ELHA VTM620 – Projektprüfung eines Bohrkreises mit CAM-Freigabeplan
Lehrmodell und Quellenbezug: Dieser Kurs ist auf unterschiedliche Ausbildungsbetriebe übertragbar. Der Metall-Muster-Betrieb bezeichnet ein fiktives redaktionelles Lehrmodell. Der Quellenbetrieb und seine Referenzanlagen sind dagegen die realen Anwendungsfälle der jeweils verlinkten Originalberichte. Quellenangaben beschreiben weder eine tatsächliche Ausstattung des Musterbetriebs noch eine Herstellerfreigabe.
Einleitung
Dieser vollständige aiMOOC richtet sich an Auszubildende im dritten oder vierten Ausbildungsjahr des Berufs Zerspanungsmechanikerin beziehungsweise Zerspanungsmechaniker. Du prüfst einen synthetischen Bohrkreis rechnerisch und entwickelst daraus einen begrenzten CAM-Freigabeplan für eine Lehrsimulation. Der Kurs verbindet Trigonometrie, Polarkoordinaten, CAM, Qualitätsprüfung und nachvollziehbare Fertigungsdokumentation.
Wichtige Abgrenzung: Die ELHA VTM620 wird in einer öffentlich zugänglichen Referenz als Teil eines Maschinenparks des Quellenbetriebs genannt. Die Quelle belegt jedoch weder das hier verwendete Lehrwerkstück noch installierte Optionen, konkrete Achskonfigurationen, Leistungsdaten, Spannmittel, Werkzeugdaten oder eine Freigabe dieses Lernfalls. Alle Werkstück- und Projektdaten dieses Kurses sind ausdrücklich synthetisch. Die Datumsangabe 21.05.2024 bezeichnet die Aktualisierung der Referenzwebseite. Dieser Kurs ist kein offizieller Herstellerlehrgang, keine offizielle Prüfungsaufgabe und kein Ersatz für Betriebsanweisungen, Gefährdungsbeurteilungen oder Herstellerunterlagen.
Sicherheitsregel: Reale Maschinenarbeit darf ausschließlich nach betrieblicher Unterweisung, mit qualifizierter Anleitung und innerhalb der vor Ort freigegebenen Verfahren erfolgen. Eine richtige Geometrierechnung gibt niemals automatisch ein NC-Programm oder eine reale Bearbeitung frei.
Lernziel: Du kannst die Winkelteilung eines Bohrkreises bestimmen, einen Bohrungsmittelpunkt aus Radius und Winkel berechnen, den geraden Nachbarabstand als Sehne ermitteln, typische Rechenfehler erkennen und die Grenze zwischen Geometrieprüfung, CAM-Simulation, Postprozessorlauf und Maschinenfreigabe begründen.

Maschinenbezug, Quellenlage und Nachweisgrenzen
Was die Primärquellen tatsächlich belegen
Die öffentlich zugängliche Referenzseite von AdeQuate Solutions nennt für den Referenzstandort einen Maschinenpark mit mehr als 100 NC-Maschinen und führt die ELHA VTM620 in einem Auszug der Maschinenliste auf. Außerdem beschreibt der Anwenderbericht eine standortweite CAD/CAM-Prozesskette, TopSolid'Cam, kundenspezifische Postprozessoren, Werkzeugverwaltung, Maschinenmodelle, Aufspannmodelle, PDM- und DNC-Anbindung sowie die Bedeutung realitätsnaher Daten für eine zuverlässige Simulation.
Für diesen Kurs gilt eine strenge Schlussgrenze: Aus der bloßen Nennung der ELHA VTM620 darfst du keine maschinenspezifische Kinematik, Steuerungsversion, Verfahrwege, Werkzeugaufnahme, Tischbelastung, Drehzahl, Vorschubgrenze oder Spannstrategie ableiten. Ebenso belegt die Quelle nicht, dass das synthetische Ringbauteil auf dieser Maschine gefertigt wurde.
| Nachweis | Belegt | Nicht belegt |
|---|---|---|
| Öffentliche Referenzwebseite, aktualisiert am 21.05.2024 | ELHA VTM620 erscheint in einem Auszug des Maschinenparks des Quellenbetriebs; allgemeiner Einsatz von CAD/CAM | Konkrete Ausstattung dieser Maschine, aktuelle Konfiguration, Werkstücke, Freigabestatus |
| Anwenderbericht als PDF | Bedeutung von Maschinen-, Werkzeug- und Aufspannmodellen, Postprozessoren sowie Dokumentenfluss | Gültigkeit eines bestimmten Postprozessors für den Lernfall oder eine reale NC-Freigabe |
| Dieser aiMOOC | Mathematisches Lehrmodell und methodischer CAM-Prüfplan | Offizielle Hersteller-, ELHA-, TopSolid- oder IHK-Prüfungsunterlage |
Primärquellen:
Berufliche Bedeutung
Ein Bohrkreis wirkt auf den ersten Blick einfach. Im beruflichen Alltag treffen jedoch mehrere Ebenen aufeinander: Zeichnungsangaben müssen eindeutig interpretiert, Koordinaten rechnerisch plausibilisiert, CAM-Elemente korrekt referenziert, Kollisionsräume modelliert, Postprozessor und Steuerungsziel geprüft und Freigaben dokumentiert werden. Eine kleine Verwechslung zwischen Radius und Durchmesser, Grad und Bogenmaß oder Sehne und Bogenlänge kann eine komplette Punktfolge verfälschen.

Bohrkreis mathematisch prüfen
Begriffe und Bezugssystem
Ein Bohrkreis ist eine Menge von Bohrungsmittelpunkten, die auf einem gemeinsamen Kreis liegen. Für die Rechnung brauchst du mindestens:
| Größe | Symbol | Bedeutung im Lehrmodell |
|---|---|---|
| Anzahl der Bohrungen | zwölf gleichmäßig verteilte Mittelpunkte | |
| Teilkreisradius | 200 Millimeter | |
| Startwinkel | im Lehrmodell null Grad auf der positiven x-Achse | |
| Drehsinn | im Lehrmodell mathematisch positiv, also gegen den Uhrzeigersinn | |
| Mittelpunkt | Ursprung des gewählten kartesischen Koordinatensystems |
Die Festlegung von Ursprung, Startstrahl und Drehsinn ist keine Nebensache. In einer realen CAM-Umgebung können Werkstücknullpunkt, Maschinenachsen, Ansicht, Vorzeichenkonvention und Rotationsachse anders definiert sein. Deshalb muss jede Skizze diese Angaben sichtbar tragen.
Eigenes Lehrmodell-Schema, nicht maßstäblich:
y+
|
P4 | 90°
|
P5 | P3
|
180° P7 ----------- M ----------- P1 0° x+
\
\ R = 200 mm
P2 bei 30°
Drehsinn: gegen den Uhrzeigersinn

Winkelteilung
Bei gleichmäßiger Verteilung wird der Vollwinkel durch die Anzahl der Bohrungen geteilt:
Für gilt:
Der Winkel des Punktes mit der laufenden Nummer kann bei Start mit so beschrieben werden:
Ein häufiger Fehler besteht darin, zwölf Bohrungen mit elf Winkelabständen zu verbinden. Bei einem geschlossenen Vollkreis gibt es jedoch zwölf gleich große Abstände, weil auch der Übergang vom letzten zurück zum ersten Punkt dazugehört.
Umrechnung in kartesische Koordinaten
Für einen Punkt auf einem Kreis mit Radius und Winkel gelten im festgelegten Lehrkoordinatensystem:
Für und ergibt sich:
Die Werte sind Koordinaten des Bohrungsmittelpunkts, nicht Bohrungsdurchmesser, Werkzeugbahnkorrektur oder Spannmaß. Vor der Übernahme in ein System muss geprüft werden, ob der Rechner im Gradmodus arbeitet. Im Bogenmaß würde die Eingabe 30 einen völlig anderen Winkel bedeuten.
| Punkt | Winkel | x in Millimeter | y in Millimeter |
|---|---|---|---|
| P1 | 0 Grad | 200,000 | 0,000 |
| P2 | 30 Grad | 173,205 | 100,000 |
| P3 | 60 Grad | 100,000 | 173,205 |
| P4 | 90 Grad | 0,000 | 200,000 |
| P5 | 120 Grad | -100,000 | 173,205 |
| P6 | 150 Grad | -173,205 | 100,000 |
| P7 | 180 Grad | -200,000 | 0,000 |
| P8 | 210 Grad | -173,205 | -100,000 |
| P9 | 240 Grad | -100,000 | -173,205 |
| P10 | 270 Grad | 0,000 | -200,000 |
| P11 | 300 Grad | 100,000 | -173,205 |
| P12 | 330 Grad | 173,205 | -100,000 |

Nachbarabstand als Sehne
Gesucht ist der gerade Abstand zwischen zwei benachbarten Mittelpunkten. Dieser Abstand ist eine Sehne, nicht die Länge des Kreisbogens. Für einen Mittelpunktswinkel gilt:
Mit und :
Zur Kontrolle kann derselbe Abstand aus zwei benachbarten Koordinaten mit dem Satz des Pythagoras berechnet werden:
Die Bogenlänge wäre dagegen:
Die Differenz von ungefähr 1,192 Millimetern zeigt, warum Sehne und Bogen nicht verwechselt werden dürfen.

Plausibilitätsprüfungen
Eine robuste Rechnung enthält mehrere unabhängige Kontrollen:
| Prüfung | Erwartung | Bedeutung |
|---|---|---|
| Radiusprüfung | Jeder Mittelpunkt liegt auf dem Teilkreis | |
| Symmetrieprüfung | Gegenüberliegende Punkte besitzen negierte Koordinaten | P2 und P8 sind zum Beispiel punktsymmetrisch |
| Winkelprüfung | Differenz benachbarter Winkel ist 30 Grad | Gleichmäßige Teilung |
| Sehnenprüfung | Alle benachbarten geraden Abstände sind gleich | Geschlossener regelmäßiger Zwölferkreis |
| Schließprüfung | Nach zwölf Schritten folgt wieder der Startpunkt | Kein doppelter oder fehlender Punkt |
CAM-Prüfkette und begrenzter Freigabeplan
Geometrie ist nur eine Prüfebene
Ein CAM-System kann aus Geometrie Bearbeitungsoperationen, Werkzeugwege und Simulationen erzeugen. Ein Postprozessor übersetzt die CAM-internen Informationen in eine steuerungsspezifische NC-Ausgabe. Diese Stufen dürfen nicht gleichgesetzt werden:
| Ebene | Leitfrage | Ergebnis dieses Kurses |
|---|---|---|
| Geometrieprüfung | Sind Winkel, Koordinaten und Nachbarabstände rechnerisch konsistent? | Ja, für das synthetische Lehrmodell |
| CAM-Geometrie | Sind Bezug, Orientierung und Punktmuster im Lehrprojekt korrekt angelegt? | Nur nach Sicht- und Messprüfung im verwendeten Schulungssystem |
| CAM-Simulation | Sind Werkzeug, Halter, Rohteil, Spannmittel und Maschine vollständig modelliert? | Nicht beurteilbar, solange reale Konfigurationsdaten fehlen |
| Postprozessor | Ist die freigegebene Version eindeutig der realen Maschine und Steuerung zugeordnet? | Unbekannt |
| Maschinenfreigabe | Sind Betrieb, verantwortliche Fachpersonen und Sicherheitsorganisation einverstanden? | Nicht erteilt |
Der Begriff CAM-Freigabeplan bedeutet in diesem Kurs deshalb nicht, dass ein reales NC-Programm freigegeben wird. Er beschreibt, welche Nachweise schrittweise vorliegen müssen und an welcher Grenze das Lehrprojekt zwingend stoppt.

Fehlende Konfigurationsdaten vor einer realen Übertragung
Vor einer realen NC-Freigabe wären mindestens folgende Informationen eindeutig, aktuell und betrieblich freigegeben erforderlich:
| Datenbereich | Erforderlicher Nachweis | Risiko bei fehlender Information |
|---|---|---|
| Maschinenkinematik | Tatsächliche Achsen, Drehrichtungen, Nullpunkte, Transformationslogik, Verfahrgrenzen | Falsche Lage, Grenzverletzung oder Kollision |
| Steuerung | Hersteller, Typ, Softwarestand, aktive Optionen und Syntax | Unlesbare oder anders interpretierte NC-Sätze |
| Postprozessor | Freigegebene Kennung, Version, Änderungsstand, Zielmaschine und Prüfprotokoll | Formal gültige, aber maschinell falsche Ausgabe |
| Werkstück und Rohteil | Material, Maße, Toleranzen, Aufmaß, Bohrungsdurchmesser und Bohrtiefe | Unpassende Strategie oder Qualitätsabweichung |
| Aufspannung | Spannmittel, Spannlage, Störkonturen, Spannkräfte, Auflagen und Freiräume | Werkstückbewegung oder Kollision |
| Werkzeuge | Werkzeugtyp, Schneide, Halter, Auskraglänge, Istmaß, Standzeit und Kühlung | Überlastung, Maßfehler oder Zusammenstoß |
| Technologiedaten | Freigegebene Drehzahlen, Vorschübe, Zustellungen, Zyklen und Sicherheitsabstände | Prozessschaden oder instabile Bearbeitung |
| Organisation | Zuständigkeiten, Vier-Augen-Prüfung, Datenfreigabe, Einfahrstrategie und Notfallregeln | Unklare Verantwortung und nicht beherrschte Änderung |
Stufenplan für die Lehrsimulation
| Stufe | Prüfinhalt | Mindestnachweis | Status im Modellfall |
|---|---|---|---|
| A | Eingabedaten und Annahmen | Datensatz, Einheiten, Startwinkel, Drehsinn und Bezugssystem dokumentiert | Erfüllt |
| B | Handrechnung | Winkelteilung, Punkt P2 bei 30 Grad, Sehne und unabhängige Kontrollrechnung | Erfüllt |
| C | CAM-Geometrie | Zwölf Mittelpunkte, Radiusprüfung, Reihenfolge und grafische Kontrolle | Für ein synthetisches Schulungsprojekt zulässig |
| D | Simulationsmodell | Vollständiges digitales Modell von Maschine, Werkzeug, Halter, Rohteil und Aufspannung | Nicht nachgewiesen |
| E | Postprozessor und NC-Ausgabe | Freigegebener Postprozessor, Zielsteuerung, Versions- und Vergleichsprüfung | Nicht freigegeben |
| F | Reale Maschine | Betriebliche Freigabe, Unterweisung, sichere Einfahrstrategie und qualifizierte Aufsicht | Nicht freigegeben |
Begrenzte Freigabeformulierung: „Die synthetische Bohrkreisgeometrie ist für eine nicht produktive CAM-Lehrsimulation freigegeben. Eine Postprozessor-, NC- oder Maschinenfreigabe ist ausdrücklich nicht Bestandteil dieses Nachweises.“
Simulation und Beobachtung
Die folgenden freien Medien zeigen allgemeine CNC- und Bohrvorgänge. Sie dienen nur zur Beobachtung von Bewegungen, Werkstückbezug und Gefahrenräumen; sie dokumentieren weder die ELHA VTM620 noch den hier behandelten Lernfall.
Datei:Drilling a gear wheel on a turning machine.WebM
Beobachtungsauftrag: Unterscheide in jedem Video zwischen sichtbarer Bewegung, vermuteter Steuerungslogik und tatsächlich belegbaren Informationen. Eine Beobachtung erlaubt keine Übertragung unbekannter Parameter auf eine andere Maschine.
Berufstypischer Modellfall
Projektauftrag
Lehrmodell, keine offizielle Prüfungsaufgabe: Ein fiktiver Ring besitzt zwölf gleichmäßig verteilte Bohrungsmittelpunkte auf einem Teilkreisradius von 200 Millimetern. Der Startpunkt liegt auf der positiven x-Achse, der Drehsinn ist gegen den Uhrzeigersinn. Berechne die Winkelteilung, die Koordinaten des Mittelpunktes bei 30 Grad und den geraden Abstand zweier benachbarter Mittelpunkte. Erstelle anschließend einen begrenzten Freigabeplan für eine CAM-Lehrsimulation und benenne die Grenzen einer Übertragung auf eine reale ELHA VTM620.
Gegebene synthetische Daten:
| Schlüssel | Wert |
|---|---|
| holes | 12 |
| pitchRadiusMm | 200 |
| angleDegrees | 30 |
Geforderte Nachweise: Koordinaten- und Sehnenrechnung; Skizze mit Ursprung, Achsen, Startwinkel und Drehsinn; Liste erforderlicher Daten vor einer realen NC-Freigabe; eindeutige Freigabeformulierung.
Nachvollziehbare Musterlösung
1. Winkelteilung
2. Mittelpunkt bei 30 Grad
Damit lautet der Punkt im festgelegten Lehrkoordinatensystem .
3. Nachbarabstand als Sehne
Die Bogenlänge von ungefähr 104,720 Millimetern wäre für den geraden Mittelpunktabstand falsch.
4. Kontrollrechnung
Für P1 mit und P2 mit gilt:
Zusätzlich ergibt für P2 wieder ungefähr 200 Millimeter.
5. Freigabegrenze
Die Rechnung bestätigt ausschließlich die synthetische Geometrie. Reale Aufspannung, Achskonfiguration, Steuerung, Werkzeugdaten, Rohteil, Störkonturen, Sicherheitsabstände und der freigegebene Postprozessor sind unbekannt. Deshalb darf kein reales Maschinenprogramm aus diesem Lernnachweis abgeleitet oder freigegeben werden.
Bewertungsraster
| Kriterium | Punkte | Volle Leistung |
|---|---|---|
| Datensatz und Einheiten | 8 | Alle Werte korrekt übernommen und als synthetisch bezeichnet |
| Bezugssystem und Drehsinn | 8 | Ursprung, Achsen, Startstrahl und positiver Drehsinn eindeutig |
| Winkelteilung | 10 | Formel, Einsetzen, Einheit und Ergebnis korrekt |
| x-Koordinate | 10 | Kosinusansatz, Gradmodus und Rundung nachvollziehbar |
| y-Koordinate | 10 | Sinusansatz, Gradmodus und Rundung nachvollziehbar |
| Sehnenrechnung | 14 | Halber Mittelpunktswinkel korrekt verwendet |
| Unabhängige Kontrolle | 10 | Distanz- oder Radiusprüfung nachvollziehbar |
| Abgrenzung zur Bogenlänge | 8 | Unterschied fachlich richtig erklärt |
| Fehlende Maschinendaten | 10 | Mindestens fünf relevante Datenbereiche mit Folgen genannt |
| Freigabeplan | 8 | Stufen von Geometrie bis Maschine logisch getrennt |
| Sicherheit und Quellenkritik | 4 | Keine unzulässige Maschinenfreigabe oder Herstellerbehauptung |
| Gesamt | 100 |
| Leistungsbereich | Einordnung des Lernnachweises |
|---|---|
| 90 bis 100 Punkte | Sehr sicher, vollständig und transferfähig |
| 75 bis 89 Punkte | Sicher mit kleinen Lücken |
| 60 bis 74 Punkte | Grundsätzlich tragfähig, Nacharbeit erforderlich |
| 40 bis 59 Punkte | Wesentliche Teilkompetenzen vorhanden, Freigabeplan unzureichend |
| Unter 40 Punkte | Geometrie oder Sicherheitsabgrenzung nicht ausreichend |
Dokumentation, Fehleranalyse und Übergabe
Typische Fehler und Gegenmaßnahmen
| Typischer Fehler | Auswirkung | Gegenmaßnahme |
|---|---|---|
| Teilkreisdurchmesser 400 Millimeter wird als Radius eingesetzt | Alle Koordinaten und Abstände verdoppeln sich | Zeichnungseintrag eindeutig als Radius oder Durchmesser kennzeichnen |
| Taschenrechner steht im Bogenmaß | Unplausible Koordinaten | Gradmodus dokumentieren und Radiusprüfung durchführen |
| Sinus und Kosinus vertauscht | Punkt wird an einer anderen Lage gespiegelt oder gedreht | Bezugsskizze und Sonderwinkelkontrolle verwenden |
| Sehne wird durch Bogenlänge ersetzt | Nachbarabstand ist zu groß | Geraden Abstand mit Sehnenformel oder Koordinatendifferenz prüfen |
| Startwinkel oder Drehsinn fehlen | Punktfolge bleibt mehrdeutig | Nullrichtung und Drehsinn in Skizze und Prüfprotokoll angeben |
| Rundung erfolgt zu früh | Summierte Abweichungen in Folgeprüfungen | Intern mit ausreichender Genauigkeit rechnen, Ergebnis geregelt runden |
| CAM-Simulation wird mit Maschinenfreigabe gleichgesetzt | Nicht beherrschtes Kollisions- und Steuerungsrisiko | Freigabestufen und Verantwortlichkeiten schriftlich trennen |
| Beliebiger Postprozessor wird verwendet | Steuerungsspezifisch falsche NC-Ausgabe | Nur eindeutig freigegebene Version mit Zielzuordnung einsetzen |
Prüfprotokoll als Übergabeformat
Ein revisionssicheres Lernprotokoll sollte mindestens folgende Felder enthalten:
| Feld | Beispiel im Lehrmodell |
|---|---|
| Projekttitel | Projektprüfung eines Bohrkreises mit CAM-Freigabeplan |
| Datenstatus | Synthetisches Lehrmodell |
| Quellenstand | Referenzwebseite aktualisiert am 21.05.2024 |
| Geometrieversion | Lehrmodell V1 |
| Eingabedaten | zwölf Punkte, Radius 200 Millimeter, Winkel 30 Grad |
| Ergebnis | Winkelteilung 30 Grad; P2 bei 173,205 und 100,000 Millimetern; Sehne 103,528 Millimeter |
| Prüfmethoden | Formelprüfung, Radiusprüfung, Koordinatendifferenz, Skizzenprüfung |
| Offene Daten | Maschine, Steuerung, Aufspannung, Werkzeuge, Postprozessor und Technologiedaten |
| Freigabestatus | Nur synthetische CAM-Lehrsimulation; keine reale NC- oder Maschinenfreigabe |
| Prüferrollen | Im Betrieb oder in der Schule festzulegen |
Medien- und Rechtenachweis
| Medium | Quelle | Urheber | Rechtehinweis |
|---|---|---|---|
| File:Polar-coordinates-r-phi.svg | Wikimedia Commons | Rumil | CC0 1.0 |
| File:Unit circle.svg | Wikimedia Commons | Gustavb | Gemeinfrei |
| File:Polar-coordinates.svg | Wikimedia Commons | Svjo | CC BY-SA 3.0 |
| File:CIRCLE LINES-en.svg | Wikimedia Commons | Jleedev | Gemeinfrei |
| File:CNC Machine Facility.jpg | Wikimedia Commons | Antoniusaw | CC BY-SA 4.0 |
| File:CNC milling machine.jpg | Wikimedia Commons | Impressionmanufacturer | CC BY-SA 4.0 |
| File:Drilling a gear wheel on a turning machine.WebM | Wikimedia Commons | Musicaloris | CC0 1.0 |
| File:MCFH 40 CNC (1).ogv | Wikimedia Commons | Pavel Ševela | CC BY-SA 3.0 |
| File:CNC lathe.webm | Wikimedia Commons | Vandurit inserti | CC BY 3.0 |
Interaktive Aufgaben
Quiz: Prüfe dein Wissen
Wie groß ist die Winkelteilung bei zwölf gleichmäßig verteilten Bohrungen? (30 Grad) (!15 Grad) (!24 Grad) (!60 Grad)
Welche x-Koordinate besitzt der Lehrmodellpunkt bei 30 Grad und Radius 200 Millimeter gerundet? (173,205 Millimeter) (!100,000 Millimeter) (!200,000 Millimeter) (!103,528 Millimeter)
Welche y-Koordinate besitzt derselbe Punkt? (100,000 Millimeter) (!173,205 Millimeter) (!200,000 Millimeter) (!104,720 Millimeter)
Welche Formel liefert den geraden Abstand benachbarter Mittelpunkte? (Zweimal Radius mal Sinus des halben Teilungswinkels) (!Radius mal Teilungswinkel) (!Zweimal Radius mal Kosinus des Teilungswinkels) (!Umfang geteilt durch Radius)
Wie groß ist die Sehne zwischen benachbarten Punkten gerundet? (103,528 Millimeter) (!104,720 Millimeter) (!173,205 Millimeter) (!200,000 Millimeter)
Warum ist die Bogenlänge hier nicht der gesuchte Nachbarabstand? (Weil der direkte Abstand eine gerade Sehne ist) (!Weil ein Bohrkreis keinen Radius besitzt) (!Weil Winkel nur bei Geraden gelten) (!Weil die Bogenlänge immer null ist)
Welche Aussage beschreibt die zulässige Freigabe dieses Kurses? (Nur die synthetische Geometrie und Lehrsimulation werden geprüft) (!Das reale NC Programm ist automatisch freigegeben) (!Jeder Postprozessor darf verwendet werden) (!Die Maschine benötigt keine Aufspannungsdaten)
Welche Information fehlt für eine reale Kollisionsprüfung? (Die tatsächliche Aufspannung mit allen Störkonturen) (!Die Anzahl der Monate im Jahr) (!Die Farbe der Schulungsunterlage) (!Der Name des Rechenwegs)
Welche Kontrolle bestätigt, dass ein Punkt auf dem Teilkreis liegt? (Die Wurzel aus x Quadrat plus y Quadrat ergibt den Radius) (!x plus y ergibt immer den Umfang) (!x mal y ergibt die Winkelteilung) (!Die Bogenlänge entspricht dem Durchmesser)
Welche Funktion hat ein freigegebener Postprozessor? (Er übersetzt CAM Daten passend zur festgelegten Zielsteuerung) (!Er ersetzt die betriebliche Unterweisung) (!Er bestimmt ohne Werkzeugdaten die Spannkraft) (!Er macht jede Simulation automatisch kollisionsfrei)
Memory
| Winkelteilung | Vollwinkel geteilt durch Anzahl gleichmäßig verteilter Punkte |
| Polarkoordinate | Beschreibung eines Punktes durch Radius und Winkel |
| Sehne | Gerader Abstand zwischen zwei Punkten eines Kreises |
| Bogenlänge | Länge entlang der Kreislinie |
| Werkstücknullpunkt | Festgelegter Bezug für Werkstückkoordinaten |
| Postprozessor | Übersetzung von CAM-Daten in zielbezogene NC-Ausgabe |
| Kollisionsmodell | Digitale Abbildung relevanter Körper und Bewegungsräume |
| Prüfprotokoll | Nachvollziehbare Dokumentation von Daten, Prüfung und Status |
Drag-and-Drop
| Ordne den passenden Prüfschritt zu. | Nachweis |
|---|---|
| Winkelteilung bestimmen | Vollwinkel durch Punktanzahl teilen |
| Punktkoordinate berechnen | Radius mit Kosinus und Sinus verknüpfen |
| Nachbarabstand prüfen | Sehnenformel oder Koordinatendifferenz verwenden |
| Simulation vorbereiten | Maschine, Werkzeug, Halter, Rohteil und Aufspannung modellieren |
| Freigabe begrenzen | Lehrsimulation klar von NC- und Maschinenfreigabe trennen |
Der vollständige Prüfweg reicht von der Datenauslegung bis zur dokumentierten Freigabegrenze.
Kreuzworträtsel
| Winkelteilung | Welcher Begriff bezeichnet den gleichmäßigen Winkelabstand? |
| Sehne | Wie heißt der gerade Abstand zwischen zwei Kreispunkten? |
| Nullpunkt | Welcher Bezug legt den Ursprung der Koordinaten fest? |
| Simulation | Wie heißt die digitale Prüfung eines geplanten Ablaufs? |
| Postprozessor | Was übersetzt CAM-Informationen für eine Zielsteuerung? |
| Prüfprotokoll | Welches Dokument hält Daten, Ergebnisse und Status fest? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Bezugsskizze erstellen: Zeichne Ursprung, x- und y-Achse, Radius, Startpunkt und Drehsinn des Lehrmodells. Lösungserwartung: P1 liegt bei null Grad auf x positiv, der Drehsinn verläuft gegen den Uhrzeigersinn.
- Winkelteilung erläutern: Erkläre in eigenen Worten, warum zwölf Punkte zwölf gleiche Winkelabstände bilden. Lösungserwartung: Auch der Abstand von P12 zurück zu P1 gehört zum geschlossenen Kreis.
- Punkt P2 berechnen: Berechne x und y für 30 Grad und 200 Millimeter Radius. Lösungserwartung: x ungefähr 173,205 Millimeter und y genau 100,000 Millimeter.
- Sehne kennzeichnen: Markiere in einer Skizze Sehne und Kreisbogen zwischen zwei Nachbarpunkten. Lösungserwartung: Die Sehne ist die direkte Gerade, der Bogen folgt der Kreislinie.
Standard
- Koordinatentabelle prüfen: Kontrolliere vier ausgewählte Punkte mit Radius- und Symmetrieprüfung. Lösungserwartung: Jeder Radius beträgt rund 200 Millimeter und gegenüberliegende Koordinaten wechseln ihre Vorzeichen.
- Zwei Rechenwege vergleichen: Bestimme den Nachbarabstand einmal mit der Sehnenformel und einmal aus P1 und P2. Lösungserwartung: Beide Wege ergeben rund 103,528 Millimeter.
- Fehlerdiagnose Gradmodus: Beschreibe, wie du einen versehentlich verwendeten Bogenmaßmodus erkennst. Lösungserwartung: Unplausible Koordinaten, fehlende Sonderwinkelwerte und eine scheiternde Vergleichsrechnung weisen auf den Fehler hin.
- CAM-Prüfliste entwickeln: Erstelle eine Prüfliste für ein synthetisches Bohrkreismuster im CAM-System. Lösungserwartung: Bezug, Punktzahl, Radius, Reihenfolge, Werkzeugachse, Rohteil, Aufspannung und Messkontrolle werden getrennt geprüft.
Schwer
- Freigabematrix erstellen: Entwickle eine Matrix mit den Stufen Geometrie, CAM, Simulation, Postprozessor und Maschine. Lösungserwartung: Jede Stufe besitzt Nachweis, verantwortliche Rolle und eindeutigen Status.
- Änderungsfall analysieren: Der Radius wird in Version zwei auf 205 Millimeter geändert. Beschreibe alle neu zu prüfenden Ergebnisse. Lösungserwartung: Koordinaten, Sehne, CAM-Muster, Freiräume, Dokumentenversion und Freigabestatus müssen aktualisiert werden.
- Risikogespräch simulieren: Führe ein Rollengespräch zwischen CAM-Programmierung, Maschinenbedienung und Qualitätssicherung. Lösungserwartung: Unbekannte Daten werden nicht geraten, Verantwortungen bleiben getrennt und die reale Freigabe wird gestoppt.
- Prüfvideo produzieren: Erstelle ein kurzes Lernvideo, das Rechnung, Skizze, CAM-Prüfschritte und Freigabegrenze erklärt. Lösungserwartung: Die drei Ergebnisse 30 Grad, 173,205 und 100,000 Millimeter sowie 103,528 Millimeter werden korrekt hergeleitet und die reale Maschinenfreigabe ausdrücklich ausgeschlossen.


Lernkontrolle
- Transfer Radiusänderung: Wie ändern sich Koordinaten und Sehne, wenn der Radius bei gleicher Winkelteilung um zehn Prozent steigt? Lösungshinweis: Alle linearen Werte steigen proportional um zehn Prozent, die Winkel bleiben gleich.
- Fehlerfolge bewerten: Begründe, warum ein als Radius missverstandener Teilkreisdurchmesser nicht nur einen Einzelwert, sondern das gesamte Punktmuster verfälscht. Lösungshinweis: Der falsche Radius wirkt in jeder Koordinate und in der Sehnenformel.
- Freigabeentscheidung treffen: Die Geometrie stimmt, aber das Spannmittelmodell fehlt. Darf die reale Ausgabe freigegeben werden? Lösungshinweis: Nein, weil Kollisions- und Freiraumnachweise unvollständig sind.
- Postprozessorwechsel beurteilen: Ein neuer Postprozessor liefert syntaktisch andere NC-Sätze. Welche Nachweise sind vor Einsatz nötig? Lösungshinweis: Version, Zielsteuerung, Änderungsumfang, Vergleichstest, Simulation und betriebliche Freigabe.
- Plausibilität erklären: Warum sind Radius-, Symmetrie- und Distanzprüfung gemeinsam stärker als nur eine wiederholte Taschenrechnereingabe? Lösungshinweis: Unabhängige Prüfprinzipien erkennen unterschiedliche Fehlerarten.
- Quellenkritik anwenden: Welche Aussage darf aus der öffentlichen Maschinenliste über die ELHA VTM620 abgeleitet werden und welche nicht? Lösungshinweis: Belegt ist die Nennung im Maschinenpark; nicht belegt sind konkrete Ausstattung, Werkstücke oder die Freigabe des Lehrfalls.
Lernnachweis
Als Lernnachweis reichst du ein vollständiges, nachvollziehbares Prüfportfolio ein. Es enthält:
| Bereich | Erwarteter Nachweis |
|---|---|
| Wissen | Begriffe Winkelteilung, Polarkoordinate, Sehne, Bogenlänge, Postprozessor und Freigabestufe korrekt erklärt |
| Rechenkompetenz | Winkelteilung, Punkt bei 30 Grad und Nachbarsehne mit Einheiten und Rundungsregeln berechnet |
| Qualitätskompetenz | Mindestens zwei unabhängige Kontrollrechnungen und eine Fehleranalyse dokumentiert |
| CAM-Kompetenz | Begrenzter Prüfplan mit Geometrie-, Modell-, Simulations- und Postprozessorstufe erstellt |
| Dokumentation | Bezugsskizze, Koordinatentabelle, Quellenstand, Versionsangabe und eindeutiger Freigabestatus vorgelegt |
| Sicherheitskompetenz | Reale Maschinenarbeit, Lehrsimulation und offizielle Freigabe klar getrennt |
| Transfer | Auswirkungen einer Radius-, Startwinkel- oder Versionsänderung begründet |
Ein vollständiger Lernnachweis macht nicht nur das richtige Ergebnis sichtbar, sondern auch Datenherkunft, Annahmen, Rechenweg, Kontrolle, offene Punkte und Verantwortungsgrenzen.
OER und Wikipedia
Weitere frei zugängliche Grundlagen:
- Wikipedia: Polarkoordinaten
- Wikipedia: Sehne (Geometrie)
- Wikipedia: Computer-aided manufacturing
- Wikimedia Commons: Computer numerical control
- Wikimedia Commons: Videos of drilling
Die eingebundenen Wikimedia-Medien sind mit Urheber und Lizenz im Mediennachweis aufgeführt. Die AdeQuate-Quellen werden als Nachweis für Maschinenliste und allgemeine CAD/CAM-Prozessbeschreibung verlinkt; ihre Abbildungen werden hier nicht als freie OER übernommen.
Verknüpfte Lernbereiche
Der Kurs verbindet Mathematik mit Fertigungstechnik, Zerspanung, CAD/CAM, Messtechnik, Qualitätsmanagement, technischer Kommunikation und beruflicher Bildung. Die Zuordnung zum dritten oder vierten Ausbildungsjahr ist eine redaktionelle Lernempfehlung und muss mit Ausbildungsbetrieb und Berufsschule abgestimmt werden.
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