Praxisauftrag und Kompetenzcheck - Klempner - 2. Ausbildungsjahr
Einleitung
Du bearbeitest in diesem aiMOOC einen vollständigen, fiktiven Kundenauftrag aus dem Klempnerhandwerk. Ziel ist, eine berufstypische Arbeit zu analysieren, zu planen, begründet zu bearbeiten, zu prüfen und zu dokumentieren. Verknüpft werden die Lernfelder des zweiten Ausbildungsjahres: LF 5 Schablonen konstruieren und Zuschnitte herstellen, LF 6 Anlagen zur Ableitung von Niederschlagswasser fertigen und montieren, LF 7 Dächer mit metallischen Werkstoffen decken und LF 8 Dächer mit nicht metallischen Werkstoffen decken. Der KMK-Rahmenlehrplan vom 25.04.2013 ordnet ihnen 60, 80, 100 beziehungsweise 40 Unterrichtsstunden als Zeitrichtwerte zu; die tatsächlich umgesetzte Planung richtet sich nach Landeslehrplan und Lernortkooperation. KMK-Rahmenlehrplan, Seiten 12–15.
Der Beruf umfasst unter anderem Metallarbeiten an Dächern und Fassaden sowie Dachentwässerung, Planung, Kundenberatung und Qualitätssicherung. Die Klempner-Ausbildungsverordnung gilt für einen anerkannten Ausbildungsberuf mit einer Ausbildungsdauer von 42 Monaten. Dieses Lernprojekt ist kein amtlicher Prüfungsnachweis und ersetzt weder praktische Unterweisung noch Ausbildungsplan, kammerbezogene Prüfungsanforderungen oder die Regeln des Ausbildungsbetriebs. BIBB-Berufsprofil · Klempner-Ausbildungsverordnung.
Sicherheitsgrenze: Arbeiten auf Dächern, an Absturzkanten, mit Maschinen, Blechscheren, heißen Werkzeugen, Löten, Brennern oder chemischen Abdichtungsstoffen sind ausschließlich nach betrieblicher Gefährdungsbeurteilung, Unterweisung und unter befugter fachlicher Aufsicht zulässig. Die Lernaufträge können stattdessen vollständig mit Karton, abgerundeten Kunststoff-Modellteilen, einer ungefährlichen Musterbahn und einem standsicheren Tischmodell durchgeführt werden. Der Wasserlauf-Test bleibt räumlich von Strom, Werkzeugmaschinen und elektrischen Geräten getrennt.
Beruflicher Auftrag, Beratung und vollständige Handlung
Ausgangslage und Auftragsklärung
Die erfundene Auftraggeberin Musterhaus Nord möchte für einen kleinen Anbau zwei mögliche Dachoberflächen beurteilen und das Regenwasser über eine außenliegende Rinne ableiten. Für das Lernprojekt werden folgende synthetische Planwerte vorgegeben: waagerecht gemessene Trauflänge 3,00 m, waagerechte Ausladung der entwässerten Dachfläche 2,40 m, eine Dachfläche ohne weitere Zuläufe und ein einzelner geplanter Ableitungsweg. Ein Montageort, die Dachneigung, Tragfähigkeit, Anschlusshöhen, Windlasten, Abflussführung und örtliche Entwässerungsvorgaben wären im echten Auftrag zusätzlich zu erheben. Fehlende Daten dürfen nicht erraten werden.
Stelle der Kundin konkrete Fragen: Soll Regenwasser gesammelt oder versickert werden? Sind Anschlüsse, Durchdringungen oder eine Dachrinne bereits vorhanden? Welche Anforderungen an Lebensdauer, Reparaturfähigkeit, Gestaltung, Kosten und Umweltwirkung bestehen? Ist für Material- und Farbwahl eine Genehmigung oder Denkmalschutzprüfung nötig? Halte Annahmen im Angebot getrennt von bestätigten Angaben fest. Sage klar, dass aus dem Modell keine Bau- oder Ausführungsfreigabe folgt.
Ablauf der vollständigen Handlung und Informationsfluss
Informieren → Planen → Entscheiden → Ausführen → Kontrollieren → Bewerten und Übergeben ist hier ein wiederkehrender beruflicher Handlungsbogen. Beim Informieren sichtest du Aufmaß, Pläne, Fotos ohne personenbezogene Inhalte und den Kundenwunsch. Beim Planen erstellst du Entwässerungsskizze, Schablone, Werkzeug- und Materialliste, Sicherheitskonzept und Prüfplan. Beim Entscheiden begründest du ein zulässiges Deckungs- und Verbindungssystem. Beim Ausführen entsteht das sichere Modell oder – nur mit Aufsicht – ein dafür freigegebenes Werkstattstück. Beim Kontrollieren nutzt du messbare Kriterien. Bei der Übergabe erläuterst du Befund, Grenzen und mögliche Nacharbeit.
Der Informationsfluss beginnt mit einem datensparsamen Auftragsblatt, führt zu freigegebenen Zeichnungen mit Revisionsstand, Materialdisposition und eindeutig gekennzeichneten Bauteilen und endet mit Prüfprotokoll und verständlicher Kundenübergabe. Der Materialfluss verläuft vom Wareneingang über kontrollierte Lagerung, Zuschnitt und Montage zu sortenrein gesammelten Resten; beschädigtes Material wird gesperrt und nicht unbemerkt verbaut. Nutze anonymisierte Dateinamen wie Auftrag-M01_Revision02 statt Namen, Adressen oder Gesichtern.
Beispiel für kundenorientierte Rückmeldung: „Am Modell läuft das Wasser zur vorgesehenen Sammelstelle. Für die endgültige Dachentwässerung benötigen wir vor der Freigabe die örtlichen Regendaten, das geprüfte System und die baulichen Randbedingungen.“ Das ist präziser als die unbelegte Aussage „Die Rinne passt immer“.
LF 5: Schablonen, Aufmaß und wirtschaftliche Zuschnitte
Von der Werkzeichnung zur Abwicklung
Eine Schablone überträgt eine gewünschte Geometrie wiederholbar auf einen Zuschnitt. Die Abwicklung zeigt die Oberfläche eines später räumlich geformten Bauteils in der Ebene. Du unterscheidest Nutzmaß, Anriss, Biege- beziehungsweise Falzzugabe, Fügestelle, Beschnittreserve und erlaubte Maßabweichung. Bei gebogenen Blechen sind die wirkliche Biegegeometrie, Materialdicke, Biegeradius und das freigegebene Werkzeug maßgeblich. Eine bloße Addition der Außenmaße kann zu kurzen oder langen Bauteilen führen; Herstellerwerte oder eine dokumentierte Probe bestimmen die tatsächliche Abwicklung.

Bildbeobachtung: Eine Blechschere ist ein Fachwerkzeug für dünne Bleche. Nenne Schnittkanten, Quetschstellen und Werkstückfixierung als Sicherheitsaspekte. Übe selbst ohne Unterweisung nicht mit scharfen Blechen; verwende für den Kurs eine Kartonschablone. Bild: Twotonetoo, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons.
Im sicheren Lernmodell soll ein rechteckiges, gefaltetes Traufanschluss-Musterteil aus Karton eine wirksame Länge von 600 mm und eine sichtbare Breite von 60 mm erhalten. Für zwei Endzugaben werden je 10 mm und für eine Demonstrationsfalz-Zugabe 20 mm angesetzt. Daraus entstehen die fiktiven Muster-Zuschnittmaße 620 mm × 80 mm. Diese Maße sind eine Rechenübung und keine verbindliche Falzgeometrie oder Herstellervorgabe.
Rechenweg: Länge = 600 + 10 + 10 = 620 mm = 0,620 m. Breite = 60 + 20 = 80 mm = 0,080 m. Zuschnittfläche = 0,620 m × 0,080 m = 0,0496 m². Bei einem angenommenen Zuschlagsfaktor von 10 % ergibt sich ein kalkulatorischer Rohmaterialbedarf von 0,0496 m² × 1,10 = 0,05456 m² beziehungsweise gerundet 0,0546 m². Eine real verfügbare Tafelform, Schnittoptimierung und Lagerreste können das Ergebnis ändern; 10 % sind kein allgemeiner Verschnittstandard.
Kontrollieren, korrigieren und dokumentieren
Fertige zuerst die Kartonschablone und dann ein Probeexemplar. Markiere die Bezugskante, übertrage die Maße unabhängig ein zweites Mal und vergleiche Nutz- und Zuschnittmaß. Lege die Modell-Prüfkriterien vorab fest: im Beispiel 620 ± 1 mm Länge, 80 ± 1 mm Breite, lesbare Bezugskante und nicht ausgefranste Modellkanten. Diese Toleranzen sind unterrichtliche Kriterien, keine Bauvorschrift. Typische Fehler sind eine verwechselte Einheitenangabe, doppelt addierte Zugaben, eine spiegelverkehrte Schablone oder nicht berücksichtigte Biegeradien. Dokumentiere Ursache, korrigierte Zeichnungsrevision und die neue Messung.
Geprüftes Fachvideo: Die Anwendung einer Gehrungsschablone für Fallrohre NG 100 zeigt, wie eine wiederverwendbare Vorlage die Geometrieübertragung unterstützt. Im Unterricht analysierst du das Prinzip am Ausdruck; die tatsächliche Rohrbearbeitung ist keine unbeaufsichtigte Übung.
Quelle: RHEINZINK, „Anwendungsvideo Gehrungsschablone“, veröffentlicht 14.02.2018; Video und Anbieter.
LF 6: Niederschlagswasser sicher ableiten
Wasserweg und Entwässerungskonzept
Eine Dachentwässerung führt Niederschlagswasser unter anderem über Dachfläche, Traufe, Rinne, Einlauf und Fallrohr zu einem zulässigen Ziel. Bei der Außenentwässerung liegen Regenrinne und Fallrohr überwiegend außen. Bei Innenentwässerung werden Einläufe und Leitungen innerhalb der Gebäudegeometrie geführt. Wasserfluss, Notentwässerung, Vereisungsrisiken, Anschlüsse, Befestigung und ausreichende Bewegungsmöglichkeiten sind Teil der Planung. Die Wahl von Rinne und Fallrohr erfolgt nicht aus dem Bauchgefühl oder allein mit dem unten stehenden Rechenbeispiel, sondern mit einem normgerechten Nachweis.

Befund am Bild: Verfolge den Weg von der Dachrinne durch den Einlauftrichter und die Bögen ins Fallrohr. Markiere mögliche Stellen für Ablagerung, Undichtheit und Zugänglichkeit. Bild: Friedrich Haag, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons.
Bemessungsrahmen: Für reale Entwürfe sind unter anderem DIN EN 12056-3:2001-01 und DIN 1986-100:2016-12 sowie örtliche Vorgaben zu prüfen. DIN Media führt diese Ausgaben als aktuell; zugleich existiert ein Entwurf DIN 1986-100:2025-06, der nicht unbesehen als in Kraft befindliche Ersatzfassung verwendet werden darf. Bemessungsregen wird standortbezogen aus dem DWD-Datensatz KOSTRA-DWD-2020 unter Berücksichtigung von Dachform und einschlägigem Nachweis entnommen. Normtexte werden hier nicht kopiert.
Vollständig gerechnete Vorbemessungsübung
Die geometrische Grundrissprojektion des fiktiven Dachabschnitts beträgt 3,00 m × 2,40 m = 7,20 m². Angenommen sei für diese Lernrechnung eine Regenspende r = 0,030 Liter je Sekunde und Quadratmeter. Der vereinfachte Abfluss Q = A × r ergibt 7,20 m² × 0,030 l/(s·m²) = 0,216 l/s. Bei fünf Sekunden wären das rechnerisch 1,08 Liter. Die angenommene Regenspende ist kein ermittelter KOSTRA-Ortswert und kein Dimensionierungsnachweis; Abflussbeiwerte, wirksame Flächen, Notentwässerung sowie Rinnen- und Rohrkapazitäten bedürfen einer echten Fachplanung.
Für eine reine Modellveranschaulichung wird ein unterrichtlich gewählter Rinnen-Längsneigungswert von 5 mm je Meter verwendet. Über eine gedachte Trauflänge von 3,00 m wäre der Höhenunterschied 3,00 × 5 = 15 mm. Bei einem maßstäblichen geometrischen Modell 1:5 entspricht das 600 mm Länge und 3 mm Höhenunterschied. Weder dieser Modellwert noch die kleine Modellrinne legen ein vorgeschriebenes Gefälle für einen Bauauftrag fest; Befestigung und Ausführung sind systembezogen nachzuweisen.
Rechenfehler vermeiden: Die Meter-Millimeter-Umrechnung nicht vergessen; Dachschräglänge nicht ungeprüft mit der horizontal projizierten Fläche verwechseln; eine Übungsregenspende nicht als Ortsdatum ausgeben. Hinterlege Rechenschritte einschließlich Einheit und Datenherkunft im Modellprotokoll.
Montageprinzip, Fehleranalyse und Umweltfolgen
Für echte Rinnen sind die geeignete Werkstoffkombination, der Korrosionsschutz, thermische Ausdehnung, Herstellerangaben zu Fügetechnik und Befestigungen sowie ein freier Ablauf zu prüfen. Besonders der Kontakt unterschiedlich edler Metalle und aus oberen Dachflächen ablaufendes Wasser können Korrosionsrisiken schaffen. Eine zu kleine, verstopfte oder rückwärts geneigte Rinne kann überlaufen; schlecht gefügte Übergänge werden undicht. Prüfe Ursache und Folgeschaden getrennt, statt nur eine sichtbare Tropfstelle abzudichten.

Fehlerbild: Korrosionsspuren an einer alten Rinne. Nenne mindestens drei mögliche Prüfungen – Werkstoff, Feuchtebelastung, Ablauf, Verbindungen – ohne aus dem Foto eine ungesicherte Ein-Ursachen-Diagnose abzuleiten. Bild: Friedrich Haag, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons.
Auch die Qualität des abfließenden Wassers zählt: Das Umweltbundesamt weist auf mögliche Metallabträge von großflächigen Kupfer- und Zinkdächern und auf bestimmte problematische Dachbahnen hin. Regenwassernutzung oder Versickerung daher nach örtlicher Regelung und Materialeinfluss bewerten. Unverschmutzte Metallreste werden getrennt gesammelt; chemische Reststoffe entsprechend Sicherheitsdatenblatt entsorgt.
Geprüfte deutschsprachige Fachvideos:
RHEINZINK: „Dachentwässerung, Montage des Komplettsystems aus Zink von der Dachrinne bis zum Fallrohr“, veröffentlicht 11.01.2013. Das Video zeigt Herstellerverfahren; aktuelle Anforderungen und Produktstände sind vor der Praxis erneut zu prüfen. Videonachweis.
RHEINZINK-Interactive: „Webinar: Rinnenerweiterung“, veröffentlicht 09.03.2023; behandelt den Kehlauslauf und eine Schablonenlösung. Besprich die Funktion, ohne daraus eine allgemeine Maßvorgabe abzuleiten. Videonachweis.
LF 7: Metallische Deckung fachlich beurteilen
Deckungsprinzip und konstruktiver Aufbau
Bei Stehfalzdeckungen werden benachbarte Metallbahnen oder Scharen durch Falzverbindungen geführt. Ein Hafter verbindet die Deckung indirekt mit einer geeigneten Unterkonstruktion. Die Planung braucht eine geprüfte Unterlage, Dachneigung, Befestigungs- und Lastkonzept, Anschlüsse an Traufe und Ortgang, ein geeignetes Werkstoffsystem und einen Bewegungsnachweis. Eine sichtbare Falzform allein beweist weder Regensicherheit noch ausreichende Windsogsicherung.

Analyseauftrag zum Bild: Identifiziere Scharen und Stehfalze. Welche weiteren, hier nicht sichtbaren Informationen bräuchtest du für eine fachliche Freigabe? Bild: Wikideas1, CC0 1.0, Wikimedia Commons.
Metalle unterscheiden sich in Dichte, Oberflächenverhalten, Korrosionsanfälligkeit und thermischer Längenänderung. Für eine beispielhafte Längenänderung kann mit ΔL = α × L × ΔT gerechnet werden. Bei dem angenommenen Ausdehnungskoeffizienten α = 0,022 mm/(m·K), einer Länge L = 3,00 m und einem Temperaturunterschied ΔT = 70 K erhältst du 0,022 × 3,00 × 70 = 4,62 mm. Der Koeffizient ist ein Übungswert für ein zinkähnliches Material; die Systemfreigabe muss mit dem tatsächlich gewählten Werkstoff, Produktdaten und Befestigungskonzept erfolgen. Wird die Längenänderung behindert, drohen Zwängungen und Verformungen. Übertrage das Maß nicht ungeprüft auf das Kartonmodell.
Fertigungskette und Prüfmerkmale
Vor einer tatsächlichen Ausführung prüft die Fachkraft, ob der Untergrund tragfähig, trocken und systemgerecht vorbereitet ist und ob Leistungen anderer Gewerke akzeptiert werden können. Der Materialfluss reicht von geschützten Scharen bei Anlieferung über beschriftete Zuschnitte zu schadensfreier Lagerung und einem dokumentierten Montagefortschritt. In der sicheren Tischalternative werden zwei Kartonstreifen als Scharen und eine faltbare Verbindungszone verwendet; es gibt keine tragende oder witterungsdichte Falzsimulation im baupraktischen Sinn.
Prüfe am Modell Bezugslinien, gerade Kanten, parallel verlaufende Falzdarstellung und fehlende Verformungen. Bei echten Bauteilen kommen Falzgüte, Spannungsfreiheit, Oberflächenqualität, Befestigungen und geprüfte Detailanschlüsse hinzu. Ein typischer Fehler ist eine unpassende Festlegung der Fixpunkte oder eine nicht auf das System abgestimmte Materialpaarung. PREFA-Fachschulung Doppelstehfalz und RHEINZINK-Begleitunterlagen liefern herstellerbezogene Anschauungsbeispiele; sie ersetzen keine projektspezifische Freigabe.
LF 8: Nichtmetallische Deckstoffe und Abdichtungen
Materialien und fachgerechte Auswahl
Das Lernfeld behandelt unter anderem Dachfolien beziehungsweise Kunststoff- und Elastomerbahnen, hochpolymermodifizierte Bitumenbahnen und Flüssigkunststoffe. Die Systeme unterscheiden sich in Verlegeart, Verträglichkeit mit angrenzenden Materialien, mechanischer Befestigung, Fügetechnik, Nahtprüfung und Reparaturmöglichkeiten. Eine EPDM-Bahn ist ein Beispiel einer elastomeren Dachabdichtung, aber nicht mit jeder anderen Dachfolie austauschbar. Insbesondere Nahtverbindungen und Detailanschlüsse dürfen nie ohne produktspezifische Freigabe gewählt werden.

Materialbeispiel: Dachfläche mit einer synthetischen Gummibahn. Die Aufnahme zeigt keine generelle Eignung für jedes Flachdach und belegt weder unsichtbare Anschlüsse noch Nahtqualität. Bild: Luanr36, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons.
Für den Tischversuch eignen sich ungefährliche Musterfolien, Papierbahnen oder wiederverwendbare Dichtstreifen. Thermisches Verschweißen, Flammenverfahren, Lösungsmittel und reaktive Flüssigkunststoffe werden dabei nicht eingesetzt. Am realen Bauvorhaben bestimmen die aktuelle Herstelleranleitung, geltende Fachregeln und freigegebene Prüfverfahren unter anderem Untergrund, erforderliche Überdeckungen, Nahttechnik, Wetterbedingungen und Gesundheitsmaßnahmen.
Modell-Flächenbedarf, Nahtbeobachtung und Fehlerdiagnose
Im Übungsmodell 1:5 wird eine austauschbare Dachplatte von 600 mm × 480 mm benutzt. Zwei fiktive Folien-Musterstreifen von je 320 mm × 480 mm ergeben mit 40 mm unterrichtlich gewählter Überdeckung die Gesamtbreite 320 + 320 − 40 = 600 mm. Die benötigte Streifenfläche beträgt 2 × 0,320 m × 0,480 m = 0,3072 m². Die netto abgedeckte Modellfläche beträgt 0,600 × 0,480 = 0,2880 m². Die Differenz von 0,0192 m² ergibt sich allein aus der Musterüberdeckung; die Annahme von 40 mm ist keine für reale Abdichtungsbahnen zulässige Nahtbreite.

Fehleranalyse: Nach Beschreibung der Bildquelle wurde eine flüssig aufgebrachte Abdichtung zu dünn verarbeitet und versagte frühzeitig. Untersuche mögliche Zusammenhänge zwischen Schichtdicke, Untergrundvorbereitung, Witterung, Verarbeitungsangaben und Prüfprotokoll. Diagnose und Abhilfe benötigen im echten Fall eine Fachprüfung. Bild: GRALISTAIR, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons.
Vergleiche bei der Wahl zwischen Metall- und nichtmetallischen Systemen die Wasserführung, die besonderen Anschlüsse, Wartung und Trennbarkeit, Brandschutz und mögliche Umweltwirkungen. Frage ausdrücklich, welche Angaben zum Dachaufbau fehlen. Ein sicherer Wasserlaufversuch am Tisch demonstriert nur das sichtbare Verhalten des Modells, nicht die Dichtheit eines gesamten Bauwerks.
Jahresprojekt: Werkstattmodell, Qualität und Übergabe
Arbeitsauftrag mit vollständiger Handlung
Kundenauftrag M01, ausschließlich fiktiv: Stelle ein standsicheres Tischmodell eines Dachabschnitts mit abnehmbarer Metalldeckungs-Darstellung und einer alternativen nichtmetallischen Abdichtungs-Darstellung her. Zeige bei beiden die Übergabe des Wassers an dieselbe Modell-Dachrinne und einen markierten Sammelpunkt. Berechne Fläche, didaktische Abflussgröße, Rinnen-Gefälledarstellung, einen Anschluss-Zuschnitt und den Folien-Musterbedarf. Vermerke auf jedem Plan klar Modell, nicht als Bauzeichnung freigegeben.
Vollständiger Arbeitsplan mit prüfbaren Zwischenergebnissen:
- Informieren: Synthetisches Auftragsblatt lesen, offene Kundenfragen und fehlende Gebäudedaten protokollieren; Ergebnis: Anforderungsliste.
- Planen: Aufmaßskizze für 3,00 m × 2,40 m in Modellmaßstab 1:5, Entwässerungsschema, zwei getrennte Deckungsvarianten und Prüfplan zeichnen; Ergebnis: bemaßte Planversion.
- Entscheiden: Modellwerkstoffe, ungefährliche Werkzeuge und eine dokumentierte Material-Reihenfolge auswählen; Ergebnis: begründete Auswahl und Sicherheitsfreigabe für den Tisch.
- Schablone herstellen: Karton-Abwicklung 620 mm × 80 mm mit gekennzeichneten Zugaben zeichnen und prüfen; Ergebnis: Messblatt.
- Montieren: Unter Aufsicht ein stabiles Tischmodell mit auswechselbarer Metalldarstellung und Musterfolien-Darstellung sowie Modellrinne aufbauen; Ergebnis: unbeschädigte Bauteile und geordneter Materialfluss.
- Kontrollieren: Vor dem Wassertest Maß- und Oberflächenprüfung durchführen, Rinnenweg frei halten, anschließend 250 ml sauberes Wasser kontrolliert auf das Modell geben; Ergebnis: Mess- und Beobachtungsprotokoll. Hände, Werkzeuge und elektrische Geräte bleiben aus dem Wasserbereich.
- Fehler bearbeiten: Bei Tropfen hinter dem Anschluss, Rückstau oder nicht passender Schablone Arbeit stoppen, Ursache lokalisieren, Planversion und Modell verbessern, erneut prüfen; Ergebnis: Vorher-Nachher-Befund.
- Übergeben und bewerten: Kurze sachliche Kundenübergabe mit erfüllten und offenen Kriterien, Materialresten, Grenzen und Nacharbeiten; Ergebnis: vollständige Dokumentation ohne Personenbezug.
Konkreter Muster-Nachweis
| Prüfpunkt | Sollwert des Unterrichtsmodells | Nachweismethode |
|---|---|---|
| Dachgrundfläche im Modell | 600 mm × 480 mm | Lineal und Maßskizze |
| Plan-Grundrissfläche des fiktiven Daches | 7,20 m² | 3,00 × 2,40 m |
| Vereinfachter Rechenabfluss | 0,216 l/s bei fiktiver Regenspende | Nachrechnung mit Einheiten |
| Veranschaulichtes Rinnengefälle | 3 mm Höhenunterschied über 600 mm | Vergleichsmessung; kein Bau-Sollwert |
| Anschluss-Kartonschablone | 620 ± 1 mm × 80 ± 1 mm | Zweifache Messung |
| Nichtmetallische Musterfläche | Zwei 320 × 480-mm-Streifen mit 40-mm-Modellüberdeckung | Zuschnittliste und Sichtprüfung |
| Modell-Wasserführung | Wasser sichtbar zum Sammelpunkt; keine sichtbare Leckage am Testanschluss | Kontrollierte Wasserzugabe und Beobachtungsbogen |
| Dokumentation | Zeichnung, Sicherheit, Werkstoffwahl, Änderungen, Messwerte, Übergabe | Abgleich mit Dokumentenliste |
Durchgerechnetes Ergebnis: Die Modellmaße ergeben 0,600 × 0,480 = 0,288 m². Der reale, nur angenommene Vergleichsabschnitt ergibt 7,20 m²; beide Flächen stehen im Verhältnis 1:25, da 1:5 für jede Längendimension gilt. Die modellhafte Höhendifferenz beträgt 15 mm ÷ 5 = 3 mm. Die Kartonschablone benötigt 0,0496 m², bei kalkulatorisch 10 % Reserve 0,05456 m². Das Folienmuster benötigt brutto 0,3072 m² für netto 0,2880 m². Ergebnisfreigabe nur als Unterrichtsmodell; ein Dachentwässerungs-Nachweis, eine Tragwerksbemessung und eine Baustellenabnahme werden damit nicht erbracht.
Bewertungsraster, Rückmeldung und Nacharbeit
| Leistung | Punkte | Beobachtbare Kriterien |
|---|---|---|
| Auftragsanalyse und Kundenfragen | 10 | Anforderungen, Unklarheiten und Datenschutz erfasst |
| Fachplanung und Berechnungen | 15 | Maßstab, Einheiten, Abfluss, Gefälle, Datenherkunft und fachliche Grenzen korrekt |
| LF 5: Schablone und Zuschnitt | 15 | Zugaben erkennbar, Maße im Modell-Soll und Messblatt vorhanden |
| LF 6: Modell-Entwässerung | 15 | sinnvoller Wasserweg, freier Ablauf und Prüfnachweis |
| LF 7: Metalldeckungs-Darstellung | 10 | Falzprinzip, Materialwahl und thermische Bewegungen begründet |
| LF 8: Nichtmetallisches Muster | 10 | Bahnzuschnitt, Nahtmodell und Systemgrenzen erklärt |
| Qualität und Dokumentation | 15 | Fehleranalyse, Revision, protokollierte Prüfung und verständliche Übergabe |
| Sicherheit, Ressourcen und Zusammenarbeit | 10 | sichere Tischpraxis, sortenreine Reste, Arbeitsteilung und datensparsame Unterlagen |
| Gesamt | 100 | Lernbezogene Leistungsrückmeldung, keine Kammerbewertung |
Feedback-Beispiel: „Die Zeichnung hat die richtigen Außenmaße, aber die Endzugabe ist doppelt berücksichtigt. Prüfe Bezugskante und Stückliste, passe die Schablonenrevision an und messe erneut.“ Bei einem unsicheren Aufbau gilt unabhängig von Punkten: Arbeit unterbrechen, Gefährdung beheben, erst nach Freigabe weiterarbeiten. Fehlerkorrektur ist hier Bestandteil beruflicher Qualität.
Arbeits-, Gesundheits-, Umwelt- und Datenschutz
Vor jeder realen Tätigkeit veranlasst der Arbeitgeber die Gefährdungsbeurteilung nach § 5 ArbSchG. Für Bauarbeiten ist die am Standort geltende DGUV Vorschrift 38 zu beachten; ergänzend hilft die DGUV Regel 101-038. Für Absturzgefährdungen und Gerüste sind die jeweiligen BAuA-TRBS und weitere einschlägige Regeln heranzuziehen. Die ältere DGUV Information 201-054 verweist teils noch auf eine überholte UVV-Fassung und darf deshalb nicht ungeprüft allein verwendet werden. An Dachkanten, auf Leitern oder Gerüsten nie aufgrund einer Chat-Anweisung arbeiten.
Für Blechschnitt und scharfe Kanten brauchst du fachliche Unterweisung, geeignete Arbeitsmittel und Schutzmaßnahmen. Für Kleber, Flüssigkunststoffe oder thermische Verbindungstechniken sind produktspezifische Gefahrstoffinformationen, Brandschutz und fachliche Aufsicht zwingend; im Modell genügt Papier oder ungefährliche Folie. Material möglichst passgenau planen, Reste sortenrein erfassen, recyclingfähige Systeme prüfen und Regenwasserqualität nicht automatisch voraussetzen. Speichere nur fiktive Auftragsnummern, keine Fotos von echten Kunden, keine Schülerlisten und keine Betriebsgeheimnisse in digitalen Portfolios oder KI-Anwendungen.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Fachwissen prüfen
Welche waagerecht projizierte Dachfläche ergibt sich aus 3,00 m Trauflänge und 2,40 m Ausladung? (7,20 Quadratmeter) (!5,40 Quadratmeter) (!8,64 Quadratmeter) (!12,00 Quadratmeter)
Welcher vereinfachte Abfluss ergibt sich für 7,20 Quadratmeter bei der ausdrücklich fiktiven Regenspende von 0,030 Liter je Sekunde und Quadratmeter? (0,216 Liter je Sekunde) (!0,024 Liter je Sekunde) (!2,160 Liter je Sekunde) (!7,230 Liter je Sekunde)
Welcher Höhenunterschied folgt rechnerisch aus dem didaktischen Gefällewert von 5 mm je Meter über 3,00 m? (15 Millimeter) (!3 Millimeter) (!5 Millimeter) (!150 Millimeter)
Warum werden bei einer Blechabwicklung werkstoff- und verfahrensabhängige Zugaben geprüft? (Damit Umformungen und Verbindungen zu den geforderten Fertigmaßen passen) (!Damit jede Schablone ohne Messung verwendet werden kann) (!Damit Biegeradien grundsätzlich keine Rolle spielen) (!Damit die sichtbare Außenlänge immer dem Rohzuschnitt entspricht)
Welche Größe ist bei einem metallischen Dachanschluss für die Planung von Bewegungsmöglichkeiten besonders relevant? (Die thermische Längenänderung der Metallteile) (!Die Farbe des Zeichenstifts) (!Die Reihenfolge der Dateinamen) (!Die Anzahl der Modellfotos)
Welche Prüfung gehört zur Qualitätskontrolle einer echten Dachentwässerungsanlage? (Funktion, Dichtheit, Befestigungen und spannungsarme Verbindung) (!Allein die Farbe des Fallrohrs vergleichen) (!Nur die Materialrechnung archivieren) (!Den Wasserlauf ohne Sichtprüfung voraussetzen)
Welcher Werkstofftyp gehört ausdrücklich zu den nichtmetallischen Deckstoffen in Lernfeld 8? (Kunststoff- oder Elastomer-Dachbahn) (!Titanzinkblech als alleinige Deckbahn) (!Kupferstehfalz ohne Unterdeckung) (!Verzinktes Stahlblech als reine Falzdeckung)
Was gilt für die im Kurs verwendete Überdeckung einer Modellfolie von 40 mm? (Sie ist ein Modell-Rechenwert und keine allgemeine Freigabe für echte Bahnnähte) (!Sie ist für alle Dachbahnen gesetzlich vorgeschrieben) (!Sie ersetzt die Nahtprüfung auf realen Dächern) (!Sie gilt unabhängig von Produkt und Dachaufbau)
Was ist vor echten Arbeiten an einer absturzgefährdeten Dachkante notwendig? (Gefährdungsbeurteilung, passende Schutzmaßnahmen, Unterweisung und fachliche Aufsicht) (!Allein eine erfolgreiche Modellprüfung) (!Lediglich die Freigabe einer digitalen Skizze) (!Nur die Wahl einer leichten Werkzeugtasche)
Am Modell läuft Wasser seitlich hinter den Anschluss statt zum Sammelpunkt. Welche Reaktion ist fachlich begründet? (Prüfung unterbrechen, Anschluss und Wasserweg untersuchen, Fehler beheben und erneut testen) (!Den Fehler ohne Dokumentation verdecken) (!Nur mehr Wasser einfüllen und die Beobachtung ignorieren) (!Die Modellabnahme ohne weitere Kontrolle bestätigen)
Memory
Ordne Fachbegriff und Funktion zu. Jede Karte gehört genau zu einer anderen Karte.
| Abwicklung | Ebene Darstellung der später umgeformten Bauteiloberfläche |
| Hafter | Befestigungselement zur Anbindung einer Metalldeckung |
| Traufe | Unterer Dachrand mit Übergang zur Entwässerung |
| Regenspende | Niederschlagsmenge je Flächeneinheit und Zeiteinheit |
| Überdeckung | Bereich, in dem sich zwei Materialbahnen überlagern |
| Prüfprotokoll | Dokument mit Kriterien, Messungen, Abweichungen und Bewertung |
Drag-and-drop
Verbinde die beruflichen Teilhandlungen mit ihrem passenden Nachweis.
| Teilhandlung | Passender Nachweis |
|---|---|
| Auftrag klären | Kundenanforderungen und fehlende Randbedingungen erfassen |
| Schablone konstruieren | Abwicklung einschließlich der festgelegten Zuschnittzugaben erstellen |
| Entwässerung planen | Dachgrundriss und Bemessungsgrundlagen für Wasserwege prüfen |
| Modellmontage durchführen | Freigegebene Musterteile am gesicherten Werktisch zusammenfügen |
| Ergebnis übergeben | Messwerte, Mängel und Grenzen der Modellprüfung erläutern |
Kreuzworträtsel
Trage jeweils den gesuchten Fachbegriff als einzelnes Wort ein.
| Traufe | Wie heißt der untere Dachrand, an dem oft eine Regenrinne liegt? |
| Hafter | Welches Bauteil befestigt Metalldeckungen indirekt an der Unterkonstruktion? |
| Falz | Wie heißt die durch Umformen gebildete Verbindung zweier Blechkanten? |
| Gefälle | Wie heißt der geplante Höhenunterschied je Strecke zur Wasserführung? |
| Schablone | Welche wiederverwendbare Vorlage überträgt Geometrien für Zuschnitte? |
| Membran | Wie bezeichnet man eine dünne flexible Lage zur Trennung oder Abdichtung? |
LearningApps
Suche thematische Zuordnungsübungen und kontrolliere ihre fachliche Richtigkeit vor einer Verwendung. Der Suchlink ist kein Nachweis für eine bereits redaktionell geprüfte Einzel-App.
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Auftragsanalyse: Markiere im fiktiven Kundenauftrag vier feststehende Angaben und vier für einen realen Bauauftrag noch fehlende Randbedingungen. Erstelle eine kurze, fachliche Rückfrage an die Auftraggeberin.
- Technisches Zeichnen: Zeichne die waagerecht projizierte Dachfläche 3,00 m × 2,40 m im Maßstab 1:5 und kennzeichne Traufe, Wasserlaufrichtung und Modellrinne.
- Schablone: Fertige aus Karton das beschriebene Muster 620 mm × 80 mm. Trage Fertigmaß und Zugaben in unterschiedlichen Farben ein und messe beide Seiten nach.
- Dachentwässerung: Erläutere an der Commons-Abbildung den Weg vom Dachrand bis zum Fallrohr und beschreibe zwei Stellen, an denen Wasser austreten oder zurückstauen könnte.
Standard
- Flächenberechnung: Rechne die projizierte Dachfläche, die fiktive Abflussgröße und den Modell-Höhenunterschied mit Einheiten nach. Erkläre, warum daraus keine normgerechte Rinnengröße folgt.
- Materialbedarf: Erstelle eine Zuschnittliste für Kartonanschluss und Folienmuster einschließlich Brutto- und Nettoflächen; kennzeichne jede angenommene Reserve.
- Stehfalz: Baue zwei Karton-Scharen mit sichtbar dargestellter Falzzone und beschreibe, welche echten Nachweise zur Windsogsicherung und Ausdehnung fehlen.
- Dachabdichtung: Lege die zwei ungefährlichen Folienmuster auf eine trockene Unterlage. Dokumentiere die Modellüberdeckung und entwirf drei Prüfmerkmale für eine spätere Systemprüfung.
Schwer
- Fehleranalyse: Simuliere am Tisch einen gezielten, ungefährlichen Fehler am Rinnenübergang. Dokumentiere Symptom, mögliche Ursache, Prüfschritt, Abhilfe und erneutes Testergebnis.
- Werkstoffkunde: Vergleiche metallische Deckung und Kunststoff- beziehungsweise Elastomerbahn anhand einer Entscheidungsmatrix zu Ausdehnung, Anschlüssen, Entsorgung, Wartung und fehlenden Nachweisen. Begründe deine Wahl.
- Kundenberatung: Verfasse eine sachliche Modellübergabe mit Ergebnissen, Kosten- und Umweltfragen sowie einer getrennten Liste offener Punkte für die spätere reale Fachplanung.
- Qualitätssicherung: Prüfe das Jahresprojekt anhand des 100-Punkte-Rasters und erstelle einen realistischen Verbesserungsauftrag mit Zeichnungsrevision, Nachmessung und Sicherheitsfreigabe.


Lernkontrolle
- Aufmaß: Eine neue fiktive Dachseite hat 3,60 m Trauflänge und 2,50 m horizontale Ausladung. Ermittle die projizierte Fläche und erläutere, welche zusätzlichen Flächen bei einem Dach mit weiteren Zuläufen zu berücksichtigen wären.
- Niederschlagswasser: Vergleiche zwei fiktive Entwässerungswege im Modell. Begründe anhand von Ablauf, Zugänglichkeit und Fehlerrisiken, welche Variante weitergeprüft werden sollte, ohne eine echte Bauempfehlung vorzutäuschen.
- Abwicklung: Eine Muster-Schablone ist 12 mm zu kurz. Erstelle eine strukturierte Fehlerursachenanalyse, unterscheide Aufmaßfehler und fehlende Zugabe und formuliere eine nachvollziehbare Korrektur.
- Wärmeausdehnung: Berechne die Längenänderung bei α = 0,022 mm/(m·K), 4,00 m Länge und 60 K Temperaturänderung. Erläutere, warum das Ergebnis noch keine Befestigungsfreigabe ist.
- Dachbahnen: Erkläre, warum das sichtbare Überlappen einer Musterfolie keine geprüfte Abdichtungsnaht darstellt. Formuliere vier Informationen, die ein Hersteller für die echte Ausführung liefern muss.
- Arbeitssicherheit: In einem hypothetischen Kundenauftrag sollen Materialreste auf einem ungesicherten Dach geholt werden. Erläutere den fachlich richtigen Stopp, die Zuständigkeit für die Gefährdungsbeurteilung und eine sichere Tisch- oder Simulationsalternative.
- Qualitätsmanagement: Der Test zeigt einen Rückstau, zugleich weicht die Rinnenhöhe am Modell um 2 mm vom Plan ab. Entwirf ein revisionsfähiges Protokoll mit Soll, Ist, Bewertung, Verantwortlichkeit und Nachprüfung.
Lernnachweis
Ein prüfbarer Lernnachweis besteht aus einem vollständigen, anonymen Projektordner:
- Auftrags- und Beratungsblatt: fiktiver Bedarf, offene Fragen, Freigabegrenzen und Arbeitsaufteilung.
- Bemaßte Werkzeichnung: 3,00 m × 2,40 m als Fiktivdach, zwei Modellvarianten, Wasserweg, Revisionsstand und Kennzeichnung als Unterrichtsmodell.
- Fachrechenblatt: 7,20 m² projizierte Fläche, Q = 0,216 l/s als Übungswert, 15 mm fiktive Rinnendifferenz, 3 mm Modellgefälle, Zuschnitt- und Folienflächen mit Einheiten.
- Materieller Nachweis: kontrollierte Kartonschablone, Dachmodell und getrennte Muster einer metallischen und einer nichtmetallischen Deckungsdarstellung.
- Prüfprotokoll: Modell-Soll und Ist, Sicht- und Wasserwegprüfung, Fotobelege ohne Personen sowie Fehlerkorrekturen.
- Kundenübergabe und Reflexion: erreichte Qualitätskriterien, offene Freigabepunkte, Ressourceneinsatz, sicherheitsrelevante Entscheidungen und konkrete Verbesserung.
Die Bewertenden geben gezielte Rückmeldungen entlang der Kriterien im 100-Punkte-Raster. Für eine reale betriebliche Durchführung gelten zusätzlich der betriebliche Ausbildungsplan, aktuelle Unterweisungen, die zuständige Handwerkskammer und der jeweils anzuwendende Landeslehrplan. Der Kurs selbst erteilt keine Prüfungszulassung und keine Bauabnahme.
OER und Wikipedia
Geprüfte, für die fachliche Einordnung relevante Quellen:
- BIBB: Klempner/Klempnerin, Berufsprofil und Ordnungsmittel.
- Bundesrecht: KlempnerAusbV, einschließlich Prüfungsstruktur und Ausbildungsrahmenplan.
- KMK-Rahmenlehrplan vom 25.04.2013, Lernfelder 5–8 auf Seiten 12–15.
- DIN Media: DIN EN 12056-3, DIN 1986-100 sowie Entwurf 2025-06; Normtexte sind teils kostenpflichtig und hier weder abgeschrieben noch durch Modellwerte ersetzt.
- DWD: KOSTRA-DWD-2020 für eine reale örtliche Regenbemessung; UBA: Regenwassernutzung und Materialeinfluss.
- DGUV Vorschrift 38 und DGUV Regel 101-038; BAuA: TRBS-Verzeichnis.
- RHEINZINK-Montagefilme und PREFA-Schulungsvideos: Herstellerbeispiele, keine allgemeine oder automatische bauaufsichtliche Freigabe.
Bildquellen, Urheber und Lizenzen (jeweils unveränderte Datei; Lizenznachweis auf der verlinkten Commons-Seite):
| Commons-Datei | Quelle | Urheber | Lizenz |
|---|---|---|---|
| Tin snips.jpg | Original und Rechte | Twotonetoo | CC BY-SA 4.0 |
| 002 2011 08 15 Regenwasserableitung.jpg | Original und Rechte | Friedrich Haag | CC BY-SA 4.0 |
| 001 2006 04 14 Regenwasserableitung.jpg | Original und Rechte | Friedrich Haag | CC BY-SA 4.0 |
| Standing seam metal roof 1.jpg | Original und Rechte | Wikideas1 | CC0 1.0 |
| Butynol roofing.jpg | Original und Rechte | Luanr36 | CC BY-SA 4.0 |
| Roofing Membrane Failure 1.jpg | Original und Rechte | GRALISTAIR | CC BY-SA 4.0 |
Videos (verifizierte YouTube-Seiten und Kanäle; keine freie Videolizenz behauptet): RHEINZINK, Anwendung Gehrungsschablone, 2018; RHEINZINK, Dachentwässerung, 2013; RHEINZINK-Interactive, Rinnenerweiterung, 2023. Die Videos sind als Quellen eingebettet beziehungsweise verlinkt, nicht als neu lizenzierte OER ausgegeben. Herstelldaten und Arbeitsschutz sind bei einer realen Anwendung aktuell zu prüfen.
Wikipedia als ergänzender Überblick, nicht als Ersatz für Rechtsgrundlagen oder Herstellerunterlagen:
Verknüpfte Lernbereiche
Klempner: Handlungskompetenz im zweiten Ausbildungsjahr
|
Verbundprojekte: Modell-Dachrinne mit Entwässerungsschema, Schablonen- und Zuschnittkalkulation, Vergleich Metallfalz und Dachbahn, Fehlerwerkstatt für Naht und Ablauf sowie digitale, anonymisierte Modellübergabe. Jede Projektidee benötigt vor einer realen Ausführung eine gesonderte betriebliche Sicherheits- und technische Freigabe.
aiMOOC Projekte
Schulfach+


aiMOOCs


aiMOOC Projekte


MOOCwiki · Deutsch
Nach dem Lernen ist vor dem Lernen
Entdecke direkt den nächsten Lernkurs. Weitere Inhalte erscheinen, wenn Du weiter nach unten scrollst.
Zur MOOCwiki-HauptseiteMediathek
Mediathek wird aus dem Wiki geladen ...
Keine passenden Inhalte gefunden. Bitte ändere Suche oder Filter.
NEWSLernweltNOAH fragenInhalt melden · Hinweise zu Fehlern, Quellen, Medienrechten oder Dubletten
