Montieren und Demontieren von Baugruppen - Konstruktionsmechaniker - LF 6
Einleitung
Du lernst, einen Montage- und Demontageauftrag für eine Baugruppe zu analysieren, sicher zu planen, fachlich zu begründen, zu prüfen und nachvollziehbar zu dokumentieren. Der Kurs richtet sich an Auszubildende im Beruf Konstruktionsmechaniker im zweiten Ausbildungsjahr. Er erschließt Lernfeld 6 mit seinen Schraub-, Klemm- und Steckverbindungen, Berechnungen, Handhabungs- und Prüfaufgaben. Der KMK-Rahmenlehrplan nennt dafür 60 Unterrichtsstunden; dieser Kurs bietet die fachliche Grundlage und Arbeitsaufträge für eine darauf abgestimmte Unterrichtsplanung. KMK, PDF-Seite 14
Du bearbeitest einen vollständig erläuterten, erfundenen Praxisfall. Für selbstständiges Lernen verwendest du Papierdaten oder ein leichtes, antriebsloses Tischmodell. Reale gefährliche Arbeiten erfolgen nur nach betrieblicher Freigabe und Unterweisung unter befugter, fachkundiger Aufsicht. Dein betrieblicher Ausbildungsplan, der Landeslehrplan und die Vorgaben der zuständigen IHK bleiben maßgeblich. Dieser Lernnachweis ist keine amtliche Anerkennung, Prüfungszulassung oder betriebliche Arbeitsberechtigung.
Auftrag verstehen und Montage vorausschauend planen
Von der Funktion zur vollständigen Handlung
Eine Baugruppe besteht aus zusammengehörenden Bauteilen, die gemeinsam eine Funktion erfüllen. Bei einem schwenkbaren Anschlag tragen beispielsweise Grundplatte und Gabel den Arm, ein Bolzen bildet das Gelenk und ein Klemmblock hält eine eingestellte Position. Montieren bedeutet mehr als Zusammenschrauben: Du bereitest Teile vor, handhabst und fügst sie, richtest sie aus und prüfst ihre Funktion. Beim Demontieren löst du Verbindungen kontrolliert, erhältst die Zuordnung der Teile und beurteilst deren weiteren Einsatz.
Die vollständige Handlung beginnt mit einer präzisen Frage: Was soll die Baugruppe nach Abschluss des Auftrags nachweisbar können? Aus „Anschlag instand setzen“ wird zum Beispiel: „Vorhandenen Gelenkhalter prüfen, verschlissenen Steckbolzen ersetzen, Beweglichkeit und axiale Sicherung nach Zeichnung nachweisen und den Befund dokumentieren.“ Diese Formulierung nennt ein prüfbares Ergebnis. Sie verhindert, dass ein sauber aussehendes, aber funktionsuntüchtiges Teil als fertig gilt.
Das Berufsprofil verbindet technische Auftragsplanung, Montage, Prüfung und Teamarbeit mit digitalen Prozessen und Informationsschutz. Der Ausbildungsrahmenplan ergänzt das funktionsgerechte Ausrichten, das Einhalten von Maßtoleranzen und die Kennzeichnung bei der Demontage. BIBB-Berufsprofil Ausbildungsrahmenplan, Anlage 4, Positionen 19–21
Zeichnung, Stückliste und Revision zusammen lesen
| Unterlage | Was du daraus entnimmst | Typischer Fehler und bessere Vorgehensweise |
|---|---|---|
| Gesamt- oder Baugruppenzeichnung | Lage, Bewegungsrichtung, Bezugsflächen, Einbaulage und Schnittdarstellungen. | Eine Perspektive allein liefert keine vollständigen Maße. Ansichten, Schnitte und Maßangaben gemeinsam auswerten. |
| Einzelteilzeichnung | Werkstoff, Maße, Toleranzen und Anforderungen an Funktionsflächen. | Ein Istmaß nur mit dem Nennmaß vergleichen. Stattdessen die zulässigen Grenzmaße feststellen. |
| Stückliste | Positionsnummer, Benennung, Menge und eindeutige Teilekennung. | Ähnlich aussehende Schrauben vertauschen. Kennzeichnung und Spezifikation mit der Position abgleichen. |
| Montage- und Herstelleranweisung | Reihenfolge, Schmierzustand, Anziehverfahren, Sicherungselemente und Prüfungen. | Eine allgemeine Drehmomenttabelle als vollständige Freigabe ansehen. Die konkrete Verbindung und Anweisung beachten. |
| Revisionsstand | Welche Zeichnung und Stückliste gemeinsam freigegeben sind. | Alte PDF und neue Stückliste mischen. Abweichung vor Arbeitsbeginn klären und gültigen Stand dokumentieren. |
Eine Revision ist ein gekennzeichneter Änderungsstand. Eine neue Bohrung, ein anderer Bolzen oder eine geänderte Sicherung kann die Montage beeinflussen, obwohl der Dateiname fast gleich bleibt. Stimmen Revisionen nicht zusammen, stoppst du die Bearbeitung an dieser Stelle und fragst die verantwortliche Stelle. Eine Vermutung wird nicht durch einen unterschriebenen Prüfzettel richtig.
Erstelle eine einfache Funktionsskizze mit Positionsnummern, Bezugsfläche, Bewegungsrichtung und den für die Montage entscheidenden Maßen. Eine Explosionsdarstellung zeigt räumlich getrennte Teile; sie hilft bei der Zuordnung, legt aber nicht automatisch eine sichere Demontagereihenfolge fest. Notiere auch, welches Teil nach dem Lösen einer Verbindung seine Abstützung verlieren könnte.
Arbeitsplan und Kennzeichnung
Ein guter Arbeitsplan nennt für jeden Schritt Tätigkeit, Voraussetzung, Werkzeug, Prüfmittel, Schutzmaßnahme und Prüfergebnis. Ein Haltepunkt unterbricht den Ablauf, bis eine Voraussetzung geprüft oder eine Entscheidung freigegeben ist. Beispiele sind die bestätigte Energietrennung, ein geklärter Zeichnungswiderspruch oder die Prüfung eines verschlissenen Bolzens vor dem Wiedereinbau.
Ordne Teile in beschrifteten Ablagefächern nach Positionsnummer und Einbaulage. Markierungen dürfen Funktionsflächen, Korrosionsschutz und Festigkeit nicht beeinträchtigen. Ein ablösbares Etikett auf der Verpackung kann geeigneter sein als ein Körnerschlag auf einer Passfläche. Bewahre zusammengehörende Passscheiben oder eindeutig zugeordnete Teile getrennt auf; fotografiere ausschließlich freigegebene Lernobjekte ohne Personen, Kundendaten oder vertrauliche Zeichnungen.
| Kompetenz aus LF 6 | Dein sichtbarer Nachweis im Kurs |
|---|---|
| Unterlagen und Skizzen auswerten | Positionsskizze und geklärter Revisionsstand. |
| Montage und Demontage planen | Zwei begründete Abläufe mit Haltepunkten. |
| Werkzeuge, Prüf- und Hilfsmittel auswählen | Auswahlliste mit Zweck, Eignung und Prüfzuständigkeit. |
| Masse, Kraft und Moment berechnen | Rechenblatt mit Einheiten und digitaler Gegenrechnung. |
| Lasten sicher handhaben | Begründete Transportplanung; reale Ausführung nur bei vorhandener Befähigung und Freigabe. |
| Teile zuordnen, fügen und Funktion prüfen | Ablageplan, Montageprotokoll und Soll-Ist-Vergleich. |
| Wiederverwendung und Entsorgung entscheiden | Befundliste mit begründeter Teileentscheidung. |
| Reflektieren, dokumentieren und präsentieren | Abweichungsbericht und kurze fachliche Übergabe. |
Diese Zuordnung ist eine didaktische Umsetzung des vollständigen LF-6-Auftrags. Plane mit deiner Lehrkraft zusätzliche Übungs- und Praxiszeiten nach eurem Landeslehrplan. Der betriebliche Ausbildungsplan wird aus dem Ausbildungsrahmenplan abgeleitet; der Onlinekurs ersetzt ihn nicht. § 4 IndMetAusbV
Schraub-, Klemm- und Steckverbindungen fachgerecht beurteilen
Kraftschluss und Formschluss unterscheiden
Beim Kraftschluss entsteht die übertragbare Kraft durch Reibung zwischen belasteten Kontaktflächen. Ein Klemmblock wird beispielsweise auf eine Führung gepresst und hält durch Reibung. Beim Formschluss behindert die Geometrie die Relativbewegung: Ein Bolzen in einer Bohrung kann quer zu seiner Achse Kräfte übertragen. Eine stoffschlüssige Verbindung entsteht etwa durch Schweißen oder Kleben; ihr Trennen erfordert häufig einen besonderen, teilweise zerstörenden Prozess. In LF 6 stehen die lösbaren Schraub-, Klemm- und Steckverbindungen im Mittelpunkt.
Die Bezeichnung des Verbindungsmittels beantwortet noch nicht jede Funktionsfrage. Eine vorgespannte Schraubenverbindung kann Querkräfte über Reibung der geklemmten Teile übertragen. Eine dafür konstruierte Passschraube kann zusätzlich über ihre Anlage in der Bohrung wirken. Ein Steckbolzen braucht häufig eine getrennte axiale Sicherung. Deshalb prüfst du immer den Kraftfluss: Welcher Weg führt von der äußeren Belastung über die Bauteile bis in das tragende Teil?

Prinzipdarstellung: Eine Schraube greift in ein Innengewinde des unteren Bauteils ein. Die Darstellung zeigt keine allgemeingültige Einschraublänge und kein freigegebenes Anziehdrehmoment. Urheber: Андрей Перцев; CC0 1.0. Dateinachweis im Abschnitt OER und Wikipedia.
Schraubenverbindungen: Vorspannung statt Gefühl
Beim kontrollierten Anziehen wird die Schraube elastisch gedehnt und das Verbindungspaket zusammengedrückt. Die dabei erzeugte Vorspannkraft hilft, die Teile zusammenzuhalten. Das Anziehdrehmoment ist die Drehwirkung, mit der du das Werkzeug belastest. Es ist keine direkte Messung dieser Vorspannkraft: Ein Teil der Wirkung hängt von Reibung im Gewinde und an den Auflageflächen ab. Eine veränderte Schmierung oder wiederverwendete Oberfläche kann bei gleichem Drehmoment zu einer anderen Vorspannkraft führen. Nord-Lock: Reibung, Schmierung und Wiederverwendung
Vor dem Fügen kontrollierst du die vorgegebene Schraubenart, Abmessung, Festigkeitsklasse, zugehörige Mutter beziehungsweise das Innengewinde, Auflageflächen und Sicherungselemente. Eine Schraube mit höherer Festigkeitsklasse ist nicht automatisch ein zulässiger Ersatz. Ebenso darf eine beschädigte Schraube nicht allein deshalb wieder hinein, weil sie sich noch drehen lässt. Bei Sacklöchern kann eine zu lange Schraube am Bohrungsgrund anstehen, bevor die Bauteile geklemmt sind.
Setze Gewinde fluchtend an und erkenne Widerstand früh. Das Heranziehen schief stehender Bauteile mit der Schraube kann Gewinde und Bauteile schädigen. Richte die Teile zunächst mit den vorgesehenen Hilfsmitteln aus. Anziehfolge, Stufen, endgültiges Drehmoment und zulässiger Schmierzustand kommen aus der freigegebenen Montageanweisung. Zusätzliche Sicherungsscheiben, Schraubensicherung oder Schmiermittel verändern die Verbindung und benötigen eine entsprechende Vorgabe.

Auslösender Drehmomentschlüssel mit Stecknuss. Der abgebildete Bereich von 20 bis 220 N·m ist eine Werkzeugeigenschaft. Er legt keinen Sollwert für eine bestimmte Schraube fest und eignet sich nicht für den späteren Übungswert von 18 N·m. Foto: Lead holder; CC BY-SA 4.0.
Wähle ein Werkzeug, dessen freigegebener Arbeitsbereich den Sollwert umfasst. Prüfe Zustand, passende Stecknuss, Antriebsrichtung und den betrieblich vorgesehenen Prüf- beziehungsweise Kalibrierstatus. Die Bedienung richtet sich nach seiner Anleitung. Improvisierte Rohrverlängerungen und Schläge auf gewöhnliche Schlüssel ersetzen kein geeignetes Werkzeug. DGUV Information 209-001, September 2024
Fachvideo auf der Herstellerseite: GEDORE – Anwendungsvideos für Drehmomentwerkzeuge. Wähle dort den deutschsprachigen Film „GEDORE Drehmomentschlüssel 1/2″ – TORCOFIX TF-K 200 – 40–200 Nm“. Achte beim Betrachten darauf, wie Einstellen, Verriegeln und Auslösen zusammenhängen. Übertrage weder dessen Arbeitsbereich noch einen vorgeführten Wert ungeprüft auf eine andere Baugruppe. Der Film ist Herstellerinformation; die schriftliche Anleitung des tatsächlich verwendeten Werkzeugs bleibt maßgeblich.
Klemmverbindungen und Oberflächen
Eine Klemmverbindung benötigt geeignete Kontaktflächen und ausreichende, konstruktiv festgelegte Anpressung. Bei einem geteilten Klemmring wird die Schraubenkraft in eine Anpressung an der Welle umgesetzt. Verölung, ungeeignete Beschichtungen oder Schmutz können die Funktion verändern. Schmieren ist daher keine allgemeine Verbesserung. Prüfe, welche Fläche gleiten und welche Fläche zuverlässig klemmen soll.

Schraub- und Klemmverbindung an einem Fahrplanschild: Die Schrauben erzeugen die Klemmung, der Oberflächenschutz soll den Außeneinsatz ermöglichen. Das Foto ist ein Beobachtungsbeispiel und kein Festigkeitsnachweis. Foto: Hutschi; CC BY-SA 3.0.
Korrosionsschutz, Kontaktflächen und Verbindungselemente müssen zusammenpassen. Beschädigte Schutzschichten werden nach dem freigegebenen Schutzsystem behandelt. Lack auf einer Passfläche kann ein Maß verändern; ein ungeprüfter Austausch von Metallpaarungen kann neue Korrosionsprobleme verursachen. Kennzeichne solche Befunde, statt sie durch stärkeren Anzug zu verdecken.
Stecken, sichern und Passungen lesen
Bei einer Steckverbindung werden passende Konturen zusammengeführt. Ein Bolzen kann führen oder ein Gelenk bilden. Seine axiale Sicherung, etwa ein für die Anwendung vorgesehener Sicherungsring oder Splint, hat eine andere Aufgabe als die Quertragwirkung des Bolzens. Ein fehlendes Sicherungsteil darf deshalb nicht mit „Der Bolzen sitzt doch fest“ begründet werden. Einweg- und Wiederverwendungsregeln folgen der Bauteilanweisung.
Eine Maßtoleranz ist die Differenz zwischen oberem und unterem Grenzmaß. Der zulässige Maßbereich liegt zwischen diesen Grenzen. Nennmaß ist die Bezugsgröße, Istmaß das gemessene Maß. Die Passung beschreibt die maßliche Beziehung der zusammengehörenden Innen- und Außenkontur. Bei einer Spielpassung entsteht im gesamten Toleranzbereich Spiel oder im Grenzfall Nullspiel, jedoch kein Übermaß; eine Übermaßpassung hat Übermaß; eine Übergangspassung kann je nach tatsächlicher Maßkombination Spiel oder Übermaß ergeben. Die Begriffe und das ISO-Toleranzsystem werden in DIN EN ISO 286 behandelt. Im Kurs verwenden wir ausdrücklich vorgegebene Übungsgrenzen und keine kopierten Normtabellen. DIN EN ISO 286-1:2019-09, Katalogangabe

Deutschsprachige Darstellung von Spiel-, Übergangs- und Übermaßpassung. Vergleiche die Lage der Toleranzbereiche. Die Zahlen des Praxisfalls sind eigene Aufgabendaten. Grafik: Badsaiyaman; CC BY-SA 3.0.
Beispiel mit vollständig vorgegebenen Werten: Eine Bohrung darf 20,020 bis 20,040 mm messen, ein Bolzen 19,980 bis 19,990 mm. Das kleinste diametrale Spiel entsteht aus kleinster Bohrung minus größtem Bolzen: 20,020 − 19,990 = 0,030 mm. Das größte entsteht aus größter Bohrung minus kleinstem Bolzen: 20,040 − 19,980 = 0,060 mm. Beide Werte sind positiv. Das radiale Spiel bei zentrischer Betrachtung entspricht der Hälfte des diametralen Spiels. Ein großes Einzelteilmaß ist also weder allgemein gut noch allgemein schlecht: Entscheidend sind Grenzwerte und Funktion.
Typischer Fehler: Einen schwergängigen Bolzen mit Schlägen passend machen. Die bessere Diagnose prüft Kennung, Grat, Verschmutzung, Fluchtung und Grenzmaße. Bei einer Abweichung sicherst du den Zustand und klärst die Ursache. Das ist gezielte Qualitätsarbeit und verhindert, dass eine falsche Passung durch Beschädigung kaschiert wird.
Masse, Kräfte, Momente und Lastenhandhabung berechnen
Masse aus Abmessungen bestimmen
Die Masse m wird in Kilogramm angegeben. Für ein homogenes Teil gilt m = ρ · V: Dichte mal Volumen. Für einen Quader ist V = Länge · Breite · Dicke. Bohrungen und Aussparungen werden abgezogen, zusätzliche Teile addiert. Du brauchst zusammenpassende Einheiten; 1 dm³ entspricht 1 000 cm³ oder 1 000 000 mm³. Die Dichte ist werkstoffabhängig und kommt für eine reale Planung aus der Werkstoff- beziehungsweise Herstellerangabe.
Als eigene Rechenübung nehmen wir eine Stahlplatte von 300 × 120 × 10 mm und die ausdrücklich vorgegebene Dichte ρ = 7,85 kg/dm³ an. V = 300 · 120 · 10 = 360 000 mm³ = 0,360 dm³. Daraus folgt m = 7,85 · 0,360 = 2,826 kg. Ohne Dichte oder mit unbekannten Anbauteilen darfst du aus den Außenmaßen keine verlässliche Gesamtmasse behaupten.
Eine digitale Gegenrechnung kann Eingabezellen für Länge, Breite, Dicke und Dichte enthalten. Rechne zunächst das Volumen in mm³, teile dann durch 1 000 000 und multipliziere mit kg/dm³. Beschrifte die Einheiten. Eine plausible Zahl in einer Tabellenzelle beweist nichts, wenn Millimeter und Meter vermischt wurden. Kontrolliere mindestens einen Datensatz von Hand und dokumentiere die verwendeten Annahmen.
Gewichtskraft und Drehmoment
Die Gewichtskraft ist eine Kraft: F_G = m · g. Für die Übungen gilt g = 9,81 N/kg. Eine Baugruppe mit 40 kg Masse hat deshalb F_G = 40 · 9,81 = 392,4 N. Die Masse bleibt 40 kg; die Gewichtskraft beträgt nicht „40 N“. Für Lastaufnahmemittel werden häufig zulässige Lastmassen angegeben. Vergleiche stets gleichartige Größen und die konkret angegebenen Einsatzbedingungen.
Ein Drehmoment entsteht durch eine Kraft mit Abstand zur Drehachse. Für eine senkrecht wirkende Kraft gilt M = F · l, wobei l der senkrechte Hebelarm ist. Beispiel: 120 N wirken senkrecht an einem Hebelarm von 0,25 m. M = 120 · 0,25 = 30 N·m. Umgekehrt erfordert ein Rechenmoment von 24 N·m bei 0,20 m Hebelarm eine Kraft von F = 24 / 0,20 = 120 N.
Ist die Kraft schräg gerichtet, ist nicht die gesamte Hebellänge der wirksame senkrechte Abstand. Verwende dann den in der Skizze festgelegten senkrechten Hebelarm. Die Rechnung erklärt das physikalische Prinzip. Sie bestimmt kein zulässiges Schrauben-Anziehdrehmoment und rechtfertigt keine improvisierte Werkzeugverlängerung oder einen praktischen Versuch mit Körpergewicht.
Schwerpunkt und Auflagerkräfte am sicheren Modell
Der Schwerpunkt beschreibt, wo die resultierende Gewichtskraft im Modell angreift. Eine unsymmetrische Baugruppe belastet zwei Abstützungen im Allgemeinen unterschiedlich. Als reine Papieraufgabe liegt eine starre Baugruppe mit 180 kg auf zwei waagerechten Auflagern A und B im Abstand 1,20 m. Ihr Schwerpunkt liegt 0,45 m von A entfernt. Weitere vertikale Kräfte und das Gewicht der Auflager werden im Modell vernachlässigt.
Zuerst F_G = 180 · 9,81 = 1 765,8 N. Das Momentengleichgewicht um A ergibt F_B · 1,20 = 1 765,8 · 0,45. Somit F_B = 662,2 N und F_A = 1 765,8 − 662,2 = 1 103,6 N, jeweils gerundet. Kontrolle: Beide Reaktionen addieren sich zur Gewichtskraft; das nähere Auflager A trägt mehr. Dies sind vertikale Auflagerreaktionen, keine berechneten Seilzugkräfte.
Bei geneigten Anschlagmitteln hängt die Zugkraft zusätzlich vom Winkel und von der tatsächlichen Lastverteilung ab. Bei einem symmetrischen Zweistranggehänge erhöht ein größerer gleicher Neigungswinkel beider Stränge gegenüber der Vertikalen bei gleicher Last die erforderliche Zugkraft je Strang. Du wählst Anschlagmittel deshalb nicht mit der pauschalen Annahme „zwei Stränge, jeder trägt die Hälfte“. Kennzeichnung, Lasttabelle, Anschlagart, Schwerpunkt, Kanten und Zustand müssen zum konkreten Hub passen. DGUV Regel 109-017
Hebezeug, Anschlagmittel und Lastaufnahmemittel
| Begriff | Aufgabe | Beispiel und Prüfgedanke |
|---|---|---|
| Hebezeug | Erzeugt die Hubbewegung. | Ein dafür geeigneter Kettenzug; Tragfähigkeit und bestimmungsgemäßer Einsatz müssen bekannt sein. |
| Anschlagmittel | Verbindet die Last oder ein Lastaufnahmemittel mit dem Hebezeug. | Eine gekennzeichnete Rundschlinge; Ablegekriterien und Eignung für Kanten beachten. |
| Lastaufnahmemittel | Nimmt die Last auf und ist nicht dauerhaft Teil des Hebezeugs. | Eine geeignete Traverse oder Greifeinrichtung; nur für ihren vorgesehenen Lastfall verwenden. |
| Absetz- und Sicherungshilfe | Hält die abgestellte Baugruppe stabil. | Ausreichend bemessene Auflagen; die Baugruppe muss vor dem Lösen der Verbindung standsicher sein. |
Eine rechnerisch ausreichende Tragfähigkeit ist nur eine Voraussetzung. Der freigegebene Transportweg, geeignete Anschlagpunkte, freie Sicht beziehungsweise vereinbarte Verständigung und das Fernhalten von Personen aus dem Gefahrenbereich gehören ebenfalls zur Planung. Beschädigte oder nicht eindeutig identifizierbare Mittel werden nicht eingesetzt. Niemand hält sich unter schwebenden Lasten auf oder greift darunter. Realhub und Anschlagen bleiben den dafür befähigten, beauftragten Personen nach betrieblicher Regelung vorbehalten. In diesem Kurs zeichnest du den Lastfall und begründest die Auswahl; du hebst keine reale schwere Last. DGUV Regel 109-017, Auswahl und sichere Verwendung
Sicher demontieren und kontrolliert montieren
Gefährdungen vor dem ersten Handgriff erkennen
Vor der Arbeit klärst du, welche Energien und Bewegungen die Baugruppe gefährlich machen können. Dazu gehören elektrische Versorgung, Druck, Federspannung, heiße Teile und die Lageenergie angehobener Komponenten. Ein ausgeschalteter Antrieb beseitigt diese Gefahren nicht automatisch. Ein Not-Halt ersetzt keine erforderliche Energietrennung, Sicherung gegen unerwartetes Wiedereinschalten und Prüfung des sicheren Zustands. Die konkrete Durchführung richtet sich nach dem freigegebenen Verfahren und den Zuständigkeiten. BetrSichV § 10 DIN EN ISO 14118:2018-07, Anwendungsbezug
Restenergie kann auch nach dem Abschalten vorhanden sein. Ein durch einen Zylinder hochgehaltenes Teil kann beispielsweise absinken, wenn Druck verloren geht. In der Planung muss daher feststehen, wie es sicher abgestützt wird und wer den Zustand prüft. An elektrischen Einrichtungen, Druckspeichern und gespannten Baugruppen arbeitest du nicht eigenständig. Wenn ein unerwarteter Widerstand oder eine neue Gefährdung auftritt, unterbrichst du die Arbeit und klärst den Zustand mit der verantwortlichen Fachperson. DGUV Information 209-015, Ausgabe Juni 2026
| Beobachtung am Lern- oder Arbeitsobjekt | Mögliche Folge | Planungsentscheidung |
|---|---|---|
| Ein Arm wird nur noch von einem Bolzen gehalten. | Nach dem Ziehen kann er kippen oder fallen. | Arm vor dem Lösen unabhängig und standsicher abstützen; gefährlichen Bereich freihalten. |
| Unbekannte Feder oder unter Druck stehende Leitung. | Unkontrollierte Bewegung oder austretendes Medium. | Arbeit nicht beginnen; zuständige Fachperson und freigegebenes Verfahren erforderlich. |
| Grat oder scharfe Blechkante. | Schnittverletzung bei der Handhabung. | Kante beurteilen, geeignete Handhabung und gegebenenfalls freigegebene Entgratung vorsehen. |
| Ein Werkzeug rutscht oder ist beschädigt. | Verletzung, beschädigte Schraube oder unkontrollierter Kraftstoß. | Passendes, einwandfreies Werkzeug auswählen; nicht durch mehr Kraft kompensieren. |
| Ein Teil lässt sich nur mit unerwartet hoher Kraft lösen. | Verdeckte Sicherung, Verspannung oder falscher Ansatzpunkt. | Sicheren Zustand erhalten und Ursache klären; Demontageplan überprüfen. |
| Reiniger oder ausgelaufenes Öl im Arbeitsbereich. | Hautkontakt, Rutschgefahr oder Umweltbelastung. | Sicherheitsdatenblatt, Betriebsanweisung und vorgesehenes Auffang- und Sammelsystem beachten. |
Die Tabelle ist eine Orientierung für das Lernen, keine vollständige betriebliche Gefährdungsbeurteilung. Für die reale Instandhaltung müssen unter anderem Beauftragung, Unterweisung, Verantwortlichkeit, geeignete Arbeitsmittel und sichere Zugänge geklärt sein. Bei minderjährigen Auszubildenden gelten zusätzliche Schutzvorgaben: Fachkundige Aufsicht allein macht nicht jede gefährliche Tätigkeit zulässig; die gesetzlichen Voraussetzungen der Ausbildungsausnahme müssen erfüllt sein. BetrSichV § 10 JArbSchG § 22
Werkzeuge und Prüfmittel passend auswählen
Ein Werkzeug verändert oder bewegt ein Teil, etwa ein Schraubenschlüssel. Ein Prüfmittel beurteilt eine Eigenschaft, etwa eine Bügelmessschraube oder Lehre. Ein Hilfsmittel unterstützt den Ablauf, etwa ein beschriftetes Teilebrett oder eine geeignete Auflage. Ein Werkzeug mit passendem Namen ist noch nicht automatisch geeignet: Arbeitsbereich, Geometrie, Zustand und die konkrete Anwendung müssen stimmen.
Für die Handarbeit spannst oder sicherst du das Werkstück so, dass du es nicht mit einer Hand gegen große Lösekräfte festhalten musst. Halte den Arbeitsbereich übersichtlich und die Griffwege frei. Schutzbrille und weitere persönliche Schutzausrüstung werden nach der jeweiligen Gefährdung ausgewählt. Handschutz ist tätigkeitsabhängig: Er kann bei scharfkantigen ruhenden Teilen sinnvoll sein, darf aber keine Einzugsgefahr an rotierenden Teilen erzeugen. Nutze die konkrete Betriebsanweisung. DGUV Information 209-001

Abzieher als Beispiel eines Demontagewerkzeugs: Die Kraft soll über geeignete Ansatzflächen kontrolliert eingeleitet werden. Das Foto enthält keine Angaben zu Tragfähigkeit oder zulässigem Einsatz. Foto: Nadinviki; vorhandener Beschnitt und Ausrichtung durch Hohum; CC BY-SA 4.0.
Ein Abzieher wird nach Bauteil, Ansatzmöglichkeit, erforderlichem Weg und Herstellergrenzen ausgewählt. Das Bild ist keine Handlungsanweisung für einen Abziehversuch. Übertragen auf Wälzlager gilt ein wichtiger Grundsatz: Montagekräfte dürfen nicht schädigend über die Wälzkörper geleitet werden; beim fest gepassten Ring muss die Kraft passend eingeleitet werden. Thermische, hydraulische und hoch belastete Verfahren gehören in den freigegebenen Fachprozess. Schaeffler: Einbau von Wälzlagern, Herstellerinformation
Demontage als geplanter Befundprozess
Beginne mit der Funktionszuordnung und einem dokumentierten Ausgangszustand. Kennzeichne Lage und Zuordnung, soweit die Anleitung dies erlaubt. Stelle die Abstützung sicher, bevor du tragende oder lagebestimmende Verbindungen löst. Halte für Verschmutzungen, auslaufende Hilfsstoffe und kleine Sicherungsteile geeignete Behälter bereit. Teile werden geordnet abgelegt und anschließend auf Wiederverwendbarkeit geprüft.
Die umgekehrte Montagereihenfolge kann ein Ausgangspunkt sein, ersetzt aber keinen Demontageplan. Durch Verschleiß, Korrosion, Verspannung oder zwischenzeitliche Änderungen kann der tatsächliche Zustand abweichen. Ein sicherer Ablauf benennt deshalb für kritische Schritte ausdrücklich: Was hält das Teil danach? Welche Energie könnte frei werden? Woran erkenne ich, dass ich stoppen muss?
Bei der anschließenden Montage werden freigegebene, identifizierte Teile verwendet. Funktionsflächen werden nach Vorgabe vorbereitet, Teile ohne schädigende Zwangskräfte ausgerichtet, Verbindungen nach Anweisung gefügt und Sicherungen kontrolliert. Plane Zwischenprüfungen, solange die betreffende Stelle noch zugänglich ist. Eine verdeckte Sicherung erst nach dem vollständigen Zusammenbau zu prüfen, kann unnötige erneute Demontage verursachen.
Sichere Alternative für das selbstständige Lernen
Verwende einen Kartonaufbau oder leichte, entgratete Modellteile mit Kunststoffschrauben und einem von Hand steckbaren Modellbolzen. Die Teile liegen gesichert auf einem Tisch; es gibt keinen Antrieb, keine angehobene Last, keinen Druckspeicher und keine gespannte Feder. Drehmomente, enge Maßtoleranzen und Lasttransport werden mit Datenkarten beziehungsweise am Bildschirm bearbeitet. Am Modell werden nur Reihenfolge, Zuordnung, Erreichbarkeit und die Funktion der Sicherung gezeigt. Zahlen aus den Rechenaufgaben werden dabei nicht als reale Belastungen aufgebracht.
Praxisauftrag: Einen Schwenkanschlag prüfen und wieder montieren
Auftrag, Funktion und eindeutige Übungsgrenzen
Fiktiver Auftrag K6-024: Ein schwenkbarer Anschlag einer Vorrichtung hat zu viel Spiel. Du sollst die Baugruppe identifizieren, demontieren, den Befund bewerten, die geeigneten Teile wieder montieren und die Funktion dokumentiert prüfen. Die Grundplatte trägt eine verschraubte Gabelkonsole. Ein Steckbolzen verbindet die Gabel mit dem Schwenkarm. Ein verschiebbarer Klemmblock am Arm stellt die Anschlagposition ein. Der Bolzen besitzt eine separate axiale Sicherung. Keine dieser Beschreibungen ist eine Bauanleitung für ein tragendes oder sicherheitsrelevantes Produkt.
Alle folgenden Maße, Massen, Zeiten und Drehmomente sind eigens festgelegte Übungsdaten. Sie stehen für eine fiktive Zeichnung K6, Revision B, und dürfen nicht an einer realen Anlage als Herstellerfreigabe verwendet werden. Die praktische Alternative ist das leichte Tischmodell aus dem vorigen Kapitel. Eine Metallausführung wäre nur mit eigener geeigneter Konstruktion, Gefährdungsbeurteilung, tatsächlichen Herstellerunterlagen und fachkundiger Freigabe zulässig.
| Position | Teil und Anzahl | Vorgegebene Information |
|---|---|---|
| P1 | Eine Grundplatte | 250 × 120 × 8 mm; vier durchgehende Bohrungen Ø 9 mm; Werkstoffdichte für die Rechnung 7,85 kg/dm³. |
| P2 | Eine vorgefertigte Gabelkonsole | Masse 1,150 kg; lichte Gabelweite 40,00 ± 0,10 mm; beide Bolzenbohrungen jeweils 12,020 bis 12,040 mm. |
| P3 | Ein Schwenkarm | Masse 0,850 kg; Einbaubreite 39,50 ± 0,10 mm; Bolzenbohrung 12,020 bis 12,040 mm. |
| P4 | Ein Steckbolzen | Masse 0,102 kg; zulässiger Durchmesser 11,980 bis 11,990 mm; axiale Sicherung laut Übungsstückliste. |
| P5 | Ein Klemmblock | Masse 0,050 kg; verschiebbar auf der Führung des Arms; Klemmung über vorgegebenen Klemmhebel. |
| P6 | Ein Verbindungssatz | Gesamtmasse 0,180 kg; vier Schrauben M8 × 30 mit zugehörigen Muttern und Scheiben sowie Klemmhebel und Bolzensicherung. |
Für die reine Ablaufsimulation sind 18 N·m für die vier Befestigungsschrauben und 2 N·m für den Klemmhebel vorgegeben. Es gilt der ebenfalls fiktiv festgelegte Oberflächenzustand ohne zusätzlich aufgetragenen Schmierstoff. Die Anziehfolge der vier nummerierten Befestigungen lautet im Datensatz 1–3–2–4, zunächst ausrichten und anlegen, anschließend endgültig nach Vorgabe anziehen. In einer echten Montage wären Werte, Reihenfolge und Oberflächenzustand baugruppenspezifisch zu prüfen. Am Kunststoffmodell wird lediglich handfest nach Modellvorgabe gefügt; dort werden diese Drehmomente nicht aufgebracht. Die vier Befestigungsschrauben sind in Draufsicht im Uhrzeigersinn zugeordnet: 1 oben links, 2 oben rechts, 3 unten rechts und 4 unten links. Die feste Modellmarke K auf dem Arm bezeichnet die vorgegebene Anschlagposition.
Prüfbare Auftragsziele: richtige Teilekennung und Revision; unbeschädigte Funktionsflächen; zulässige Maße; vollständige axiale Bolzensicherung; freie manuelle Bewegung des Arms im Modell; Übereinstimmung der Vorderkante des Klemmblocks mit der festen Modellmarke K bei betätigter Klemmung; dokumentierte Bearbeitung aller vier Schraubstellen; vollständiges Prüf- und Befundprotokoll. Eine reale Belastungs- oder Festigkeitsprüfung gehört nicht zu diesem fiktiven Funktionsnachweis.
Masse und Gewichtskraft vollständig berechnen
Volumen der unbebohrten Grundplatte: V_0 = 250 · 120 · 8 = 240 000 mm³. Für jede zylindrische Bohrung ist V_B = π · d² / 4 · t. Für vier Bohrungen ergibt sich V_B,gesamt = 4 · π · 9² / 4 · 8 = 2 035,75 mm³. Senkungen und andere Aussparungen sind in diesem Datensatz nicht vorhanden.
Netto: V = 240 000 − 2 035,75 = 237 964,25 mm³ = 0,23796425 dm³. m_Grundplatte = 0,23796425 · 7,85 = 1,86802 kg. Die übrigen angegebenen Massen ergeben 1,150 + 0,850 + 0,102 + 0,050 + 0,180 = 2,332 kg. Gesamtmasse m = 1,86802 + 2,332 = 4,20002 kg, sinnvoll gerundet 4,20 kg.
F_G = 4,20002 · 9,81 = 41,20 N. Die Grundplatte bleibt in der Berechnung knapp leichter als die unbebohrte Platte mit 1,884 kg; das ist eine Plausibilitätskontrolle. Digitale Gegenrechnung: Eingabemaße in mm, Zylindervolumen abziehen, in dm³ umrechnen, erst dann mit kg/dm³ multiplizieren und die Einzelmassen addieren. Die berechnete Masse allein entscheidet noch nicht über eine ergonomisch sichere Handhabung; Greifbarkeit, Lage, Häufigkeit und Arbeitsumgebung kommen hinzu.
Spiel berechnen und den Fehler erkennen
Für jede der drei Bohrungen beträgt das kleinste zulässige diametrale Spiel S_min = 12,020 − 11,990 = 0,030 mm; das größte S_max = 12,040 − 11,980 = 0,060 mm. Für das axiale Spiel zwischen Arm und Gabel gilt als eigene Maßkette: E_min = 39,90 − 39,60 = 0,30 mm und E_max = 40,10 − 39,40 = 0,70 mm. Die Axialsicherung verhindert das Herauswandern des Bolzens; sie soll nicht unbeabsichtigt das Gelenk festklemmen.
| Prüfmerkmal | Vorgegebene Istwerte der Datenkarte | Beurteilung |
|---|---|---|
| Gabelbohrungen | 12,028 mm und 12,030 mm | Beide liegen zwischen 12,020 und 12,040 mm. |
| Armbohrung | 12,029 mm | Liegt im erlaubten Bereich. |
| Alter Bolzen | Kleinstes relevantes Maß 11,950 mm; Verschleißspur sichtbar | Unterhalb 11,980 mm: sperren, nicht wieder einbauen. |
| Freigegebener Ersatzbolzen | 11,986 mm an allen vorgesehenen Messstellen | Im zulässigen Bereich; Kennung stimmt mit Revision B überein. |
| Gabelweite und Armbreite | 39,95 mm und 39,58 mm | Beide Einzelmaße zulässig; axiales Istspiel 39,95 − 39,58 = 0,37 mm. |
| Verbindungsmittel | Keine beschädigten Gewinde im Übungsdatensatz; vorgeschriebene neue Sicherung liegt bereit | Identität und Verwendungsregel prüfen, dann für die Simulation bereitstellen. |
| Klemmblockposition und Modellfunktion | Fiktiver Befund: Vorderkante an Marke K; Arm im Modellweg frei beweglich; Axialsicherung vorhanden. | Die vorgegebenen Modellkriterien sind erfüllt; kein realer Last- oder Festigkeitsnachweis. |
Mit dem alten Bolzen ergibt sich an der kleinsten Bohrung bereits 12,028 − 11,950 = 0,078 mm diametrales Spiel. Das überschreitet das hier zulässige Maximum von 0,060 mm. Einfach stärkeres Anziehen an einer anderen Stelle beseitigt den Verschleiß nicht. Mit dem Ersatzbolzen ergeben die drei Bohrungen 0,042 mm, 0,044 mm und 0,043 mm; die Paarungen liegen im vorgegebenen Spielbereich. Die Entscheidung lautet deshalb: alte P4 sperren, passende Ersatz-P4 verwenden und erneut prüfen.
Die Tabellenwerte sind vorgegebene Lerndaten, keine tatsächlich ausgeführten Messungen. Bei einer realen Prüfung wären Messstellen, Temperaturbedingungen, Geräteeignung und Messunsicherheit zusätzlich festzulegen. Eine Stelle allein beschreibt einen möglicherweise ovalen oder konischen Bolzen nicht vollständig.
Werkzeugwahl und Momentenrechnung
Für die Simulation wählst du passende Schraubwerkzeuge und Gegenhaltemöglichkeiten, ein geeignetes Drehmomentwerkzeug für 18 N·m und ein entsprechend geeignetes für 2 N·m. Ein Werkzeugbereich von 20 bis 220 N·m wäre für beide Werte ungeeignet. Für die engen Durchmessergrenzen planst du ein geeignetes Außenmessgerät und ein geeignetes Innenmessverfahren; für das axiale Spiel eine geeignete direkte oder indirekte Prüfung. Die konkrete Messmittelauswahl wird mit Auflösung, Fehlergrenzen und Prüfstatus begründet.
Rechenfrage zum Hebelprinzip: Bei einem vorgegebenen wirksamen Hebelarm von 0,20 m und einem senkrechten Kraftangriff ergibt sich für 18 N·m eine Kraft F = M / l = 18 / 0,20 = 90 N. Dieser Wert dient nur der Rechnung. Das kontrollierte Anziehen erfolgt in der realen Arbeit mit dem dafür vorgesehenen Verfahren, nicht durch Schätzen der Handkraft.
Arbeitsplan mit Haltepunkten
| Schritt und Übungszeit | Tätigkeit | Werkzeug oder Unterlage | Nachweis und Haltepunkt |
|---|---|---|---|
| A · 8 min | Auftrag, Zeichnung und Stückliste abgleichen; Funktion skizzieren. | Fiktive Unterlagen K6, Revision B. | Positionsskizze; bei unpassendem Stand keine Fortsetzung. |
| B · 10 min | Arbeitsplatz und sicheren Modellzustand prüfen; Ablage vorbereiten. | Tischauflage, Teilefächer, Kennzeichnung. | Keine Antriebe, Lasten oder gespeicherte gefährliche Energie im Modell. |
| C · 12 min | Ausgangszustand erfassen; Arm unterstützen; Verbindungen nach geplantem Ablauf lösen. | Geeignete Modellwerkzeuge und Ablageplan. | Teilezuordnung erhalten; Bolzensicherung erst lösen, wenn der Arm unabhängig gehalten ist. |
| D · 12 min | Bauteile identifizieren, Datenkarte auswerten und Teileentscheidung treffen. | Soll-Ist-Tabelle und Befundblatt. | Alter Bolzen gesperrt; Ersatz eindeutig zugeordnet. |
| E · 15 min | Gabel auf Grundplatte ausrichten und Befestigungen nach Plan simulieren. | Passende Werkzeuge; im Datensatz 18 N·m. | Vier dokumentierte Schraubstellen; am Tischmodell nur vorgesehene Handmontage. |
| F · 8 min | Arm ausrichten, Ersatzbolzen stecken und Axialsicherung nach Modellvorgabe anbringen. | Leichter Modellbolzen und Sicherung. | Bolzen gesichert, Arm nicht eingeklemmt. |
| G · 10 min | Klemmblock positionieren und Klemmvorgang simulieren. | Klemmhebel; im Datensatz 2 N·m. | Position dokumentiert; Modellfunktion ohne reale Last. |
| H · 10 min | Maße, vollständige Montage und Funktion vergleichen. | Prüfplan und Messdatenkarte. | Spielwerte zulässig; freies Schwenken und Sicherung kontrolliert. |
| I · 10 min | Wiederverwendung, Ersatz und Abfallwege dokumentieren. | Befundliste und betrieblicher Entsorgungsplan als Lernvorlage. | Gesperrtes Teil bleibt getrennt; Hilfsstoffe korrekt zugeordnet. |
| J · 5 min | Ergebnis übergeben und Verbesserung benennen. | Kurze Präsentation und Prüfprotokoll. | Fachlich begründete Entscheidung; keine reale Inbetriebnahmefreigabe. |
Die Zeiten ergeben 100 Minuten für diese ausgearbeitete Übungssequenz. Sie sind Planwerte für den beschriebenen Lernauftrag und kein Richtwert für betriebliche Stückzeiten. In einer Tabellenkalkulation werden Zeitwerte als Minuten geführt; bei zehn Wiederholungen kommen einmalige Vorbereitung und tatsächlich wiederholte Arbeitsschritte nicht automatisch zehnfach vor. So erkennst du den Unterschied zwischen einem einfachen Summenplan und einer realistischen Ablaufplanung.
Fertiges Arbeitsergebnis und Bewertungsraster
Ergebnis des erläuterten Datensatzes: Die Baugruppe ist mit zulässigem Ersatzbolzen vollständig zugeordnet. Das diametrale Istspiel liegt je nach Bohrung bei 0,042 bis 0,044 mm; das axiale Istspiel beträgt 0,37 mm. Der alte Bolzen bleibt gesperrt. Das Protokoll enthält die simulierten Anziehschritte, die kontrollierte Sicherung und den Modell-Funktionsbefund. Unter diesen Übungsannahmen kann der Lernauftrag abgeschlossen werden. Aus diesen Daten folgt keine Freigabe für den Einsatz eines realen Anschlags. Im fiktiven Funktionsbefund stimmt die Vorderkante des Klemmblocks mit Marke K überein; der Arm lässt sich im vorgesehenen Modellweg ohne Klemmen bewegen.
| Bewertungskriterium | Maximalpunkte | Woran volle Leistung erkennbar ist |
|---|---|---|
| Auftragsanalyse und Zeichnungsverständnis | 15 | Funktion, Teile, Revision und prüfbare Ziele korrekt benannt; Funktionsskizze nachvollziehbar. |
| Sicherheit und Ablaufplanung | 20 | Gefährdungen und Zuständigkeiten passend erkannt; Abstützung, Haltepunkte und Modellgrenzen begründet. |
| Berechnungen | 20 | Masse, Gewichtskraft, beide Spielarten und Momentenrechnung mit Einheiten, Rechenweg und Plausibilitätskontrolle richtig. |
| Demontage und Montagebegründung | 20 | Teilezuordnung erhalten; verschlissenen Bolzen erkannt; Reihenfolge, Werkzeuge und Sicherungen fachlich begründet. |
| Prüfung und Dokumentation | 15 | Soll-Ist-Vergleich vollständig; Lerndaten als solche gekennzeichnet; Freigabeumfang korrekt abgegrenzt. |
| Nachhaltigkeit und Reflexion | 10 | Teileentscheidung und Abfallwege begründet; ein konkreter Verbesserungsvorschlag mit Wirkung benannt. |
Vergabe im Unterricht: Je Kriterium werden volle Punkte bei vollständiger nachvollziehbarer Leistung, die Hälfte bei im Kern richtiger Leistung mit wesentlichen Dokumentationslücken und null Punkte bei fehlendem oder grundlegend falschem Nachweis vergeben; Zwischenwerte werden begründet. Die Summe beträgt höchstens 100 Punkte. Als selbst gesetztes Kursziel gelten mindestens 70 Punkte insgesamt und mindestens die Hälfte der Maximalpunkte in jedem Bewertungskriterium. Eine sicherheitskritische Handlung führt zur sofortigen Unterbrechung und einer erneuten sicheren Bearbeitung; andere Punkte können sie nicht ausgleichen. Das Raster ist eine Lernhilfe und keine IHK-Notenskala.
Prüfen, wiederverwenden und digital dokumentieren
Messwerte in eine belastbare Entscheidung übersetzen
Messen liefert einen Zahlenwert, Lehren beurteilt beispielsweise eine zulässige Grenze ohne vollständigen Zahlenwert, und die Sichtprüfung beurteilt erkennbare Zustände wie fehlende Sicherungen oder beschädigte Oberflächen. Die Verfahren ergänzen sich. Ein leicht beweglicher Arm beweist kein korrektes Durchmessermaß; ein gutes Maß beweist keine vollständige Sicherung.
Eine geringe Anzeigeauflösung allein macht ein Messgerät nicht ausreichend genau. Prüfe Eignung, Zustand und betriebliche Prüfmittelüberwachung. Reinige Messflächen nach Vorgabe und nutze die vorgesehenen Messstellen. Wiederholte Messung an derselben Stelle erkennt keine Ovalität, wenn andere Richtungen nicht geprüft werden. Temperaturunterschiede, Grate, Schmutz oder schräger Ansatz können die Entscheidung beeinflussen.
Als eigene konservative Übungsregel akzeptieren wir einen Wert nur dann unmittelbar, wenn das für die Aufgabe angegebene Messunsicherheitsintervall vollständig innerhalb der Toleranz liegt. Beispiel: Soll 12,020 bis 12,040 mm; Messwert 12,028 mm mit vorgegebener Unsicherheit ± 0,003 mm. Das Intervall 12,025 bis 12,031 mm liegt vollständig darin. Bei 12,021 ± 0,003 mm reicht es bis 12,018 mm: Die Entscheidung ist mit dieser Übungsregel nicht eindeutig; geeigneter nachprüfen und zuständige Stelle beteiligen. Dies ist keine Wiedergabe einer normativen Konformitätsregel. Im Betrieb gilt die dort vereinbarte Entscheidungsregel.
| Feld im Prüfprotokoll | Beispiel für K6 | Warum es benötigt wird |
|---|---|---|
| Auftrag und Unterlagen | K6-024; Zeichnung K6; Revision B; Datenkarte B. | Der Nachweis muss zu genau dem bearbeiteten Stand passen. |
| Prüfmerkmal und Soll | Bolzendurchmesser 11,980 bis 11,990 mm. | Ein Messwert ohne zulässigen Bereich ermöglicht keine Beurteilung. |
| Istwert und Herkunft | 11,986 mm; vorgegebene Lerndaten, keine reale Messung. | Verhindert erfundene Messnachweise. |
| Methode und Messmittel | Geplantes Außenmessverfahren; im realen Fall Gerätekennung und Prüfstatus. | Die Eignung und Rückverfolgbarkeit des Verfahrens werden sichtbar. |
| Ergebnis und Abweichung | Ersatzbolzen passend; Altbolzen P4 gesperrt. | Die Teileentscheidung bleibt nachvollziehbar. |
| Verantwortung und Freigabeumfang | Lernteam A; fachliche Durchsicht durch Lehrkraft; nur Modellauftrag. | Eine Unterrichtsentscheidung wird nicht als betriebliche Produktfreigabe ausgegeben. |
Eine Schraubenmarkierung kann zeigen, dass ein Arbeitszustand markiert wurde, und spätere Veränderungen auffällig machen. Sie misst weder das tatsächlich aufgebrachte Drehmoment noch die Vorspannkraft. Auch ein nachträgliches „Knackenlassen“ ist ohne freigegebenes Prüfverfahren kein universeller Qualitätsnachweis und kann die Verbindung verändern. Dokumentiere den vorgesehenen Montageprozess und das dafür zulässige Prüfverfahren.
Befund, Wiederverwendung und Umwelt
Der Befund beschreibt den festgestellten Zustand, etwa „Durchmesser unter Mindestmaß“ oder „Gewinde beschädigt“. Er trennt Beobachtung und Schlussfolgerung. Danach wird entschieden: weiterverwenden, nach zulässiger Aufbereitung erneut prüfen, ersetzen oder entsorgen. Eine reine Sichtprüfung rechtfertigt nicht automatisch den Wiedereinbau eines maßlich oder funktional kritischen Teils.
Deutschsprachiges Fachvideo: Schaeffler – Aufbereitung von Wälzlagern, 3:12 Minuten, veröffentlicht am 14.12.2021. Das Herstellerangebot zeigt Aufbereitung als Alternative zum vollständigen Ersatz. Betrachte es unter der Frage, welche Untersuchung vor einer Wiederverwendungsentscheidung nötig ist. Aufbereitung bedeutet einen geeigneten Fachprozess; ein gereinigtes Teil ist dadurch noch nicht automatisch freigegeben.
| Befund im Lernfall oder Vergleichsfall | Begründete Entscheidung | Umwelt- und Qualitätsgedanke |
|---|---|---|
| Grundplatte maßlich passend, Oberfläche unbeschädigt | Nach Prüfung und zulässiger Reinigung wiederverwenden. | Material erhalten und unnötige Neufertigung vermeiden. |
| Bolzen unter Mindestmaß | Sperren und ersetzen; eine mögliche Aufbereitung nur nach freigegebenem Verfahren beurteilen. | Verschleiß nicht durch unnötigen Austausch aller Nachbarteile kompensieren. |
| Sicherung laut Anweisung nur einmal verwendbar | Vorgeschriebenes Ersatzteil verwenden. | Sicherheitsanforderung geht vor einer ungeeigneten Wiederverwendung. |
| Beschädigter Korrosionsschutz | Befund festhalten und passende Nacharbeit freigeben lassen. | Lebensdauer erhöhen, ohne Funktionsflächen oder Reibbedingungen willkürlich zu verändern. |
| Altöl und benutzter Reiniger | In den dafür vorgesehenen getrennten Sammelwegen behandeln. | Nicht in Ausguss, Boden oder gemeinsame Reststoffmischung geben. |
Die Altölverordnung enthält Vermischungsverbote und Anforderungen an die getrennte Entsorgung. Für die Lernwerkstatt bedeutet das: Stoff identifizieren, geeigneten gekennzeichneten Behälter und den betrieblichen Entsorgungsweg verwenden; Altöl nicht mit Reiniger oder anderen Abfällen vermischen. Für ölhaltige Tücher, Verpackungen und Metallteile gilt die jeweils zutreffende betriebliche Zuordnung. Ein Abfallschlüssel wird nicht allein aus dem Aussehen geraten. AltölV § 4
Digitale Unterstützung ohne Datenverlust oder Datenpreisgabe
Nutze digitale Werkzeuge dort, wo sie den Auftrag nachvollziehbarer machen: eine CAD-Ansicht für Teilezuordnung, eine Tabelle für Rechenwege und ein Formular für Prüfergebnisse. Ein QR-Code kann auf eine freigegebene Anleitung verweisen; er beweist weder deren Aktualität noch die korrekte Montage. Dokumentiere die tatsächlich verwendete Revision und bewahre freigegebene Änderungen nachvollziehbar auf. Die Ausbildungsordnung nennt den Umgang mit digitalen Unterlagen sowie Datenschutz und Informationssicherheit ausdrücklich. Anlage 4, Digitalisierung der Arbeit
Für diesen Kurs verwendest du ausschließlich erfundene Auftragskennungen und anonyme Teambezeichnungen. Keine Kundenzeichnungen, internen Betriebsfotos, Zugangsdaten oder echten Schülerleistungen werden in öffentliche Lernplattformen oder unfreigegebene KI-Dienste hochgeladen. Freigaben, Zugriffsrechte, Aufbewahrung und Sicherung richten sich im Betrieb nach den zuständigen Regeln. Ein automatischer Textvorschlag darf fehlende Istwerte oder Freigaben nicht erfinden.
Ergebnisse reflektieren und fachlich übergeben
Eine gute Übergabe nennt Funktion und Auftrag, gültige Unterlagen, durchgeführte Arbeiten, entscheidende Prüfergebnisse und verbleibende Einschränkungen. Im Fall K6 lautet die Kernaussage: „Der alte Bolzen unterschreitet sein Mindestmaß. Der Ersatz passt zu den angegebenen Bohrungen. Die Axialsicherung und Modellfunktion wurden nach Plan behandelt. Der Nachweis gilt für die Lernsimulation.“
Verbesserungen müssen eine konkrete Ursache treffen. Wenn Teile verwechselt wurden, hilft ein positionsbezogenes Ablagebrett. Wenn eine Sicherung später nicht mehr sichtbar ist, hilft ein früher Prüfhaltepunkt. Wenn die Montage lange dauert, weil Unterlagen fehlen, verbessert eine klare Revisionsablage den Ablauf. Sicherheits- und Prüfschritte werden dabei nicht ersatzlos gestrichen. Vergleiche vor und nach einer Änderung Zeit, Fehler und Verständlichkeit und begründe den Nutzen.
Interaktive Aufgaben
Bearbeite die Aufgaben nach den Fachkapiteln. Das Quiz und die Zuordnungsspiele geben ihre Rückmeldung innerhalb der jeweiligen Aufgabe. Nutze einen Fehlversuch zum erneuten Prüfen deines Rechenwegs oder deiner fachlichen Begründung. Es folgt bewusst keine offen vorangestellte Liste der Quizlösungen.
Quiz: Teste dein Wissen
1. Zeichnung und Stückliste tragen unterschiedliche Revisionsstände. Welche Vorgehensweise ist fachlich richtig? (Die zusammengehörigen freigegebenen Unterlagen klären und erst dann mit dem betroffenen Schritt fortfahren) (!Die Datei mit dem jüngsten Speicherdatum ohne weitere Prüfung verwenden) (!Die Zeichnung verwenden und abweichende Teile der Stückliste passend abändern) (!Die Montage durchführen und den Widerspruch erst bei der Übergabe erwähnen)
2. Ein verschiebbarer Klemmblock hält nach dem Anziehen auf einer Führung. Welches Wirkprinzip beschreibt die vorgesehene Haltewirkung? (Reibung zwischen angepressten Kontaktflächen) (!Formschlüssiger Eingriff eines Passbolzens in die Führung) (!Stoffschlüssige Verbindung zwischen Klemmblock und Führung) (!Ausschließlich das Eigengewicht des Klemmblocks ohne zusätzliche Anpressung)
3. Eine Anlage steht nach Betätigen des Not-Halts. Eine angehobene Baugruppe soll demontiert werden. Was ist daraus sicher ableitbar? (Die erforderliche Energietrennung und Sicherung gegen Absinken müssen zusätzlich nach dem freigegebenen Verfahren geklärt werden) (!Die angehobene Baugruppe kann ihre Lageenergie nicht mehr abgeben) (!Die Demontage darf beginnen sobald der Motor nicht mehr hörbar ist) (!Die Not-Halt-Taste übernimmt automatisch die mechanische Abstützung)
4. Eine Baugruppe hat eine Masse von 15 kg. Welche Gewichtskraft ergibt sich bei g gleich 9,81 N je kg? (147,15 N) (!15 N) (!1,53 N) (!1471,5 N)
5. Eine Kraft wirkt senkrecht am wirksamen Hebelarm von 0,30 m. Welche Kraft erzeugt ein Moment von 36 Nm? (120 N) (!10,8 N) (!12 N) (!108 N)
6. Eine Bohrung darf 25,010 bis 25,030 mm und ein Bolzen 24,980 bis 25,000 mm messen. Wie groß ist das kleinste diametrale Spiel? (0,010 mm) (!0,050 mm) (!0,030 mm) (!0,020 mm)
7. Eine Schraubenmarkierung wurde nach der Montage angebracht. Welche Aussage ist zutreffend? (Die Markierung dokumentiert einen markierten Zustand und ersetzt keinen Nachweis der Vorspannkraft) (!Die Markierung bestätigt allein dass das vorgeschriebene Anziehdrehmoment erreicht wurde) (!Die Markierung ersetzt den erforderlichen Prüfstatus des verwendeten Werkzeugs) (!Ein unveränderter Markierstrich beweist eine langfristig unveränderte Vorspannkraft)
8. Bei einem symmetrischen Zweistranggehänge wird bei gleicher Last der gleiche Neigungswinkel beider Stränge gegenüber der Vertikalen größer. Welche Tendenz gilt im statischen Modell? (Die erforderlichen Zugkräfte in den Strängen steigen) (!Jeder Strang trägt weiterhin eine Zugkraft von genau der Hälfte der Gewichtskraft) (!Die Zugkräfte sinken weil der Abstand der Anschlagpunkte größer wird) (!Die Zugkräfte bleiben gleich solange die Lastmasse gleich bleibt)
9. Ein digitales Messgerät zeigt drei Nachkommastellen. Was muss vor einer engen Toleranzprüfung zusätzlich beurteilt werden? (Eignung des Verfahrens sowie Gerätezustand und relevante Messunsicherheit) (!Die Anzeigeauflösung allein sobald die Einheiten korrekt eingestellt sind) (!Nur die Übereinstimmung zweier Anzeigen ohne Prüfung des Messverfahrens) (!Nur die Zahl der Wiederholungen unabhängig vom Gerätezustand)
10. Beim Reinigen einer demontierten Baugruppe fallen Altöl und benutzter Reiniger an. Welche Entscheidung passt zum vorgesehenen Umgang? (Die Stoffe identifizieren und über die dafür vorgesehenen getrennten Sammelwege entsorgen) (!Beide Stoffe gemeinsam sammeln weil sie von derselben Baugruppe stammen) (!Den Reiniger zur Verringerung der Viskosität dem Altöl beimischen) (!Beide Stoffe allein nach ihrer Farbe einer Sammelkategorie zuordnen)
Memory: Fachbegriffe und Bedeutung
Finde jeweils den Fachbegriff und die passende Erklärung. Jedes Paar beschreibt einen anderen Zusammenhang.
| Stückliste | Geordnete Aufstellung von Teilen und Mengen einer Baugruppe |
| Montageplan | Festgelegter Ablauf des Zusammenbaus mit erforderlichen Voraussetzungen |
| Vorspannkraft | Durch das Anziehen erzeugte Kraft im verspannten Verbindungssystem |
| Formschluss | Bewegungshemmung durch ineinandergreifende geometrische Formen |
| Befund | Dokumentierte Feststellung des untersuchten Bauteilzustands |
| Sperrkennzeichnung | Sichtbarer Hinweis gegen eine nicht freigegebene Weiterverwendung |
Drag-and-drop: Maßnahmen dem Ablauf zuordnen
Ordne die fünf Maßnahmen den jeweils passenden Situationen zu. Die Begriffe sind keine Ersatzanweisung für eine reale Maschine.
| Passende Maßnahme | Situation |
|---|---|
| Unterlagen klären | Zeichnung und Stückliste haben widersprüchliche Freigabestände |
| Unabhängig abstützen | Ein Gelenkarm würde nach dem Entfernen seines Bolzens frei werden |
| Bauteil sperren | Ein gemessener Bolzen unterschreitet die vorgeschriebene Mindestabmessung |
| Funktion prüfen | Die vorgesehenen Verbindungen und Sicherungen sind vollständig hergestellt |
| Ergebnis übergeben | Soll-Ist-Vergleich und Abweichungsentscheidung sind dokumentiert |
Kreuzworträtsel: Begriffe der Montage
| BOLZEN | Zylindrisches Verbindungselement, das beispielsweise ein Gelenk bilden kann |
| TOLERANZ | Differenz zwischen oberem und unterem zulässigem Grenzmaß |
| GEWICHTSKRAFT | Kraft aus Masse und örtlicher Fallbeschleunigung |
| DREHMOMENT | Drehwirkung einer Kraft um eine Achse |
| ABZIEHER | Werkzeug zum kontrollierten Lösen geeigneter fest sitzender Bauteile |
| PRÜFPLAN | Unterlage, die Merkmale, Sollwerte und vorgesehene Kontrollen festlegt |
LearningApps
Die folgende Einbindung führt zur thematischen Suche nach Montage und Demontage von Baugruppen. Sie ist keine eigens geprüfte Einzelübung. Die aktuellen Suchergebnisse konnten im Recherchezugang nicht zuverlässig abgerufen werden. Wähle deshalb nur fachlich passende Angebote nach Durchsicht mit deiner Lehrkraft; die verbindlichen Übungen dieses Kurses stehen unabhängig davon zur Verfügung. Für externe Dienste gelten deren Datenschutz- und Nutzungshinweise. Gib dort keine echten Schüler-, Kunden- oder Betriebsdaten ein.
Lückentext: Ein Auftrag wird nachvollziehbar
Offene Aufgaben
Erstelle die folgenden zwölf Lernprodukte. Nutze ausschließlich erfundene Daten und sichere Modelle. Fachkundige Aufsicht und betriebliche Freigabe sind erforderlich, sobald reale gefährliche Arbeiten betroffen wären; alternativ bleibt die Aufgabe vollständig auf Papier oder am Bildschirm. Die Rückmeldung erfolgt anhand des geforderten Produkts, der nachvollziehbaren Begründung und des Bewertungsrasters.
Leicht
- Funktionsskizze: Zeichne den Schwenkanschlag K6 mit seinen sechs Positionen, einer Bezugsfläche, der Schwenkrichtung und der axialen Sicherung. Ergänze zu jeder Position einen Satz zur Funktion. Prüfkriterium: Ein anderes Team kann jedes Bauteil eindeutig zuordnen.
- Musterlösung: P1 Grundplatte trägt die Baugruppe; P2 Gabel führt den Anschluss; P3 Arm schwenkt; P4 Bolzen bildet die Gelenkachse; P5 Klemmblock positioniert den Anschlag; P6 verbindet und sichert. Skizze mit Bezug Unterseite P1, Schwenkpfeil und axialer Bolzensicherung. Die Positionsnummern entsprechen der vorhandenen Übungsstückliste, nicht einer neu erfundenen Baugruppe.
- Teilebrett: Entwirf ein beschriftetes Ablagebrett für die Demontage und eine Stückliste dazu. Zeige getrennte Bereiche für verwendbare, gesperrte und zu ersetzende Teile. Begründe, weshalb Markierungen auf Funktionsflächen problematisch sein können.
- Erwartungshorizont: Sechs eindeutig bezeichnete Ablagepositionen plus getrennte Statusfelder verwendbar/gesperrt/ersetzen. Alter P4 gehört nach Datenkarte in „gesperrt“, Ersatz-P4 wird eindeutig zugeordnet. Funktionsflächen nicht durch Körnen oder ungeeignete Markierung beschädigen. Die Kennzeichnung muss Zuordnung und Zustand erhalten; das Brett ist kein Nachweis tatsächlicher Maßhaltigkeit.
- Verbindungskarten: Erstelle drei Bild-Text-Karten zu Schraub-, Klemm- und Steckverbindung. Nenne jeweils Haltewirkung, Sicherungsbedarf und einen typischen Fehler. Verwende eigene Zeichnungen oder korrekt attribuierte offene Bilder.
- Musterlösung: Schraubverbindung erzeugt bei geeigneter Auslegung Vorspannung; Klemmung hält überwiegend durch Reibung; Steckbolzen überträgt Kräfte über seine geometrische Zuordnung und braucht eine passende axiale Sicherung. Typische Fehler: ungeprüfter Anziehwert, veränderte Reibbedingungen, fehlende Bolzensicherung. Keine allgemein gültigen Anziehmomente aus der Verbindungsart allein ableiten.
- Fotofolge am Tischmodell: Gestalte vier bis sechs eigene Bilder eines sicheren, antriebslosen Modells oder einer Papierdarstellung. Zeige Zuordnung, Abstützung, Fügen und Prüfen. Es werden keine Personen und keine vertraulichen Gegenstände abgebildet.
- Erwartungshorizont: Bildfolge: Teile/Revision zuordnen → leichten Arm unterstützen → Modell fügen → vorgesehene Sicherung kontrollieren → Modellfunktion prüfen. Beschriftung nennt den Haltepunkt und die sichere Modellgrenze. Eine Fotofolge darf keine reale Last oder gefährliche Energie simulieren, indem sie Schutzmaßnahmen weglässt; eine Papierfolge ist gleichwertig für die Ablaufplanung.
Standard
- Montage und Demontage planen: Erstelle für K6 je einen Montage- und Demontageplan mit Werkzeugen, Prüfmitteln und mindestens drei begründeten Haltepunkten. Kennzeichne, welche Arbeiten am Tischmodell gezeigt und welche nur mit Daten simuliert werden. Prüfe den Plan im Partnervergleich auf eine Stelle, an der ein Teil seine Abstützung verlieren könnte.
- Musterlösung: Haltepunkte vor Demontage: Unterlagen passend und Modell sicher; vor Lösen der Sicherung: Arm unabhängig unterstützt; vor Wiederverwendung: Bolzenentscheidung; vor Abschluss: Sicherung und Funktion geprüft. Montage und Demontage erhalten jeweils eigene Reihenfolge. Drehmomente und Belastungen bleiben Datenübungen; das leichte Tischmodell wird nur nach seiner freigegebenen Anleitung gehandhabt.
- Digitale Gegenrechnung: Baue eine Tabelle für die Grundplattenmasse einschließlich Bohrungsabzug, die Gesamtmasse, Gewichtskraft und Hebelrechnung. Ändere die Plattendicke versuchsweise von 8 auf 10 mm und begründe die Auswirkungen. Liefere Formeln, Einheiten und eine von Hand kontrollierte Ergebniszeile.
- Musterlösung: Bei 8 mm Dicke: Nettovolumen (250·120·8 − 4π·4,5²·8)/1.000.000 ≈ 0,237964 dm³; Plattenmasse 1,86802 kg, Gesamtmasse 4,20002 kg, Gewichtskraft 41,20 N. Bei 10 mm: Plattenmasse 2,33502 kg, Gesamtmasse 4,66702 kg, Gewichtskraft 45,78 N. Momentenbeispiel bleibt 18 N·m/0,20 m = 90 N. Mehr Masse beweist keine größere zulässige Tragfähigkeit.
- Abweichungsbericht: Verfasse zum verschlissenen Bolzen einen kurzen Bericht mit Sollwert, Istwert, Befund, Teileentscheidung und erforderlicher Wiederholungsprüfung. Trenne die Datenkarte von eigenen Messungen. Ergänze, welche weiteren Messstellen bei einem real verschlissenen Bolzen nötig wären.
- Musterlösung: P4-Soll 11,980–11,990 mm, Datenkartenminimum 11,950 mm: um 0,030 mm unter Mindestmaß, Teil sperren. Kleinste vorhandene Bohrung 12,028 mm ergibt 0,078 mm Spiel, mehr als 0,060 mm. Ersatzbolzen 11,986 mm liefert 0,042–0,044 mm. Real zusätzlich mehrere axiale Positionen und Winkelrichtungen prüfen, um Konizität/Ovalität zu erfassen.
- Fachgespräch: Führe mit einer dazu bereiten Lehrkraft oder ausbildenden Fachperson ein kurzes Gespräch über einen Montagefehler, eine Prüfentscheidung und einen freigegebenen digitalen Arbeitsablauf. Notiere nur anonymisierte, allgemein freigegebene Aussagen. Alternativ bearbeitet ihr diese Rollen als erfundenes Fachgespräch. Ergebnis: fünf Kernaussagen mit eigener fachlicher Einordnung.
- Mögliche fünf Kernaussagen: Revision vor Arbeit prüfen; Arm vor Sicherungslösung unterstützen; verschlissenen Bolzen nicht durch stärkeres Anziehen kompensieren; Prüfmittel zur Toleranz wählen; Änderungen nachvollziehbar dokumentieren. Ordne jede Aussage einem Befund oder einer Entscheidung zu. Ein erfundenes Rollengespräch bleibt als solches bezeichnet und wird keiner realen Fachkraft zugeschrieben.
Schwer
- Konstruktionsänderung beurteilen: Eine neue Datenkarte nennt für die Gabelweite 40,00 ± 0,10 mm und für eine geänderte Armbreite 39,95 ± 0,10 mm. Bestimme die möglichen axialen Spielwerte und beurteile, ob die Bewegung stets möglich ist. Entwickle eine begründete Rückmeldung an die fiktive Arbeitsvorbereitung; ändere die Zeichnung nicht eigenmächtig.
- Musterlösung: Gabel 39,90–40,10 mm, Arm 39,85–40,05 mm. Kleinstes Spiel 39,90 − 40,05 = −0,15 mm; größtes 40,10 − 39,85 = 0,25 mm. Negative Werte bedeuten mögliche Überschneidung/Klemmung. Freie Bewegung ist nicht für jede Kombination gesichert. Arbeitsvorbereitung über den Konflikt informieren; keine eigenmächtige Zeichnungsänderung.
- Transportplanung simulieren: Vergleiche beim 180-kg-Papiermodell die Schwerpunktlagen 0,45 m und 0,80 m von Auflager A bei 1,20 m Abstand. Berechne jeweils beide vertikalen Auflagerreaktionen und erläutere, weshalb daraus noch keine Auswahl geneigter Anschlagmittel folgt. Erstelle eine Liste der zusätzlich erforderlichen Hersteller- und Einsatzdaten. Es findet kein realer Hub statt.
- Musterlösung: Gewichtskraft 180 · 9,81 = 1.765,8 N. Mit F_B = F_G · x/1,20 und F_A = F_G − F_B: bei x = 0,45 m F_B = 662,18 N, F_A = 1.103,63 N; bei x = 0,80 m F_B = 1.177,20 N, F_A = 588,60 N. Für geneigte Anschlagmittel fehlen Winkel, Anschlagpunkte, Geometrie, Tragfähigkeiten und Einsatzvorgaben. Kein realer Hub.
- Teileentscheidung vergleichen: Vergleiche Wiederverwendung, fachgerechte Aufbereitung und Ersatz einer frei gewählten fiktiven Baugruppe. Entwickle eine Entscheidungsmatrix aus Funktion, Prüfbarkeit, Materialverbrauch, Arbeitsaufwand und Abfallwegen. Wende sie auf mindestens drei konkrete Befunde an; eine sicherheitswidrige Variante scheidet unabhängig von ihren Kosten aus.
- Musterlösung: Unbeschädigtes maßhaltiges Teil: Wiederverwendung nach Prüfung möglich. Verschmutztes, sonst geeignetes Teil: freigegebene Aufbereitung plus Nachprüfung. Bolzen unter Mindestmaß: sperren und zulässigen Ersatz vorsehen. Vergleiche erst die technisch zulässigen Varianten nach Aufwand/Ressourcen. Eine schlechte Prüfbarkeit darf nicht durch geringe Kosten verdeckt werden.
- Montageanleitung als Lernmedium: Produziere ein zwei- bis dreiminütiges Erklärvideo oder eine kommentierte Präsentation zum sicheren Tischmodell. Verbinde Funktionsskizze, Revisionsstand, drei Haltepunkte, eine Rechnung und das Prüfprotokoll. Gib Medienlizenzen an und lasse ein anderes Team die Verständlichkeit anhand des Bewertungsrasters beurteilen; veröffentliche keine personenbezogenen oder vertraulichen Daten.
- Erwartungshorizont: Medium zeigt K6 Revision B, eindeutige Teile, drei Haltepunkte, eine nachgerechnete Größe und Soll-Ist-Urteil zum Bolzen. Abschluss nennt Modellgrenze, Nachprüfung und dokumentierte Verbesserung aus Partnerfeedback. Eigene Bilder/Lizenzen aufführen. Es werden weder tatsächliche Montage- noch Lastprüfungen behauptet, wenn nur Datenkarten verwendet wurden.


Lernkontrolle
Bearbeite diese sechs Transferaufgaben ohne die Musterrechnungen zu kopieren. Gib bei Zahlen immer Ansatz, Einheit, Ergebnis und Plausibilitätsprüfung an. Bei Entscheidungen müssen Befund, Begründung und nächster zulässiger Schritt erkennbar sein. Eine Lehrkraft oder ein Lernpartner gibt Rückmeldung anhand dieser Kriterien; ein unklarer Nachweis wird gezielt nachgearbeitet.
- Widersprüchliche Unterlagen: Eine neue Stückliste nennt eine geänderte Bolzensicherung, die vorhandene Zeichnung zeigt die alte Ausführung. Erkläre die Auswirkungen auf Montage, Prüfung und Teilebestellung. Formuliere eine präzise Rückfrage und begründe den Haltepunkt.
- Veränderter Schmierzustand: Ein Team möchte eine bislang nach festgelegtem Zustand montierte Schraubenverbindung zusätzlich ölen und das bisherige Drehmoment beibehalten. Analysiere die mögliche Wirkung auf Reibung und Vorspannkraft und benenne die erforderliche fachliche Klärung.
- Zwei Größen auseinanderhalten: Berechne die Gewichtskraft einer Baugruppe mit 36 kg und die senkrechte Kraft für 25 N·m an 0,20 m Hebelarm. Erkläre, warum die beiden Ergebnisse verschiedene Fragen beantworten und warum daraus keine Schraubenfreigabe folgt.
- Grenzfall prüfen: Eine Bohrung ist mit 16,012 bis 16,030 mm und ein Bolzen mit 15,985 bis 16,000 mm vorgegeben. Bestimme kleinstes und größtes diametrales Spiel. Ein Messwert nahe einer Grenze hat eine Unsicherheit von ± 0,004 mm; beschreibe anhand eines selbst gewählten konkreten Grenzfalls die zusätzliche Entscheidungsfrage.
- Fehlerursachen unterscheiden: Nach einer Montage bewegt sich der Arm schwer. Diskutiere mindestens vier unterschiedliche Ursachen, etwa falsches Teil, zu kleines Spiel, fehlende Fluchtung oder unzulässige Klemmung. Ordne jedem Verdacht eine geeignete Prüfung zu und entwickle eine sichere Reihenfolge der Diagnose.
- Befund und Nachhaltigkeit: Ein gereinigtes Teil sieht gut aus, hat aber unbekannte Einsatzgeschichte und keine verlässliche Kennzeichnung. Begründe, welche Informationen für Wiederverwendung fehlen, wie du das Teil bis zur Entscheidung behandelst und welche Dokumentation für eine Übergabe erforderlich ist.
Lernnachweis
Dein konkreter Lernnachweis ist eine zusammenhängende Montageakte K6 mit Positionsskizze, Stück- und Ablageliste, Montage- und Demontageplan, Gefährdungsbetrachtung, Rechenblatt, Soll-Ist-Protokoll, Teileentscheidung und einer kurzen fachlichen Übergabe. Füge eine Versionsübersicht und eine eigene Reflexion an: Welche Abweichung hast du erkannt, wie hast du entschieden und welche Verbesserung würde einen erneuten Fehler verhindern?
| Nachweisart | Woran die Kompetenz erkennbar wird |
|---|---|
| Wissen und Verständnis | Du erklärst Verbindungstypen, Sicherungen, Toleranzen, Masse, Kraft und Moment in eigenen Worten. |
| Planung und Begründung | Du ordnest Arbeitsschritte funktional und sicher, begründest Hilfsmittel und setzt Haltepunkte. |
| Praktisches Modellprodukt | Teile sind zugeordnet und gesichert; die geforderte Modellfunktion ist nachvollziehbar vorgeführt. |
| Rechnerisches Produkt | Rechenwege, Einheiten, vorgegebene Werte und digitale Gegenrechnung passen zusammen. |
| Prüf- und Qualitätsentscheidung | Du unterscheidest Lerndaten, eigene Beobachtung und reale Messung und leitest eine begründete Teileentscheidung ab. |
| Transfer und Verantwortung | Du erkennst Grenzen deiner Befähigung, beziehst passende Fachpersonen ein und schützt Daten und Ressourcen. |
Nutze das 100-Punkte-Raster des Praxisauftrags. Überarbeite Rückmeldungen so, dass die Änderung im Nachweis sichtbar bleibt. Eine rein digitale Bearbeitung kann Analyse, Planung, Rechnung und Dokumentation nachweisen. Reale praktische Fertigkeiten müssen zusätzlich unter geeigneten Bedingungen beobachtet werden; ein Onlinequiz ersetzt diesen Praxisnachweis nicht. Der Kurs stellt keine amtliche Bescheinigung aus.
OER und Wikipedia
Offene Materialien für Verständnis und Weiterarbeit
Der verifizierte deutschsprachige Wikipedia-Artikel zur Montage bietet eine ergänzende Begriffsübersicht. Seine allgemeinen oder historischen Bezüge ersetzen keine aktuellen Herstelleranweisungen oder Regeln. Prüfe vor einer Übernahme von Texten die auf der jeweiligen Seite angegebene Lizenz und Autorenhistorie.
Ergänzend: Wikipedia: Passung. Die im Kurs durchgerechneten Maße stammen aus eigenen Aufgabendaten. Für echte Normpassungen sind die gültige Zeichnung und die dafür zugelassenen Norm- beziehungsweise Tabellenunterlagen zu verwenden.
Bildnachweise und Lizenzen
Die folgenden Commons-Dateiseiten wurden am 25.10.2026 auf Dateinamen, Urheberangaben, Lizenz und thematische Eignung geprüft. Die Medien werden unverändert und lediglich in der Darstellung skaliert eingebunden. Beim Abzieher ist die bereits auf Commons vorhandene Bearbeitung zusätzlich genannt. Eine freie Bildlizenz ist keine Bestätigung der technischen Eignung des abgebildeten Gegenstands für einen bestimmten Auftrag.
| Exakte Datei | Quelle und Urheber | Lizenz | Verwendung |
|---|---|---|---|
| Bolted joint in the part body.svg | Commons-Dateiseite; Андрей Перцев, Nutzer Andrew Pertsev. | CC0 1.0 | Prinzip einer Schraube im Innengewinde eines Bauteils. |
| Schraubverbindung.jpg | Commons-Dateiseite; Hutschi. | CC BY-SA 3.0 | Schraub- und Klemmverbindung mit Oberflächenschutz. |
| Passungsarten.jpg | Commons-Dateiseite; Badsaiyaman. | CC BY-SA 3.0 | Deutschsprachige Übersicht der Passungsarten. |
| Torque wrench 20-220 Nm.jpg | Commons-Dateiseite; Lead holder. | CC BY-SA 4.0 | Drehmomentwerkzeug und dessen begrenzter Arbeitsbereich. |
| BEARING PULLER.jpg | Commons-Dateiseite; Nadinviki; vorhandener Beschnitt und Ausrichtung durch Hohum. | CC BY-SA 4.0 | Werkzeugprinzip der kontrollierten Demontage. |
Fachvideos und Mediengrenzen
| Medium und Anbieter | Verifizierter Inhalt beziehungsweise Datensatz | Rechte und Grenze der Prüfung |
|---|---|---|
| GEDORE: Anwendungsvideos für Drehmomentwerkzeuge | Herstellerseite mit dem Film TORCOFIX TF-K 200, 40–200 Nm; deutschsprachiges Angebot. | Herstellerinformation, keine nachgewiesene OER-Lizenz. Die Anbieterzuordnung wurde geprüft; die direkte Videowiedergabe war im Recherchezugang nicht zuverlässig testbar. |
| Schaeffler: Aufbereitung von Wälzlagern | Individuelle Videoseite: deutsch, 3:12 Minuten, 14.12.2021, Herausgeber Schaeffler Technologies AG & Co. KG. | Herstellerinformation, keine nachgewiesene OER-Lizenz. Verlinkung zur Originalseite; keine kopierte Videodatei. Die vollständige Wiedergabe wurde hier nicht getestet. |
| LearningApps-Themensuche | Profilgemäße Suche zum Kursthema; keine behauptete eigene App. | Aktuelle Ergebnisse nicht verifiziert. Einzelne Angebote vor Verwendung fachlich und datenschutzbezogen auswählen. |
Die Videos sind als ergänzende Beobachtungsmedien verlinkt. Werden sie nicht abgespielt, können die zugehörigen Lernziele mit den Erklärungen, Bildern und dem Tischmodell bearbeitet werden. Eine zusätzliche passende frei lizenzierte Animation wurde nicht verifiziert; es wird keine erfundene Simulation verlinkt.
Curriculum, Rechtsgrundlagen und technische Quellen
Recherche- und Quellenstand: 25.10.2026. Die folgenden Links führen zu den geprüften Primärquellen. Die älteren Veröffentlichungsjahre einzelner Herstellerinformationen kennzeichnen deren Herkunft; sie liefern keine automatische Freigabe für heutige konkrete Produkte. Maßgeblich bleiben aktuelle Unterlagen der tatsächlich verwendeten Baugruppe.
| Quelle | Geprüfter Stand und Bezug |
|---|---|
| KMK-Rahmenlehrplan Konstruktionsmechaniker | Fassung vom 23.02.2018; LF 6 auf PDF-Seite 14; zweites Ausbildungsjahr, 60 Stunden. |
| BIBB-Berufsprofil | Berufliche Handlungsfähigkeit, 42 Monate Ausbildungsdauer, Zuständigkeitsbereich Industrie und Handel; Links zu Ausbildungsordnung und Rahmenlehrplan. |
| IndMetAusbV, Anlage 4 und § 4 | Aktuell bereitgestellte konsolidierte Rechtsgrundlage; Montage, Prüfung, Digitalisierung und betrieblicher Ausbildungsplan. |
| BetrSichV § 10 | Sichere Instandhaltung, Gefährdungsbeurteilung, geeignete und beauftragte Personen sowie Umgang mit gefährlichen Energien. |
| JArbSchG § 22 | Zusätzliche Voraussetzungen und Grenzen bei gefährlichen Arbeiten Jugendlicher. |
| DGUV Information 209-015 | Instandhaltung an Maschinen und Anlagen; geprüfte Ausgabe Juni 2026, 124 PDF-Seiten. |
| DGUV Regel 109-017 | Betreiben von Lastaufnahme- und Anschlagmitteln im Hebezeugbetrieb; geprüfte Ausgabe Dezember 2020. |
| DGUV Information 209-001 | Mensch und Arbeitsplatz – Arbeiten mit Handwerkzeugen; geprüfte Ausgabe September 2024. |
| AltölV § 4 | Getrennte Entsorgung und Vermischungsverbote; betriebliche Entsorgungswege konkretisieren. |
| Nord-Lock: Schmierung und Wiederverwendung | Hersteller-Fachbeitrag, Ursprung 2014, aktuell abrufbar; Zusammenhang zwischen Reibung, Anziehen und Vorspannkraft. |
| Schaeffler: Einbau von Wälzlagern | Deutsche Herstellerinformation vom 15.08.2017; Grundprinzip der geeigneten Krafteinleitung beim Einbau. |
Normen richtig einordnen
Die offiziellen DIN-Media-Katalogseiten kennzeichnen die folgenden Ausgaben als aktuell. Geprüft wurden Titel, Ausgabe und Status, nicht die kostenpflichtigen vollständigen Normtexte. Normtabellen und geschützte Normabschnitte werden hier nicht kopiert. Das Normthema wird mit eigenen Erklärungen und vollständig angegebenen Übungswerten erschlossen.
| Norm und verifizierte Ausgabe | Bedeutung für diesen Kurs |
|---|---|
| DIN EN ISO 14118:2018-07 | Sicherheit von Maschinen – Vermeidung von unerwartetem Anlauf; fachlicher Bezug zur sicheren Arbeitsvorbereitung. |
| DIN EN ISO 286-1:2019-09 | Grundlagen des ISO-Toleranzsystems für Längenmaße, Abmaße und Passungen. |
| DIN EN ISO 286-2:2019-09 | Tabellen zu Toleranzklassen und Grenzabmaßen; für reale Aufgaben aus zulässigen aktuellen Unterlagen heranziehen. |
Gesetze, Unfallverhütungs- und technische Regeln, Normen sowie Herstelleranweisungen haben unterschiedliche Funktionen. Kläre ihren Anwendungsbereich am konkreten Auftrag mit der verantwortlichen Stelle. Eine Katalognennung, ein Video oder ein Onlinekurs ersetzt weder die erforderliche Unterweisung noch einen konstruktiven Nachweis.
Verknüpfte Lernbereiche
Die Montage verbindet technisches Zeichnen, Fügetechnik, Mathematik, Qualitätssicherung und verantwortliche Arbeitsorganisation. Frühere Grundlagen zu einfachen Baugruppen und Wartung werden vertieft. Die Montage großer Metallkonstruktionen, Baustelleneinrichtungen oder besonders anspruchsvolle Stahlbauverbindungen benötigen zusätzliche Ausbildung und werden durch dieses Lernfeld nicht pauschal freigegeben.
Die internen Begriffsverweise dienen der fachlichen Orientierung. Der vollständige Lernauftrag dieses Kurses ist durch die hier enthaltenen Erklärungen, Übungen und Nachweise beschrieben; ein anderer Berufskurs wird nicht als Ersatz für LF 6 vorausgesetzt.
aiMOOC Projekte
Projektidee Werkstattstandard: Aus euren anonymen Lernakten entsteht ein gemeinsam geprüftes Beispiel für eine verständliche Montageakte. Eine Seite zeigt den Auftrag, eine die Planung und eine den begründeten Soll-Ist-Vergleich. Die Klasse einigt sich auf eindeutige Revisions- und Teilekennzeichnungen.
Projektidee Ressourcenschonende Demontage: Vergleicht zwei sichere Modellabläufe hinsichtlich Teileerhalt, Fehlervermeidung und Dokumentationsaufwand. Haltet fest, welche Verbesserung ihr anhand eurer Beobachtungen vertreten könnt und welche Aussagen ohne weitere Prüfungen offenbleiben. Verwendet nur eigene oder korrekt lizenzierte Medien.
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