Schriftliche Prüfungsaufgaben und Lösungsstrategien - Fachlagerist
Einleitung
Du bereitest dich auf die schriftliche Abschlussprüfung im anerkannten Ausbildungsberuf Fachlagerist/Fachlageristin vor. Dieser vollständige Lernkurs trainiert das Lesen berufstypischer Belege, das Analysieren von Lagerprozessen, das sichere Fachrechnen und das Begründen deiner Entscheidungen. Alle Prüfungsbeispiele und die Unternehmensdaten sind eigens erstellte, synthetische Übungsfälle und keine Originalaufgaben einer Industrie- und Handelskammer.
Verlässlicher Rahmen, Stand Oktober 2026: Laut Bundesinstitut für Berufsbildung ist Fachlagerist/Fachlageristin ein Monoberuf ohne Fachrichtungen mit 24 Monaten Ausbildungsdauer. Die zugrunde liegende Ausbildungsordnung vom 26. Juli 2004 gilt seit dem 1. August 2004. Nach § 10 heißen die drei schriftlichen Abschlussprüfungsbereiche Lagerprozesse, Güterbewegung sowie Wirtschafts- und Sozialkunde; daneben steht ein eigener praktischer Prüfungsbereich. Die schriftlichen Bereiche werden nach der Verordnung mit 40 %, 40 % und 20 % gewichtet. Die IHK Ulm nennt als konkrete schriftliche Prüfungszeiten 90, 60 und 60 Minuten; die Verordnung nennt teilweise Höchstzeiten. Prüfe stets deine eigene Einladung und die Hinweise deiner zuständigen IHK; Termine und Durchführung können abweichen. Die Regelungen für die dreijährige Fachkraft für Lagerlogistik dürfen nicht versehentlich übernommen werden.
Deine Lernziele: Du kannst wichtige Fachwörter in einem Fall erklären, Soll- und Istwerte vergleichen, den richtigen Rechenweg mit Einheiten notieren, einen sicheren organisatorischen Ablauf begründen und typische Fehler mit einer Rückrechnung entdecken. Arbeite schriftlich mit den Schritten Gegeben – Gesucht – Ansatz – Rechnung – Antwort – Kontrolle.

Blick in ein Regallager: Welche Angaben über Bestände, Lagerorte und Sicherheit sind aus einem Foto erkennbar – und welche nicht? Foto: Axisadman, CC BY-SA 3.0; Quellenangabe im Medienverzeichnis.
Prüfungssprache, Aufgabenanalyse und Lösungsstrategien
Prüfungsbereiche sicher unterscheiden
Die prüfungsrelevanten Lerninhalte ergeben sich aus der Ausbildungsordnung, dem Ausbildungsrahmenplan, dem Rahmenlehrplan und den Informationen der zuständigen IHK. In Lagerprozesse erklärst und bewertest du beispielsweise Annahme, Lagerung, Kommissionierung, Verpackung und Versand. In Güterbewegung wählst du Arbeitsmittel gedanklich aus, dokumentierst Bewegungen und bewertest die Lagerorganisation. In Wirtschafts- und Sozialkunde verknüpfst du berufliche Vorgänge mit Grundfragen der Arbeits- und Wirtschaftswelt. Rechnen und Sicherheitsüberlegungen können in mehreren Bereichen vorkommen.
| Schriftlicher Bereich | Typische selbst erstellte Übungsfrage | Geeignete Antwortform |
|---|---|---|
| Lagerprozesse | Eine Lieferung enthält zwei beschädigte Stücke. Welche Schritte folgen? | Prüf- und Meldeablauf in richtiger Reihenfolge mit Begründung |
| Güterbewegung | Wie verändert sich der verfügbare Bestand nach Eingang und Entnahme? | Rechenansatz, Bestandsfortschreibung, Einheit, Plausibilitätscheck |
| Wirtschafts- und Sozialkunde | Welche Pflichten hat ein Ausbildungsbetrieb? | Fachliche Einordnung und begründetes Beispiel aus dem Ausbildungsalltag |
Operatoren und Signalwörter verstehen
Nennen verlangt passende Stichwörter, beschreiben eine geordnete Darstellung, erläutern zusätzlich eine verständliche Erklärung, berechnen Ansatz und Zahlenergebnis und beurteilen eine Entscheidung mit Kriterien und Abwägung. Markiere im Aufgabentext Mengen, Einheiten, Zeitpunkte, die Perspektive von Auftrag und Lieferung sowie Wörter wie nicht, höchstens und mindestens.
Beispiel: „Beurteile, ob 118 eingetroffene Stück einen Auftrag über 120 Stück erfüllen.“ Antworte nicht nur „Nein“. Zeige 120 Stück – 118 Stück = 2 Stück Fehlmenge, stelle fest, dass die Mengen nicht übereinstimmen, und beschreibe die sachgerechte Dokumentation sowie die betriebliche Klärung. Eine eigenmächtige Anpassung des Lieferscheins ist keine Lösung.
Sechs-Schritte-Methode und Fehlerdiagnose
- Gegeben: Trage Zahlen mit Einheit aus der Aufgabe ab und unterscheide Soll, Ist, gesperrt und verfügbar.
- Gesucht: Schreibe die genaue Frage auf; geht es um Stück, Kilogramm, Euro, Prozent oder Zeit?
- Ansatz: Wähle die passende Formel oder einen geordneten Ablauf und benenne dessen Voraussetzungen.
- Rechnung: Rechne mit einheitlichen Größen und notiere Zwischenschritte, statt nur eine Zahl einzutippen.
- Antwort: Formuliere einen ganzen Entscheidungssatz mit Einheit und Sachbezug.
- Kontrolle: Überschlage, rechne wenn möglich rückwärts und prüfe das Ergebnis auf logische Grenzen.
Typische Fehler: Eine Stückzahl wird wie eine Palettenzahl behandelt; Brutto- und Nettogewicht werden verwechselt; man teilt Prozente durch den Ist- statt den Sollwert; eine Beschädigung wird als normale verfügbare Ware verbucht; eine sichere Arbeitsfreigabe wird aus einer Papieraufgabe abgeleitet. Gegenmittel: Notiere pro Zeile die Größe und Einheit, kennzeichne Annahmen und trenne rechnerische von betrieblichen Entscheidungen.
Zeitmanagement und Selbstkontrolle
Probiere für deine häuslichen Übungsklausuren drei Durchgänge: erst Aufgaben überfliegen und Machbares markieren, dann sichere Punkte mit vollständigem Lösungsweg sammeln, anschließend strittige Aufgaben und Ergebnisprüfung bearbeiten. Verwende diese Strategie flexibel statt starr. Bei einer gebundenen Aufgabe lies zuerst die Fragestellung und prüfe dann alle Alternativen. Bei einer ungebundenen Aufgabe begründe den Ablauf auch dann, wenn das Ergebnis richtig erscheint. Im echten Prüfungsverfahren gelten ausschließlich die jeweils zugelassenen Hilfsmittel und die IHK-Anweisungen.
Lagerprozesse: Wareneingang, Lagerung und Bestände
Wareneingang mit Belegprüfung
Im Wareneingang vergleicht man Bestellung, Lieferschein und die tatsächlich angelieferte Ware. Quantitative Prüfung fragt nach Art und Menge, qualitative Prüfung nach sichtbarem Zustand, Kennzeichnung und vorgegebenen Eigenschaften. Die Kontrolle umfasst je nach Auftrag und betrieblichen Vorgaben die Verpackung, Anzahl, Artikelkennung und relevante Begleitpapiere. Eine Unterschrift ersetzt keine sorgfältige, angemessene Prüfung.
| Schritt | Zu prüfende Information | Reaktion bei Abweichung |
|---|---|---|
| Bestellung lesen | Artikel, Einheit, bestellte Menge | Sollmenge notieren |
| Lieferschein abgleichen | Positionen, angegebene Mengen | Abweichung zwischen Bestellung und Papier dokumentieren |
| Lieferung kontrollieren | Sichtbare Menge und Beschaffenheit | Mangel oder Überlieferung festhalten |
| Buchung vorbereiten | Freigegebene, zuordenbare Güter | Gesperrte Mengen getrennt halten; zuständige Person entscheidet |
| Einlagerung planen | Lagerplatz, Güterart, betriebliche Regeln | Schutz- und Lagerbedingungen beachten |
Mini-Beispiel: Bestellt sind 240 Stück. Physisch treffen 234 Stück ein, sechs Stück fehlen. Der Mengenfehler beträgt –6 Stück. Bezogen auf die Bestellung beträgt die Fehlmengenquote 6 / 240 × 100 = 2,5 %. Die Rechnung allein ersetzt nicht die Dokumentation des Mangels.

Schematischer EAN-13-Strichcode als Medienbeispiel. Ein Code dient der maschinenlesbaren Identifikation; der Scan beweist allein noch keine korrekte Liefermenge. Grafik: DontPanic, Public Domain.
Lagerort, Lagerprinzip und FIFO
Ein Lagerplatz muss zu Gütereigenschaften, Tragfähigkeit, betrieblichen Wegen und Zugriffsregeln passen. Festplatzlagerung ordnet Ware festen Plätzen zu; chaotische Lagerhaltung verwendet wechselnde freie Plätze mit zuverlässiger Datenerfassung. Das sind Organisationsformen, keine Erlaubnis, ungeeignete Stellflächen zu belegen.
FIFO bedeutet „First In – First Out“: zuerst eingelagerte Einheiten werden grundsätzlich zuerst entnommen. FEFO („First Expired – First Out“) berücksichtigt vorrangig das frühere Ablauf- oder Mindesthaltbarkeitsdatum, wenn dies für die Güter geboten ist. LIFO bezeichnet eine andere Reihenfolge, ist aber nicht automatisch fachlich sinnvoll für jede Ware. Prüfe stets die spezifische Lagerregel, Charge und Produktanforderung.
Schematische FIFO-Darstellung: Welche Palette erreicht den Ausgang zuerst? Grafik: gauldock, gemeinfrei; Bildsprache aus dem Spanischen, fachlich im Text erläutert.
Gedankliches Lagerdiagramm:
| Wareneingang | Lagerzone | Versand |
|---|---|---|
| Charge A vom Montag | A vor B, falls Ware und Regel dies zulassen | A zuerst nach FIFO |
| Charge B vom Mittwoch | B hinter A | B später nach FIFO |
| Charge C mit früherem Ablaufdatum | Ablaufdatum prüfen | C kann nach FEFO Vorrang erhalten |

Technische Zeichnung einer Europalette. Für die folgenden Übungsrechnungen benutzen wir 1,20 m × 0,80 m Grundfläche; real sind außerdem Last, Untergrund, Höhe und Freiräume entscheidend. Zeichnung: WhiteTimberwolf, CC BY-SA 3.0.
Bestandsführung, Inventur und Differenzen
Anfangsbestand + freigegebener Zugang – gebuchter Abgang = rechnerischer Endbestand. Gesperrter Bestand ist nicht ohne Weiteres als verfügbar anzusehen. Eine Inventur ermittelt Bestände anhand eines vorgegebenen Verfahrens. Buchbestand und Istbestand können voneinander abweichen; auch dann sind Ursachenprüfung und dokumentierte Korrektur erforderlich.
| Bestandsgröße | Beispiel | Rechenweg |
|---|---|---|
| Buchbestand | 480 Stück | Vorgabe |
| Gezählt | 462 Stück | Istwert |
| Differenz Ist minus Buch | –18 Stück | 462 – 480 |
| Fehlmengenquote bezogen auf Buch | 3,75 % | 18 / 480 × 100 |
Fehleranalyse: 18 / 462 × 100 ist für die hier ausdrücklich verlangte Bezugsgröße falsch. Das Ergebnis von 3,75 % ist eine Rechenkennzahl und noch keine Erklärung, warum Stücke fehlen. Eine Bestandskorrektur erfolgt nach festgelegten Zuständigkeiten.
Ergänzendes Video „Inventur“ von LagerLernen: Unterscheide körperliche Inventur und Buchinventur. Externes Video, keine freie Nachnutzung zugesichert.
Güterbewegung: Kommissionieren, Verpacken und Versand
Belege und Kommissionierprozess
Eine Kommissionierung stellt die laut Auftrag benötigten Güter zusammen. Ausgangspunkt ist eine nachvollziehbare Auftragsposition mit Artikelnummer, Menge, Einheit, Lagerort und ggf. Charge. Übliche Schritte im Lernmodell: Auftrag prüfen → Entnahme vorbereiten → geeignete Bereitstellung → Soll/Ist-Abgleich → Entnahme dokumentieren → Verpackung und Übergabe kontrollieren. Welche Person tatsächlich buchen oder Anlagen einsetzen darf, entscheidet der Betrieb.
Auftragsorientiert seriell bedeutet, dass ein Auftrag nacheinander bearbeitet wird. Auftragsorientiert parallel verteilt Teile eines Auftrags auf mehrere Bereiche und führt die Teilmengen anschließend zusammen. Bei der Prüfung unterscheidest du Wegzeit, Greifzeit, Basiszeit und weitere Zeitanteile; nicht jeder vermeintlich kürzere Weg ist im realen Betrieb sicher oder sinnvoll.

Barcodegestützte Entnahme im Regallager. Ein Scan ist Teil der Dokumentation, muss aber gegen die reale Stückzahl und den Auftrag geprüft werden. Bild: MicroSYST Systemelectronic GmbH, CC BY-SA 4.0.
Video „Kommissionieren – Methoden und Fehler“ von LagerLernen. Ordne danach die Vor- und Nachteile serieller und paralleler Verfahren anhand eines eigenen Beispiels zu.
Verpacken und Ladeeinheiten rechnerisch planen
Die Verpackung soll das Gut im vorgesehenen Transport schützen, handhabbar machen und Kennzeichnungen ermöglichen. Nettomasse meint hier die Masse der Ware ohne die ausgewiesenen Verpackungs- und Ladehilfsmittel. Bruttomasse umfasst in unseren Aufgaben ausdrücklich auch Kartons und Palette. Fachlich sauber ist daher: Bruttomasse = Warenmasse + Verpackungsmasse + Masse der Ladehilfe, sofern alle drei laut Aufgabe einbezogen sind.
Beispiel: 12 Artikel wiegen je 1,5 kg. Zwei Kartons wiegen je 0,7 kg. Eine Palette wiegt 22 kg. Ergebnis: 12 × 1,5 kg + 2 × 0,7 kg + 22 kg = 41,4 kg. Schreibe nicht 41,4 Stück oder 41,4 t. Die genaue Lastverteilung und Sicherung kann daraus nicht abgeleitet werden.

Veranschaulichung einer palletierten Ladeeinheit im Container. Das Foto ist kein Nachweis korrekter Ladungssicherung. Foto: Goterrestrial, CC BY 4.0.
Versandunterlagen, Kontrollen und sichere Entscheidungen
Für eine Versandübung müssen Auftrag, Kommissionierergebnis und Versandpapier zueinander passen. Vermerke Empfängerkennung (in den Übungsfällen erfunden), Packstückzahl, Warenmenge und weitere für den Fall nötige Daten. Kontrolliere insbesondere Einheitenwechsel: drei Kartons mit je acht Stück sind 24 Stück, nicht acht Kartons. Rechtlich relevante oder gefährliche Güter dürfen nicht nach einer bloßen Musterlösung gehandhabt werden.
Wichtige Grenze: Dieser Kurs lehrt nur das schriftliche Analysieren. Flurförderzeuge, Maschinen, elektrische Einrichtungen, Gefahrstoffe, Ladungssicherung und sonstige gefährliche Praxisarbeiten erfolgen ausschließlich unter qualifizierter betrieblicher Anleitung und nach den geltenden Freigaben. Es wird keine reale Maschinen- oder Transportfreigabe erteilt.
Fehlerquelle Medienbruch
Wenn eine Entnahme auf Papier als 20 Stück steht, die digitale Buchung aber 2 Packungen lautet, ist das Ergebnis ohne Einheitenangabe unklar. Verlange einen einheitlichen Mengenschlüssel: 1 Packung = 10 Stück bedeutet 2 Packungen = 20 Stück. Dies muss vor dem Buchen eindeutig sein. Eine fehlerhafte automatische Zuordnung ist zu melden und zu korrigieren, nicht heimlich zu übergehen.
Fachrechnen: Einheiten, Formeln und Plausibilität
Grundgrößen und Umrechnung
Prüfungsrechnen funktioniert nur, wenn Maße und Einheiten passen. 1 m = 100 cm = 1 000 mm; 1 m² = 10 000 cm²; 1 m³ = 1 000 Liter; 1 t = 1 000 kg; 1 h = 60 min. Bei Quadrat- und Kubikeinheiten musst du den Umrechnungsfaktor quadrieren beziehungsweise kubieren. Die Umrechnung von 40 cm in 0,40 m ist ein eigener Rechenschritt und verhindert Größenordnungsfehler.
| Größe | Formel | Musterrechnung | Plausibilitätscheck |
|---|---|---|---|
| Grundfläche | Länge × Breite | 1,20 m × 0,80 m = 0,96 m² | Etwas weniger als 1 m² |
| Kartonvolumen | Länge × Breite × Höhe | 0,40 m × 0,30 m × 0,25 m = 0,030 m³ = 30 l | Nicht 30 m³ |
| Gesamtvolumen | Stückzahl × Einzelvolumen | 16 × 0,030 m³ = 0,480 m³ | Das Ergebnis wächst mit der Stückzahl |
| Fehlmenge | Sollmenge – Istmenge | 240 – 234 = 6 Stück | Ergebnis höchstens so groß wie Soll |
| Prozentanteil | Anteil / Grundwert × 100 | 6 / 240 × 100 = 2,5 % | Grundwert muss zur Frage passen |
| Leistung | Stückzahl / Zeit in Stunden | 51 Stück / 0,5 h = 102 Stück/h | Nenner ist eine Zeiteinheit |
Prozentrechnen ohne falsche Bezugsgröße
Wenn 35 Aufträge pro Tag auf 42 steigen, beträgt der Zuwachs 7 Aufträge. Die Änderungsrate ist 7 / 35 × 100 = 20 %. Die Rechnung 7 / 42 wäre die Änderung bezogen auf den neuen statt den alten Wert. Ebenso gilt: 5 beschädigte von 80 gelieferten Stück ergeben 5 / 80 × 100 = 6,25 %. Wenn sich die Frage dagegen auf 75 freigegebene Stück bezieht, musst du den Nenner und die Bedeutung neu klären.
Zeit und Leistung richtig einordnen
30 Minuten = 0,5 Stunden. Für 51 entnommene Stück in 30 Minuten sind 51 / 0,5 = 102 Stück pro Stunde eine rechnerische Durchschnittsleistung im Übungsfall. Sie sagt nichts über eine zulässige Zielvorgabe, Pausen, Wege, Sicherheit oder Belastung aus. Für eine realistische betriebliche Beurteilung sind zusätzliche Bedingungen erforderlich.
Ergebnisse lesen: kleine Diagramme und Kennzahlen
Die folgende textbasierte Balkenübersicht verwendet dieselbe fiktive Einheit Stück für alle Werte. Sie dient der Interpretation, nicht einer exakten maßstäblichen Darstellung.
| Artikel | Anfangsbestand | Freigegebener Zugang | Abgang | Endbestand |
|---|---|---|---|---|
| A | 34 | 118 | 24 | 128 |
| B | 40 | 75 | 15 | 100 |
| C | 18 | 60 | 12 | 66 |
Interpretation: A hat am Ende den größten Bestand. C hat den kleinsten Endbestand. Ein hoher Endbestand beweist allein weder eine gute noch eine schlechte Lagerwirtschaft; Bedarf, Platz, Beschaffung und Risiko müssten einbezogen werden.
Ergänzendes Video „Lagerkennzahlen: Formeln und Beispielrechnungen“ von LagerLernen. Die dort vorgestellten weiterführenden Kennzahlen sind zusätzliche Lerninhalte; dieser Kurs konzentriert sich auf die nachgewiesenen Anforderungen an den Fachlageristen.
Prüfungsergebnis gewichten – nur als Rechenübung
Die rechtlich bestätigte Gewichtung 40 : 40 : 20 gilt für die drei schriftlichen Prüfungsbereiche des Fachlageristen. Beispiel mit rein fiktiven Punktwerten: 70 Punkte Lagerprozesse, 60 Güterbewegung, 50 Wirtschafts- und Sozialkunde. Schriftliches gewichtetes Ergebnis = 70 × 0,40 + 60 × 0,40 + 50 × 0,20 = 62 Punkte. Das ist keine automatische Aussage über das Bestehen der gesamten Abschlussprüfung: Die praktische Leistung und die Bestehensregeln in § 10 Abs. 10 müssen ebenfalls erfüllt sein.
Wirtschafts- und Sozialkunde, Qualität und Sicherheit
Ausbildung und Pflichten
In der dualen Berufsausbildung arbeiten Ausbildungsbetrieb und Berufsschule zusammen. Lernrelevante Themen sind insbesondere Ausbildungsvertrag, wechselseitige Pflichten, betriebliche Organisation, Arbeitsschutz, mögliche Interessenvertretungen und verantwortliches Verhalten. Fallfrage: Ein Auszubildender erhält den Auftrag, einen Schaden zu verschweigen, damit eine Kennzahl besser aussieht. Ein fachlich begründeter schriftlicher Lösungsvorschlag fordert ehrliche Dokumentation und Meldung, nicht die Manipulation der Bestandsdaten.
Musterstrategie bei Rechtsfragen: Benenne die einschlägige Regel oder das grundlegende Prinzip, beziehe sie auf den Sachverhalt und ziehe eine eindeutige Schlussfolgerung. Vermeide frei erfundene Paragraphen und ungesicherte Detailfristen; prüfe aktuelle Rechtsquellen und die konkrete Situation.
Sicherheit, Gesundheit und Umwelt
Sicherheit vor Tempo: Beschädigte Ladehilfsmittel, versperrte Verkehrswege und unklare Gefahrstoffkennzeichnungen sind Hinweise auf mögliche Risiken. In schriftlichen Aufgaben beschreibst du geeignete Melde- und Sicherungsmaßnahmen entsprechend der Unterweisung; du erteilst dir niemals selbst eine Freigabe für Spezialarbeiten. Umweltschutz betrifft etwa das Vermeiden unnötiger Verpackungen, die korrekte Abfalltrennung gemäß Betrieb und geltendem Recht sowie energiesparende Organisation ohne Sicherheitsverlust.
| Beobachtung im fiktiven Fall | Begründete schriftliche Reaktion |
|---|---|
| Karton mit deutlichem Transportschaden | Separieren bzw. Sperrstatus nach Betriebsvorgabe, dokumentieren und zuständige Person einschalten |
| Lagerplatzangabe fehlt | Artikelidentität und geeigneten Platz klären; keine willkürliche Einlagerung |
| Buch- und Istmenge weichen ab | Bestand prüfen lassen, Ursache suchen, Korrektur nach Berechtigung dokumentieren |
| Fördermittel hat erkennbaren Defekt | Nicht eigenmächtig einsetzen, sicher melden; Prüfung nur durch zuständige Fachkundige |
Datenschutz und Informationsqualität
In einer Lagerverwaltungssoftware werden Mengen, Artikelkennungen und Arbeitsvorgänge verarbeitet. Verwende nur erforderliche Angaben, halte Zugriffsberechtigungen ein und gib keine fremden personenbezogenen Daten in öffentliche Lernwerkzeuge ein. Sämtliche Namen, Nummern und Bestände in diesem Kurs sind frei erfunden. Für die Prüfung zählt eine nachvollziehbare, überprüfbare Antwort stärker als ein bloß plausibel klingender Text ohne Grundlage.
Vollständiger Modellfall: von der Lieferung bis zum Versand
Ausgangslage und schriftlicher Arbeitsauftrag
Modellunternehmen: Nordlicht Lagerdienst (frei erfunden). Du prüfst am Schreibtisch Belege einer Lieferung und einen anschließenden Versandauftrag. Alle Zahlen sind synthetisch; es erfolgen keine tatsächlichen Lagerbewegungen oder Freigaben. Eine zuständige Fachkraft hat im Szenario ausdrücklich festgelegt: mängelfreie, bestellte Teilmengen dürfen nach Kontrolle freigegeben werden; beschädigte oder überzählige Einheiten bleiben bis zur Klärung gesperrt.
| Artikel | Bestellt und auf Lieferschein | Tatsächlich eingetroffen | Davon sichtbar beschädigt | Bisheriger verfügbarer Bestand |
|---|---|---|---|---|
| A – Befestigungssatz | 120 Stück | 118 Stück | 0 Stück | 34 Stück |
| B – Werkzeuggriff | 80 Stück | 80 Stück | 5 Stück | 40 Stück |
| C – Schutzkappe | 60 Stück | 66 Stück | 0 Stück | 18 Stück |
Versandauftrag: Entnimm A 24 Stück, B 15 Stück, C 12 Stück. Für diese reine Rechenaufgabe gelten Nettomassen: A = 0,75 kg/Stück, B = 1,20 kg/Stück, C = 0,50 kg/Stück. Es werden vier Kartons von je 0,80 kg und eine Palette mit 22,00 kg Eigenmasse benutzt. Die Palettengrundfläche misst 1,20 m × 0,80 m. Die gesamte gedankliche Entnahme wird mit 30 Minuten angesetzt. Annahme: A verteilt sich auf zwei Kartons, B auf einen, C auf einen; jeder Karton darf im Szenario höchstens 20 kg Warenmasse enthalten.
Bearbeite schriftlich: (a) Mengen- und Qualitätsabweichungen, (b) welche Mengen verfügbar gebucht werden dürfen, (c) Endbestände nach dem Versand, (d) Waren-, Verpackungs- und Bruttomasse, (e) Grundfläche, (f) rechnerische Entnahmeleistung, (g) richtige Dokumentation, Fehlerkontrolle und Grenzen der Aussagekraft.
Musterlösung Teil 1: Mengenabweichungen und Freigabe
| Artikel | Rechnung Soll/Ist | Organisatorische Einordnung | Im Szenario freigegebener Zugang |
|---|---|---|---|
| A | 118 – 120 = –2 Stück | Fehlmenge von 2 Stück dokumentieren; Beschaffung bzw. Lieferant klären | 118 Stück |
| B | 80 – 80 = 0 Stück Mengendifferenz | 5 beschädigte Stück sperren und Mangel melden | 75 Stück |
| C | 66 – 60 = +6 Stück | 6 überzählige Stück vorläufig gesperrt und Rücksprache nötig | 60 Stück |
Es gehen zusammen 118 + 75 + 60 = 253 verfügbare Stück in die freigegebene Übungsbuchung ein. 5 beschädigte B-Stücke und 6 überzählige C-Stücke bleiben getrennt als nicht verfügbar; sie werden nicht als normale verfügbare Ware erfasst. Eine reale Buchung würde eine individuelle betriebliche Entscheidung erfordern. Die Schadenquote bei Artikel B bezogen auf die eingetroffene Menge ist 5 / 80 × 100 = 6,25 %.
Musterlösung Teil 2: Bestandsfortschreibung
Bestand nach Versand = bisheriger verfügbarer Bestand + freigegebener Zugang – tatsächlicher Übungsabgang.
| Artikel | Einsetzen | Endbestand | Rückwärtskontrolle |
|---|---|---|---|
| A | 34 + 118 – 24 | 128 Stück | 128 + 24 – 118 = 34 |
| B | 40 + 75 – 15 | 100 Stück | 100 + 15 – 75 = 40 |
| C | 18 + 60 – 12 | 66 Stück | 66 + 12 – 60 = 18 |
Alle drei Endbestände sind nicht negativ. Die Summe der Entnahme ist 24 + 15 + 12 = 51 Stück. Wichtig: Das sind drei Artikelarten mit unterschiedlichen Massen; du darfst nicht 51 mit nur einem Stückgewicht multiplizieren.
Musterlösung Teil 3: Gewicht, Fläche und Leistung
Warenmasse: A = 24 × 0,75 kg = 18,00 kg; B = 15 × 1,20 kg = 18,00 kg; C = 12 × 0,50 kg = 6,00 kg. Zusammen 42,00 kg netto. Verpackung: 4 × 0,80 kg = 3,20 kg. Brutto einschließlich Ladehilfe: 42,00 + 3,20 + 22,00 = 67,20 kg. Das B-Paket mit 15 Stück wiegt 18,00 kg Warenmasse und unterschreitet die hier vorgegebene Kartongrenze von 20 kg. Die beiden A-Pakete enthalten in diesem Szenario je 12 Stück mit jeweils 9 kg; der C-Karton enthält 6 kg. Reale Verpackungs- und Tragfähigkeitsanforderungen bleiben davon unberührt.
Grundfläche: 1,20 m × 0,80 m = 0,96 m². Das ist lediglich die Palettenstandfläche, nicht der erforderliche Lagerplatz mit Verkehrs- und Sicherheitsabständen. Rechenleistung: 30 min = 0,5 h; 51 Stück / 0,5 h = 102 Stück/h. Diese Übungskennzahl ist keine Leistungsanforderung für Personen und rechtfertigt keine riskante Beschleunigung.
Plausibilitätskette: Brutto muss wegen Kartons und Palette über 42 kg liegen; deshalb wären 39 kg unsinnig. 0,96 m² liegt nahe einem Quadratmeter; 96 m² wäre ein Umrechnungsfehler. Der verfügbare Endbestand muss bei positivem Wareneingang und kleinerem Abgang zur Ausgangsgröße passen.
Musterlösung Teil 4: Dokumentation, Fehlersuche und Beurteilung
Schreibe auf dem Übungsprüfblatt: „A Fehlmenge 2; B Qualitätssperre 5; C Übermenge 6. Freigegebene Eingänge: A118/B75/C60. Berechneter Endbestand nach Übungsversand: A128/B100/C66. Bruttomasse der Ladeeinheit 67,20 kg. Prüfung und weitere Verfügung über gesperrte Mengen ausschließlich durch Berechtigte.“ Das macht Tatsachen, Rechnungen, Annahmen und Entscheidungen unterscheidbar.
Häufige Fehlantworten: Bei B werden alle 80 Stück als verfügbar gebucht (Qualitätssperre übersehen); bei C werden 66 statt der vereinbarten 60 gebucht (Überlieferung ungeklärt); bei A wird der Bestand zu 34 + 120 – 24 = 130 gerechnet (Bestellung statt Wareneingang); bei der Bruttomasse fehlt die Palette; Minuten werden nicht in Stunden umgerechnet. Schreibe zu jeder falschen Lösung die konkrete Fehlerquelle und den passenden Kontrollschritt.
Fachliches Bewertungsraster (50 Punkte)
| Kompetenz und Nachweis | Punkte | Bewertungshinweis |
|---|---|---|
| Soll-/Ist-Vergleich A, B, C | 8 | Drei nachvollziehbare Differenzen und richtige Mengeneinheit |
| Qualitätsmangel und Übermenge | 7 | Fünf B-Stücke und sechs C-Stücke korrekt gesperrt und begründet |
| Freigegebene Zugänge | 8 | A118, B75 und C60 sachgerecht hergeleitet |
| Endbestände und Kontrolle | 12 | A128, B100, C66 mit Formel und mindestens einer Rückrechnung |
| Nettomasse, Verpackung und Brutto | 6 | 42,00 kg, 3,20 kg und 67,20 kg mit Einheiten |
| Fläche, Leistung und Plausibilität | 5 | 0,96 m² und 102 Stück/h mit sinnvoller Ergebnisprüfung |
| Dokumentation, Sicherheitsgrenzen | 4 | Klarer Meldeweg, keine ungenehmigten Buchungen oder Freigaben |
| Gesamt | 50 | Teilpunkte für nachvollziehbare korrekte Zwischenschritte |
Selbstdiagnose: 45–50 Punkte: transferbereit; 35–44: einzelne Schwächen gezielt üben; 25–34: Beleg- und Rechenmethode systematisch wiederholen; unter 25: den Modellfall mit Unterstützung Schritt für Schritt neu lösen. Diese Bereiche sind nur eine didaktische Empfehlung, keine IHK-Notengrenzen.
Interaktive Aufgaben
Multiple-Choice: Wissen und Anwendung
Bei jeder der genau zehn Übungsfragen steht eine richtige Antwort drei fachlich plausiblen Alternativen gegenüber. Die erste Option ist im technischen Kursquelltext die richtige Lösung; konzentriere dich beim Üben auf die Begründung.
1. Was ist bei einer Lieferung mit sichtbarem Mengendefizit die richtige schriftliche Vorgehensweise? (Soll und Ist vergleichen und Fehlmenge dokumentieren) (!Lieferschein ohne Prüfung auf volle Menge ändern) (!Alle bestellten Stücke sofort als verfügbar buchen) (!Differenz erst nach dem Versand zufällig nachzählen)
Rückmeldung: Dokumentiere die zwei unterschiedlichen Informationsquellen und leite aus der Differenz eine sachliche Klärung ab. Zahlen im Beleg dürfen nicht erfunden werden.
2. Bestellt sind 120 Stück und tatsächlich kommen 118 an. Wie groß ist die Fehlmenge? (2 Stück) (!118 Stück) (!120 Stück) (!238 Stück)
Rückmeldung: Die Fehlmenge ist Soll minus Ist. Hier rechnest du 120 minus 118 und überprüfst die Einheit Stück.
3. Was bedeutet FIFO bei der Lagerentnahme? (Zuerst eingelagerte Ware zuerst entnehmen) (!Zuletzt eingelagerte Ware grundsätzlich zuerst entnehmen) (!Nur die schwerste Ware zuerst entnehmen) (!Ware ohne Bestandsbuchung zuerst entnehmen)
Rückmeldung: FIFO beschreibt eine zeitliche Entnahmereihenfolge. Bei Ablaufdaten kann stattdessen FEFO maßgeblich sein.
4. Welches Volumen hat ein Karton mit 0,40 m Länge, 0,30 m Breite und 0,25 m Höhe? (0,030 Kubikmeter) (!0,300 Kubikmeter) (!0,003 Kubikmeter) (!3,000 Kubikmeter)
Rückmeldung: Multipliziere alle drei Maße in Metern. Das Ergebnis entspricht 30 Litern und ist deutlich kleiner als ein Kubikmeter.
5. Was gilt für fünf sichtbar beschädigte Stück eines Artikels bei einer angeordneten Qualitätssperre? (Sie dürfen nicht als normal verfügbar gelten) (!Sie werden automatisch fehlerfrei gutgeschrieben) (!Sie zählen unabhängig vom Zustand als Versandreserve) (!Sie müssen ohne Dokumentation ausgeliefert werden)
Rückmeldung: Zwischen physisch vorhandenen, gesperrten und freigegebenen Mengen ist zu unterscheiden. Weitere Entscheidungen treffen Zuständige.
6. Wie hoch ist die Bruttomasse aus 42 kg Ware, 3,2 kg Kartons und 22 kg Palette? (67,2 Kilogramm) (!45,2 Kilogramm) (!64,0 Kilogramm) (!70,4 Kilogramm)
Rückmeldung: In diesem Fall zählen ausdrücklich alle drei Massenanteile zur Ladeeinheit. Addition ergibt 67,2 kg.
7. Der Buchbestand ist 480 Stück und der Istbestand 462 Stück. Welche Differenz ergibt Ist minus Buch? (Minus 18 Stück) (!Plus 18 Stück) (!Minus 42 Stück) (!Plus 942 Stück)
Rückmeldung: 462 minus 480 ergibt eine negative Differenz. Das Vorzeichen kennzeichnet hier eine Fehlmenge.
8. Welche drei Bereiche werden beim Fachlageristen schriftlich geprüft? (Lagerprozesse, Güterbewegung und Wirtschafts- und Sozialkunde) (!Lagerprozesse, Fahrprüfung und Mathematik) (!Güterbewegung, Fremdsprachen und Fachgespräch) (!Tourenplanung, Außenhandel und Marketing)
Rückmeldung: Die fachlich korrekte Zusammenstellung steht in § 10 der Ausbildungsordnung. Die praktische Arbeitsaufgabe ist separat.
9. Was ist eine sinnvolle Reaktion auf eine unklare Buchungsberechtigung? (Vor der Buchung die zuständige Person um Klärung bitten) (!Die Berechtigung eines Kollegen ohne Nachfrage verwenden) (!Eine Buchung unter falscher Kennung durchführen) (!Einen Schadensbestand ungeprüft als verfügbar melden)
Rückmeldung: Eine nachvollziehbare und berechtigte Buchung schützt Bestandsqualität und Informationssicherheit.
10. Welche Rechenleistung ergeben 51 Stück in 30 Minuten? (102 Stück je Stunde) (!51 Stück je Stunde) (!25,5 Stück je Stunde) (!1530 Stück je Stunde)
Rückmeldung: 30 Minuten sind 0,5 Stunden. Teile 51 Stück durch 0,5 Stunden und gib die Einheit Stück je Stunde an.
Memory: Fachwort und Erklärung
| Lieferschein | Dokument mit Angaben zu einer gelieferten Sendung |
| Buchbestand | Rechnerisch dokumentierter Warenbestand |
| Inventur | Verfahren zur Bestandsaufnahme |
| Kommissionierung | Auftragsbezogenes Zusammenstellen von Waren |
| Nettomasse | Masse der Waren ohne ausgewiesene Verpackungsanteile |
| Sperrbestand | Vorübergehend nicht als verfügbar freigegebene Menge |
| Plausibilitätsprüfung | Kontrolle, ob ein Ergebnis zur Situation und Größenordnung passt |
Drag-and-drop: Handlungsschritt zuordnen
| Ordne den passenden Handlungsschritt zu. | Beschriebene Fachsituation |
|---|---|
| Bestellung lesen | Geforderte Artikel und Sollmengen feststellen |
| Lieferung prüfen | Tatsächliche Mengen und sichtbare Schäden erfassen |
| Mangel dokumentieren | Abweichung belegbar und nachvollziehbar notieren |
| Freigabe klären | Über verfügbare und gesperrte Mengen entscheiden lassen |
| Bestand fortschreiben | Berechtigte Zu- und Abgänge rechnerisch erfassen |
Kreuzworträtsel: sechs Kernbegriffe
| Inventur | Wie heißt die systematische Bestandsaufnahme? |
| Lieferschein | Welches Dokument begleitet die ausgelieferte Warenmenge? |
| Palette | Welche Ladehilfe bündelt häufig Kartons zu einer Ladeeinheit? |
| Lagerplatz | Wie heißt die zugeordnete Position einer Ware im Lager? |
| Fehlmenge | Wie nennt man den Unterschied bei zu geringer Lieferung? |
| Verpackung | Was schützt Ware und erleichtert ihren Versand? |
LearningApps: zusätzliche Übungssuche
Die folgende eingebettete Suche führt zu externen, von ihren jeweiligen Urhebern bereitgestellten Lernanwendungen. Prüfe fachliche Richtigkeit und Datenschutz jedes Treffers; nicht alle Ergebnisse sind amtliche Prüfungsvorbereitung.
Lückentext: Prüfen, rechnen und begründen
Offene Aufgaben
Bearbeite die genau zwölf Aufgaben nach Schwierigkeitsstufen mit selbst gewählten synthetischen Beispieldaten. Für reale Betriebsbeobachtungen sind Erlaubnis und qualifizierte Begleitung erforderlich; keine vertraulichen Informationen veröffentlichen.
Leicht
- Lieferschein: Erstelle einen frei erfundenen Lieferschein mit drei Artikeln und markiere Artikelnummer, Einheit und Menge.
- Fachbegriffe Lagerlogistik: Erkläre in eigenen Worten Sollbestand, Istbestand, Sperrbestand und Kommissionierung, jeweils mit einem Satz.
- Einheiten umrechnen: Berechne 1 500 mm in Metern, 45 Minuten in Stunden und 2,4 t in Kilogramm; ergänze einen Überschlag.
- Prüfungsstrategien: Gestalte ein kleines Merkblatt mit den sechs Schritten Gegeben – Gesucht – Ansatz – Rechnung – Antwort – Kontrolle.
Standard
- Wareneingang: Entwirf eine synthetische Bestellung und eine Lieferung mit einer Fehlmenge und einem Qualitätsmangel; dokumentiere die Unterschiede.
- Lagerhaltung: Zeichne ein übersichtliches Lagerort-Schema und begründe die Zuordnung von drei ungefährlichen Artikelgruppen nach fiktiven Vorgaben.
- Kommissionierung: Vergleiche für einen fiktiven Auftrag serielle und parallele Kommissionierung anhand von Weg, Abstimmung und Fehlerquelle.
- Fachrechnen: Erstelle vier Aufgaben zu Fläche, Volumen, Prozent und Gewicht und liefere jeweils vollständigen Lösungsweg sowie Plausibilitätskontrolle.
Schwer
- Inventur: Analysiere eine fiktive Zähldifferenz aus drei Artikeln, unterscheide mögliche Ursachen und formuliere eine Entscheidungsvorlage ohne selbst zu buchen.
- Qualitätsmanagement: Produziere ein kurzes Erklärvideo oder eine Bildergeschichte über Meldung, Sperrstatus und Dokumentation einer beschädigten Lieferung mit rein erfundenen Angaben.
- Lagerlogistik: Erfinde einen vernetzten Prüfungsfall mit Wareneingang, Versand, Bruttomasse, Buchung, Sicherheitsgrenzen und vollständiger Musterlösung.
- Wirtschafts- und Sozialkunde: Schreibe ein begründetes Fallgutachten zur Frage, wie ein Auszubildender auf eine Aufforderung zur Manipulation von Beständen reagieren sollte, und prüfe deine verwendeten Rechtsquellen.


Lernkontrolle
Die folgenden sieben zusätzlichen Lernkontrollaufgaben verlangen Begründungen, Rechenwege und Transfer. Bearbeite sie getrennt von den Multiple-Choice-Fragen; nutze anschließend die kurzen Kontrollhinweise.
- Lagerprozesse: Bestellt sind 360 Stück, angeliefert 342. Ermittle Fehlmenge und prozentuale Abweichung vom Soll und erkläre, warum der Bezugswert entscheidend ist. Kontrollhinweis: 18 Stück, 5 %.
- Bestandsführung: Anfangsbestand 75 Stück, freigegebener Zugang 48, Entnahme 39. Berechne den Endbestand und kontrolliere rückwärts. Kontrollhinweis: 84 Stück.
- Güterbewegung: Warum ist die Aussage „Zwei Packungen fehlen“ ohne weitere Angabe unzureichend, wenn verschiedene Verpackungseinheiten existieren? Verfasse eine präzise Rückfrage.
- Lagerflächenberechnung: Vier Paletten mit je 0,96 m² Standfläche benötigen rechnerisch 3,84 m² reine Grundfläche. Begründe, weshalb dies keine betriebliche Lagerflächenplanung ersetzt.
- Wirtschafts- und Sozialkunde: Zwei Kolleginnen wollen einen erkennbaren Schaden verschweigen. Beurteile das Verhalten hinsichtlich Qualität, Verantwortlichkeit und Dokumentation.
- Prüfungsergebnis: Berechne das fiktive schriftliche Ergebnis aus 65, 70 und 55 Punkten bei 40 %, 40 % und 20 %. Kontrollhinweis: 65 Punkte. Erkläre, warum die praktische Prüfung trotzdem wichtig bleibt.
- Fehleranalyse: Ein Lernender berechnet für 24 Stück mit je 0,75 kg nur 24 + 0,75 = 24,75 kg. Korrigiere die Modellannahme, benenne den Rechenfehler und schreibe die richtige Einheit. Kontrollhinweis: 18 kg Warenmasse.
Lernnachweis
Ein belastbarer Lernnachweis besteht aus (1) einem kommentierten Übungsprüfblatt mit mindestens sechs vollständig gerechneten Aufgaben, (2) dem bearbeiteten 50-Punkte-Modellfall, (3) einem Fehlerprotokoll mit mindestens fünf erkannten Fehlerarten und konkreten Gegenmaßnahmen, (4) einer selbst erstellten Beleg- oder Ablaufgrafik sowie (5) einer begründeten Reflexion zur sicheren Trennung zwischen Übungsrechnung und realer Arbeitsfreigabe. Vorzeigbare Kompetenzen sind: Daten extrahieren, Begriffe erläutern, Einheiten sicher handhaben, berechtigte Bestände fortschreiben, Entscheidungen erklären, Lösungen rückprüfen und Quellen nachvollziehbar angeben.
Bewertungsvorschlag: fachliche Richtigkeit 40 %, Rechenweg und Einheiten 25 %, Begründung und Fehleranalyse 20 %, Dokumentation, Sicherheit und Quellen 15 %. Dies ist ein didaktisches Kursraster, keine amtliche IHK-Bewertung. Verwende niemals personenbezogene Daten aus echten Liefer- oder Ausbildungsunterlagen für den öffentlichen Lernnachweis.
OER und Wikipedia
Geprüfte Grundlagen und Normquellen (Abruf 27. Oktober 2026):
- BIBB: Fachlagerist/Fachlageristin, Berufsprofil – Ausbildungsdauer, Monoberuf, Tätigkeiten und Verordnung.
- Ausbildungsordnung Lagerbereich – besonders §§ 2, 7, 9, 10, 17 sowie Anlage 1; amtliche Grundlage für Prüfungsbereiche und Gewichtung.
- IHK Ulm: Fachlagerist/-in – Hinweise zum lokalen Prüfungsverfahren; beachte jeweils deine zuständige IHK.
- IHK Schwaben: Prüfungsinformationen – Vergleich von Bereichen, Formen und Zeiten.
- Wikipedia: Lagerhaltung und Wikipedia: Kommissionierung – offene Nachschlageartikel; bei Detailfragen amtliche Quellen bevorzugen.
Medien, Originalseiten, Urheber und Rechte: Die sechs eingebetteten Wikimedia-Dateien wurden auf ihren Commons-Dateiseiten geprüft. Die CC-Lizenzen verlangen die dort ausgewiesenen Bedingungen einschließlich Namensnennung und gegebenenfalls Weitergabe unter gleichen Bedingungen. Die Bilder werden hier unverändert referenziert; Bildnachweise und Quellen stehen jeweils zusätzlich direkt am Medium.
| Im Kurs eingebettete Datei | Überprüfte Originalquelle | Urheber | Angegebene Lizenz und Rechtebeleg |
|---|---|---|---|
| File:Modern warehouse with pallet rack storage system.jpg | Commons-Dateiseite | Axisadman | CC BY-SA 3.0 |
| File:Ean.png | Commons-Dateiseite | DontPanic | Gemeinfrei laut Dateiseite |
| File:Almacenaje sucesivo fifo.PNG | Commons-Dateiseite | gauldock | Gemeinfrei laut Dateiseite |
| File:Plan palette-europe.svg | Commons-Dateiseite | WhiteTimberwolf | CC BY-SA 3.0 |
| File:Kommissionieren mit Barcode-Scanner Regallager.png | Commons-Dateiseite | MicroSYST Systemelectronic GmbH | CC BY-SA 4.0 |
| File:Loading palletized cargo inside a shipping container.jpg | Commons-Dateiseite | Goterrestrial | CC BY 4.0 |
Externe Fachvideos – eingebettet, nicht als OER lizenziert: Die öffentlich auffindbaren Videoseiten nennen den Kanal LagerLernen als Anbieter. Eine offene Nachnutzungslizenz wurde nicht festgestellt; daher wird nur der YouTube-Player eingebettet, ohne Dateien herunterzuladen oder zu vervielfältigen.
| Video-URL und Thema | Überprüfte Quelle | Anbieter | Nutzungs- und Rechtehinweis |
|---|---|---|---|
| https://www.youtube.com/watch?v=PvGT893JrrU – Inventur | Video auf YouTube | LagerLernen | YouTube-Nutzungsbedingungen; keine CC-Freigabe behauptet |
| https://www.youtube.com/watch?v=NdX-Mvnxc-w – Kommissionierung | Video auf YouTube | LagerLernen | YouTube-Nutzungsbedingungen; keine CC-Freigabe behauptet |
| https://www.youtube.com/watch?v=V68clLR4yRo – Lagerkennzahlen | Video auf YouTube | LagerLernen | YouTube-Nutzungsbedingungen; keine CC-Freigabe behauptet |
Ergänzende frei zugängliche Enzyklopädie:
Lizenz- und Materialhinweis: Der eigenständig erstellte Text und die synthetischen Aufgaben dieses Kurses sind als offene Lernmaterialien gedacht; für die Nachnutzung fremder Medien gelten deren jeweils verlinkte Rechte. Keine Inhalte von Sofatutor und keine geschützten Originalprüfungsaufgaben wurden übernommen. Externe eingebettete Angebote können eigene Datenschutzregeln haben.
Verknüpfte Lernbereiche
Der Kurs gehört zum Berufsportal Ausbildung – Fachlagerist und ergänzt die Themen Fachlagerist, Lagerlogistik, Wareneingang, Lagerhaltung, Inventur, Kommissionierung, Verpackung, Versand, Güterbewegung, Fachrechnen, Prüfungsvorbereitung und Wirtschafts- und Sozialkunde. Interne Links sind Lernpfade; ihre Verfügbarkeit hängt vom aktuellen Wiki-Bestand ab. Die berufliche Abgrenzung zur Fachkraft für Lagerlogistik ist zu beachten.
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