Veredeln durch Auftragen - Glasbläser - LF 6
Einleitung
Eine klare Glaskugel, ein kunstvoll bemaltes Gefäß oder ein versilberter Christbaumschmuck wird durch Auftragen von Stoffen und Dekoren zum gestalteten Produkt. In diesem aiMOOC lernst du, aus einer fiktiven Kundenanforderung ein sicheres, materialgerechtes, wirtschaftliches und kontrollierbares Arbeitsvorhaben zu entwickeln. Du vergleichst Werkstoffe und Verfahren, begründest deine Wahl, erkennst Fehlerbilder und dokumentierst die Qualität. Ein vollständig gerechneter Praxisauftrag zeigt die Handlungsschritte von der Auftragsanalyse bis zur Auswertung.
Einordnung: Das KMK-Lernfeld 6 „Veredeln durch Auftragen“ gehört zum zweiten Ausbildungsjahr des Berufs Glasbläser und hat einen Zeitrichtwert von 40 Unterrichtsstunden. Zum Spektrum zählen unter anderem Bemalen, Spritzen, Siebdruck, Tauchen, Schiebebilder, Versilbern, Lüstern, Bedampfen, Sputtern sowie Noppen, Umspinnen und Fadendekor. Auch die Ursachen von Fertigungsfehlern, physikalisch-chemische Grundlagen, Umweltschutz und Arbeitssicherheit gehören dazu. Quelle: KMK-Rahmenlehrplan Glasbläser/Glasbläserin, PDF-Druckseite 13, Beschluss 08.05.1998. Der historische Lehrplan bestimmt die Lernziele, nicht die heute zulässigen Chemikalien, Maschinenparameter oder Schutzmaßnahmen.
Das BIBB-Berufsprofil beschreibt für die Fachrichtung Christbaumschmuck ausdrücklich das Veredeln durch beispielsweise Tauchen, Streichen, Spritzen, Bemalen, Stempeln und Siebdruck. Die weiterhin veröffentlichte Ausbildungsordnung stammt vom 19. Juni 1998 mit Änderung vom 27. März 2001. Für echte Arbeitsaufträge gelten daneben der betriebliche Ausbildungsplan, die zuständige Kammer, der Landeslehrplan, aktuelle Gefährdungsbeurteilungen und Unterweisungen. Dieser freie Kurs verleiht keine amtliche Anerkennung und keine Prüfungszulassung.
Dein Kompetenzziel: Du kannst eine geeignete Beschichtung samt Haftungs-, Sicherheits- und Umweltschutzanforderungen auswählen, die Ausführung fachgerecht planen, Fehlerursachen systematisch untersuchen und einen prüfbaren digitalen oder papiergebundenen Arbeitsnachweis anfertigen. Alle dargestellten Kunden- und Betriebswerte sind erfunden. Tätigkeiten mit Gefahrstoffen, Feuer, heißen Oberflächen, Strahlung, Vakuum- oder Spritzanlagen erfolgen nur durch befugte Fachkräfte oder unter ausdrücklich geeigneter fachlicher Aufsicht. Sichere Alternative: kalte Papier-, Folien-, CAD- oder Modellversuche ohne reaktive Stoffe.
Auftrag, Glasuntergrund und Beschichtungsmaterial verstehen
Auftragsmerkmale in Anforderungen übersetzen
Zu Beginn unterscheidest du Funktion, Gestaltung, Belastung und Nachweis. Fragen sind etwa: Soll ein Dekor glänzen oder matt wirken? Sitzt es außen oder innen? Wird das Objekt berührt, gereinigt oder erhitzt? Ist es ausschließlich dekorativ oder hat es Kontakt zu Lebensmitteln? Welche Stückzahl, Frist, Fehlergrenze und Farbvorlage gelten? Ein Auftrag „24 Kugeln mit zwei haltbaren Farbbändern“ ist noch nicht prüfbar. Ergänze Durchmesser, Lage und Breite der Bänder, Farbtonbezug, zulässige Abweichungen, Reinigungsart sowie Freigabekriterien.
Anforderungskatalog – Beispiel:
- Glas: 24 dekorative Hohlglaskugeln mit 80 mm Nenndurchmesser; unbeschädigte, saubere Außenfläche.
- Design: zwei nicht überlappende Farbbänder, zusammen ungefähr 30 Prozent der Kugeloberfläche.
- Qualitätssicherung: keine sichtbaren Läufer, Fehlstellen oder Einschlüsse bei vereinbarter Sichtprüfung; Farbbild stimmt mit freigegebenem Muster überein.
- Arbeitsschutz: ausschließlich zugelassener Beschichtungsstoff; Verarbeitung, Trocknung und Entsorgung nach den aktuellen Herstellerinformationen sowie betrieblicher Freigabe.
- Dokumentation: Arbeitskarte mit Muster-ID, anonymisiertem Auftragscode, Charge, Prüfmerkmalen und Freigabeentscheidung.

Abbildung: Vor der Beschichtung ist die Gestaltung festzulegen. Foto: Krebs Glas Lauscha, Wikimedia Commons, CC BY 3.0.
Benetzbarkeit, Haftung und Schichtaufbau
Substrat bedeutet Grundwerkstoff, hier das Glas. Beschichtungsstoff ist die aufgebrachte Masse, etwa eine geeignete Farbe, ein Lack, eine keramische Glasfarbe oder ein Metallfilm. Benetzung beschreibt, wie gut sich eine Flüssigkeit auf dem Substrat verteilt. Adhäsion bezeichnet die Bindung an der Grenzfläche, Kohäsion den Zusammenhalt innerhalb der Beschichtung. Ungeeignete Kombinationen oder eine verschmutzte Oberfläche verursachen leicht Rückzug, Krater und spätere Ablösung.
Entscheidend sind Glaszusammensetzung, Oberflächenzustand, gegebenenfalls vorhandene Schutzschichten, Oberflächenenergie, Temperaturwechsel, chemische Beständigkeit und thermische Ausdehnung. Glasfarbsysteme müssen zum Untergrund und Verwendungszweck passen. Ein Ofenbrand kann für bestimmte keramische Farben notwendig sein, ist aber weder bei jedem Glas noch bei jeder Farbe zulässig. Die konkrete Aushärtungstemperatur, Mischung und Verarbeitungsdauer wird niemals aus diesem Kurs abgeleitet, sondern nur aus freigegebenen aktuellen Herstellerunterlagen.
Ein einfacher Vergleich: Auf einem sauberen Modell aus Kunststofffolie verteilen sich Wassertröpfchen anders als auf einer mit Fett verunreinigten Oberfläche. Daraus lässt sich das Prinzip der Benetzung diskutieren, nicht die Haftfähigkeit einer realen Glasbeschichtung nachweisen. Eine tatsächliche Freigabe erfordert eine vom Betrieb festgelegte, zum Produkt passende Prüfung.
Materialentscheidung und Vorbereitung
Prüfe Produktbezeichnung und Verwendungsbereich, Chargenkennzeichnung, Haltbarkeit, Sicherheitsdatenblatt, Lagerung und Kennzeichnung, Verträglichkeit mit dem Glas, erforderliche Viskosität, mögliche Trocknungs- oder Brennbedingungen und Entsorgungsweg. Viskosität bezeichnet den Widerstand eines Stoffes gegen das Fließen; stark schwankende Viskosität kann Schichtdicke und Verlauf beeinflussen. Deckvermögen meint, wie gut ein Auftrag den Untergrund optisch abdeckt. Auftragswirkungsgrad beschreibt, welcher Anteil der bereitgestellten Beschichtungsmasse tatsächlich auf dem Werkstück ankommt.
Die Vorbereitung folgt einer freigegebenen Arbeitsanweisung: Glas visuell auf Sprünge prüfen, geeignete berührungsarme Handhabung wählen, Freigabe der Reinigung prüfen, Probestück kennzeichnen, saubere Werkzeuge und geeignete Messmittel vorbereiten. Nicht jede Reinigung mit beliebigen Lösungsmitteln ist erlaubt; keine unbekannten Stoffe mischen und keine Glasoberfläche mit ungeprüften Chemikalien behandeln.
Dekore durch Bemalen, Tauchen und Druck auftragen
Bemalen und Streichen
Beim Bemalen wird eine freigegebene Farbe mit Pinsel oder einem anderen zugelassenen Werkzeug gezielt lokal aufgebracht. Dies ermöglicht Einzelstücke, Konturen, Schriftzüge und kleine Serien. Entscheidend sind reproduzierbare Strichführung, Schichtgleichmäßigkeit, saubere Übergänge und die Abstimmung von Farbsystem und Glas. Für feinlinige Glasmalerei werden besondere Pinsel, Paletten und teilweise einbrennbare Farben verwendet. Die Bezeichnung „Glasmalerei“ umfasst mehrere unterschiedliche Verfahren; eine organisch trocknende Hobbyfarbe ist nicht dasselbe wie eine eingebrannte keramische Farbe.

Abbildung: Glaspalette, Läufer, Spachtel und Schwarzlot als Anschauungsmaterial für die traditionelle Glasmalerei. Foto: Hans Bernhard (Schnobby), Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0. Das Foto ist keine Empfehlung, pigmenthaltige Stoffe ohne geeignete Schutzmaßnahmen anzureiben.
Fehleranalyse: Fransen an der Kontur können auf einen ungeeigneten Pinsel, eine unpassende Materialeinstellung oder Bewegung während des Auftrags zurückgehen. Schichtanhäufungen an Rändern sprechen eher für eine zu hohe Auftragsmenge. Eine lückenhafte Fläche kann durch verschmutztes Glas oder mangelnde Benetzung entstehen. Diagnose immer durch Vergleich mit dem freigegebenen Probestück und den Prozessdaten.

Abbildung: Handbemalung einer Glaskugel in Lauscha als berufstypischer Arbeitsschritt. Foto: Krebs Glas Lauscha, Wikimedia Commons, CC BY 3.0.
Tauchen, Spritzen und Siebdruck
Beim Tauchen gelangt eine geeignete Beschichtung durch Eintauchen auf große Flächen. Das Verfahren ist bei passenden Werkstücken wirtschaftlich, kann aber an Haltepunkten oder beim Abtropfen unterschiedliche Schichtdicken ergeben. Spritzen zerstäubt Beschichtungsstoff zu feinen Tropfen; dadurch werden große Flächen erreichbar, aber auch gefährliche Aerosole, Overspray und gegebenenfalls brennbare Atmosphären möglich. Spritzanlagen sind kein Schülerexperiment. Beim Siebdruck drückt ein Rakel den Beschichtungsstoff durch offene Bereiche eines Schablonengewebes. Vorteil: gut wiederholbare grafische Motive in Serien; Herausforderung: Verzerrungen auf gekrümmten Gläsern und Materialeinstellung.
Stempeln überträgt ein kleines Motiv durch Kontakt. Beim Schiebebild wird ein vorgefertigtes Dekor nach dem dafür vorgesehenen Trägerverfahren auf Glas positioniert; nur ein dafür freigegebenes Material darf anschließend getrocknet oder eingebrannt werden. Bei allen Techniken sind Untergrund, Haftung, Kantenqualität und Beständigkeit der fertigen Schicht zu überprüfen.
| Verfahren | Besonders sinnvoll bei | Typische Fehlerhinweise |
|---|---|---|
| Bemalen | Individuelle Details und kleine Mengen | Unterbrechungen, ungleiche Strichbreite |
| Tauchen | Möglichst gleichmäßige größere Flächen | Tropfnasen, Ablauflinien |
| Siebdruck | Wiederholte Konturen und Serienmotive | Verschobene Motive, unvollständiger Druck |
| Schiebebild | Fein detailierte, vorgefertigte Motive | Falten, Blasen, falsche Position |
| Spritzen | Geeignete flächige Aufträge in zugelassenen Anlagen | Overspray, Sprühnebel, Schichtschwankung |
Eine sichere Lernalternative ist ein Trockenmodell des Siebdrucks: Lege Papierstreifen und ausgeschnittene Schablonen über einen auf Papier gezeichneten Glasumriss. Die Deckung kontrollierst du mit Millimeterpapier. So übst du Platzierung und Wiederholbarkeit ohne Aerosole, Pigmente oder Lösemittel.
Beizen richtig einordnen
Im KMK-Lernfeld ist auch Beizen genannt. Der Begriff kann in der Oberflächenbehandlung unterschiedliche chemische Wirkungen bezeichnen; beim Glas kann chemisches Mattieren oder Ätzen Material von der Oberfläche abtragen statt eine Schicht aufbringen. Deshalb musst du bei jedem konkreten Verfahren die physikalisch-chemische Wirkungsweise klären und es nicht blind als Beschichten bezeichnen. Besonders gefährliche Beizchemikalien oder Flusssäure sind kein Unterrichtsversuch und werden hier weder dosiert noch als Rezept beschrieben. Ein gefahrloses Simulationsblatt mit Vorher-Nachher-Skizzen genügt, um optische Ergebnisse und Fehlerursachen zu vergleichen.
Metallische und optische Schichten: Versilbern, Lüstern, Bedampfen, Sputtern
Versilbern und Lüstern
Beim Versilbern entsteht auf Glas eine reflektierende Silberschicht, beispielsweise als Innenschicht von Christbaumschmuck. In geeigneten professionellen Prozessen werden Silberverbindungen chemisch umgesetzt; die Herstellung gehört wegen der verwendeten Reagenzien, möglichen Reststoffe und Entsorgungsanforderungen ausschließlich in freigegebene Betriebe mit qualifizierter Aufsicht. Anders als ein Silberfarblack ist eine metallische Silberschicht ein funktionaler Spiegelbelag. Dokumentiere auch möglichen Schutz der Schicht gegen Beschädigung oder Anlaufen.

Abbildung: Gewerbliche Versilberung von Glaskugeln: Nach dem chemischen Beschichtungsschritt werden die Stücke in einem Wasserbad bewegt. Foto: Krebs Glas Lauscha, Wikimedia Commons, CC BY 3.0. Das Foto zeigt keine sichere Nachmachanleitung.
Lüstern erzeugt durch geeignete spezielle Überzüge und teils thermische Nachbehandlung metallisch schimmernde oder irisierende Effekte. Anders als reine Pigmentfarbe hängt der Eindruck oft von sehr dünnen Metall- oder Metalloxidanteilen und dem Licht ab. Beschichtungszusammensetzungen können Gefahrstoffe enthalten; historische Rezepturen sind weder zeitgemäße Freigaben noch Sicherheitsnachweise.
Physikalische Dünnschichtverfahren
Bedampfen bezeichnet eine vakuumgestützte physikalische Schichtabscheidung: Material wird in einer speziellen Anlage in die Gasphase überführt und schlägt sich als dünner Film auf einem Substrat nieder. Beim Sputtern treffen energiereiche Teilchen aus einem Plasma auf ein Target (Ausgangsmaterial) und lösen Teilchen heraus, die sich auf dem Werkstück ablagern. Das Plasma wird in dafür vorgesehenen Vakuumanlagen erzeugt. Beide gehören zur physikalischen Gasphasenabscheidung, häufig PVD genannt. Anders als beim Bemalen kann man sehr dünne, gleichmäßige optische oder technische Funktionsschichten herstellen; die Eigenschaften hängen unter anderem von Prozessführung, Sauberkeit, Schichtdicke und Materialkombination ab.

Schema: Prinzip einer reaktiven HF-Sputterkammer. Grafik: Cepheiden, Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.0 DE. Das Schema dient dem Verständnis, nicht der Bedienung einer realen Anlage.
Geprüfte Animation: Coating – How the PVD sputtering process works (Plansee SE / Animation Torsten Becker, 2015). Die Beschreibung erläutert auf Deutsch Target, Ionisation und Schichtbildung. Die Animation ist urheberrechtlich geschützt und wird nur über den Originaldienst eingebettet; es wird keine freie Nachnutzung behauptet.
Vergleichsfrage: Warum verlangt eine optisch gleichmäßige Dünnschicht einen anderen Kontrollansatz als ein handgemalter Schriftzug? Beim Schriftzug stehen etwa Linienbreite und Kontur im Vordergrund; bei einer optischen Beschichtung zusätzlich Gleichmäßigkeit, Reflexion, Haftung und möglicherweise Schichtdickenmessung. Anlageneinstellungen, Stromversorgung, Vakuum und Gasversorgung sind Betriebsaufgaben, keine Ausbildungsversuche ohne befugte Freigabe.
Plastisches Veredeln: Noppen, Umspinnen und Fadendekor
Glas wird nicht nur mit Farbe veredelt
Beim Noppen werden erhabene Glaselemente auf einem Grundkörper angeordnet. Umspinnen verbindet den Grundkörper mit aufgelegten Glasfäden oder umschlingenden Dekoren. Das Fadendekor nutzt dünne Glasstränge, um Linien, Spiralen und Muster zu gestalten. Dies sind materialgebundene, oft heiße Füge- und Gestaltungsvorgänge und damit vom kalten Farbauftrag zu unterscheiden. Entscheidend sind kompatibles Glas, geeignetes Temperaturverhalten, saubere Verbindungsstellen sowie spannungsarme Abkühlung nach betrieblich freigegebenem Verfahren.
Typische Qualitätsfragen: Sind Noppen gleichmäßig platziert? Ist der Faden dort verbunden, wo die Vorlage es vorsieht? Gibt es Spannungssprünge, unerwünschte Verformung oder scharfe Kanten? Eine falsche Glasmaterialpaarung kann trotz zunächst schöner Oberfläche zu späteren Schäden führen. Ein Feuerzeug, Haushaltsbrenner oder Backofen ist keine sichere Alternative zu einer ausgestatteten Lehrwerkstatt.
Sicherer Gestaltungsversuch am Kaltmodell
Zeichne drei Ansichten einer Glasvase und markiere je einen Entwurf mit Noppen, Umspinnung und Fadendekor. An einem ungeheizten Modell aus Papier, Karton und weicher Modelliermasse lassen sich Abstände, Rhythmus, Körperwirkung und Dekorplatzierung prüfen. Die Modellierung zeigt die Geometrie, nicht das echte Schmelz- oder Spannungsverhalten. Ein digitaler 3D-Entwurf kann zusätzlich Höhen, Farben und Reihenfolgen visualisieren.
Transfer: Wenn eine Kugel mit enger Verzierung nicht stabil aufliegt, frage nach der Gebrauchs- und Transportfunktion. Ein Dekor muss die Handhabung des Erzeugnisses berücksichtigen; Ästhetik allein genügt nicht.
Arbeitssicherheit, Gesundheit, Umwelt und digitale Fertigung
Gefährdungsbeurteilung vor jeder realen Arbeit
Glasbruch, Schnittverletzungen, Wärme, Flammen, gefährliche Stäube, Aerosole, chemische Reagenzien, Metallverbindungen, organische Lösemittel, Brand- und Explosionsgefahr sowie elektrische und vakuumtechnische Risiken verlangen unterschiedliche Schutzmaßnahmen. Verantwortliche Fachkräfte führen die Gefährdungsbeurteilung anhand des konkreten Stoffes und Verfahrens durch. Beachte die aktuelle Gefahrstoffverordnung, das BAuA-Verzeichnis geltender TRGS, unter anderem TRGS 400 zur Beurteilung, TRGS 402 zur inhalativen Exposition, TRGS 500 zu Schutzmaßnahmen und TRGS 510 zur Lagerung in ortsbeweglichen Behältern. Für Bleiexposition ist die im Februar 2026 aktualisierte TRGS 505 zu beachten, sofern die Stoffe und Tätigkeiten einschlägig sind.
Bei flüssigen Beschichtungen ist die DGUV Information 209-014 „Lackieren und Beschichten“ (Ausgabe August 2026) als aktueller Einstieg hilfreich; für Brand- und Explosionsschutz beim Verarbeiten flüssiger Beschichtungsstoffe siehe DGUV Information 209-046, Dezember 2024. Diese sektorübergreifenden Informationen ersetzen weder die betrieblichen Schutzkonzepte noch eine produktspezifische Prüfung. Die DGUV-Fachstelle Glas und Keramik ergänzt den Branchenbezug.
STOP-Prinzip: Zuerst Substitution (weniger gefährlicher Stoff oder anderes Verfahren), dann technische Maßnahmen wie geschlossene Anlage und geeignete Absaugung, danach organisatorische Maßnahmen wie Zugangsbegrenzung und Unterweisung, zuletzt persönliche Schutzausrüstung nach Gefährdungsbeurteilung. Aus dem Kurs darf keine pauschale Schutzbrillen-, Handschuh- oder Atemschutzempfehlung für einen unbekannten Stoff als ausreichend abgeleitet werden. Schaue zuerst auf Sicherheitsdatenblatt, Betriebsanweisung, Aufsicht, Brandschutz und Rettungswege. Bei unklarer Freigabe: nicht beginnen.
Ressourcen, Abfälle und Nachhaltigkeit
Beschichtungsreste, kontaminierte Reinigungsmaterialien und Chemikalien dürfen nicht pauschal in den Ausguss oder zum Altglas. Sie sind entsprechend Stoffeigenschaften, kommunalen und betrieblichen Entsorgungsvorgaben getrennt zu erfassen. Vermeide Überproduktion und Overspray, rechne den Materialbedarf aus, nutze passgenaue Vorlagen, prüfe langlebige Produkte und optimiere Energieeinsatz nur innerhalb freigegebener Prozesse. Nicht jede beschichtete Glaskugel eignet sich für dieselben Recyclingwege wie sauberes Behälterglas; entscheidend ist der örtliche Entsorgungsweg.
Verantwortungsentscheidung: Wähle ein Verfahren nicht nur nach Kosten pro Stück. Berücksichtige Ausschussquote, nötige Reinigung, Schichtbeständigkeit, Energie, Gesundheitsrisiken und Rücknahme. Ein langlebiges Produkt mit geringerer Nacharbeit kann vorteilhafter sein als ein zunächst billiger, unzuverlässiger Prozess.
Digital dokumentieren – ohne personenbezogene Daten
Arbeite mit neutralen Kennzeichen wie „MUSTER-LF6-024“, Versionsständen und abstrakten Mustergrafiken. In einer Tabellenkalkulation kannst du Planmenge, Verbrauch, Prozesszeiten, Prüfstatus und Abweichungen erfassen; Diagramme zeigen Fehlerhäufigkeiten. Fotografiere ausschließlich dein freigegebenes Musterobjekt, ohne Personen, Namensschilder, Kennzeichen oder Betriebsgeheimnisse. Für betriebliche Daten, Cloud-Werkzeuge, Bildrechte und KI-Anwendungen gelten die Freigaben des Betriebs und Datenschutzregeln; Kunden- und Schülerdaten werden nicht in öffentliche KI-Systeme geladen. Erkläre in einer kurzen Versionsnotiz, wer die Freigabe erteilt hat, welche Muster-ID du geprüft hast und welche Angaben simuliert sind.
Vollständig erläuterter Praxisauftrag und Qualitätsprüfung
Fiktiver Kundenauftrag und begründete Verfahrenswahl
Auftrag: Ein Ausbildungsbetrieb soll 24 dekorative Glaskugeln (Nenndurchmesser 80 mm) außen mit zwei nicht überlappenden Farbbändern versehen. Das Modellmotiv beansprucht insgesamt 30 Prozent der Kugeloberfläche. Gefordert sind saubere Konturen, gleichmäßiger Farbton, keine sichtbaren Läufer sowie ein dokumentierter Abgleich mit einer freigegebenen Musterkarte. Es handelt sich ausdrücklich nicht um Lebensmittelkontakt und nicht um Spielzeug. Alle Zahlen zu Beschichtungsmenge, Wirtschaftlichkeit und Toleranzen sind didaktische Annahmen, keine Herstellervorgaben oder Zusage zur Produktsicherheit.
Verfahrensentscheidung: Für die kleine Losgröße wählen wir als Planungsmodell einen kontrollierbaren, lokal aufgetragenen, nach Herstellerfreigabe für das Glas geeigneten Farblack mit einer Schablonenführung. Bemalen ist hier für den zweifarbigen Randbereich leichter auf ein individuelles Motiv auszurichten als ein großflächiges Tauchen. Spritzen wird wegen zusätzlicher Aerosol- und Anlagentechnik in diesem Modell vermieden. Eine echte Ausführung dürfte erst nach Verfügbarkeits-, Haftungs-, Verwendungszweck- und Arbeitsschutzprüfung erfolgen. Als sichere Unterrichtsvariante wird das Band auf einer Papierabwicklung eingefärbt und die Kugel digital simuliert.
Arbeitsplan mit Haltepunkten
| Schritt | Arbeit oder Entscheidung | Prüfnachweis |
|---|---|---|
| A – Auftrag klären | Muster, Farbfolge, Stückzahl, Verwendungszweck und Akzeptanzmerkmale festlegen | Freigabebogen für fiktiven Auftrag |
| B – Verfahren auswählen | Bemalen, Schablonieren, Tauchen und Siebdruck bezüglich Losgröße, Risiko und Wiederholbarkeit vergleichen | Begründete Entscheidungsmatrix |
| C – Sicherheit freigeben | Bei realer Arbeit produktbezogene Gefährdungsbeurteilung, Sicherheitsdatenblatt und zuständige Aufsicht prüfen | Unterschrift der befugten Fachkraft; sonst nur Modell |
| D – Probe planen | Maßskizze, Farbflächenanteil, theoretischen Verbrauch und Prüfkarte erstellen | Modellkarte mit Kennzeichen und Rechenblatt |
| E – Muster herstellen | Im Unterricht sichere Papierreplik erstellen; echte Beschichtung nur betrieblich freigegeben | Sichtmuster und Prozessprotokoll |
| F – Qualität kontrollieren | Bandlage, Kontur, Farbgleichheit und optische Fehler am freigegebenen Vergleichsmuster kontrollieren | Prüfprotokoll je Kugel bzw. je Modell |
| G – Abschluss | Nacharbeit oder Sperrung festlegen, Materialreste fachgerecht zuordnen, Version archivieren | Freigabevermerk, Bilanz und Verbesserungsmaßnahme |
Haltepunkt vor Schritt E: Ohne dokumentierte betriebliche Freigabe gibt es keine Arbeit mit realen Beschichtungsstoffen. Ein rein digitales oder papierenes Muster erfüllt den Lernnachweis dieses aiMOOC vollständig.
Rechenweg: Farbbedarf, Zeit und fiktive Stückkosten
Geometrieannahme: Jede Kugel wird idealisiert als vollständige Kugel mit Radius r = 40 mm = 0,040 m. Die Oberflächenformel lautet A = 4 · π · r². Für eine Kugel ergibt sich A = 4 · 3,1416 · 0,040² = 0,02011 m². Für 24 Kugeln sind es 24 · 0,02011 = 0,48264 m² Gesamtoberfläche. Beim geplanten Dekoranteil von 30 Prozent ist die theoretisch belegte Fläche A_Dekor = 0,48264 · 0,30 = 0,14479 m². Rundungsdifferenzen auf den letzten Stellen sind unkritisch.
Didaktischer Materialkennwert: Ein fiktiver gebrauchsfertiger Beschichtungsstoff hätte einen nassen Flächenauftrag von 120 g/m² auf der tatsächlich belegten Dekorfläche. Die theoretisch dort verbleibende Masse ist 0,14479 m² · 120 g/m² = 17,37 g. Bei angenommenen 70 Prozent Auftragswirkungsgrad ist die bereitzustellende Menge 17,37 g ÷ 0,70 = 24,82 g. Mit 10 Prozent planungsbedingter Reserve werden 24,82 g · 1,10 = 27,30 g. Achtung: Die Werte sind keine Mischvorschrift; die praktische Materialberechnung muss mit den freigegebenen produktspezifischen Daten erfolgen. Für die zwei Farben muss die Menge auf die realen Flächenanteile verteilt werden; bei gleich großen Bändern wären es modellhaft je 13,65 g.
Zeitplan der aktiven Arbeit: Einrichten 25 Minuten, je Kugel 4 Minuten Modellauftrag, je Kugel 1,5 Minuten Kontrolle, Abschluss und Reinigung 20 Minuten. Zeit = 25 + 24 · 4 + 24 · 1,5 + 20 = 177 Minuten. Mit rechnerisch 10 Prozent Zeitreserve: 177 · 1,10 = 194,7 Minuten, gerundet 195 Minuten = 3,25 Stunden aktive Arbeit. Trocknungs- oder Brennzeiten werden nicht geschätzt, sondern nur anhand der Herstellerfreigabe separat in den Terminplan aufgenommen.
Modellkosten ohne Steuern, Gemeinkosten und Energie: Lohn 3,25 h · 24,00 €/h = 78,00 €; Glaskugeln 24 · 1,40 € = 33,60 €; Beschichtungsstoff 27,30 g · 0,08 €/g = 2,18 €; Verpackung 24 · 0,30 € = 7,20 €. Summe = 120,98 €, modellhafte direkte Kosten pro Kugel = 120,98 € ÷ 24 = 5,04 €. Ein belastbares Angebot benötigt weitere betriebliche Gemein-, Energie-, Risiko- und Erlösannahmen; diese Beispielrechnung ist kein echter Verkaufspreis.
Ausschuss-/Nacharbeitsbeispiel: Bei der ersten Sichtprüfung erfüllen 23 von 24 Mustern die Kriterien. Die Erstgutquote ist 23 ÷ 24 · 100 = 95,8 Prozent. Das verbleibende Muster wird markiert und nicht stillschweigend als gut verbucht. Nacharbeit nur, falls Material, Sicherheit und Verfahren dies zulassen; sonst fachgerecht als Fehlteil behandeln. Als fertige Losfreigabe werden für diesen Modellauftrag 24 dokumentiert akzeptierte Stücke gefordert.
Prüfbares Arbeitsergebnis und Bewertungsraster
Abgabeprodukt: Eine Mappe oder eine datensparsame digitale Dokumentation enthält (1) anonymisierten Auftrag und Maßskizze, (2) Verfahrensvergleich mit Begründung, (3) Material- und Zeitrechnung, (4) modellhaften Prototyp oder freigegebenes reales Muster, (5) Sicherheits- und Umweltcheck, (6) Prüfprotokoll sowie (7) Fehleranalyse mit Verbesserungsvorschlag. Für den Modellauftrag gelten vorab festgelegte Unterrichtskriterien: pro Band Abweichung der gezeichneten Bandmittellinie höchstens 2 mm von der Vorlage, lückenlose Linienführung im sichtbaren Bereich, Farbzuordnung gemäß Musterkarte und vollständiges Prüfprotokoll. Das sind didaktische Toleranzen, keine Branchen- oder Sicherheitsnorm.
| Kriterium | 0 Punkte | 1 Punkt | 2 Punkte | 3 Punkte |
|---|---|---|---|---|
| Auftragsanalyse | Fehlend | Unvollständig | Wesentliches erfasst | Vollständig und prüfbar |
| Verfahrenswahl | Unbegründet | Kaum begründet | Fachlich nachvollziehbar | Auch Alternativen, Risiken und Losgröße abgewogen |
| Berechnung | Fehlend | Mehrere Fehler | Mit kleinen Rundungsfehlern korrekt | Einheiten, Wirkungsgrad und Reserve korrekt erläutert |
| Gestalterisches Muster | Fehlend | Nur grob erkennbar | Weitgehend vorlagentreu | Kontur, Anordnung und Farbkontrast überzeugend |
| Sicherheits- und Umweltcheck | Fehlend | Allgemeine Schlagworte | Wichtige Maßnahmen korrekt | Konkrete Gefahren, Freigabegrenzen und Entsorgung begründet |
| Qualitätsdokumentation | Fehlend | Lückenhaft | Prüfmerkmale und Befund vorhanden | Befunde, Abweichungen, Entscheidung und Verbesserung stringent |
Gesamt: höchstens 18 Punkte. Didaktische Orientierung: 0–8 = überarbeiten, 9–13 = wesentliche Kriterien weiter verbessern, 14–18 = tragfähiger Lernnachweis. Jede sicherheitskritische Handlung ohne befugte Freigabe verhindert die Anerkennung eines praktischen Arbeitsnachweises, unabhängig von der Punktzahl. Die Bewertung ist eine Übung und keine offizielle Prüfungsregel.
Interaktive Aufgaben
Löse die Aufgaben nach den Fachkapiteln. Die richtige Antwort wird in den Interaktionen geprüft; lies die Merksätze nicht als ausgefüllten Lösungsschlüssel.
Multiple-Choice-Quiz
Welche zusätzliche Angabe macht den Auftrag für bemalte Glaskugeln am besten prüfbar? (Eine freigegebene Musterkarte mit festgelegter Bandlage und Toleranz) (!Die allgemeine Aussage dass die Kugeln schön aussehen sollen) (!Die alleinige Mitteilung der Wohnadresse der Auftraggeberin) (!Der Hinweis dass möglichst schnell gearbeitet werden soll)
Wofür steht der Begriff Substrat bei der Glasbeschichtung? (Der Grundwerkstoff auf dem die Beschichtung haftet) (!Die bereitgestellte Verpackung für das Endprodukt) (!Die ausschließlich gasförmige Umgebung einer Maschine) (!Die Person die den Prüfbericht erstellt)
Welches Verfahren eignet sich besonders zum wiederholten Aufbringen gleichartiger grafischer Motive? (Siebdruck mit geeignetem Schablonengewebe) (!Zufälliges Verteilen von Farbresten) (!Unkontrolliertes Abbrechen des Dekors) (!Nachträgliches Zerkratzen der Glasfläche)
Was bezeichnet der Auftragswirkungsgrad beim Farbauftrag? (Den Anteil der bereitgestellten Beschichtungsmasse der tatsächlich auf dem Werkstück ankommt) (!Die Anzahl aller Beschäftigten in der Werkstatt) (!Das Verhältnis der Verpackung zur Stückzahl) (!Die Zeit die für die Bestellung von Werkzeugen benötigt wird)
Wie entsteht beim Sputtern die Ausgangsbasis für eine dünne Schicht? (Teilchen werden aus einem Target herausgelöst und lagern sich auf dem Werkstück ab) (!Eine Handzeichnung wird ohne Material auf Glas übertragen) (!Die Glasoberfläche wird ausschließlich durch Bürsten poliert) (!Die Glaskugel wird nur mit Papier umwickelt)
Welche Aussage zur Versilberung von Christbaumschmuck trifft zu? (Eine metallische Silberschicht kann innen einen reflektierenden Effekt erzeugen) (!Jede silberfarbene Kunststofffarbe enthält zwingend reines Silber) (!Versilbern ist stets ein Vorgang ohne chemische Reagenzien) (!Eine Silberschicht ist unabhängig vom Glasuntergrund immer unzerstörbar)
Wie wird Beizen im Zusammenhang mit Glas richtig bewertet? (Seine konkrete chemische Wirkung muss geprüft werden und kann auch Material abtragen) (!Beizen bedeutet immer nur einen mechanischen Siebdruck) (!Jede Beize ist ein ungefährliches Schulmaterial) (!Beizen ist identisch mit dem Aufbringen eines Glasfadens)
Welche Wahl entspricht bei Gefahrstoffen der Reihenfolge des STOP-Prinzips? (Zuerst möglichst substituieren dann technisch und organisatorisch schützen und zuletzt geeignete PSA prüfen) (!Zuerst beliebige Handschuhe tragen und jede weitere Prüfung weglassen) (!Zuerst die Lüftung abschalten damit weniger Wärme verloren geht) (!Zuerst jede neue Chemikalie ohne Unterweisung erproben)
Wie groß ist die Erstgutquote bei 23 akzeptierten Teilen von 24 geprüften Teilen gerundet? (95,8 Prozent) (!23,0 Prozent) (!24,0 Prozent) (!104,3 Prozent)
Was ist bei einer fehlenden betrieblichen Freigabe für einen realen Beschichtungsversuch richtig? (Ein Papier- oder Digitalmodell anfertigen und die reale Durchführung unterlassen) (!Trotzdem ohne Aufsicht die geforderte Beschichtung durchführen) (!Unbekannte Gefahrstoffe aus älteren Rezeptbüchern verwenden) (!Den Sicherheitsvermerk im Prüfprotokoll einfach weglassen)
Memory
Ordne jeder fachlichen Bezeichnung die treffende Erklärung zu.
| Substrat | Glas als Träger der aufgebrachten Schicht |
| Benetzung | Verteilung einer flüssigen Beschichtung auf der Glasoberfläche |
| Adhäsion | Bindung zwischen Beschichtung und Untergrund |
| Target | Ausgangsmaterial aus dem beim Sputtern Teilchen freigesetzt werden |
| Auftragswirkungsgrad | Anteil der bereitgestellten Masse der das Werkstück erreicht |
| Schiebebild | Vorbereitetes Motiv das auf die Glasoberfläche übertragen wird |
| Erstgutquote | Anteil der Teile die bei der ersten Prüfung akzeptiert werden |
Drag-and-drop
Verbinde jeweils den passenden Fachbegriff mit dem beschriebenen typischen Arbeitsergebnis. Alle Zuordnungen sind textbasiert.
| Passende Begriffe zuordnen | Typisches Ergebnis |
|---|---|
| Bemalen | Individuell geführte farbige Konturen auf dem Glas |
| Tauchen | Flächiger Auftrag durch Einbringen in ein geeignetes Beschichtungsbad |
| Siebdruck | Reproduzierbares Motiv durch ein Schablonengewebe |
| Versilbern | Reflektierende metallische Schicht beispielsweise im Inneren einer Glaskugel |
| Fadendekor | Dekoratives Muster aus aufgelegten dünnen Glassträngen |
Kreuzworträtsel
Ergänze die sechs gesuchten Fachwörter; jede Antwort ist ein einziges Wort.
| Siebdruck | Welches Druckverfahren überträgt ein wiederholbares Motiv durch ein Gewebe? |
| Sputtern | Welches Vakuumverfahren löst Teilchen aus einem Target? |
| Haftung | Wie heißt das Festhalten einer Beschichtung am Untergrund allgemein? |
| Tauchen | Wie heißt das flächige Auftragsverfahren mit einem Beschichtungsbad? |
| Lüstern | Wie nennt man eine Veredelung mit metallisch schimmerndem Effekt? |
| Noppen | Wie heißen erhabene gläserne Punkte als plastisches Dekor? |
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Lückentext
Setze in jedem Satz genau einen Fachbegriff ein.
Offene Aufgaben
Bearbeite die Aufgaben vom leichten Vergleich bis zur eigenständigen begründeten Entscheidung. Verwende bei allen Produktbeispielen nur fiktive Daten und sichere Modelle. Die vier Aufgaben je Niveau sind voneinander unterscheidbare Arbeitsaufträge.
Leicht
- Beschichtung: Erstelle eine beschriftete Skizze mit Glasuntergrund, Haftgrenze und Beschichtung; erkläre die drei Begriffe in eigenen Worten.
- Glasmalerei: Vergleiche das Foto der Palette und das Foto der bemalten Kugel; notiere drei beobachtbare Arbeitsschritte und zwei offene Sicherheitsfragen.
- Siebdruck: Ordne Bemalen, Tauchen, Siebdruck und Schiebebild je einem von vier erfundenen Dekoraufträgen zu und erläutere einen Vorteil.
- Umweltschutz: Gestalte eine Checkkarte mit fünf Fragen, die vor Verwendung oder Entsorgung eines neuen Beschichtungsstoffes zu klären sind.
Standard
- Design: Entwickle für eine Kugel mit 80 mm Nenndurchmesser eine Zeichnung zweier Farbbänder, definiere drei Sichtkriterien und fertige ein Papiermodell.
- Qualitätssicherung: Analysiere die Fehlerbilder Läufer, Krater, verschobener Druck und Schichtablösung; ordne je eine plausible Ursache und passende Prüfmaßnahme zu.
- Physikalische Gasphasenabscheidung: Vergleiche Bedampfen, Sputtern und Handbemalen in einer Matrix hinsichtlich Schichtcharakter, Anlagenbedarf, Eignung und Prüfbarkeit.
- Kalkulation: Überprüfe den Modell-Farbbedarf aus Kapitel 6 bei verändertem Wirkungsgrad von 60 Prozent; dokumentiere Einheiten, Rundung und Bedeutung für Abfallvermeidung.
Schwer
- Produktentwicklung: Entwirf einen datensparsamen digitalen Arbeitsauftrag für 24 Kugeln mit Versionskontrolle, Qualitätsfreigabe, Nacharbeit und dokumentierter Rückverfolgbarkeit.
- Arbeitsschutz: Erstelle für Spritzen, Versilbern und heißes Fadendekor eine Gefährdungsübersicht samt STOP-Maßnahmen und begründe, welche Arbeiten nur Fachkräfte ausführen dürfen.
- Nachhaltigkeit: Vergleiche zwei fiktive Veredelungsvarianten mit Kosten, Energie, Ausschuss, Abfallweg, Haltbarkeit und Arbeitsschutz; entscheide begründet und benenne unsichere Daten.
- Berufsbildung: Entwickle ein fünfminütiges Erklärvideo oder Storyboard zum gesamten Modellauftrag mit Arbeitsplan, Fehlerdiagnose, Kosten, Quellen und rechtmäßig nutzbaren Bildern.


Lernkontrolle
Führe die folgenden Lernkontrollaufträge ohne Gefahrstoffe oder Betriebspersonendaten durch; überprüfe deine Arbeit anhand des Bewertungsrasters aus Kapitel 6.
- Verfahrensvergleich: Begründe anhand dreier nachprüfbarer Kriterien, wann ein einzelnes Glasornament sinnvoller bemalt als im Siebdruck gestaltet wird.
- Glasfehler: Erkläre an einem selbst erstellten Fehlerbild, welche Rolle verschmutztes Glas, Benetzung und Haftung spielen und wie du Hypothesen prüfst.
- Dünnschichttechnologie: Beschreibe anhand des Sputterkammer-Schemas, worin sich Materialbewegung beim Sputtern vom Farbauftrag mit einem Pinsel unterscheidet.
- Flächenberechnung: Berechne für 30 Kugeln mit 80 mm Durchmesser und 25 Prozent Dekorfläche bei 120 g/m², 70 Prozent Wirkungsgrad und 10 Prozent Reserve die benötigte modellhafte Beschichtungsmasse; gib die Zwischenschritte an.
- Gefahrstoff: Entscheide, ob ein geplanter Versuch mit unbekannter historischer Silberrezeptur zulässig ist, und entwickle eine sichere Lernalternative mit gleichem fachlichem Erkenntnisziel.
- Qualitätsmanagement: Bei 22 Erstgutteilen von 24 Stücken: Berechne die Erstgutquote, stelle eine Sperrentscheidung dar und formuliere zwei wirksame Verbesserungsmaßnahmen.
- Datenschutz: Prüfe ein fiktives digitales Prüfprotokoll auf personenbezogene Felder und entwirf eine minimal notwendige, mit Muster-IDs arbeitende Fassung.
Lernnachweis
Konkrete Abschlussleistung: Reiche deine LF6-Projektmappe „24 zweifarbige Glaskugeln“ ein. Sie enthält mindestens eine bemaßte Dekorvorlage, einen dokumentierten Vergleich dreier geeigneter Beschichtungswege, die fachliche Verfahrenswahl, eine vollständig überprüfbare Berechnung von Fläche, Material, Zeit und direkten Modellkosten, ein Papier- oder Digitalmuster, einen berufsspezifischen Gefährdungs- und Entsorgungscheck, ein ausgefülltes Prüfprotokoll und eine begründete Qualitätsentscheidung mit Verbesserungsmöglichkeit.
Selbstprüfung: Kontrolliere die sechs Rubrikkriterien mit je 0 bis 3 Punkten. Weisen Zeichnung und Modell die vereinbarten Konturen auf? Sind alle Annahmen sichtbar markiert? Sind Einheiten und Rundungen plausibel? Ist klar, dass keine unfreigegebenen chemischen oder thermischen Versuche stattfanden? Ist jede Abweichung mit Entscheidung und Dokumentation versehen? Die Lehrkraft oder die befugte ausbildende Person kann ein begründetes Feedback zu Auftragstreue, Fachsprache, Fachrechnung und Arbeitssicherheit geben.
Portfolio-Reflexion: Formuliere eine kurze Entscheidung „Was würde ich in einer zweiten Serie verbessern?“ und begründe diese an zwei nachprüfbaren Qualitäts- oder Nachhaltigkeitsdaten. Nutze nur selbst erstellte, lizenzkonforme Abbildungen oder Quellenbelege; keine vertraulichen Daten.
OER und Wikipedia
Ausbildung und Sicherheit – geprüfte Primärquellen:
- KMK: Rahmenlehrplan Glasbläser/Glasbläserin, Lernfeld 6 auf PDF-Druckseite 13. Bildungsziel von 1998, nicht als aktuelle Sicherheitsanweisung verwenden.
- BIBB: Glasbläser/Glasbläserin – Fachrichtungen Christbaumschmuck und Glasgestaltung. Profil sowie Rechtsgrundlagen; bezieht sich auf den angegebenen Berufsbereich.
- Bundesrecht: Glasbläser-Ausbildungsverordnung in der veröffentlichten konsolidierten Fassung. Fachrichtung und Ausbildungsstruktur.
- BAuA: Verzeichnis geltender Gefahrstoffregeln. Normative Detailanforderungen stets nach aktuellem Stand und konkretem Stoff prüfen.
- DGUV Information 209-014: Lackieren und Beschichten, Ausgabe August 2026.
- DGUV Information 209-046: Verarbeiten flüssiger Beschichtungsstoffe, Brand- und Explosionsschutz, Ausgabe Dezember 2024.
- Aktuelle Gefahrstoffverordnung. Zusammen mit SDB, Betriebsvorgaben und betrieblicher Gefährdungsbeurteilung auswerten.
Visuelle Fachmedien und Lizenzen: Die folgenden Dateien wurden anhand ihrer Commons-Dateiseiten mit Urheber und ausgewiesener Lizenz überprüft. Angegebene Lizenzen gelten für die jeweiligen Fotos oder Grafiken, nicht automatisch für alle verlinkten Texte.
| Commons-Datei | Prüfbarer Fundort | Urheber | Ausgewiesene Lizenz |
|---|---|---|---|
| File:Design of a glass christmas ornament.jpg | Datei und Nutzungsangaben | Krebs Glas Lauscha | CC BY 3.0 |
| File:Palette with tools1.jpg | Datei und Nutzungsangaben | Hans Bernhard (Schnobby) | CC BY-SA 3.0 |
| File:Painting of a Glass christmas ornament.jpg | Datei und Nutzungsangaben | Krebs Glas Lauscha | CC BY 3.0 |
| File:Silvering of glass ornaments Lauscha.jpg | Datei und Nutzungsangaben | Krebs Glas Lauscha | CC BY 3.0 |
| File:Schema einer Sputterkammer.svg | Datei und Nutzungsangaben | Cepheiden | CC BY-SA 2.0 DE |
Fachvideos und Animation:
- Coating – How the PVD sputtering process works, Animation im Auftrag der Plansee SE, Torsten Becker, 2015; über Originaldienst eingebettet, keine CC-Lizenz angegeben.
- MDR: Glasreich Lauscha – Christbaumschmuck und Weihnachtsland, 2024, deutschsprachige Reportage mit Themen Versilberung, Lack und Berufstradition; befristete Verfügbarkeit, externer Link statt unerlaubter Einbettung.
- MDR: Die Glasbläser von Lauscha, 2025, deutschsprachige, barrierearme Handwerksreportage; extern, befristete Verfügbarkeit und Rechte beim Sender.
Freie Überblickstexte: Glasmalerei, Versilbern und Sputtern. Bei Wikipedia müssen Verfasserschaft, Version und Lizenz bei einer Weiterverwendung gesondert beachtet werden; Wikipedia ersetzt keine Hersteller- oder Arbeitsschutzvorgabe.
Mediengrenze: Die fünf Commons-Dateien sind mit Rechteangaben belegbar. Für deutschsprachige Filmbeiträge stehen hier überprüfte ARD-Originalseiten zur Verfügung; wegen der zulässigen Einbettungsformate werden diese nicht als erfundene YouTube-Videos eingebettet. Die eingebettete fachliche PVD-Animation ist kein Nachweis für eine durchgehend deutsche Tonspur.
Verknüpfte Lernbereiche
Glasbläser – LF 6: Veredeln durch Auftragen
|
Anschlussprojekte: Ein digitaler Schichtaufbau-Vergleich als Lernplakat, eine Datenanalyse typischer Beschichtungsfehler mit fiktiven Werten und ein kurzes OER-Storyboard für den sicheren Prototypprozess. Du kannst Inhalte mit Farbgestaltung, Technisches Zeichnen, Chemie, Physik und Wirtschaftlichkeit verknüpfen. Vor einer betrieblichen Umsetzung sind die konkreten landesrechtlichen Vorgaben und die Ausbildungsgliederung mit Fachlehrkraft, Ausbildungsbetrieb und zuständiger Kammer abzugleichen.
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