Erstellen von Rahmengeflechten - Flechtwerkgestalter - LF 4
Einleitung
Du lernst, wie aus einem tragfähigen Rahmen und geeigneten Flechtmaterialien eine gleichmäßige, funktionale Fläche wird. Ein Rahmengeflecht kann beispielsweise eine Stuhlsitzfläche, Rückenlehne, Möbelfüllung oder dekorative Bespannung sein. Im Unterschied zum Korbflechten bestimmt der vorhandene Rahmen die Geometrie, die Befestigung und den Kraftverlauf entscheidend mit. Ausgangspunkt ist ein berufstypischer, hier vollständig fiktiver Auftrag: Du untersuchst die Nutzung, wählst Material und Technik, ermittelst Bedarf und Abstände, stellst ein ungefährliches Modell her und beurteilst das Ergebnis.
Das Lernfeld 4 „Erstellen von Rahmengeflechten“ umfasst im 1. Ausbildungsjahr 80 Unterrichtsstunden laut KMK-Rahmenlehrplan für Flechtwerkgestalterinnen und Flechtwerkgestalter, PDF-Seite 11. Es verbindet Spanngeflechte, die Worpsweder Binsendrehtechnik, Fertiggeflechte, Werkstoffvergleich, Arbeitsvorbereitung, Material- und Abstandsberechnungen, Oberflächenbehandlung, Qualitätsprüfung und Pflegehinweise. Maßgeblich sind zusätzlich der betriebliche Ausbildungsplan, der jeweils geltende Landeslehrplan und die zuständige Stelle. Dieser Lernkurs ersetzt keine betriebliche Unterweisung, Maschinenfreigabe, Prüfung oder amtliche Qualifikation.
Kompetenzziel: Du kannst einen Auftrag analysieren, Flächenformen und Beanspruchung unterscheiden, eine geeignete Geflechtvariante begründen, material- und sicherheitsgerecht planen, ein Modell unter Aufsicht ausführen, Qualitätsmängel finden, nachbessern und das Vorgehen nachvollziehbar dokumentieren. Arbeite mit Fantasieaufträgen und ohne echte Kunden- oder Schülerdaten.
Rahmen, Flächenformen und Auftragsanalyse
Rahmen als System verstehen
Ein Rahmengeflecht besteht aus dem Rahmen als Begrenzung und tragender Unterkonstruktion sowie den darin eingezogenen, gewickelten, gekreuzten oder befestigten Flechtelementen. Spanngeflecht bedeutet, dass Stränge auf definierte Zugspannung gebracht und am Rahmen gehalten werden. Fertiggeflecht ist eine bereits hergestellte Matte, die nur bei einem dafür ausgelegten Rahmen sachgerecht befestigt werden kann. Durch Zug werden Kräfte an den Rahmen und dessen Verbindungen weitergegeben. Ein intaktes Geflecht allein macht deshalb noch keinen sicheren Stuhl.
Bei quadratischen Rahmen sind gegenüberliegende Seiten gleich lang; die Teilung lässt sich symmetrisch anlegen. Bei rechteckigen Rahmen erfordern lange Spannstrecken besonders sorgfältige Spannungsführung. Trapezförmige Sitzflächen haben unterschiedliche Vorder- und Hinterkanten; ein gleichmäßiges Loch- oder Strangraster muss an die veränderliche Breite angepasst werden. Runde und geschwungene Flächen verlangen einen konstruktiv angepassten Fadenverlauf und besondere Randführung. Falsche Teilungen führen zu ungleichmäßigen Zwischenräumen, schiefen Mustern oder örtlichen Spannungsspitzen.

Beobachtungsauftrag: Erkennst du die Rahmenform, die Randbefestigung und die Flächenteilung? Foto: Smirkybec, CC BY-SA 4.0; genauer Nachweis im Medienverzeichnis.
Funktion, Beanspruchung und Kundenanforderungen
Kläre vor Beginn den Einsatz: Dekorative Füllung benötigt ein anderes Prüfkonzept als eine belastete Sitzfläche. Frage nach Nutzungsort (trocken/feucht), Häufigkeit der Nutzung, Reinigungswunsch, Optik, Reparierbarkeit, Materialverträglichkeit und Budget. Bei Sitzen sind Rahmenfestigkeit, Holzverbindungen, Lochabstände, Herstellerkonstruktion sowie fachgerechte Prüfung entscheidend. Leite aus dem bloßen Aussehen niemals eine zulässige Traglast ab. Tragende Sitzgeflechte sind ausschließlich im Ausbildungsbetrieb nach Freigabe und unter fachkundiger Aufsicht zu bearbeiten; unser Praxisfall ist absichtlich nicht tragend.
Ein sinnvoller Arbeitsauftrag nennt: Nutzungszweck, lichte Breite und Höhe, Rahmenzustand, gewünschten Flechtcharakter, tolerierte Abstände, Materialwahl, Prüfkriterien, Termin und Dokumentationsumfang. Fehlende Angaben sind Rückfragen, keine Einladung zu unbelegten Annahmen. Für einen anonymisierten Auftrag reichen eine eigene Skizze, Maße und ein erfundener Projektcode wie „Modell R4“.
Flechtarten und Werkstoffe vergleichen
Spanngeflechte, Wiener Geflecht und Worpsweder Binsendrehtechnik
Ein einfaches Kreuzgeflecht führt längs und quer gerichtete Stränge abwechselnd darüber und darunter. Seine Festigkeit hängt unter anderem von Faserqualität, Abstand, Umlenkung und Befestigung ab. Das klassische Wiener Geflecht beziehungsweise Achteckgeflecht wird mit Stuhlflechtrohr in mehreren Längs-, Quer- und Diagonallagen ausgeführt; offene Achteckmaschen entstehen. Ein handgezogenes Geflecht verläuft durch geeignete Bohrungen des Rahmens. Bei trapezförmigen Sitzflächen ist die Lochverteilung und die Anpassung der Laufrichtung besonders anspruchsvoll.

Nahaufnahme eines erneuerten Rohrgeflechts; untersuche Kreuzungen und Randführung. Foto: Terasaface, CC BY-SA 4.0.
Worpsweder Binsendrehtechnik: Mehrere einzelne Binsen werden zu einem laufenden Strang gedreht und um die Rahmenhölzer herumgeführt. Das sich von den Rändern zur Mitte entwickelnde Muster verlangt gleichmäßiges Nachdrehen, sorgfältiges Sichern der Übergänge und ausreichende, materialgerechte Spannung. Nicht jede „Binsenschnur“ ist aus Binse: Herkunft und Handelsbezeichnung müssen geprüft werden. Fachbetriebliche Bildbeispiele und die Beschreibung des Achterschlungs findest du bei antikstuhl.de. Eine fertige Papierschnur ersetzt nicht ohne erneute Material- und Nutzungseinschätzung das originale Material.

Binsenartiger Rahmensitz als Beispiel für dichtes Flechtbild und die Bedeutung gleichmäßiger Kanten. Foto: Amanda Slater, CC BY-SA 2.0.
Fertiggeflechte sind vorgewebte Flächen, deren Kanten beispielsweise in einer dafür vorgesehenen Nut mit passender Einlage beziehungsweise Splintpeddig befestigt werden. Dafür müssen Nut, Materialstärke, Geometrie und die geeigneten Befestigungsprodukte zusammenpassen. Bei einem durchbohrten Rahmen für Einzelstränge ist das bloße Aufkleben einer Fertigmatte kein belastbarer Ersatz. Praxisvergleich der Konstruktionen. Arbeiten mit Fräsen, gefährlichen Werkzeugen oder Klebstoffen bleiben befugten Fachkräften vorbehalten; beim Modell genügen bereits vorbereitete, gratfreie Rahmen und ungefährliche Klemmen.
Materialvergleich und Grenzen
| Werkstoff | Typische Eigenschaft | Sinnvoller Einsatz / zu prüfen |
|---|---|---|
| Binse | natürlicher Halm; lässt sich materialgerecht drehen; kann austrocknen | traditionelle gedrehte Sitzgeflechte; Feuchte und Bruch prüfen |
| Elha-Schnur | aus Seegras gefertigte, meist zweifädig gedrehte Kordel | feine Schnurgeflechte; konkrete Stärke und Herstellerfreigabe beachten |
| Papierschnur | aus Papierfasern gedrehte Schnur; gleichmäßige Form | Innenraum-Schnurgeflechte; nicht ohne Eignungsnachweis feucht einsetzen |
| Stuhlflechtrohr | aus Rattan gewonnene schmale Schienen für geflochtene Sitze | handgezogenes Rohrgeflecht; Faserlaufrichtung und Biegefähigkeit prüfen |
| Wickelrohrschiene | Rattanschiene für Wicklungen und Umrandungen | Kanten und Bindungen nach geeigneter Konstruktion |
| Künstliche Flechtmaterialien | je nach Kunststoff wasserbeständig und reinigungsfreundlich, aber materialabhängig | Außenbereiche nur nach UV- und Temperaturprüfung; Kreislauffähigkeit bewerten |
Fühlproben nur an geeigneten Mustern durchführen: Ist das Material geschmeidig, gleichmäßig stark, frei von Rissen und mit der geplanten Biegung verträglich? Ein Teststück zeigt mehr als ein bloßer Produktname. Bei natürlichen Fasern Feuchte und Quellung beachten; nicht pauschal einweichen, sondern nur gemäß konkreten Herstellervorgaben und betrieblicher Unterweisung. Material nicht überdehnen oder zu scharf knicken.

Künstliches Rattan als Anschauungsbeispiel: Aussehen und Pflegeeigenschaften sagen noch nichts über Tragfähigkeit oder ökologische Gesamtbilanz aus. Foto: Shevyrin Danila, CC BY 3.0.

Farbige Gestaltung von Flechtmöbeln: Materialmix, Muster und Design bewerten. Foto: Evzen M, CC BY-SA 4.0.
Für die Auswahl erstelle eine begründete Nutzwertmatrix mit Kriterien: Sicherheit und Zweck (Ausschlusskriterium), Flechtbarkeit, Reparierbarkeit, optische Wirkung, Materialaufwand, Haltbarkeit im tatsächlichen Einsatz und Herkunft. „Natürlich“ bedeutet nicht automatisch nachhaltig; Transport, Wasserverbrauch, Verarbeitung, lange Nutzungsdauer und Sortenreinheit zählen ebenfalls. Zur Materialkunde siehe auch Flechtwerkstatt Anna Kurfer: Seegras, Papierschnur, Rattan und Kunstfaser.
Arbeitsvorbereitung, Hilfen und Berechnung
Skizze, Rahmenprüfung und Vorrichtungen
Zeichne Vorderansicht, Rahmeninnenmaße, Verlauf der Flechtrichtungen, Ecklösungen und Befestigungspunkte. Kennzeichne lichte Weite (freier Abstand zwischen den Innenkanten) getrennt von den Außenmaßen. Prüfe Rahmen auf Risse, lose Holzverbindungen, scharfkantige Löcher, Splitter, geschädigte Nut und Verzug. Erst nach Freigabe geeignete Spannhilfen oder Lehren einsetzen. Eine Abstandslehre hält das Raster gleichmäßig; eine schonende Spannhilfe reduziert Verrutschen. Prüfe, ob sich ihr Herstellungs- und Rüstaufwand lohnt: Für einen Einzelrahmen ist eine einfache wiederverwendbare Lehre oft wirtschaftlicher als eine Spezialvorrichtung.
Abstände, Stückzahl und Materiallänge
Lege vor dem Rechnen die Bezugsgrößen fest. Bei einer symmetrischen Teilung mit halbem Abstand zum Rand gilt für eine Innenbreite B und einen Achsabstand a, wenn B durch a teilbar ist: Zahl der in dieser Richtung verteilten Stränge = B / a. Ihre Positionen liegen a/2, 3a/2, 5a/2 usw. Bei einer Rasterung einschließlich beider Randachsen wäre es dagegen B / a + 1. Diese beiden Fälle dürfen nicht verwechselt werden. Wenn das Maß nicht ohne Rest aufgeht, wähle eine ganze Strangzahl n und rechne den tatsächlichen Abstand a = B / n für die erste Variante neu aus; vergleiche ihn mit dem werkstoffgerechten Sollabstand.
Für ein orthogonales Modellraster mit Innenbreite B, Innenhöhe H, n senkrechten Strängen und m waagrechten Strängen ist eine erste Nettolängenabschätzung L = n × H + m × B. Bei einzeln befestigten Strängen addierst du die Befestigungszugaben je Ende sowie eine begründete Verschnitt- und Fehlerreserve. Wichtig: Die Formel gilt für die hier modellierten geraden Einzelstränge, nicht für Worpsweder Drehgeflechte, Wicklungen, sechslagige Wiener Geflechte oder belastbare Sitzkonstruktionen. Dort benötigst du einen Musterabschnitt, den tatsächlichen Fadenweg, Materialquerschnitte und Hersteller- beziehungsweise Betriebswerte.
Beispiel zur Rasterkorrektur: Eine lichte Breite von 410 mm soll ungefähr alle 20 mm einen Strang erhalten. Mit halbem Randabstand ergeben 410 / 20 = 20,5 rechnerische Stränge; eine halbe Stückzahl ist unmöglich. Wählst du 20 Stränge, beträgt die wirkliche Teilung 410 / 20 = 20,5 mm und der jeweilige Randabstand 10,25 mm. Entscheide erst nach Probe und Toleranzprüfung, ob die 0,5-mm-Abweichung pro Teilung akzeptabel ist; sie darf nicht ungeprüft als immer zulässig gelten.
Stolperfallen: Zentimeter und Millimeter vermischen, Außenmaß als Innenmaß benutzen, Befestigungsenden vergessen, mit 20,5 Strängen planen, das Verhältnis von Sitzbeanspruchung und Raster aus einem Dekomodell ableiten oder eine Vorrichtung ohne Gegenrechnung „aus Gewohnheit“ herstellen. Kontrolliere die Summe der Teilstrecken mit einem Maßband und einem Proberaster.
Mediengestützte Technikbeobachtung
Das deutschsprachige Video „Stuhlgeflecht aus Peddigrohr – komplett selbst flechten“ von MvdeMaxi, 2020 zeigt die sechs Lagen eines handgezogenen Achteckgeflechts in einer Schrittfolge. Achte auf die trapezförmige Rahmenfläche, den Ausgangspunkt und die geänderte Lochzahl vorn und hinten. Es ist eine Anschauung, keine Sicherheitsfreigabe für eigene Restaurierungen.
Zusätzlich ist die deutschsprachige Fachreportage SWR Handwerkskunst: Wie man kreativ filzt und einen Stuhlsitz flicht als externes Video geprüft (ARD Mediathek; laut Angebotsseite verfügbar bis Mai 2027). Vergleiche darin den handwerklichen Zeitaufwand mit Fertiggeflecht. Da für dieses Angebot keine verifizierte YouTube-Einbettung verwendet wird, ist es absichtlich nur verlinkt.
Fachgerechter Ablauf, Sicherheit und Qualität
Von der Probe zur Endkontrolle
Information und Entscheidung: Auftrag klären, Beanspruchung und Rahmen untersuchen, passende Flechttechnik mit Nutzen und Grenzen begründen. Planung: Maßskizze, Materialliste, Abstandsrechnung, Zeitansatz, Arbeitsmittel und Gefährdungscheck festhalten. Vorbereitung: Nur freigegebenen Rahmen nutzen; Material sortieren, Konditionierung nach Anleitung und kleine Probe herstellen. Ausführung: Flechtverlauf markieren, Stränge in der vorgesehenen Reihenfolge kontrolliert führen, Kreuzung und Spannung wiederholt kontrollieren, Enden materialgerecht sichern. Bewertung: Sichtkontrolle, Maßprüfung, Randprüfung, bei echten Sitzflächen ausschließlich fachgerecht vorgesehene Prüfverfahren; nachbessern und dokumentieren. Übergabe: Nutzungsgrenzen, Trockenlagerung, Reinigung und Reparaturmöglichkeit erklären.
Typische Fehler und Rückmeldung: Zeigt die Fläche diagonalen Verzug, prüfe zuerst Bezugskanten und Teilung. Bilden sich Lücken, vergleiche Abstände und Reihenfolge. Bricht ein Strang an der Ecke, prüfe scharfe Kanten, Materialzustand und Umlenkradius statt nur stärker zu ziehen. Löst sich ein Ende, kontrolliere die Sicherung und die zum Material passende Befestigung. Bei schwankender Spannung hilft eine kurze Probe mit gekennzeichnetem Sollverlauf. Die fachliche Rückmeldung benennt Beobachtung, wahrscheinliche Ursache, sichere Korrektur und erneute Prüfung.
Arbeitsschutz, Umwelt und digitale Dokumentation
Beim Flechten entstehen Risiken durch spitze Schneidwerkzeuge, Schnittverletzungen, Holzsplitter, rutschende Spannvorrichtungen, ungünstige Handhaltung und gegebenenfalls Staub. Wähle sichere Werkstückablagen und eine passende Arbeitshöhe, plane Pausen für Hände und Rücken, prüfe Werkzeuge und entferne lose Schneidteile aus der Arbeitszone. Arbeiten mit Maschinen, scharfen Spezialwerkzeugen, erhitzten Werkstoffen, Lösemitteln, Klebern oder belasteten Möbelgestellen nur nach Gefährdungsbeurteilung, Unterweisung und unter befugter fachlicher Aufsicht. Das Lehrmodell lässt sich mit bereits vorbereitetem, gratfreiem Holz-/Kartonrahmen, Papierkordel und stumpfen Kunststoffclips durchführen. Keine improvisierten Belastungstests mit Personen.
Für spanende Holzbearbeitung nennt die BAuA, TRGS 553 Holzstaub, Stand 2025 Schutzmaßnahmen; die DGUV Regel 109-606 konkretisiert Holz-Werkstattgefahren. Grundsätze zu Gefährdungsbeurteilung und Unterweisung enthält die DGUV Regel 100-001, aktualisierte Fassung 2025. Wende die jeweils im Betrieb und beim Unfallversicherungsträger geltende aktuelle Fassung an. Herstellerangaben zu Flechtmaterial, Oberflächenmittel, Reinigung und Verbindern sind verbindlich für die konkrete Materialentscheidung; dieser Kurs nennt bewusst keine ungeprüfte Belastungsnorm und keine allgemeingültige Einweichzeit.
Sammle verwendbare Reststücke sortiert, plane ressourcenschonend und bewerte Reparatur statt Austausch. Kunststoffe nicht ungeprüft mit Naturfasern in dieselbe Entsorgung geben. Digital genügt eine lokale Datei mit Skizze, anonymem Projektcode, Materialliste, Berechnungsblatt, Zeitprotokoll und Fotos nur vom Werkstück. Speichere sparsam und mit angemessenen Zugriffsrechten; personenbezogene Aufnahmen oder Kundendaten werden nicht für die Übung benötigt (vgl. DSGVO, insbesondere Art. 5).
Vollständiger Praxisfall: Modellrahmen R4
Auftrag und begründete Lösung
Fiktiver Werkstattauftrag: Für eine kleine Ausstellung entsteht ein rein dekoratives rechteckiges Rahmengeflecht „R4“ aus Papierschnur. Der bereits fertig gelieferte, gratfreie Modellrahmen hat lichte Innenmaße 400 mm × 300 mm. Die Flechtung soll ein gleichmäßiges rechtwinkliges Über-Unter-Muster bilden. Sollabstand der Stränge: 20 mm, halber Randabstand: 10 mm. Zulässige Modellabweichung gemäß dieser Übung: höchstens 2 mm bei einzelnen Abständen; es gibt keine Freigabe für Sitzbelastung. Aus Gründen der Materialverfügbarkeit, des einfachen Austauschs und der sicheren Modellarbeit fällt die Wahl auf Papierschnur und schonende Clips statt Bohrungen oder Leim. Binsen, Wiener Geflecht und Fertiggeflecht wurden bewusst geprüft, aber für diesen Lernzweck nicht benötigt.
Material- und Kostenrechnung mit Einheiten
Schritt 1 – Anzahl: Senkrechte Stränge werden über die Breite verteilt: 400 mm / 20 mm = 20 Stück, jeweils 10 mm Randabstand. Ihre freie Länge beträgt 300 mm = 0,30 m. Waagerechte Stränge werden über die Höhe verteilt: 300 mm / 20 mm = 15 Stück, freie Länge jeweils 400 mm = 0,40 m.
Schritt 2 – Nettolänge: 20 × 0,30 m + 15 × 0,40 m = 6,00 m + 6,00 m = 12,00 m.
Schritt 3 – Befestigungszugabe: Jede der 35 separat eingesetzten Schnüre bekommt im Modell pauschal 50 mm an jedem Ende für die schonende Fixierung: 35 × 2 × 0,05 m = 3,50 m. Bedarf vor Verschnitt = 12,00 m + 3,50 m = 15,50 m.
Schritt 4 – Reserve: Eine didaktisch gesetzte Reserve von 15 % auf 15,50 m ist 2,325 m. Gesamt = 15,50 m × 1,15 = 17,825 m; aufgerundet werden 18 m disponiert. Die Annahmen dienen nur dem Modell; bei anderen Techniken sind sie nicht übertragbar.
Schritt 5 – Beispielkalkulation: Angenommener interner Materialansatz 0,22 € je Meter: 18 m × 0,22 €/m = 3,96 € rechnerischer Materialverbrauch. Eine vollständig zu beschaffende 20-m-Rolle kostet bei diesem fiktiven Ansatz 4,40 €; der ungenutzte Rest bleibt Lagerbestand. Fiktiver Arbeitszeitansatz: 1,25 h × 18,00 €/h = 22,50 €. Fiktive zusätzliche Werkstattgemeinkosten: 3,00 €. Muster-Selbstkostenrechnung mit Verbrauchswert = 3,96 € + 22,50 € + 3,00 € = 29,46 €, ohne Umsatzsteuer, Gewinnaufschlag oder reale Angebotsgültigkeit. Kosten und benötigte Bestellmenge nicht verwechseln.
Prüfbarer Arbeitsplan
| Phase | Tätigkeit | Prüf- und Sicherheitsnachweis |
|---|---|---|
| Analysieren | Modellzweck, Maße und Nicht-Belastbarkeit klären | schriftlicher fiktiver Auftrag und Funktionsgrenze |
| Planen | Skizze mit 20 × 15 Achsen, halbem Randabstand und Über-Unter-Verlauf | Rasterrechnung und Plausibilitätskontrolle |
| Vorbereiten | Gratfreien Rahmen und Papierschnur prüfen; 18 m disponieren | Materialzustand, sichere Klemmen, freie Arbeitsfläche |
| Proben | An kurzem Musterstrang Spannung und Clip-Befestigung erproben | keine scharfe Umlenkung, Enden halten ohne Werkstückschaden |
| Flechten | 20 Längsstränge und 15 Querstränge schrittweise über und unter führen | in jeder Reihe Kreuzungsfolge und Raster prüfen |
| Abschließen | Enden ohne Überstände befestigen, schadhafte Stränge ersetzen | Kanten glatt, Muster gleichmäßig |
| Kontrollieren | 10 ausgewählte Teilungsabstände messen; Sicht- und Berührungsprüfung | Messprotokoll mit Abweichungen, keine Belastungsprobe |
| Dokumentieren | Werkstückfoto ohne Personen, Zeit, Material und Mängel erfassen | anonymisierte Lernmappe und Pflegekarte |
Prüfbares Ergebnis: ein 400-mm-×-300-mm-Modellfeld mit 20 senkrechten und 15 waagerechten Strängen, überwiegend regelmäßigem Kreuzungsbild, gesicherten Enden, maximal 2 mm Abweichung je kontrolliertem Rasterabstand und Kennzeichnung „Dekorationsmodell – nicht belastbar“. Messprotokoll: Sollabstand 20 mm; beispielsweise 19, 20, 21, 20, 19, 21, 20, 20, 19, 21 mm ergeben Abweichungen von höchstens 1 mm und erfüllen damit das Übungsmaß. Zusätzlich müssen alle Kanten und Fixierungen fachlich beurteilt werden; ein einzelnes Messkriterium allein genügt nicht.
Bewertungsraster mit transparenten Kriterien
| Kriterium | Maximalpunkte | Beobachtbarer Nachweis |
|---|---|---|
| Auftragsanalyse und Skizze | 15 | Funktionsgrenze, Innenmaße und Raster im Plan korrekt |
| Material- und Technikbegründung | 15 | passende Auswahl; mindestens zwei Alternativen sachlich verglichen |
| Ausführung und Musterbild | 25 | sichere Enden; vollständige Kreuzungsfolge; keine beschädigten Stränge |
| Sicherheit, Ergonomie, Nachhaltigkeit | 15 | kontrollierter Arbeitsplatz; keine Gefahrarbeit; sinnvoller Umgang mit Resten |
| Qualitätsmessung und Nachbesserung | 20 | protokollierte Teilungswerte, Fehlerdiagnose und Korrektur |
| Dokumentation und Pflegehinweis | 10 | Skizze, Rechnung, Foto ohne Personen, Zeitprotokoll und Pflegekarte |
| Gesamt | 100 | Punkte werden je Kriterium anhand des vorliegenden Nachweises begründet |
Orientierungsstufen (nur für diesen Kurs): 90–100 Punkte = sehr sicher umgesetzt; 75–89 = weitgehend sicher; 60–74 = Grundlagen erreicht, mit Korrekturbedarf; unter 60 = gezielt weiterüben. Sicherheit ist ein eigenständiges Ausschlusskriterium für eine praktische Freigabe, selbst wenn die Gesamtpunktzahl hoch ist. Die Punkte sind keine amtliche Prüfungsbewertung. Rückmeldung nach dem Prinzip: „Beobachtung – fachlicher Grund – konkrete nächste Verbesserung“.
Pflegekarte für das Modell: trocken und spannungsfrei lagern, vor direkter Nässe und starker Wärmeeinwirkung schützen, Staub vorsichtig trocken entfernen, beschädigte Schnüre fachgerecht ersetzen. Für echte Sitzmöbel gelten die jeweils konkreten Material-, Beschichtungs- und Herstelleranweisungen; eine allgemein gültige Pflegevorschrift für alle Flechtstoffe gibt es nicht.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Fachwissen anwenden
Welche Information entscheidet zuerst, ob ein Flechtwerk als Sitz genutzt werden darf? (Die nachgewiesene Eignung von Rahmen und Geflecht für die vorgesehene Belastung) (!Die möglichst helle Farbe der Flechtschnur) (!Ein gleichmäßiges Muster auf einem Dekorationsmodell) (!Der günstigste Preis je Meter Schnur)
Was kennzeichnet ein vorgefertigtes Stuhlgeflecht für einen Nutrahmen? (Die vollständige Geflechtmatte wird mit geeigneter Einlage in einer vorgesehenen Nut befestigt) (!Jeder Faden wird zwingend durch einzeln gebohrte Löcher geführt) (!Das Geflecht braucht keinerlei Befestigung am Rahmen) (!Es darf auf jeden Lochrahmen einfach aufgeklebt werden)
Welche Beschreibung trifft auf die Worpsweder Binsendrehtechnik zu? (Einzelne Binsen werden zu Strängen gedreht und um Rahmenhölzer geführt) (!Eine fertige Kunststoffmatte wird ohne Spannung ausgelegt) (!Holzleisten werden zu einer geschlossenen Platte verleimt) (!Metallfäden werden durch Elektroschweißen verbunden)
Wie viele senkrechte Stränge entstehen bei 400 mm Innenbreite und 20 mm Teilung mit halbem Randabstand? (20 Stränge) (!19 Stränge) (!21 Stränge) (!40 Stränge)
Was gehört bei einzelnen Zuschnitten zusätzlich zur reinen Flechtstrecke in die Materialplanung? (Befestigungszugabe und begründete Reserve) (!Nur die Außenhöhe des Rahmens) (!Ausschließlich die Breite der Verpackung) (!Nur ein pauschaler Farbvergleich)
Was ist bei einer trapezförmigen Sitzfläche besonders zu beachten? (Die unterschiedliche Kantenlänge und die daraus folgende Einteilung der Flechtachsen) (!Alle vier Rahmenseiten haben immer die gleiche Länge) (!Es wird nie ein Startpunkt für das Geflecht benötigt) (!Jeder Lochabstand ist unabhängig vom Material geeignet)
Welche Beobachtung verlangt vor dem Weiterflechten eine Korrektur? (Ein Strang wird an einer scharfen Rahmenkante sichtbar beschädigt) (!Ein geprüftes Materialmuster entspricht dem Auftrag) (!Die gemessenen Teilungsabstände liegen innerhalb der vereinbarten Toleranz) (!Die Skizze enthält Innenmaße und Befestigungspunkte)
Wofür ist eine Abstandslehre in der Arbeitsvorbereitung nützlich? (Für die wiederholbare Einteilung eines gleichmäßigen Flechtrasters) (!Als Nachweis für eine beliebige zulässige Sitzlast) (!Zum Ersatz der Materialprüfung bei Bruchstellen) (!Zum automatischen Erstellen rechtsgültiger Angebote)
Welche digitale Dokumentation ist für den anonymen Modellauftrag angemessen? (Eine Datei mit Maßskizze und Werkstückfoto ohne personenbezogene Angaben) (!Ein öffentliches Foto mit Namen und Gesichtern aller Lernenden) (!Eine ungeprüfte Kundenliste mit Telefonnummern) (!Die Weitergabe privater Auftragsdaten an beliebige Dienste)
Welche Aussage zur Nachhaltigkeit ist am besten begründet? (Lange Nutzungsdauer und Reparierbarkeit gehören neben Herkunft und Entsorgung in den Vergleich) (!Jede Naturfaser ist unabhängig vom Transport automatisch klimaneutral) (!Kunststoffgeflechte lassen sich ausnahmslos in der Natur kompostieren) (!Verschnitt und Energiebedarf sind für die Materialwahl bedeutungslos)
Memory: Fachbegriffe zuordnen
| Spanngeflecht | Unter Zug befestigte Flechtstränge in einem Rahmen |
| Fertiggeflecht | Vorher hergestellte Matte für eine geeignete Rahmenkonstruktion |
| Elha-Schnur | Aus Seegras gedrehte Flechtkordel |
| Abstandslehre | Hilfsmittel zur wiederholbar gleichmäßigen Teilung |
| Splintpeddig | Passende Einlage zur Sicherung von Geflecht in einer Nut |
| Qualitätskontrolle | Messung und Beurteilung anhand vorher vereinbarter Kriterien |
Drag-and-drop: Handlungsschritte verbinden
| Ordne die Tätigkeit der passenden Beschreibung zu. | Bedeutung im Arbeitsprozess |
|---|---|
| Auftragsklärung | Nutzung und Funktionsgrenzen des Werkstücks bestimmen |
| Rahmenprüfung | Risse, Verzug und Kanten vor dem Flechten kontrollieren |
| Probestück | Material und Spannungsführung gefahrlos erproben |
| Rasterkontrolle | Vereinbarte Strangabstände am Werkstück messen |
| Übergabe | Qualität und passende Pflegehinweise verständlich mitteilen |
Kreuzworträtsel: Materialien und Werkstatt
| Binse | Welcher natürliche Halm wird zur Worpsweder Flechtschnur verdreht? |
| Rattan | Aus welcher Palmenpflanze stammt Stuhlflechtrohr? |
| Schablone | Wie heißt eine wiederverwendbare Formhilfe zum Anzeichnen? |
| Spannung | Welche Zuggröße muss bei Spanngeflechten materialgerecht kontrolliert werden? |
| Papierschnur | Welche gedrehte Flechtkordel entsteht aus Papierfasern? |
| Reinigung | Welcher Teil der Pflege entfernt Schmutz ohne ungeeignete Mittel? |
LearningApps: Weitere Zuordnungsübungen finden
Suche ergänzende Lernspiele zum Thema und prüfe deren fachliche Richtigkeit, Sprache und Datenschutzbedingungen vor der Verwendung. Die Suche verlinkt kein ungeprüftes einzelnes Lernspiel.
Lückentext: Arbeitsablauf sichern
Offene Aufgaben
Bearbeite zunächst eine Grundaufgabe und wähle danach weitere Aufgaben entsprechend deinem Können. Halte beim Modell die Nicht-Belastbarkeit fest; praktische Gefahrarbeit ist ohne befugte Unterweisung und Aufsicht ausgeschlossen. Bei jeder Aufgabe helfen dir Kriterien und Muster aus dem Fachteil, aber keine offen vorweggenommene Quizlösung.
Leicht
- Flächenformen erkennen: Skizziere Quadrat, Rechteck und Trapez; markiere unterschiedliche Anforderungen an Randabstände und Kraftverläufe.
- Werkstoffsteckbrief: Erstelle für Binse, Papierschnur und Stuhlflechtrohr je eine Karte mit Eigenschaft, Einsatz, Pflegegrenze und offener Herstellerfrage.
- Werkstattcheck: Untersuche an einem vorbereiteten Modellrahmen fünf mögliche Gefahrenstellen und formuliere je eine sichere Vermeidung.
- Flechtmuster erkennen: Beschreibe an einem der lizenzierten Bilder Befestigung, Muster, Kanten und zwei überprüfbare Qualitätsmerkmale.
Standard
- Maßskizze und Abstände: Entwirf ein Dekomodell mit 360 mm × 240 mm Innenmaß; berechne ein gleichmäßiges Raster mit halbem Randabstand und erkläre deine Teilungswahl.
- Schnurbedarf kalkulieren: Berechne für deinen Entwurf die freien Stranglängen, je zwei Befestigungszugaben und 12 % Reserve; zeige alle Einheiten und Rundungen.
- Arbeitsplan: Plane die Herstellung eines untragenden Probestücks mit Materialliste, Zeitfenstern, Unterweisungsvoraussetzungen, Zwischenkontrollen und Entsorgung.
- Technikvergleich: Vergleiche Worpsweder Binsendrehtechnik, handgezogenes Stuhlflechtrohr und Fertiggeflecht anhand von Konstruktion, Werkzeugbedarf und Eignung.
Schwer
- Fehlerdiagnose: Entwickle drei fiktive Mängelprotokolle zu lockeren Kanten, verzogenem Raster und Faserrissen; begründe passende Korrekturen.
- Auftragsvariante: Plane eine dreieckige dekorative Rahmenfläche, untersuche die Rastergrenzen und erstelle zwei konstruktiv unterschiedliche, sichere Entwürfe.
- Ökobilanz im Kleinen: Vergleiche eine reparierbare Naturfaserlösung mit einem Kunstgeflecht für einen konkreten Nutzungsort; bewerte Unsicherheiten statt pauschaler Umwelturteile.
- Prüf- und Übergabegespräch: Entwirf ein anonymisiertes Fachgespräch zu einem restaurierungsbedürftigen Stuhl; trenne belegbare Befunde, offene Herstellerfragen, Fachfreigaben und sinnvolle Pflegehinweise.


Lernkontrolle
- Anforderungsprofil: Du erhältst den fiktiven Auftrag „Rückenfüllung im trockenen Innenraum“. Welche mindestens sechs Angaben fehlen, bevor du Material und Technik verbindlich auswählst?
- Rahmenvergleich: Erkläre, warum eine Fertigmatte bei einem Nutrahmen eine Option ist, aber nicht einfach in einen gebohrten Stuhlrahmen geklebt werden darf.
- Berechnung und Plausibilität: Für 450 mm Innenbreite und ungefähr 25 mm Teilung mit halbem Randabstand: Ermittle Strangzahl, tatsächlichen Abstand und Randabstand; beschreibe deine Rundungsentscheidung.
- Fehleranalyse: Das Muster zieht nach rechts und einzelne Stränge brechen an einer Ecke. Entwickle eine Reihenfolge sicherer Prüfungen und Korrekturmaßnahmen.
- Sicherheitsentscheidung: Begründe, warum ein schönes Dekomodell keine Freigabe für einen echten Sitz erteilt und wie du die praktische Übung dennoch kompetenzorientiert gestaltest.
- Wirtschaftlichkeit: Unterscheide die rechnerischen Verbrauchskosten von der Bestellmenge und den gesamten Selbstkosten im Modellfall R4.
- Nachhaltige Wahl: Entscheide für eine reparierbare Innenraumbespannung zwischen drei Werkstoffen und benenne zwei Datenlücken, die deine Entscheidung noch verändern könnten.
Die Lehrkraft bewertet den gedanklichen Weg, die begründete Materialentscheidung, die Recheneinheiten, die sichere Ausführung und die nachvollziehbare Korrektur. Falsche Zwischenergebnisse sind Anlass für fachbezogene Hinweise und ein erneutes Prüfen, nicht für das Verbergen des Lösungswegs.
Lernnachweis
Einreichung für Lernfeld 4: (1) anonymisierter fiktiver Auftrag mit Nutzungsgrenze, (2) bemaßte Maßskizze, (3) Gegenüberstellung von mindestens drei Werkstoffen oder Techniken, (4) Abstands- und Materialrechnung mit Einheiten und Beschaffungsmenge, (5) Arbeitsplan mit Gefährdungscheck und Aufsichtsregel, (6) freigegebenes nichttragendes Flechtmodell beziehungsweise papierbasierte Simulation, (7) Messprotokoll mit mindestens zehn Abständen und fotografischer Dokumentation nur des Werkstücks, (8) Bewertung anhand des 100-Punkte-Rasters samt konkretem Verbesserungsplan, (9) kurze Pflegekarte und begründete Nachhaltigkeitseinschätzung.
Eine gute Dokumentation trennt Vorgabe, eigene Annahme, Messung, Abweichung und Korrektur. Prüferinnen und Ausbildende können jeden Rechenschritt und jeden Arbeitsschritt nachverfolgen. Alternativ zur Werkstattdurchführung kannst du eine maßstabsgerechte Papiersimulation mit farbigen Fadenbahnen und eindeutig markierten Kreuzungen einreichen. Die betrieblichen und landesrechtlichen Vorgaben sowie die zuständige Kammer sind maßgeblich; diese Übung allein begründet weder eine Prüfungszulassung noch eine Anerkennung.
OER und Wikipedia
Primärquellen und fachliche Nachweise (Links geprüft, Abruf Oktober 2026):
- KMK: Rahmenlehrplan Flechtwerkgestalter/Flechtwerkgestalterin, Lernfeld 4 auf PDF-Seite 11. Beschluss vom 8. März 2006; der historische Erlass ist hier als weiterhin beim BIBB verlinkte Ausbildungsgrundlage ausgewiesen, nicht als ungeprüft neue Vorschrift.
- BIBB: aktuelles Berufsprofil, Ausbildungsdauer, Schwerpunkte und Rechtsgrundlagen.
- Bundesrecht: Ausbildungsrahmenplan zu § 6 FlechtwAusbV. Bei verbindlichen Auskünften aktuelle Geltung prüfen.
- BAuA: TRGS 553 Holzstaub, zuletzt geändert Februar 2025.
- DGUV Regel 109-606, Werkstatt- und Holzarbeit sowie DGUV Regel 100-001, überarbeitet 2025.
- Flechtwerkstatt Kurfer: Materialkundliche Vergleiche von Elha-Schnur, Papier, Rattan und Kunststoffen und Marina Frey: Befestigung von Fertiggeflechten als gekennzeichnete Praxisquellen; konkrete Produkte stets mit Originalherstellerangaben abgleichen.
- DSGVO, Artikel 5: Datenminimierung.
Verifizierte Wikimedia-Commons-Medien (Datei, Quelle, Urheber und Lizenz):
| Commons-Dateiname | Dateiseite | Urheber | Lizenz |
|---|---|---|---|
| File:Antique chair with caning seat.jpg | Commons | Smirkybec | CC BY-SA 4.0 |
| File:Lace cane woven chair bottom.jpg | Commons | Terasaface | CC BY-SA 4.0 |
| File:Re-Weaving My Rush Seated Chair (9408481377).jpg | Commons | Amanda Slater | CC BY-SA 2.0 |
| File:PE Rattan.jpg | Commons | Shevyrin Danila | CC BY 3.0 |
| File:Wicker chairs.jpg | Commons | Evzen M | CC BY-SA 4.0 |
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Frei zugänglicher Grundlagenartikel zu einem Teilthema: Wiener Geflecht – Wikipedia, deutsch, Textlizenz CC BY-SA laut Wikipedia-Seite. Die OER-Recherche ersetzt nicht die berufliche Material- und Sicherheitsprüfung.
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Anschlussprojekte: Entwickle im Team eine Materialbibliothek mit nicht-personenbezogenen Musterstücken. Lege eine Lehre für gleichmäßige Teilung an und vergleiche Rüst- und Arbeitszeiten. Simuliere bei unterschiedlichen Rahmenformen den Fadenverlauf in einer Tabellenkalkulation. Plane eine Reparaturentscheidung für einen anonymen Musterstuhl ausschließlich theoretisch; die praktische Restaurierung verlangt betriebliche Sicherheitsfreigabe und fachkundige Aufsicht. Verknüpfe dies mit Technisches Zeichnen, Kostenrechnung, Gestaltung und Kreislaufwirtschaft.
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