Zum Inhalt springen

Duale Ausbildung in Betrieb und Berufsschule - Flechtwerkgestalter - 1. Ausbildungsjahr

Aus MOOCsWiki Staging
aiMOOC-Siegel aiMOOC

Duale Ausbildung in Betrieb und Berufsschule - Flechtwerkgestalter - 1. Ausbildungsjahr

QR-Code



Einleitung

Als angehende Flechtwerkgestalterin oder angehender Flechtwerkgestalter lernst du an zwei miteinander verbundenen Lernorten: im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule. In diesem aiMOOC bearbeitest du einen beispielhaften Werkstattauftrag vom ersten Gespräch bis zur Qualitätsprüfung. Du unterscheidest betriebliche Praxis und schulisches Fachwissen, planst Material und Zeit, schützt dich und andere und dokumentierst ein prüfbares Ergebnis. Alle Namen, Maße, Preise und Auftragsdaten des Praxisfalls sind ausdrücklich erfunden; der Kurs ersetzt keine Unterweisung und keinen betrieblichen Ausbildungsplan.


Zwei Lernorte – ein Ausbildungsziel


Berufsbild und rechtlicher Rahmen

Der anerkannte Ausbildungsberuf Flechtwerkgestalter beziehungsweise Flechtwerkgestalterin dauert regulär 36 Monate. Die geltende bundesrechtliche Ausbildungsordnung, die FlechtwAusbV vom 31. März 2006, nennt gemeinsame Inhalte und die Schwerpunkte Korbwaren, Flechtmöbel und Flechtobjekte. Das Datum 2006 ist kein Anlass, unbesehen alte Kursmaterialien zu übernehmen: Der aktuelle Berufseintrag des Bundesinstituts für Berufsbildung führt diese Verordnung weiterhin als Rechtsgrundlage. Im Betrieb entstehen unter anderem Körbe, Sitzmöbel und gestaltete Flechtobjekte; hinzu kommen Entwerfen, Werkstoffprüfung, Präsentation, Material- und Zeitermittlung, Arbeitsschutz und Kundenorientierung. BIBB-Berufsprofil · geltende Ausbildungsordnung.

Betrieb: Du beobachtest Fertigungsabläufe, lernst Werkstoffe kennen und führst nach Einweisung geeignete Arbeitsschritte unter abgestimmter Anleitung aus. Berufsschule: Du begründest Material- und Werkzeugwahl, rechnest, zeichnest, analysierst Arbeitsaufträge, beurteilst Qualität und reflektierst Zusammenarbeit. Es handelt sich nicht um zwei voneinander unabhängige Ausbildungen: Ein im Unterricht verstandener Arbeitsschritt soll im Betrieb angewendet und eine betriebliche Erfahrung im Unterricht erklärt werden können.

Einblicke in handwerkliche Flechtarbeit; Foto: Naturpuur, CC BY-SA 4.0. Urheber- und Lizenznachweise stehen unter „OER und Wikipedia“.


Die Lernfelder im ersten Ausbildungsjahr

Im bundesweiten KMK-Rahmenlehrplan vom 8. März 2006 sind für das erste Jahr vier Lernfelder vorgesehen: LF 1 „Einweisen von neuen Mitarbeitern/neuen Mitarbeiterinnen“ (40 Unterrichtsstunden), LF 2 „Herstellen von runden Körben“ (80), LF 3 „Herstellen von ovalen Körben“ (80) und LF 4 „Erstellen von Rahmengeflechten“ (80). Das sind 280 Unterrichtsstunden als KMK-Zeitrichtwerte, keine frei erfundene Aussage über die konkrete Wochenstundenzahl deiner Schule. Das jeweilige Bundesland setzt den KMK-Rahmenlehrplan um; Stundenplan, betrieblicher Ausbildungsplan und zuständige Kammer sind vor Ort maßgeblich. Der Kurs legt den Schwerpunkt auf LF 1 und nutzt einen vereinfachten Lernauftrag als Brücke zu LF 2. KMK-Rahmenlehrplan.

Beispiel für die Verzahnung: Im Betrieb erfährst du, welche Weidenruten sich ohne Bruch flechten lassen. In der Schule untersuchst du Biegsamkeit, Querschnitt, Abmessungen und die Folgen ungleichmäßiger Spannung. Bei der nächsten Werkstattübung kannst du deine Materialwahl begründen. Ein typischer Fehler ist, die Berufsschule nur als Theorie und den Betrieb nur als Produktion zu betrachten: Beide Lernorte tragen gemeinsam zur beruflichen Handlungskompetenz bei.


Rechte, Pflichten und Zusammenarbeit


Vertrag, Ausbildungsplan und Ausbildungsnachweis

Dein Berufsausbildungsvertrag regelt unter anderem Ausbildungsziel, Beginn, Dauer, regelmäßige Ausbildungszeit, Vergütung, Probezeit und Urlaub. Die Ausbildenden müssen für eine planmäßige Ausbildung sorgen, Ausbildungsmittel bereitstellen, den Berufsschulbesuch ermöglichen und den Ausbildungsnachweis regelmäßig durchsehen. Auszubildende führen ihre Aufgaben sorgfältig aus, nehmen an vorgesehenen Ausbildungsmaßnahmen teil, beachten berechtigte Weisungen und dokumentieren ihre Tätigkeit im schriftlichen oder elektronischen Ausbildungsnachweis. Beachte insbesondere die aktuelle Fassung von § 11 BBiG, § 13 BBiG, § 14 BBiG und § 15 BBiG.

Betrieblicher Ausbildungsplan bedeutet die an den Betrieb angepasste sachliche und zeitliche Gliederung des Lernens auf Basis des Ausbildungsrahmenplans. Ausbildungsnachweis bedeutet eine nachvollziehbare Beschreibung tatsächlich behandelter Ausbildungsinhalte; er ist keine Sammlung erfundener Stunden. Unterrichts- und Freistellungsregeln hängen vom konkreten Schultag und bei Minderjährigen zusätzlich vom Jugendarbeitsschutz ab. Frage bei Unklarheiten zuerst die ausbildende Person und gegebenenfalls Berufsschule oder zuständige Stelle. Eine Industrie- und Handelskammer oder Handwerkskammer ist nicht beliebig austauschbar; welche Stelle im Einzelfall zuständig ist, ergibt sich aus dem eingetragenen Ausbildungsverhältnis.


Auftrag klären und fachgerecht rückmelden

Vor dem Arbeiten hilft ein kurzes Auftragsklärungsgespräch: Welches Produkt ist gewünscht? Welche Maße, Termine und Anforderungen gelten? Welches Material wurde freigegeben? Was darfst du bereits selbst ausführen, und wofür brauchst du eine fachkundige Person? Wenn ein Detail unklar ist, formulierst du eine überprüfbare Rückfrage statt zu raten. Beispiel: „Ist der Durchmesser einschließlich Geflechtdicke gemeint, und welche Abweichung ist zulässig?“ Dokumentiere die Entscheidung in einer neutralen Übungsnotiz.

Rückmeldekette: Arbeitsauftrag lesen → Verständnisfragen stellen → Arbeitsplan zeigen → sichere Ausführung freigeben lassen → Zwischenstand kontrollieren → Ergebnis vorzeigen → Verbesserungen festhalten. Ein typischer Fehler ist, einen Auftrag stillschweigend abzuändern, weil das Material gerade nicht reicht. Transparente Kommunikation spart Ausschuss und schützt die Kundenzufriedenheit. Verwende in schulischen Präsentationen ausschließlich fiktive Kundennamen und keine unveröffentlichten Unternehmensdaten.

Handwerkliche Arbeit als Gesprächsanlass: Welche Tätigkeiten sind sichtbar, welche muss eine Einweisung zusätzlich erklären? Foto: Naturpuur, CC BY-SA 4.0.


Werkstoffe, Werkstatt und sichere Vorbereitung


Materialbegriffe und Qualitätsmerkmale

Weide bezeichnet hier zum Flechten geeignete Weidenruten. Peddigrohr ist ein bearbeitetes Flechtmaterial aus dem Rattanbereich; Weidenruten und Peddigrohr sind nicht dasselbe. Staken sind die aufgerichteten, tragenden Längselemente eines Korbgeflechtes; Flechtfäden oder Flechtstränge laufen bei vielen Techniken quer zu ihnen. Boden, Rumpf und Rand sind unterscheidbare Produktbereiche. Vor einem Auftrag prüfst du Material auf gleichmäßigen Querschnitt, ausreichende Elastizität, sichtbare Schäden, Feuchtebedarf und Eignung für die geplante Belastung. Die konkreten Wässerungs-, Verarbeitungs- und Lagerhinweise des jeweiligen Lieferanten haben Vorrang vor pauschalen Minutenangaben.

Beispiel: Eine stark spröde Rute kann beim Biegen brechen; ein ungleich dicker Strang verändert die Flechtspannung. Prüfe ein ausdrücklich freigegebenes Probestück unter Anleitung. Ein intaktes, elastisches und passendes Material verringert Nacharbeit. Sortiere Reste nach Wiederverwendbarkeit, statt brauchbare Stücke mit Schmutz oder gefährlichen Abfällen zu vermischen.

Ein Pfriem beziehungsweise eine Ahle wird im Flechthandwerk eingesetzt. Die Abbildung ist Anschauungsmaterial, keine Anleitung zur unbegleiteten Benutzung. Foto: Naturpuur, CC BY-SA 4.0.


Arbeitsschutz, Ergonomie und sichere Alternativen

Spitze Ahlen, scharfe Messer oder Scheren und unter Spannung stehende Ruten können Stich-, Schnitt- und Rückschnellverletzungen verursachen. Nässe am Boden, ungünstige Körperhaltung, Staub und gegebenenfalls Beschichtungsstoffe kommen als weitere Risiken hinzu. Vor jedem Einsatz: Gefährdungen anhand der betrieblichen Gefährdungsbeurteilung klären, passende Werkzeuge und Herstellerhinweise prüfen, an einem aufgeräumten Arbeitsplatz arbeiten und Einweisung sowie fachkundige Aufsicht einhalten. Die erforderliche persönliche Schutzausrüstung richtet sich nach der konkreten Tätigkeit und Beurteilung; Handschuhe sind nicht pauschal an jeder Maschine sicher.

Rechts- und Fachbezug: ArbSchG § 5 verlangt die Gefährdungsbeurteilung, ArbSchG § 12 die Unterweisung und JArbSchG § 22 setzt Jugendlichen bei gefährlichen Arbeiten besondere Grenzen. Für Handwerkzeuge bietet die DGUV Information 209-001, Ausgabe September 2024 praxisnahe Hinweise zu Auswahl, Benutzung und Ergonomie: DGUV-Originaleintrag. Die zuständige Fachkraft prüft außerdem Betriebsanweisungen, Herstellerinformationen und gegebenenfalls weitere branchenspezifische Regeln. An Maschinen und bei gefährlichen Tätigkeiten handelst du ausschließlich nach betrieblicher Freigabe und unter der erforderlichen befugten Aufsicht. Eigenmächtiges Schneiden, Spalten oder Arbeiten mit Maschinen ist keine Lernaufgabe dieses Kurses.

Sichere Simulation: Nutze vorgefertigte weiche Papierstreifen und einen vorgestanzten Kartonboden. Du kannst Stakenzahl, Über-Unter-Muster und Spannung nachvollziehen, ohne scharfe Werkzeuge, Maschinen, Erhitzen oder unbekannte Chemikalien einzusetzen. Vergleiche die Modellbeobachtung danach mit der fachlichen Demonstration im Betrieb.

Weidenhobel als Beispiel eines speziellen Arbeitsmittels. Nur nach betrieblicher Unterweisung und Freigabe einsetzen; Foto: Naturpuur, CC BY-SA 4.0.


Praxisauftrag: einen runden Lernkorb planen


Fiktiver Auftrag und prüfbare Anforderungen

Auftrag L-01 (rein fiktiv): Ein Ausbildungsbetrieb lässt dich mit einer fachkundigen Betreuung ein rundes, oben offenes Lernmodell aus geeignetem Flechtmaterial und einem bereits vorbereiteten, gelochten Boden planen. Soll-Bodendurchmesser: 180 mm. Soll-Rumpfhöhe: 100 mm. Der Boden besitzt 24 vorbereitete Öffnungen. Für die Übung sind 24 Staken von je 0,30 m und eine durchschnittliche horizontale Flechtlage von 8 mm vorgesehen. Ein Henkel und eine tragende Alltagsverwendung gehören ausdrücklich nicht zum Auftrag. Die Angaben sind Übungsannahmen, keine serienmäßige Materialnorm oder Herstelleranweisung.

Abnahmekriterien: 24 gleichmäßig verteilte Staken, ein durchgehend erkennbares Flechtmuster, Rumpfhöhe 100 mm mit einer Übungstoleranz von ±10 mm, Außendurchmesser am Rumpf ungefähr 180 mm mit ±10 mm, standfester Boden, keine zugänglichen spitzen Enden und nachvollziehbarer Arbeitsnachweis. Die genannten Toleranzen sind allein didaktische Vereinbarungen für L-01. Vor jeder realen Umsetzung sind Verbindungen, Randabschluss, tatsächliche Materialquerschnitte und sichere Gebrauchstauglichkeit von der ausbildenden Fachkraft festzulegen.


Materialbedarf und Beispielrechnung

Schritt 1 – Staken: 24 × 0,30 m = 7,20 m Stakenmaterial. Mit einem beispielhaften Zuschnittzuschlag von 10 % ergibt sich 7,20 m × 1,10 = 7,92 m, also rund 8,0 m Rohmaterial zur Planung. Die Anzahl der vorbereiteten Öffnungen ist keine Berechnungsformel für beliebige reale Körbe; sie ist in diesem Auftrag vorgegeben.

Schritt 2 – Umfang: Für den näherungsweise runden Rumpf gilt U = π × d. Bei d = 0,18 m: U ≈ 3,1416 × 0,18 m = 0,5655 m je Umlauf. Da der Rumpf wegen der Materialdicke etwas größer werden kann, wird dieses Ergebnis als Planwert und nicht als exakte Endlänge verwendet.

Schritt 3 – Lagenzahl: Höhe 100 mm ÷ mittlere Lage 8 mm = 12,5. Für die Planung wird auf 13 Lagen aufgerundet; die tatsächliche Höhe wird am Werkstück gemessen und die letzte Lage angepasst. 13 × 0,5655 m ≈ 7,35 m Flechtstrang. Mit 20 % Reserve für Verbindungen, Spannung und Verschnitt: 7,35 × 1,20 ≈ 8,82 m. Geplant werden 9,0 m. Die Reserve ist nur eine Übungsannahme; bei geänderter Technik oder Materialdicke muss sie neu beurteilt werden.

Schritt 4 – fiktive Materialkosten: 24 zugeschnittene Staken zu je 0,12 € = 2,88 €; 9,0 m Flechtstrang zu 0,18 €/m = 1,62 €; vorbereiteter Boden = 2,50 €; sonstiges freigegebenes Kleinmaterial = 0,40 €. Summe: 2,88 € + 1,62 € + 2,50 € + 0,40 € = 7,40 €. In dieser Beispielrechnung wird Stakenmaterial bereits als Stückware kalkuliert; die Rohmaterialreserve aus Schritt 1 darf deshalb nicht nochmals berechnet werden.

Schritt 5 – fiktiver Zeitwert: Geplante Lern- und Arbeitszeit 75 min × rechnerischer interner Stundensatz 12,00 €/h = 1,25 h × 12,00 €/h = 15,00 €. Übungsinterner Gesamtwert: 7,40 € + 15,00 € = 22,40 €. Dies ist kein Verkaufspreis: Gemeinkosten, weitere betriebliche Aufwendungen, Risiken, Gewinn und gegebenenfalls Umsatzsteuer fehlen. Es handelt sich um frei erfundene Kalkulationsdaten.


Arbeitsplan, Durchführung und Prüfung

Schritt Arbeitsauftrag und Zeitrichtwert im Übungsfall Nachweis beziehungsweise Kontrolle
Auftrag klären – 10 min Sollmaß, Übungszweck, Material und Aufsicht mit der Fachkraft abstimmen Freigegebenes Auftragsblatt L-01 ohne Personendaten
Arbeitsplatz sichern – 10 min Werkzeuge prüfen lassen, Arbeitsplatz ergonomisch einrichten, Schutzmaßnahmen klären Anonymisierte Sicherheits-Checkliste
Material vorbereiten – 10 min 24 vorgefertigte Staken, 9 m Flechtstrang und fertigen Boden bereitstellen und prüfen Materialliste und nachvollziehbare Rechnung
Geflecht üben – 35 min Nach fachkundiger Vorführung das freigegebene einfache Über-Unter-Geflecht herstellen; Spannung wiederholt kontrollieren Modell oder sicheres Papiermodell, Zwischenmessung
Rand prüfen – 5 min Enden und Oberfläche durch die Fachkraft sicher abschließen beziehungsweise im Kartonmodell umlegen Keine herausstehenden gefährlichen Enden
Ergebnis dokumentieren – 5 min Soll-Ist-Vergleich, Lernfortschritt und Verbesserungsbedarf erfassen Prüfbogen und kurze Reflexion

Summe: 10 + 10 + 10 + 35 + 5 + 5 = 75 Minuten. Das Papiermodell ist die verbindliche Ersatzaufgabe, wenn Unterweisung, Material oder Aufsicht für die reale Flechtarbeit fehlen. Vorhandene Produktfotos, etwa aus dem Betrieb, dürfen nur mit entsprechender Freigabe weitergegeben werden.

Typische Fehler und Gegenmaßnahmen: Zu straffes Flechten verzieht den Rumpf – Spannung frühzeitig prüfen. Zu lockere Lagen erzeugen ungleichmäßige Zwischenräume – mit einer Referenzlage vergleichen. Ein ungeprüfter Umfang führt zu Materialmangel – Maße am entstehenden Rumpf nachmessen. Vergessene Reserven verursachen Nachbestellungen – Materialbedarf begründet aufrunden. Ein schönes Geflecht ohne sichere Kante gilt nicht als fertig – Endkontrolle durch die Fachkraft vor jeder Nutzung.

Bewertungsraster für den Lernauftrag (100 Punkte):

Bereich Beobachtbare Kriterien Punkte
Auftragsanalyse Anforderungen, Unklarheiten und zulässige Abweichungen sind richtig erfasst 15
Planung und Rechnen Materialmenge, Reserven, Kosten und Zeit stimmen nachvollziehbar 20
Sichere Vorbereitung Gefährdungen, Unterweisung, Schutzmaßnahmen und Aufsicht sind beachtet 15
Fachgerechte Ausführung Modell zeigt konsistentes Muster, geeignete Spannung und sachgemäßen Aufbau 25
Qualitätsprüfung Messwerte, Stabilität und sichere Kanten sind geprüft und beurteilt 15
Dokumentation und Reflexion Arbeitsschritte, Abweichungen und Verbesserungsvorschläge sind nachvollziehbar 10
Gesamt Überprüfbarer Lernstand, keine amtliche Prüfungsbewertung 100

Prüfbares Arbeitsergebnis ist ein freigegebenes, sicher gefertigtes Lernmodell oder Papiermodell mit Material- und Zeitplan, Rechnungen, Messprotokoll und einer begründeten Reflexion. Die Fachkraft kann die Qualität unabhängig von einer bloßen Selbstaussage nachvollziehen.


Qualität, Nachhaltigkeit und digitale Dokumentation


Vom Werkstattbefund zum Lernnachweis

Prüfe nicht nur, ob dir das Ergebnis gefällt, sondern ob die vereinbarten Merkmale eingehalten wurden. Ein Soll-Ist-Bogen kann die Felder Kriterium, Soll, Ist, Abweichung, Maßnahme und Unterschrift der freigebenden Fachkraft enthalten. Übungsbeispiel: Soll-Höhe 100 mm, gemessen 106 mm, Abweichung +6 mm – im vorgegebenen Toleranzbereich. Ein zweiter Fall: 114 mm – außerhalb der Übungstoleranz; die fachkundige Person entscheidet, ob nachgearbeitet oder der Grund dokumentiert wird. Die Ausbildung fördert begründetes Korrigieren, nicht das Verschweigen von Fehlern.

Für den Ausbildungsnachweis beschreibst du in eigenen Worten die tatsächlich geübten Ausbildungsinhalte und verknüpfst sie mit betrieblichem Auftrag und schulischem Lernfeld. Ein schematischer, fiktiver Nachweis könnte lauten: „Lernkorb L-01: Werkstoffe verglichen, Staken und Flechtstrang berechnet, sicheres Modell unter Anleitung hergestellt, Maße geprüft und Verbesserungen abgeleitet.“ Reale Zeiten und Tätigkeiten dürfen nicht erfunden oder nachträglich schöngerechnet werden. Schule, Betrieb und zuständige Stelle können Vorgaben zu Form und Führung des Nachweises machen.


Umwelt, Datensparsamkeit und Transfer

Bei Weide, Rattan und anderen Materialien sind Herkunft, Ressourceneinsatz, Transport, Nutzung und Reparaturfähigkeit zu betrachten. Regionalität allein beweist noch keine bessere Umweltbilanz; lange Nutzungsdauer, geeignete Verarbeitung und geringe Ausschussmengen sind ebenso bedeutsam. Ein digitales Tabellenblatt kann die Kalkulation aktualisieren: Ändert sich der Durchmesser, ändern sich Umfang und Materialbedarf; änderts sich die Lagehöhe, ändert sich die Lagenzahl. Nutze als Übung nur neutrale Produktcodes und synthetische Daten. Keine Namen, Anschriften, Aufträge, Fotos oder Betriebsgeheimnisse ohne Berechtigung in offene KI-Dienste, Lernplattformen oder öffentliche Präsentationen hochladen.

Flechtwerk als handwerklicher Lerngegenstand: Untersuche den sichtbaren Aufbau und formuliere Qualitätsfragen. Foto: Naturpuur, CC BY-SA 4.0.

Deutschsprachiger Beitrag „Weide – super vielseitig!“ von ARD Garten/MDR Garten (2026): Weidenmaterial und Grundideen des Flechtens. Übertrage nicht ungeprüft Gartentechniken auf die Werkstattaufgabe.

Deutschsprachiges DIY-Video von „schere leim papier“ (2023) zu zwei Peddigrohr-Techniken. Beobachte den Arbeitsablauf kritisch; betriebliche Sicherheitsunterweisung und Herstellerangaben haben Vorrang.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Prüfe dein Wissen

Welche beiden Lernorte bilden die duale Ausbildung im Regelfall? (Betrieb und Berufsschule) (!Betrieb und Handwerksmuseum) (!Universität und Volkshochschule) (!Berufsschule und Sportverein)



Wie lange dauert die reguläre Ausbildung zum Flechtwerkgestalter? (36 Monate) (!12 Monate) (!24 Monate) (!48 Monate)



Welche Tätigkeit gehört zum ersten Lernfeld des ersten Ausbildungsjahres? (Neue Mitarbeitende einweisen und Arbeitsplätze erklären) (!Ein Kundenmöbel serienmäßig ohne Anleitung bauen) (!Eine Meisterprüfung bewerten) (!Eine Firmenbilanz testieren)



Wer erstellt den betrieblichen Ausbildungsplan auf Grundlage des Ausbildungsrahmenplans? (Die Ausbildenden) (!Nur der Lieferant des Flechtmaterials) (!Ausschließlich die Kundschaft) (!Die Auszubildenden ohne Abstimmung)



Wozu dient der Ausbildungsnachweis in der Ausbildung? (Zur nachvollziehbaren Dokumentation behandelter Ausbildungsinhalte) (!Zur Veröffentlichung vertraulicher Auftragsdaten) (!Als Ersatz für jede Werkstattunterweisung) (!Als freie Schätzung beliebiger Arbeitsstunden)



Was ist vor dem eigenständigen Einsatz eines gefährlichen Werkzeugs erforderlich? (Betriebliche Freigabe und erforderliche fachkundige Unterweisung) (!Eine Anleitung ohne Rückfrage aus dem Internet) (!Ein Foto des Werkzeugs) (!Eine Vermutung über die richtige Handhabung)



Wie lang sind 24 Staken zu jeweils 0,30 Metern zusammen? (7,20 Meter) (!6,20 Meter) (!8,20 Meter) (!12,00 Meter)



Wie groß ist der ungefähre Umfang eines Kreises mit 0,18 Metern Durchmesser? (0,565 Meter) (!0,180 Meter) (!1,131 Meter) (!3,142 Meter)



Wie hoch sind die Materialkosten des fiktiven Lernkorbs im Beispiel? (7,40 Euro) (!1,62 Euro) (!15,00 Euro) (!22,40 Euro)



Welche Daten sind für eine öffentlich teilbare digitale Übungsdokumentation geeignet? (Fiktive Auftragsangaben ohne Personenbezug) (!Echte private Kundenanschriften) (!Unveröffentlichte Betriebsangebote) (!Private Kontaktdaten von Auszubildenden)




Memory

Finde die fachlich zusammengehörenden Begriffe und Beschreibungen.

Ausbildungsordnung Bundesrechtliche Grundlage für Ausbildungsinhalte und Berufsprofil
Rahmenlehrplan Gemeinsame schulische Grundlage der Kultusministerkonferenz
Berichtsheft Gebräuchliche Bezeichnung für den Ausbildungsnachweis
Gefährdungsbeurteilung Systematisches Ermitteln und Beurteilen von Risiken am Arbeitsplatz
Flechtstrang Materialelement, das um tragende Elemente geführt wird
Soll-Ist-Vergleich Gegenüberstellung vereinbarter Kriterien und gemessener Ergebnisse




Drag-and-drop

Ordne jeder Phase die fachlich passende Handlung zu.

Arbeitsphase Passende Handlung
Auftrag analysieren Anforderungen und offene Fragen erfassen
Arbeit planen Materialbedarf und Zeitbedarf ermitteln
Sicherheit prüfen Einweisung und Schutzmaßnahmen abstimmen
Qualität kontrollieren Messwerte und Flechtmuster mit Sollwerten vergleichen
Ergebnis dokumentieren Abweichungen und Lernerkenntnisse festhalten




Kreuzworträtsel

Trage die gesuchten Fachbegriffe ein.

Betrieb Hier übst du praktische berufliche Abläufe an einem der zwei Lernorte.
Weide Biegsame Ruten dieser Pflanze werden zum Korbflechten verwendet.
Staken So heißen tragende Längselemente vieler Korbgeflechte.
Berichtsheft Umgangssprachlicher Begriff für den schriftlichen oder digitalen Ausbildungsnachweis.
Umfang Diese Länge berechnest du bei einem runden Rumpf näherungsweise mit Pi mal Durchmesser.
Qualität Diese beurteilst du mithilfe von Kriterien, Messwerten und Prüfergebnissen.




LearningApps

Das folgende Suchangebot kann zusätzliche Übungen zum Thema anzeigen. Prüfe gefundene Angebote vor dem Einsatz auf fachliche Richtigkeit; Suchergebnisse sind keine geprüften Prüfungsaufgaben.


Lückentext

Ergänze jeweils einen Fachbegriff aus diesem Kurs.
Im

lernst du betriebliche Arbeitsabläufe kennen.
Die

verbindet fachliche Theorie mit begründeten Arbeitsentscheidungen.
Der KMK-

beschreibt die schulischen Lernfelder.
Vor riskanten Tätigkeiten benötigst du eine passende

.
Die tragenden Längselemente des Korbgeflechts heißen

.
Bei der

vergleichst du die gemessenen Maße mit den Sollwerten.
Deine tatsächlich erworbenen Kenntnisse und Tätigkeiten hältst du im

fest.



Offene Aufgaben

Die Aufgaben sind aufsteigend anspruchsvoll. Verwende ausschließlich fiktive Daten; gefährliche reale Arbeitsschritte nur nach Freigabe und unter erforderlicher fachkundiger Aufsicht.


Leicht

  1. Lernortvergleich: Stelle Betrieb und Berufsschule in zwei Spalten gegenüber und nenne je drei konkrete Beiträge zum Lernkorb L-01.
  2. Begriffslexikon: Zeichne einen Korb schematisch und beschrifte Boden, Staken, Flechtstrang, Rumpf und Rand mit eigenen Erklärsätzen.
  3. Sicherheitsplakat: Gestalte ein Plakat mit fünf begründeten Regeln für einen angeleiteten Flechtarbeitsplatz.
  4. Muster-Nachweis: Formuliere einen anonymen und erfundenen Ausbildungsnachweis zu einer 45-minütigen Papierflechtübung.


Standard

  1. Ablaufplan: Zeichne eine Prozesskette vom Auftragsgespräch bis zur Kontrolle und markiere zwei notwendige Rückfragen.
  2. Bedarfsrechnung: Berechne für 20 vorbereitete Staken zu je 0,35 m den Bedarf mit 10 Prozent Reserve und erläutere die Rundung.
  3. Prüfbogen: Entwirf einen Soll-Ist-Prüfbogen mit vier Kriterien für das Lernmodell; teste ihn an einem sicheren Papiermodell.
  4. Materialvergleich: Vergleiche Weide, Peddigrohr und wiederverwendete Papierstreifen nach Eignung, Restevermeidung und Reparierbarkeit; benenne Unsicherheiten deiner Bewertung.


Schwer

  1. Variantenkalkulation: Rechne den fiktiven Auftrag für einen Durchmesser von 220 mm neu und erläutere alle unveränderten und veränderten Annahmen.
  2. Ausbildungsdialog: Simuliere ein konstruktives Gespräch zwischen Ausbildungsperson, Berufsschullehrkraft und Auszubildenden, in dem eine Sicherheitsfrage geklärt wird.
  3. Digitale Auftragsmappe: Entwirf eine datensparsame digitale Projektmappe mit Versionierung, Rollenrechten und transparenten Quellenangaben für Medien.
  4. Fehleranalyse: Erstelle zwei realistische Abweichungsszenarien mit Ursache, Auswirkung, sicherer Gegenmaßnahme und geeigneter Lernkontrolle.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Rechtsgrundlagen zuordnen: Begründe den Unterschied zwischen Ausbildungsordnung, betrieblichem Ausbildungsplan, KMK-Rahmenlehrplan und Landeslehrplan und wende ihn auf LF 1 an.
  2. Lernorttransfer erklären: Beschreibe anhand eines Materials, wie eine praktische Beobachtung im Betrieb durch schulische Berechnung verbessert werden kann.
  3. Kalkulationsänderung prüfen: Prüfe für 13 Lagen bei 0,60 m Umfang und 15 Prozent Reserve den erforderlichen Flechtstrang und begründe deine Rundungsentscheidung.
  4. Gefahren erkennen: Beurteile eine hypothetische Situation mit beschädigtem Werkzeug, unbekannter Einweisung und fehlender Aufsicht. Beschreibe die sichere Entscheidung und die alternative Papiermodellaufgabe.
  5. Prüfdaten interpretieren: Für einen fiktiven Lernkorb betragen die Istwerte 191 mm Durchmesser und 107 mm Höhe. Prüfe die didaktischen Toleranzen und formuliere eine nachvollziehbare Rückmeldung.
  6. Projektfreigabe entscheiden: Eine reale Kundenadresse steht auf einem Foto des Auftragszettels. Erkläre, wie du den Lernnachweis ohne Weitergabe dieser Information erbringen kannst.


Lernnachweis

Der vollständige Lernnachweis besteht aus einem anonymen Auftragsblatt L-01, einer Zeichnung mit Maßen, einer Material- und Kostenrechnung mit Rechenwegen, einem freigegebenen Arbeits- und Sicherheitsplan, einem realen Lernmodell unter Fachaufsicht oder einem gefahrlosen Papiermodell, einer ausgefüllten Soll-Ist-Prüfung und einem kurzen reflektierten Ausbildungsnachweis.

Selbstkontrolle vor Abgabe: Kann eine andere Person die Berechnungen auf 7,20 m Staken und rund 9 m Flechtstrang nachvollziehen? Sind die beispielhaften Kosten von 7,40 € und der interne Gesamtwert von 22,40 € getrennt? Sind alle sechs Bereiche des 100-Punkte-Rasters beobachtbar belegt? Sind keine personenbezogenen oder vertraulichen Daten enthalten? Halte mindestens zwei Verbesserungen mit Begründung fest. Das Raster bildet einen didaktischen Übungsmaßstab, keine amtliche Gesellen- oder Abschlussprüfung; über Ausbildungsvorgaben und Prüfungszulassung entscheiden ausschließlich die zuständigen Stellen nach geltendem Recht.


OER und Wikipedia

Offene Rechts- und Fachquellen (Stand der Prüfung: Oktober 2026):

  1. BIBB: Berufsprofil Flechtwerkgestalter/Flechtwerkgestalterin – Überblick über Tätigkeit, Schwerpunkte und Rechtsgrundlagen.
  2. Ausbildungsordnung FlechtwAusbV und Ausbildungsrahmenplan – amtlich bereitgestellte Rechtstexte; hier nur zusammengefasst, nicht vollständig übernommen.
  3. KMK-Rahmenlehrplan, 08.03.2006 – insbesondere LF 1 bis LF 4; Landeslehrplan und aktuelle Schulorganisation zusätzlich beachten.
  4. BBiG § 13 und BBiG § 14 sowie BBiG § 15 – Rechte, Pflichten, Ausbildungsnachweis und Freistellung.
  5. ArbSchG § 5, ArbSchG § 12 und JArbSchG § 22 – Gefährdungsbeurteilung, Unterweisung, besondere Grenzen bei Jugendlichen.
  6. DGUV Information 209-001, September 2024 – Ergonomie und sicherer Gebrauch von Handwerkzeugen.
  7. ARD alpha: Ich mach's! Flechtwerkgestalter/-in – ergänzender Einblick in das Berufsbild; der Senderbeitrag ist nicht als OER lizenziert ausgewiesen.
  8. Wikipedia: Duale Ausbildung und Wikipedia: Korb – frei zugängliche Überblicksartikel; Details mit den amtlichen Quellen abgleichen.

Wikimedia-Commons-Mediennachweise: Die fünf eingebundenen Fotos sind auf den jeweiligen Commons-Dateiseiten mit Naturpuur als Urheber und CC BY-SA 4.0 als Lizenz ausgewiesen. Sie wurden nicht verändert; die Lizenz erfordert Namensnennung, Lizenzlink und bei Bearbeitung einen Änderungshinweis.

Eingebundene Datei Geprüfte Dateiseite Urheber Lizenz
File:Korbmachen – Flechtkunst mit Weiden, Stroh und gespaltenem Holz 01.jpg Wikimedia Commons Naturpuur CC BY-SA 4.0
File:Korbmachen – Flechtkunst mit Weiden, Stroh und gespaltenem Holz 02.jpg Wikimedia Commons Naturpuur CC BY-SA 4.0
File:Korbmachen – Flechtkunst mit Weiden, Stroh und gespaltenem Holz 03.jpg Wikimedia Commons Naturpuur CC BY-SA 4.0
File:Korbmachen – Flechtkunst mit Weiden, Stroh und gespaltenem Holz 04.jpg Wikimedia Commons Naturpuur CC BY-SA 4.0
File:Korbmachen – Flechtkunst mit Weiden, Stroh und gespaltenem Holz 14.jpg Wikimedia Commons Naturpuur CC BY-SA 4.0

Deutschsprachige Fachvideos: „Weide – super vielseitig!“, ARD Garten/MDR Garten, veröffentlicht am 13.03.2026; „DIY Korbflechten mit Peddigrohr“, schere leim papier, veröffentlicht am 16.04.2023. Die Videos sind als Plattforminhalte geprüft und hier eingebettet beziehungsweise verlinkt, nicht als frei nachnutzbare OER ausgegeben. Die eingebetteten Bilder und Videos dienen konkreten Fachfragen, nicht der Dekoration. Eine interaktive Simulation eines echten Maschinenbetriebs wurde nicht eingebunden, weil sich keine hinreichend geprüfte sichere Fachsimulation für diesen Lernauftrag feststellen ließ; die beschriebene Papiermodell-Aufgabe ist die sichere Alternative.

Wikipedia als ergänzende Übersicht zum dualen System:


Verknüpfte Lernbereiche


aiMOOC Projekte



Schulfach+




aiMOOCs



aiMOOC Projekte









MOOCwiki · Deutsch

Nach dem Lernen ist vor dem Lernen

Entdecke direkt den nächsten Lernkurs. Weitere Inhalte erscheinen, wenn Du weiter nach unten scrollst.

Zur MOOCwiki-Hauptseite

Mediathek

Suche verfeinern

Dein Lernplan bestimmt, was oben steht. Alle anderen Inhalte bleiben erreichbar. Seitenaufrufe beeinflussen die Auswahl nicht.

Inhalte werden geladen ...

Mediathek wird aus dem Wiki geladen ...