Fachübungen 3 – Steuerungen analysieren und anpassen - Elektroniker für Geräte und Systeme
Fachübungen 3 – Steuerungen analysieren und anpassen - Elektroniker für Geräte und Systeme
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Einleitung
In diesem aiMOOC analysierst du einfache Steuerungen, beschreibst ihre Wirkungsketten und passt ihre Logik systematisch an. Der Kurs richtet sich an Auszubildende zum Elektroniker für Geräte und Systeme beziehungsweise zur Elektronikerin für Geräte und Systeme im ersten Ausbildungsjahr. Er orientiert sich an Lernfeld 3 Steuerungen analysieren und anpassen mit einem Zeitrichtwert von 80 Unterrichtsstunden. Im Mittelpunkt stehen das Planen, Analysieren, Ändern, Prüfen und Dokumentieren von Steuerungsfunktionen.
Du arbeitest mit synthetischen Beispieldaten. Praktische Tätigkeiten erfolgen ausschließlich an freigegebenen Schulungsaufbauten, in Simulationen oder an Schutzkleinspannung unter qualifizierter Anleitung. Arbeiten an Netzspannung, sicherheitsbezogenen Steuerungen, Maschinen oder Gefahrstellen sowie eine reale Maschinenfreigabe sind nicht Bestandteil dieses Kurses.
Nach diesem Kurs kannst du
- Steuerungen und Regelungen anhand ihrer Wirkungsstruktur unterscheiden.
- einen Signalfluss nach dem EVA-Prinzip mit Sensor, Verarbeitung und Aktor darstellen.
- logische Grundverknüpfungen, Speicherfunktionen und einfache Kontaktpläne auswerten.
- verbindungsprogrammierte und speicherprogrammierbare Lösungen fachlich vergleichen.
- eine Änderung aus einem Auftrag ableiten, sicher simulieren, mit einem Prüfplan testen und nachvollziehbar dokumentieren.
- typische Fehler mit Messwerten, Wahrheitstabellen und Ursache-Wirkungs-Hypothesen eingrenzen.
Einordnung in Ausbildung und Prüfung
Die folgenden Eckdaten wurden vor der Kurserstellung anhand der offiziellen Quellen von BIBB, KMK und der konsolidierten Ausbildungsordnung geprüft.
| Aspekt | Geprüfte Einordnung |
|---|---|
| Ausbildungsberuf | Staatlich anerkannter industrieller Ausbildungsberuf im Zuständigkeitsbereich Industrie und Handel |
| Ausbildungsdauer | Dreieinhalb Jahre beziehungsweise 42 Monate |
| Struktur | Der Beruf ist in der geltenden Ordnung über Einsatzgebiete strukturiert; eine zusätzliche Fachrichtung wird in der Berufsbezeichnung nicht geführt |
| Einsatzgebiete | Informations- und kommunikationstechnische Geräte; medizinische Geräte; Automotive-Systeme; Systemkomponenten, Sensoren, Aktoren und Mikrosysteme; EMS; Mess- und Prüftechnik |
| Lernfeld | Lernfeld 3 im ersten Ausbildungsjahr mit 80 Unterrichtsstunden |
| Prüfungsstruktur | Gestreckte Abschlussprüfung mit den zeitlich auseinanderfallenden Teilen 1 und 2; dieser Kurs enthält keine Originalprüfungsaufgaben |
| Ausbildungsbeginn | Der konkrete Beginn ergibt sich aus dem Ausbildungsvertrag; es gibt keinen für alle Betriebe einheitlichen bundesweiten Starttermin |
Verbindliche Quellen: BIBB-Berufsprofil, KMK-Rahmenlehrplan und konsolidierte Ausbildungsordnung. Für konkrete Prüfungstermine, Zulassung und organisatorische Einzelheiten gelten stets die aktuellen Hinweise der zuständigen IHK.
Steuerungen und Regelungen fachgerecht einordnen
Grundbegriffe
Eine Steuerung beeinflusst einen Prozess nach einer vorgegebenen Logik. Eingangsgrößen werden verarbeitet und erzeugen Ausgangsgrößen. Die Wirkung der Ausgangsgröße auf den Prozess wird bei der reinen Steuerung nicht fortlaufend als Regelgröße mit einem Sollwert verglichen. Typische Beispiele sind eine zeitabhängige Beleuchtungsfolge oder eine Freigabelogik aus mehreren digitalen Signalen.
Eine Regelung besitzt dagegen einen geschlossenen Wirkungsablauf. Ein Sensor erfasst die Regelgröße, die Regelung vergleicht Istwert und Sollwert und verändert die Stellgröße so, dass die Regelabweichung kleiner wird. Ein Temperaturregler ist ein typisches Beispiel: Er misst die aktuelle Temperatur und passt die Heizleistung an.
In realen Geräten können Steuerungs- und Regelungsfunktionen gemeinsam vorkommen. Entscheidend ist deshalb nicht die Gerätebezeichnung, sondern die konkrete Wirkungsstruktur.
| Merkmal | Steuerung | Regelung |
|---|---|---|
| Wirkungsablauf | überwiegend offen | geschlossen |
| Rückführung der maßgeblichen Ausgangsgröße | nicht als fortlaufender Soll-Ist-Vergleich erforderlich | erforderlich |
| Reaktion auf Störungen | nur, wenn die Störung als Eingang erfasst und logisch berücksichtigt wird | über die gemessene Regelgröße möglich |
| Beispiel | Prüflampe leuchtet bei erfüllter Freigabebedingung | Lüfterdrehzahl wird auf einen Sollwert geregelt |
Typischer Fehler: Eine Rückmeldung wie „Endlage erreicht“ macht nicht automatisch jede Steuerung zu einer Regelung. Prüfe, ob tatsächlich eine Regelgröße gemessen, mit einem Sollwert verglichen und durch die Stellgröße korrigiert wird.
Wirkungs- und Funktionsbeschreibung
Eine verständliche Funktionsbeschreibung beantwortet fünf Fragen:
- Welcher Zustand löst die Funktion aus?
- Welche Bedingungen müssen gleichzeitig erfüllt sein?
- Welche Signale werden verarbeitet?
- Welcher Aktor oder Ausgang wird angesteuert?
- Welche Bedingung beendet, sperrt oder setzt die Funktion zurück?
Eine Wirkungskette lässt sich als Blockfolge darstellen:
| Auftrag und Bedienung | → | Sensoren und Eingänge | → | Signalverarbeitung | → | Ausgänge und Aktoren | → | Prozesswirkung |
| Startanforderung | → | Taster und Näherungssensor | → | Verknüpfung und Speicher | → | Meldeleuchte und Relais | → | Prüfvorgang wird angezeigt |

Eine gute Beschreibung trennt Funktion und technische Umsetzung. „Die Anzeige leuchtet, wenn Werkstück und Schutzhaube erkannt sind“ beschreibt die Funktion. Ob dies mit Relaiskontakten, Logikgattern, einer SPS oder einem Mikrocontroller umgesetzt wird, ist eine zweite Entscheidung.
Begriffe auf Deutsch und Englisch
Technische Dokumentationen enthalten häufig englische Begriffe. Wichtige Zuordnungen sind:
| Deutsch | Englisch | Bedeutung |
|---|---|---|
| Eingang | input | Signal, das der Verarbeitung zugeführt wird |
| Ausgang | output | Signal, das einen Aktor oder eine Anzeige ansteuert |
| Sensor | sensor | erfasst eine physikalische oder logische Größe |
| Aktor | actuator | setzt ein elektrisches Signal in eine Wirkung um |
| Freigabe | enable | erlaubt eine Funktion, wenn die Bedingungen erfüllt sind |
| Rücksetzen | reset | bringt einen Speicher oder Ablauf in einen definierten Zustand |
| Verriegelung | interlock | verhindert unzulässige gleichzeitige Zustände |
| Fehler | fault | unzulässiger Zustand oder festgestellte Abweichung |
Systeme mit EVA, Sensoren und Aktoren analysieren
EVA-Prinzip und Signalfluss
Das EVA-Prinzip gliedert eine technische Funktion in Eingabe, Verarbeitung und Ausgabe.
| Phase | Leitfrage | Beispiel | Dokument |
|---|---|---|---|
| Eingabe | Welche Information liegt an? | Taster gedrückt, Werkstück vorhanden, Schutzhaube geschlossen | E-A-Liste |
| Verarbeitung | Welche logische oder zeitliche Beziehung gilt? | Start UND Werkstück UND Schutzhaube | Funktionsgleichung oder Kontaktplan |
| Ausgabe | Welche Wirkung soll entstehen? | grüne Prüfanzeige ein | Aktorenliste und Prüfprotokoll |
Ein Signalweg muss durchgehend nachvollziehbar sein. Beginne bei der Prozessgröße, folge dem Sensor bis zum Eingang, prüfe die Verarbeitung und verfolge den Ausgang bis zum Aktor. Vermeide Sprünge wie „Die SPS macht das“, denn sie verdecken die eigentliche Logik.

Sensoren, Aktoren und Schnittstellen
Ein Sensor wandelt eine erfasste Größe in ein auswertbares Signal um. Digitale Sensoren liefern für die einfache Logikanalyse meist zwei Zustände. Analoge Sensoren liefern einen Wertebereich, der zusätzlich skaliert und plausibilisiert werden muss.
Ein Aktor setzt ein Ausgangssignal in eine physikalische Wirkung um. Beispiele sind Leuchten, Summer, Relais, Ventile oder Motorsteller. Der Ausgang einer Steuerung darf einen leistungsstarken Aktor häufig nicht direkt speisen. Dann ist eine passende Schnittstelle oder ein Koppelglied erforderlich.
| Element | Wichtige Kenndaten | Typische Prüffrage |
|---|---|---|
| digitaler Sensor | Versorgung, Schaltart, Pegel, Schaltabstand | Wechselt das Signal am erwarteten Arbeitspunkt? |
| analoger Sensor | Messbereich, Ausgangssignal, Genauigkeit | Passt der Rohwert zur physikalischen Größe? |
| Relais | Spulenspannung, Kontaktbelastbarkeit, Schaltvermögen | Wird die Spule korrekt angesteuert und ist der Kontakt geeignet? |
| SPS-Eingang | zulässiger Pegel, Eingangsstrom, Bezugspotenzial | Liegt der Pegel sicher im gültigen Bereich? |
| SPS-Ausgang | Ausgangsart, Nennstrom, Schutzbeschaltung | Ist die Last zulässig und korrekt angeschlossen? |
Typische Fehler sind vertauschte Bezugspotenziale, ungeeignete PNP- oder NPN-Sensoren, fehlende Freilaufbeschaltung an induktiven Gleichstromlasten, falsche Adresszuordnung und eine Verwechslung von Ruhe- und Arbeitskontakt.
Fachrechnen am vereinfachten Eingangsmodell
Für eine erste Plausibilitätsrechnung betrachten wir ein synthetisches Ersatzmodell: Eine Spannung von 24 V liegt an einem Widerstand von 4,7 kΩ. Dieses Modell dient nur der Rechenübung und bildet keinen konkreten SPS-Eingang vollständig ab.
Nach dem Ohmschen Gesetz gilt:
I = U / R = 24 V / 4700 Ω = 0,00511 A ≈ 5,1 mA
Die Verlustleistung des Widerstands beträgt:
P = U · I = 24 V · 0,00511 A ≈ 0,123 W
Ein Bauteil mit 0,25 W Nennleistung hätte im idealisierten Modell rechnerisch Reserve. Für eine reale Auswahl müssen jedoch Datenblatt, Toleranzen, Umgebungstemperatur, Einschaltzustände und Herstellerangaben berücksichtigt werden.
Plausibilitätsprüfung: Wird bei gleichen Werten ein Ergebnis von 51 mA berechnet, liegt wahrscheinlich ein Zehnerpotenzfehler vor. 4,7 kΩ sind 4700 Ω und nicht 470 Ω.
Signale dokumentieren und auswerten
Eine E-A-Liste verbindet Funktionsbeschreibung, Verdrahtung und Programm. Sie muss eindeutig, aktuell und prüfbar sein.
| Adresse | Betriebsmittel | Signalname | Normalzustand | Bedeutung bei Signal 1 |
|---|---|---|---|---|
| I0.0 | S1 | START | 0 | Starttaster betätigt |
| I0.1 | B1 | WERKSTUECK | 0 | Werkstück erkannt |
| I0.2 | B2 | HAUBE_ZU | 0 | Schutzhaube im Schulungsmodell geschlossen |
| Q0.0 | H1 | TEST_AKTIV | 0 | Prüfvorgang wird angezeigt |
| Q0.1 | H2 | WARNUNG | 0 | unzulässige Kombination wird angezeigt |
Bei einer Datenauswertung vergleichst du Soll und Ist. Ein einzelner Messwert reicht selten aus. Notiere Zeitpunkt, Betriebszustand, Messstelle, Sollwert, Istwert, Einheit und Bewertung. So werden zufällige Beobachtungen zu einem nachvollziehbaren Prüfprotokoll.
Logische Verknüpfungen und Speicherfunktionen
UND, ODER und NICHT
Digitale Verknüpfungen arbeiten mit den Zuständen 0 und 1. Die UND-Verknüpfung liefert nur dann 1, wenn alle Eingänge 1 sind. Die ODER-Verknüpfung liefert 1, wenn mindestens ein Eingang 1 ist. Die NICHT-Verknüpfung kehrt einen Zustand um.
Für die Freigabe F = B1 UND B2 gilt:
| B1 Werkstück | B2 Haube geschlossen | F Freigabe | Bewertung |
|---|---|---|---|
| 0 | 0 | 0 | keine Freigabe |
| 0 | 1 | 0 | kein Werkstück |
| 1 | 0 | 0 | Haube offen |
| 1 | 1 | 1 | Freigabebedingung erfüllt |

Eine ODER-Verknüpfung wird häufig für mehrere Rücksetzursachen genutzt: RESET = Reset-Taster ODER Haube offen ODER Test beendet. Eine Negation ist nötig, wenn ein Signal in seiner verneinten Bedeutung verwendet wird, beispielsweise NICHT HAUBE_ZU.
Boolesche Gleichungen in Kontaktpläne übertragen
Ein Kontaktplan orientiert sich an der Darstellung von Strompfaden. Kontakte in Reihe entsprechen in der einfachen Logik einer UND-Verknüpfung, parallele Zweige einer ODER-Verknüpfung. Ein negierter Kontakt wertet den Signalzustand 0 als wahr aus.
| Funktionsgleichung | Kontaktplan-Idee | Typischer Fehler |
|---|---|---|
| Y = A UND B | zwei auswertende Kontakte in Reihe | ein Kontakt wird versehentlich parallel gesetzt |
| Y = A ODER B | zwei parallele Zweige | beide Zweige werden hintereinander angeordnet |
| Y = A UND NICHT B | A in Reihe mit negierter Auswertung von B | Öffnerdarstellung und realer Kontaktzustand werden verwechselt |
| Y = A ODER B UND C | B und C bilden einen gemeinsamen UND-Zweig parallel zu A | Vorrangregeln werden nicht durch Struktur sichtbar gemacht |
Arbeitsregel: Schreibe zuerst die Funktionsbedingung in Worten, dann als Gleichung, danach als Wahrheitstabelle und erst anschließend als Kontaktplan. Diese vier Darstellungen müssen dasselbe Verhalten beschreiben.
Speicher, Setzen und Rücksetzen
Eine Speicherfunktion hält einen Zustand, auch wenn das auslösende Startsignal wieder 0 wird. Beim SR- oder RS-Speicher müssen Setz- und Rücksetzbedingungen sowie die Dominanz bei gleichzeitigem Auftreten eindeutig festgelegt sein.
Für einen rücksetzdominanten Speicher kann die nächste Zustandsbeschreibung lauten:
M_neu = M_alt ODER SET, anschließend hat RESET Vorrang.
In einer eindeutigen Testtabelle wird der Konfliktfall ausdrücklich geprüft:
| SET | RESET | M vorher | M nachher bei Rücksetzdominanz |
|---|---|---|---|
| 0 | 0 | 0 | 0 |
| 0 | 0 | 1 | 1 |
| 1 | 0 | 0 | 1 |
| 0 | 1 | 1 | 0 |
| 1 | 1 | 0 oder 1 | 0 |
Typische Fehler sind eine nicht dokumentierte Dominanz, ein dauerhaft anliegendes Setzsignal, ein fehlender definierter Startzustand und eine Rücksetzung, die nur in einem seltenen Programmzustand ausgewertet wird.
Das eingebettete Fachvideo „RS/SR FlipFlop, Dominanz, Verriegelung, Temp-Variablen“ ergänzt die Darstellung. Prüfe beim Ansehen, welche Dominanz gewählt wird und wie der Konfliktfall behandelt ist.
Verbindungsprogrammierte und speicherprogrammierbare Steuerungen
Realisierungstechniken vergleichen
Bei einer verbindungsprogrammierten Steuerung wird die Funktion wesentlich durch die physische Verbindung von Bauteilen bestimmt. Änderungen erfordern häufig eine Änderung der Verdrahtung. Bei einer speicherprogrammierbaren Steuerung wird die Funktion überwiegend durch ein gespeichertes Programm festgelegt; Ein- und Ausgabebaugruppen verbinden das Programm mit dem Prozess.
| Kriterium | Verbindungsprogrammiert | Speicherprogrammiert |
|---|---|---|
| Änderung der Funktion | Verdrahtung oder Bauteilanordnung ändern | Programm und gegebenenfalls Parametrierung ändern |
| Diagnose | Messung entlang realer Strompfade | zusätzlich Statusanzeige, Variablenbeobachtung und Diagnosepuffer |
| Wiederverwendung | durch standardisierte Schaltungen möglich | durch Bausteine und dokumentierte Programme gut möglich |
| Aufwand bei kleiner fester Funktion | oft überschaubar | kann für sehr kleine Aufgaben höher sein |
| Flexibilität bei Varianten | begrenzt | meist hoch |
| Sicherheitsbewertung | abhängig von Schaltung und geeigneten Komponenten | Standard-SPS ersetzt keine erforderliche Sicherheitssteuerung |
Eine wirtschaftliche Bewertung betrachtet nicht nur den Einkaufspreis. Berücksichtige Planungszeit, Montage, Änderungsaufwand, Diagnosezeit, Ersatzteilhaltung, Dokumentation, Stillstandsrisiko und erforderliche Qualifikation.
Zyklische Verarbeitung einer SPS
Eine SPS bearbeitet typischerweise wiederholt einen Zyklus:
- Eingänge einlesen und Prozessabbild aktualisieren.
- Programm in definierter Reihenfolge bearbeiten.
- Ergebnisse in das Ausgangsabbild schreiben.
- Ausgänge aktualisieren und Systemdiagnosen ausführen.

Eine Änderung an einem Eingang wird daher nicht beliebig „sofort“ wirksam, sondern im Rahmen des Geräte- und Programmablaufs verarbeitet. Für zeitkritische Funktionen müssen Zykluszeit, spezielle Hardwarefunktionen und Herstellerdokumentation berücksichtigt werden.
Typischer Fehler: Eine Variable wird online beobachtet und daraus vorschnell geschlossen, die Verdrahtung sei korrekt. Die Beobachtung zeigt nur den gelesenen oder berechneten Zustand. Die gesamte Kette von Sensor, Klemme, Adresse, Programmlogik, Ausgang und Aktor muss geprüft werden.
Dokumentation einer Anpassung
Eine professionelle Änderungsdokumentation enthält mindestens:
| Dokument | Inhalt | Qualitätskriterium |
|---|---|---|
| Änderungsauftrag | Ausgangslage, Ziel, Randbedingungen | eindeutig und prüfbar |
| Ist-Analyse | vorhandene Funktion, E-A-Liste, Signalfluss | keine Vermischung mit der geplanten Lösung |
| Soll-Funktion | Funktionsbeschreibung und Akzeptanzkriterien | beobachtbares Verhalten |
| Änderungsentwurf | Logik, Adressen, Komponenten, Versionsstand | rückverfolgbar |
| Prüfplan | Normalfälle, Grenzfälle, Fehlerfälle, erwartete Ergebnisse | vor der Prüfung erstellt |
| Prüfprotokoll | tatsächliche Ergebnisse und Abweichungen | datiert und reproduzierbar |
| Freigabehinweis | Lernsimulation oder fachlich autorisierte Freigabe | Zuständigkeit klar benannt |
Das Fachvideo „SPS Grundlagen Schrittkette“ zeigt eine weitere Form der strukturierten Ablaufbeschreibung. Nutze es zur Beobachtung, nicht als Ersatz für Datenblätter, Schaltpläne oder die fachliche Sicherheitsprüfung.
Steuerungen anpassen, prüfen und Fehler eingrenzen
Sicherer Arbeitsablauf
Eine Änderung wird nicht mit dem Umschreiben eines Programms begonnen. Ein belastbarer Ablauf ist:
- Auftrag und Grenzen klären.
- vorhandene Unterlagen, Versionen und Zuständigkeiten prüfen.
- Ist-Funktion beobachten und als Signalfluss darstellen.
- Gefährdungen und erforderliche Schutzmaßnahmen durch qualifizierte Personen bewerten lassen.
- Soll-Funktion mit messbaren Akzeptanzkriterien formulieren.
- Änderung in einer Simulation oder an einem freigegebenen Schulungsaufbau umsetzen.
- Prüfplan vor der Ausführung erstellen.
- Normal-, Grenz- und Fehlerfälle prüfen.
- Abweichungen analysieren und Änderungen versionieren.
- Ergebnis dokumentieren; eine reale Freigabe erfolgt ausschließlich durch zuständige Fachkräfte.
Wichtig: Eine Standardlogik für eine Meldelampe ist keine geeignete Sicherheitsfunktion. Schutzhauben, Not-Halt, sichere Abschaltung und andere sicherheitsbezogene Funktionen erfordern eine fachgerechte Risikobeurteilung, geeignete Komponenten und qualifizierte Prüfung.
Systematische Fehlerdiagnose
Beginne mit dem beobachtbaren Fehlerbild und formuliere mehrere Hypothesen. Prüfe von der Quelle zur Wirkung oder halbiere den Signalweg an sinnvollen Messpunkten.
| Symptom | mögliche Ursache | geeignete Prüfung | erwartete Aussage |
|---|---|---|---|
| Eingang bleibt 0 | Sensor nicht versorgt | Versorgung am freigegebenen Messpunkt prüfen | Versorgung vorhanden oder Fehler vor dem Signal |
| Eingang bleibt 0 | falsche Adresse | E-A-Liste mit Onlinezustand vergleichen | Zuordnung bestätigt oder korrigiert |
| Logik wird nicht wahr | negierte Bedingung falsch verstanden | Wahrheitstabelle mit Istwerten ausfüllen | fehlerhafte Bedingung wird sichtbar |
| Ausgangsvariable ist 1, Aktor bleibt aus | Ausgangsstufe, Verdrahtung oder Aktor fehlerhaft | Signalweg unter Anleitung abschnittsweise prüfen | Fehlerbereich wird eingegrenzt |
| Funktion startet unerwartet | Speicher nicht definiert zurückgesetzt | Startzustand und Konfliktfall testen | Speicherverhalten wird nachvollziehbar |
Ein guter Diagnoseeintrag lautet nicht „SPS kaputt“, sondern beispielsweise: „Bei B1 = 1 und B2 = 1 bleibt die interne Freigabe F = 0. Die Onlineanzeige bestätigt beide Eingänge. In Netzwerk 3 wird B2 negiert ausgewertet. Hypothese: falsche Kontaktart in der Programmlogik.“
Berufstypischer Modellfall: Prüfstation für Sensormodule
Ausgangslage: In einer synthetischen Schulungssimulation zeigt eine kleine Prüfstation den Test eines Sensormoduls an. Ursprünglich kann der Test mit dem Starttaster S1 beginnen, sobald B1 ein Werkstück erkennt. Der Änderungsauftrag verlangt zusätzlich die Bedingung B2 „Haube geschlossen“. Öffnet die Haube während des simulierten Tests, muss die Anzeige sofort zurückgesetzt werden. Eine Warnanzeige soll leuchten, wenn ein Werkstück erkannt wird, die Haube aber offen ist.
Grenze des Falls: B2 ist hier nur ein logischer Übungseingang. Die Schaltung ist keine reale Schutzeinrichtung und darf nicht zur Maschinenfreigabe verwendet werden.
Schritt 1: E-A-Liste und Anforderungen
| Adresse | Symbol | Bedeutung | Rolle |
|---|---|---|---|
| I0.0 | S1 | Starttaster | Setzanforderung |
| I0.1 | B1 | Werkstück erkannt | Freigabebedingung |
| I0.2 | B2 | Haube geschlossen | zusätzliche Freigabebedingung |
| I0.3 | S0 | Rücksetztaster | Rücksetzanforderung |
| I0.4 | E1 | Test beendet | automatische Rücksetzung |
| M0.0 | M_TEST | Teststatus gespeichert | rücksetzdominanter Speicher |
| Q0.0 | H1 | Test aktiv | Statusanzeige |
| Q0.1 | H2 | Warnung | Hinweis bei Werkstück und offener Haube |
Akzeptanzkriterien:
- Der Test darf nur gesetzt werden, wenn S1, B1 und B2 gleichzeitig 1 sind.
- S0, E1 oder eine geöffnete Haube setzen den Teststatus zurück.
- Bei B1 = 1 und B2 = 0 leuchtet die Warnanzeige.
- Nach einem Neustart beginnt das Lernmodell mit M_TEST = 0.
- Jeder Prüffall wird mit Soll- und Ist-Ergebnis dokumentiert.
Schritt 2: Funktionsgleichungen
SET = S1 UND B1 UND B2
RESET = S0 ODER E1 ODER NICHT B2
M_TEST wird rücksetzdominant gespeichert.
H1 = M_TEST
H2 = B1 UND NICHT B2
Die Rücksetzdominanz ist wichtig: Wenn SET und RESET gleichzeitig wahr wären, muss der Teststatus 0 werden. Dadurch ist das Verhalten eindeutig.
Schritt 3: Prüfplan mit synthetischen Daten
| Fall | M vorher | S1 | B1 | B2 | S0 | E1 | M erwartet | H1 erwartet | H2 erwartet |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| A | 0 | 1 | 1 | 1 | 0 | 0 | 1 | 1 | 0 |
| B | 1 | 0 | 1 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 1 |
| C | 0 | 1 | 0 | 1 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 |
| D | 1 | 0 | 1 | 1 | 0 | 1 | 0 | 0 | 0 |
| E | 0 | 1 | 1 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 1 |
| F | 1 | 1 | 1 | 1 | 1 | 0 | 0 | 0 | 0 |
Nachvollziehbares Ergebnis: Die simulierte Logik erfüllt alle sechs erwarteten Fälle. Besonders wichtig sind Fall B als Unterbrechung während des Tests und Fall F als Konfliktfall. In beiden Fällen setzt RESET den Speicher auf 0. Das Ergebnis ist damit logisch konsistent, ersetzt aber keine Prüfung einer realen Sicherheitsfunktion.
Schritt 4: Fachrechnen und Plausibilitätskontrolle
Für das vereinfachte 24-V-Ersatzmodell mit 4,7 kΩ wurden I ≈ 5,1 mA und P ≈ 0,123 W berechnet. Im Prüfprotokoll wird zusätzlich festgehalten, dass diese Werte nur für das synthetische Widerstandsmodell gelten. Vor einer realen Auswahl wären mindestens Datenblatt, Eingangsschaltschwellen, Sensorart, Reststrom, Leitungseinflüsse und Temperatur zu prüfen.
Schritt 5: Musterarbeitsprodukte
| Produkt | Musterinhalt | Abnahmekriterium |
|---|---|---|
| Funktionsbeschreibung | Start nur bei Werkstück und geschlossener Haube; Rücksetzung durch S0, E1 oder geöffnete Haube | alle Zustände beobachtbar formuliert |
| E-A-Liste | eindeutige Adresse, Symbol, Bedeutung und Rolle | keine Doppelbelegung, gleiche Namen in allen Unterlagen |
| Logikentwurf | SET-, RESET-, H1- und H2-Gleichungen mit Rücksetzdominanz | stimmt mit Wahrheit und Prüfplan überein |
| Prüfplan | sechs Fälle einschließlich Unterbrechung, Fehlerzustand und Konflikt | erwartete Ergebnisse vor Testbeginn eingetragen |
| Prüfprotokoll | Soll-Ist-Vergleich mit Ergebnis und Abweichung | jeder Fall reproduzierbar dokumentiert |
| Änderungsnotiz | Version, Grund, geänderte Signale, offene Risiken | Rückverfolgbarkeit gegeben |
Bewertungsraster zum Modellfall
| Kriterium | 4 Punkte | 3 Punkte | 2 Punkte | 1 oder 0 Punkte |
|---|---|---|---|---|
| Analyse | vollständiger Signalfluss und klare Randbedingungen | kleine Lücke ohne Auswirkung | mehrere unklare Zuordnungen | Funktion nicht nachvollziehbar |
| Logik | alle Gleichungen korrekt und Dominanz eindeutig | ein kleiner Darstellungsfehler | Teilfunktion korrekt | wesentliche Fehlfunktion |
| Fachrechnen | Rechenweg, Einheit und Plausibilität korrekt | Ergebnis korrekt, Plausibilität knapp | Ansatz erkennbar, Rechenfehler | kein verwertbarer Ansatz |
| Prüfung | Normal-, Grenz-, Fehler- und Konfliktfälle vollständig | ein relevanter Fall fehlt | überwiegend Normalfälle | keine systematische Prüfung |
| Dokumentation und Sicherheit | konsistent, versioniert, klare Lernmodellgrenze | kleine formale Lücke | mehrere Inkonsistenzen | reale Freigabe behauptet oder Sicherheitsgrenze missachtet |
Gesamt: 20 Punkte. Eine fachlich starke Leistung erreicht mindestens 16 Punkte und enthält keinen sicherheitskritischen Fehlansatz. Bei einer behaupteten realen Maschinenfreigabe ist das Produkt unabhängig von der Punktzahl zu überarbeiten.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Steuerungen analysieren und anpassen
Woran erkennst du eine Regelung im Unterschied zu einer reinen Steuerung? (Die Regelgröße wird gemessen und mit einem Sollwert verglichen) (!Die Verdrahtung enthält grundsätzlich ein Relais) (!Die Funktion besitzt immer nur einen Eingang) (!Die Ausgangsgröße wird niemals erfasst)
Rückführung, Soll-Ist-Vergleich und korrigierende Stellgröße kennzeichnen den geschlossenen Regelkreis.
Welche Reihenfolge beschreibt das EVA-Prinzip korrekt? (Eingabe Verarbeitung Ausgabe) (!Ausgabe Verarbeitung Eingabe) (!Verarbeitung Ausgabe Eingabe) (!Eingabe Ausgabe Verarbeitung)
Ein Signal wird zuerst aufgenommen, anschließend verarbeitet und danach als Ausgangswirkung ausgegeben.
Wann ist der Ausgang einer UND-Verknüpfung gleich eins? (Wenn alle erforderlichen Eingänge gleich eins sind) (!Wenn mindestens ein beliebiger Eingang gleich eins ist) (!Wenn alle Eingänge gleich null sind) (!Wenn genau ein Eingang seinen Zustand wechselt)
Die UND-Verknüpfung fordert die gleichzeitige Erfüllung aller verknüpften Bedingungen.
Welche Darstellung hilft am besten, alle Eingangskombinationen einer digitalen Funktion zu prüfen? (Eine Wahrheitstabelle) (!Eine Stückliste) (!Ein Wartungskalender) (!Ein Typenschild)
Die Wahrheitstabelle zeigt für jede Eingangskombination den erwarteten Ausgang und deckt fehlende Fälle auf.
Welche Bedingung ist im Modellfall die Setzbedingung für den Teststatus? (Start und Werkstück und geschlossene Haube) (!Start oder Werkstück oder geschlossene Haube) (!Werkstück und offene Haube) (!Rücksetzen und Test beendet)
Der Test darf nur starten, wenn Startanforderung, Werkstückerkennung und Haubensignal gleichzeitig vorliegen.
Was bedeutet Rücksetzdominanz bei einer Speicherfunktion? (Bei gleichzeitigem Setzen und Rücksetzen wird der Speicher null) (!Bei gleichzeitigem Setzen und Rücksetzen bleibt der Speicher immer eins) (!Der Speicher wechselt bei jedem Zyklus seinen Zustand) (!Der Speicher ignoriert das Rücksetzsignal)
Die festgelegte Dominanz macht den Konfliktfall eindeutig; rücksetzdominant bedeutet Zustand null.
Welche Aussage zur Fehlersuche ist fachlich sinnvoll? (Der Signalweg wird mit Hypothesen und Messpunkten systematisch eingegrenzt) (!Die Steuerung wird ohne Prüfung vollständig ersetzt) (!Nur die zuletzt geänderte Leitung kann fehlerhaft sein) (!Eine Onlineanzeige beweist die gesamte Verdrahtung)
Systematische Diagnose verbindet ein genaues Fehlerbild mit prüfbaren Hypothesen und geeigneten Messpunkten.
Warum wird ein Prüfplan vor der Durchführung erstellt? (Damit erwartete Ergebnisse unabhängig vom tatsächlichen Ergebnis feststehen) (!Damit nachträglich nur erfolgreiche Fälle ausgewählt werden) (!Damit keine Randbedingungen dokumentiert werden müssen) (!Damit Messwerte ohne Einheit genügen)
Vorab definierte Erwartungen verhindern eine nachträgliche Anpassung der Bewertung an beobachtete Ergebnisse.
Welche Aussage zu einer Standard-SPS ist richtig? (Eine Standard-SPS ersetzt nicht automatisch eine erforderliche Sicherheitssteuerung) (!Eine Standard-SPS darf jede Schutzfunktion ohne Risikobeurteilung übernehmen) (!Eine Standard-SPS benötigt keine Dokumentation) (!Eine Standard-SPS macht Prüfungen an der Anlage überflüssig)
Sicherheitsfunktionen benötigen eine fachgerechte Risikobeurteilung, geeignete Komponenten und qualifizierte Prüfung.
Wie groß ist der Strom im vereinfachten Modell bei 24 Volt und 4,7 Kiloohm ungefähr? (5,1 Milliampere) (!0,51 Milliampere) (!51 Milliampere) (!510 Milliampere)
Mit I gleich U durch R ergibt sich 24 geteilt durch 4700 Ampere und damit ungefähr 5,1 Milliampere.
Memory
| EVA-Prinzip | Gliederung in Eingabe, Verarbeitung und Ausgabe |
| Sensor | wandelt eine erfasste Größe in ein auswertbares Signal um |
| Aktor | setzt ein Steuersignal in eine physikalische Wirkung um |
| Wahrheitstabelle | zeigt Ausgangswerte für alle Eingangskombinationen |
| Rücksetzdominanz | Rücksetzen hat im Konfliktfall Vorrang |
| E-A-Liste | ordnet Adressen, Betriebsmittel und Signalnamen zu |
| Verriegelung | verhindert eine unzulässige Zustandskombination |
| Prüfprotokoll | dokumentiert Sollwert, Istwert und Bewertung |
Drag-and-drop
| Ordne den Fachbegriff der passenden Beschreibung zu. | Beschreibung |
|---|---|
| Steuerung | offener Wirkungsablauf ohne fortlaufenden Soll-Ist-Vergleich der maßgeblichen Ausgangsgröße |
| Regelung | geschlossener Wirkungsablauf mit Rückführung der Regelgröße |
| UND-Verknüpfung | Ausgang ist nur bei allen erfüllten Bedingungen wahr |
| ODER-Verknüpfung | Ausgang ist bei mindestens einer erfüllten Bedingung wahr |
| Speicherfunktion | hält einen Zustand nach Wegfall des auslösenden Signals |
Ordne zunächst nach der Wirkungsstruktur und prüfe danach, ob die Beispiele wirklich alle Merkmale erfüllen.
Kreuzworträtsel
| Steuerung | Welcher Begriff bezeichnet einen überwiegend offenen Wirkungsablauf? |
| Regelung | Welcher Begriff bezeichnet einen geschlossenen Wirkungsablauf mit Soll-Ist-Vergleich? |
| Sensor | Welches Bauteil erfasst eine physikalische oder logische Größe? |
| Aktor | Welches Element setzt ein elektrisches Signal in eine Wirkung um? |
| Schnittstelle | Was verbindet Signalbereiche oder technische Teilsysteme? |
| Speicher | Welche Funktion hält einen logischen Zustand fest? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Signalfluss markieren: Kennzeichne in einer vorgegebenen Geräteskizze Eingabe, Verarbeitung und Ausgabe und begründe jede Zuordnung in einem Satz.
- Steuerung oder Regelung: Ordne sechs synthetische Alltags- und Gerätebeispiele zu und notiere jeweils das entscheidende Strukturmerkmal.
- E-A-Liste ergänzen: Vervollständige für drei Sensoren und zwei Anzeigen eine E-A-Liste mit Adresse, Symbol, Signalname und Bedeutung.
- Wahrheitstabelle erstellen: Erstelle die vollständige Wahrheitstabelle für die Freigabe F gleich A UND B und formuliere das Ergebnis in Worten.
Standard
- Kontaktplan übersetzen: Übertrage eine Funktionsbeschreibung mit zwei Freigaben und einer Sperre in Gleichung, Wahrheitstabelle und Kontaktplan-Skizze.
- Messdaten auswerten: Werte einen synthetischen Datensatz mit zehn Zeitpunkten aus, markiere Soll-Ist-Abweichungen und formuliere zwei begründete Fehlerhypothesen.
- Steuerungsänderung planen: Ergänze in einer simulierten Startlogik einen zusätzlichen Sensor und erstelle Änderungsnotiz, E-A-Liste und Prüfplan.
- Fachrechnung dokumentieren: Berechne Strom und Leistung für drei vorgegebene Widerstandsmodelle und prüfe Einheiten, Größenordnung und Bauteilreserve.
Schwer
- Fehlerdiagnose durchführen: Grenze in einer Simulation einen Fehler vom Sensor bis zum Aktor mit mindestens vier dokumentierten Prüfschritten ein und begründe die Reihenfolge.
- Speicherfunktion bewerten: Vergleiche setzdominantes und rücksetzdominantes Verhalten für einen Konfliktfall und entscheide begründet, welche Variante zum Auftrag passt.
- Realisierungstechniken vergleichen: Erstelle eine Nutzwertanalyse für eine verbindungsprogrammierte und eine speicherprogrammierbare Lösung mit technischen, wirtschaftlichen und dokumentarischen Kriterien.
- Modellfall transferieren: Übertrage den Prüfstationsfall auf ein anderes synthetisches Gerät, entwickle mindestens acht Prüffälle und kennzeichne klar, welche Aussagen keine reale Sicherheitsfreigabe darstellen.
Lösungshinweise und Musterarbeitsprodukte
| Aufgabe | Musterarbeitsprodukt | Fachliche Kriterien |
|---|---|---|
| Signalfluss markieren | beschriftete Blockdarstellung | jeder Block besitzt ein konkretes Signal und eine eindeutige Richtung |
| Steuerung oder Regelung | Zuordnungstabelle | Begründung nennt offenen Ablauf oder Soll-Ist-Rückführung |
| E-A-Liste ergänzen | vollständige E-A-Liste | eindeutige Adressen, konsistente Symbole, verständliche Signalnamen |
| Wahrheitstabelle erstellen | vier Tabellenzeilen | nur bei A gleich 1 und B gleich 1 ist F gleich 1 |
| Kontaktplan übersetzen | Wortbeschreibung, Gleichung, Tabelle und Skizze | alle Darstellungen beschreiben dasselbe Verhalten |
| Messdaten auswerten | Diagramm, Abweichungsliste und Hypothesen | Einheiten korrekt, Hypothesen mit Daten begründet |
| Steuerungsänderung planen | Änderungspaket mit Prüfplan | Ist und Soll getrennt, Fehlerfälle enthalten |
| Fachrechnung dokumentieren | Rechenblatt | Formel, Einsetzen, Einheit, Ergebnis und Plausibilität vollständig |
| Fehlerdiagnose durchführen | Diagnoseprotokoll | Beobachtung, Hypothese, Prüfung und Schlussfolgerung je Schritt |
| Speicherfunktion bewerten | Konflikttabelle und Entscheidung | Dominanz und Startzustand ausdrücklich dokumentiert |
| Realisierungstechniken vergleichen | gewichtete Nutzwertmatrix | Kriterien nachvollziehbar, Ergebnis nicht nur vom Kaufpreis abhängig |
| Modellfall transferieren | vollständige synthetische Falldokumentation | mindestens acht Fälle, Sicherheitsgrenze klar, keine reale Freigabe |


Lernkontrolle
- Wirkungsstruktur analysieren: Zeichne für eine temperaturabhängige Lüfterfunktion einen offenen und einen geschlossenen Wirkungsablauf und erkläre, welche zusätzliche Information die Regelung benötigt.
- Logik prüfen: Untersuche die Gleichung Y gleich A ODER B UND C mit einer vollständigen Wahrheitstabelle und zeige, wie Klammerung oder Kontaktplanstruktur Missverständnisse verhindert.
- Eingangswert plausibilisieren: Berechne für 24 V und 6,8 kΩ Strom und Leistung, gib Einheiten an und erläutere, warum das Ergebnis allein keine reale Komponentenauswahl erlaubt.
- Fehlerhypothesen priorisieren: Ein Sensorstatus ist online 1, die interne Freigabe bleibt 0 und der Ausgang bleibt 0; formuliere drei Hypothesen und ordne passende Prüfungen zu.
- Prüfplan vervollständigen: Ergänze zu einer Start-Stopp-Speicherlogik je einen Normalfall, Grenzfall, Fehlerfall und Konfliktfall mit erwartetem Ergebnis.
- Dokumentationsqualität bewerten: Vergleiche zwei Änderungsprotokolle und begründe anhand von fünf Kriterien, welches eine spätere Diagnose besser unterstützt.
- Wirtschaftlichkeit beurteilen: Berechne für zwei Realisierungsvarianten aus synthetischen Zeit- und Kostendaten die Gesamtkosten einer Änderung und diskutiere nicht monetäre Kriterien.
- Transfer sichern: Entwickle für ein medizinisches Übungsgerät ohne Patientenkontakt eine reine Anzeigelogik, beschreibe Grenzen des Modells und trenne Funktionsprüfung von Sicherheitsfreigabe.
Erwartungshorizont zur Lernkontrolle
| Bereich | Vollständig erfüllt | Teilweise erfüllt | Überarbeitung nötig |
|---|---|---|---|
| Fachbegriffe | Begriffe werden korrekt und kontextbezogen verwendet | einzelne Unschärfen | zentrale Begriffe verwechselt |
| Rechenweg | Formel, Werte, Einheit und Plausibilität stimmen | kleiner Rechen- oder Einheitenfehler | Ergebnis ohne verwertbaren Weg |
| Analyse | Signalfluss und Bedingungen vollständig | eine relevante Bedingung fehlt | nur Bauteile aufgezählt |
| Diagnose | Hypothesen sind prüfbar und priorisiert | Prüfungen grundsätzlich passend | ungerichtetes Austauschen ohne Befund |
| Prüfung | Normal-, Grenz-, Fehler- und Konfliktfälle enthalten | Fallauswahl unvollständig | nur ein Erfolgsfall |
| Sicherheit | Lernmodell und reale Freigabe klar getrennt | Grenze knapp beschrieben | unzulässige Freigabe behauptet |
Lernnachweis
Ein vollständiger Lernnachweis besteht aus einem Portfolio mit den folgenden Bestandteilen:
| Nachweisart | Erforderlicher Inhalt | Qualitätsmerkmal |
|---|---|---|
| Wissensnachweis | Erläuterung von Steuerung, Regelung, EVA, Sensor, Aktor, Logik und Speicher | eigene verständliche Formulierungen |
| Analysenachweis | Signalfluss, E-A-Liste und Wahrheitstabelle zu einem synthetischen System | durchgängige Bezeichnungen |
| Planungsnachweis | Soll-Funktion, Änderungsentwurf und Akzeptanzkriterien | Auftrag wird vollständig abgedeckt |
| Rechennachweis | mindestens zwei fachliche Berechnungen mit Plausibilitätsprüfung | Einheiten und Annahmen genannt |
| Prüfnachweis | Prüfplan und ausgefülltes Prüfprotokoll | Fehler- und Konfliktfälle enthalten |
| Diagnosenachweis | Fehlerbild, Hypothesen, Messpunkte und Schlussfolgerungen | keine unbegründeten Teilewechsel |
| Dokumentationsnachweis | Versionsstand, Quellen, Rechte und Änderungsnotiz | rückverfolgbar und konsistent |
| Transfernachweis | Übertragung auf ein anderes Gerät oder Einsatzgebiet | Gemeinsamkeiten, Unterschiede und Grenzen begründet |
Als Abschlussprodukt eignet sich eine fünf- bis achtminütige Fachpräsentation mit einer eigenen Schemazeichnung, einem ausgewerteten Prüfprotokoll und einer begründeten Entscheidung. Personenbezogene Lern- oder Betriebsdaten werden nicht verwendet.
OER und Wikipedia
Eine frei zugängliche Einführung bietet der Wikipedia-Artikel zur Steuerungstechnik:
Offizielle fachliche Grundlagen
| Quelle | Nutzung im Kurs | Status |
|---|---|---|
| KMK-Rahmenlehrplan Elektroniker für Geräte und Systeme | Lernfeldbezeichnung, erstes Ausbildungsjahr, Zeitrichtwert und Kompetenzziele | offizielle Veröffentlichung der Kultusministerkonferenz |
| BIBB-Berufsprofil | Ausbildungsdauer, Zuständigkeitsbereich, Einsatzgebiete und Verweis auf Rechtsgrundlagen | offizielles Berufsprofil des Bundesinstituts für Berufsbildung |
| Ausbildungsordnung für industrielle Elektroberufe | Anerkennung, Dauer, Struktur und gestreckte Abschlussprüfung | konsolidierter amtlicher Gesetzestext |
| Wikipedia: Speicherprogrammierbare Steuerung | ergänzende Begriffserklärung und weiterführende Verweise | frei zugänglicher Überblick, Einzelnachweise prüfen |
| Wikipedia: Boolesche Algebra | mathematische Grundlage logischer Verknüpfungen | frei zugänglicher Überblick, Einzelnachweise prüfen |
Medien, Urheber und Rechte
| Medium | Quelle | Urheber | Rechtehinweis |
|---|---|---|---|
| File:PLC Block Diagram.jpg | Wikimedia-Commons-Dateiseite | ProVision; Wikimedia-Bearbeitung und Upload durch Mithilrkadam | CC BY-SA 4.0 |
| File:Pepperl+Fuchs inductive proximity switch 3RG4113-3AG33-PF.jpg | Wikimedia-Commons-Dateiseite | Lucasbosch | CC BY-SA 3.0 |
| File:Relay module.svg | Wikimedia-Commons-Dateiseite | Serge Helfrich | CC BY-SA 4.0 |
| File:Ladder Logic AND gate PLC.jpg | Wikimedia-Commons-Dateiseite | Mithilrkadam | CC BY-SA 4.0 |
| File:Kontaktplan Software.svg | Wikimedia-Commons-Dateiseite | MatthiasDD | gemeinfrei |
| File:Simatic S7-1200.JPG | Wikimedia-Commons-Dateiseite | UlrichAAB | CC BY-SA 3.0 |
| File:Ladder diagram.png | Wikimedia-Commons-Dateiseite | Nuno Nogueira | CC BY-SA 2.5 |
| https://www.youtube.com/watch?v=xauSdGpKRKg | YouTube: RS/SR FlipFlop, Dominanz, Verriegelung, Temp-Variablen | veröffentlichender YouTube-Kanal laut Videoseite | Einbettung über YouTube; Rechte verbleiben beim Rechteinhaber, keine freie Lizenz wird behauptet |
| https://www.youtube.com/watch?v=6iCtu0lWatg | YouTube: SPS Grundlagen Schrittkette | Herr Scheller erklärt | Einbettung über YouTube; Rechte verbleiben beim Rechteinhaber, keine freie Lizenz wird behauptet |
Die Dateinamen, Quellen und Lizenzangaben wurden auf den jeweiligen Wikimedia-Commons-Dateiseiten geprüft. Bei einer Weiterverwendung sind die konkreten Namensnennungs- und Weitergabeanforderungen der jeweiligen Lizenz einzuhalten. YouTube-Videos sind ergänzende Anschauungsmittel und werden nicht als OER ausgegeben.
Verknüpfte Lernbereiche
Passende Lernangebote und Portale auf MOOCwiki:
- Überblick Elektroniker und Elektronikerin
- Elektrotechnik: Sensoren
- Elektrotechnik: Relais
- Elektrotechnik: Fehlersuche
- Berufsportal Ausbildung – Elektroniker für Geräte und Systeme
Verknüpfungen bestehen außerdem zu Mathematik durch Gleichungen und Einheiten, zu Physik durch elektrische Größen, zu Informatik durch Algorithmen und Zustände, zu Technisches Englisch durch Datenblätter sowie zu Arbeitssicherheit und Qualitätsmanagement durch systematisches Prüfen und Dokumentieren.
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