Praxisauftrag und Kompetenzcheck - Feinwerkmechaniker - 1. Ausbildungsjahr
Einleitung
Du bearbeitest in diesem vollständigen aiMOOC einen berufstypischen Übungsauftrag vom Kundenwunsch bis zur begründeten Übergabe. Das Beispiel verbindet die vier Lernfelder des ersten Ausbildungsjahres: LF 1 Fertigen von Bauelementen mit handgeführten Werkzeugen, LF 2 Fertigen von Bauelementen mit Maschinen, LF 3 Herstellen von einfachen Baugruppen und LF 4 Warten technischer Systeme. Du analysierst technische Informationen, planst Material und Fertigung, berechnest Daten, untersuchst Fehler, prüfst Qualität und dokumentierst Entscheidungen. Der Kurs schließt mit einem überprüfbaren Kompetenznachweis ab.
Der Beispielauftrag ist frei erfunden; Maße, Kosten, Messwerte und Kundensituation sind didaktische Annahmen, keine amtliche Prüfungsaufgabe. Eine praktische Bearbeitung an Maschinen findet ausschließlich nach betrieblicher Freigabe, Unterweisung und unter befugter Aufsicht statt. Du findest zu jedem gefährdungsbehafteten Arbeitsbereich eine sichere Modell- und Simulationsalternative. Nutze für reale Arbeiten den betrieblichen Ausbildungsplan, die einschlägige Betriebsanweisung und den Lehrplan deines Bundeslandes. Zuständig sind die jeweiligen Ausbildenden und die für deinen Ausbildungsbetrieb zuständige Handwerkskammer; der aiMOOC ersetzt keine Unterweisung und verleiht keine Prüfungszulassung.
Berufsbezug: Das BIBB-Berufsprofil beschreibt Herstellung, Montage, Prüfen, Wartung, Arbeitsorganisation und Kundenkontakt. Die derzeit auf dem BIBB-Portal verlinkte Feinwerkmechanikerausbildungsverordnung trägt das Datum 7. Juli 2010; beachte stets die amtlich abrufbare geltende Fassung und den betrieblichen Rahmen. Der KMK-Rahmenlehrplan weist den Lernfeldern 1 bis 4 jeweils 80 Unterrichtsstunden als Zeitrichtwert zu.
Deutschsprachiger Berufseinblick (Bayerischer Rundfunk): Achte beim Anschauen darauf, wo in einem realen Auftrag die vier Lernfelder und das Prüfen des Arbeitsergebnisses sichtbar werden.
Fachkapitel 1: Auftrag klären, Funktion erfassen und planen
Kundenwunsch und vollständige Handlung
Übungsauftrag A-001: Ein fiktiver Messplatz benötigt eine austauschbare Anschlagleiste auf einer Grundplatte. Ein kleines Referenzstück soll an der Leiste wiederholbar angelegt werden können. Es handelt sich nicht um eine sicherheitsrelevante Maschinenvorrichtung. Die Leiste muss bei Verschleiß durch Lösen zweier Schrauben auswechselbar sein. Der Auftrag umfasst die Phasen Informieren – Planen – Entscheiden – Ausführen – Kontrollieren – Bewerten. Vor dem Ausführen steht eine Freigabe durch die ausbildende Fachkraft.
Zur Auftragsklärung fragst du nach Einsatzbedingungen, Stückzahl, gewünschtem Austausch der Leiste, zulässigen Kanten, Abgabetermin und dem geforderten Prüfnachweis. Eine fachgerechte Rückmeldung an die fiktive Kundschaft könnte lauten: „Wir fertigen einen zweigeteilten Anschlag mit verschraubter Wechsel-Leiste. Vor der Freigabe prüfen wir Maße, Gratfreiheit und festen Sitz; Abweichungen teilen wir Ihnen mit.“ Versprich keine Genauigkeit, die mit den verfügbaren Mitteln nicht nachweisbar ist.
Der Informationsfluss lautet: Kundenanforderung → Zeichnung und Arbeitsplanung → Materialausgabe → Werkstatt → Qualitätsprüfung → Dokumentation und Übergabe. Der Materialfluss lautet: gekennzeichnete Halbzeuge → Zuschnitt → Bearbeitung → zwei geprüfte Einzelteile → Montage mit Normteilen → fertige Baugruppe. Beschrifte einen Behälter nur mit der fiktiven Auftragskennung A-001, Artikel, Menge und Bearbeitungsstand, niemals mit echten Kundendaten.
Technische Vorgaben der Übungszeichnung
Alle Maße werden in Millimetern angegeben. Die beiden Platten liegen parallel übereinander, die schmale Leiste mittig auf der breiteren Grundplatte. Die beiden Durchgangslöcher liegen in Längsrichtung auf derselben Achse. Die Maße und Toleranzen in der Tabelle sind eigene Auftragsspezifikationen, keine wörtlich übernommenen Normwerte.
| Merkmal | Grundplatte | Austauschbare Anschlagleiste |
|---|---|---|
| Fertigmaß Länge | 100,0 ± 0,5 | 100,0 ± 0,5 |
| Fertigmaß Breite | 40,0 ± 0,3 | 20,0 ± 0,3 |
| Nennstärke | 5,0 | 5,0 |
| Durchgangsbohrungen | Zwei Bohrungen, Durchmesser 5,5 bis 5,8 | Zwei Bohrungen, Durchmesser 5,5 bis 5,8 |
| Bohrungsmittelpunkte ab linker Stirnkante | x = 15,0 und x = 85,0; jeweils ± 0,5 | x = 15,0 und x = 85,0; jeweils ± 0,5 |
| Mittellinie quer ab jeweiliger Unterkante | y = 20,0 ± 0,5 | y = 10,0 ± 0,5 |
| Sicherheits- und Funktionskriterium | Keine scharfen Grate, ebene Auflage | Keine scharfen Grate, vollflächig anlegbar |
Rechencheck: Der Abstand der Lochmittelpunkte beträgt 85 − 15 = 70 mm. Zwischen der 20 mm breiten, zentriert angeordneten Leiste und den Außenkanten der 40 mm breiten Platte bleiben rechnerisch (40 − 20) / 2 = 10 mm pro Seite. Wenn du die Werkstücke relativ zueinander verdrehst oder von unterschiedlichen Bezugsflächen anreißt, können Bohrungen trotz einzeln richtiger Maße nicht fluchten. Richte daher Bezugskante, Nullpunkt und Toleranzbezug eindeutig ein.

Bild: Anschlagwinkel für die Kontrolle einer rechtwinkligen Bezugskante; Luke Milburn, CC BY 2.0, Commons-Dateinachweis.
Stückliste und Entscheidungskriterien
| Pos. | Bauteil/Halbzeug | Menge | Verwendung |
|---|---|---|---|
| 01 | Aluminium-Flachmaterial, 40 × 5 mm, Rohzuschnitt 102 mm | 1 | Grundplatte, fertig auf 100 mm |
| 02 | Aluminium-Flachmaterial, 20 × 5 mm, Rohzuschnitt 102 mm | 1 | Wechsel-Leiste, fertig auf 100 mm |
| 03 | Schraube M5 × 20, zur gewählten Mutter passend | 2 | lösbare Verbindung |
| 04 | M5-Mutter | 2 | Befestigung |
| 05 | passende Unterlegscheibe | 4 | Lastverteilung an Kopf und Mutter |
Materialwahl: Für den Übungsfall ist Aluminiumflachmaterial vorgesehen. Geringe Masse und einfaches Entgraten sind Vorteile; zu prüfen sind Festigkeit, Einsatzumgebung, Korrosionskontakt, Verfügbarkeit und Wiederverwendbarkeit. Vor dem realen Auftrag müssen Werkstoffbezeichnung, tatsächliche Stärken, Schraubenlänge, Werkzeugeignung und Lieferzustand anhand der betrieblichen Unterlagen geklärt werden. Eine alternative Werkstoffentscheidung ist nur mit neuer Freigabe und gegebenenfalls neuen Schnittdaten zulässig.
Fachkapitel 2: LF 1 – Handgeführte Werkzeuge und Bearbeitungsfolge
Werkzeuge, sichere Aufspannung und Bezugskanten
Zu den grundlegenden Tätigkeiten gehören Messen, Anreißen, Körnen, Sägen, Feilen und Entgraten. Anreißen überträgt die zeichnerischen Maße auf das Halbzeug. Eine Bezugskante ist die festgelegte Ausgangsfläche, von der die übrigen Maße genommen werden. Ein Grat ist ein unerwünschter, scharfer Werkstoffüberstand an Schnittkanten und Bohrungen. Entgraten verhindert Schnittverletzungen und verbessert die Montage.
Arbeite mit geeigneten, unbeschädigten Handwerkzeugen und sicher fixierten Werkstücken. Bei Handarbeit werden scharfe Kanten, Rutschgefahr und die Körperhaltung in der Gefährdungsbeurteilung berücksichtigt. Die Auswahl von Handschutz hängt von der einzelnen Handtätigkeit ab; an rotierenden Bohrmaschinen dürfen dagegen keine Handschuhe in den Einzugsbereich gelangen. Ein Handwerkzeug-Schraubstock ersetzt bei Maschinenarbeit keinen dafür zugelassenen Maschinenschraubstock.

Bild: kleiner Werkstückhalter und Schraubstock als Anschauungsbeispiel für Fixierung bei Handarbeit, nicht als Freigabe für eine Bohrmaschine; Mauro Cateb, CC BY-SA 3.0, Commons-Dateinachweis.
Begründeter Arbeitsplan für den Praxisfall
| Schritt | Arbeitsergebnis/Prüfpunkt | Mittel bzw. Verantwortung |
|---|---|---|
| 1. Auftrag abgleichen | Skizze, Zeichnung, Toleranzen, Stückliste und Freigabe vollständig | Ausbildende Fachkraft, gesicherte Unterlagen |
| 2. Halbzeug kontrollieren | Material, Querschnitt, Menge, Oberfläche und Rohzuschnitt geprüft | Messmittel, Materialkennzeichnung |
| 3. Auf 100 mm Fertigmaß bringen | Beide Teile im Längenmaß; Schnittflächen rechtwinklig und gratarm | Zulässige Handsäge, Feile und Handspannmittel unter Aufsicht |
| 4. Lochpositionen übertragen | x = 15/85 mm und y = 20/10 mm ab definierten Kanten | Anreißwerkzeug, Winkel, kontrollierte Skizze |
| 5. Vor Bearbeitung kontrollieren | Lochpositionen, Werkstückfixierung und Maschinenfreigabe bestätigt | Vier-Augen-Prüfung durch berechtigte Person |
| 6. Bohrungen fertigen | Vier maßlich und funktional passende Durchgangslöcher | Nur unterwiesene Personen unter befugter Aufsicht an freigegebener Maschine |
| 7. Kanten und Bohrungen prüfen | Gratfrei, sauber, keine tiefen Kerben | Sicheres Entgratwerkzeug bei stillgesetzter Maschine |
| 8. Montage | Leiste mittig, zwei lösbare Schraubverbindungen, kein Kippeln | Geeigneter Schraubenschlüssel; Anzug nach freigegebener Vorgabe |
| 9. Qualitäts- und Funktionsprüfung | Maßprotokoll, Prüfung der Wechselbarkeit, Abweichungsentscheidung | Geeignete und geprüfte Messmittel |
| 10. Arbeitsumgebung übergeben | Arbeitsplatz sauber, Maschine nach Vorgabe kontrolliert, Restmaterial sortiert | Wartungs- und Reinigungsfreigabe beachten |
Typischer Fehler: Wird das erste Loch von der linken und das zweite von der rechten Kante ohne kontrollierte Bezugssystematik angerissen, addieren sich mögliche Fehler. Besser: gleiche Bezugskante für beide Bohrungspositionen, Maße unabhängig prüfen, erst dann freigeben. Bei unsicherem Anriss niemals „nach Gefühl“ weiterbohren.
Sichere Alternative ohne Metallbearbeitung
Wenn keine sichere Werkstatt, Aufsicht oder Freigabe verfügbar ist, fertigst du zwei maßstäbliche Papier-, Karton- oder Schaumstoffmodelle im Maßstab 1:1. Zeichne beide Platten mit Rand und Mittellinien, markiere die vier Bohrungsmittelpunkte, schneide ausschließlich mit im Unterricht zugelassenen ungefährlichen Werkzeugen beziehungsweise lasse Zuschnitte vorbereiten und verbinde sie mit Musterklammern oder geeigneten Steckverbindungen. Prüfe Lochabstand, mittige Lage und Austauschbarkeit. Du dokumentierst ausdrücklich „Simulation: keine Metallbearbeitung, keine Maschineninbetriebnahme“. Der Modellnachweis übt Planung und Qualitätssicherung, ersetzt aber keinen betrieblich erforderlichen praktischen Befähigungsnachweis.
Fachkapitel 3: LF 2 – Maschinelle Fertigung, Schnittdaten und Arbeitsschutz
Säulenbohrmaschine fachlich einordnen
Eine Säulen- oder Ständerbohrmaschine besitzt Antrieb, Spindel, Bohrfutter, Bohrtisch und vorgesehene Schutzeinrichtungen. Der Bohrer erzeugt die Hauptschnittbewegung; der Vorschub führt das Werkzeug in den Werkstoff. Die gewählte Bohrung ist ein Durchgangsloch; ein Sackloch endet dagegen im Werkstück. Der Werkzeugnenndurchmesser ist kein gemessener Nachweis des fertigen Bohrungsdurchmessers.

Bild: Säulenbohrmaschine. Die Abbildung erläutert den Maschinentyp, ersetzt aber keine Sicherheitsprüfung der konkreten Maschine; Pavel Ševela, CC BY-SA 3.0, Commons-Dateinachweis.
Fachvideo (deutsch): FLOTT Akademie – Aufbau und Funktion einer Säulenbohrmaschine, ArnzFLOTT, veröffentlicht 10.06.2025. Vergleiche den gezeigten Aufbau mit der für deine Ausbildungsstätte gültigen Bedienungsanleitung. Das Video erteilt keine Bedienberechtigung.
Beispielrechnung zur Drehzahl
Für das reine Rechenbeispiel wird ein Spiralbohrer mit d = 5,5 mm und eine angenommene Schnittgeschwindigkeit von v_c = 20 m/min verwendet. Welche Schnittgeschwindigkeit tatsächlich zulässig ist, entscheidet die unterweisende Fachkraft anhand von Werkstoff, Bohrertyp, Herstellerangaben, Maschine, Spannung und Kühlschmierkonzept.
Formel: n = (1000 × v_c) / (π × d), mit n in min⁻¹, v_c in m/min und d in mm.
Einsetzen: n = (1000 × 20) / (3,1416 × 5,5) = 20 000 / 17,2788 ≈ 1157 min⁻¹. Falls an einer freigegebenen Maschine eine passende, zulässige Stufe von ungefähr 1100 min⁻¹ vorgesehen ist, wäre diese nur nach Prüfung der hersteller- und betriebsbezogenen Schnittdaten zu bewerten. Der berechnete Wert ist keine selbstständige Maschineneinstellanweisung.
Plausibilitätskontrolle: Verdoppelt sich der Bohrdurchmesser bei gleicher Schnittgeschwindigkeit, halbiert sich die erforderliche Drehzahl. Ein häufiger Fehler ist, die Einheit Meter bei v_c und Millimeter bei d ohne Faktor 1000 zu vermischen.
Gefährdungen systematisch beherrschen
Vor dem Einsatz: Unterweisung und Aufsicht klären; Gefährdungsbeurteilung und Betriebsanweisung lesen; passende Schutzbrille, eng anliegende Kleidung und geschlossene Haare sicherstellen; Schmuck ablegen; Spannmittel und Schutzabdeckung kontrollieren. Der Bohrfutterschlüssel darf nicht stecken bleiben. Niemals ein kleines Werkstück von Hand gegen die Rotation halten. Während des Betriebs: Abstand zum rotierenden Werkzeug, keine Handschuhe an der Spindel, keine losen Kleidungsstücke, keine Späne mit der Hand abziehen. Danach: ausschalten, vollständigen Stillstand abwarten und Reinigung oder Wartung erst in sicherem, gegen Wiederanlauf geschütztem Zustand gemäß Betriebsanweisung durchführen. Bei Schaden, unklarem Geräusch oder fehlender Schutzvorrichtung Arbeit sofort stoppen und melden.
Die DGUV Regel 100-500 in der aktualisierten Fassung November 2024 erläutert unter anderem sichere Werkstückführung sowie Sicherung vor Störungen und Reinigungsarbeiten. Die DGUV Information 209-066 beschreibt Risiken rotierender Bohrspindeln, stammt inhaltlich jedoch aus 2012 und ist nicht als alleinige aktuelle Gefährdungsbeurteilung zu verwenden. Die Herstellerinformation zu einer FLOTT-Säulenbohrmaschine illustriert moderne Schutzeinrichtungen; für eine konkrete Maschine sind deren eigenes Modell und ihre gültige Betriebsanleitung entscheidend. Relevante staatliche Arbeitsschutzregeln und die Betriebssicherheitsverordnung müssen betrieblich berücksichtigt werden.
Fachkapitel 4: LF 3 – Baugruppen montieren, messen und kalkulieren
Verbindung und Funktionsprüfung
Die zwei Bauteile werden mittig übereinandergelegt; die Bohrungsachsen sollen fluchten. Die Schraubverbindung ist lösbar, sodass nur die Leiste statt der gesamten Baugruppe ersetzt werden kann. Zwei Schrauben und je zwei Scheiben dienen hier dem didaktischen Muster. Vor der praktischen Montage prüfst du die tatsächliche Schrauben- und Mutterausführung, ausreichend wirksamen Gewindeeingriff und freien Bauraum. Ein konkretes Anzugsmoment wird ohne Herstellerangaben und Verbindungsauslegung nicht festgelegt.
Beispiel einer axialen Längenprüfung: Zwei Bauteildicken ergeben 5 + 5 = 10 mm. Werden als Annahme an jedem Schraubpunkt zwei Scheiben von jeweils 1 mm und eine Mutter von 4 mm Dicke eingesetzt, beträgt die rechnerisch benötigte Klemm- und Mutterlänge 10 + 2 + 4 = 16 mm. Eine Schraube mit einer nominellen Länge von 20 mm hätte rechnerisch 4 mm Überstand. Ob dies technisch passt, müssen die echten Schrauben- und Mutternmaße, Einschraubtiefe, Gewindelage sowie Zugänglichkeit bestätigen.
Montageprüfung: Leiste fluchtet in der gewünschten Lage, beide Verbindungen sind nach Vorgabe gesichert, kein Bauteil kippt, die Leiste lässt sich bei gelöster Verbindung austauschen, es stehen keine gefährlichen Kanten hervor. Die Baugruppe ist eine nichttragende Lehrbaugruppe; sie darf nicht ungeprüft als sicherheitsrelevanter Anschlag einer laufenden Maschine eingesetzt werden.
Prüfmittel und beispielhaftes Messprotokoll
Ein Messschieber kann äußere Längen, Breiten und Stufen messen. Prüfe vor Verwendung Sauberkeit, Nullstellung, erforderliche Kalibrier- beziehungsweise Prüfkennzeichnung und geeignete Messbedingungen. Die angezeigte Auflösung allein beweist keine Messgenauigkeit. Für kleine Bohrungsdurchmesser und Lochlagen können geeignete Lehren oder andere dafür vorgesehene Messmittel notwendig sein. Die Messmethode muss zur geforderten Toleranz passen.

Bild: digitaler Messschieber für das Messen und Prüfen; Lior Streng, CC BY-SA 4.0 (eine der auf Commons angebotenen Lizenzen), Commons-Dateinachweis.
Fiktive, vollständig ausgewertete Protokollwerte:
| Merkmal | Soll-/Grenzbereich | Beispiel-Ist | Entscheidung |
|---|---|---|---|
| Grundplattenlänge | 99,5 bis 100,5 mm | 100,1 mm | innerhalb |
| Grundplattenbreite | 39,7 bis 40,3 mm | 40,2 mm | innerhalb |
| Leistenlänge | 99,5 bis 100,5 mm | 99,8 mm | innerhalb |
| Leistenbreite | 19,7 bis 20,3 mm | 20,1 mm | innerhalb |
| Erster Lochmittelpunkt x, Grundplatte | 14,5 bis 15,5 mm | 15,1 mm | innerhalb |
| Zweiter Lochmittelpunkt x, Grundplatte | 84,5 bis 85,5 mm | 84,9 mm | innerhalb |
| Bohrungsdurchmesser beispielhaft | 5,5 bis 5,8 mm | 5,6 mm | innerhalb, geeignetes Messmittel vorausgesetzt |
| Sicht- und Montageprüfung | gratfrei, fest, wechselbar | keine Grate, kein Kippeln, lösbar | bestanden |
Bewertung: Die tabellarischen Werte sprechen für eine maßlich passende Lehrbaugruppe. Eine echte Freigabe ist aber erst zulässig, wenn alle vier Bohrungen, die Querpositionen, die Messmittel-Eignung, weitere Prüfkriterien und die Montageverbindung real nachgewiesen sind. Der Lochabstand des Beispiels der Grundplatte ergibt sich aus 84,9 − 15,1 = 69,8 mm; sein Sollwert beträgt 70,0 mm. Messwerte und ihre Unsicherheit sind nicht mit frei geschätzten Zahlen zu ersetzen. Bei ungeeignetem Messmittel lautet der ehrliche Prüfvermerk „nicht nachgewiesen“ statt „in Ordnung“.
Fachrechnen: Materialmasse und Angebotskalkulation
Rohzuschnitt vor Fertigbearbeitung: Grundplatte 102 × 40 × 5 mm = 20 400 mm³ = 20,4 cm³. Leiste 102 × 20 × 5 mm = 10 200 mm³ = 10,2 cm³. Zusammen: 30,6 cm³. Bei einer für den Übungsfall angenommenen Dichte von 2,70 g/cm³ beträgt die Rohmasse 30,6 × 2,70 = 82,62 g = 0,08262 kg. Das Fertigteil wird durch Nachbearbeitung und Bohrungen leichter. Diese Annahme ersetzt keine Lieferantenangabe zum konkreten Werkstoff.
Fiktive Kalkulationsdaten (nicht aktuelle Marktpreise): Rohmaterial 16,00 €/kg, zwei Schrauben zu 0,18 €, zwei Muttern zu 0,08 €, vier Scheiben zu 0,03 €, Arbeitszeit 45 Minuten bei 24,00 €/h und Gemeinkostenzuschlag 20 % auf die direkten Arbeitskosten.
Rechenweg: Rohmaterial 0,08262 × 16,00 € = 1,32192 € ≈ 1,32 €. Normteile 2 × 0,18 + 2 × 0,08 + 4 × 0,03 = 0,64 €. Arbeitskosten 45 / 60 × 24,00 = 18,00 €. Zuschlag 0,20 × 18,00 = 3,60 €. Übungssumme 1,32 + 0,64 + 18,00 + 3,60 = 23,56 € ohne Steuer, Versand, zusätzliche Prüf-, Maschinen- oder sonstige kalkulatorische Kosten.
Fehlerquelle: Minuten nicht direkt mit dem Stundenlohn multiplizieren. Ebenso darfst du Rohmaterial- und Fertigteilmasse nicht verwechseln; beim realen Zuschnitt können zusätzliche Verluste wie Sägefugen und Reststücke anfallen. Für eine belastbare Kundenkalkulation sind betriebliche Zuschläge und tatsächliche Verbrauchs- beziehungsweise Beschaffungspreise nötig.
Fachkapitel 5: LF 4 – Wartung, Fehleranalyse, Nachhaltigkeit und Kompetenzcheck
Wartungsauftrag von Reparatur abgrenzen
Warten umfasst beispielsweise vorgesehene Reinigungs-, Pflege- und einfache Kontrolltätigkeiten, um den Sollzustand zu erhalten. Inspektion stellt den Zustand fest. Instandsetzung beseitigt einen Defekt; solche Arbeiten erfordern entsprechende Fachkunde und Befugnis. Der Jahresauftrag enthält deshalb nur eine freigegebene Sichtkontrolle und Arbeitsplatzpflege an einer außer Betrieb genommenen Maschine; Eingriffe in elektrische Baugruppen, Sicherheitssteuerungen, Spindelmechanik oder unter Spannung stehende Komponenten sind ausgeschlossen.
Ein fachgerechter Eintrag lautet beispielsweise: „Auftrag A-001; Sichtprüfung nach Unterweisung und Freigabe; Schutzabdeckung vorhanden; Tischfläche nach vorgeschriebener Stillsetzung gereinigt; ungewöhnliche Beobachtung: keine; nächste Maßnahme: Freigabe durch Ausbildende.“ Bei einem Schaden wird stattdessen „Maschine gesperrt, zuständige Fachkraft informiert“ dokumentiert – nicht eigenmächtig repariert. Häufigkeit, Umfang und Hilfsstoffe richten sich nach der gültigen Herstelleranleitung und dem betrieblichen Wartungsplan.
Fehleranalyse als nachvollziehbare Entscheidung
| Beobachtung | Mögliche Ursache | Fachlich begründete Reaktion |
|---|---|---|
| Bohrungen fluchten nicht | verschiedene Bezugskanten, Anreißfehler oder ungeeignete Spannung | Montage stoppen, Lage prüfen, Ursache dokumentieren, Nacharbeit nur nach Freigabe |
| Leiste kippt | Grat, verunreinigte Auflage oder ungleiche Bauteilstärken | stillsetzen, Auflagen kontrollieren, geeignete freigegebene Abhilfe wählen |
| Bohrung größer als zulässig | Werkzeuglauf, ungeeignete Aufspannung oder falsches Verfahren | als Abweichung sperren, Prüfmittel und Fertigungsprozess untersuchen lassen |
| Schraubverbindung löst sich | ungeeignete Paarung oder fehlerhafte Sicherung | nicht in Betrieb nehmen, Verbindung fachlich neu auslegen lassen |
| Beschädigte Maschinenabdeckung | Defekt oder unsachgemäßer Umgang | Maschine nicht verwenden, kennzeichnen und berechtigte Person benachrichtigen |
Ein guter Fehlerbericht trennt Beobachtung, mögliche Ursache, Prüfung, Sofortmaßnahme und Freigabeentscheidung. Solange eine Ursache nur vermutet ist, nenne sie eine Hypothese. Nutze keine Fotos echter Kundenaufträge, Namenslisten oder betrieblichen Geheimnisse in öffentlichen KI-Systemen; verwende anonymisierte Übungsdaten und freigegebene Zeichnungen.
Ökologische und digitale Verantwortung
Die lösbare Anschlagleiste ist reparaturfreundlich: Bei Verschleiß wird im Idealfall nur die Leiste getauscht. Kennzeichne wiederverwendbare Abschnitte; sammle Aluminiumspäne und andere Stoffe entsprechend betrieblicher Abfalltrennung. Kühl- und Schmiermittel werden nicht ohne Freigabe verwendet oder über den Ausguss entsorgt. Wähle möglichst passende Rohzuschnitte, vermeide Ausschuss durch Zwischenprüfungen und dokumentiere Materialeinsatz und Energieaufwand. Ein digitaler Arbeitsplan kann Versionsstände, Artikelkennungen, Prüfwerte, Rückmeldungen und Freigaben ohne Personendaten enthalten. Eine automatische KI-Auswertung muss bezüglich Rechenfehlern, Datenschutz und Werkstattfreigabe von einer fachkundigen Person geprüft werden.
Bewertungsraster für den Jahres-Praxisauftrag
Das folgende Raster bewertet didaktisch eine Gesamtleistung mit 100 Punkten; es ist keine amtliche Gesellenprüfung oder Gleichstellung mit einer Kammerprüfung.
| Kompetenz und sichtbarer Nachweis | Punkte |
|---|---|
| Auftrag analysiert, Kundenanforderungen und Sicherheitsgrenzen erkannt | 15 |
| Arbeitsplanung, Stückliste, Material- und Informationsfluss nachvollziehbar | 15 |
| LF 1: saubere Bezugskanten, Maßübertragung, Handbearbeitung beziehungsweise sichere dokumentierte Simulation | 15 |
| LF 2: Maschinenprinzip und Fachrechnung richtig erklärt; Bearbeitung nur bei Freigabe | 15 |
| LF 3: Verbindung funktionsgerecht, lösbar, geprüft und fachlich beurteilt | 10 |
| LF 4: zulässige Wartungsschritte und Grenzen zur Instandsetzung erkannt | 10 |
| Prüfergebnis mit Istwerten, Grenzwerten, Messmittel und Abweichungsentscheidung | 10 |
| Kostenrechnung, nachvollziehbare Dokumentation, kundenverständliche Übergabe und Reflexion | 10 |
| Gesamt | 100 |
Qualitätsstufen je Kriterium: Volle Punkte bei vollständiger, richtiger und belegter Bearbeitung; etwa die Hälfte bei teilweise richtigem, aber unvollständigem Nachweis; null Punkte bei fehlendem beziehungsweise fachlich falschem Nachweis. Lehrkräfte oder Ausbildende dokumentieren die konkrete Punktbegründung. Sicherheitsstopp: Eine unzulässige Maschinenhandlung wird unabhängig von der Punktzahl abgebrochen und nicht als bestandene Praxisleistung gewertet. Für die sichere Simulation wird im Bewertungsprotokoll ausdrücklich der Simulationsnachweis statt einer nicht erbrachten realen Fertigungsleistung ausgewiesen.
Abschlussreflexion: Vergleiche Soll und Ist, erläutere eine tatsächlich beobachtete oder in der Simulation erkannte Abweichung und begründe, was du bei der nächsten Auftragsausführung ändern würdest. Die fachlich stärkste Reflexion bezieht sich auf überprüfbare Zahlen, Funktion, Sicherheit und die Vermeidbarkeit von Ausschuss – nicht bloß auf ein allgemeines Lerngefühl.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Fachwissen anwenden
Wähle zu jedem fachlichen Fall die beste Aussage. Die fachlichen Grundlagen, Rechenwege und Prüfkriterien stehen in den Fachkapiteln; beantworte die Fragen zunächst ohne Nachschlagen und begründe anschließend deine Wahl mit der jeweiligen Auftragsanforderung.
Welcher Ablauf entspricht der vollständigen beruflichen Handlung beim Übungsauftrag am besten? (Anforderungen analysieren, planen, freigeben lassen, herstellen, prüfen und bewerten) (!Sofort herstellen, reklamieren, dann erst Maße auswählen und dokumentieren) (!Nur Material bestellen, fertigmelden und erst später die Funktion prüfen) (!Nach Erfahrung montieren, ohne die Zeichnung oder den Auftrag zu prüfen)
Wie groß ist der Abstand zwischen Bohrungsmittelpunkten bei x gleich 15 mm und x gleich 85 mm? (70 mm) (!100 mm) (!85 mm) (!15 mm)
Welche Maßnahme verhindert ein gefährliches Mitdrehen eines kleinen Werkstücks beim Bohren? (Geeignete, freigegebene Spannvorrichtung verwenden) (!Werkstück mit behandschuhten Fingern direkt am Bohrer festhalten) (!Werkstück ohne Spannung auf die Tischkante legen) (!Werkstück erst nach Beginn der Drehbewegung ausrichten)
Welche Aussage zur Drehzahlberechnung trifft zu, wenn Bohrerdurchmesser bei gleicher Schnittgeschwindigkeit verdoppelt wird? (Die rechnerisch erforderliche Drehzahl halbiert sich) (!Die rechnerisch erforderliche Drehzahl verdoppelt sich) (!Die erforderliche Drehzahl steigt auf das Vierfache) (!Die erforderliche Drehzahl hängt nicht vom Durchmesser ab)
Was belegt eine eingehaltene Bohrungstoleranz fachgerecht? (Ein mit geeignetem Messmittel ermittelter und mit Grenzwerten verglichener Istwert) (!Allein der Nenndurchmesser des eingesetzten Bohrers) (!Eine optisch runde Öffnung ohne dokumentierte Messung) (!Die Vermutung, dass gleiche Werkzeuge gleiche Lochmaße erzeugen)
Welche Länge ergibt sich aus zwei Platten mit je 5 mm, zwei Scheiben mit je 1 mm und einer Mutter mit 4 mm? (16 mm) (!12 mm) (!18 mm) (!20 mm)
Wie viel direkte Arbeitskosten entstehen bei 45 Minuten und 24 Euro pro Stunde? (18 Euro) (!10 Euro) (!24 Euro) (!32 Euro)
Welche Entscheidung passt zu einer beschädigten Schutzabdeckung der Bohrmaschine? (Maschine nicht benutzen und zuständige Fachkraft informieren) (!Langsamer weiterbohren und Reparatur bis zum nächsten Auftrag verschieben) (!Schutzabdeckung entfernen, damit der Bohrer besser sichtbar wird) (!Störung durch eine ungeübte Person bei laufender Maschine beheben lassen)
Warum ist die austauschbare Anschlagleiste ein Beispiel für nachhaltige Konstruktion? (Bei Verschleiß kann der betroffene Teil statt der gesamten Baugruppe ersetzt werden) (!Die Verbindung darf nach der ersten Montage nie wieder geöffnet werden) (!Jede beschädigte Leiste macht die Grundplatte zwangsläufig unbrauchbar) (!Austauschbare Teile verhindern jede notwendige Qualitätsprüfung)
Welche Feststellung ist bei nicht geeignetem Innenmessmittel für eine enge Bohrungstoleranz richtig? (Der Durchmesser ist mit diesem Mittel nicht ausreichend nachgewiesen) (!Die Anzeige des Messschiebers beweist immer eine beliebig enge Toleranz) (!Die Bohrung ist allein wegen der passenden Schraube maßlich freigegeben) (!Ein kleiner Nennwert auf der Zeichnung macht eine Prüfung entbehrlich)
Memory
Ordne jedem eindeutigen Fachbegriff seine Funktion beim Auftrag zu.
| Bezugskante | Festgelegte Ausgangsfläche für die Maßübertragung |
| Rohzuschnitt | Noch nicht auf endgültiges Fertigmaß gebrachtes Halbzeug |
| Durchgangsbohrung | Öffnung, die das Bauteil vollständig durchdringt |
| Stückliste | Übersicht über benötigte Bauteile und ihre Mengen |
| Prüfprotokoll | Dokumentation von Sollwerten, Istwerten und Prüfergebnis |
| Wartung | Maßnahmen zum Erhalten eines vorgesehenen technischen Zustands |
Drag-and-drop
Ordne die fünf Fachhandlungen ihren jeweils passenden Dokumenten oder Prüfzwecken zu.
| Passende Fachhandlung | Dokument oder Zweck |
|---|---|
| Kundenanforderung klären | Funktion und Lieferkriterium festhalten |
| Halbzeug bereitstellen | Materialart, Querschnitt und Menge abgleichen |
| Lochpositionen anreißen | Bezugskante und Koordinaten übertragen |
| Leiste verschrauben | Lösbarkeit und sicheren Sitz prüfen |
| Maschine nach Vorgabe pflegen | Sichtprüfung und Wartungseintrag dokumentieren |
Kreuzworträtsel
Finde die sechs Fachwörter aus den Beschreibungen.
| Anreißen | Wie heißt das Übertragen von Maßen und Konturen auf ein Werkstück? |
| Entgraten | Wie heißt das Entfernen scharfer Werkstoffüberstände? |
| Schraubstock | Welches Spannmittel hält ein Werkstück bei vielen Handarbeiten fest? |
| Bohrfutter | Welches Bauteil einer Bohrmaschine spannt den Bohrer? |
| Messschieber | Welches Messgerät misst Außenmaße, Innenmaße und Tiefen? |
| Stückliste | Welches Dokument verzeichnet Bauteile und deren Mengen? |
LearningApps
Hier findest du eine thematische LearningApps-Suche; einzelne dort angebotene Apps sind externe Lernangebote und müssen vor dem Einsatz fachlich geprüft werden.
Lückentext
Der getrennte Lückentext prüft die fachlichen Schlüsselideen des Praxisauftrags, nicht deine allgemeinen Lerngewohnheiten.
Offene Aufgaben
Löse genau die deinem Leistungsstand entsprechenden Aufgaben. Bei Maschinenbezug gilt stets: keine reale gefährliche Handlung ohne Befugnis, Unterweisung und Aufsicht. Abzugeben sind ausschließlich fiktive, personenbezugsfreie Arbeitsunterlagen oder freigegebene Werkstücke.
Leicht
- Technische Zeichnung: Erstelle eine maßstäbliche Skizze der zwei Platten mit Längen, Breiten, Lochkoordinaten und beiden Bezugskanten; kennzeichne die Maße, die vor dem Bohren gegenzuprüfen sind.
- Stückliste: Übertrage die fünf Positionen des Übungsauftrags in eine Tabelle mit Menge, Funktion und Materialfluss; markiere, was nach der Montage wiederverwendbar bleibt.
- Messschieber: Wähle für Länge, Breite und Bohrungsdurchmesser geeignete Prüfverfahren aus und erläutere, wo ein Messschieber für eine sichere Entscheidung nicht ausreicht.
- Arbeitssicherheit: Beschrifte eine Papierdarstellung der Bohrmaschine mit fünf Gefahrenstellen oder Schutzfunktionen und verfasse eine fachlich begründete Stop-Meldung bei beschädigter Schutzeinrichtung.
Standard
- Arbeitsplan: Plane die zehn Arbeitsschritte des Praxisfalls mit Material, Werkzeug, Prüfpunkt und Freigabeverantwortung als digitale Arbeitskarte; nutze keine echten Betriebsdaten.
- Zerspanung: Berechne die theoretische Drehzahl für d gleich 5,5 mm und angenommene 20 m/min; erkläre mit einer Einheitengleichung, warum der Faktor 1000 erforderlich ist.
- Qualitätsprüfung: Werte die fiktiven Istwerte aus dem Prüfprotokoll aus, ergänze fehlende Nachweise und formuliere ein fachlich korrektes Übergabeschreiben an die fiktive Kundschaft.
- Baugruppe: Baue die Anschlagbaugruppe im sicheren Kartonmodell nach, kontrolliere die Lochabstände und dokumentiere, warum die schmale Leiste mittig aufliegt.
Schwer
- Toleranz: Analysiere die Wirkung von zwei Lochpositionsabweichungen auf die Montierbarkeit; unterscheide zulässige Einzelmaßabweichungen von einer wirklich nachgewiesenen Passfunktion und schlage eine geeignete Prüfstrategie vor.
- Fehleranalyse: Simuliere eine um 1,2 mm versetzte Lochmarkierung, dokumentiere Ursache, betroffene Funktion, Sperrentscheidung und eine fachlich begründete Ausschuss- oder Nacharbeitsentscheidung ohne riskante Werkstattversuche.
- Kostenrechnung: Erstelle eine Kalkulation für drei Baugruppen mit neu anzunehmenden Materialpreisen, Verschnitt, Arbeitszeit und Gemeinkosten; gib jede Annahme und alle Zwischenschritte an.
- Instandhaltung: Entwirf anhand einer freigegebenen Betriebsanleitung einen rein dokumentarischen Sichtprüf- und Reinigungsplan für eine stillgesetzte Säulenbohrmaschine und grenze Aufgaben von Auszubildenden gegen Tätigkeiten befugter Instandsetzungsfachkräfte ab.


Lernkontrolle
Bearbeite mindestens fünf der folgenden zusammenhängenden Kompetenzchecks; alle sechs bilden zusammen einen vollständigen Nachweis. Belege Berechnungen und Prüfentscheidungen mit den Daten des Praxisfalls.
- Auftragsanalyse: Formuliere aus dem Kundenwunsch vier nachprüfbare Anforderungen und erkläre jeweils, wie du sie in Zeichnung, Montage oder Prüfung nachweisen würdest.
- Fertigungsplanung: Begründe den Zusammenhang zwischen definierter Bezugskante, wiederholbarer Lochlage, Werkstückspannung und montierbarer Austauschleiste; benenne einen konkreten Fehlerweg.
- Fachrechnen: Leite aus den angegebenen Rohmaßen und der angenommenen Dichte die Materialmasse her; berechne daraus die vollständige Beispiel-Kostensumme und überprüfe die Einheitengleichungen.
- Messen und Prüfen: Triff zu den vorgegebenen Istwerten begründete Einzelentscheidungen und erkläre, warum ohne geeignete Prüfung aller Bohrungen noch keine Gesamtfreigabe möglich ist.
- Wartung: Trenne bei drei geschilderten Beobachtungen erlaubte Sichtkontrolle, erforderliche Sperrung und ausschließlich autorisierte Instandsetzung; beziehe Betriebsanweisung und DGUV-Schutzprinzipien ein.
- Nachhaltige Fertigung: Vergleiche Austausch nur der Leiste mit vollständigem Ersatz der Baugruppe unter Material-, Kosten-, Abfall- und Qualitätsgesichtspunkten und dokumentiere offene Annahmen.
Lernnachweis
Dein Kompetenzportfolio A-001 enthält: (1) anonymisierte Auftragsklärung und Anforderungsmatrix; (2) eigene Skizze und Stückliste; (3) begründeten Arbeitsplan mit Verantwortlichkeiten; (4) Drehzahl-, Massen- und Kostenrechnung mit Einheiten; (5) dokumentierte Fertigung unter befugter Aufsicht oder klar gekennzeichnetes sicheres Modell; (6) Muster- beziehungsweise Realprüfprotokoll mit Messmittel und Toleranzentscheidung; (7) Montage- und Funktionsnachweis; (8) dokumentierte zulässige Sichtkontrolle an einer stillgesetzten Maschine beziehungsweise Wartungssimulation; (9) Fehleranalyse und schriftliche Kundenübergabe; (10) begründete Reflexion zur Verbesserung von Qualität und Ressourceneinsatz. Welche Nachweise real und welche simuliert erbracht wurden, ist sichtbar zu trennen.
Eine Lehrkraft oder ausbildende Fachkraft bewertet mit dem 100-Punkte-Raster aus Fachkapitel 5 und ergänzt pro Kriterium eine konkrete Rückmeldung: erfüllt – teilweise erfüllt – noch nicht nachgewiesen. Der fachliche Leistungsnachweis ist kein amtlicher Kammerprüfungsnachweis; die betriebliche Ausbildungsordnung, der Ausbildungsplan und der Landeslehrplan bleiben maßgeblich.
OER und Wikipedia
Fachliche und rechtliche Primärquellen (Stand der Linkprüfung: Oktober 2026):
- BIBB – Berufsprofil Feinwerkmechaniker/in und Links zu Ausbildungsordnung und Rahmenlehrplan.
- Bundesrecht – FeinwAusbV, amtlich abrufbare Fassung. Regelungsstand und Änderungen bei Anwendung prüfen.
- KMK – Rahmenlehrplan-Downloadbereich, Feinwerkmechaniker/in. Landesumsetzung beachten; keine Normtexte werden hier vervielfältigt.
- DGUV Regel 100-500 – Betreiben von Arbeitsmitteln, aktualisierte Fassung November 2024. Für die betriebliche Anwendung ist der einschlägige, jeweils aktuelle Abschnitt samt Gefährdungsbeurteilung maßgeblich.
- BGHM Arbeitsschutz Kompakt Nr. 011 – Handbohrmaschinen. Behandelt einen anderen Maschinentyp; die Sicherheitsgrundsätze ergänzen, ersetzen aber nicht die Betriebsanweisung der Säulenbohrmaschine.
- FLOTT Akademie – Hersteller-Fachvideos und Modellinformationen. Kein Ersatz für das Handbuch der tatsächlich eingesetzten Maschine.
- Wikipedia – Feinwerkmechaniker und Messschieber zur vertiefenden Orientierung; rechtliche Verbindlichkeit nur anhand der Primärquellen prüfen.
Verifizierte Abbildungen und urheberrechtliche Nachweise:
| Datei | Commons-Dateiseite | Urheber | Lizenz und Nachweis |
|---|---|---|---|
| File:Engineer's Square.jpg | Dateiseite | Luke Milburn | CC BY 2.0 |
| File:Work holder and vise.jpg | Dateiseite | Mauro Cateb | CC BY-SA 3.0 |
| File:Drill press.jpg | Dateiseite | Pavel Ševela | CC BY-SA 3.0 |
| File:Digital caliper.jpg | Dateiseite | Lior Streng | CC BY-SA 4.0, eine verfügbare Lizenz |
Überprüfte deutschsprachige Fachvideos: Feinwerkmechaniker – Ausbildung/Beruf, Bayerischer Rundfunk, 13.06.2019 und FLOTT Akademie – Aufbau/Funktion einer Säulenbohrmaschine, ArnzFLOTT, 10.06.2025. Die Videos sind urheberrechtlich geschützte fremde Medien; die Verlinkung beziehungsweise technisch unterstützte Einbettung begründet keine OER- oder Bearbeitungslizenz für ihre Videoinhalte. Rechte und Abrufbarkeit können sich ändern.
Der folgende Wikipedia-Artikel ist ein ergänzender, verifizierter deutschsprachiger Überblick und ersetzt weder BIBB noch die aktuelle Rechtslage:
OER-Hinweis: Eigene Aufgabenformulierungen, fiktive Daten und selbst erstellte Skizzen können von Lehrenden separat offen lizenziert werden, sofern keine Rechte Dritter betroffen sind. Jede Commons-Datei behält ihre auf der Dateiseite ausgewiesenen Lizenzbedingungen einschließlich Namensnennung und gegebenenfalls Weitergabe unter gleichen Bedingungen. Übernommene Hersteller-, DGUV- und Videoinhalte dürfen nicht pauschal als offen lizenziert betrachtet werden.
Verknüpfte Lernbereiche
Fächerverbindungen und Projektideen: Mathematik – Einheiten, Formeln, Masse, Kosten und Toleranzen; Deutsch/Kommunikation – klare Auftragsklärung, Reklamation und Übergabe; Informatik/Medienbildung – digitaler Arbeitsplan und datensparsame Dokumentation; Wirtschaft – Materialfluss und Angebotskalkulation; Umweltbildung – Reparierbarkeit und sortenreine Trennung; Arbeits- und Gesundheitsschutz – Gefährdungsbeurteilung und sichere Stillsetzung. Ein Folgeprojekt kann mehrere wiederverwendbare Anschlagleisten mit unterschiedlicher Form, aber gleicher dokumentierter Schnittstelle entwerfen und als sichere Modelle vergleichen.
aiMOOC Projekte
Schulfach+


aiMOOCs


aiMOOC Projekte


MOOCwiki · Deutsch
Nach dem Lernen ist vor dem Lernen
Entdecke direkt den nächsten Lernkurs. Weitere Inhalte erscheinen, wenn Du weiter nach unten scrollst.
Zur MOOCwiki-HauptseiteMediathek
Mediathek wird aus dem Wiki geladen ...
Keine passenden Inhalte gefunden. Bitte ändere Suche oder Filter.
NEWSLernweltNOAH fragenInhalt melden · Hinweise zu Fehlern, Quellen, Medienrechten oder Dubletten
