbeitsplan, gekennzeichneter Zeichnung, Material- und Kostenrechnung, theoretischem Ohm-Rechenblatt, ausgefülltem Modell-Prüfprotokoll, Schadensanalyse, nachhaltiger Entsorgungsentscheidung und reflektiertem Fazit. Nenne für jede reale Norm oder Herstellerangabe die genaue Quelle und ihren Geltungsbereich. Eine externe Person muss die Entscheidungen anhand der Abgabe nachvollziehen können.
Qualitätsprüfung: Verwende das Bewertungsraster des Praxisfalls (fünf Kriterien zu je 20 Punkten). Markiere offene Punkte transparent; ein fehlender Sicherheitsnachweis wird niemals „bestanden“ genannt. Fachgespräch: Erkläre in fünf Minuten, warum du reale Arbeiten oder die Wiederinbetriebnahme verweigern würdest, bis eine befugte Person die Voraussetzungen bestätigt. Die Lehrkraft bewertet den Lernnachweis; er ersetzt weder die betriebliche Unterweisung noch Fachkunde, amtliche Prüfung oder Kammerzulassung.
Transfer: Übertrage die Vorgehensweise auf eine fiktive Metalltür mit schwergängigem Scharnier oder auf eine Modell-Absauganlage. Was ändert sich bei Wartungspunkt, Hilfsstoff, Energiegefahr, Prüfmerkmal, Herstellerdokument und Zuständigkeit?
OER und Wikipedia
Geprüfte Fach- und Rechtsquellen (Stand der Recherche: Oktober 2026):
- KMK-Rahmenlehrplan Metallbauer/Metallbauerin, PDF-Seite 12: Lernfeld 4, Zeitrichtwert 80 Stunden, Zielformulierung und Inhalte. Hinweis: Der Link verwendet URL-kodierte Trennzeichen.
- BIBB-Berufsprofil Metallbauer/in, Fachrichtung Konstruktionstechnik: Berufsbild, Ausbildungsdauer und Verweis auf die Ausbildungsordnung vom 25.07.2008.
- Betriebssicherheitsverordnung, insbesondere §§ 3, 8, 10, 12 und 14; Änderungsstand laut amtlicher Fassung Dezember 2025.
- BAuA: Technische Regeln für Betriebssicherheit, insbesondere TRBS 1112 zur Instandhaltung (Ausgabe März 2019; Gültigkeit vor Anwendung prüfen).
- DGUV Information 209-015: Instandhaltung an Maschinen und Anlagen, Ausgabe Juni 2026, sichere Planung, Durchführung und Nachbereitung.
- DGUV Regel 109-003: Tätigkeiten mit Kühlschmierstoffen, Ausgabe April 2026; Schutzmaßnahmen und Umweltschutz.
- DIN 31051:2019-06 und DIN EN 13306:2018-02: aktuelle Produktseiten der Begriffsgrundlagen; keine Übernahme geschützter Normtexte.
- ZSL Baden-Württemberg: Lernfeldmaterial Metallbau: ergänzende Unterrichtsmaterialien, eigenständig auf Lizenz und Passung prüfen, kein anderer Kurs als Erfüllungsnachweis.
Mediennachweise: Die sechs folgenden Wikimedia-Commons-Dateiseiten wurden hinsichtlich Dateiname, Urheber und ausgewiesener Lizenz geprüft. Bei Nachnutzung Namensnennung, Link und etwaige Share-Alike-Pflichten beachten; hier keine Bildbearbeitung behauptet.
| Eingebundenes Bild | Commons-Dateiseite | Urheberangabe | Angegebene Lizenz |
|---|---|---|---|
| File:Ball-bearing-numbered.png | Datei und Bildbeschreibung | Niabot | CC BY-SA 3.0 |
| File:BallBearing.svg | Animierte Lagerdarstellung | PlusMinus und DustDFG | CC BY-SA 4.0 |
| File:Grease gun and attachment.jpg | Foto der Fettpresse | Bryn Pinzgauer | CC BY 2.0 |
| File:Rusting of iron.jpg | Foto von Rost | Utkarshsingh.1992 | CC BY-SA 3.0 |
| File:Basic electric circuit.svg | Einfacher Schaltplan | Andreas B Mundt | CC BY-SA 3.0 |
| File:Pneumatic circuit.png | Pneumatische Schaltung | Philschenker; Commons-Übertragung durch Geek3 | CC0 1.0 |
Videonachweise: Wälzlager richtig schmieren von Ludwig Meister (deutsch, 2019) und Ohmsches Gesetz und Leistungsberechnung von #Sogeht by Sven Stemmler (deutsch, 2023). Titel, Kanal, Themenbeschreibung und Videosuchdatensatz wurden abgeglichen. Die Einbettung ist ein externer Verweis, keine Behauptung über eine offene Videolizenz. Falls Einbettungen später gesperrt werden, helfen die angegebenen Video-URLs.
Weiterlesen in Wikipedia: Instandhaltung und Wälzlager (freie Enzyklopädie als ergänzende Einführung, nicht als Rechtsgrundlage).
Verknüpfte Lernbereiche
Das Lernfeld verbindet Technisches Zeichnen, Werkstoffkunde, Maschinenelemente, Elektrotechnik, Pneumatik, Arbeitssicherheit, Umweltschutz, Qualitätsmanagement, Mathematik, Fachsprache und Digitalisierung. Setze die Kompetenzen abgestimmt mit betrieblichem Ausbildungsplan, zuständiger Kammer und Landeslehrplan um.
aiMOOC Projekte
Projektidee 1 – Wartungsrallye am energielosen Modell: Teams finden Bildkarten von Wartungsstellen, verknüpfen sie mit sicheren Prüfkriterien und erstellen einen anonymen digitalen Musterbericht.
Projektidee 2 – Ressourcenbilanz: Vergleicht zwei fiktive Wartungsstrategien nach Stoffverbrauch, simulierten Stillstandszeiten, dokumentierter Sicherheit und Kosten. Trennt Annahmen von überprüften Ergebnissen.
Projektidee 3 – Sicherheits- und Freigabeplakat: Entwickelt eine illustrierte STOP-Entscheidungshilfe und testet sie im Fachgespräch mit der Lehrkraft – ohne echte Arbeiten an Anlagen.
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