Praxisauftrag und Kompetenzcheck - Konstruktionsmechaniker - 2. Ausbildungsjahr
Einleitung
Dieser aiMOOC führt dich durch einen berufstypischen Jahresauftrag im zweiten Ausbildungsjahr: Du analysierst einen Auftrag, planst die Fertigung, begründest Werkstoff- und Verfahrensentscheidungen, stellst Baugruppen her, montierst und demontierst sie, prüfst das Ergebnis und dokumentierst die Übergabe. Der Kurs verbindet die vier Lernfelder Herstellen von Baugruppen aus Blechen, Montieren und Demontieren von Baugruppen, Umformen von Profilen und Herstellen von Baugruppen aus Profilen.
Als durchgängiger Praxisfall dient ein modulares Montage- und Ablagegestell mit Profilrahmen, gekanteter Blechablage und abnehmbarem Rohrgriff. Alle Kunden-, Auftrags- und Messdaten sind synthetisch. Gefährliche Tätigkeiten wie Schweißen, Arbeiten an Pressen, maschinelles Trennen oder Anschlagen von Lasten dürfen nur nach betrieblicher Freigabe, Gefährdungsbeurteilung, Unterweisung und unter befugter Aufsicht ausgeführt werden. Als sichere Alternative kannst du ein maßstäbliches Modell aus Karton, Holzleisten oder vorgefertigten Profilimitaten bauen und Fertigung sowie Prüfung digital simulieren.
Der Kurs orientiert sich am Berufsprofil des BIBB, an der aktuellen Ausbildungsordnung und am KMK-Rahmenlehrplan. Maßgeblich bleiben der betriebliche Ausbildungsplan, die Vorgaben der zuständigen Kammer oder Stelle, der Landeslehrplan, freigegebene Zeichnungen, aktuelle Herstellerangaben und die betrieblichen Arbeitsanweisungen. Der Kompetenzcheck ist ein didaktisches Bewertungsangebot und weder eine amtliche Prüfung noch eine Zusage zur Prüfungszulassung.
Auftrag analysieren und vollständige Handlung organisieren
Die vier Jahreskompetenzen im gemeinsamen Auftrag
Im zweiten Ausbildungsjahr greifen vier Lernfelder ineinander. Bei einer realen Baugruppe werden Blech- und Profilteile selten isoliert betrachtet: Eine Blechablage braucht eine passende Profilkonstruktion, der Griff erfordert Umformen, und die fertigen Teile müssen in einer geplanten Reihenfolge montiert, geprüft und bei Bedarf wieder demontiert werden. Der Auftrag verlangt deshalb sowohl Fertigkeiten als auch Informationsfluss, Kundenkommunikation, Fachrechnen, Qualitätsbewusstsein und Reflexion.
| Lernfeld | Beitrag zum Jahresauftrag | Prüffähiges Ergebnis |
|---|---|---|
| Herstellen von Baugruppen aus Blechen | Zuschnitt und zweimaliges Abkanten einer Ablage aus Stahlblech | Maßhaltige, entgratete Ablage mit dokumentierten Prüfergebnissen |
| Montieren und Demontieren von Baugruppen | Reihenfolge, Verbindungsmittel, Kennzeichnung, Funktionsprüfung und geordnete Demontage | Montageprotokoll, Teilekennzeichnung und Wiederverwendbarkeitsentscheidung |
| Umformen von Profilen | U-förmiger Rohrgriff mit zwei Biegungen und berücksichtigter Rückfederung | Geprüfte Geometrie nach freigegebener Biegeanweisung |
| Herstellen von Baugruppen aus Profilen | Zwei Rahmen und vier Pfosten aus Vierkantrohr | Rechtwinklige, maßhaltige Profilbaugruppe nach Zeichnung |

Die Abbildung zeigt eine montierte Stahlbaugruppe mit lösbaren Verbindungen. Für deinen Auftrag ist besonders wichtig, dass Bauteile eindeutig gekennzeichnet, Anschlüsse zugänglich und Montagefolgen nachvollziehbar dokumentiert werden.
Synthetischer Kundenauftrag KM2-MTG-01
Die interne Ausbildungswerkstatt benötigt ein mobiles, reparaturfreundliches Montage- und Ablagegestell. Der freigegebene Entwurf sieht eine Grundfläche von 800 mm × 500 mm, vier 700 mm lange Pfosten, einen oberen und einen unteren Profilrahmen, eine gekantete Blechablage und einen abnehmbaren Rohrgriff vor. Rollen, Schrauben, Schweißnahtausführung, Oberflächenschutz und zulässige Belastung werden ausschließlich nach der freigegebenen Betriebszeichnung und den Herstellerangaben festgelegt. Das Lernprojekt selbst begründet keine Lastfreigabe für den betrieblichen Einsatz.
Vor der Planung klärst du mindestens folgende Punkte mit der auftraggebenden Person: Welche Funktion und Umgebung sind vorgesehen? Welche Maße und Toleranzen sind verbindlich? Welche Teile müssen demontierbar sein? Welche Oberfläche ist gefordert? Welche Prüfmerkmale und Nachweise werden erwartet? Welche Materialien sind freigegeben? Wer darf Maschinen bedienen und wer nimmt das Ergebnis ab? Jede Änderung wird mit einer Versionsnummer, einem Datum und einer sachlichen Begründung dokumentiert; echte Namen oder vertrauliche Kundendaten gehören nicht in den Kursnachweis.
Vollständige Handlung und Informationsfluss
Die vollständige Handlung besteht hier aus sechs verbundenen Phasen. Beim Informieren prüfst du Auftrag, Zeichnung, Stückliste, Werkstoffdaten und Sicherheitsvorgaben. Beim Planen legst du Verfahren, Reihenfolge, Werkzeuge, Prüfmittel und Materialfluss fest. Beim Entscheiden vergleichst du Alternativen und holst notwendige Freigaben ein. Beim Ausführen arbeitest du nach freigegebenen Unterlagen. Beim Kontrollieren vergleichst du Istwerte mit Sollwerten. Beim Bewerten erklärst du Abweichungen, leitest Verbesserungen ab und übergibst das Ergebnis adressatengerecht.
Ein funktionierender Informationsfluss verbindet Auftrag, Zeichnungsstand, Materialzeugnis oder Materialkennzeichnung, Arbeitsplan, Maschinenfreigabe, Prüfplan, Abweichungsbericht und Übergabeprotokoll. Eine Änderung an einem Teil kann mehrere Dokumente betreffen. Deshalb gilt: erst Änderung klären, dann Unterlagen aktualisieren, anschließend fertigen. Eine veraltete Zeichnung am Arbeitsplatz ist ein Qualitäts- und Sicherheitsrisiko.
Das deutschsprachige Berufsvideo vermittelt einen Einblick in typische Tätigkeiten. Es ersetzt weder die betriebliche Unterweisung noch eine Maschinen- oder Verfahrensfreigabe.
Praxisfall planen und fachgerecht berechnen
Bauteile und Annahmen des Übungsfalls
Für die nachvollziehbare Rechnung werden folgende didaktische Annahmen verwendet: Vierkantrohr 30 mm × 30 mm × 2 mm aus Stahl für zwei Rahmen und vier Pfosten; Rundrohr 25 mm × 2 mm für den Griff; Stahlblech 1,5 mm für die Ablage. Die Dichte von Stahl wird näherungsweise mit 7.850 kg/m³ angesetzt. Diese Annahmen dienen nur dem Lernfall. Für die Fertigung gelten die freigegebene Zeichnung, reale Werkstoffdaten, verfügbare Halbzeuge, Maschinenparameter und betriebliche Zuschlagswerte.
Die Stückliste trennt Kaufteile, Fertigungsteile und Hilfsstoffe. Für jedes Teil werden Positionsnummer, Benennung, Menge, Werkstoff, Rohmaß, Fertigmaß, Zeichnungsstand und Prüfmerkmal angegeben. Dadurch können Materialbereitstellung, Fertigung, Montage und Qualitätssicherung denselben Datenstand verwenden.
Profilbedarf und Masse des Vierkantrohrs
Jeder Rahmen besteht aus zwei Längsprofilen zu 800 mm und zwei dazwischenliegenden Querprofilen zu 440 mm. Für zwei Rahmen und vier Pfosten zu 700 mm ergibt sich die Nettolänge:
L = 2 · (2 · 800 mm + 2 · 440 mm) + 4 · 700 mm = 7.760 mm = 7,76 m.
Mit einem Planungszuschlag von 5 Prozent ergibt sich zunächst:
L mit Zuschlag = 7,76 m · 1,05 = 8,148 m.
Der Zuschlag ersetzt keinen Zuschnittplan. Bei 6.000-mm-Stangen müssen Sägeblattbreite, Endbeschnitt und die Verteilung der Einzelteile berücksichtigt werden. Der scheinbar perfekte Plan 4 · 800 mm + 4 · 700 mm = 6.000 mm ist praktisch fehlerhaft, weil kein Platz für Sägeschnitte und Endbeschnitt bleibt. Ein belastbarer Zuschnittplan weist deshalb jeden Schnitt, die Schnittbreite und verwertbare Reststücke aus.
Der Metallquerschnitt des Vierkantrohrs beträgt:
A = 30² mm² − 26² mm² = 224 mm².
Die Masse je Meter ist näherungsweise:
m' = 224 · 10⁻⁶ m² · 7.850 kg/m³ = 1,758 kg/m.
Für die Nettolänge von 7,76 m folgt:
m = 1,758 kg/m · 7,76 m = 13,64 kg.
Diese Masse hilft bei Materialbereitstellung und Handhabungsplanung, ist aber keine Tragfähigkeitsberechnung der fertigen Konstruktion.
Gestreckte Länge des Rohrgriffs
Der Griff besitzt zwei gerade Schenkel von je 350 mm, einen geraden oberen Abschnitt von 500 mm und zwei 90-Grad-Bögen mit einem Mittellinienradius von 100 mm. Zwei 90-Grad-Bögen ergeben zusammen einen Halbkreis. Die theoretische Mittellinienlänge lautet:
L = 2 · 350 mm + 500 mm + π · 100 mm = 1.514 mm.
Der Rundrohrquerschnitt beträgt näherungsweise:
A = π/4 · (25² − 21²) mm² = 144,5 mm².
Damit ergeben sich etwa 1,134 kg/m und für 1,514 m eine theoretische Griffmasse von rund 1,72 kg. In der Praxis werden Einspannlängen, Werkzeuggeometrie, Werkstoffzustand, Rückfederung und die freigegebenen Biegedaten berücksichtigt. Vor einer Serie ist ein dokumentierter Probebogen sinnvoll. Falten, Querschnittsverformung oder Risse führen zur Sperrung und Ursachenanalyse.
Abwicklung der Blechablage
Die Ablage wird für die Übung mit einer Bodenbreite von 440 mm, zwei Schenkeln von je 40 mm, einer Blechdicke von 1,5 mm, einem Innenradius von 2 mm und einem angenommenen K-Faktor von 0,33 betrachtet. Die Maße werden als Tangentenmaße verstanden. Für eine 90-Grad-Biegung ergibt sich die angenäherte Biegezugabe:
BA = π/2 · (r + k · s) = π/2 · (2 mm + 0,33 · 1,5 mm) = 3,92 mm.
Bei zwei Biegungen beträgt die theoretische Abwicklungsbreite:
B = 440 mm + 2 · 40 mm + 2 · 3,92 mm = 527,84 mm.
Für eine Ablagenlänge von 740 mm ergibt sich bei 1,5 mm Blechdicke eine angenäherte Masse:
m = 0,740 m · 0,52784 m · 0,0015 m · 7.850 kg/m³ = 4,60 kg.
Diese Rechnung ist ein Lernmodell. Der endgültige Zuschnitt wird aus der freigegebenen Biegetabelle, den tatsächlichen Werkzeugen, Materialdaten und einem Probeteil abgeleitet. Außenmaße, Innenmaße und Tangentenmaße dürfen nicht vermischt werden.

Die Animation verdeutlicht den Biegevorgang. Für die reale Abwicklung sind jedoch die betrieblichen Biegedaten und die tatsächlich eingesetzte Werkzeugkombination maßgeblich.
Arbeitsplan mit prüfbarem Arbeitsergebnis
| Schritt | Tätigkeit und Informationsfluss | Arbeitsergebnis | Prüfung und Sicherheitsfreigabe |
|---|---|---|---|
| 1 | Auftrag, Zeichnungsstand und Änderungswünsche prüfen | Geklärter Auftrag mit dokumentierten Rückfragen | Freigabe durch ausbildende oder auftraggebende Person |
| 2 | Stückliste, Zuschnittplan, Arbeitsplan und Prüfplan erstellen | Eindeutige Unterlagen mit Versionsstand | Vollständigkeits- und Plausibilitätsprüfung |
| 3 | Material annehmen, kennzeichnen und bereitstellen | Rückverfolgbare Positionen ohne Verwechslung | Werkstoff, Abmessung, Oberfläche und Menge prüfen |
| 4 | Profile nach freigegebenem Plan trennen und entgraten | Maßhaltige Profilzuschnitte | Maschine nur nach Unterweisung; Schnitt- und Kantenkontrolle |
| 5 | Griff nach Probebiegung umformen | Geometrisch passender Griff ohne sichtbare Schädigung | Biegevorrichtung nur unter befugter Aufsicht; Maß- und Sichtprüfung |
| 6 | Blech zuschneiden, entgraten und zweimal abkanten | Maßhaltige Blechablage | Pressenfreigabe, Schutzmaßnahmen, Winkel- und Maßprüfung |
| 7 | Rahmen heften, ausrichten und nach Freigabe fügen | Zwei rechtwinklige Profilrahmen | Diagonalen, Ebenheit und Schweißfolge prüfen |
| 8 | Pfosten, Ablage, Griff und freigegebene Kaufteile montieren | Vollständige Baugruppe | Verbindungsmittel und Herstellerdrehmomente prüfen |
| 9 | Funktions-, Maß- und Sichtprüfung durchführen | Ausgefülltes Prüfprotokoll mit Istwerten | Abweichungen sperren, bewerten und nach Freigabe korrigieren |
| 10 | Übergabe, Pflegehinweise und Demontageweg dokumentieren | Nachvollziehbare Kundendokumentation | Abnahme durch berechtigte Person; keine eigenmächtige Nutzungsfreigabe |
Blech- und Profilbaugruppen sicher herstellen
Blechbearbeitung vom Zuschnitt bis zur Kante
Vor dem Zuschnitt prüfst du Werkstoff, Dicke, Walzrichtung, Oberfläche und Abwicklungsmaß. Schnittkanten werden entgratet, weil Grate Verletzungen verursachen, Bauteile falsch aufliegen lassen und Beschichtungen schädigen können. Die Biegelinie, Anschlagseite und Bauteilorientierung müssen eindeutig sein. Bei einer Abkantpresse werden Werkzeug, Öffnungsweite, Presskraft, Anschlagsystem und Schutzsystem ausschließlich nach Herstellerangabe und freigegebener Arbeitsanweisung gewählt.

Die dargestellte Großabkantpresse zeigt die Dimension industrieller Umformtechnik. Das Bild ist keine Bedienungsanleitung. Einrichten und Bedienen erfolgen nur durch befugte, unterwiesene Personen; Schutzsysteme dürfen niemals überbrückt werden.
Das Hersteller-Video zeigt eine moderne Abkantlösung. Übertrage beobachtete Abläufe nicht ungeprüft auf andere Maschinen: Steuerung, Werkzeuge, Schutzfunktionen und Grenzwerte sind maschinenspezifisch.
Profilzuschnitt, Umformen und Fügen
Bei Profilen beeinflussen Querschnitt, Wanddicke, Werkstoffzustand, Biegeradius und Werkzeug die Formänderung. Ein zu kleiner Radius kann Risse oder starke Querschnittsverformung verursachen. Ein unzureichend abgestütztes Rohr kann einfalten. Die Rückfederung wird nicht durch willkürliches Überbiegen ausgeglichen, sondern anhand freigegebener Erfahrungswerte, Probeteile oder digitaler Biegedaten.
Vor dem Fügen werden Schnittkanten, Spalte, Lage und Heftfolge geprüft. Beim Schweißen sind Schweißrauche, optische Strahlung, elektrische Gefährdungen, Brandgefahr und heiße Oberflächen zu berücksichtigen. Maßgeblich sind unter anderem die TRGS 528 zu schweißtechnischen Arbeiten, die Gefahrstoffverordnung, die Betriebssicherheitsverordnung, die Gefährdungsbeurteilung und die Betriebsanweisung. Absaugung an der Entstehungsstelle hat Vorrang vor alleiniger persönlicher Schutzausrüstung.

Das Foto zeigt Metall-Schutzgasschweißen. Lernende führen reale Schweißarbeiten nur mit gültiger Unterweisung, geeigneter Absaugung, Brandschutz und befugter Aufsicht aus. Die sichere Modellalternative verwendet geschraubte oder gesteckte Verbindungen und bildet Schweißnähte nur zeichnerisch oder digital ab.
Material- und Informationsfluss steuern
Materialfluss bedeutet mehr als Transport: Rohmaterial wird angenommen, geprüft, gekennzeichnet, gelagert, kommissioniert, bearbeitet, zwischengeprüft und der nächsten Station übergeben. Ausschuss, Nacharbeit und verwertbare Reststücke werden getrennt und nachvollziehbar erfasst. Informationsfluss bedeutet, dass jedes Materialstück zum richtigen Zeichnungsstand, Arbeitsgang und Prüfstatus gehört.
Eine einfache Statuslogik kann lauten: freigegeben, in Bearbeitung, Prüfung offen, gesperrt, nachgearbeitet oder abgenommen. Digitale Barcodes oder QR-Codes dürfen nur in freigegebenen Systemen eingesetzt werden. Sie enthalten keine privaten Namen, Leistungsprofile oder vertraulichen Kundendaten. Fotografien werden so aufgenommen, dass Ausweise, Bildschirme, Zeichnungsköpfe, Seriennummern und unbeteiligte Personen nicht unbeabsichtigt erfasst werden.
Montieren, prüfen und Fehler systematisch bearbeiten
Montage- und Demontagefolge
Die Montage beginnt mit sauberen, geprüften Einzelteilen. Der untere Rahmen wird auf einer geeigneten Montagefläche ausgerichtet, die Pfosten werden lagegerecht eingesetzt, der obere Rahmen wird positioniert und die Geometrie wird vor dem endgültigen Fügen kontrolliert. Anschließend werden Ablage, Griff und freigegebene Kaufteile montiert. Schrauben werden entsprechend Zeichnung, Herstellerangabe und betrieblicher Arbeitsanweisung angezogen. Ein pauschales Drehmoment ohne Kenntnis von Schraube, Festigkeitsklasse, Schmierung und Verbindung ist unzulässig.
Für die Demontage wird die Reihenfolge umgekehrt, sofern Gefährdungsbeurteilung und Konstruktion nichts anderes verlangen. Bauteile werden gegen Kippen, Herabfallen und Verwechseln gesichert. Verbindungsmittel und Teile erhalten eindeutige Positionskennzeichen. Wiederverwendbarkeit wird anhand von Beschädigung, Verschleiß, Korrosion und Herstellervorgaben bewertet. Abfälle und Hilfsstoffe werden umweltgerecht getrennt.
Beim Heben oder Bewegen größerer Teile sind Gewicht, Schwerpunkt, geeignete Anschlagmittel und der Gefahrenbereich zu berücksichtigen. Die DGUV Regel 109-017 beschreibt Anforderungen an das Betreiben von Lastaufnahmemitteln und Anschlagmitteln. Jugendliche dürfen entsprechende Tätigkeiten nur im Rahmen der Berufsausbildung und unter der dort geforderten Aufsicht ausführen. Beschädigte Anschlagmittel werden nicht improvisiert weiterverwendet, sondern der Benutzung entzogen und gemeldet.
Prüfplan und Messstrategie
Ein Prüfplan beantwortet für jedes Merkmal fünf Fragen: Was wird geprüft? Womit? Wann? Gegen welchen Sollwert? Wer darf das Ergebnis freigeben? Für den Übungsfall eignen sich unter anderem Längenmaße, Rahmenbreite, Rahmenlänge, Diagonalen, Ebenheit, Biegewinkel, Griffabstand, Gratfreiheit, Vollständigkeit und Funktionsmerkmale. Das Prüfmittel muss für Messbereich und geforderte Genauigkeit geeignet sein und vor Gebrauch auf Zustand und Nullpunkt kontrolliert werden.

Der Messschieber eignet sich für viele Längen-, Außen-, Innen- und Tiefenmaße. Für große Rahmendiagonalen ist dagegen ein geeignetes Bandmaß oder ein anderes freigegebenes Messsystem zweckmäßiger. Messmittelwahl und Messmethode müssen zum Prüfmerkmal passen.
Beispielhafte didaktische Akzeptanzkriterien sind: Rahmenaußenmaß 800 mm ± 1 mm und 500 mm ± 1 mm, Differenz der beiden Diagonalen höchstens 2 mm, Blechwinkel 90 Grad ± 1 Grad, keine scharfen Grate, vollständige Verbindungsmittel und dokumentierte Funktionsprüfung. Diese Werte gelten nur für den Übungsfall. Bei realen Aufträgen werden Toleranzen und Annahmekriterien aus Zeichnung, Bestellung, Normen und freigegebenem Prüfplan übernommen.
Für Schweißverbindungen können je nach Auftrag die aktuelle DIN EN ISO 17637:2017-04 zur Sichtprüfung und die aktuelle DIN EN ISO 5817:2023-07 zu Bewertungsgruppen relevant sein. Die konkrete Bewertungsgruppe wird nicht geraten, sondern vertraglich oder zeichnerisch festgelegt. Normtexte werden im Betrieb über eine berechtigte, aktuelle Normenquelle eingesehen; dieser Kurs ersetzt sie nicht.
Fehleranalyse und geregelte Nacharbeit
Eine Abweichung wird zuerst gesichert und eindeutig beschrieben: Sollwert, Istwert, Messmittel, Ort, Zeitpunkt und Zeichnungsstand. Danach wird die Ursache untersucht. Hilfreich ist die Trennung in mögliche Ursachen aus Mensch, Maschine, Material, Methode, Messung und Umgebung. Erst nach Freigabe wird nachgearbeitet. Anschließend wird das Merkmal erneut geprüft und die Wirksamkeit dokumentiert.
Beispiel: Die Rahmendiagonalen unterscheiden sich um 6 mm, erlaubt sind im Übungsfall höchstens 2 mm. Eine ungeprüfte Maßnahme wäre, den Rahmen mit Gewalt passend zu drücken und weiterzuschweißen. Fachgerecht ist: Baugruppe sperren, Messung wiederholen, Anlageflächen und Heftpunkte prüfen, Verzug und Zuschnittmaße untersuchen, Korrektur abstimmen, kontrolliert richten oder neu aufbauen, anschließend alle beeinflussten Maße erneut prüfen. Eine Korrektur ist erst abgeschlossen, wenn nicht nur der Fehler, sondern auch seine Ursache und die Folgewirkung bewertet wurden.
Kundenübergabe und Qualitätskommunikation
Eine professionelle Übergabe ist knapp, überprüfbar und ehrlich. Du erläuterst Funktion, Maße, ausgeführte Prüfungen, Abweichungen, Nacharbeiten, Pflege, Demontageweg und offene Punkte. Du unterscheidest zwischen geprüft, freigegeben und für einen bestimmten Einsatz zugelassen. Nur eine berechtigte Stelle darf die betriebliche Nutzung freigeben.
Eine sachliche Formulierung lautet beispielsweise: „Die Baugruppe wurde nach Zeichnungsstand B geprüft. Alle im Prüfplan genannten Maße liegen innerhalb der dort festgelegten Grenzen. Der Griff wurde nach einer dokumentierten Probebiegung gefertigt. Die betriebliche Einsatz- und Lastfreigabe erfolgt separat durch die zuständige Person.“ Übertreibungen wie „absolut sicher“ oder „normgerecht in jeder Hinsicht“ sind ohne vollständigen Nachweis unzulässig.
Sicherheit, Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Kompetenzbewertung
Arbeitsschutz und sichere Praxisalternative
Vor jedem Arbeitsgang werden Gefährdungen ermittelt und Schutzmaßnahmen nach dem STOP-Prinzip geplant: Substitution, technische Maßnahmen, organisatorische Maßnahmen und persönliche Schutzausrüstung. Nach § 12 Arbeitsschutzgesetz muss die Unterweisung ausreichend und angemessen sein. Maschinen werden nur bestimmungsgemäß, mit wirksamen Schutzeinrichtungen und nach Herstellerangaben betrieben.
Die sichere Alternative bildet den gesamten Auftrag ohne gefährliche Energie ab: Profile werden durch Kartonstreifen oder Holzleisten dargestellt, Blech durch dünnen Karton, Verbindungen durch Musterbeutelklammern oder Schrauben. Ein CAD-Modell zeigt Zuschnitt, Biegungen, Montage und Kollisionsprüfung. Maße werden am Modell geprüft und auf das Original hochgerechnet. Schweißfolge, Absaugung, Hebevorgänge und Pressenparameter werden als Arbeitsplan oder Simulation bearbeitet, nicht praktisch ausgeführt. Auch beim Modellbau gelten schulische Regeln für Schneidwerkzeuge, Klebstoffe und Ordnung am Arbeitsplatz.
Nachhaltigkeit und Kreislauffähigkeit
Nachhaltigkeit beginnt bei der Konstruktion. Lösbare Verbindungen erleichtern Reparatur und sortenreine Demontage. Ein optimierter Zuschnittplan verringert Verschnitt; brauchbare Reststücke werden mit Werkstoff und Abmessung gekennzeichnet und nur bei gesicherter Rückverfolgbarkeit wiederverwendet. Beschichtungen, Schweißzusätze, Reinigungsmittel und Hilfsstoffe werden bedarfsgerecht eingesetzt und nach den betrieblichen Entsorgungsregeln behandelt.
Für eine begründete Entscheidung vergleichst du nicht nur den Materialpreis. Du berücksichtigst Bearbeitungszeit, Energie, Werkzeugverschleiß, Ausschussrisiko, Transport, Reparierbarkeit und Lebensdauer. Eine geringfügig teurere lösbare Verbindung kann über den Lebenszyklus günstiger sein, wenn Baugruppen austauschbar bleiben. Eine Reststücknutzung ist dagegen nicht nachhaltig, wenn Werkstoff oder Qualität unklar sind.
Digitalisierung und Datenschutz
Digitale Zeichnungen, Stücklisten, Arbeitspläne und Prüfprotokolle benötigen Versionsführung und geregelte Zugriffsrechte. Eine Änderung wird nicht durch Überschreiben des alten Standes „unsichtbar“ gemacht, sondern nachvollziehbar versioniert. Messdaten können direkt erfasst werden, müssen aber einem Prüfmerkmal, Messmittel und Zeitpunkt zugeordnet sein. Automatische Auswertungen werden auf Plausibilität geprüft.
Für den Lernnachweis verwendest du ausschließlich synthetische Auftragsnummern und neutrale Rollenbezeichnungen. Personenbezogene Daten, echte Kundenzeichnungen, interne Preise, Zugangsdaten, Seriennummern oder nicht freigegebene Betriebsfotos werden nicht veröffentlicht. Dateien werden in den freigegebenen Systemen gespeichert; private Messenger oder unkontrollierte Cloud-Dienste sind keine automatische Ersatzlösung.
Bewertungsraster für den Jahresauftrag
Das folgende Raster umfasst 100 Punkte und dient der Lernbegleitung. Es ist kein offizieller Kammerbewertungsbogen.
| Bereich | Punkte | Nachweis für eine hohe Leistung |
|---|---|---|
| Auftragsanalyse und Kundenklärung | 10 | Anforderungen, Grenzen, Rückfragen und Freigaben sind vollständig und widerspruchsfrei dokumentiert. |
| Sicherheits- und Ablaufplanung | 15 | Gefährdungen, Aufsicht, sichere Alternative, Arbeitsfolge und Prüfzeitpunkte sind fachgerecht geplant. |
| Fachrechnen, Material- und Zuschnittplanung | 15 | Rechenwege sind nachvollziehbar, Einheiten stimmen, Annahmen und reale Korrekturwerte werden getrennt. |
| Blechbaugruppe | 15 | Abwicklung, Zuschnitt, Kanten, Maßprüfung und typische Fehler werden fachgerecht bearbeitet. |
| Profilbaugruppe und Umformen | 15 | Zuschnitt, Biegelänge, Rückfederung, Ausrichtung und Fügefolge werden begründet und geprüft. |
| Montage und Demontage | 10 | Reihenfolge, Kennzeichnung, Verbindungsmittel, Wiederverwendbarkeit und sichere Handhabung sind nachvollziehbar. |
| Qualität und Fehleranalyse | 10 | Prüfplan, Istwerte, Abweichungen, Ursache, Korrekturfreigabe und Wiederholungsprüfung sind dokumentiert. |
| Dokumentation, Übergabe und Reflexion | 10 | Ergebnis, Grenzen, Datenschutz, Nachhaltigkeit und Verbesserungen werden adressatengerecht dargestellt. |
Eine mögliche didaktische Rückmeldung lautet: 90 bis 100 Punkte zeigen eine sehr sichere, vernetzte Bearbeitung; 75 bis 89 Punkte eine weitgehend selbstständige Bearbeitung; 60 bis 74 Punkte eine tragfähige Bearbeitung mit erkennbarem Unterstützungsbedarf; unter 60 Punkten müssen zentrale Nachweise gezielt überarbeitet werden. Der Betrieb oder die Schule kann andere Schwellen und Gewichtungen festlegen.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Fachwissen prüfen
Welche Handlung ist richtig, wenn Kundenanforderung und freigegebene Zeichnung einander widersprechen? (Arbeit stoppen, Widerspruch dokumentieren und Freigabe einholen) (!Nach der Kundenanforderung fertigen und die Zeichnung später ändern) (!Nach der Zeichnung fertigen und den Widerspruch nicht erwähnen) (!Beide Varianten teilweise kombinieren)
Welche Nettolänge an Vierkantrohr ergibt sich für zwei Rahmen mit je zwei Profilen zu 800 Millimetern und zwei Profilen zu 440 Millimetern sowie vier Pfosten zu 700 Millimetern? (7,76 Meter) (!6,96 Meter) (!8,56 Meter) (!9,20 Meter)
Wie groß ist die angenäherte Biegezugabe für eine 90-Grad-Biegung bei Innenradius 2 Millimeter, Blechdicke 1,5 Millimeter und K-Faktor 0,33? (3,92 Millimeter) (!2,50 Millimeter) (!5,50 Millimeter) (!7,84 Millimeter)
Welche Masse je Meter ergibt sich näherungsweise für ein Stahlvierkantrohr 30 mal 30 mal 2 Millimeter bei 7.850 Kilogramm je Kubikmeter? (1,76 Kilogramm je Meter) (!0,88 Kilogramm je Meter) (!2,24 Kilogramm je Meter) (!3,52 Kilogramm je Meter)
Wozu dient der Vergleich der beiden Rahmendiagonalen? (Zur Beurteilung der Rechtwinkligkeit des Rahmens) (!Zur Bestimmung der Werkstoffdichte) (!Zur Einstellung des Schweißstroms) (!Zur Auswahl der Blechdicke)
Was ist bei einem sichtbar beschädigten Anschlagmittel zu tun? (Aus der Benutzung nehmen, kennzeichnen und melden) (!Nur für leichte Lasten weiterverwenden) (!Mit Draht provisorisch reparieren) (!Ohne Last kurz testen und danach freigeben)
Welche Quelle ist für die endgültigen Parameter einer Abkantpresse maßgeblich? (Freigegebene Arbeitsanweisung und aktuelle Herstellerangaben) (!Ein beliebiges Video einer ähnlichen Maschine) (!Die theoretische Biegeformel allein) (!Ein älterer handschriftlicher Erfahrungswert ohne Prüfung)
Wie wird der Datenschutz bei der Projektdokumentation am besten umgesetzt? (Synthetische Auftragsdaten verwenden und Bildinhalte vor Freigabe prüfen) (!Echte Kundennamen verwenden, damit der Bericht realistischer wirkt) (!Alle Werkstattfotos automatisch öffentlich hochladen) (!Zeichnungsköpfe und Zugangsdaten vollständig abbilden)
Welche Reihenfolge ist bei einer festgestellten Maßabweichung fachgerecht? (Sperren, nachmessen, Ursache klären, Korrektur freigeben, erneut prüfen und dokumentieren) (!Sofort nacharbeiten, danach den Sollwert passend ändern) (!Abweichung übersehen, wenn die Baugruppe montierbar ist) (!Nur das Messmittel wechseln, bis ein passender Wert erscheint)
Welche Entscheidung unterstützt nachhaltige Fertigung am besten? (Zuschnitt optimieren und eindeutig gekennzeichnete Reststücke wiederverwenden) (!Unbekannte Reststücke ohne Werkstoffprüfung einsetzen) (!Alle Verbindungen dauerhaft ausführen, auch wenn Reparatur gefordert ist) (!Mehr Material bestellen, damit keine Planung nötig ist)
Memory
| Auftragsanalyse | Anforderungen, Widersprüche und offene Fragen systematisch klären |
| Biegezugabe | Längenanteil der plastisch umgeformten Biegezone |
| Diagonalenvergleich | Verfahren zur Beurteilung der Rechtwinkligkeit eines Rahmens |
| Rückfederung | Elastische Formänderung nach Entlastung eines Umformteils |
| Prüfplan | Festlegung von Merkmal, Methode, Zeitpunkt, Sollwert und Freigabe |
| Ablegereife | Zustand eines Anschlagmittels, das nicht weiter benutzt werden darf |
Drag and Drop
| Ordne die Arbeitsschritte der vollständigen Handlung zu. | Passende Tätigkeit |
|---|---|
| Informieren | Auftrag, Zeichnung, Materialdaten und Sicherheitsvorgaben auswerten |
| Planen | Arbeitsfolge, Werkzeuge, Materialfluss und Prüfmittel festlegen |
| Entscheiden | Varianten vergleichen und erforderliche Freigaben einholen |
| Ausführen | Nach freigegebenen Unterlagen fertigen und montieren |
| Kontrollieren und Bewerten | Istwerte prüfen, Abweichungen erklären und Verbesserungen ableiten |
Kreuzworträtsel
| Stückliste | Welches Dokument ordnet Positionen, Mengen, Werkstoffe und Maße? |
| Biegezugabe | Wie heißt der Längenanteil der umgeformten Biegezone? |
| Rückfederung | Wie heißt die elastische Formänderung nach dem Entlasten? |
| Messschieber | Welches Prüfmittel misst Außen-, Innen- und Tiefenmaße? |
| Prüfplan | Welches Dokument legt Merkmale, Methoden und Sollwerte fest? |
| Ablegereife | Wie heißt der Zustand eines nicht mehr sicher verwendbaren Anschlagmittels? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Anforderungen markieren: Markiere im synthetischen Auftrag KM2-MTG-01 Funktion, Maße, offene Punkte und notwendige Freigaben und formuliere drei fachliche Rückfragen.
- Stückliste ergänzen: Erstelle für Rahmen, Pfosten, Griff und Blechablage eine Stückliste mit Positionsnummer, Menge, Werkstoff, Rohmaß, Fertigmaß und Prüfmerkmal.
- Prüfmittel auswählen: Ordne fünf Prüfmerkmale geeigneten Prüfmitteln zu und begründe, weshalb jeweils Messbereich und Auflösung ausreichen.
- Sichere Alternative darstellen: Zeichne eine sichere Modellvariante des Gestells und kennzeichne, welche realen Gefährdungen durch die Simulation vermieden werden.
Standard
- Zuschnitt optimieren: Entwickle einen Zuschnittplan für zwei 6.000-mm-Stangen mit angenommenen 3 mm Schnittbreite und 10 mm Endbeschnitt je Stange; weise Reststücke nachvollziehbar aus.
- Abwicklung vergleichen: Berechne die Blechabwicklung des Praxisfalls und zeige, wie sich das Ergebnis bei einem anderen freigegebenen K-Faktor verändert.
- Prüfplan erstellen: Lege für mindestens acht Merkmale Sollwert, Toleranz, Prüfmittel, Prüfzeitpunkt und verantwortliche Freigaberolle fest.
- Übergabegespräch vorbereiten: Verfasse eine sachliche Übergabe mit Ergebnis, Grenzen, Nacharbeit, Pflegehinweisen und noch ausstehender Nutzungsfreigabe.
Schwer
- Rahmenabweichung untersuchen: Analysiere eine Diagonalendifferenz von 6 mm mit mehreren möglichen Ursachen, plane eine freizugebende Korrektur und bestimme alle anschließend erneut zu prüfenden Merkmale.
- Probebiegung auswerten: Entwickle ein Auswertungsblatt für eine Rohrprobebiegung mit Sollgeometrie, Istgeometrie, Querschnittsverformung, Oberflächenbefund, Rückfederung und Freigabeentscheidung.
- Montage und Demontage planen: Erstelle eine bebilderte oder digital simulierte Reihenfolge, die Bauteilsicherung, Kennzeichnung, Wiederverwendbarkeit und umweltgerechte Entsorgung berücksichtigt.
- Vollständigen Kompetenznachweis erstellen: Bearbeite den gesamten Auftrag als Modell oder freigegebenes Werkstattprojekt und reiche Zeichnung, Stückliste, Rechnungen, Arbeitsplan, Gefährdungsbetrachtung, Prüfprotokoll, Fehleranalyse, Übergabe und Reflexion ein.


Lernkontrolle
- Widerspruch bearbeiten: Erkläre anhand eines selbst gewählten Fachbeispiels, wie du einen Widerspruch zwischen Zeichnung, Stückliste und Kundenwunsch feststellst, dokumentierst und freigeben lässt.
- Variantenrechnung durchführen: Berechne Profilbedarf, Masse und Blechabwicklung für eine sinnvoll veränderte Gestellgröße und kennzeichne alle Annahmen.
- Messstrategie begründen: Entwickle eine Messstrategie für Rahmengeometrie und Blechablage und begründe die Eignung der Prüfmittel.
- Fehlerkette erklären: Zeige, wie ein falscher Zeichnungsstand vom Materialzuschnitt bis zur Endprüfung Folgekosten und Sicherheitsrisiken erzeugen kann.
- Schutzmaßnahmen übertragen: Übertrage das STOP-Prinzip auf Pressen, Schweißen und das Bewegen einer Baugruppe und nenne jeweils eine sichere Simulationsalternative.
- Lebenszyklus bewerten: Vergleiche eine geschweißte und eine lösbar verschraubte Teilverbindung im Hinblick auf Fertigung, Wartung, Demontage, Materialtrennung und Lebensdauer.
- Entscheidung verteidigen: Führe ein Fachgespräch, in dem du deine Arbeitsfolge, Qualitätskriterien und Grenzen des eigenen Freigaberechts begründest.
Lernnachweis
Ein vollständiger Lernnachweis besteht aus überprüfbaren Produkten und nicht nur aus einer Selbsteinschätzung.
| Nachweisart | Erwarteter Inhalt | Qualitätsmerkmal |
|---|---|---|
| Wissen | Fachbegriffe, Werkstoffe, Verfahren, Sicherheits- und Qualitätsgrundlagen | Begriffe werden am Praxisfall korrekt angewendet |
| Fachrechnen | Profilbedarf, Querschnitt, Masse, gestreckte Länge und Blechabwicklung | Rechenweg, Einheit, Annahme und Ergebnis sind nachvollziehbar |
| Planung | Zeichnung oder Modell, Stückliste, Zuschnitt-, Arbeits- und Prüfplan | Dokumente besitzen eindeutigen Versionsstand und passen zusammen |
| Praktisches oder simuliertes Produkt | Freigegebene Baugruppe oder sichere maßstäbliche Modellalternative | Funktion und Maße sind anhand eines Prüfplans nachgewiesen |
| Qualität | Messprotokoll, Abweichungsbericht und Wiederholungsprüfung | Soll und Ist sind getrennt; Korrekturen sind freigegeben und wirksam |
| Kommunikation | Kundenrückfragen, Übergabe und Fachgespräch | Aussagen sind adressatengerecht, ehrlich und fachlich begründet |
| Transfer | Übertragung auf eine andere Baugruppe oder geänderte Randbedingungen | Entscheidungen werden neu begründet und nicht nur kopiert |
| Reflexion | Verbesserungen zu Ablauf, Sicherheit, Nachhaltigkeit und Digitalisierung | Ursachen und konkrete nächste Maßnahmen werden benannt |
Der Lernnachweis enthält keine echten personenbezogenen Daten, vertraulichen Zeichnungen oder nicht freigegebenen Betriebsinformationen. Bei praktischer Durchführung bestätigt eine berechtigte Aufsichtsperson nur die tatsächlich beobachteten und freigegebenen Arbeitsschritte.
OER und Wikipedia
Fachliche und rechtliche Ausgangsquellen
- BIBB: Berufsprofil Konstruktionsmechaniker
- Verordnung über die Berufsausbildung in den industriellen Metallberufen
- KMK: Rahmenlehrplan Konstruktionsmechaniker
- BAuA: TRGS 528 Schweißtechnische Arbeiten
- DGUV Regel 109-017: Betreiben von Lastaufnahmemitteln und Anschlagmitteln
- BGHM: Sicheres Anschlagen, Aufnehmen und Absetzen von Lasten
- BGHM: Sicher schweißen
- DIN Media: DIN EN ISO 5817:2023-07
- DIN Media: DIN EN ISO 17637:2017-04
Die verlinkten Normseiten belegen Titel und Ausgabestand, stellen aber nicht den vollständigen Normtext bereit. Vor einer realen Fertigung wird der aktuelle Normenstand im berechtigten betrieblichen System sowie der konkrete Anwendungsbereich geprüft.
Geprüfte Medien und Rechtehinweise
| Medium | Geprüfter Quelldatensatz | Urheber oder Anbieter | Lizenz oder Nutzungsgrenze |
|---|---|---|---|
| File:Onsite Girder Assembly, October 2015 (22493699246).jpg | Wikimedia Commons | Massachusetts Department of Transportation | Public Domain in den Vereinigten Staaten laut Commons-Dateiseite; Bedingungen am Nutzungsort prüfen |
| File:Messschieber.jpg | Wikimedia Commons | ArtMechanic | CC BY-SA 3.0 und GFDL laut Commons-Dateiseite |
| File:Biegeanimation 2D.gif | Wikimedia Commons | Borowski~commonswiki | Public Domain durch Freigabe des Rechteinhabers laut Commons-Dateiseite |
| File:High-tonnage press brake.jpg | Wikimedia Commons | Gasparini Industries | CC BY-SA 4.0 laut Commons-Dateiseite |
| File:GMAW.welding.af.ncs.jpg | Wikimedia Commons | William M. Plate Jr., United States Air Force | Public Domain in den Vereinigten Staaten als Werk der US Air Force laut Commons-Dateiseite |
| https://www.youtube.com/watch?v=QclgXj_fsa8 | YouTube: Ausbildung Konstruktionsmechaniker | HT Group beziehungsweise veröffentlichender YouTube-Kanal | Eingebettete Verlinkung; kein offenes Nachnutzungsrecht behauptet |
| https://www.youtube.com/watch?v=54ISDEAUrSA | YouTube: TruBend 7000 | TRUMPF beziehungsweise veröffentlichender YouTube-Kanal | Eingebettete Verlinkung; kein offenes Nachnutzungsrecht behauptet |
Die Medien wurden wegen ihres unmittelbaren Fachbezugs ausgewählt. Die Videos zeigen Beispiele und sind keine Bedienungsanleitungen. Ein einziges deutschsprachiges OER-Video, das alle vier Lernfelder samt sicherer Jahresprojekt-Durchführung abdeckt, wurde nicht als belastbar offen lizenziertes Gesamtmedium angesetzt.
Verknüpfte Lernbereiche
Der Praxisauftrag verbindet Fertigungstechnik, technische Mathematik, digitale Dokumentation, Wirtschafts- und Sozialkompetenz sowie Kundenkommunikation. Weiterführende Projekte können eine andere Gestellgröße, eine korrosionsbeständige Variante, eine vollständig lösbare Verbindung, einen digitalen Prüfdatensatz oder eine ergonomisch verbesserte Montagefolge untersuchen.
aiMOOC Projekte
Schulfach+


aiMOOCs


aiMOOC Projekte


MOOCwiki · Deutsch
Nach dem Lernen ist vor dem Lernen
Entdecke direkt den nächsten Lernkurs. Weitere Inhalte erscheinen, wenn Du weiter nach unten scrollst.
Zur MOOCwiki-HauptseiteMediathek
Mediathek wird aus dem Wiki geladen ...
Keine passenden Inhalte gefunden. Bitte ändere Suche oder Filter.
NEWSLernweltNOAH fragenInhalt melden · Hinweise zu Fehlern, Quellen, Medienrechten oder Dubletten