Duale Ausbildung in Betrieb und Berufsschule - Holzbildhauer - 1. Ausbildungsjahr
Einleitung
Du beginnst die Ausbildung im Beruf Holzbildhauer oder Holzbildhauerin und lernst an zwei Orten: im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule. Ein Werkstück entsteht nicht erst mit dem Schnitzeisen, sondern schon beim Verstehen des Auftrags. Du klärst Anforderungen, entwickelst eine Gestaltung, prüfst Material und Sicherheit, planst Arbeitszeit und Kosten, setzt die Arbeit unter fachkundiger Aufsicht um und kontrollierst schließlich dein Ergebnis. Dieser Kurs verbindet die Lernorte an einem durchgängigen, fiktiven Werkstattauftrag ohne echte Kundendaten.
Dein Lernziel: Du kannst einen einfachen berufstypischen Auftrag analysieren, begründet planen, sicher und ressourcenschonend bearbeiten oder als Modell simulieren, anhand festgelegter Kriterien bewerten und nachvollziehbar dokumentieren. Dabei erkennst du, welche Fragen du in der Berufsschule theoretisch und welche du im Betrieb praktisch bearbeitest. Der Kurs ist eine Lernhilfe, kein Ersatz für Unterweisung, Ausbildungsplan, Landeslehrplan oder Prüfung.
Zwei Lernorte und ein gemeinsames Ausbildungsziel
Ausbildungsbetrieb und Berufsschule
Die duale Berufsausbildung verbindet praktische berufliche Erfahrung im Ausbildungsbetrieb mit berufsbezogenem und allgemeinem Unterricht in der Berufsschule. Im Atelier oder in der Werkstatt beobachtest du Arbeitsaufträge, übst unter Anleitung den Umgang mit Material, Werkzeugen und Arbeitsabläufen und erfährst, wie Qualität, Kosten und Termine zusammenhängen. In der Berufsschule vertiefst du unter anderem Werkstoffkunde, Gestaltungslehre, zeichnerische Darstellung, technische Berechnungen, Wirtschafts- und Sozialkunde sowie berufliche Kommunikation. Beide Lernorte sollen sich ergänzen; eine Schulaufgabe ist nicht automatisch ein betrieblicher Kundenauftrag.
Die Grundlage für das Unternehmen ist die Ausbildungsordnung. Der Ausbildungsbetrieb erstellt daraus einen betrieblichen Ausbildungsplan, der die Vermittlung der Fertigkeiten und Kenntnisse konkretisiert. Für die Berufsschule gibt es den KMK-Rahmenlehrplan und seine Umsetzung im jeweiligen Landeslehrplan. Der überprüfte KMK-Rahmenlehrplan für Holzbildhauerinnen und Holzbildhauer (Beschluss vom 26. September 1996) nennt im ersten Ausbildungsjahr unter anderem Werkstoff Holz, Entwerfen und Vorbereiten von Holzbildhauerarbeiten sowie Holzbearbeitung. Er arbeitet mit Lernzielbereichen; du solltest ihn nicht ohne Prüfung in ein neueres nummeriertes Lernfeldsystem umdeuten. Die Abfolge im Unterricht legt die Schule im Rahmen ihres Landeslehrplans fest.
Die zu deinem Vertrag zuständige Stelle und die Prüfungsorganisation hängen von Ausbildungsbereich und konkretem Vertrag ab. Für den handwerklichen Ausbildungsbereich ist regelmäßig die Handwerkskammer zuständig; das BIBB führt den Beruf auch für den Industrie- und Handelsbereich. Prüfe daher Vertrag und Eintragung, statt allein aus dem Namen des Berufs eine Kammer zu raten. Eine rein schulische Berufsfachschulausbildung ist organisatorisch nicht mit jeder dualen Ausbildung gleichzusetzen.
Beispiel einer Lernortkooperation: In der Schule berechnest du aus einer maßstäblichen Zeichnung die Maße eines Reliefschilds und vergleichst Gestaltungsvarianten. Im Betrieb wählst du unter Aufsicht geeignetes Holz, richtest einen sicheren Arbeitsplatz ein und vergleichst das fertiggestellte Übungsstück mit der Zeichnung. Deine Rückmeldung aus der Werkstatt verbessert die nächste Zeichnung im Unterricht.
Ausbildungsvertrag, Nachweise und Verantwortung
Die staatlich geregelte Ausbildung zum Holzbildhauer beziehungsweise zur Holzbildhauerin dauert 36 Monate. Die auf dem BIBB-Berufsprofil und bei Gesetze im Internet weiterhin aufgeführte Ausbildungsordnung stammt vom 27. Januar 1997; ihr historisches Datum allein ist kein Beleg für eine inzwischen abgelöste Regelung. Für aktuelle Entscheidungen prüfst du jeweils den geltenden Stand. Ausbildungsbetrieb, Ausbildende und Auszubildende haben wechselseitige Pflichten: du nimmst an vorgesehenen Ausbildungsmaßnahmen teil, gehst sorgfältig mit Werkzeug um, hältst Unterweisungen ein und führst einen Ausbildungsnachweis schriftlich oder elektronisch. Ausbildende müssen die Ausbildung ermöglichen und dich fachlich anleiten. Vertrauliche Aufträge und personenbezogene Daten gehören nicht in frei zugängliche Lernprodukte.
Das Berichtsheft hält Tätigkeiten und Lernfortschritte nachvollziehbar fest. Ein guter fiktiver Eintrag lautet: „Arbeitsauftrag Muster-Relief erläutert, Zeichnung im Maßstab erstellt, Holzfeuchte als Prüfmerkmal besprochen, Schnittführung am Modell geübt, Arbeitssicherheit reflektiert.“ Er enthält Datum, Lerninhalt und Rückfrage, aber keine echten Kundenanschriften oder Namen. Praktische Arbeiten werden nur im durch Unterweisung und Aufsicht freigegebenen Umfang ausgeführt.
Quellen: BIBB-Berufsprofil Holzbildhauer im Handwerk; geltende Ausbildungsordnung im amtlichen Rechtsportal; BBiG § 13 zu Pflichten und Ausbildungsnachweis; KMK-Rahmenlehrplan von 1996. Vor Ort zusätzlich betrieblichen Ausbildungsplan, aktuelle Kammerauskunft und Landeslehrplan heranziehen.
Das Berufsbild und die Grundlagen im ersten Ausbildungsjahr
Was Holzbildhauerinnen und Holzbildhauer gestalten
Im Holzbildhauer-Beruf verbindest du dreidimensionale Gestaltung mit handwerklicher Genauigkeit. Beispiele sind Reliefs, Figuren, Ornamente, Modelle, Schriften und gestaltete Gebrauchsgegenstände. Der Beruf umfasst nach Ausbildungsordnung außerdem Arbeiten an unterschiedlichen Materialien sowie spätere anspruchsvollere Aufgaben wie Oberflächenbehandlung, Montage und Restaurierung. Im ersten Jahr beginnst du mit Grundlagen, nicht mit unbeaufsichtigter Restaurierung oder riskanter Maschinenarbeit.
Ein Relief ist eine Gestaltung, die sich vom Hintergrund abhebt oder in ihn eingearbeitet ist. Eine Skizze hält die Idee schnell fest, eine Werkzeichnung vermittelt für die Fertigung notwendige Maße. Der Maßstab 1:2 bedeutet, dass auf dem Blatt ein Zentimeter zwei Zentimetern am realen Werkstück entspricht. Beispiel: Eine geplante Schildbreite von 240 mm wird bei 1:2 mit 120 mm gezeichnet. Verwechsle Maßstab, Maßangabe und Werkstückgröße nicht: Die Maßzahl auf der Zeichnung bezeichnet normalerweise die tatsächliche Werkstückgröße.

Bildbeispiel: abstraktes Holzrelief von Vernon B. Smith; Foto Jackxjoy, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0. Frage dich, wie Licht und Schatten die Reliefwirkung verändern.
Holzart, Fasern und Werkzeuge erkennen
Holz ist ein gewachsener, anisotroper Werkstoff: je nach Richtung der Fasern zeigt er unterschiedliches Verhalten. Holzfeuchte beschreibt den Wassergehalt bezogen auf die Masse des darrtrockenen Holzes; sie beeinflusst unter anderem Maßänderungen, Risse und die Bearbeitbarkeit. Faserverlauf ist die sichtbare beziehungsweise strukturelle Richtung des Holzes; ein Schnitt gegen den Faserverlauf kann zu Ausrissen führen. Für kleine Relief-Übungsstücke eignet sich häufig gleichmäßiges, für Schnitzarbeiten ausgewähltes Lindenholz, sofern Zustand, Herkunft, Maße und Freigabe durch die ausbildende Fachkraft stimmen. Ausschuss wegen Ästen, Rissen oder falscher Holzfeuchte ist kein bloßer Schönheitsfehler.
Zum Handwerkzeug gehören Messzeuge, Bleistift, Winkel, verschiedene Schnitzeisen und ein Klüpfel. Ein Hohleisen mit gekrümmter Schneide dient besonders zum Ausarbeiten von Vertiefungen; ein Geißfuß besitzt eine V-förmige Schneide und eignet sich für schmale Linien. Die Fachkraft entscheidet nach Gefährdungsbeurteilung und Unterweisung, welches Werkzeug wann benutzt wird. Scharfe Eisen sind keine Selbstlernversuche. Beschäftige dich zunächst anhand von Bildern, Stumpfmodellen oder Knetmasse mit Schneidenformen und Werkzeugwahl.

Werkzeugübersicht: Aerolin55, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0. Erkenne unterschiedliche Schneidenformen; die Abbildung ersetzt keine Sicherheitsunterweisung.
Ein guter Entwurf berücksichtigt spätere Kontrollen
Ein Entwurf ist nicht nur ästhetisch, sondern fertigbar und prüfbar. Beschreibe in der Skizze die Außenmaße, das Motiv, die ungefähre Reliefhöhe beziehungsweise -tiefe, den Randabstand und die gewünschte Oberflächenwirkung. Eine gute Wahl lässt genügend Material an empfindlichen Spitzen stehen, vermeidet unnötig filigrane Bereiche und erlaubt es, das Ergebnis mit Lineal, Schablone und Sichtprüfung zu kontrollieren.
Typische Fehler: bloß ein schönes Bild ohne Maße abgeben; fehlerhafte Maßstabsumrechnung; die Holzfaser nicht beachten; Werkzeuglisten ohne Begründung abschreiben; Bearbeitungszeit oder Kontrollen vergessen.
Vom Auftrag zur begründeten Arbeitsplanung
Auftrag verstehen und Rückfragen formulieren
Lies zunächst den gesamten Auftrag. Markiere Muss-Kriterien wie Abmessung, Motiv, Material, Termin und Sicherheitsanforderung sowie Kann-Kriterien wie optionale Farbgestaltung. Für ein Übungs-Relief könnten lauten: „240 mm breit, 160 mm hoch, Grundplatte 20 mm stark, stilisiertes Blattmotiv, erkennbarer freier Rand, glatte und splitterarme Kanten.“ Unklare Angaben werden vor Beginn geklärt. Eine schriftliche Freigabe einer verantwortlichen Fachkraft kann dokumentiert werden, ohne personenbezogene Angaben zu erfassen.
Unterscheide Arbeitsauftrag, Arbeitsplan und Prüfprotokoll: Der Auftrag sagt, was entstehen soll; der Plan hält fest, wie es entsteht; das Prüfprotokoll zeigt, wie das Ergebnis nachgewiesen wird. Formuliere zum Auftrag stets mindestens eine sachliche Frage, etwa: „Wie groß darf die Vertiefung sein, ohne die Reststärke unzulässig zu verringern?“
Materialmenge, Zeit und einfache Wirtschaftlichkeit
Prüfe Einheiten vor dem Rechnen. Bei einer rechteckigen Platte gilt Fläche = Länge × Breite und Volumen = Länge × Breite × Dicke. Rechne Millimeter in Meter um, bevor du Kubikmeterpreise verwendest. Beispiel ohne Verschnitt: 0,240 m × 0,160 m × 0,020 m = 0,000768 m³. Das sind 768 cm³. Einen kalkulatorischen Materialzuschlag darfst du nur mit einer ausdrücklich genannten Annahme verwenden; Reststücke oder wiederverwendbare Abschnitte sind gesondert zu betrachten.
Für die Arbeitsplanung verwendest du realistische Schätzzeiten, Zwischenkontrollen und einen Puffer, wenn Unsicherheiten bestehen. Maschinenzeiten sind bei einer reinen Handarbeit nicht einfach zu erfinden. Zeit und Preise im Unterricht sind Rechenbeispiele, keine rechtlich bindenden Angebote. Kontrolliere auch Rüst-, Aufräum-, Dokumentations- und mögliche Korrekturzeit. Der schonende Umgang mit Restholz ist häufig wirtschaftlich und ökologisch sinnvoll zugleich.
Lernorttransfer mit einem Fachgespräch
Übe ein dreiminütiges Fachgespräch in Rollen: Eine Person erläutert den Entwurf, eine übernimmt die kritische Rückfrage aus dem Betrieb, eine dokumentiert die getroffene Entscheidung. Begründungen sollen die Funktion eines Arbeitsschritts enthalten, nicht nur „das machen wir immer so“. Ein Beispiel lautet: „Ich kontrolliere den Randabstand vor der Bearbeitung, damit das Blattmotiv innerhalb der geforderten Fläche bleibt.“ Übertrage danach eine fachliche Rückmeldung aus dem Modellversuch in eine überarbeitete Skizze.
Sicher, nachhaltig und digital zusammenarbeiten
Sicherheit und Gesundheitsschutz in der Holzbildhauerei
Ein offenes Schnitzeisen kann schwere Schnittverletzungen verursachen. Deshalb: niemals ohne befugte Unterweisung und Aufsicht schnitzen. Die Arbeitsfläche muss frei sein, das Werkstück durch geeignete Spannmittel sicher gehalten werden, und Schneiden dürfen nicht in Richtung des Körpers oder der freien Hand geführt werden. Beschädigte oder ungeeignete Werkzeuge nicht benutzen, sondern der Fachkraft melden. Schutzmaßnahmen ergeben sich aus betrieblicher Gefährdungsbeurteilung und Betriebsanweisung; persönlicher Schutz allein ersetzt keine sicheren Abläufe.
Beim Sägen, Raspeln oder Schleifen entsteht gesundheitsschädlicher Holzstaub, unter anderem mit möglichen allergisierenden und krebserzeugenden Wirkungen. Belastung möglichst vermeiden, geeignete Absaugung an der Quelle einsetzen und nur nach Unterweisung mit dafür freigegebenen Arbeitsmitteln arbeiten. Holzstaub nicht wegblasen und nicht trocken aufwirbeln. Verbindlich für die betriebliche Umsetzung sind die aktuelle TRGS 553 und die Gefährdungsbeurteilung. Die BAuA nennt die TRGS 553 in der Ausgabe Juli 2022 mit Änderungen vom 28. Februar 2025; die ältere DGUV Information 209-044 (2019) dient als ergänzende Praxishilfe, darf neuere Regelungen aber nicht ersetzen. Bei Farben, Ölen und Reinigern gelten Sicherheitsdatenblätter, Herstellerangaben, geeignete Lüftung und die Betriebsanweisung.
Sichere Alternative ohne Werkstattfreigabe: Fertige den Entwurf aus Papier, Knetmasse oder weichem Modelliermaterial und simulierte Holzfasern mit Stiften an. Kontrolliere Maße und Gestaltungswirkung am Modell. Dieser Weg erfüllt Planungs- und Qualitätsziele ohne scharfes Werkzeug, Rotationsmaschine oder Staubbelastung; er ist kein Ersatz für später angeleitetes Werkzeugtraining.
Nachhaltigkeit als Entscheidung und nicht als Etikett
Wähle Holz nach Eignung, nachvollziehbarer Herkunft, Dauerhaftigkeit und möglichst sparsamem Zuschnitt. Prüfe, ob vorhandene Reststücke ausreichend groß und unbeschädigt sind. Plane den Randabstand und den Verschnitt vor dem Zuschnitt. Nutze verfügbare Recyclingwege und trenne Abfälle nach betrieblichen Vorgaben; beschichtete oder verunreinigte Holzreste sind nicht automatisch für jede Verwendung geeignet. Holz als Naturmaterial ist nicht grundsätzlich „klimaneutral“. Prüfe Herkunftsnachweise und gegebenenfalls Zertifikate konkret, statt allein aus einer Holzart auf Nachhaltigkeit zu schließen.
Digitale Werkzeuge und Datenschutz
Nutze bei entsprechender Freigabe ein digitales Skizzenprogramm oder CAD zur Ansichtszeichnung und Bemaßung. Ein Foto des eigenen Übungsmodells kann einen Zwischenschritt dokumentieren. Vermerke Dateiversion, verwendeten Maßstab und Bearbeitungsstand. Ein digitaler Entwurf lässt sich mit dem späteren Werkstück vergleichen, ersetzt aber weder eine sichere Werkstattunterweisung noch das Prüfen der realen Holzfeuchte oder der Maße.
Dokumentiere ausschließlich fiktive Auftragsnummern wie „ÜB-01“. Lade keine echten Vertragsunterlagen, Kundenskizzen, Schülerfotos oder Betriebsinterna in öffentliche Cloud- oder KI-Werkzeuge. Bei Softwareeinsatz gelten die betrieblichen Datenschutzvorgaben und Freigaben. Eine KI-generierte Entwurfsidee darf nur als Vorschlag gelten; Maße, Machbarkeit, Rechte und Sicherheit musst du selbst mit der Fachkraft kontrollieren.
Aktuelle Quellen: BAuA: TRGS 553 Holzstaub, Stand mit Änderungen 2025; DGUV Information 209-044 Holzstaub, Ausgabe 2019; Ausbildungsordnung: Arbeitssicherheit und Umweltschutz.
Praxisfall: Ein einfaches Relief-Musterstück planen und bewerten
Der vollständig erläuterte Übungsauftrag
Ausgangslage: Für eine interne Ausstellung soll ein anonymes dekoratives Blatt-Relief auf einer rechteckigen Lindenholzplatte geplant werden. Es gibt keinen realen Kunden. Muss-Kriterien: 240 mm × 160 mm × 20 mm Grundformat, ein mittig angeordnetes stilisiertes Blattmotiv, mindestens 15 mm Randabstand, maximal 3 mm geplante Vertiefung gegenüber der Ausgangsfläche, splitterarme Kanten, verständliche Dokumentation. Ein Auftrag ist erst freigegeben, wenn die betreuende Fachkraft die Maßnahmen und das Holzstück geprüft hat. Für Personen ohne diese Freigabe wird ein gleich großes Papier- oder Knetmodell angefertigt.
Auftragsanalyse: Die Maße stehen fest, aber Blattstil, Oberflächengestaltung und Prüfmittel müssen definiert werden. Kläre deshalb vor Beginn Entwurfsvariante, erreichbare Formtiefe, Reststärke, Werkzeugfreigabe und Oberflächenmittel. Der Nachweis besteht aus Skizze mit Maßen, Arbeitsplan, Materialrechnung, dokumentierter Begründung, Modell oder freigegebenem Werkstück und Prüfprotokoll.
Skizze, Maßstab und Berechnung
Zeichne zuerst den Rechteckumriss in Maßstab 1:2: reale Breite 240 mm / 2 = 120 mm Zeichnungsbreite, reale Höhe 160 mm / 2 = 80 mm Zeichnungshöhe. Der Rand von 15 mm entspricht auf dem Blatt 7,5 mm. Der maximal verfügbare Motivbereich misst real höchstens (240 - 2 × 15) mm = 210 mm in der Breite und (160 - 2 × 15) mm = 130 mm in der Höhe. Die tatsächliche Blattkontur wird innerhalb dieser Grenzen festgelegt.
Geometrische Materialrechnung: 240 mm × 160 mm × 20 mm = 768.000 mm³ = 768 cm³ = 0,000768 m³. Für eine ausdrücklich angenommene Kalkulationsreserve von 10 %: 0,000768 m³ × 1,10 = 0,0008448 m³. Bei einem frei erfundenen Rechenpreis von 3.000 Euro je m³ ergäbe das 0,0008448 × 3.000 = 2,5344 Euro, auf Cent 2,53 Euro Holzkosten. Diese Rechnung dient dem Unterricht; echte Einkaufseinheiten, Mindestmengen und Verwertbarkeit von Reststücken können die reale Kalkulation verändern.
Zeit- und Kostenbeispiel: Arbeitsplan siehe unten, geplante Gesamtzeit 95 Minuten. Mit dem rein didaktischen Verrechnungssatz von 18 Euro pro Stunde entstehen 95 / 60 × 18 = 28,50 Euro. Angenommene Oberflächen- und Verbrauchsmittel 1,50 Euro, pauschal angenommene Gemeinkosten 4,50 Euro. Gesamte Modellkalkulation: 2,53 + 28,50 + 1,50 + 4,50 = 37,03 Euro. Das ist weder ein tatsächlicher Marktpreis noch ein Kundenangebot; Steuern, Risiko und Gewinn sind nicht als reales Angebot kalkuliert.
Arbeitsplan mit Kontrollpunkten
| Arbeitsschritt | Geplante Zeit | Prüfschritt und sichere Durchführung |
|---|---|---|
| Auftrag und Kriterien lesen | 10 Minuten | Maße und Fragen notieren, Aufsicht und Freigabe klären |
| Entwurf im Maßstab zeichnen | 15 Minuten | 120 mm × 80 mm und 7,5 mm Zeichnungsrand nachmessen |
| Motiv aus Modelliermaterial erproben | 10 Minuten | Form und Randabstand am ungefährlichen Modell vergleichen |
| Holz prüfen und Arbeitsplatz vorbereiten | 10 Minuten | Fachkraft prüft Holzfehler, Fixierung, Werkzeug und Gefährdungsbeurteilung |
| Relief bearbeiten oder modellieren | 25 Minuten | Nur bei Freigabe unter Aufsicht schnitzen; sonst ungefährliches Modell formen |
| Kanten und Oberfläche beurteilen | 10 Minuten | Splitterrisiko ohne Berührung der Schneide kontrollieren; Mittel nur bei Freigabe nutzen |
| Maße und Gestaltung kontrollieren | 10 Minuten | Außenmaß, Randabstand, Reliefwirkung und Abweichungen im Protokoll festhalten |
| Arbeitsnachweis dokumentieren | 5 Minuten | Fiktive Auftragsnummer, Zeit-Ist-Wert und Verbesserung aufschreiben |
| Summe | 95 Minuten | Bei Fehlern nicht verdecken, sondern Rücksprache und Nacharbeit dokumentieren |

Anschauung einer Holzschnitzarbeit; Fotodatei von TsadickMelehoff, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0. Die Abbildung zeigt kein verbindliches Muster für das fiktive Blattmotiv.
Ergebnisprüfung und Bewertungsraster
Prüfbares Arbeitsergebnis: eine maßhaltige Zeichnung und ein Papier-, Knet- oder unter Aufsicht gefertigtes Holzmodell, das die Kriterien sichtbar erfüllt; dazu Berechnung und Protokoll. Miss zuerst die Außenmaße. Bei den Übungskriterien beträgt die zulässige Maßabweichung ± 2 mm je Außenmaß; dieser Wert ist eine didaktische Vereinbarung, keine allgemeingültige Holzbildhauernorm. Kontrolliere den geforderten Mindestabstand von 15 mm und die modellierte Höchstvertiefung von 3 mm mit einem geeigneten, freigegebenen Messverfahren. Prüfe die Kanten optisch auf Absplitterungen und dokumentiere jede Abweichung.
| Kriterium | Beobachtbarer Indikator | Punkte |
|---|---|---|
| Auftragsanalyse | Alle Muss-Kriterien und mindestens zwei sinnvolle Rückfragen festgehalten | 0–4 |
| Zeichnung und Berechnung | Maßstab, Maße, Einheiten, Volumen und Modellkosten nachvollziehbar | 0–4 |
| Planung und Sicherheit | Arbeitsfolge begründet, Freigaben und Schutzmaßnahmen konkret berücksichtigt | 0–4 |
| Modell beziehungsweise Werkstück | Rand, Maße, Motiv und Kanten anhand der vereinbarten Kriterien überprüfbar | 0–4 |
| Kontrolle und Dokumentation | Soll-Ist-Vergleich mit Belegen, Zeitvergleich und konkreter Verbesserung | 0–4 |
| Gesamt | Maximal 20 Punkte | 20 |
Bewertungslogik für jedes Kriterium: 4 Punkte vollständig und prüfbar; 3 Punkte überwiegend erfüllt mit kleiner begründeter Lücke; 2 Punkte teilweise nachvollziehbar; 1 Punkt nur ansatzweise; 0 Punkte ohne verwertbaren Nachweis. Eine fehlende Werkzeugfreigabe darf nicht durch praktische Risikobereitschaft kompensiert werden: Die sichere Modellalternative wird fachlich gleichwertig bewertet, wenn der Auftrag sie vorsieht. Bei Sicherheitsverstößen wird Arbeit eingestellt und die Situation mit der Fachkraft geklärt, unabhängig von der Punktzahl.
Dokumentationsmuster: „ÜB-01; Soll 240 × 160 × 20 mm; Modell gemessen 239 × 160 × 20 mm; Randabstand links 16 mm, rechts 15 mm; Entwurf und Rechenweg geprüft; geplante Zeit 95 min, tatsächliche Zeit 105 min; Ursache: erneute Motivübertragung; nächster Versuch: Kontur vor Fixierung kontrollieren.“ Diese Werte sind fiktiv, lassen sich aber nachmessen und beurteilen.
Beispiel einer Holzschnitzarbeit; Thamizhpparithi Maari, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0. Übertrage keine fremden Motive ungeprüft und beachte die Lizenz.
Fachvideos gezielt auswerten
Video 1: SWR Handwerkskunst: Wie man Fastnachtsmasken schnitzt (deutsch, 2025). Beobachte nur: Wie werden Gestaltung, Materialentscheidung, Bearbeitung, Bemalung und Arbeitsteilung verbunden? Halte drei Beobachtungen und eine Sicherheitsfrage schriftlich fest.
Video 2: SWR Handwerkskunst: Wie man eine Kuckucksuhr baut (deutsch, Dokumentation über einen Holzbildhauer). Vergleiche die Auftragsgestaltung mit dem einfachen Lehrlings-Relief. Die Videos sind extern verlinkte SWR-Produktionen, keine frei lizenzierten OER. Eine direkte YouTube-Wiedergabe wurde nicht hinreichend verifiziert und wird daher nicht als geprüfte Einbettung behauptet; Streamingverfügbarkeit kann sich ändern. Gefährliche Handgriffe aus Filmen dürfen nicht eigenständig nachgemacht werden.
Interaktive Aufgaben
Teste zuerst dein Verständnis und übertrage die Antworten dann auf den fiktiven Praxisauftrag. Die Auswahlaufgaben enthalten jeweils genau eine richtige Antwort. Fehler dienen als Anlass, im erklärenden Kapitel den entsprechenden Planungsschritt nachzulesen.
Quiz: Prüfe dein Wissen
Was verbindet die beiden Lernorte in einer dualen Holzbildhauerausbildung? (Praktische Ausbildung im Betrieb und berufsbezogener Unterricht in der Berufsschule) (!Ausschließlich eigenständiges Lernen ohne Ausbildungsbetrieb) (!Nur die Abschlussprüfung ohne praktische Lernaufgaben) (!Zwei voneinander unabhängige Berufsausbildungen)
Welche Grundlage konkretisiert der Ausbildungsbetrieb für den eigenen Ablauf? (Den betrieblichen Ausbildungsplan auf Grundlage des Ausbildungsrahmenplans) (!Eine selbst erfundene Ausbildungsordnung ohne Rechtsbezug) (!Nur die persönliche Wochenendplanung der Auszubildenden) (!Den Lehrplan einer beliebigen anderen Berufsschule)
Welche Aussage zum Beruf Holzbildhauer ist auf Grundlage der genannten Ordnung richtig? (Die geregelte Ausbildungsdauer beträgt drei Jahre) (!Die Ausbildung ist grundsätzlich auf sechs Monate beschränkt) (!Der Beruf umfasst ausschließlich Maschinenprogrammierung) (!Im ersten Ausbildungsjahr ist jede Restaurierung ohne Anleitung zulässig)
Was bedeutet Maßstab eins zu zwei bei einer Werkzeichnung? (Eine reale Länge von 240 Millimetern erscheint als 120 Millimeter in der Zeichnung) (!Eine reale Länge von 240 Millimetern erscheint als 480 Millimeter in der Zeichnung) (!Die Zeichnung enthält grundsätzlich keine Maßangaben) (!Jede Länge wird unverändert gezeichnet)
Was prüfst du bei der Auswahl eines Holzstücks für ein Relief zuerst? (Eignung und Zustand des Werkstoffs einschließlich Faserverlauf und möglicher Fehler) (!Nur die Farbe der Verpackung) (!Ausschließlich den Namen des Händlers) (!Ob das Holz ohne jeden Arbeitsschutz bearbeitet werden kann)
Wozu dient ein Prüfprotokoll nach der Bearbeitung? (Es vergleicht vereinbarte Anforderungen mit gemessenen oder beobachteten Ergebnissen) (!Es ersetzt jeden Entwurf und jede Unterweisung) (!Es enthält nur eine Werbung für den Betrieb) (!Es darf Abweichungen niemals erwähnen)
Welche Rechnung liefert das Ausgangsvolumen einer rechteckigen Holzplatte? (Länge mal Breite mal Dicke in einheitlichen Maßeinheiten) (!Länge plus Breite ohne Berücksichtigung der Dicke) (!Nur der Umfang der oberen Fläche) (!Arbeitszeit mal Stundenlohn)
Was ist vor dem Arbeiten mit scharfen Schnitzeisen erforderlich? (Befugte Unterweisung und Aufsicht sowie ein sicher befestigtes Werkstück) (!Ein ungesicherter Arbeitsplatz ohne Rücksprache) (!Schnelles Ausprobieren mit der Schneide zur freien Hand) (!Das Nachahmen eines beliebigen Onlinevideos)
Welches Verhalten begrenzt Holzstaubbelastung fachgerecht? (Staubentstehung vermeiden und geeignete freigegebene Absaugung verwenden) (!Holzstaub mit Druckluft im Raum verteilen) (!Staub ohne Unterweisung trocken aufkehren und aufwirbeln) (!Belastungen vollständig ignorieren wenn das Holz naturbelassen ist)
Wie schützt du Daten in einem frei zugänglichen Lernprojekt? (Du verwendest fiktive Aufträge und veröffentlichst keine vertraulichen Angaben) (!Du lädst echte Kundenakten ohne Freigabe hoch) (!Du veröffentlichst private Kontaktdaten zur Qualitätsprüfung) (!Du nutzt fremde Schülerfotos ohne Erlaubnis)
Memory: Begriffe und Bedeutungen
| Ausbildungsbetrieb | Lernort für praktische berufliche Handlungen unter Anleitung |
| Berufsschule | Lernort für berufsbezogenen und allgemeinen Unterricht |
| Ausbildungsrahmenplan | Teil der Ausbildungsordnung mit sachlicher und zeitlicher Orientierung |
| Werkzeichnung | Bemaßte Darstellung zur Vorbereitung einer Fertigung |
| Relief | Plastische Gestaltung mit Bezug zu einer Grundfläche |
| Prüfprotokoll | Dokumentierter Vergleich zwischen Vorgaben und festgestelltem Ergebnis |
Drag and Drop: Arbeitsschritte zuordnen
| Passenden Begriff zuordnen | Aussage zur Durchführung |
|---|---|
| Auftragsklärung | Anforderungen markieren und offene Fragen vor Beginn beantworten |
| Entwurfsphase | Blattmotiv als maßstäbliche Skizze darstellen |
| Materialprüfung | Holzfehler und Eignung vor dem Bearbeiten beurteilen |
| Qualitätskontrolle | Maße und Kanten mit Sollkriterien vergleichen |
| Ausbildungsnachweis | Tätigkeiten und Lernfortschritt mit neutralen Angaben festhalten |
Kreuzwort: Fachsprache
| Betrieb | In welchem Lernort entstehen echte Werkstatterfahrungen? |
| Berufsschule | Welcher Lernort erklärt gestalterische und fachliche Grundlagen im Unterricht? |
| Skizze | Wie heißt eine schnelle zeichnerische Darstellung einer Gestaltungsidee? |
| Berichtsheft | Wie nennt man umgangssprachlich den regelmäßig geführten Ausbildungsnachweis? |
| Relief | Wie heißt eine aus einer Grundfläche hervortretende plastische Gestaltung? |
| Hohleisen | Welches gekrümmte Schnitzwerkzeug eignet sich für Vertiefungen? |
LearningApps
Ergänzende Suchangebote zu passenden Lernkarten und Übungen zum Thema Holzbildhauerei und duale Ausbildung. Prüfe externe Aufgaben kritisch auf fachliche Richtigkeit und Aktualität.
Lückentext
Offene Aufgaben
Bearbeite alle Aufgaben mit fiktiven Daten. Praktische Schneid- oder Maschinenarbeiten sind nur bei ausdrücklicher Freigabe und unter befugter Aufsicht gestattet; alternativ nutze Papier, digitale Zeichnungen oder Knetmasse.
Leicht
- Duale Ausbildung: Erstelle eine Zweispaltentabelle mit je vier konkreten Lernbeispielen für Ausbildungsbetrieb und Berufsschule und erläutere an einem Beispiel, wie beide Lernorte zusammenwirken.
- Ausbildungsnachweis: Schreibe einen sachlichen, anonymen Muster-Berichtshefteintrag zu einer Woche mit Zeichnen, Materialkunde, Sicherheit und Feedback ohne echte Personendaten.
- Schnitzwerkzeug: Erstelle aus der geprüften Werkzeugabbildung fünf beschriftete Lernkarten und notiere zu jedem Werkzeug eine sinnvolle Frage an die Ausbilderin oder den Ausbilder.
- Maßstab: Zeichne das fiktive Reliefschild im Maßstab eins zu zwei, trage Grundmaße und vorgeschriebenen Rand ein und kontrolliere deine Messwerte.
Standard
- Werkstoffkunde: Vergleiche zwei geeignete Holzstücke anhand von Faserverlauf, möglicher Fehler, Herkunft und Formstabilität und begründe deine Empfehlung für das Reliefmodell.
- Arbeitsplanung: Entwickle für das Musterstück einen eigenen Arbeitsplan mit mindestens sechs Schritten, Zeiten, sicheren Kontrollpunkten und einer erlaubten Modellalternative.
- Kostenrechnung: Rechne das Volumen der Musterplatte in Kubikmetern aus und kalkuliere mit 12 Prozent Materialreserve sowie einem frei gewählten, eindeutig als Annahme bezeichneten Kubikmeterpreis.
- Berufliche Kommunikation: Führt zu zweit ein fiktives Auftragsgespräch über die Gestaltung eines Blattreliefs, protokolliert drei Rückfragen und vergleicht zwei Gestaltungsvarianten.
Schwer
- Qualitätssicherung: Entwirf einen Prüfplan mit Messmittel, Sollwert, Toleranz, Dokumentationsspalte und konkreten Schritten beim Feststellen eines Mangels.
- Arbeitsschutz: Erstelle anhand der aktuellen BAuA-Information und einer fiktiven Werkstattsituation eine begründete Sicherheitsanalyse mit technischen, organisatorischen und personenbezogenen Maßnahmen; teste keine Gefährdung praktisch.
- Nachhaltige Entwicklung: Erarbeite zwei alternative Zuschnitt- und Materialbeschaffungsstrategien, schätze den nutzbaren Rest und bewerte Rohstoffherkunft, Preis und mögliche Abfälle transparent.
- Projektmanagement: Dokumentiere das gesamte Musterprojekt vom Briefing bis zur Selbstbewertung als anonymes digitales Portfolio mit Entwurf, Versionen, Rechenweg, Modellfoto ohne Personen, Soll-Ist-Prüfung und begründetem Verbesserungsplan.


Lernkontrolle
- Lernortkooperation: Erkläre an einem selbst gewählten Reliefauftrag, warum Materialkunde aus der Berufsschule eine betriebliche Qualitätsentscheidung verbessert, und belege deine Aussage durch ein überprüfbares Beispiel.
- Ausbildungsplanung: Vergleiche den Ausbildungsrahmenplan mit einem selbst konstruierten Wochenplan und markiere, welche Verantwortung Betrieb, Berufsschule und Auszubildende tragen.
- Volumenberechnung: Eine fiktive Platte wird statt 20 mm nun 25 mm dick gefertigt. Berechne die Volumenänderung in cm³ und m³ und erläutere eine Auswirkung auf Materialkosten und Gestaltung.
- Gefährdungsbeurteilung: Beurteile den Vorschlag, ein Übungsrelief allein nach einem Video mit offenem Schnitzmesser zu bearbeiten; entwickle eine sichere, gleichwertige Modellaufgabe.
- Qualitätsprüfung: Werte das fiktive Protokoll mit 239 mm statt 240 mm Sollbreite und 105 statt 95 Minuten aus. Lege dar, welche Abweichungen innerhalb des vereinbarten Rasters liegen und welche Verbesserungen sinnvoll wären.
- Medienkompetenz: Vergleiche eine frei lizenzierte Commons-Abbildung mit einem verlinkten SWR-Fachfilm hinsichtlich Quellenprüfung, Urheberangabe, erlaubter Nachnutzung und Datenschutz.
Lernnachweis
Konkretes Abschlussprodukt: Reiche ein anonymes „Werkstattportfolio ÜB-01“ als PDF, Heft oder freigegebenes Lernprodukt ein, bestehend aus (1) Auftragsanalyse und mindestens zwei Rückfragen, (2) zwei Entwurfsideen und einer bemaßten finalen Werkzeichnung, (3) begründeter Werkstoff- und Werkzeugauswahl ohne eigenmächtige Anwendung, (4) Volumen-, Zeit- und Beispielkostenrechnung, (5) Arbeitsplan mit Schutzmaßnahmen, (6) Modell oder unter Aufsicht freigegebenem Werkstück, (7) Mess- und Sichtprotokoll mit Soll-Ist-Werten, (8) kurzer Selbstbewertung nach dem 20-Punkte-Raster und einem konkreten Verbesserungsvorschlag.
Wissen: Du benennst Lernorte, Rechts- und Lehrplangrundlagen, Werkstoffmerkmale und wichtige Sicherheitsthemen. Fertigkeiten: Du liest Aufgaben genau, zeichnest maßstäblich, rechnest fehlerbewusst, strukturierst Arbeitsschritte und prüfst Ergebnisse. Haltung: Du stellst bei unklarer Sicherheit Rückfragen, behandelst Material ressourcenschonend und schützt vertrauliche Daten. Transfer: Du kannst die Vorgehensweise auf ein anderes einfaches Ornament oder Schriftrelief übertragen. Lehrkraft und Ausbildungsfachkraft gleichen Auswahl und Bewertung mit dem tatsächlich gültigen betrieblichen Ausbildungsplan und Landeslehrplan ab.
Rückmeldung: Verwende zunächst Selbstbewertung, anschließend fachliche Rückmeldung anhand derselben Kriterien; korrigiere mindestens eine begründete Abweichung auf Papier oder am sicheren Modell. Das Portfolio ist ein didaktischer Lernnachweis, weder ein amtliches Prüfungszeugnis noch eine Zulassung zur Prüfung.
OER und Wikipedia
Zentrale Fach- und Rechtsquellen, geprüft für die Kursrecherche im Oktober 2026:
- BIBB: Holzbildhauer/Holzbildhauerin, Berufsprofil, Dauer, Rechtsgrundlagen.
- Bundesrecht: Ausbildungsordnung vom 27. Januar 1997, im aktuellen Rechtsportal prüfen.
- Ausbildungsrahmenplan zur Verordnung.
- KMK: Rahmenlehrplan für Holzbildhauer, Beschluss vom 26. September 1996.
- BAuA: TRGS 553 Holzstaub, zuletzt geändert 2025.
- DGUV Information 209-044 Holzstaub, Ausgabe Februar 2019; ergänzend, nicht anstelle aktueller Regeln.
- BBiG § 13: Pflichten und Ausbildungsnachweis.
- Wikipedia: Schnitzen – Überblick über Verfahren und Werkzeuge, kritisch mit Fachquellen vergleichen.
Geprüfte Bildquellen mit Urheber- und Lizenznachweis (Wikimedia Commons):
| Eingebundene Datei | Beschriebener Einsatz | Urheberangabe | Lizenz und Dateiseite |
|---|---|---|---|
| File:Carving tools 2.jpg | Schnitzeisen und Klüpfel erkennen | Aerolin55 | Commons-Dateiseite, CC BY-SA 3.0 |
| File:Abstract Carving.jpg | Reliefwirkung und Gestaltung vergleichen | Jackxjoy; fotografiertes Relief von Vernon B. Smith | Commons-Dateiseite, CC BY-SA 4.0 |
| File:Woodcarving-by Alexander Grabovetskiy.jpg | Bearbeitete plastische Form beurteilen | TsadickMelehoff | Commons-Dateiseite, CC BY-SA 4.0 |
| File:A wood carving work.JPG | Endergebnis mit Werkzeichnung vergleichen | Thamizhpparithi Maari | Commons-Dateiseite, CC BY-SA 3.0 |
Hinweis zur Nachnutzung: Für veränderte Commons-Bilder sind die Bedingungen der jeweiligen Namensnennung und Weitergabe unter gleichen Bedingungen zu beachten. Die externen SWR-Filme sind urheberrechtlich geschützte Streamingangebote und werden nur verlinkt. Der Kurs selbst ist als offen bearbeitbares Lernmaterial konzipiert; externe Quellen behalten ihre eigenen Lizenzen. Es werden keine amtlichen Vorschriften wörtlich übernommen.
Ergänzendes deutschsprachiges Nachschlagewerk:
Verknüpfte Lernbereiche
Die Verknüpfungen zeigen, wie Deutsch und Kommunikation (Aufträge klären), Mathematik (Maßstab, Flächen, Volumen und Kosten), Kunst und Gestaltung (Proportion, Relief und Zeichnung), Technik (Werkzeugverständnis), Wirtschaft und Sozialkunde (Ausbildungsvertrag und Zusammenarbeit) sowie Informatik und Medienbildung (Versionen und Datenschutz) ineinandergreifen. Als weiterführende Mini-Projekte eignen sich eine digitale Entwurfsmappe, ein fiktives Fachgespräch, eine Materialvergleichstafel und eine nachvollziehbare Modell-Prüfung. Diese Projekte sind didaktische Vorschläge und ersetzen keine verbindlichen Inhalte der zuständigen Kammer oder des Landes.
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