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Wirtschafts- und Sozialkunde im Prüfungsfall - Elektroniker für Geräte und Systeme

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Wirtschafts- und Sozialkunde im Prüfungsfall - Elektroniker für Geräte und Systeme

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Einleitung

Dieser aiMOOC bereitet dich berufsspezifisch auf den Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde in der Ausbildung zum Elektroniker für Geräte und Systeme vor. Im Mittelpunkt stehen keine isolierten Definitionen, sondern realistische Entscheidungssituationen aus Entwicklung, Fertigung, Prüfung, Service und Recycling elektronischer Geräte. Alle Fälle und Personendaten sind synthetisch. Die Aufgaben sind selbst erstellt und keine nachgebildeten Originalprüfungsaufgaben.

Der anerkannte industrielle Ausbildungsberuf dauert nach dem aktuellen Berufsprofil des Bundesinstituts für Berufsbildung regulär 42 Monate. Typische Einsatzfelder sind unter anderem Informations- und kommunikationstechnische Geräte, medizinische Geräte, Mess- und Prüftechnik, Automotive-Systeme, elektronische Fertigungsdienstleistungen sowie Systemkomponenten, Sensoren, Aktoren und Mikrosysteme. Maßgeblich ist die Industrielle Elektroberufeausbildungsverordnung von 2007 in ihrer geltenden Fassung. Stand der in diesem Kurs geprüften Rechts- und Prüfungsquellen ist der 25. Oktober 2026.

Leiterplatte mit BGA-Bauteil und Durchkontaktierungen: Wirtschaftliche Entscheidungen in der Elektronik betreffen stets auch Qualität, Arbeitsschutz, Lieferfähigkeit und Nachhaltigkeit. Foto: Rainer Knäpper, Freie Kunst-Lizenz; Quelle und Rechte siehe Medientabelle.

Du lernst, einen Prüfungsfall systematisch zu lesen, Rechtsgrundlagen sinnvoll anzuwenden, wirtschaftliche Größen nachvollziehbar zu berechnen und eine begründete Entscheidung zu formulieren. Dabei gilt: Praktische Elektro-, Maschinen-, Gefahrstoff- oder Gesundheitsarbeiten dürfen nur von qualifizierten Personen angeleitet und unter den betrieblich vorgeschriebenen Schutzmaßnahmen durchgeführt werden. Dieser Kurs ersetzt weder eine betriebliche Unterweisung noch eine Rechts- oder Steuerberatung.


Prüfungsrahmen und sichere Lösungsstrategie


Ausbildungsprofil und Prüfungsbereich

Die Abschlussprüfung ist gestreckt. Nach § 27 der geltenden Ausbildungsordnung fließt Teil 1 mit 40 Prozent und Teil 2 mit 60 Prozent in das Gesamtergebnis ein. Innerhalb von Teil 2 werden der Arbeitsauftrag mit 50 Prozent, der Systementwurf mit 20 Prozent, die Funktions- und Systemanalyse mit 20 Prozent und Wirtschafts- und Sozialkunde mit 10 Prozent gewichtet. Damit entspricht Wirtschafts- und Sozialkunde rechnerisch 6 Prozent des Gesamtergebnisses, denn 60 Prozent mal 10 Prozent ergeben 6 Prozent.

Im Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde sollst du nach § 22 der Ausbildungsordnung an praxisbezogenen, handlungsorientierten Aufgaben zeigen, dass du allgemeine wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge der Berufs- und Arbeitswelt darstellen und beurteilen kannst. Die höchstens zulässige Prüfungszeit beträgt 60 Minuten. Für den von der PAL veröffentlichten Aufgabenstand Sommer 2026 werden 60 Minuten und eine Kombination gebundener und ungebundener Aufgaben ausgewiesen. Aufgabenanzahl und Bearbeitungshinweise können sich für spätere Termine ändern. Prüfe deshalb vor deiner Prüfung immer die aktuell für deinen Termin veröffentlichten IHK- oder PAL-Unterlagen.

Teilbereich Gewicht innerhalb des jeweiligen Prüfungsteils Typischer Kompetenzschwerpunkt
Teil 1 40 Prozent des Gesamtergebnisses Grundlegende berufliche Handlungskompetenz
Arbeitsauftrag 50 Prozent von Teil 2 Planen, Durchführen, Dokumentieren und Fachgespräch
Systementwurf 20 Prozent von Teil 2 Technische Planung und Lösungsentwicklung
Funktions- und Systemanalyse 20 Prozent von Teil 2 Analysieren, Prüfen und Eingrenzen
Wirtschafts- und Sozialkunde 10 Prozent von Teil 2 Wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge beurteilen


Vier Schritte für jeden Prüfungsfall

Nutze die Strategie Sachverhalt – Regel – Rechnung – Urteil.

  1. Sachverhalt klären: Markiere Beteiligte, Ziel, Zeitpunkt, Geldbeträge, Mengen, Fristen und Konflikte.
  2. Regel auswählen: Ordne den Fall einem Themengebiet zu, etwa Berufsbildung, Arbeitszeit, Sozialversicherung, Vertrag, Kostenrechnung oder Nachhaltigkeit.
  3. Rechnung offenlegen: Notiere Formel, eingesetzte Werte, Einheit, Zwischenergebnis und sinnvoll gerundetes Ergebnis.
  4. Urteil begründen: Verknüpfe das Ergebnis mit mindestens zwei Kriterien, beispielsweise Kosten, Recht, Qualität, Sicherheit, Beschäftigung oder Umweltwirkung.
Prüffrage Gute Bearbeitung Typischer Fehler
Was ist gefragt? Operator und Entscheidungspunkt benennen Nur den Fall nacherzählen
Welche Information ist relevant? Daten und Rechtsbezug auswählen Jedes Detail ungeprüft verwenden
Wie wird gerechnet? Formel und Einheit zeigen Nur eine Zahl hinschreiben
Wie lautet das Urteil? Ergebnis abwägen und auf den Fall beziehen Eine unbegründete Meinung formulieren


Umgang mit Rechtsquellen

Gesetze sind hierarchisch und fallbezogen zu lesen. Eine Ausbildungsvereinbarung darf zwingende Schutzvorschriften des Berufsbildungsgesetzes nicht zu deinem Nachteil umgehen. Für volljährige Auszubildende ist das Arbeitszeitgesetz wichtig; für Minderjährige gelten zusätzlich die besonderen Schutzvorschriften des Jugendarbeitsschutzgesetzes. Im Betrieb regelt das Betriebsverfassungsgesetz unter anderem Aufgaben des Betriebsrats und der Jugend- und Auszubildendenvertretung. Lies zuerst den Sachverhalt und wähle dann die passende Norm. Eine Paragraphennummer ohne Anwendung auf den Fall bringt wenig.


Ausbildung, Arbeitsrecht und Mitbestimmung


Ausbildungsvertrag und Pflichten

Der Berufsausbildungsvertrag muss nach § 11 BBiG wesentliche Inhalte festhalten. Dazu gehören insbesondere Art und Ziel der Ausbildung, sachliche und zeitliche Gliederung, Beginn und Dauer, Ausbildungsstätte, tägliche Ausbildungszeit, Probezeit, Vergütung, Urlaub, Kündigungsvoraussetzungen sowie Hinweise auf anwendbare Tarifverträge oder Betriebsvereinbarungen. Die Niederschrift schafft Klarheit, ersetzt aber nicht die gesetzlichen Mindeststandards.

Auszubildende müssen sich bemühen, die berufliche Handlungsfähigkeit zu erwerben, übertragene Aufgaben sorgfältig ausführen, an Ausbildungsmaßnahmen teilnehmen, Weisungen im Rahmen der Ausbildung folgen, die Betriebsordnung beachten, Werkzeuge und Einrichtungen pfleglich behandeln und Betriebsgeheimnisse wahren. Ausbildende müssen planmäßig ausbilden, geeignete Ausbilder einsetzen, Ausbildungsmittel kostenlos bereitstellen, zum Berufsschulbesuch anhalten und dafür sorgen, dass Auszubildende charakterlich gefördert und nicht gefährdet werden.


Probezeit, Kündigung und Zeugnis

Die Probezeit muss nach § 20 BBiG mindestens einen und höchstens vier Monate dauern. Während der Probezeit kann das Berufsausbildungsverhältnis grundsätzlich jederzeit ohne Einhalten einer Kündigungsfrist beendet werden. Nach der Probezeit ist eine Kündigung aus wichtigem Grund ohne Frist möglich. Auszubildende können außerdem mit einer Frist von vier Wochen kündigen, wenn sie die Berufsausbildung aufgeben oder sich für eine andere Berufstätigkeit ausbilden lassen wollen. Kündigungen müssen schriftlich erfolgen; bei einer Kündigung nach der Probezeit sind die Gründe anzugeben. Am Ende der Ausbildung ist ein Zeugnis auszustellen.

Prüfungsfall: Die 19-jährige Auszubildende Mira befindet sich im sechsten Ausbildungsmonat. Sie möchte lediglich in eine andere Abteilung desselben Betriebs wechseln, aber den Beruf fortsetzen. Eine Kündigung wegen Berufsaufgabe wäre dafür nicht der richtige Weg. Zuerst sind Ausbildungsplan, Ausbildungsverantwortliche und gegebenenfalls Betriebsrat einzubeziehen. Der Fall zeigt, dass eine passende betriebliche Lösung vor einer rechtlich weitreichenden Maßnahme geprüft werden sollte.


Arbeitszeit und Schutz

Für volljährige Beschäftigte setzt das Arbeitszeitgesetz im Grundsatz acht Stunden werktäglich an. Eine Verlängerung auf bis zu zehn Stunden ist nur zulässig, wenn innerhalb des gesetzlichen Ausgleichszeitraums im Durchschnitt acht Stunden werktäglich nicht überschritten werden. Bei mehr als sechs bis zu neun Stunden Arbeit sind mindestens 30 Minuten Ruhepause, bei mehr als neun Stunden mindestens 45 Minuten erforderlich. Die tägliche Ruhezeit beträgt grundsätzlich mindestens elf Stunden. Für Jugendliche gelten strengere Grenzen und weitere Schutzvorschriften nach dem Jugendarbeitsschutzgesetz.

Eine Prüfungsantwort sollte Alter, tatsächliche Arbeitszeit, Pausen, Schichtende, nächsten Arbeitsbeginn und mögliche Ausnahmen getrennt betrachten. Rechne Pausen nicht als Arbeitszeit, sofern der Fall nichts anderes festlegt. Bei echten betrieblichen Dienstplänen entscheiden die zuständigen betrieblichen Stellen auf Grundlage der aktuellen Vorschriften und Tarifregelungen.


Betriebsrat und Jugend- und Auszubildendenvertretung

Der Betriebsrat vertritt die Interessen der Beschäftigten und besitzt je nach Sachverhalt Informations-, Beratungs-, Mitwirkungs- oder Mitbestimmungsrechte. Die Jugend- und Auszubildendenvertretung kümmert sich besonders um die Belange jugendlicher Beschäftigter und der zu ihrer Berufsausbildung Beschäftigten. Sie arbeitet mit dem Betriebsrat zusammen und ersetzt ihn nicht. In Prüfungsfällen ist daher zu unterscheiden: Eine fachliche Ausbildungsfrage geht zunächst an Ausbilder oder Ausbildungsleitung; bei kollektiven Interessen oder Konflikten können Betriebsrat und JAV wichtige Ansprechstellen sein.


Sozialversicherung, Entgelt und soziale Marktwirtschaft


Fünf Zweige der Sozialversicherung

Das deutsche Sozialversicherungssystem umfasst Kranken-, Pflege-, Renten-, Arbeitslosen- und gesetzliche Unfallversicherung. Es schützt gegen unterschiedliche Lebensrisiken. Beiträge zur Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung werden grundsätzlich von Beschäftigten und Arbeitgebern getragen, wobei Einzelheiten und Zuschläge gesetzlich variieren. Die Beiträge zur gesetzlichen Unfallversicherung werden im gewerblichen Bereich grundsätzlich allein von den Arbeitgebern finanziert. Zuständig sind insbesondere Berufsgenossenschaften und Unfallkassen.

Zweig Abgesichertes Hauptrisiko Beispiel aus dem Berufsleben
Krankenversicherung Krankheit und medizinische Versorgung Behandlung einer Erkrankung
Pflegeversicherung Pflegebedürftigkeit Unterstützungsbedarf im Alltag
Rentenversicherung Alter und Erwerbsminderung Altersrente oder Rehabilitationsleistung
Arbeitslosenversicherung Arbeitslosigkeit Vermittlung und mögliche Geldleistung
Unfallversicherung Arbeitsunfall und Berufskrankheit Wegeunfall auf dem direkten Arbeitsweg


Brutto, Abzüge und Netto

Bruttoentgelt ist das vereinbarte Entgelt vor gesetzlichen Abzügen. Vom Brutto können Arbeitnehmeranteile zur Sozialversicherung und gegebenenfalls Steuern abgezogen werden. Das ausgezahlte Nettoentgelt ist daher nicht einfach ein frei verhandelter Prozentsatz. Beitragssätze, Beitragsbemessungsgrenzen, Steuermerkmale und persönliche Verhältnisse ändern sich. In Prüfungsaufgaben sind die benötigten Werte deshalb gewöhnlich vorgegeben.

Synthetisches Rechenbeispiel: Ein Fall nennt ein Bruttoentgelt von 1.300 Euro und gibt für die Aufgabe einen zusammengefassten Arbeitnehmeranteil von 20,5 Prozent sowie sonstige Abzüge von 18 Euro vor. Die Werte sind nur Rechengrößen und keine aktuelle Lohnabrechnung.

  1. Arbeitnehmeranteil: 1.300 Euro mal 0,205 ergibt 266,50 Euro.
  2. Gesamtabzüge: 266,50 Euro plus 18 Euro ergeben 284,50 Euro.
  3. Netto im Modell: 1.300 Euro minus 284,50 Euro ergeben 1.015,50 Euro.

Typische Fehler sind das Addieren statt Subtrahieren der Abzüge, die Verwechslung von 20,5 Prozent mit 20,5 Euro und das Anwenden selbst recherchierter Beitragssätze, obwohl die Aufgabe feste Werte vorgibt.


Soziale Marktwirtschaft und Sozialpartnerschaft

Die Soziale Marktwirtschaft verbindet marktwirtschaftlichen Wettbewerb mit sozialem Ausgleich und staatlich gesetzten Rahmenbedingungen. Private Unternehmen entscheiden über Produkte, Investitionen und Beschäftigung, müssen dabei aber Gesetze, Verträge, Arbeitsschutz, Umweltanforderungen und Wettbewerbsregeln beachten. Tarifautonomie bedeutet, dass Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände Arbeitsbedingungen in Tarifverträgen aushandeln können. Betriebsvereinbarungen werden dagegen auf betrieblicher Ebene zwischen Arbeitgeber und Betriebsrat geschlossen.

Erklärvideo zur sozialen Marktwirtschaft des Kanals explainity. Nutzung über den offiziellen YouTube-Player; Rechte beim Anbieter. Quelle siehe Medientabelle.


Markt, Vertrag und betriebliche Entscheidungen


Angebot, Nachfrage und Preis

Auf einem Wettbewerbsmarkt beeinflussen Angebot und Nachfrage den Preis. Steigt bei unverändertem Angebot die Nachfrage nach einer bestimmten Sensorbaugruppe, entsteht tendenziell Preisdruck nach oben. Steigt dagegen das Angebot bei unveränderter Nachfrage, kann der Preis sinken. In realen Beschaffungsmärkten wirken zusätzlich Lieferzeiten, Qualitätsnachweise, Wechselkurse, Marktmacht, Mindestabnahmemengen und technische Freigaben.

Vereinfachtes Modell von Angebot und Nachfrage. Urheber: Dallas.Epperson, Lizenz CC BY-SA 3.0; Quelle und Rechte siehe Medientabelle.

Ein Gleichgewichtspreis ist kein moralisch „richtiger“ Preis, sondern ein Modellpunkt, an dem angebotene und nachgefragte Menge übereinstimmen. Für eine Beschaffungsentscheidung reicht der Stückpreis allein nicht aus. Ein günstigeres Bauteil kann durch höhere Ausfallrate, längere Prüfzeit oder fehlende Rückverfolgbarkeit insgesamt teurer werden.


Verträge und Leistungsstörungen

Ein Kaufvertrag entsteht durch zwei übereinstimmende Willenserklärungen, gewöhnlich Angebot und Annahme. Der Verkäufer muss die Sache mangelfrei übergeben und Eigentum verschaffen; der Käufer muss den vereinbarten Preis zahlen und die Sache abnehmen. Bei Mängeln kommen gesetzliche Rechte wie Nacherfüllung, Rücktritt, Minderung oder Schadensersatz in Betracht, sofern die jeweiligen Voraussetzungen erfüllt sind. Garantie und gesetzliche Mängelrechte sind nicht dasselbe: Eine Garantie ist eine zusätzliche freiwillige oder vertraglich vereinbarte Zusage; die gesetzlichen Rechte bestehen unabhängig davon.

Erklärvideo zum Kaufvertrag des Kanals Prozubi. Nutzung über den offiziellen YouTube-Player; Rechte beim Anbieter. Quelle siehe Medientabelle.

In einem Prüfungsfall solltest du klären, wer mit wem welchen Vertrag geschlossen hat, welche Leistung geschuldet war, ob und wann ein Mangel vorlag, ob eine Frist gesetzt wurde und welches Recht zum Fall passt. Vermeide pauschale Aussagen wie „Man kann immer sofort vom Vertrag zurücktreten“.


Kosten, Deckungsbeitrag und Gewinnschwelle

Fixe Kosten fallen innerhalb des betrachteten Beschäftigungsbereichs unabhängig von der Stückzahl an, zum Beispiel eine monatliche Miete. Variable Kosten verändern sich mit der Menge, etwa Materialkosten je Baugruppe. Der Deckungsbeitrag je Stück ergibt sich aus Verkaufspreis minus variable Kosten je Stück. Er trägt zuerst zur Deckung fixer Kosten bei. Erst danach entsteht Gewinn.

Synthetisches Beispiel: Ein Prüfadapter wird intern mit einem Verrechnungspreis von 90 Euro angesetzt. Die variablen Kosten betragen 58 Euro je Stück; die auftragsbezogenen Fixkosten betragen 6.400 Euro.

  1. Deckungsbeitrag je Stück: 90 Euro minus 58 Euro ergibt 32 Euro.
  2. Gewinnschwellenmenge: 6.400 Euro geteilt durch 32 Euro je Stück ergibt 200 Stück.
  3. Ab dem 201. Stück entsteht unter den Modellannahmen ein positiver Ergebnisbeitrag.

Die Aussage gilt nur, wenn Preis, variable Stückkosten und Fixkosten im betrachteten Bereich konstant bleiben und alle erzeugten Stücke abgesetzt werden. Genau diese Annahmen solltest du in einer guten Prüfungsantwort nennen.


Nutzwertanalyse statt Preisvergleich

Bei mehreren Lieferanten kann eine Nutzwertanalyse qualitative und quantitative Kriterien verbinden. Du gewichtest zum Beispiel Preis, Qualität, Lieferzeit, Nachhaltigkeit und Service. Danach bewertest du jede Alternative nach einer einheitlichen Skala und multiplizierst Gewicht mit Bewertung. Das Ergebnis macht die Entscheidung nachvollziehbar, nimmt dir aber die fachliche Begründung nicht ab. Sicherheits- oder Rechtsmängel dürfen nicht durch einen guten Gesamtpunktwert „ausgeglichen“ werden.


Nachhaltigkeit, Qualität und Verantwortung in der Elektronik


Lebenszyklus statt Anschaffungspreis

Eine wirtschaftliche Entscheidung betrachtet den gesamten Lebenszyklus: Beschaffung, Installation, Energie, Wartung, Ausfall, Ersatzteile, Qualifikation, Umrüstung, Rücknahme und Verwertung. Eine teurere Prüfanlage kann wirtschaftlicher sein, wenn sie weniger Energie benötigt, geringere Ausfallkosten verursacht und länger unterstützt wird. Umgekehrt ist ein schneller Austausch nicht automatisch nachhaltig, wenn ein sicherer und wirtschaftlicher Weiterbetrieb durch Reparatur oder Modernisierung möglich wäre.

Lebenszyklusphase Wirtschaftliche Frage Nachhaltigkeitsfrage
Beschaffung Welche Gesamtkosten entstehen bis zur Inbetriebnahme? Sind Materialherkunft und Reparierbarkeit nachvollziehbar?
Nutzung Wie hoch sind Energie-, Wartungs- und Ausfallkosten? Wie lassen sich Energie und Ausschuss reduzieren?
Änderung Ist eine Modernisierung technisch und wirtschaftlich sinnvoll? Verlängert sie die Nutzungsdauer sicher?
Ende der Nutzung Welche Rücknahme- und Entsorgungskosten entstehen? Können Bauteile wiederverwendet oder verwertet werden?


Elektroaltgeräte und Kreislaufwirtschaft

Das Elektro- und Elektronikgerätegesetz setzt in Deutschland europäische Vorgaben zu Elektroaltgeräten um. Das Symbol der durchgestrichenen Abfalltonne zeigt, dass ein Gerät nicht über den unsortierten Siedlungsabfall entsorgt werden darf. Rückgabe, Sammlung und Behandlung müssen nach den geltenden Regeln erfolgen. Betriebliche Geräte, Bauteile, Batterien oder Datenträger dürfen nicht eigenmächtig entsorgt oder zerlegt werden. Zuständigkeiten, Datenschutz, Gefahrstoffe und betriebliche Freigaben sind zu beachten.

Kennzeichnung für getrennte Sammlung von Elektro- und Elektronikgeräten. EU-Symbol, Vektordatei von Mateozlatar; gemeinfreie beziehungsweise nicht schutzfähige Darstellung. Quelle und Rechte siehe Medientabelle.

Elektronikfertigung als Beispiel für Electronic Manufacturing Services. Quelle: ECD Electronic Components GmbH Dresden, Lizenz CC BY-SA 3.0; Quelle und Rechte siehe Medientabelle.


Qualität, Sicherheit und Compliance

Qualität bedeutet, festgelegte Anforderungen dauerhaft zu erfüllen. In der Elektronik gehören dazu unter anderem dokumentierte Prüfmerkmale, Rückverfolgbarkeit, kalibrierte Prüfmittel, kontrollierte Änderungen und ein geregelter Umgang mit Fehlern. Compliance bezeichnet regelkonformes Verhalten. Dazu zählen Gesetze, interne Freigaben, Datenschutz, Exportkontrolle, Arbeitsschutz und vertragliche Vorgaben.

Ein Auszubildender darf keine reale Maschine, Prüfanlage oder elektrische Einrichtung allein freigeben, nur weil eine Wirtschaftlichkeitsrechnung positiv ausfällt. Technische Sicherheit, Qualifikation und formale Zuständigkeit haben Vorrang. Eine Prüfungsantwort trennt daher zwischen einer kaufmännischen Empfehlung und der fachlichen Freigabe durch befugte Personen.


Berufstypischer Modellfall mit vollständiger Lösung


Ausgangslage

Die synthetische NovaTest Gerätebau GmbH fertigt Messmodule. Eine ältere automatische Prüfanlage verursacht steigende Wartungs- und Stillstandskosten. Das Unternehmen vergleicht eine Modernisierung mit der Anschaffung einer neuen Anlage. Du arbeitest im Projektteam, darfst aber keine technische Freigabe erteilen. Alle Angaben sind reine Übungsdaten.

Größe Alternative A: Modernisierung Alternative B: Neuanlage
Hardware oder Kaufpreis 9.800 Euro 22.500 Euro
Externe Programmierung oder Integration 4.500 Euro 2.800 Euro
Interne Arbeitszeit 80 Stunden zu 42 Euro im Kaufpreis enthalten
Schulung im Projekt enthalten 1.200 Euro
Geplanter Stillstand 16 Stunden 8 Stunden
Stillstandskosten 320 Euro je Stunde 320 Euro je Stunde
Energiebedarf pro Jahr 6.500 Kilowattstunden 4.200 Kilowattstunden
Energiepreis im Modell 0,24 Euro je Kilowattstunde 0,24 Euro je Kilowattstunde
Wartung pro Jahr 2.000 Euro 900 Euro
Betrachtungszeitraum 4 Jahre 4 Jahre
Restwert nach 4 Jahren 0 Euro 2.000 Euro


Arbeitsauftrag

Ermittle für beide Alternativen die Gesamtkosten über vier Jahre. Vergleiche außerdem den Energieverbrauch. Formuliere anschließend eine wirtschaftlich, sozial und ökologisch begründete Empfehlung. Benenne Bedingungen, die vor einer Umsetzung geprüft werden müssen.


Rechenweg Alternative A

  1. Interne Arbeitskosten: 80 Stunden mal 42 Euro ergeben 3.360 Euro.
  2. Stillstandskosten: 16 Stunden mal 320 Euro ergeben 5.120 Euro.
  3. Anfangskosten: 9.800 Euro plus 4.500 Euro plus 3.360 Euro plus 5.120 Euro ergeben 22.780 Euro.
  4. Energiekosten pro Jahr: 6.500 Kilowattstunden mal 0,24 Euro ergeben 1.560 Euro.
  5. Laufende Kosten pro Jahr: 1.560 Euro plus 2.000 Euro ergeben 3.560 Euro.
  6. Laufende Kosten für vier Jahre: 3.560 Euro mal 4 ergeben 14.240 Euro.
  7. Gesamtkosten Alternative A: 22.780 Euro plus 14.240 Euro ergeben 37.020 Euro.


Rechenweg Alternative B

  1. Stillstandskosten: 8 Stunden mal 320 Euro ergeben 2.560 Euro.
  2. Anfangskosten: 22.500 Euro plus 2.800 Euro plus 1.200 Euro plus 2.560 Euro ergeben 29.060 Euro.
  3. Energiekosten pro Jahr: 4.200 Kilowattstunden mal 0,24 Euro ergeben 1.008 Euro.
  4. Laufende Kosten pro Jahr: 1.008 Euro plus 900 Euro ergeben 1.908 Euro.
  5. Laufende Kosten für vier Jahre: 1.908 Euro mal 4 ergeben 7.632 Euro.
  6. Kosten vor Restwert: 29.060 Euro plus 7.632 Euro ergeben 36.692 Euro.
  7. Gesamtkosten nach Restwert: 36.692 Euro minus 2.000 Euro ergeben 34.692 Euro.


Ergebnis und begründetes Urteil

Alternative B ist im Vierjahresmodell um 2.328 Euro günstiger, denn 37.020 Euro minus 34.692 Euro ergeben 2.328 Euro. Sie verbraucht pro Jahr 2.300 Kilowattstunden weniger. Über vier Jahre sind das 9.200 Kilowattstunden. Unter den vorgegebenen Annahmen spricht daher sowohl die Kostenrechnung als auch der geringere Energiebedarf für die Neuanlage.

Die Empfehlung ist trotzdem an Bedingungen gebunden. Vor der Beschaffung sind technische Eignung, Messfähigkeit, Arbeitsschutz, Datenschutz, Ersatzteilversorgung, Liefertermin, Qualifizierung der Beschäftigten, Entsorgungsweg der Altanlage und die tatsächliche Auslastung zu prüfen. Der Betriebsrat ist einzubeziehen, soweit Mitwirkungs- oder Mitbestimmungsrechte betroffen sind. Eine technische oder elektrische Freigabe darf nur durch zuständige qualifizierte Personen erfolgen.

Begründete Empfehlung: Alternative B wird gewählt, sofern sie die technischen und sicherheitsbezogenen Anforderungen nachweislich erfüllt, die Finanzierung gesichert ist und ein geordneter Schulungs-, Einführungs- und Entsorgungsplan vorliegt. Ändern sich Nutzungsdauer, Energiepreis, Wartungskosten oder Restwert, muss die Rechnung aktualisiert werden.


Fachliches Bewertungsraster

Kriterium Erwartete Leistung Punkte
Daten und Annahmen Relevante Angaben vollständig auswählen, Betrachtungszeitraum und Modellannahmen nennen 4
Rechenweg Anfangs-, Energie-, Wartungs-, Stillstands- und Restwertkosten korrekt und mit Einheiten berechnen 6
Recht und Sicherheit Zuständigkeit, Arbeitsschutz, Beteiligung und fehlende eigene Freigabebefugnis korrekt berücksichtigen 4
Nachhaltigkeit und Qualität Energie, Nutzungsdauer, Entsorgung, Ersatzteile und technische Eignung einbeziehen 4
Urteil Entscheidung fallbezogen, widerspruchsfrei und mit Bedingungen formulieren 2
Gesamt Nachvollziehbare vollständige Bearbeitung 20

Eine starke Lösung verbindet Rechnung und Urteil. Eine rechnerisch richtige Zahl ohne betriebliche Einordnung erfüllt den Arbeitsauftrag nur teilweise.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Prüfe dein Wissen

Was verlangt die Ausbildungsordnung im Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde? (Allgemeine wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge der Berufs- und Arbeitswelt darstellen und beurteilen) (!Eine komplette elektronische Baugruppe ohne Unterlagen entwickeln) (!Ausschließlich aktuelle Beitragssätze auswendig nennen) (!Eine reale Prüfanlage eigenständig freigeben)



Rückmeldung: Der Prüfungsbereich verlangt die Anwendung wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Zusammenhänge auf berufliche Situationen.

Wie hoch ist die Gewichtung von Wirtschafts- und Sozialkunde innerhalb von Teil 2 der Abschlussprüfung? (Zehn Prozent) (!Sechs Prozent) (!Zwanzig Prozent) (!Vierzig Prozent)



Rückmeldung: Zehn Prozent beziehen sich auf Teil 2; bezogen auf das Gesamtergebnis entsprechen sie rechnerisch sechs Prozent.

Welche Dauer muss die Probezeit in einem Berufsausbildungsverhältnis nach BBiG haben? (Mindestens einen und höchstens vier Monate) (!Genau zwei Wochen) (!Mindestens sechs und höchstens zwölf Monate) (!Eine Probezeit ist unzulässig)



Rückmeldung: Das BBiG setzt für die Probezeit einen verbindlichen Rahmen von einem bis vier Monaten.

Wer trägt im gewerblichen Bereich grundsätzlich die Beiträge zur gesetzlichen Unfallversicherung? (Der Arbeitgeber) (!Nur der Auszubildende) (!Arbeitgeber und Auszubildender immer je zur Hälfte) (!Die Berufsschule)



Rückmeldung: Die gesetzliche Unfallversicherung wird im gewerblichen Bereich grundsätzlich allein durch Arbeitgeberbeiträge finanziert.

Wie wird der Deckungsbeitrag je Stück im dargestellten Grundmodell berechnet? (Verkaufspreis minus variable Kosten je Stück) (!Fixkosten minus Verkaufspreis) (!Variable Kosten plus Fixkosten) (!Verkaufspreis geteilt durch Absatzmenge)



Rückmeldung: Der Stückdeckungsbeitrag zeigt, welcher Betrag je verkauftem Stück zur Deckung fixer Kosten und danach zum Gewinn beiträgt.

Bei welcher Menge liegt im Beispiel mit 6400 Euro Fixkosten und 32 Euro Deckungsbeitrag je Stück die Gewinnschwelle? (200 Stück) (!32 Stück) (!90 Stück) (!6400 Stück)



Rückmeldung: Die Gewinnschwellenmenge ergibt sich aus Fixkosten geteilt durch Deckungsbeitrag je Stück.

Wie viel Energie spart die Neuanlage des Modellfalls über vier Jahre gegenüber der Modernisierung? (9200 Kilowattstunden) (!2300 Kilowattstunden) (!4200 Kilowattstunden) (!10700 Kilowattstunden)



Rückmeldung: Die jährliche Differenz von 2300 Kilowattstunden wird mit vier Jahren multipliziert.

Welche Aussage zur Jugend- und Auszubildendenvertretung ist richtig? (Sie vertritt besondere Interessen Jugendlicher und Auszubildender und arbeitet mit dem Betriebsrat zusammen) (!Sie ersetzt die Ausbildungsleitung bei technischen Freigaben) (!Sie schließt allein Tarifverträge für alle Beschäftigten) (!Sie entscheidet über die Zulassung zur Abschlussprüfung)



Rückmeldung: Die JAV hat eine besondere Interessenvertretungsfunktion, ersetzt aber weder Betriebsrat noch Ausbildungsleitung.

Welche Aussage zum Kaufvertrag ist richtig? (Der Verkäufer schuldet die mangelfreie Übergabe und Eigentumsverschaffung) (!Der Käufer kann bei jedem Mangel ohne weitere Voraussetzungen sofort Schadensersatz verlangen) (!Eine Garantie ersetzt immer sämtliche gesetzlichen Mängelrechte) (!Ein Kaufvertrag entsteht nur durch eine notarielle Urkunde)



Rückmeldung: Die Hauptpflicht des Verkäufers ist die mangelfreie Übergabe und Eigentumsverschaffung; weitere Rechte hängen vom konkreten Fall ab.

Welche Alternative ist im Vierjahresmodell des vollständigen Falls kostengünstiger? (Die Neuanlage um 2328 Euro) (!Die Modernisierung um 2328 Euro) (!Beide Alternativen sind genau gleich teuer) (!Die Modernisierung um 9200 Euro)



Rückmeldung: Die Modellkosten betragen 37020 Euro für die Modernisierung und 34692 Euro für die Neuanlage.


Memory

Teil 1 der Abschlussprüfung Vierzig Prozent des Gesamtergebnisses
Teil 2 der Abschlussprüfung Sechzig Prozent des Gesamtergebnisses
Probezeit Ein bis vier Monate
Deckungsbeitrag Verkaufspreis abzüglich variabler Stückkosten
Unfallversicherung Im gewerblichen Bereich grundsätzlich arbeitgeberfinanziert
WEEE-Symbol Hinweis auf getrennte Sammlung von Elektroaltgeräten





Drag-and-drop

Ordne die passende Beschreibung zu. Begriff
Enthält die wesentlichen Bedingungen der Berufsausbildung Ausbildungsvertrag
Vertritt kollektive Interessen der Beschäftigten im Betrieb Betriebsrat
Kümmert sich besonders um Belange Jugendlicher und Auszubildender Jugend- und Auszubildendenvertretung
Verkaufspreis abzüglich variabler Kosten je Stück Deckungsbeitrag
Umfassen Beschaffung, Nutzung, Wartung und Ende der Nutzung Lebenszykluskosten





Kreuzworträtsel

Ausbildungsvertrag Welche Vereinbarung hält die wesentlichen Bedingungen der Ausbildung fest?
Solidarität Welches Prinzip beschreibt gemeinschaftliche Absicherung sozialer Risiken?
Betriebsrat Welche Interessenvertretung wirkt auf betrieblicher Ebene mit?
Deckungsbeitrag Welche Größe ergibt sich aus Verkaufspreis minus variablen Stückkosten?
Kreislaufwirtschaft Welches Konzept zielt auf lange Nutzung, Wiederverwendung und Verwertung?
Sozialversicherung Welches System sichert zentrale Lebensrisiken gesetzlich ab?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Die gestreckte Abschlussprüfung besteht aus

. Wirtschafts- und Sozialkunde wird innerhalb von Teil 2 mit

gewichtet. Die Probezeit dauert mindestens einen und höchstens

. Der Verkaufspreis abzüglich variabler Stückkosten ergibt den

. Beiträge zur gesetzlichen Unfallversicherung trägt im gewerblichen Bereich grundsätzlich der

. Ein Betriebsrat vertritt kollektive Interessen der

. Das WEEE-Symbol fordert die

von Elektroaltgeräten. Eine gute Prüfungsentscheidung verbindet Rechnung, Rechtsbezug und ein begründetes

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Begriffsnetz zur Ausbildung: Erstelle ein Begriffsnetz mit Ausbildungsvertrag, Probezeit, Berufsschule, Ausbildungsbetrieb, Betriebsrat und JAV und erkläre jede Verbindung in einem Satz.
  2. Sozialversicherungsplakat: Gestalte ein übersichtliches digitales Plakat zu den fünf Zweigen der Sozialversicherung mit je einem synthetischen Berufsbeispiel.
  3. Prüfungsstrategie auf einer Seite: Formuliere die vier Schritte Sachverhalt, Regel, Rechnung und Urteil als persönliche Checkliste für einen 60-minütigen Prüfungsbereich.
  4. WEEE-Erklärung: Produziere eine kurze Bild- oder Audioerklärung zum WEEE-Symbol und nenne sichere betriebliche Zuständigkeiten für ausgediente Elektronik.


Standard

  1. Schichtplan prüfen: Untersuche einen selbst erstellten synthetischen Schichtplan für eine volljährige Person auf Arbeitszeit, Pausen und Ruhezeit und dokumentiere deine Annahmen.
  2. Lieferantenvergleich: Entwickle für drei fiktive Lieferanten eine Nutzwertanalyse mit Preis, Qualität, Lieferzeit, Nachhaltigkeit und Service und begründe deine Gewichtung.
  3. Deckungsbeitragsfall: Erfinde einen realistischen Prüfadapter-Fall mit fixen und variablen Kosten, berechne die Gewinnschwelle und erkläre zwei Grenzen des Modells.
  4. Quellenvergleich Berufsbildung: Vergleiche Aussagen von BIBB, Gesetze im Internet und einer IHK-Seite zum Ausbildungsberuf und kennzeichne Veröffentlichungsdatum, Zuständigkeit und Aussagekraft.


Schwer

  1. Investitionsentscheidung Elektronikfertigung: Erstelle einen vollständigen synthetischen Variantenvergleich mit Anschaffung, Energie, Wartung, Stillstand und Restwert und formuliere eine bedingte Empfehlung.
  2. Betriebliche Konfliktanalyse: Analysiere einen erfundenen Konflikt um Schichtänderung, Qualifizierung und Einführung eines neuen Prüfsystems aus Sicht von Auszubildenden, Arbeitgeber, Betriebsrat und JAV.
  3. Nachhaltigkeitsbericht eines Geräts: Entwickle für ein fiktives Messgerät eine Lebenszyklusanalyse von Beschaffung bis Verwertung und schlage messbare Verbesserungen vor.
  4. Erklärvideo zum Prüfungsfall: Produziere ein drei- bis fünfminütiges Erklärvideo zu einem selbst erstellten WiSo-Fall mit Rechenweg, Rechtsbezug, Quellen und Bewertungsraster; verwende keine realen Beschäftigten- oder Betriebsdaten.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Gewichtungen erklären: Leite rechnerisch her, warum Wirtschafts- und Sozialkunde mit zehn Prozent von Teil 2 insgesamt sechs Prozent des Abschlussprüfungsergebnisses entspricht.
  2. Rechtsfall Probezeit: Beurteile einen synthetischen Fall, in dem eine fünfmonatige Probezeit vereinbart wurde, und erläutere die maßgebliche gesetzliche Grenze.
  3. Arbeitszeit übertragen: Prüfe einen Fall mit Arbeitsbeginn, Pausen, Schichtende und erneutem Arbeitsbeginn und begründe getrennt Arbeitszeit, Pause und Ruhezeit.
  4. Sozialversicherung anwenden: Ordne fünf berufliche Ereignisse dem jeweils passenden Sozialversicherungszweig zu und begründe jede Zuordnung.
  5. Kaufvertragsstörung beurteilen: Entwickle eine sinnvolle Reihenfolge von Prüfungsschritten bei einer mangelhaften gelieferten Sensorbaugruppe, ohne pauschal ein bestimmtes Recht zu unterstellen.
  6. Wirtschaftlichkeitsrechnung prüfen: Finde in einer absichtlich fehlerhaften Lebenszykluskostenrechnung mindestens vier Fehler und korrigiere Formel, Einheit, Zeitraum und Urteil.
  7. Mehrkriterienentscheidung begründen: Entscheide zwischen Reparatur, Modernisierung und Ersatz einer fiktiven Prüfeinrichtung anhand von Kosten, Sicherheit, Qualität, Beschäftigung und Umweltwirkung.




Lernnachweis

Als Lernnachweis kannst du ein Portfolio abgeben. Es soll zeigen, dass du nicht nur Begriffe kennst, sondern Entscheidungen begründen kannst.

  1. Wissen: Du erklärst Prüfungsstruktur, Ausbildungspflichten, Arbeitszeitschutz, Sozialversicherung, Vertragsgrundlagen, Kostenbegriffe und Kreislaufwirtschaft fachlich korrekt.
  2. Fertigkeiten: Du markierst relevante Falldaten, wählst passende Regeln, rechnest mit Einheiten und prüfst Ergebnisse auf Plausibilität.
  3. Produkt: Du bearbeitest einen vollständigen synthetischen Prüfungsfall einschließlich Quellenliste und Bewertungsraster.
  4. Urteilskompetenz: Du wägest wirtschaftliche, rechtliche, soziale, sicherheitsbezogene und ökologische Kriterien ab.
  5. Transfer: Du überträgst die Methode auf eine neue Situation aus Geräteentwicklung, Elektronikfertigung, Prüfung oder Service.
  6. Reflexion: Du benennst typische eigene Fehler und formulierst konkrete Verbesserungsstrategien für die Prüfung.




OER und Wikipedia

Die folgenden Quellen dienen der fachlichen Überprüfung und Vertiefung. Rechtsvorschriften und Prüfungsinformationen können sich ändern; für deinen Termin zählt die jeweils aktuelle Fassung der zuständigen Stelle.


Verbindliche und institutionelle Quellen

Thema Quelle Bedeutung
Berufsprofil BIBB: Elektroniker für Geräte und Systeme Dauer, Einsatzfelder, Ausbildungsordnung und Berufsprofil
Ausbildungsordnung Gesetze im Internet: IndElAusbV 2007 Prüfungsbereiche, Zeiten, Gewichtungen und Bestehensregeln
Aktuelle PAL-Unterlagen IHK Region Stuttgart: Elektroniker für Geräte und Systeme Terminbezogene Bereitstellungs- und Prüfungsunterlagen
Berufsausbildung Berufsbildungsgesetz Vertrag, Pflichten, Probezeit, Kündigung und Zeugnis
Arbeitszeit Arbeitszeitgesetz Arbeitszeit, Ruhepausen und Ruhezeit für Volljährige
Jugendarbeitsschutz Jugendarbeitsschutzgesetz Besondere Schutzvorschriften für Minderjährige
Mitbestimmung Betriebsverfassungsgesetz Betriebsrat sowie Jugend- und Auszubildendenvertretung
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