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Prüfungsstand und praktische Standortbestimmung - Konstruktionsmechaniker - 2. Ausbildungsjahr

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Prüfungsstand und praktische Standortbestimmung - Konstruktionsmechaniker - 2. Ausbildungsjahr

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Einleitung

Im zweiten Ausbildungsjahr lohnt sich eine ehrliche Standortbestimmung: Welche beruflichen Aufträge kannst Du bereits selbstständig analysieren, planen, bearbeiten, prüfen und dokumentieren, und wobei brauchst Du noch gezieltes Training? Dieser aiMOOC verbindet den aktuellen Prüfungsrahmen mit einem vollständig erläuterten Praxisfall, Qualitätskriterien und einem persönlichen Förderplan. Er richtet sich an Auszubildende zum Konstruktionsmechaniker im zweiten Ausbildungsjahr.

Wichtige Einordnung, Stand 25. Oktober 2026: Für Konstruktionsmechaniker gilt nach der aktuellen Ausbildungsordnung keine klassische Zwischenprüfung, sondern Teil 1 der gestreckten Abschlussprüfung. Teil 1 soll vor dem Ende des zweiten Ausbildungsjahres stattfinden, bezieht sich auf die ersten 18 Ausbildungsmonate und fließt mit 40 Prozent in das Gesamtergebnis ein. Die Begriffe dürfen deshalb nicht gleichgesetzt werden. Den verbindlichen persönlichen Prüfungstermin nennt ausschließlich die zuständige IHK in ihrer Einladung. Ein veröffentlichter Termin einer anderen Kammer ist nur Orientierung, niemals Deine verbindliche Einladung.

Sicherheit: Gefährliche Tätigkeiten an Werkzeugmaschinen, Pressen, Schleif- oder Schweißarbeitsplätzen darfst Du ausschließlich nach Unterweisung, Freigabe und unter der im Betrieb festgelegten befugten Aufsicht ausführen. Fehlen Maschine, Freigabe oder Schutzkonzept, bearbeitest Du den Auftrag als CAD-, Papier-, Karton- oder Simulationsmodell. Dieser Kurs ersetzt weder Betriebsanweisung noch Gefährdungsbeurteilung, Herstellerangaben, Ausbildungsplan, Landeslehrplan oder Kammermitteilung.

Das eingebettete Berufsvideo der HT Group zeigt beispielhaft Tätigkeiten wie Schneiden, Kanten, Biegen, Bohren und Montieren. Es ist ein betrieblicher Einblick, keine verbindliche Prüfungsanweisung und keine bestätigte OER.


Prüfungsrahmen und Standortbestimmung


Teil 1 statt Zwischenprüfung

Die aktuelle Verordnung über die Berufsausbildung in den industriellen Metallberufen regelt eine gestreckte Abschlussprüfung aus Teil 1 und Teil 2. Für Konstruktionsmechaniker soll Teil 1 vor dem Ende des zweiten Ausbildungsjahres stattfinden. Geprüft werden Kompetenzen aus dem ersten Ausbildungsjahr und dem dritten Ausbildungshalbjahr sowie der dazugehörige Berufsschulstoff. Teil 1 ist kein folgenloser Probelauf: Sein Ergebnis zählt 40 Prozent, Teil 2 zählt 60 Prozent des Gesamtergebnisses.

Im Prüfungsbereich Herstellen einer Metallkonstruktion sollst Du nachweisen, dass Du technische Unterlagen auswerten, Arbeitsabläufe planen, Werkstoffe und Werkzeuge auswählen, Bauteile mit manuellen und maschinellen Verfahren herstellen, Prüfmittel sinnvoll einsetzen und den Auftrag einschließlich Prüfprotokoll erklären kannst. Die Ausbildungsordnung sieht eine komplexe Arbeitsaufgabe mit situativen Gesprächsphasen sowie schriftlichen Aufgaben vor. Der gesetzliche Zeitrahmen beträgt insgesamt höchstens acht Stunden; die situativen Gesprächsphasen dauern zusammen höchstens zehn Minuten und die schriftlichen Aufgaben höchstens 90 Minuten.

Tatsächlicher Zeitpunkt: Der rechtliche Zeitpunkt lautet „vor Ende des zweiten Ausbildungsjahres“. Die konkrete Kalenderplanung veröffentlicht die zuständige IHK. Als aktuelles Beispiel nennt die IHK Ostwürttemberg für Frühjahr 2027 den 16. März 2027 für den schriftlichen Teil und den Zeitraum 17. März bis 16. April 2027 für die praktische Durchführung. Das ist kein bundesweit verbindlicher persönlicher Termin. Maßgeblich bleiben Deine IHK-Einladung, der betriebliche Ausbildungsplan und die Hinweise Deiner Berufsschule.


Vier Phasen beruflicher Handlungsfähigkeit

Ein berufstypischer Auftrag wird nicht nur „gebaut“. Deine Leistung zeigt sich in vier miteinander verbundenen Phasen:

Phase Leitfragen Möglicher Nachweis
Analysieren Was ist gefordert? Welche Zeichnungsversion, Werkstoffe, Maße, Toleranzen, Stückzahlen, Schnittstellen und Risiken gelten? Markierte Auftragsunterlagen, Anforderungsliste, Rückfragen
Planen Welche Reihenfolge, Verfahren, Maschinen, Werkzeuge, Prüfmittel, Zeiten und Schutzmaßnahmen sind geeignet? Arbeitsplan, Materialliste, Prüfplan, Gefährdungscheck
Bearbeiten Werden Verfahren fachgerecht, wirtschaftlich, sicher und nachvollziehbar angewendet? Prüffähiges Werkstück oder freigegebenes Modell, Prozessnotizen
Prüfen und dokumentieren Erfüllt das Ergebnis die Zeichnung? Sind Abweichungen erkannt, bewertet und behandelt? Messprotokoll, Soll-Ist-Vergleich, Abweichungsbericht, Reflexion

Eine Standortbestimmung ist dann hilfreich, wenn sie konkrete Belege verwendet. „Ich kann bohren“ ist zu allgemein. Aussagekräftiger ist: „Ich kann für einen freigegebenen Bohrvorgang Drehzahl und Spannstrategie begründet auswählen, das Werkstück sicher spannen, das Ergebnis messen und die Istwerte dokumentieren.“


Diagnoseraster für Deinen Prüfungsstand

Bewerte jede Kompetenz mit 0 = noch nicht gezeigt, 1 = mit enger Anleitung, 2 = überwiegend selbstständig oder 3 = sicher und begründet selbstständig. Notiere hinter jeder Zahl einen Beleg aus Übungsauftrag, Berichtsheft, Berufsschule oder betrieblicher Lernaufgabe.

Kompetenz Selbstwert 0–3 Konkreter Beleg Nächster Lernschritt
Zeichnung, Revision und Auftrag vollständig erfassen
Fertigungsfolge begründen
Werkstoff und Halbzeug wirtschaftlich auswählen
Arbeits-, Gesundheits- und Umweltschutz einplanen
Maße und Toleranzen mit geeigneten Prüfmitteln prüfen
Abweichungen fachlich bewerten und melden
Digitale Daten sicher und nachvollziehbar dokumentieren
Fachgespräch strukturiert führen

Vergleiche Deine Selbsteinschätzung mit einer Fremdeinschätzung durch eine ausbildungsberechtigte Person. Unterschiede sind keine Niederlage, sondern Hinweise: Eine hohe Selbsteinschätzung ohne Beleg verlangt einen neuen Leistungsnachweis; eine niedrige Selbsteinschätzung trotz guter Belege zeigt, dass Du Deine Kompetenz genauer wahrnehmen solltest.


Auftrag analysieren und planen


Technische Unterlagen lesen

Am Anfang steht die eindeutige Auftragsgrundlage. Prüfe mindestens Benennung, Zeichnungsnummer, Änderungsstand, Maßstab, Werkstoff, Stückzahl, Maße, Toleranzen, Oberflächenanforderungen, Fügeverfahren und besondere Prüfmerkmale. Verwende nie gleichzeitig zwei unterschiedliche Revisionen. Bei Widersprüchen stoppst Du die Bearbeitung und stellst eine präzise Rückfrage, statt eine Annahme als Tatsache zu behandeln.

Isometrische Darstellung als Ausgangspunkt für räumliches Vorstellen und Zeichnungslesen
Isometrische Darstellung als Ausgangspunkt für räumliches Vorstellen und Zeichnungslesen

Eine technische Zeichnung ist eine vertraglich bedeutsame Informationsquelle. Maße dürfen nicht aus einer nicht maßstäblichen Bildschirmdarstellung „abgegriffen“ werden. Entscheidend sind eingetragene Werte, Symbole und freigegebene digitale Produktdaten. Allgemeintoleranzen gelten nur, wenn sie in der Zeichnung oder den gültigen betrieblichen Unterlagen eindeutig festgelegt sind. Historische Gewohnheiten wie ein pauschaler Verweis auf alte Toleranzklassen dürfen nicht ungeprüft übernommen werden. Der aktuelle Normenstand ist über das betriebliche Normenmanagement oder DIN Media zu prüfen; Normtexte werden in diesem Kurs nicht kopiert.


Vom Auftrag zum Arbeitsplan

Ein guter Arbeitsplan beschreibt nicht nur Tätigkeiten, sondern begründet ihre Reihenfolge. Eine typische Logik lautet: Unterlagen prüfen, Material identifizieren, Gefährdungen und Schutzmaßnahmen klären, Rohteil bereitstellen, Bezugskanten herstellen, Maße übertragen oder programmieren, trennen, umformen, bohren, fügen, entgraten, reinigen, prüfen und dokumentieren. Je nach Auftrag ändert sich diese Reihenfolge.

Für jeden Arbeitsschritt hältst Du fest:

Planungsfeld Fachliche Frage
Ergebnis Welcher prüfbare Zwischenzustand muss entstehen?
Verfahren Warum ist dieses Verfahren für Werkstoff, Geometrie, Stückzahl und Qualität geeignet?
Betriebsmittel Welche freigegebene Maschine, welches Werkzeug und welche Vorrichtung werden benötigt?
Parameter Welche Werte stammen aus Zeichnung, Herstellerangabe, Werkzeugdaten oder freigegebener Technologietabelle?
Sicherheit Welche Gefährdungen bestehen und welche technischen, organisatorischen und persönlichen Maßnahmen gelten?
Qualität Was wird wann womit geprüft, damit Fehler früh erkannt werden?
Nachhaltigkeit Wie werden Verschnitt, Energie, Hilfsstoffe und Nacharbeit reduziert?

Typischer Fehler: Erst vollständig fertigen und erst am Ende messen. Besser ist eine Prüfstrategie mit Zwischenprüfungen. Nach dem Zuschnitt werden Rohmaße und Bezugskanten geprüft; vor dem Biegen werden Lochlage und Entgratung kontrolliert; nach dem Biegen folgen Winkel, Schenkellängen und Oberfläche.


Zeit, Material und digitale Daten planen

Zeitplanung unterscheidet Rüstzeit, Ausführungszeit, Prüfzeit und dokumentierte Unterbrechungen. Eine realistische Planung enthält Reserven für Freigaben und Zwischenprüfungen, aber keine willkürlichen Sicherheitszuschläge. Materialplanung berücksichtigt Rohmaß, Schnittfuge, Spann- und Greifbereiche, Biegezugaben, Ausschussrisiko und sinnvolle Reststücknutzung.

Digitale Zeichnungen, CAD-Dateien, NC-Programme und Prüfprotokolle benötigen eindeutige Dateinamen, Revisionsstände und Zugriffsrechte. Lade keine Kundenzeichnung, Personaldaten oder vertrauliche Betriebsdaten in private Cloud-Dienste oder frei zugängliche KI-Systeme. Für diesen Kurs werden ausschließlich synthetische Auftragsdaten verwendet. Dokumentiere nur die Daten, die für Ausbildung und Qualitätsnachweis erforderlich sind.


Fertigen, Fügen und sicher arbeiten


Verfahren passend auswählen

Konstruktionsmechaniker bearbeiten Bleche, Profile und Baugruppen durch Trennen, Umformen und Fügen. Die Auswahl hängt von Werkstoff, Dicke, Geometrie, Stückzahl, geforderter Qualität, vorhandenen Maschinen, Qualifikation und Wirtschaftlichkeit ab. Ein Verfahren ist nicht deshalb richtig, weil es schnell ist; es muss den Auftrag unter sicheren und reproduzierbaren Bedingungen erfüllen.

Trennen umfasst beispielsweise Sägen, Scherschneiden oder thermische Verfahren. Umformen verändert die Form ohne beabsichtigtes Trennen des Werkstoffs. Fügen verbindet Bauteile lösbar, etwa durch Schrauben, oder unlösbar, etwa durch Schweißen. Bei jeder Auswahl prüfst Du, ob nachgelagerte Prozesse wie Entgraten, Richten, Korrosionsschutz oder Prüfung nötig sind.

Animation des Biegens eines Blechteils an einer Abkantpresse
Animation des Biegens eines Blechteils an einer Abkantpresse
Hydraulische Abkantpresse als Beispiel einer industriellen Umformmaschine
Hydraulische Abkantpresse als Beispiel einer industriellen Umformmaschine

Die Animation verdeutlicht das Grundprinzip des Biegens. In der realen Fertigung bestimmen unter anderem Werkstoffzustand, Blechdicke, Innenradius, Werkzeuggeometrie, Walzrichtung und Rückfederung das Ergebnis. Nutze daher freigegebene Biegetabellen, Herstellerdaten, Versuchsteile und betriebliche Vorgaben. Greife niemals in den Gefahrenbereich einer Presse; Einrichten und Bedienen erfolgen nur nach Qualifikation und Freigabe.


Rechenweg für eine Bohrdrehzahl

Für einen freigegebenen Übungsfall kann die theoretische Drehzahl aus Schnittgeschwindigkeit und Werkzeugdurchmesser abgeschätzt werden:

n = 1000 · vc / (π · d)

Für einen HSS-Bohrer mit d = 9 mm und eine in der Übung angenommene Schnittgeschwindigkeit vc = 25 m/min ergibt sich:

n = 1000 · 25 / (3,1416 · 9) = 884 min−1

An einer Maschine mit festen Stufen würde die nächstgeeignete freigegebene Stufe nach Hersteller- und Betriebsangabe gewählt, beispielsweise etwa 850 min−1. Die Zahl 25 m/min ist kein allgemeingültiger Wert: Werkzeughersteller, Werkstoffzustand, Beschichtung, Kühlung, Maschine und Spannverhältnisse können einen anderen Wert verlangen. Vor dem Start prüfst Du Schutzhaube, Werkzeugzustand, sichere Spannung, Drehrichtung und Betriebsanweisung. Späne werden nur bei stillgesetzter Maschine mit geeignetem Hilfsmittel entfernt.


Fügen, Schweißen und Gesundheitsschutz

Beim Lichtbogenschweißen können elektrische Gefährdungen, optische Strahlung, Hitze, Brand, Druckgase, Lärm und Gefahrstoffe auftreten. Schutzmaßnahmen folgen der Gefährdungsbeurteilung und dem STOP-Prinzip: Substitution, technische, organisatorische und persönliche Maßnahmen. Dazu können ein emissionsärmeres Verfahren, wirksame Erfassung an der Entstehungsstelle, Abschirmung, Freigabe für Heißarbeiten, geeignete Schutzkleidung und arbeitsmedizinische Vorsorge gehören. Die konkrete Auswahl trifft der Betrieb auf Grundlage aktueller Rechts-, DGUV- und Herstellerinformationen.

Schematische Darstellung des MSG-Schweißbereichs mit Draht, Schutzgas und Schweißbad
Schematische Darstellung des MSG-Schweißbereichs mit Draht, Schutzgas und Schweißbad

Schweißübungen sind nur an freigegebenen Arbeitsplätzen unter befugter Aufsicht zulässig. Als sichere Alternative analysierst Du eine Schweißnahtzeichnung, planst die Reihenfolge an einem CAD-Modell, verwendest einen Schweißsimulator oder montierst eine Übungsbaugruppe mit Schraubverbindungen. Eine Simulation ersetzt nicht die betriebliche Qualifikation, erlaubt aber eine gefahrarme Standortbestimmung zu Planung und Fachsprache.


Nachhaltigkeit im Fertigungsauftrag

Nachhaltigkeit bedeutet im Metallbau nicht nur Abfalltrennung. Gute Planung vermeidet Fehlteile, unnötige Transporte, Leerlauf, übermäßige Nacharbeit und vermeidbaren Energieeinsatz. Lege Zuschnitte so, dass Reststücke nutzbar bleiben, kennzeichne Werkstoffe eindeutig, trenne Metallreste nach betrieblichen Vorgaben und dosiere Hilfsstoffe sparsam. Qualität ist dabei Umweltschutz: Ein beim ersten Durchlauf passendes Bauteil spart Material, Energie und Arbeitszeit.


Prüfen, bewerten und dokumentieren


Prüfstrategie statt Endkontrolle

Prüfen bedeutet, eine definierte Eigenschaft mit einem geeigneten Verfahren zu beurteilen. Ein Prüfplan nennt Merkmal, Sollwert, Toleranz, Prüfmittel, Prüfzeitpunkt, Ergebnis und Entscheidung. Kritische Merkmale werden möglichst früh geprüft. Das verhindert, dass ein fehlerhaftes Zwischenprodukt weitere wertvolle Bearbeitungsschritte durchläuft.

Schematischer Messschieber mit beschrifteten Bauteilen
Schematischer Messschieber mit beschrifteten Bauteilen

Ein Messschieber eignet sich beispielsweise für Außen-, Innen- und Tiefenmaße im Rahmen seiner Auflösung und des geforderten Toleranzbereichs. Er ist nicht automatisch für jede enge Toleranz geeignet. Vor dem Messen prüfst Du Sauberkeit, Beschädigung, Nullstellung, Kennzeichnung und betrieblich festgelegten Prüfstatus. Das Werkstück muss so temperiert und sauber sein, dass das Ergebnis nicht durch Grat, Schmutz, Wärme oder übermäßige Messkraft verfälscht wird.


Soll-Ist-Vergleich und Abweichung

Ein Messwert allein ist noch keine Qualitätsentscheidung. Beispiel: Sollmaß 80,0 mm mit einer in der Übungszeichnung festgelegten Toleranz von ±0,2 mm ergibt den zulässigen Bereich 79,8 mm bis 80,2 mm. Ein Istwert von 80,1 mm liegt innerhalb dieses Bereichs. Ein Istwert von 80,4 mm ist eine Abweichung und darf nicht eigenmächtig „passend erklärt“ werden.

Bei einer Abweichung sicherst Du das Teil gegen unbeabsichtigte Weiterverwendung, kennzeichnest den Status nach betrieblicher Regel, dokumentierst Messwert und Prüfbedingungen und meldest den Sachverhalt. Ob Nacharbeit, Sonderfreigabe oder Ausschuss zulässig ist, entscheiden nur befugte Stellen. Messwerte werden nicht nachträglich verändert; Korrekturen in digitalen Protokollen müssen nachvollziehbar bleiben.


Dokumentation und Datenschutz

Ein gutes Prüfprotokoll enthält Auftrags- oder Übungskennung, Zeichnungsrevision, Werkstoff, Prüfmerkmal, Sollwert, Toleranz, Istwert, Prüfmittelkennung, Datum und nachvollziehbare Freigabe. Verwende für Lernaufträge neutrale Kennungen statt Klarnamen. Fotos dürfen keine Kundendaten, Bildschirme, Zugangsausweise oder unbeteiligte Personen zeigen. Speichere Dateien nur in freigegebenen Systemen und beachte Lösch- sowie Aufbewahrungsregeln des Betriebs.

Digitale Werkzeuge können Messwerte übertragen, Prüfpläne versionieren und Trends sichtbar machen. Automatisierung entbindet Dich nicht von der Plausibilitätsprüfung. Ein Zahlendreher, falsche Einheit oder falsch zugeordnetes Bauteil kann auch in einem digitalen System zu einer falschen Entscheidung führen.


Rückmeldung als Lernwerkzeug

Fachliche Rückmeldung bezieht sich auf beobachtbare Kriterien: „Die Reihenfolge verhindert eine sichere Zwischenprüfung nicht“ ist zu ungenau. Besser lautet sie: „Du hast die Lochlage erst nach dem Biegen geprüft; plane die Lochprüfung vor dem Biegen und begründe, welche Maße danach erneut kontrolliert werden.“ Gute Rückmeldung nennt Stärke, Abweichung, Auswirkung und nächsten Schritt. Sie bewertet die Leistung, nicht die Person.


Praxisfall: L-Konsole planen, fertigen und prüfen


Auftrag und sichere Übungsbedingungen

Du sollst eine synthetische Montagekonsole aus Stahlblech S235JR planen und als freigegebenes Werkstück oder gefahrloses Modell herstellen. Die Konsole besitzt einen 90-Grad-Biegewinkel. Für die Übungsrechnung gelten Blechdicke s = 4 mm, Breite 80 mm, Innenradius r = 4 mm, gerade Längen bis zu den Tangenten a = 115 mm und b = 55 mm. Im langen Schenkel liegen zwei Bohrungen mit 9 mm Durchmesser, im kurzen Schenkel zwei Bohrungen mit 7 mm Durchmesser. Die Lochmitten liegen jeweils 20 mm von den Seitenkanten und 25 mm von der freien Stirnkante entfernt.

Die festgelegten Übungstoleranzen sind: Platinenbreite 80,0 ± 0,2 mm, entwickelte Länge 178,8 ± 0,2 mm, Lochlage ± 0,3 mm, lange und kurze Tangentenlänge jeweils ± 0,5 mm sowie Biegewinkel 90 Grad ± 1 Grad. Bohrungen dürfen keine scharfen Grate aufweisen. Diese Werte sind didaktische Festlegungen dieses Praxisfalls, keine pauschale Übernahme aus einer Norm.

Ohne betriebliche Freigabe fertigst Du die Konsole aus Karton, dünnem Modellwerkstoff oder in CAD. Maschinenparameter werden dann nur berechnet und in einer Simulation geprüft. Schweißen ist für diesen Auftrag nicht erforderlich; die spätere Montage wird als Schraubverbindung gedacht.


Berechnung der Abwicklung

Für die didaktische Rechnung wird ein k-Faktor von 0,4 angenommen. Der k-Faktor beschreibt hier vereinfacht die Lage der neutralen Faser innerhalb der Blechdicke. In der betrieblichen Praxis muss er aus freigegebenen Biegetabellen, Werkzeugdaten oder Versuchsergebnissen stammen.

Neutraler Radius:

rn = r + k · s = 4 mm + 0,4 · 4 mm = 5,6 mm

Biegezugabe für 90 Grad:

BA = 90/360 · 2 · π · rn

BA = 0,25 · 2 · 3,1416 · 5,6 mm = 8,80 mm

Entwickelte Länge:

L = a + b + BA = 115 mm + 55 mm + 8,80 mm = 178,80 mm

Das rechnerische Platinenmaß beträgt deshalb 178,8 mm × 80,0 mm × 4,0 mm. Vor realer Fertigung prüfst Du, ob die betriebliche Biegesoftware oder die freigegebene Tabelle dieselbe Bezugsart verwendet. Außenmaße, Tangentenmaße, Biegeverkürzung und Biegezugabe dürfen nicht vermischt werden.


Materialbedarf und Masse

Das Bruttovolumen der Platine beträgt:

V = 178,8 mm · 80,0 mm · 4,0 mm = 57.216 mm³ = 57,216 cm³

Mit der für die Übung angenommenen Stahldichte ρ = 7,85 g/cm³ folgt:

m = V · ρ = 57,216 cm³ · 7,85 g/cm³ = 449,1 g

Für Materialbereitstellung und Handhabung wird daher mit rund 0,45 kg Bruttomasse gerechnet. Die Bohrungen reduzieren die Endmasse geringfügig. Für eine Bestellung zählt nicht nur die rechnerische Masse, sondern auch ein verfügbares Halbzeugformat, Schnittfugen, Spannbereiche und die sinnvolle Nutzung von Reststücken.


Arbeitsplan

Schritt Geplante Tätigkeit Prüfergebnis Sicherheits- und Umweltaspekt
Unterlagen klären Zeichnung, Revision, Werkstoff, Maße, Toleranzen und Modellvariante prüfen Vollständige Anforderungsliste Keine vertraulichen Daten in ungeprüfte Systeme übertragen
Verfahren planen Zuschnitt, Bohrungsherstellung, Entgraten, Biegen und Endprüfung festlegen Begründete Reihenfolge Nur freigegebene Maschinen und Herstellerparameter verwenden
Platine herstellen Rohteil auf 178,8 mm × 80,0 mm bringen Länge und Breite innerhalb der Übungstoleranz Sichere Spannung, Schutzvorrichtungen und Reststückkonzept beachten
Bohrungen herstellen Zwei Bohrungen 9 mm und zwei Bohrungen 7 mm an den festgelegten Positionen fertigen Durchmesser, Lochlage und Grat prüfen Werkstück nie von Hand gegen Bohrdrehmoment halten
Biegen Einen 90-Grad-Biegevorgang mit freigegebenem Werkzeug oder in Simulation ausführen Schenkellängen und Winkel prüfen Gefahrenbereich der Presse strikt meiden
Abschluss Kanten, Oberfläche, Maße, Dokumentation und Materialtrennung prüfen Vollständiges Prüfprotokoll und gekennzeichneter Status Späne und Reststücke betrieblich korrekt sammeln


Prüffähiges Arbeitsergebnis

Das Arbeitsergebnis ist prüffähig, wenn eine reale Konsole oder ein maßstäbliches Modell, ein Arbeitsplan und ein ausgefülltes Messprotokoll vorliegen. Für das Modell dürfen gefährliche Arbeitsschritte durch Markierungen, Screenshots oder Simulationsprotokolle nachgewiesen werden. Das Prüfprotokoll enthält mindestens:

Merkmal Soll Toleranz Ist Prüfmittel oder Methode Entscheidung
Platinenlänge 178,8 mm ± 0,2 mm Messschieber oder freigegebene Längenmessung
Breite 80,0 mm ± 0,2 mm Messschieber
Lochlage nach Übungszeichnung ± 0,3 mm Messschieber, Höhenmessgerät oder CAD-Prüfung
Tangentenlängen 115 mm und 55 mm jeweils ± 0,5 mm geeignete Längenmessung
Winkel 90 Grad ± 1 Grad Winkelmessgerät oder CAD-Prüfung
Kanten und Oberfläche gratfrei und ohne funktionsstörende Beschädigung Sicht- und Tastprüfung nach Freigabe sichere Sichtprüfung


Diagnostisches Bewertungsraster

Das folgende Raster dient nur der Lernstandsdiagnose und ist kein offizieller IHK-Bewertungsschlüssel.

Bereich Punkte Qualitätskriterium
Auftragsanalyse 15 Anforderungen, Revision, Werkstoff, Maße und Rückfragen vollständig erfasst
Arbeits- und Prüfplanung 15 Reihenfolge, Verfahren, Prüfzeitpunkte und Ressourcen fachlich begründet
Sicherheit und Umweltschutz 15 Gefährdungen erkannt, Schutzmaßnahmen und sichere Alternative geplant
Maß- und Lochqualität 20 Prüfergebnisse vollständig, nachvollziehbar und innerhalb der festgelegten Grenzen
Biegegeometrie 15 Schenkellängen und Winkel erfüllt oder Abweichung korrekt behandelt
Dokumentation und Fachgespräch 15 Rechenwege, Entscheidungen, Istwerte und Abweichungen verständlich erläutert
Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit 5 Materialnutzung, Nacharbeitsvermeidung und Reststofftrennung berücksichtigt
Gesamt 100 Diagnostisches Ergebnis mit konkretem Förderbedarf

Auswertung: 85–100 Punkte zeigen einen weitgehend sicheren Übungsstand, 70–84 Punkte einen tragfähigen Stand mit einzelnen Trainingszielen, 50–69 Punkte deutlichen Förderbedarf und unter 50 Punkte einen strukturierten Neuaufbau mehrerer Kompetenzbereiche. Diese Schwellen sind kursinterne Orientierung und keine Prüfungsnote.


Individueller Förderplan

Wähle höchstens drei vorrangige Ziele für die nächsten vier Wochen. Jedes Ziel braucht einen beobachtbaren Nachweis.

Ausgangsbefund SMART formuliertes Ziel Lernmaßnahme Nachweis Termin und Rückmeldung
Beispiel: Lochlagen werden erst am Ende geprüft Ich prüfe bei den nächsten drei Übungsaufträgen die Lochlage vor dem Umformen und begründe den Zeitpunkt im Arbeitsplan Prüfplanvorlage nutzen und mit Ausbilderin oder Ausbilder vor Arbeitsbeginn besprechen Drei Arbeitspläne und drei Messprotokolle Nach jedem Auftrag kurze Kriterienrückmeldung
Eigener Befund
Eigener Befund
Eigener Befund

Typische Fehler sind ein unklarer Zeichnungsstand, vermischte Bezugsmaße bei der Abwicklung, ungeprüfte Maschinenparameter, fehlende Zwischenprüfungen, Messung auf Grat, nachträglich „passend“ geänderte Werte und ein Förderziel ohne überprüfbaren Nachweis. Korrigiere nicht nur das Werkstück, sondern die Ursache im Prozess.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Prüfungsstand und Praxis

Welche Prüfungsform gilt aktuell für Konstruktionsmechaniker im zweiten Ausbildungsjahr? (Teil 1 der gestreckten Abschlussprüfung) (!Eine klassische Zwischenprüfung ohne Einfluss auf das Endergebnis) (!Die vollständige Abschlussprüfung Teil 2) (!Eine freiwillige betriebliche Leistungsprobe ohne Kammerbezug)




Wann soll Teil 1 nach der Ausbildungsordnung stattfinden? (Vor dem Ende des zweiten Ausbildungsjahres) (!Erst nach dem Ende der dreieinhalbjährigen Ausbildung) (!Immer genau am ersten Schultag des zweiten Ausbildungsjahres) (!Ausschließlich nach Bestehen von Teil 2)




Welchen Anteil hat Teil 1 am Gesamtergebnis der Abschlussprüfung? (40 Prozent) (!10 Prozent) (!60 Prozent) (!100 Prozent)




Was ist bei widersprüchlichen Zeichnungsrevisionen zuerst zu tun? (Bearbeitung stoppen und den gültigen Stand klären) (!Die ältere Zeichnung verwenden, weil sie zuerst erstellt wurde) (!Die Maße aus beiden Zeichnungen mitteln) (!Die sichtbare Bildschirmgröße als Maßstab verwenden)




Warum wird eine Zwischenprüfung im Arbeitsplan eingeplant? (Fehler sollen erkannt werden, bevor weitere Arbeitsschritte Wert hinzufügen) (!Damit am Ende keine Maßprüfung mehr nötig ist) (!Damit jede Toleranz automatisch größer wird) (!Damit die Zeichnungsrevision unwichtig wird)




Welche theoretische Drehzahl ergibt sich ungefähr für d 9 mm und vc 25 m pro Minute? (884 Umdrehungen pro Minute) (!88 Umdrehungen pro Minute) (!250 Umdrehungen pro Minute) (!2780 Umdrehungen pro Minute)




Welche Aussage zum Messschieber ist fachlich richtig? (Seine Eignung hängt von Messaufgabe und geforderter Toleranz ab) (!Er ist für jede beliebig enge Toleranz geeignet) (!Grat verbessert die Genauigkeit der Messung) (!Der Prüfstatus des Messmittels ist bedeutungslos)




Was ist bei einer festgestellten Maßabweichung richtig? (Den Status sichern, die Abweichung dokumentieren und befugt entscheiden lassen) (!Den Messwert ohne Hinweis in den Sollbereich ändern) (!Das Teil unmarkiert weitergeben) (!Die Toleranz nachträglich selbst erweitern)




Welche Maßnahme steht im STOP-Prinzip vor persönlicher Schutzausrüstung? (Eine wirksame technische Schutzmaßnahme) (!Das Ignorieren einer seltenen Gefährdung) (!Eine private Fotoaufnahme) (!Das Löschen des Arbeitsplans)




Welche digitale Handlung schützt Betriebs- und Kundendaten? (Nur freigegebene Systeme und notwendige Daten verwenden) (!Kundenzeichnungen in eine private Cloud hochladen) (!Revisionsstände aus Dateinamen entfernen) (!Prüfprotokolle öffentlich teilen)





Memory-Spiel

Gestreckte Abschlussprüfung Teil 1 und Teil 2 bilden gemeinsam das Gesamtergebnis
Arbeitsplan Begründete Reihenfolge von Verfahren, Mitteln, Prüfungen und Schutzmaßnahmen
Zwischenprüfung Qualitätskontrolle innerhalb des Fertigungsablaufs
Prüfmittel Geeignetes Hilfsmittel zum Ermitteln oder Beurteilen eines Merkmals
Biegezugabe Bogenlänge der neutralen Faser im Umformbereich
Förderplan Zeitlich festgelegte Lernmaßnahme mit überprüfbarem Nachweis





Drag-and-drop

Ordne die passende Beschreibung zu. Begriff
Gültige Revision feststellen Auftragsanalyse
Verfahren und Reihenfolge begründen Arbeitsplanung
Maße während des Prozesses kontrollieren Zwischenprüfung
Istwerte mit Toleranzgrenzen vergleichen Qualitätsbewertung
Konkretes Ziel mit Nachweis und Termin festlegen Lernförderung




Ordne jede Tätigkeit dem fachlich passenden Bereich zu.


Kreuzworträtsel

Messschieber Welches Prüfmittel kann Außen-, Innen- und Tiefenmaße erfassen?
Arbeitsplan Welches Dokument beschreibt die begründete Fertigungsfolge?
Biegeradius Welche Größe beschreibt die Rundung an der Innenseite einer Biegung?
Prüfprotokoll Wo werden Sollwerte, Istwerte und Entscheidungen festgehalten?
Schutzgas Was schirmt beim MSG-Schweißen den Prozessbereich gegen die Umgebung ab?
Nachhaltigkeit Welches Prinzip umfasst Material-, Energie- und Nacharbeitsvermeidung?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Für Konstruktionsmechaniker gilt im zweiten Ausbildungsjahr Teil 1 der

. Die konkrete Einladung kommt von der zuständigen

. Vor der Fertigung muss der gültige

geklärt werden. Eine begründete Reihenfolge wird im

dokumentiert. Die Bogenlänge der neutralen Faser heißt

. Ein Messwert wird mit den festgelegten

verglichen. Abweichungen müssen nachvollziehbar

werden. Ein Förderziel benötigt einen konkreten

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Prüfungsformat erklären: Erstelle eine einseitige Gegenüberstellung von klassischer Zwischenprüfung und Teil 1 der gestreckten Abschlussprüfung; nenne mindestens drei Unterschiede und belege sie mit der aktuellen Ausbildungsordnung. Rückmeldungskriterium: korrekte Begriffe, Zeitpunkt und Gewichtung.
  2. Kompetenzampel: Bewerte die acht Kompetenzen des Diagnoserasters mit 0 bis 3 und ergänze zu jeder Einstufung einen konkreten Beleg. Rückmeldungskriterium: Einstufung und Beleg passen nachvollziehbar zusammen.
  3. Zeichnungscheck: Formuliere zehn Prüffragen, mit denen Du vor Arbeitsbeginn Zeichnungsnummer, Revision, Werkstoff, Maße und Toleranzen kontrollierst. Rückmeldungskriterium: Die Fragen verhindern typische Informationsfehler.
  4. Messmittel auswählen: Ordne fünf selbst gewählten Prüfmerkmalen geeignete Prüfmittel oder sichere Simulationsmethoden zu und begründe jede Wahl in einem Satz. Rückmeldungskriterium: Messbereich, Auflösung und Merkmal werden berücksichtigt.


Standard

  1. Arbeitsplan verbessern: Überarbeite einen vorhandenen Übungsarbeitsplan so, dass mindestens zwei Zwischenprüfungen, Sicherheitsmaßnahmen und ein Nachhaltigkeitsaspekt enthalten sind. Rückmeldungskriterium: Jeder Prüfzeitpunkt verhindert einen benannten Folgefehler.
  2. Drehzahl berechnen: Berechne für Bohrerdurchmesser 7 mm und eine angenommene Schnittgeschwindigkeit von 25 m pro Minute die theoretische Drehzahl und erkläre, warum die reale Einstellung mit Hersteller- und Betriebsangaben abgeglichen werden muss. Rückmeldungskriterium: Formel, Einheit, Ergebnis und Einschränkung sind korrekt.
  3. Prüfprotokoll erstellen: Fülle das Protokoll des Praxisfalls mit synthetischen Istwerten aus, darunter mindestens ein Wert außerhalb der Toleranz, und beschreibe den korrekten Umgang mit der Abweichung. Rückmeldungskriterium: Kein Messwert wird verborgen oder eigenmächtig umgedeutet.
  4. Fachgespräch aufnehmen: Erstelle eine dreiminütige Audio- oder Videoerklärung zu Deiner Fertigungs- und Prüfplanung, ohne reale Kunden-, Betriebs- oder Personendaten zu zeigen. Rückmeldungskriterium: Entscheidungen werden fachlich begründet und Datenschutz wird eingehalten.


Schwer

  1. Praxisfall durchführen: Fertige die L-Konsole unter befugter Aufsicht oder als maßstäbliches CAD- beziehungsweise Kartonmodell und reiche Arbeitsplan, Rechenweg, Arbeitsergebnis und Messprotokoll ein. Rückmeldungskriterium: Die gesamte Handlungskette ist prüfbar.
  2. Fehlerursache analysieren: Untersuche für eine simulierte Winkelabweichung von zwei Grad mindestens drei mögliche Ursachen, ordne passende Prüfungen zu und entwickle eine vorbeugende Maßnahme. Rückmeldungskriterium: Ursache, Nachweis und Maßnahme sind logisch verknüpft.
  3. Ressourcenvergleich: Vergleiche zwei zulässige Fertigungsfolgen für die Konsole hinsichtlich Zeit, Material, Energie, Sicherheit und Nacharbeitsrisiko und triff eine begründete Entscheidung. Rückmeldungskriterium: Die Entscheidung berücksichtigt Zielkonflikte statt nur Geschwindigkeit.
  4. Förderplan umsetzen: Formuliere drei SMART-Ziele, führe über vier Wochen passende Lernmaßnahmen durch und dokumentiere Vorher-Nachher-Belege mit einer fachlichen Fremdrückmeldung. Rückmeldungskriterium: Die Entwicklung wird an konkreten Leistungsnachweisen sichtbar.




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Lernkontrolle

  1. Prüfungsrecht anwenden: Begründe anhand der aktuellen Ausbildungsordnung, weshalb die Bezeichnung Zwischenprüfung für diesen Prüfungsabschnitt fachlich irreführend ist; erwartet werden Prüfungsform, Zeitpunkt und Einfluss auf das Gesamtergebnis.
  2. Auftrag systematisch analysieren: Erhalte eine synthetische Zeichnung mit zwei eingebauten Widersprüchen und dokumentiere, welche Bearbeitung Du stoppst, welche Rückfragen Du stellst und welche Unterlage danach verbindlich sein muss.
  3. Fertigungsfolge begründen: Entwickle für eine einfache Blechbaugruppe eine vollständige Arbeits- und Prüfplanung; die Rückmeldung bewertet Reihenfolge, Zwischenprüfungen, Schutzmaßnahmen, Wirtschaftlichkeit und digitale Nachvollziehbarkeit.
  4. Rechenweg übertragen: Berechne Biegezugabe und Platinenlänge für veränderte, ausdrücklich gegebene Tangentenmaße, Dicke, Radius und k-Faktor; kennzeichne jede Annahme und prüfe die Einheit.
  5. Qualitätsentscheidung treffen: Werte einen Satz synthetischer Istmaße gegen vorgegebene Toleranzgrenzen aus, markiere konforme und abweichende Merkmale und beschreibe den befugten weiteren Prozess ohne eigenmächtige Freigabe.
  6. Fachgespräch führen: Erläutere in höchstens zehn Minuten Deinen Praxisfall vom Auftrag bis zum Förderziel; die Rückmeldung folgt den Kriterien Fachlichkeit, Begründung, Sicherheit, Qualität, Nachhaltigkeit und klare Sprache.




Lernnachweis

Ein vollständiger Lernnachweis besteht aus einem Portfolio mit folgenden Bestandteilen:

Bestandteil Mindestanforderung Qualitätsmerkmal
Auftragsanalyse Anforderungsliste und geklärte Revision Keine unbegründete Annahme
Rechenblatt Abwicklung, Drehzahl oder Materialbedarf mit Einheiten Rechenweg ist reproduzierbar
Arbeits- und Prüfplan Verfahren, Reihenfolge, Prüfzeitpunkte und Schutzmaßnahmen Entscheidungen sind begründet
Arbeitsergebnis Freigegebenes Werkstück oder sicheres Modell Ergebnis kann anhand festgelegter Merkmale geprüft werden
Prüfprotokoll Soll, Toleranz, Ist, Prüfmittel und Entscheidung Abweichungen bleiben sichtbar und nachvollziehbar
Fachgespräch Strukturierte Erläuterung der Handlungskette Fachbegriffe werden verständlich und korrekt verwendet
Förderplan Bis zu drei SMART-Ziele mit Maßnahmen und Termin Fortschritt wird durch Vorher-Nachher-Belege gezeigt

Als Transferleistung entwickelst Du aus einem erkannten Fehler eine vorbeugende Änderung für den nächsten Arbeitsplan. Der Lernnachweis bestätigt eine im Kurs gezeigte Kompetenz, aber keine amtliche Prüfungszulassung, Kammeranerkennung oder betriebliche Arbeitsfreigabe.




OER und Wikipedia

Der folgende Wikipedia-Artikel bietet einen allgemeinen Berufseinstieg. Quellenkritischer Hinweis: Sein Abschnitt zur Prüfung verwendet derzeit die ältere Bezeichnung „Zwischenprüfung“. Für Prüfungsform, Zeitpunkt und Gewichtung sind die aktuelle Ausbildungsordnung, das BIBB-Berufsprofil und die Mitteilungen der zuständigen IHK maßgeblich.


Verlässliche Fach- und Rechtsquellen

  1. BIBB: Konstruktionsmechaniker – Berufsprofil, Ausbildungsordnung und Rahmenplan
  2. Gesetze im Internet: Industrielle Metallberufe-Ausbildungsverordnung, insbesondere §§ 6, 15–18 und 27
  3. IHK Ostwürttemberg: veröffentlichte Prüfungstermine als regionales Beispiel
  4. IHK Ulm: Prüfungstermine und Hinweis auf persönliche Einladungen
  5. DGUV Regel 109-607: Branche Metallbau
  6. DGUV Information 209-002: Schleifen
  7. DGUV Information 209-066: Maschinen der Zerspanung
  8. DGUV Information 209-010: Lichtbogenschweißen
  9. BGHM: Sicher schweißen – Gefährdungen und Schutzmaßnahmen
  10. Arbeitsschutzgesetz
  11. Betriebssicherheitsverordnung
  12. Gefahrstoffverordnung
  13. DIN Media: DIN EN ISO 129-1:2022-02 zur Angabe von Maßen und Toleranzen
  14. DIN Media: DIN EN ISO 22081:2022-10 zu allgemeinen geometrischen und Größenmaßspezifikationen

Prüfe vor jeder realen Tätigkeit den aktuellen Ausgabestand, die betriebliche Gefährdungsbeurteilung, Betriebsanweisung und Herstellerunterlagen. Die Links dokumentieren den Recherchestand vom 25. Oktober 2026; sie ersetzen kein betriebliches Normenmanagement.


Geprüfte Medien, Urheber und Lizenzen

Medium Nachweis und Inhalt Urheber Lizenz oder Rechtehinweis
File:Vernier caliper legends de.svg Commons-Dateiseite: schematischer Messschieber Joaquim Alves Gaspar; Vektorisierung Antilived; deutsche Bearbeitung Sebastian Wallroth CC BY-SA 3.0, alternativ auf der Dateiseite weitere angebotene Lizenz
File:Engineering drawing isometric.svg Commons-Dateiseite: isometrische technische Darstellung Fvasconcellos, nach einer Vorlage von Keecheril CC BY-SA 3.0
File:Biegeanimation 2D.gif Commons-Dateiseite: Simulation des Biegens an einer Presse Borowski~commonswiki Gemeinfrei laut Rechteerklärung der Dateiseite
File:High-tonnage press brake.jpg Commons-Dateiseite: hydraulische Abkantpresse GaspariniIndustries CC BY-SA 4.0
File:GMAW weld area.png Commons-Dateiseite: Schema des MSG-Schweißbereichs Spangineer CC BY-SA 3.0
https://www.youtube.com/watch?v=QclgXj_fsa8 Ausbildungsbörse Freystadt: verifizierte Zuordnung zum Berufsvideo der HT Group HT Group Extern eingebettetes Unternehmensvideo; Rechte beim Anbieter, keine OER-Lizenz bestätigt


Verknüpfte Lernbereiche

Der Kurs verbindet berufliche Lernfelder der Metalltechnik mit Mathematik durch Formeln und Einheiten, mit Physik durch Kräfte, Wärme und Werkstoffverhalten, mit Deutsch durch Dokumentation und Fachgespräch, mit Informatik durch CAD-, Revisions- und Prüfdaten sowie mit Wirtschaft durch Zeit-, Material- und Qualitätskosten. Geeignete Projekte sind eine sichere Modellfertigung der Konsole, ein digitaler Prüfplan, eine Fehlerursachenanalyse und ein vierwöchiges Kompetenzportfolio. Der betriebliche Ausbildungsplan, der geltende Landeslehrplan und die Vorgaben der zuständigen Kammer bestimmen, wie diese Lernbereiche vor Ort vertieft werden.


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