Dächer mit metallischen Werkstoffen decken - Klempner - LF 7
Einleitung
Du arbeitest im zweiten Ausbildungsjahr des Berufs Klempner. Ein Auftrag für eine metallische Dachdeckung verlangt mehr als ein schönes Falzbild: Dachform, Unterkonstruktion, Werkstoff, Windsog, Feuchte, thermische Bewegung, sichere Arbeitsplätze, Anschlüsse und Qualität müssen zusammenpassen. Du lernst, einen berufstypischen Auftrag vollständig zu analysieren, zu planen, begründet zu bearbeiten, zu kontrollieren und zu dokumentieren. Die Tätigkeiten am echten Dach sowie Maschinenarbeiten erfolgen ausschließlich nach Unterweisung und unter befugter fachlicher Aufsicht. Rechen-, Zeichen- und Kartonmodelle ermöglichen gefahrloses eigenständiges Üben.
Lehrplanbezug: KMK-Lernfeld 7 „Dächer mit metallischen Werkstoffen decken“, zweites Ausbildungsjahr, Zeitrichtwert 100 Unterrichtsstunden. Das Lernfeld umfasst Auftrags- und Bauzustandsanalyse, Werkstoff- und Deckungswahl, Verlege- und Arbeitsablaufplanung, Materialbedarf und Längenänderung, Baustelleneinrichtung, Fertigung, sichere Montage, Gewerkeprüfung, Qualitätskontrolle und Verbesserung. Verbindlich sind in der Ausbildung zusätzlich der betriebliche Ausbildungsplan, die zuständige Handwerkskammer, der geltende Landeslehrplan und die freigegebenen technischen Unterlagen. Dieser Kurs ersetzt weder eine Unterweisung noch eine fachliche Abnahme, amtliche Anerkennung oder Prüfungszulassung.
Kompetenzziel: Am Ende lieferst du für ein anonymisiertes Musterdach eine Auftragsanalyse, einen bemaßten Verlegeplan, eine nachvollziehbare Berechnung, einen sicheren Arbeitsablauf, eine Prüfliste und einen begründeten Verbesserungsvorschlag. Fachausdrücke werden bei der ersten Verwendung erklärt.
Verlässlicher Ausgangspunkt: KMK-Rahmenlehrplan, Druckseite 14 und BIBB-Berufsprofil samt geltender Ausbildungsordnung. Das KMK-Dokument stammt von 2013; aktuelle Arbeitsschutzregeln und herstellerbezogene Ausführungsdetails müssen deshalb zusätzlich kontrolliert werden.
Auftrag, Dachgeometrie und Unterkonstruktion analysieren
Vom Kundenwunsch zum prüfbaren Auftrag
Ein Werkplan enthält Grundrisse, Ansichten, Schnitte und Detailmaße. Bevor du Material bestellst, klärst du Dachform (zum Beispiel Sattel-, Pult-, Walm- oder Tonnendach), Länge und Neigung der Deckflächen, First, Traufe, Ortgang, Kehlen, Grate und Durchdringungen. Traufe heißt untere wasserabführende Dachkante, First oberste Schnittlinie zweier Dachflächen und Ortgang seitlicher Dachrand eines geneigten Dachs. Eine Kehle sammelt Wasser zwischen zwei einander zugeneigten Flächen. Die Schar ist eine längliche, profiliert verlegte Metallbahn.
Eine gute Auftragsanalyse erfasst außerdem Standort, Wind- und Schneeeinwirkungen, Dachhöhe, Zugänglichkeit, Denkmalschutz, Zustand der tragenden Bauteile, Feuchteschutz, Brandschutz, spätere PV-Nutzung und Schnittstellen zu anderen Gewerken. Ein denkmalgeschütztes Gebäude kann besondere Anforderungen an Erscheinungsbild und Genehmigung auslösen. Genehmigungen und Werkplanung prüft die zuständige Fachplanung beziehungsweise Behörde; du ersetzt diese Prüfung nicht durch eine Vermutung.
Typischer Fehler: Aus dem Grundriss wird die Dachfläche ohne Berücksichtigung der geneigten Länge berechnet. Nutze für eine rechteckige Deckfläche die geneigte, tatsächlich zu deckende Länge. Skizziere vor dem Aufmaß die Fließrichtung des Wassers, denn sie beeinflusst Traufdetails, Querfugen und Anschlüsse.

Bild: Übersicht einer Stehfalzdeckung. Verfolge die Scharrichtung und zeichne Traufe sowie First ein. Quelle und CC0-Nachweis stehen im Medienverzeichnis.
Vorleistungen anderer Gewerke und Schichtenfolge
Bei einer nicht selbsttragenden Falzdeckung benötigen die Scharen eine dafür geplante tragende und geeignete Unterstützung. Der vollständige Dachaufbau muss Lastabtrag, Feuchte- und Wärmeschutz, Luftdichtheit sowie gegebenenfalls Hinterlüftung berücksichtigen. Eine strukturierte Trennlage kann im freigegebenen System eine Funktion für Gleitfähigkeit und Feuchteführung besitzen; ihre Notwendigkeit richtet sich nach Bauphysik, Untergrund und Herstellerfreigabe. Eine beliebige Folie ersetzt keinen geprüften Aufbau.
Prüfpunkte vor Arbeitsfreigabe sind zum Beispiel Soll-/Ist-Maße, Ebenheit, Befestigbarkeit, Trockenheit, Zustand von Schalung und Unterdeckung, Anschlusshöhen, sichere Transportwege und die Dokumentation verdeckter Teile. Stimmt ein Ist-Zustand nicht mit dem freigegebenen Plan überein, hältst du die betroffene Arbeit an, kennzeichnest die Abweichung und holst eine Entscheidung der verantwortlichen Fachperson ein.
Beispiel: Der Werkplan zeigt 5,00 m geneigte Dachlänge; vor Ort misst die Fachkraft 5,08 m. Die 8 cm Differenz dürfen nicht durch ein improvisiertes Traufdetail „aufgebraucht“ werden. Zuerst werden Messpunkt, Planausgabe, Endanschlüsse und mögliche Planänderungen geklärt.
Metallwerkstoffe, Deckungsarten und Verbindungstechnik beurteilen
Werkstoffe und ihre Einsatzgrenzen
Häufige Werkstoffe der Dachklempnerei sind Titanzink, Kupfer, Aluminium, nichtrostender Stahl und beschichtetes Stahlblech. Vergleiche sie anhand Korrosionsverhalten, Umformbarkeit, Masse, Wärmeausdehnung, Oberfläche, Lebensdauer, Verfügbarkeit, Rezyklatanteil, Wiederverwertbarkeit und Kosten. Die reine Metallbezeichnung bestimmt weder die geeignete Schardicke noch die zulässige Dachneigung: Ausschlaggebend sind das konkrete System, die Bauteilgeometrie und die aktuelle technische Dokumentation.
Kontaktkorrosion kann entstehen, wenn unterschiedliche Metalle unter Feuchtigkeit leitend verbunden sind. Auch das von einem höher liegenden Werkstoff ablaufende Wasser kann unter ungünstigen Bedingungen eine nachgeschaltete Metallfläche angreifen. Plane Werkstoffkombinationen, Trennung, Befestiger und Wasserführung deshalb systembezogen. Mögliche Beschichtungsbeschädigungen und feuchte Lagerung sind ebenso zu vermeiden.
Typischer Fehler: „Alle Metalldächer können mit denselben Schrauben und Falzdetails hergestellt werden.“ Richtig ist die Prüfung des Material- und Befestigungssystems einschließlich Verträglichkeit und Herstellervorgaben. Technische Basis: Titanzink-Werkstoffdaten des Herstellers, Inhaltsübersicht der Klempnerfachregeln des ZVSHK und DIN 18339, als aktuell gelistete ATV Klempnerarbeiten. Geschützte Norm- und Fachregeltexte werden hier nicht wiedergegeben.
Stehfalz, Doppelstehfalz und Befestigung
Beim Doppelstehfalz werden die aufgekanteten Längsränder zweier Scharen mehrfach umgelegt und mechanisch verbunden. Es entsteht eine erhöhte Fuge, die Wasser ableitet und die Scharen verbindet. Auch Winkelstehfalz, Leistendeckung, Metallrauten, Metallschindeln und produktspezifische Dachpaneele können je nach Dachform sinnvoll sein. Querfugen und niedrige Dachneigungen verlangen besonders sorgfältige Detailplanung.
Beim gezeigten RHEINZINK-Doppelstehfalzsystem werden Festhafte zur definierten Lagefixierung und Schiebehafte zur Aufnahme von Längsbewegungen eingesetzt. Die Hafte befestigen die Deckung indirekt am Untergrund. Es gibt keine seriöse universelle Haftenzahl pro Quadratmeter: Windlasten, Rand- und Eckzonen, Gebäudehöhe, Untergrund, Scharbreite und Nachweise des ausgewählten Systems bestimmen die Bemessung. Für das konkret betrachtete Herstellersystem beschreibt RHEINZINK die Eignung ab 3° und zusätzliche Dichtungsmaßnahmen von 3° bis 7°. Diese Angaben sind produktspezifisch, keine allgemeine Freigabe für alle Metalldächer.

Bild: Nahaufnahme mechanisch geschlossener Stehfalze. Prüfe gedanklich, ob die Falze ohne Verzug durchlaufen.
Fachvideo: RHEINZINK, „CLIPFIX – Befestigungssystem für Stehfalzdächer“ (2018). Beobachtungsauftrag: Unterscheide Systemgerät, Haft und Untergrund. Das Video ist eine Demonstration; aktuelle Montageanleitung und freigegebene Befestigungsberechnung haben Vorrang. Keine Nachahmung ohne befugte Aufsicht.
Dachdetails und angrenzende Gewerke
Traufanschluss, First, Ortgang, Kehle, Aufkantung und Durchdringung sind keine bloßen Dekorationen. Hier treffen Regenwasserführung, Windbeanspruchung, Temperaturbewegung und Dichtheit zusammen. Schneefang und die Befestigung späterer Solarmodule bringen zusätzliche Lasten und technische Schnittstellen. Eine Falzklemme ist nur im geprüften System zulässig; die Anforderungen einer elektrotechnischen PV-Planung sind gesondert zu klären.

Bild: Stehfalzdach mit Schneefangeinrichtung. Besprich die Lastweiterleitung in Dachdeckung und Unterkonstruktion.
Fachvideo: RHEINZINK, „Anformzink Montagevideo“ (2011), mit Beispielen für Anschlüsse und Falzarbeiten. Historische Demonstration, keine Grundlage für heutige Materialfreigaben oder Sicherheitsverfahren.
Verlegeplanung, Mengenberechnung und Baustellensicherheit
Verlegeplan, Scharbreite und Bestellmenge
Ein Verlegeplan zeigt Scharrichtung, nutzbare Deckbreite, Randaufteilung, Anschlüsse, Fugen, Festpunktzonen und gegebenenfalls Bewegungsfugen. Die Bandbreite ist die Breite des flachen Blechstreifens vor der Profilierung; die kleinere Deckbreite ist das Maß, das eine fertig gefalzte Schar tatsächlich abdeckt. Verwechsle beide niemals. Bei einer regelmäßigen Fläche kann die vorläufige Scharzahl je Fläche als Dachbreite geteilt durch Deckbreite, aufgerundet abgeschätzt werden; die Detailaufteilung an Ortgang und First ist anschließend konstruktiv zu prüfen.
Beispiel: Trauflänge 6,30 m, angenommene wirksame Deckbreite 0,53 m. Die rechnerische Anzahl ist 6,30 / 0,53 = 11,89, also vorläufig 12 Scharen. Die verbliebene Breite und die tatsächlichen Randdetails werden geplant, nicht als beliebig schmaler letzter Streifen improvisiert.

Bild: Fertiges Stehfalzdach aus anderer Blickrichtung. Zeichne zu dem Foto eine beispielhafte Scharaufteilung; die abgebildeten Abmessungen sind nicht bekannt.
Thermische Längenänderung verstehen und berechnen
Metall verlängert sich beim Erwärmen und verkürzt sich beim Abkühlen. Für eine lineare Näherungsrechnung gilt ΔL = α · L · ΔT. Dabei ist α der materialspezifische Ausdehnungskoeffizient in mm/(m·K), L die betrachtete Länge in m und ΔT die Temperaturdifferenz in K. Für ein Beispiel mit Titanzink in Walzlängsrichtung kann nach den RHEINZINK-Werkstoffdaten α = 0,022 mm/(m·K) verwendet werden. Dies ist keine pauschale Werkstoffangabe für jede Richtung und jeden Werkstoff.
Rechenprobe: Bei 4,00 m Scharlänge und 60 K Temperaturunterschied ergibt sich ΔL = 0,022 · 4,00 · 60 = 5,28 mm. Kann sich die Schar nicht bewegen, drohen Wölbungen, Schäden an Falzen und Befestigungen oder Undichtigkeiten. Festhaftzone, Schiebehafte und Anschlüsse sind daher aufeinander abzustimmen. Aus der Gesamtdehnung allein folgt noch kein zulässiger Fugenabstand; die genaue Verteilung, Temperaturannahme, Haftart und zulässige Scharlänge sind der aktuellen Systemplanung zu entnehmen.
Typische Fehler: Meter und Millimeter ohne Einheitenkontrolle vermischen, statt der Temperaturdifferenz eine Einzeltemperatur einsetzen oder Schiebehafte durch starre Verschraubung ersetzen.
Arbeitsplan, Logistik und präventiver Arbeitsschutz
Noch vor Materialbestellung werden Reihenfolge, Verantwortlichkeiten, Lieferfenster, Lagerflächen, Schartransporte, Maschinen, Stromversorgung, Witterungsgrenzen und Abfalltrennung geplant. Lange Scharen dürfen beim Transport nicht geknickt oder ungesichert gegen Wind bewegt werden. Nach zugelassener Beurteilung der Tragsysteme und der fachgerechten Baustelleneinrichtung erfolgt die Freigabe durch die verantwortliche Person. Öffentlicher Verkehrsraum oder eine Gehwegsperrung erfordert gegebenenfalls behördliche Anordnungen nach den anwendbaren Vorschriften.
Sicherheit ist eine Freigabebedingung, kein zusätzlicher Zeitposten. Für Absturz und Durchsturz, Dachöffnungen, Materialabwurf, scharfe Blechkanten, Lärm, Heben und Hitze werden geeignete Schutzmaßnahmen aus der Gefährdungsbeurteilung abgeleitet. Technische beziehungsweise kollektive Sicherungen wie tragfähiger Seitenschutz und Dachfanggerüst haben grundsätzlich Vorrang vor persönlicher Absturzschutzausrüstung. Wenn eine PSAgA überhaupt erforderlich und zulässig ist, braucht es geeignete Anschlageinrichtungen, Unterweisung, Rettungskonzept und fachgerechte Aufsicht. Lose Lichtkuppeln sind gefährlich, auch wenn sie geschlossen aussehen.
Verbindliche Arbeitsgrundlagen zur Prüfung: DGUV Vorschrift 38 – Bauarbeiten, DGUV Regel 101-038 – Bauarbeiten sowie BG BAU, Absturz- und Durchsturzschutz, 2026. Die örtlich geltende Fassung und Umsetzung durch den zuständigen Unfallversicherungsträger sind zu prüfen. Für Unterrichtsübungen: Papiermodelle, ungefährliche Kartonfalzmodelle, digitale Zeichnungen und Simulationen statt ungesicherter Dachbegehung oder eigenständiger Maschinenmontage.
Fertigung, Montage und Qualitätskontrolle
Vom Werkstattzuschnitt zum Einbau
Der betriebliche Arbeitsablauf wird anhand einer freigegebenen Arbeitsanweisung umgesetzt: Material identifizieren und auf Unversehrtheit prüfen, aus Werkplan und Stückliste Profile zuordnen, Zuschnitt und Profilierung vorbereiten, Maschinenzustand und Schutzeinrichtungen kontrollieren, Baugruppen transport- und lagergerecht sichern, Untergrund und Vorleistungen kontrollieren, Scharen systemgerecht verlegen und Falze schließen. Risikoreiche Schneid-, Abkant-, Falz-, Löt- oder Kranarbeiten finden nur durch unterwiesene Personen unter entsprechender Aufsicht und mit geeigneter Ausrüstung statt.
Ein Falz ist eine durch Blechumformung hergestellte Verbindung. Seine Güte beurteilst du nach dem vorgesehenen Profil, geschlossenem Zustand, Durchgängigkeit, Freiheit von Rissen und Oberfläche ohne vermeidbare Werkzeugspuren. Ein schief verlaufender Falz ist möglicherweise Symptom eines fehlerhaften Aufmaßes; nur kosmetisches Nacharbeiten löst die Ursache nicht. Für nicht freigegebene Untergründe, ungeklärte Windlasten oder beschädigte Vorleistungen wird die Montage nicht begonnen.
Praxisvideo: DACH PRO Dachdeckerwerkzeuge, Dacheindeckung mit PREFA-Dachplatten aus Aluminium (2017). Beobachte Schalung, Randdetails und Baustellenabfolge; es handelt sich um ein anderes Deckungssystem als die Doppelstehfalz-Schar. Die Vorführung ist ausdrücklich kein Ersatz für eine aktuelle Verlegerichtlinie und sicherheitsfachliche Anleitung.
Kontrolle, Abweichungsmanagement und Dokumentation
Lege vor Arbeitsbeginn fest, was kontrolliert wird, wer freigibt und welcher Nachweis entsteht. Prüfe Maße und Fluchten nach Werkplan, die falztechnische Ausführung gegen die freigegebenen Details, Befestigung und Haftzonen gegen den objektbezogenen Nachweis, Längsbeweglichkeit, Oberflächenzustand, Wasserführung, Materialverträglichkeit und dokumentierte Schnittstellen. Fotobelege zeigen nur Bauteile und anonymisierte Messstellen; personenbezogene oder betriebsvertrauliche Details werden nicht hochgeladen.
Eine sinnvolle Prüftabelle besitzt Spalten für Bauteil/Prüfpunkt, Sollwert oder freigegebene Vorgabe, Ist-Befund, Ergebnis, Maßnahme, Prüfperson und Datum. Ein Beispiel lautet: Scharaufteilung – Soll: laut freigegebenem Verlegeplan – Ist: geprüft am Modell – Befund: Randstreifen kollidiert mit Ortgangdetail – Maßnahme: Verlegeplan vor Zuschnitt anpassen. Die tatsächliche Montagekontrolle wird dagegen von der verantwortlichen Fachkraft vorgenommen.
Verbesserungskreislauf: Fehlerursache bestimmen, Maßnahme planen, Planstand ändern, Wirkung erneut prüfen und die Entscheidung dokumentieren. So wird aus einer einmaligen Sichtprüfung systematische Qualitätssicherung.
Durchgerechneter Praxisfall: Metalldach als Lernauftrag
Anonymisierte Ausgangslage und vereinfachte Annahmen
Auftrag: Für ein fiktives Werkstattprojekt ist die Doppelstehfalzdeckung eines symmetrischen Satteldachs aus Titanzink zu planen. Jede der zwei rechteckigen Dachflächen hat 8,00 m Trauflänge und 5,00 m geneigte Länge. Es gibt im Rechenmodell keine Kehlen oder Durchdringungen. Die fiktive Schar-Deckbreite beträgt 0,50 m; für die unverformte Bandbreite werden zur Übung 0,57 m angesetzt. Diese Maße sind didaktische Annahmen; die Profilgeometrie muss bei realen Aufträgen zum freigegebenen System passen. Die Materialdicke werde mit 0,70 mm angenommen. Für Bestellverschnitt wird ein rein kalkulatorischer Zuschlag von 7 % angenommen, ausdrücklich kein normativer Richtwert. Der Temperaturunterschied beträgt für die Übungsrechnung 70 K. Alle Endanschlüsse, Überlängen, Detailzuschnitte, Bewegungsräume und Befestigungen müssen in einer realen Werkplanung gesondert bestimmt werden.
Prüfung vor Planung: Dachneigung und vollständiger Aufbau fehlen in der Aufgabenangabe. Deshalb ist eine echte Montagefreigabe nicht möglich. Die Beispielrechnung ist ein Material- und Planungsmodell; ohne freigegebene Neigung, Lastannahmen, Untergrund, Bauphysik und Detailplanung darf daraus keine Baustelle eingerichtet werden.
Rechenweg mit Einheiten
| Größe | Rechenweg | Vorläufiges Ergebnis |
|---|---|---|
| Gesamte geneigte Dachfläche | 2 · 8,00 m · 5,00 m | 80,00 m² |
| Scharen je Dachfläche | 8,00 m / 0,50 m | 16 ganze Scharen |
| Scharen insgesamt | 2 · 16 | 32 Scharen |
| Laufmeter an Scharen ohne Anschlusszugaben | 32 · 5,00 m | 160 m |
| Materialfläche aus angenommener Bandbreite | 160 m · 0,57 m | 91,20 m² |
| Kalkulatorische Menge mit 7 % Reserve | 91,20 m² · 1,07 | 97,584 m² ≈ 97,6 m² |
| Thermische Längenänderung in Walzlängsrichtung | 0,022 mm/(m·K) · 5,00 m · 70 K | 7,70 mm |
Plausibilitätscheck: Die Bandfläche (91,20 m²) ist wegen der Falzaufkantungen größer als die Deckfläche (80,00 m²). Aus dem fiktiven Dach ergeben sich zwei Gruppen zu je 16 Scharen. Die rund 7,7 mm Längenänderung zeigen, weshalb Bewegungsaufnahmen geplant werden müssen. Eine angenommene Blechmasse ohne Reserve wäre bei 0,00070 m Metalldicke und 7200 kg/m³ Titanzinkdichte: 91,20 m² · 0,00070 m · 7200 kg/m³ = 459,65 kg. Das ist keine Hebe-, Transport- oder Statikfreigabe: Verpackung, Anschlussbleche, Zubehör, Zuschnitte und zulässige Lasten kommen hinzu.
Grenzen: Die 7 %-Reserve berücksichtigt im Unterricht nur allgemeinen Zuschnittverschnitt; real werden zuerst tatsächliche Zuschnittlängen, Anschlüsse, profilabhängige Bandbreiten, Einzellieferlängen und zusätzliche Sonderbleche ermittelt. Eine passende Haftzahl wird nicht geschätzt: dafür ist der konkrete Windlast- und Systemnachweis erforderlich.
Arbeitsplan für die Lernaufgabe
- Auftrag erfassen: anonymisierte Skizze, fiktive Maße und fehlende Daten kennzeichnen; Dachform und Bauteile benennen.
- Technisch freigeben lassen: offene Fragen zu Dachneigung, Statik, Untergrund, Denkmalschutz, Feuchte-, Brand- und Windschutz dokumentieren; im realen Betrieb verantwortliche Stelle entscheiden lassen.
- Verlegeplan zeichnen: pro Dachfläche 16 Scharen, Scharrichtung, First, Traufe, Ortgänge und eine schematische Festhaftzone eintragen; deren wirkliche Lage nicht frei erfinden.
- Menge berechnen: Rechenschritte, Einheiten, angenommene Bandbreite, Zuschlag und ungeklärte Detailzuschnitte dokumentieren.
- Arbeitsschutz planen: Gefährdungen und technische Schutzmaßnahmen, Transport-, Lager- und Materialtrennkonzept sowie Arbeitsfreigaben tabellarisch erfassen.
- Sicheres Modell fertigen: eine Dachhälfte im Maßstab 1:20 als 40 cm × 25 cm großen Kartonplan mit 16 Streifen zu je 2,5 cm Deckbreite darstellen; Falzlinien nur zeichnen oder mit harmlosen Papierstreifen modellieren.
- Ergebnis prüfen: Nachrechnen, Linienführung, korrekte Beschriftung, vermeidbare Verschnittstellen und dokumentierte Bewegungsmöglichkeit anhand einer Checkliste prüfen.
- Dokumentieren und verbessern: fiktive Abweichung beschreiben, verbesserte Planskizze erstellen und kurz begründen.
Prüfbares Ergebnis: Eine einseitige Auftragsanalyse, ein bemaßter Zweiflächen-Verlegeplan, die vollständige Rechentabelle, ein Papiermodell, ein Gefährdungs- und Prüfprotokoll und eine Versionsnotiz mit Verbesserungsentscheidung. Nur diese ungefährliche Modellleistung ist die praktische Lernanforderung des Kurses.
Bewertungsraster: maximal 100 Punkte
| Kriterium | Maximalpunkte | Volle Punktzahl bei folgendem überprüfbaren Ergebnis |
|---|---|---|
| Auftragsanalyse | 15 | Dachform, Dachbauteile, benötigte Freigaben und offene Angaben vollständig und nachvollziehbar erfasst |
| Verlege- und Detailplan | 20 | Zwei Flächen, je 16 Scharen, maßstäbliche Randaufteilung und Schnittstellen eindeutig markiert |
| Material- und Dehnungsrechnung | 20 | 80,00 m², 32 Scharen, 91,20 m², 97,6 m² und 7,70 mm mit richtigen Einheiten und Annahmen begründet |
| Arbeitsschutz und Nachhaltigkeit | 15 | absturzfreie Modellalternative, betriebliche Freigaben, materialgerechte Lagerung und sortenreine Trennung benannt |
| Prüfbarkeit und Qualitätsmanagement | 20 | konkrete Soll-/Ist-Prüffragen, dokumentierte Abweichung, verantwortliche Entscheidung und Nachprüfung enthalten |
| Reflexion und Dokumentation | 10 | verständliche Unterlagen mit Planversion, Fehlerursache und begründeter Verbesserung, ohne reale Personendaten |
Punktevergabe: Je Kriterium können 100 %, etwa 75 %, etwa 50 %, etwa 25 % oder 0 % der ausgewiesenen Punkte vergeben werden, je nachdem, ob die genannten Nachweise vollständig, überwiegend, teilweise, rudimentär oder nicht vorhanden sind. Ein Rechenfehler wird gezielt in der betreffenden Kategorie bewertet, nicht mehrfach pauschal abgezogen. Eine riskante reale Tätigkeit ersetzt die sichere Modellaufgabe nicht und erhält keinen Bonus.
Nachhaltig handeln, digital dokumentieren und verbessern
Ressourcen, Kreislaufwirtschaft und Gesundheit
Metallabfälle werden nach Werkstoff getrennt gesammelt. Vermeide vermeidbare Schnittreste durch Randaufteilung, nutze unbeschädigte Reststücke innerhalb der betrieblichen Regeln und dokumentiere Recyclingwege. Nachhaltigkeit verlangt mehr als die Aussage „Metall ist wiederverwertbar“: Betrachte auch Primärmaterialeinsatz, Herstellungsenergie, Transportwege, Instandhaltung, Korrosionsrisiken und die tatsächlich erreichbare Nutzungsdauer. Eine reparierbare Detailausführung kann langfristig wertvoller sein als ein kurzlebiger Preisvorteil.
Gesundheitsschutz umfasst Schnittverletzungen, Quetschungen, Hautschutz, Gehörschutz, Staub, Witterung, körperliche Belastung und sicheren Umgang mit Maschinen. Welche PSA erforderlich ist, folgt aus der Gefährdungsbeurteilung; Handschuhe an Maschinen können je nach Einzugsgefahr ungeeignet sein. Eigenmächtiges Experimentieren mit Pressen, Biegemaschinen, Schneidmaschinen oder Absturzsicherung ist ausgeschlossen.
Digitale Werkplanung und Datenschutz
Digitale Aufmaß- und CAD-Programme können Werkplanänderungen, Materialbedarfe, Planstände und Prüfprotokolle konsistent zusammenführen. Übernimm Ergebnisse aus einer Software jedoch nicht ungeprüft: Prüfe Maßstab, Einheit, Version, Bauteilkoordinaten, Falzgeometrie und Plausibilität. Digitale Fotografien sind nur mit geeigneter Freigabe, ohne Personenbezug und mit beschränktem Zugriff zu nutzen. Kundennamen, Anschriften, Baupläne vertraulicher Objekte, Auszubildendendaten und betriebsinterne Informationen gehören nicht in offene Lernplattformen oder ungeprüfte KI-Dienste.
Transfer: Du erhältst eine neue Planversion mit geänderter Trauflänge. Erstelle eine Änderungsnotiz: Was muss nachgerechnet, neu bestellt, fachlich abgestimmt und neu kontrolliert werden? So verbindest du Digitalisierung mit verantwortlichem Qualitätsmanagement.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Fachwissen prüfen
Welche Angabe brauchst du für die Berechnung einer rechteckigen geneigten Dachfläche? (Die Trauflänge und die tatsächliche geneigte Dachlänge) (!Die Grundfläche des Gebäudes und die Dachfarbe) (!Nur die waagerechte Gebäudehalbbreite) (!Nur die Anzahl der Dachrinnen)
Welche Beschreibung trifft auf die Deckbreite einer Stehfalzschar zu? (Die Breite der fertig verlegten Schar, die die Dachfläche abdeckt) (!Die ursprüngliche Bandbreite vor dem Profilieren) (!Die Dicke des Metallblechs) (!Die Höhe des Firstes über dem Gelände)
Was ist die wesentliche Aufgabe eines Schiebehafters? (Er ermöglicht die vorgesehene temperaturbedingte Längsbewegung der Schar) (!Er verhindert jede Bewegung der Schar in alle Richtungen) (!Er ersetzt die statische Prüfung der Dachkonstruktion) (!Er übernimmt stets allein die Funktion der Dachabdichtung)
Welche Situation erfordert eine Klärung vor der Montage? (Der gemessene Untergrund weicht vom freigegebenen Werkplan ab) (!Eine aktuelle freigegebene Arbeitsanweisung liegt vor) (!Die Anlieferung ist wie geplant gesichert) (!Der geprüfte Untergrund entspricht den Planmaßen)
Wie lautet die Näherungsformel für die thermische Längenänderung? (Delta L gleich Alpha mal Länge mal Temperaturdifferenz) (!Delta L gleich Fläche geteilt durch Dachneigung) (!Delta L gleich Blechdicke mal Anzahl der Scharen) (!Delta L gleich Temperaturdifferenz geteilt durch Dichte)
Wie viele Scharen ergeben sich bei 8 Meter Dachbreite und 0,50 Meter Deckbreite rechnerisch pro Fläche? (16 Scharen) (!8 Scharen) (!32 Scharen) (!40 Scharen)
Welche Aussage zur Montage von Doppelstehfalzsystemen ist fachlich richtig? (Die geeignete Dachneigung richtet sich nach dem konkret freigegebenen System) (!Jede metallische Deckung ist unabhängig vom Hersteller ab drei Grad geeignet) (!Ein steileres Dach benötigt grundsätzlich keine Befestigungsberechnung) (!Falzdichtungsbänder sind unabhängig von Neigung und System immer verboten)
Welche Schutzmaßnahme hat beim Absturzschutz grundsätzlich Vorrang? (Eine wirksame technische Sicherung wie geeigneter Seitenschutz) (!Allein das vorsichtige Verhalten der beschäftigten Person) (!Ein Warnhinweis ohne weitere Gefährdungsbeurteilung) (!Ein Seil ohne geeignete Anschlageinrichtung)
Welche Prüfung gehört zur Qualitätssicherung einer Falzdeckung? (Falzgüte, Befestigungen, Maße und Bewegungsmöglichkeiten dokumentiert kontrollieren) (!Nur die Farbe der Dachdeckung fotografieren) (!Jede Befestigung ohne Planbezug fester anziehen) (!Auf eine Prüfung verzichten, wenn die Fläche von unten gut aussieht)
Welche Vorgehensweise ist beim digitalen Baustellenprotokoll angemessen? (Planversion und Prüfbefunde dokumentieren und vertrauliche Daten schützen) (!Private Kundenadressen in eine öffentliche Lernplattform hochladen) (!Einen automatisch berechneten Materialbedarf ohne Prüfung übernehmen) (!Alte Pläne und neue Planstände ohne Kennzeichnung mischen)
Memory: Begriff und Funktion
| Schar | Längliche profilierte Blechbahn einer Metalldeckung |
| Festhaft | Definierte Lagefixierung einer Falzschar |
| Schiebehaft | Bewegliche Befestigung für thermische Längenänderungen |
| Traufe | Unterer wasserabführender Abschluss einer geneigten Dachfläche |
| Ortgang | Seitlicher Abschluss einer geneigten Dachfläche |
| Trennlage | Geplante Schicht zwischen metallischer Deckung und Unterkonstruktion |
Drag-and-drop: Planungsbegriffe zuordnen
| Ordne die Begriffe der passenden Erklärung zu. | Beschreibung |
|---|---|
| Werkplan | Zeichnung mit festgelegten Geometrien und konstruktiven Details |
| Aufmaß | Erfassen der tatsächlich vorhandenen Abmessungen |
| Verlegeplan | Festlegung von Scharaufteilung und Deckrichtung |
| Gefährdungsbeurteilung | Systematische Ermittlung und Bewertung von Risiken bei der Arbeit |
| Prüfprotokoll | Nachweis dokumentierter Soll- und Ist-Befunde |
Kreuzworträtsel: Fachbegriffe
| Scharen | Wie heißen die länglichen profilierten Metallbahnen einer Falzdeckung im Plural? |
| Traufe | Welcher Dachrand führt Regenwasser üblicherweise unten ab? |
| First | Wie heißt die obere Schnittlinie zweier geneigter Dachflächen? |
| Kehle | Welcher Dachbereich sammelt Wasser zwischen zwei geneigten Flächen? |
| Haften | Wie heißen die indirekt befestigenden Elemente einer Stehfalzdeckung im Plural? |
| Dehnung | Welcher Vorgang bezeichnet das Größerwerden der Metalllänge beim Erwärmen? |
LearningApps: Übungen zu Metalldächern
Nutze die thematische LearningApps-Suche zur Ergänzung. Externe Übungen stammen gegebenenfalls von Dritten; prüfe vor der Verwendung Alterseignung, fachliche Richtigkeit, Datenschutz und Aktualität.
Lückentext: Planung und Ausführung
Offene Aufgaben
Leicht
- Dachformen: Zeichne je ein Sattel-, Pult- und Walmdach und markiere die Wasserlaufrichtung; erläutere zwei Auswirkungen auf die Scharplanung.
- Dachentwässerung: Beschrifte an einem selbst gezeichneten Dach Traufe, First, Ortgang und Kehle und formuliere deren Funktionen in eigenen Worten.
- Metallwerkstoffe: Vergleiche Titanzink, Kupfer und Aluminium in einer selbst erstellten Tabelle anhand von Verformbarkeit, Korrosion und Recycling.
- Arbeitssicherheit: Gestalte ein Mini-Plakat mit fünf Gefährdungen an Metalldächern und jeweils einer passenden präventiven Maßnahme; verwende nur fiktive Beispiele.
Standard
- Wärmeausdehnung: Rechne die temperaturbedingte Längenänderung für 3,50 m Titanzink bei 55 K mit Einheiten aus und erläutere einen plausiblen Konstruktionsfehler.
- Werkzeichnung: Erstelle einen bemaßten Verlegeplan für eine fiktive 6,00 m breite Dachfläche mit 0,50 m Deckbreite und begründe die Randaufteilung.
- Qualitätssicherung: Verfasse für ein ungefährliches Kartonmodell eine Prüfliste mit mindestens acht Soll-/Ist-Kriterien und dokumentiere eine begründete Korrektur.
- Ressourceneffizienz: Entwirf ein Schnitt- und Reststückkonzept für fiktive Blechstreifen und berechne eine nachvollziehbare Verschnittquote.
Schwer
- Bauphysik: Analysiere eine fiktive Dachkonstruktion mit unklarer Feuchteführung, benenne fehlende Informationen und erstelle einen Freigabe-Fragenkatalog für die Fachplanung.
- Projektmanagement: Erarbeite ein vollständiges Arbeitsablaufdiagramm vom Kundengespräch über Baustellenlogistik und Nachunternehmer-Schnittstellen bis zur dokumentierten Abnahme.
- Windsog: Erläutere anhand der aktuellen Herstellerunterlagen, weshalb Rand- und Eckbereiche abweichende Befestigungsanforderungen haben; leite ausdrücklich keine eigenmächtige Haftebemessung ab.
- Berufliche Handlungskompetenz: Bearbeite den Praxisfall dieses Kurses als vollständige Modell-Projektmappe und verteidige die Planung gegenüber einem fiktiven Änderungswunsch mit Risiko-, Kosten- und Qualitätsargumenten.


Lernkontrolle
- Auftragsanalyse: Erkläre an einem neuen anonymen Pultdachauftrag, welche Informationen vor einer Werkstattfertigung zwingend fehlen können und warum diese fehlenden Angaben eine Freigabe verhindern.
- Materialbedarfsplanung: Für zwei Dachflächen zu je 7,20 m Trauflänge und 4,50 m geneigter Länge sowie 0,48 m Deckbreite: berechne Fläche und vorläufige Scharzahl; kennzeichne die Grenzen dieser Rechnung.
- Thermische Längenänderung: Bei 6,00 m Scharlänge und 65 K rechne die Ausdehnung von Titanzink in Walzlängsrichtung mit 0,022 mm/(m·K) und erläutere die konstruktive Folge.
- Arbeitsschutz: Ordne für eine fiktive Dachbaustelle Absturz, Durchsturz, scharfe Blechkanten und lange Scharen auf dem Transportweg geeigneten Schutzprinzipien zu; begründe die Priorisierung.
- Qualitätsmanagement: Ein Falz läuft sichtbar schief und eine Haftzone ist im Plan ungeklärt. Beschreibe systematisch Stop, Rücksprache, Dokumentation, Korrektur und Nachprüfung.
- Nachhaltigkeit: Bewerte zwei anonymisierte Materialalternativen anhand von Lebensdauer, Reparierbarkeit, Korrosion, Recycling und Transport; trenne Daten von Annahmen.
Lernnachweis
Abgabeformat: eine anonymisierte digitale oder analoge Projektmappe zum fiktiven Praxisfall. Sie enthält (1) Auftragsbeschreibung mit fehlenden Freigaben, (2) bemaßten Verlegeplan einschließlich zwei Dachflächen und Scharaufteilung, (3) überprüfbare Rechentabelle mit Fläche, Stückzahl, Bandfläche, Verschnittzuschlag und thermischer Längenänderung, (4) Arbeits- und Materialplan, (5) Gefährdungsbeurteilung für den Modell- und einen rein gedachten Realprozess, (6) Papiermodell oder CAD-Simulation, (7) Prüfprotokoll mit mindestens fünf Soll-/Ist-Punkten und (8) Reflexion mit dokumentierter Planänderung.
Selbstkontrolle: Kannst du jede Zahl durch Einheiten und Rechenschritte begründen? Unterscheidest du angenommene Werte und verbindliche Herstellerangaben? Weißt du, wo du vor einer echten Montage eine Fachfreigabe brauchst? Zeigt dein Prüfprotokoll ein erkennbares Kriterium und nicht nur „sieht gut aus“? Beurteile deine Mappe mit dem 100-Punkte-Raster im Praxisfall und lasse die Kriterien von einem Lernpartner gegenprüfen.
Sicherheits- und Datenschutzgrenze: Keine Dachbegehung, keine Bearbeitung an gefährlichen Maschinen, kein Anbringen tragender Hafte und keine reale Montage im Rahmen dieser frei zugänglichen Aufgabe. Nutze Pappe, Papier, Planungssoftware und rein erfundene Projektdaten. Betriebliches Lernen findet gegebenenfalls unter befugter Aufsicht statt.
OER und Wikipedia
Lehrplan und verbindliche Fachquellen (aufgerufene Originalseiten):
- KMK, Rahmenlehrplan Klempner/Klempnerin, Lernfeld 7, Druckseite 14, Beschluss 25.04.2013 – Kompetenzfolge und Zeitrichtwert; öffentlich zugänglicher Lehrplan.
- BIBB, Beruf Klempner/Klempnerin – Berufsprofil, Ausbildungsdauer und Verweis auf die Verordnung vom 21.06.2013; maßgebliche rechtliche Fassungen prüfen.
- DIN Media, DIN 18339:2019-09 – als aktuell geführte ATV für Klempnerarbeiten; Volltext urheberrechtlich geschützt und hier nicht kopiert.
- ZVSHK, Klempnerfachregeln 2020, Inhaltsverzeichnis – Einordnung der Fachthemen, nicht der freie Normvolltext; aktuelle Ausgaben im Betrieb kontrollieren.
- RHEINZINK, Doppelstehfalz-Systembeschreibung – nur für dieses Herstellersystem verbindliche Planungsdaten, Dachneigung und Befestigung.
- RHEINZINK, Titanzink-Werkstoffdaten – Ausdehnung in Walzrichtung und Dichte.
- DGUV Vorschrift 38, Bauarbeiten und DGUV Regel 101-038, Bauarbeiten – Grundregelwerk für Arbeitsschutz.
- BG BAU, „Oben bleiben!“, 2026 – aktuelle Priorität technischer Kollektivschutzmaßnahmen bei Ab- und Durchsturz.
Geprüfte freie Bilder mit Dateinachweis und Urheber/Lizenz: Die folgenden vier Wikimedia-Commons-Dateiseiten nennen jeweils Wikideas1 als Urheber und CC0 1.0 als Freigabe. Die Bilddateinamen entsprechen exakt den Abbildungen im Kurs. CC0 erlaubt grundsätzlich Nachnutzung; individuelle Marken- und Persönlichkeitsrechte werden dadurch nicht automatisch geregelt.
| Verwendete Datei | Originalnachweis | Urheber | Lizenznachweis |
|---|---|---|---|
| File:Standing seam metal roof aerial.jpg | Luftbild einer Stehfalzdeckung | Wikideas1 | CC0 1.0 (Dateiseite) |
| File:Standing seam metal roof up close.webp | Detail mechanischer Falze | Wikideas1 | CC0 1.0 (Dateiseite) |
| File:Standing seam roof.jpg | Schneefang auf Stehfalzdach | Wikideas1 | CC0 1.0 (Dateiseite) |
| File:Standing seam metal roof 1.jpg | Dachflächenansicht | Wikideas1 | CC0 1.0 (Dateiseite) |
Videoquellen: Die oben eingebundenen deutschsprachig betitelten beziehungsweise deutsch beschriebenen Videos wurden anhand ihrer veröffentlichten Videodatensätze und Inhaltsbeschreibungen ausgewählt. Es handelt sich um nicht als OER lizenzierte Hersteller- beziehungsweise Praxisvideos; Streaming-Einbettung bedeutet keine freie Bearbeitungs- oder Weiterverbreitungslizenz.
| Video | Verifizierte Fundstelle | Anbieter | Nutzungshinweis |
|---|---|---|---|
| https://www.youtube.com/watch?v=07sg9XaWsQw | CLIPFIX-Stehfalzbefestigung, 2018 | RHEINZINK | Urheberrechtlich geschütztes Praxisvideo, nur verlinken oder zulässig einbetten |
| https://www.youtube.com/watch?v=5k8yDRburRY | Anformzink-Montagevideo, 2011 | RHEINZINK | Ältere Verfahrensdemonstration, nicht als heutige Bauanweisung verwenden |
| https://www.youtube.com/watch?v=l8NycjxATTU | PREFA-Aluminiumdach in der Praxis, 2017 | DACH PRO Dachdeckerwerkzeuge | Fremdes Dachsystem, Sicherheits- und Detailangaben separat verifizieren |
Wikipedia zum Nachlesen (offene Enzyklopädie, keine Ausführungsnorm): Stehfalzprofil, Klempner.
Quellenkritik: Die amtliche Ausbildungssystematik von 2013 und ältere Filme sind historisch datiert; für reale Ausführungsfragen gelten die jeweils anwendbaren aktuellen Verordnungen, anerkannten Regeln der Technik, Freigaben, Herstelleranleitungen und objektspezifischen Bemessungen. Der Kurs erklärt Grundlagen, ersetzt diese Dokumente aber nicht.
Verknüpfte Lernbereiche
Lernfeldübergreifend: Schablonen konstruieren und Zuschnitte herstellen (LF 5) liefert Zuschnittkompetenz, Anlagen zur Ableitung von Niederschlagswasser fertigen und montieren (LF 6) ergänzt Wasserführung und Anschlüsse, Dächer mit nicht metallischen Werkstoffen decken (LF 8) ermöglicht konstruktive Vergleiche, Systemdächer montieren (LF 9) erweitert produktspezifische Systeme und Verwahrungen, An- und Abschlüsse, Dachdurchdringungen und Fugenabschlüsse herstellen und montieren (LF 10) vertieft komplizierte Details. Mathematisch verbinden sich Flächenberechnung, Maßstab, Prozentrechnung und Lineare Wärmeausdehnung mit der Planung; wirtschaftlich Materialwirtschaft und Projektplanung. Weiterführendes Lernprojekt: Eine fiktive Dachsanierung digital planen und in einem Teamszenario Qualitätsmängel verantwortungsbewusst bearbeiten.
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