Igm RSX und RTE – Radladerkomponenten zum Schweißen vorbereiten
Lehrmodell und Quellenbezug: Dieser Kurs ist auf unterschiedliche Ausbildungsbetriebe übertragbar. Der Metall-Muster-Betrieb bezeichnet ein fiktives redaktionelles Lehrmodell. Der Quellenbetrieb und seine Referenzanlagen sind dagegen die realen Anwendungsfälle der jeweils verlinkten Originalberichte. Quellenangaben beschreiben weder eine tatsächliche Ausstattung des Musterbetriebs noch eine Herstellerfreigabe.
Einleitung
Dieser aiMOOC richtet sich an Auszubildende aller Geschlechter im Ausbildungsberuf Konstruktionsmechaniker im zweiten Ausbildungsjahr. Du lernst, einen synthetischen Fügebaugruppenauftrag für Radladerkomponenten anhand von Werkstoffangaben, Kantenformen, Nahtlagen und Zeichnungsbezügen zu prüfen, die Bauteile für das Spannen vorzubereiten und fehlende Angaben als offene Voraussetzungen zu dokumentieren.
Der reale Anlagenbezug ist eng begrenzt: Die Primärquelle der igm Robotersysteme AG vom 31.07.2024 beschreibt am Referenzstandort einen Anlagenverbund mit zwei identischen RSX-Schweißstationen, je einem RTE 478-S auf RST-Drehausleger, einem RTE H650-Handlingroboter auf RTS-Bodenfahrbahn, einem iLS-Lasersensor, Vorwärmbrenner, Greiferkalibrier- und Greiferreinigungsstation sowie automatisch gewechselten Vorrichtungen auf einem Nullpunktspannsystem. Die Quelle nennt keine freigegebenen Schweißparameter, Programme, Bedienfolgen oder Prüftoleranzen. Alle Auftragsdaten, Maße und Bauteilbezeichnungen in diesem Kurs sind deshalb ausdrücklich synthetische Lehrmodelle und keine Hersteller- oder Referenz-Daten.
Sicherheits- und Geltungsgrenze: Reale Maschinenarbeit darf nur nach betrieblicher Unterweisung, Gefährdungsbeurteilung, gültiger Betriebsanweisung und unter qualifizierter Anleitung erfolgen. Dieser Kurs ist ergänzendes Lernen, kein offizieller Herstellerlehrgang, keine igm-Bedienunterweisung und kein Ersatz für Zeichnungen, Schweißanweisungen, Prüfpläne oder Freigaben des Betriebs. Die berufliche Zuordnung und Jahresfolge sind redaktionelle Lernempfehlungen und müssen mit Betrieb und Berufsschule abgestimmt werden.

Anlagenverbund, Rollen und Nachweisgrenzen
Quellenbasierter Anlagenbezug
Die igm-Primärquelle beschreibt einen zusammenhängenden Anlagenverbund. Zwei identische Schweißstationen werden von einem Handlingroboter und einem automatischen Lagersystem versorgt. Das sind nicht drei voneinander unabhängige Produktionsfälle. Für die Lernplanung trennst du trotzdem die Funktionen: Werkstückbereitstellung, Vorrichtungswechsel, Spannen, Schweißen, Prüfen und Dokumentieren.
| Element laut Primärquelle | Quellenbasierte Funktion | Im Kurs ausdrücklich nicht behauptet |
|---|---|---|
| Zwei RSX-Schweißstationen | Parallele Bearbeitung innerhalb eines Anlagenverbunds | Keine Aussage zu Taktzeit, Schweißstrom, Draht, Gas oder Roboterprogramm |
| Je ein RTE 478-S | Schweißroboter in den beiden Stationen | Keine Bedienfolge und keine freigegebene Bahn |
| RTE H650 mit 650 kg Traglast | Handling zwischen Lagersystem und Stationen | Keine Freigabe eines konkreten Werkstücks allein durch einen Massenvergleich |
| RST-Drehausleger und L-Manipulator | Positionieren von Roboter beziehungsweise Vorrichtung im Anlagenkonzept | Keine zulässigen Winkel, Geschwindigkeiten oder Lastfälle |
| RTS-Bodenfahrbahn | Verfahrweg des Handlingroboters | Keine Fahrbereiche oder Zutrittsfreigaben |
| iLS-Lasersensor | Sensorische Unterstützung in den Schweißstationen | Keine Aussage zu Messstrategie, Kalibrierwerten oder automatischer Parameterkorrektur |
| Nullpunktspannsystem und Vorrichtungsregal | Reproduzierbare Aufnahme und automatischer Vorrichtungswechsel | Keine Spannkräfte, Auflagepunkte oder Freigabemaße |

Rollen im vorbereitenden Arbeitsprozess
Die Arbeitsvorbereitung sorgt dafür, dass aus Zeichnung, Stückliste, Werkstoffnachweis, Schweißanweisung, Spannplan und Prüfplan ein widerspruchsfreier Auftrag entsteht. Die Fertigung bereitet Teile und Fügeflächen vor. Die Schweißaufsicht beziehungsweise eine betriebliche fachlich verantwortliche Stelle gibt Verfahren und Schweißanweisung frei. Automatisierungsfachkräfte verantworten Programme, Sensorik und Anlagenfreigaben. Die Qualitätssicherung legt Prüfmerkmale und Nachweise fest. Auszubildende dürfen je nach Ausbildungsstand prüfen, messen und dokumentieren, aber keine fehlende Freigabe selbst ersetzen.
Ein guter Übergabestatus lautet nicht nur „fertig“, sondern zum Beispiel freigegeben, nachzuarbeiten oder zu klären. Jede Entscheidung braucht einen Bezug: Dokument, Zeichnungsmerkmal, Messwert, Prüfnachweis oder verantwortliche Freigabe.
Lehrschema des Material- und Informationsflusses
| Eingang | Vorbereitung | Automatisierungsbereitschaft | Übergabe |
|---|---|---|---|
| Vormaterial und Bauteile | Identität, Werkstoff, Kanten, Sauberkeit und Maße prüfen | Vorrichtung, Greiferfläche, Sensorzugang und Bezugsflächen prüfen | Dokumentierter Status mit offenen Punkten |
| Zeichnung und Stückliste | Revisionsstand und Nahtangaben abgleichen | Spannplan und Programmstand zuordnen | Freigabe oder Sperrvermerk |
| Schweißanweisung und Prüfplan | Anforderungen in prüfbare Merkmale übersetzen | Keine Parameter oder Programme erfinden | Nachweisbare Zuständigkeit |
Das Schema macht deutlich: Ein geometrisch vorbereitetes Teil ist noch nicht automatisch schweißbereit. Erst die vollständige Dokumentenlage, die sichere Vorrichtung, die bestätigte Werkstoffidentität und die zuständige Freigabe bilden zusammen einen belastbaren Arbeitsauftrag.
Auftrag, Zeichnung und offene Voraussetzungen prüfen
Vollständigkeitsprüfung vor der Werkstattarbeit
Beginne mit einer Dokumentenprüfung, bevor du schleifst, heftest oder spannst. Eine praxistaugliche Prüfreihenfolge lautet: Auftrag identifizieren – Revisionen vergleichen – Werkstoff nachweisen – Nahtangaben lesen – Vorrichtung zuordnen – Prüfmerkmale klären – Freigaben bestätigen.
| Erforderliche Information | Typischer Nachweis | Reaktion bei Fehlen oder Widerspruch |
|---|---|---|
| Eindeutige Bauteil- und Auftragsnummer | Fertigungsauftrag und Kennzeichnung am Teil | Teil sperren und Identität klären |
| Aktuelle Zeichnungsrevision | Zeichnung, Änderungsdienst, Stückliste | Keine Bearbeitung nach gemischten Revisionsständen |
| Werkstoff und Charge | Stückliste, Kennzeichnung, Werkstoffzeugnis | Rückverfolgbarkeit wiederherstellen |
| Kantenform und Fugenmaße | Zeichnung oder freigegebene Arbeitsunterlage | Keine Werte aus Erfahrung ergänzen |
| Nahtart, Nahtlage und Nahtlänge | Zeichnung und Schweißplan | Rückfrage an zuständige Stelle |
| Freigegebene Schweißanweisung | Betriebliche WPS oder gleichwertige Freigabe | Auftrag nicht zum Schweißen freigeben |
| Spann- und Prüfplan | Gültige Arbeitsunterlagen | Vorrichtung und Prüfweg klären |
| Programm- und Anlagenfreigabe | Freigabevermerk der Automatisierungsverantwortlichen | Kein Start und keine eigenmächtige Programmänderung |
Kanten, Fugen und Nahtangaben lesen
Die Kantenform beschreibt, wie die Bauteilkanten vor dem Fügen gestaltet sind. Die Fuge ist der Bereich zwischen den zu verbindenden Teilen. Die Nahtart beschreibt die auszuführende Verbindung, während die Nahtlage die räumliche Lage beim Schweißen kennzeichnet. In einer automatisierten Anlage kann ein Manipulator die Baugruppe umorientieren; daraus darfst du jedoch keine Nahtlage ableiten, wenn Zeichnung oder Arbeitsplan fehlen.


Beim Lesen einer Zeichnung markierst du mindestens: Bezugsflächen, Fügerichtung, Nahtsymbol, Maß der Naht, Nahtlänge, Unterbrechungen, Seitenbezug, Kantenwinkel, Steg, Spalt, zulässige Form- und Lagetoleranzen sowie Prüfanforderungen. Symbole sind nur zusammen mit der im Betrieb gültigen Zeichnungsnorm und der konkreten Legende eindeutig.
Rechenwege als Plausibilitätsprüfung
Rechnungen helfen dir, Mengen und Zusammenhänge zu prüfen. Sie erteilen aber keine Prozessfreigabe.
Lehrrechnung Nahtlänge: Eine synthetische Baugruppe enthält sechs Nähte mit je 420 mm und vier Nähte mit je 280 mm. Die geometrische Gesamtlänge beträgt:
L gesamt = 6 · 420 mm + 4 · 280 mm = 2520 mm + 1120 mm = 3640 mm.
Diese Zahl kann für Prüfplanung oder Mengenübersicht dienen. Sie sagt nichts über Schweißgeschwindigkeit, Lagenzahl, Wärmeeinbringung oder Taktzeit aus.
Lehrrechnung Handhabungsmasse: Für einen rein theoretischen Transportfall werden 470 kg Werkstückmasse, 72 kg Greifermasse und 58 kg Adaptermasse angenommen. Die Summe lautet:
m gesamt = 470 kg + 72 kg + 58 kg = 600 kg.
Gegenüber der in der Primärquelle genannten Traglast von 650 kg ergibt sich rechnerisch eine Differenz von 50 kg. Daraus folgt keine Freigabe. Es fehlen unter anderem Schwerpunktlage, dynamischer Lastfall, Greifernachweis, zulässige Momente, Beschleunigungen, Sicherheitskonzept und eine Bestätigung, welche Massen in der Herstellerangabe zu berücksichtigen sind.
Typische Fehler bei der Auftragsprüfung
Häufige Fehler sind das Vermischen von Zeichnungsrevisionen, das Übertragen von Maßen aus einem ähnlichen Auftrag, das Verwechseln von Kantenform und fertiger Naht, eine unvollständige Werkstoffkennzeichnung, das Übersehen einer einseitigen Bearbeitungszugänglichkeit sowie die Annahme, dass ein vorhandenes Roboterprogramm automatisch zur aktuellen Baugruppe passt. Richtig ist: Unsicherheit wird als offene Voraussetzung dokumentiert und an die zuständige Stelle übergeben.
Bauteile und Fügestellen vorbereiten
Identität und Rückverfolgbarkeit sichern
Bevor eine Kennzeichnung durch Trennen, Strahlen oder Schleifen verloren gehen kann, muss die betriebliche Rückverfolgbarkeit gesichert sein. Du vergleichst Bauteilnummer, Werkstoff, Charge, Abmessungen und Zeichnungsposition. Eine übertragene Kennzeichnung darf nur nach dem betrieblich festgelegten Verfahren erfolgen. Handschriftliche Fantasiecodes oder unprotokollierte Markierungen sind ungeeignet.
Werkstoffangaben wie S355J2+N werden in diesem Kurs nur im synthetischen Modellfall verwendet. Ob dieser Werkstoff real eingesetzt wird, welche Zusatzwerkstoffe zulässig sind und ob Vorwärmen erforderlich ist, bestimmt ausschließlich die freigegebene betriebliche Dokumentation.
Fügeflächen und Kanten vorbereiten
Fügeflächen müssen den freigegebenen Anforderungen entsprechen. Zu prüfen sind insbesondere Rost, Zunder, Öl, Fett, Feuchtigkeit, Beschichtungen, Grat, Kerben und Beschädigungen. Reinigungs- und Bearbeitungsmittel müssen für Werkstoff und Verfahren freigegeben sein. Du entfernst niemals eigenmächtig Beschichtungen, wenn dadurch Korrosionsschutz, Gesundheitsgefahren oder Kennzeichnungen betroffen sein können.
Eine vorbereitete Kante wird nicht nur „glatt“ beurteilt. Du prüfst Kantenwinkel, Steg, Geradheit, Oberflächenzustand, Übergänge und den Bezug zur Zeichnung. Zu tiefe Schleifriefen, ausgebrannte Kanten oder ein messerscharfer Steg können ebenso problematisch sein wie zu wenig Bearbeitung.

Fügen, Messen und Abweichungen behandeln
Beim Vorrichten werden Lage, Spalt, Versatz und Winkel an festgelegten Messpunkten kontrolliert. Ein einzelner „guter“ Messwert reicht nicht, wenn die Fuge über die Länge schwankt. Messmittel müssen geeignet, funktionsfähig und nach betrieblichem Verfahren überwacht sein.
Lehrbeispiel: Vorgabe eines synthetischen Prüfplans ist ein Spalt von 2,0 mm ± 0,5 mm. Zulässig sind damit 1,5 mm bis 2,5 mm. Gemessen werden 1,7 mm, 2,2 mm, 2,4 mm, 2,7 mm und 1,8 mm. Der Wert 2,7 mm liegt außerhalb des Lehrtoleranzbereichs. Die richtige Reaktion ist nicht, den Wert zu verschweigen, sondern die Fuge zu sperren, die Ursache zu prüfen und eine dokumentierte Nacharbeit oder Abweichungsentscheidung einzuholen.
Heftstellen und Verzugsvorsorge
Heftstellen beeinflussen Fugenlage, Zugänglichkeit und späteren Nahtverlauf. Anzahl, Position, Länge, Ausführung und mögliche Entfernung richten sich nach freigegebenen Unterlagen. Eine Heftstelle darf keine Sensorbahn verdecken, keinen Greifer behindern und keine unzulässige Kerbe erzeugen.
Wärmeeinbringung kann zu Schrumpfung und Verzug führen. In der Arbeitsvorbereitung werden daher Spannkonzept, Reihenfolge, Symmetrie, Zwischenprüfung und gegebenenfalls Gegenmaßnahmen geplant. Dieser Kurs legt keine konkrete Schweißfolge für die reale Anlage fest.


Medienbeobachtung zu Lichtbogen und Arbeitsschutz
Das folgende offene Video zeigt manuelles Lichtbogenschweißen in einem anderen Arbeitskontext. Beobachte Licht, Funken, Körperhaltung und Umgebung. Übertrage keine dort sichtbare Vorgehensweise ungeprüft auf einen deutschen oder österreichischen Ausbildungsbetrieb.
Datei:Man welding a metal structure in a newly constructed house in Bengaluru, India.webm
Das zweite Video behandelt Messungen zur Schweißrauchexposition bei unterschiedlichen Helmen. Die zentrale Lernbotschaft lautet: Persönliche Schutzausrüstung allein ersetzt keine Gefährdungsbeurteilung, Erfassung an der Entstehungsstelle, Lüftung und organisatorische Maßnahmen.
Datei:Welding Helmet Effects on Breathing Zone Exposures.webm
Reproduzierbar spannen und Automatisierungsfähigkeit herstellen
Bezugsflächen, Auflagen und Anschläge
Reproduzierbares Spannen beginnt mit definierten Bezügen. Das verbreitete 3-2-1-Denkmodell erklärt, wie sechs Freiheitsgrade schrittweise eingeschränkt werden: Eine Hauptauflage begrenzt drei Freiheitsgrade, eine zweite Bezugsebene zwei und ein dritter Anschlag den letzten. In der realen Vorrichtung können Geometrie, elastische Bauteile, Schweißzugänglichkeit und Sicherheitsanforderungen komplexer sein.
Du prüfst, ob Auflagen sauber und unbeschädigt sind, ob das Teil vollständig anliegt, ob Anschläge zur richtigen Revision gehören und ob Spannelemente die Fuge nicht verziehen. Ein hoher Spannkraftwert ist nicht automatisch besser; zulässige Kräfte und Reihenfolgen müssen im Spannplan festgelegt sein.
Nullpunktspannsystem und Vorrichtungswechsel
Die Primärquelle nennt ein Nullpunktspannsystem am L-Manipulator und einen automatischen Wechsel der Vorrichtungen durch den Handlingroboter. Pädagogisch bedeutet das: Schnittstellen müssen eindeutig, sauber, unbeschädigt und verwechselungssicher sein. Die reale Verriegelungsprüfung, Sensorabfrage und Freigabelogik ist jedoch anlagenspezifisch und wird hier nicht beschrieben.
| Prüffeld | Beobachtbarer Nachweis | Mögliche Sperrursache |
|---|---|---|
| Vorrichtungsidentität | Kennzeichnung stimmt mit Auftrag und Spannplan überein | Falsche oder unlesbare Vorrichtungsnummer |
| Auflagezustand | Sauber, vollständig, ohne Beschädigung | Schweißspritzer, Grat oder Fremdkörper |
| Bauteillage | Alle definierten Bezüge liegen an | Kippeln, Spalt am Anschlag oder verdrehte Lage |
| Greiferbereich | Freigegebene Kontaktfläche frei und zugänglich | Beschichtung, lose Teile oder kollidierende Heftstelle |
| Sensorzugang | Such- und Messbereiche bleiben sichtbar | Klemme, Spritzer oder Hilfsblech verdeckt den Bereich |
| Dokumentenstand | Spannplan und Zeichnung tragen zueinander passende Revisionen | Gemischte Revisionsstände |

Sensorik und Nahtzugänglichkeit
Ein Lasersensor kann je nach System zur Lageerfassung oder Fugenverfolgung beitragen. Er kann fehlende Zeichnungsangaben, eine falsche Vorrichtung oder ungeklärte Werkstoffidentität nicht ersetzen. Für die Vorbereitung prüfst du Sichtlinie, erwarteten Messbereich, reflektierende oder verschmutzte Oberflächen, mögliche Abschattungen und die Zuordnung zum freigegebenen Programm.
Das folgende Hersteller-Video zeigt allgemein TouchSense- und SeamTracking-Konzepte eines anderen Anbieters. Es dient nur dem Transferlernen und ist keine Aussage zur igm-Anlage oder zu deren Programmierung.
Übergabestatus und Vier-Augen-Prinzip
Vor der Übergabe werden Ergebnisse lesbar und prüfbar dokumentiert. Ein geeigneter Datensatz enthält Auftragsnummer, Bauteilidentität, Revision, Prüfmerkmale, Messwerte, Abweichungen, Bearbeitungsstatus, Datum und verantwortliche Rolle. Personenbezogene Schülerdaten gehören nicht in den Kurs oder in öffentliche Beispiele.
Für sicherheits- oder qualitätskritische Punkte ist häufig ein Vier-Augen-Prinzip sinnvoll. Die genaue Pflicht ergibt sich aus dem betrieblichen Qualitäts- und Sicherheitsmanagement. Ein Häkchen ohne nachvollziehbaren Prüfinhalt ist kein belastbarer Nachweis.
Berufstypischer Modellfall: Lehrbaugruppe RK-BH-02
Ausgangslage des synthetischen Auftrags
Der folgende Fall ist vollständig erfunden und dient nur dem Lernen. Die Baugruppe RK-BH-02 ist kein Referenz-Bauteil. Alle Maße, Massen, Revisionen und Toleranzen sind Lehrwerte.
| Merkmal | Synthetische Angabe |
|---|---|
| Auftrag | LM-2024-073 |
| Baugruppe | Radlader-Trägerlehrmodell RK-BH-02 |
| Zeichnung | BH-LM-02, Revision B |
| Stückliste | BH-LM-SL, Revision B |
| Spannplan | SP-RK-02, Revision A |
| Werkstoffe | Seitenplatten A1 und A2 aus S355J2+N, 16 mm; Querplatte Q1 aus S355J2+N, 20 mm |
| Nähte | Sechs Längsnähte zu je 420 mm und vier Quernähte zu je 280 mm |
| Lehrfuge N1 | V-Fuge, Gesamtöffnungswinkel 60°, Steg 2,0 mm, Spalt 2,0 mm ± 0,5 mm |
| Lehrnahtlage | In der Lehrzeichnung PA nach Positionierung; reale Zuordnung nur nach freigegebenem Arbeitsplan |
| Theoretische Transportmassen | Werkstück 470 kg, Magnetgreifer 72 kg, Adapter 58 kg |
| Prüfmittel | Fühlerlehre, Messschieber, Winkelmessgerät und dokumentierte Sichtprüfung |
Bei der Auftragsannahme werden folgende Befunde festgestellt:
| Befund | Beobachtung |
|---|---|
| Dokumente | Spannplan Revision A passt nicht eindeutig zur Zeichnung Revision B |
| Werkstoff | Das Zeugnis für Q1 fehlt; A1 und A2 sind nachvollziehbar gekennzeichnet |
| Fuge N1 | Messwerte 1,7 mm, 2,2 mm, 2,4 mm, 2,7 mm und 1,8 mm |
| Kante N3 | Sichtbarer Grat am Übergang |
| Fügezone N4 | Rest einer Grundierung im vorgesehenen Vorbereitungsbereich |
| Sensorzugang | Ein temporäres Hilfsblech ragt in den vorgesehenen Suchbereich |
| Greiferbereich | Kontaktfläche ist trocken, aber nicht im Spannplan als freigegebene Greiferfläche bestätigt |
| Verfahrensfreigabe | Eine gültige Schweißanweisung und die Programmfreigabe liegen im Auftragspaket nicht vor |
Arbeitsauftrag an die lernende Person
Du sollst den Auftrag prüfen, Rechenwege dokumentieren, jeden Befund einem Status zuordnen und eine Übergabeempfehlung formulieren. Du darfst keine Schweißparameter ergänzen, kein Programm annehmen und keine Abweichung selbst genehmigen.
Nachvollziehbare Modelllösung
Erster Schritt – Identität und Revision: Auftrag, Zeichnung und Stückliste stimmen in der Revision B überein. Der Spannplan trägt Revision A. Ohne Änderungsnachweis ist unklar, ob Auflagen, Anschläge, Greiferbereiche und Sensorzugang zur aktuellen Geometrie passen. Status: zu klären und bis dahin gesperrt.
Zweiter Schritt – Werkstoffnachweis: A1 und A2 sind rückverfolgbar. Für Q1 fehlt der Nachweis. Auch wenn auf dem Teil eine Werkstoffbezeichnung steht, ersetzt das nicht automatisch das geforderte Zeugnis. Status Q1: zu klären; die Baugruppe erhält keine vollständige Materialfreigabe.
Dritter Schritt – Fugenmessung: Der Lehrtoleranzbereich beträgt 1,5 mm bis 2,5 mm. Vier Messwerte liegen darin. Der Wert 2,7 mm überschreitet die obere Grenze um 0,2 mm. Status N1: nachzuarbeiten oder durch zuständige Stelle als Abweichung zu bewerten. Eine Mittelwertbildung wäre hier irreführend, weil der lokale Maximalwert relevant bleibt.
Vierter Schritt – Kanten und Oberfläche: Grat an N3 sowie Grundierungsrest an N4 sind gegen Zeichnung, Schweißanweisung und Arbeitsschutzvorgaben zu prüfen. Da die Schweißanweisung fehlt, kann die konkrete Bearbeitung nicht freigegeben werden. Sichtbare Unregelmäßigkeiten werden markiert und in der Abweichungsliste beschrieben. Status: nachzuarbeiten nach freigegebener Anweisung.
Fünfter Schritt – Sensor- und Greiferzugang: Das Hilfsblech kann die Sichtlinie des Sensors beeinträchtigen. Es darf nicht eigenmächtig entfernt werden, wenn es eine konstruktive oder montagebezogene Funktion hat. Der Konflikt wird mit Foto oder Skizze dokumentiert und an Arbeitsvorbereitung beziehungsweise Automatisierung übergeben. Die Greiferfläche ist mangels gültigem Spannplan nicht bestätigt. Status beider Punkte: zu klären.
Sechster Schritt – Nahtlänge: Die geometrische Gesamtlänge beträgt 3640 mm. Rechnung: 6 · 420 mm + 4 · 280 mm = 3640 mm. Die Zahl wird als Plausibilitätswert dokumentiert, nicht als Taktzeit- oder Verbrauchsvorgabe.
Siebter Schritt – theoretische Handhabungsmasse: 470 kg + 72 kg + 58 kg = 600 kg. Die Differenz zur Quellenangabe 650 kg beträgt 50 kg. Trotzdem bleibt die Handhabung nicht freigegeben, weil Schwerpunkt, Momente, Dynamik, Greifernachweis, Adapterfreigabe und gültiger Spannplan fehlen.
Achter Schritt – Verfahrens- und Programmfreigabe: Ohne gültige Schweißanweisung und Programmfreigabe darf die Baugruppe nicht zum automatischen Schweißen übergeben werden. Es werden keine Werte aus einem Altauftrag kopiert.
Gesamtentscheidung: Nicht freigegeben. Der Auftrag ist nach dokumentierter Klärung der Revisionen, Wiederherstellung der Werkstoffrückverfolgbarkeit, Korrektur oder Freigabe des Spalts, Bearbeitung von Grat und Beschichtung nach gültiger Anweisung, Bestätigung von Sensor- und Greiferzugang sowie Vorlage von Schweißanweisung und Programmfreigabe erneut zu prüfen.
Beispiel für eine Abweichungsliste
| ID | Merkmal | Soll | Ist | Status | Zuständige Rolle |
|---|---|---|---|---|---|
| A-01 | Spannplan | Passend zu Zeichnung Revision B | Revision A ohne Änderungsnachweis | Klären | Arbeitsvorbereitung |
| A-02 | Werkstoffnachweis Q1 | Vollständige Rückverfolgbarkeit | Zeugnis fehlt | Klären | Qualitätssicherung |
| A-03 | Spalt N1 | 1,5 mm bis 2,5 mm | Lokal 2,7 mm | Nacharbeit oder Abweichungsfreigabe | Fertigung und Qualitätssicherung |
| A-04 | Kante N3 | Gratfrei nach freigegebener Unterlage | Grat sichtbar | Nacharbeit | Fertigung |
| A-05 | Sensorzugang | Suchbereich frei | Hilfsblech ragt hinein | Klären | Automatisierung und Konstruktion |
| A-06 | Schweiß- und Programmfreigabe | Gültige Unterlagen vorhanden | Fehlen | Sperren | Schweißaufsicht und Automatisierung |
Bewertungsraster für den Modellfall
| Bereich | Erwartete Leistung | Punkte |
|---|---|---|
| Auftrags- und Revisionsprüfung | Widerspruch zwischen Zeichnung, Stückliste und Spannplan erkannt und korrekt gesperrt | 0–5 |
| Werkstoff und Rückverfolgbarkeit | Fehlendes Zeugnis erkannt, keine Ersatzannahme erfunden | 0–4 |
| Fugen- und Kantenprüfung | Toleranzbereich korrekt gebildet, Messabweichung lokal bewertet, Oberflächenbefunde erfasst | 0–6 |
| Rechenwege | Nahtlänge und theoretische Handhabungsmasse vollständig und einheitenrichtig gerechnet | 0–4 |
| Spann- und Automatisierungsbereitschaft | Sensor-, Greifer- und Vorrichtungskonflikte erkannt | 0–4 |
| Sicherheits- und Freigabeentscheidung | Fehlende Schweißanweisung und Programmfreigabe führen nachvollziehbar zur Sperre | 0–4 |
| Dokumentation und Übergabe | Klare Statusangaben, Zuständigkeiten und nächste Schritte | 0–3 |
| Gesamt | Maximal erreichbare Punktzahl | 30 |
Eine mögliche schulische Einordnung lautet: 27–30 Punkte sehr sicher, 23–26 Punkte sicher, 18–22 Punkte überwiegend sicher, 15–17 Punkte teilweise sicher, unter 15 Punkten erneute Bearbeitung erforderlich. Die betriebliche Leistungsbewertung kann davon abweichen.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Prüfe dein Wissen
Wie ist der reale Anlagenbezug laut Primärquelle am treffendsten beschrieben? (Ein Anlagenverbund mit zwei identischen Schweißstationen und einem versorgenden Handlingroboter) (!Drei voneinander unabhängige Produktionsanlagen ohne gemeinsamen Materialfluss) (!Eine einzelne Handschweißkabine mit zwei Arbeitsplätzen) (!Ein reines Lagersystem ohne Schweißstationen)
Was ist bei einer fehlenden freigegebenen Schweißanweisung richtig? (Als offene Voraussetzung dokumentieren und keine Schweißfreigabe erteilen) (!Werte aus einem ähnlichen Auftrag übernehmen) (!Eigene Parameter nach Gefühl festlegen) (!Die Zeichnung ohne Rückfrage ändern)
Welche Aussage zur theoretischen Nutzlastrechnung ist richtig? (Die reine Massensumme reicht nicht für eine reale Handhabungsfreigabe) (!Eine positive Massendifferenz ersetzt jeden Greifernachweis) (!Die Traglastangabe beweist automatisch die Eignung jeder Schwerpunktlage) (!Adapter und Greifer müssen nie mitgerechnet werden)
Wozu dient die Werkstoffrückverfolgbarkeit? (Sie verbindet das konkrete Bauteil mit der nachgewiesenen Werkstoffangabe) (!Sie ersetzt den Spannplan) (!Sie legt das Roboterprogramm automatisch fest) (!Sie erlaubt das Entfernen jeder Kennzeichnung ohne Ersatznachweis)
Ein lokaler Spaltmesswert liegt über der Lehrtoleranz. Was ist zu tun? (Abweichung dokumentieren und Nacharbeit oder zuständige Entscheidung veranlassen) (!Den Messwert aus der Liste löschen) (!Nur den Mittelwert betrachten und automatisch freigeben) (!Die Toleranz nachträglich vergrößern)
Warum werden Beschichtungsreste in einer vorgesehenen Fügezone geprüft? (Sie können die freigegebene Nahtvorbereitung und Prozessqualität beeinträchtigen) (!Sie erhöhen immer die Rückverfolgbarkeit) (!Sie ersetzen eine Werkstoffkennzeichnung) (!Sie machen jede Spannvorrichtung überflüssig)
Was gehört zur Vorbereitung eines sensorisch unterstützten Schweißauftrags? (Prüfen, ob der vorgesehene Such- und Messbereich frei zugänglich ist) (!Den Sensor ohne Freigabe neu programmieren) (!Alle Klemmen unabhängig vom Spannplan entfernen) (!Fehlende Zeichnungsmaße durch den Sensor erfinden lassen)
Welches Ziel hat ein Nullpunktspannsystem im beschriebenen Anlagenkonzept grundsätzlich? (Vorrichtungen reproduzierbar an einer definierten Schnittstelle aufzunehmen) (!Schweißparameter ohne Dokumente zu bestimmen) (!Werkstoffzeugnisse zu ersetzen) (!Jede Baugruppe ohne Prüfung passend zu machen)
Welche Aussage verhindert eine falsche Falltrennung? (Die beiden Stationen und der Handlingroboter gehören zu einem gemeinsamen Anlagenverbund) (!Jeder Roboter bildet automatisch einen vollständig unabhängigen Auftrag) (!Der Handlingroboter ist eine dritte Schweißstation) (!Das Lagersystem arbeitet ohne Verbindung zu den Stationen)
Unter welcher Voraussetzung darf an der realen Anlage gearbeitet werden? (Nach betrieblicher Unterweisung und unter qualifizierter Anleitung im freigegebenen Rahmen) (!Nach alleiniger Bearbeitung dieses Onlinekurses) (!Sobald eine theoretische Rechnung stimmt) (!Wenn ein ähnliches Video angesehen wurde)
Memory
| Auftragsprüfung | Vollständigkeit und Widerspruchsfreiheit der Unterlagen kontrollieren |
| Werkstoffzeugnis | Nachweis für Werkstoff und Charge |
| Nahtvorbereitung | Kanten, Fügeflächen und Fugenmaße auftragsgerecht herstellen und prüfen |
| Nullpunktspannsystem | Definierte Schnittstelle für reproduzierbare Vorrichtungsaufnahme |
| Freigabestatus | Dokumentierte Entscheidung wie freigegeben, nachzuarbeiten oder zu klären |
| Abweichungsbericht | Nachvollziehbare Beschreibung von Soll, Ist, Status und Zuständigkeit |
Drag-and-Drop
| Ordne den passenden Prüfschritt zu. | Auftragsmerkmal |
|---|---|
| Mit Stückliste und Änderungsdienst abgleichen | Zeichnungsrevision |
| Kennzeichnung und Zeugnis zuordnen | Werkstoffidentität |
| An mehreren festgelegten Punkten messen | Fugenmaß |
| Sichtlinie und Suchbereich kontrollieren | Sensorzugang |
| Zuständige Entscheidung dokumentieren | Freigabestatus |
Der sichere Arbeitsablauf verbindet Dokumentenprüfung, Bauteilprüfung, Automatisierungsbereitschaft und Freigabe zu einer nachvollziehbaren Kette.
Kreuzworträtsel
| Werkstoff | Welche Angabe muss mit Kennzeichnung und Nachweis rückverfolgbar sein? |
| Kantenform | Welches Merkmal beschreibt die vorbereitete Geometrie am Fügerand? |
| Nahtlage | Welche Angabe beschreibt die räumliche Position beim Schweißen? |
| Spannplan | Welches Dokument legt die vorgesehene Vorrichtung und Bezüge fest? |
| Lasersensor | Welches Bauteil kann zur Lageerfassung oder Fugenverfolgung beitragen? |
| Freigabe | Welche dokumentierte Entscheidung ist vor dem nächsten Prozessschritt nötig? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Dokumentencheck: Erstelle für das Lehrmodell eine Checkliste mit acht Unterlagen oder Angaben, die vor der Bearbeitung vorhanden sein müssen.
- Kantenformen: Zeichne vier typische Fugen- oder Verbindungsformen und beschrifte Kante, Fuge und spätere Naht.
- Messprotokoll: Übertrage die fünf Spaltmesswerte des Modellfalls in ein übersichtliches Protokoll und kennzeichne den Abweichungswert.
- Sicherheitsgrenzen: Formuliere in fünf Sätzen, was dieser Kurs leistet und welche Arbeiten nur nach betrieblicher Unterweisung zulässig sind.
Standard
- Revisionsvergleich: Vergleiche Zeichnung Revision B und Spannplan Revision A in einem selbst erstellten Änderungsformular und formuliere drei Klärungsfragen.
- Nahtlängenberechnung: Rechne die geometrische Gesamtlänge des Modellfalls nach und entwickle eine zweite synthetische Variante mit nachvollziehbarem Rechenweg.
- Vorrichtungsprüfung: Entwirf eine Prüfliste für Auflagen, Anschläge, Spannelemente, Greiferbereich und Sensorzugang.
- Abweichungsmanagement: Erstelle aus den Befunden A-01 bis A-06 eine priorisierte Maßnahmenfolge mit Zuständigkeiten.
Schwer
- Digitale Arbeitsmappe: Entwickle eine datensparsame digitale Auftragsmappe mit Statusfeldern, Versionslogik und Pflichtnachweisen ohne personenbezogene Schülerdaten.
- Fehlerfolgenanalyse: Untersuche für fünf mögliche Vorbereitungsfehler jeweils Ursache, unmittelbare Folge, mögliche Qualitätswirkung und vorbeugende Kontrolle.
- Automatisierungstransfer: Erkläre in einem Kurzvideo oder Vortrag, warum Sensorik fehlende Dokumente und Freigaben nicht ersetzen kann.
- Modellfallvariation: Verändere drei synthetische Randbedingungen des Modellfalls, löse den neuen Fall vollständig und begründe die Freigabe- oder Sperrentscheidung.


Lösungshinweise zu den offenen Aufgaben
| Aufgabe | Erwarteter Lösungsansatz |
|---|---|
| Dokumentencheck | Auftrag, Zeichnung, Stückliste, Werkstoffnachweis, Schweißanweisung, Spannplan, Prüfplan und Programmfreigabe nennen und jeweils den Zweck erklären |
| Kantenformen | Zum Beispiel Stumpf-, V-, T- und Überlappverbindung klar unterscheiden; keine konkreten Fertigungsmaße erfinden |
| Messprotokoll | Sollbereich 1,5 mm bis 2,5 mm angeben; 2,7 mm eindeutig als lokale Abweichung markieren |
| Sicherheitsgrenzen | Ergänzendes Lernen, keine Bedienfreigabe, reale Arbeit nur nach Unterweisung, keine Parameterübernahme, betriebliche Unterlagen haben Vorrang |
| Revisionsvergleich | Geometrie, Auflagen, Greiferbereich, Sensorzugang und Änderungsnachweis als Klärungspunkte formulieren |
| Nahtlängenberechnung | 6 · 420 mm + 4 · 280 mm = 3640 mm; zweite Variante mit Einheiten und kontrollierbarer Summe |
| Vorrichtungsprüfung | Identität, Sauberkeit, Beschädigung, vollständige Anlage, Kollisionsfreiheit, Greifer- und Sensorzugang aufnehmen |
| Abweichungsmanagement | Zuerst sicherheits- und freigabekritische Punkte sperren, danach Material, Revision, Geometrie und dokumentierte Nacharbeit ordnen |
| Digitale Arbeitsmappe | Rollenrechte, Pflichtfelder, Revisionssperre, Änderungsprotokoll, Messwerte und Freigabestatus vorsehen |
| Fehlerfolgenanalyse | Ursache und Wirkung trennen und zu jeder Wirkung eine vorbeugende oder entdeckende Kontrolle zuordnen |
| Automatisierungstransfer | Sensoren messen innerhalb definierter Aufgaben; sie ersetzen weder Werkstoffnachweis noch Zeichnung, WPS, Spannplan oder Verantwortung |
| Modellfallvariation | Neue Werte deutlich als synthetisch kennzeichnen, vollständig rechnen, offene Voraussetzungen benennen und Entscheidung konsistent begründen |
Lernkontrolle
- Freigabekette analysieren: Begründe, warum ein geometrisch passendes Bauteil ohne Werkstoffnachweis und Schweißanweisung trotzdem gesperrt bleiben muss.
- Messstrategie entwickeln: Lege für eine 1200 mm lange synthetische Fuge sinnvolle Messpunkte fest und erkläre, wie du lokale Abweichungen sichtbar machst.
- Nutzlastgrenze beurteilen: Erkläre anhand der Lehrrechnung, welche zusätzlichen Nachweise zwischen einer Massensumme und einer realen Handhabungsfreigabe liegen.
- Sensorzugang bewerten: Beschreibe drei Arten von Abschattung oder Störung und ordne jeweils eine geeignete Klärungsstelle zu.
- Revisionsfehler übertragen: Zeige an einem anderen Fertigungsbeispiel, wie gemischte Dokumentenstände zu Qualitäts- oder Sicherheitsproblemen führen können.
- Übergabe formulieren: Schreibe eine kurze, sachliche Sperrmitteilung für den Modellfall mit Befund, Risiko, benötigter Entscheidung und nächstem Schritt.
Lernnachweis
Als Lernnachweis gelten nicht nur richtige Begriffe, sondern nachvollziehbare Arbeitsprodukte:
| Kompetenzbereich | Nachweis |
|---|---|
| Fachwissen | Du unterscheidest Werkstoffangabe, Kantenform, Fugenmaß, Nahtart, Nahtlage, Spannbezug und Freigabe. |
| Dokumentenkompetenz | Du erkennst fehlende Unterlagen, vergleichst Revisionen und leitest Klärungsfragen ab. |
| Messkompetenz | Du bildest einen Toleranzbereich, dokumentierst Einzelwerte und erkennst lokale Abweichungen. |
| Rechenkompetenz | Du berechnest geometrische Nahtlängen und theoretische Massen mit Einheiten und benennst die Grenzen der Rechnung. |
| Qualitätskompetenz | Du ordnest Befunde den Statuswerten freigegeben, nachzuarbeiten oder zu klären zu. |
| Automatisierungskompetenz | Du prüfst Vorrichtungsidentität, Greiferbereich, Sensorzugang und Dokumentenbezug, ohne Programme oder Parameter zu erfinden. |
| Sicherheitskompetenz | Du hältst Zuständigkeiten ein und grenzt Online-Lernen klar von realer Maschinenarbeit ab. |
| Transfer | Du kannst das Vorgehen auf eine andere synthetische Schweißbaugruppe übertragen und eine begründete Übergabeentscheidung formulieren. |
Ein vollständiges Portfolio kann die Checkliste, das Messprotokoll, die Rechenwege, die Abweichungsliste, eine Skizze der Bezugsflächen, die Modellfalllösung und eine reflektierte Sicherheitsabgrenzung enthalten.
OER und Wikipedia
Geprüfte Fach- und Primärquellen
| Quelle | Nutzen im Kurs | Geltungsgrenze |
|---|---|---|
| igm Robotersysteme AG: Projekt Liebherr Bischofshofen, 31.07.2024 | Primärquelle für den beschriebenen Anlagenverbund und die ausdrücklich genannten Komponenten | Keine Schweißparameter, Programmierung, Bedienfreigabe oder vollständige technische Spezifikation |
| DGUV: Themenfeld Schweißen von metallischen Werkstoffen | Einstieg in Arbeitsschutzinformationen und DGUV-Schriften | Betriebliche Gefährdungsbeurteilung und österreichische Vorgaben bleiben maßgeblich |
| BAuA: TRGS 528 Schweißtechnische Arbeiten | Hintergrund zu Gefahrstoffen und Schutzmaßnahmen | Kein Ersatz für lokale Betriebsanweisung und aktuelle Rechtsprüfung am Standort |
| ISO 10218-1:2025 | Überblick zu Sicherheitsanforderungen an Industrieroboter | Normtext und betriebliche Umsetzung müssen durch qualifizierte Stellen geprüft werden |
| ISO 10218-2:2025 | Überblick zu Sicherheitsanforderungen an Roboteranwendungen und Roboterzellen | Keine Bedienanweisung für die konkrete Anlage |
| Wikipedia: Industrieroboter | Allgemeiner OER-Einstieg in Aufbau und Kinematik | Nicht für anlagenspezifische Freigaben verwenden |
| Wikipedia: Sensoren für das Lichtbogenschweißen | Transferwissen zu Nahtsuche und Fugenverfolgung | Keine Aussage zur konkreten iLS-Konfiguration |
Medien, Urheber und Rechte
| Medium | Quellennachweis | Urheber oder Anbieter | Lizenz oder Nutzungshinweis |
|---|---|---|---|
| File:FANUC 6-axis welding robots.jpg | Wikimedia Commons | Phasmatisnox | CC BY 3.0 |
| File:Welding robot system 002.jpg | Wikimedia Commons | KOMATSU Ltd. | CC BY-SA 2.1 Japan |
| File:Common joint types.svg | Wikimedia Commons | Spangineer und XcepticZP | Gemeinfrei laut Dateiseite |
| File:Welding edges.svg | Wikimedia Commons | Actam | Gemeinfrei laut Dateiseite |
| File:Welding Joint Types.png | Wikimedia Commons | Erik Wannee | CC0 1.0 |
| File:Welding angular distortion.svg | Wikimedia Commons | Wizard191 | CC BY-SA 3.0 |
| File:Schweißriss.png | Wikimedia Commons | Wizard191 und Earlyspatz | CC BY-SA 3.0 |
| File:FANUC welding robot reaching.jpg | Wikimedia Commons | Phasmatisnox | CC BY 3.0 |
| File:Man welding a metal structure in a newly constructed house in Bengaluru, India.webm | Wikimedia Commons | Subhashish Panigrahi | CC BY-SA 4.0 |
| File:Welding Helmet Effects on Breathing Zone Exposures.webm | Wikimedia Commons | NIOSH, U.S. CDC | Gemeinfrei als Werk einer US-Bundesbehörde laut Dateiseite |
| https://www.youtube.com/watch?v=16rglvD8qLc | Fronius TouchSense und SeamTracking | Fronius Welding | Einbettung über YouTube; keine offene Lizenz behauptet, Rechte beim Anbieter |
Die Medien mit Robotern sind ausdrücklich als Symbolbilder gekennzeichnet. Sie zeigen nicht den konkreten igm-Anlagenverbund am Referenzstandort. Bei jeder Weiterverwendung bleiben die jeweiligen Lizenz- und Namensnennungsbedingungen der einzelnen Dateien maßgeblich. Für den Kurstext gilt die auf MOOCwiki angezeigte Seitenlizenz.
Verknüpfte Lernbereiche
Der Kurs verbindet Fertigungsplanung, Werkstofftechnik, Zeichnungslesen, Messtechnik, Vorrichtungsbau, Robotik, Qualitätsmanagement und Arbeitsschutz. Im Bildungsnetz kann er als vorbereitender Baustein für Metall-Muster-Betrieb und Maschinenwelt – Konstruktionsmechaniker genutzt werden. Die Zuordnung zum zweiten Ausbildungsjahr bleibt eine redaktionelle Empfehlung und ist mit Betrieb und Berufsschule abzustimmen.
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