Igm RSX und RTE – Vorwärmen und Schweißvorgaben einordnen
Lehrmodell und Quellenbezug: Dieser Kurs ist auf unterschiedliche Ausbildungsbetriebe übertragbar. Der Metall-Muster-Betrieb bezeichnet ein fiktives redaktionelles Lehrmodell. Der Quellenbetrieb und seine Referenzanlagen sind dagegen die realen Anwendungsfälle der jeweils verlinkten Originalberichte. Quellenangaben beschreiben weder eine tatsächliche Ausstattung des Musterbetriebs noch eine Herstellerfreigabe.
Einleitung
Dieser aiMOOC richtet sich an Auszubildende aller Geschlechter im Beruf Konstruktionsmechanikerin und Konstruktionsmechaniker im dritten Ausbildungsjahr. Du lernst, aus bereitgestellten Schweißunterlagen die Voraussetzungen für eine Vorwärmung, zulässige Prozessangaben, Prüfschritte und Nachweise herauszuarbeiten. Im Mittelpunkt steht nicht das Einstellen einer realen Maschine, sondern das sichere Lesen, Prüfen, Zuordnen und Dokumentieren von Vorgaben.
Der Anlagenbezug stammt aus dem öffentlichen igm-Projektbericht vom 31. Juli 2024: In Referenzstandort wird ein Anlagenverbund mit zwei identischen Schweißstationen beschrieben. Jede Station umfasst eine RSX-Schweißroboteranlage mit einem RTE 478-S auf einem RST-Drehausleger; ein RTE H650 übernimmt als Handlingroboter den Materialfluss zwischen Lager und den beiden Stationen. Außerdem nennt die Quelle Vorwärmbrenner und iLS-Lasersensoren in den Schweißstationen. Die Quelle enthält jedoch keine Freigabe konkreter Schweißparameter, keine Programmieranleitung und keine Bedienfreigabe. Deshalb werden fehlende Angaben in diesem Kurs niemals geschätzt.
Sicherheits- und Geltungsgrenze: Reale Arbeiten an Roboteranlage, Vorwärmbrenner, Spanntechnik oder Schweißprozess dürfen nur nach betrieblicher Unterweisung, mit qualifizierter Anleitung und nach den gültigen Betriebs-, Sicherheits- und Freigabeunterlagen ausgeführt werden. Dieser Kurs ist ergänzendes Lernen, kein offizieller Hersteller- oder igm-Lehrgang und kein Ersatz für Betriebsanweisungen, Gefährdungsbeurteilungen, Schweißanweisungen oder die Entscheidung der verantwortlichen Schweißaufsicht.

Lernziele
Nach dem Kurs kannst du
- Schweißanweisungen von ergänzenden Unterlagen unterscheiden und Revisionsstände prüfen.
- Vorgaben zur Vorwärm-, Zwischenlagen- und Messdokumentation systematisch herausarbeiten.
- Prozessgrößen wie Strom, Spannung und Schweißgeschwindigkeit in einem ausdrücklich fiktiven Lehrmodell einordnen.
- fehlende, widersprüchliche oder nicht freigegebene Angaben erkennen und korrekt eskalieren.
- Prüfnachweise für einen Anlagenverbund mit zwei Schweißstationen nachvollziehbar strukturieren.
Anlagenkontext und sichere Lernperspektive
Was die Primärquelle tatsächlich belegt
Der igm-Projektbericht „Projekt Liebherr Bischofshofen“ beschreibt einen automatisierten Anlagenverbund. Aus der Quelle lassen sich folgende, für diesen Kurs zulässige Aussagen ableiten:
| Belegter Anlagenaspekt | Einordnung für das Lernen | Nicht daraus ableitbar |
|---|---|---|
| Zwei identische Schweißstationen | Unterlagen und Nachweise müssen stationsbezogen und zugleich anlagenweit rückverfolgbar sein. | Es handelt sich nicht um drei unabhängige Schweißfälle. |
| Je Station ein RTE 478-S in einer RSX-Anlage | Schweißaufgaben können parallel organisiert sein. | Keine Aussage zu konkreten Programmen, Nahtfolgen oder freigegebenen Parametern. |
| Ein RTE H650 als Handlingroboter | Materialfluss, Vorrichtungswechsel und Übergaben gehören zur Prozesskette. | Keine Bedienanweisung oder Freigabe für Traglastnutzung im Einzelfall. |
| Vorwärmbrenner und iLS-Lasersensor in den Stationen | Vorwärmung und sensorische Erfassung sind als Prozessbausteine vorhanden. | Keine Vorgabe zu Temperatur, Brennereinstellung, Messort oder Toleranz. |
| Voroperation zum Zusammensetzen und Heften, danach Fertigschweißen | Dokumente müssen Arbeitsfolge und Übergabekriterien unterscheiden. | Keine Aussage zur konkreten Heft- oder Schweißfolge eines Bauteils. |
Merksatz: Eine Anlagenbeschreibung sagt, was grundsätzlich vorhanden ist. Eine freigegebene Fertigungsunterlage sagt, was für ein bestimmtes Bauteil in einer bestimmten Revision zulässig ist.
Ein Anlagenverbund, zwei Stationen, eine Nachweiskette
Das folgende eigene Schema zeigt die logische Kette. Es ist ein Lehrmodell und keine Bediengrafik:
| Materialbereitstellung | Übergabe | Schweißstation A | Schweißstation B | Ausschleusung |
|---|---|---|---|---|
| Fiktives automatisches Lager | RTE-H650-Handlingfunktion | Heften oder Fertigschweißen gemäß freigegebener Unterlage | Heften oder Fertigschweißen gemäß freigegebener Unterlage | Freigegebenes Bauteil mit vollständigem Nachweis |
| Über alle Schritte: Bauteil-ID, Vorrichtungs-ID, Dokumentrevision, Station, Zeitstempel, Mess- und Prüfergebnis | ||||
Die beiden Stationen sind technisch ähnlich, aber ein Nachweis darf nicht nur „Anlage in Ordnung“ lauten. Für Rückverfolgbarkeit muss erkennbar sein, welches Bauteil an welcher Station mit welchem freigegebenen Datensatz bearbeitet und geprüft wurde. Gleichzeitig darfst du aus der Existenz zweier Stationen nicht zwei unterschiedliche Sollwerte erfinden.
Sicherheitsgrenzen im automatisierten Schweißumfeld
Wesentliche Gefährdungen sind unter anderem Roboterbewegungen, Quetsch- und Scherstellen, Lichtbogenstrahlung, Schweißrauch, heiße Oberflächen, Flammen, Gasversorgung, Brandlasten, elektrische Energie und gespeicherte mechanische Energie. Für Lernaufgaben gilt daher:
| Situation | Zulässige Lernhandlung | Nicht zulässige Schlussfolgerung |
|---|---|---|
| Fehlender Temperaturwert | Fehlstelle markieren und verantwortliche Stelle benennen. | Wert aus Erfahrung ergänzen. |
| Unklarer Programmname | Dokumentbezug und Freigabestatus prüfen. | Programm probeweise starten. |
| Abweichende Revision | Vorgang stoppen und Dokumentenlenkung klären. | Neuere Zahl automatisch als bessere Freigabe ansehen. |
| Messwert außerhalb der Vorgabe | Sperren, dokumentieren und Entscheidung anfordern. | Mittelwert bilden, bis das Ergebnis passt. |
| Unbekannte Station oder Vorrichtung | Identifikation und Zuordnung prüfen. | Ähnliche Station oder Vorrichtung als gleichwertig behandeln. |
Schweißvorgaben systematisch lesen
Dokumentenhierarchie und Freigabestatus
Eine Schweißanweisung oder Welding Procedure Specification beschreibt für eine konkrete Anwendung die einzuhaltenden Schweißbedingungen. Sie steht nicht allein, sondern ist Teil einer gelenkten Dokumentenkette. Je nach Betrieb können Benennungen abweichen. Entscheidend ist, dass du Zweck, Gültigkeit und Freigabe erkennst.
| Unterlage | Typischer Zweck | Prüffrage |
|---|---|---|
| Zeichnung und Stückliste | Bauteilgeometrie, Nahtangaben, Werkstoff- und Positionsbezug | Gehören Zeichnung, Stückliste und Bauteil-ID zusammen? |
| Schweißanweisung oder WPS | Freigegebene Bereiche für Verfahren, Werkstoffe, Naht, Wärmeführung und weitere Variablen | Ist genau diese Revision für Auftrag, Werkstoff und Naht gültig? |
| Arbeits- oder Ablaufanweisung | Reihenfolge, Zuständigkeiten, Übergaben und betriebliche Durchführung | Ist die Anweisung freigegeben und für die Station anwendbar? |
| Prüfplan | Prüfumfang, Prüfzeitpunkt, Annahmekriterien und Dokumentation | Welche Prüfung ist vor, während und nach dem Schweißen erforderlich? |
| Mess- und Prüfprotokoll | Istwerte, Identitäten, Abweichungen, Freigaben und Rückverfolgbarkeit | Sind Wert, Einheit, Messstelle, Zeitpunkt und prüfende Stelle dokumentiert? |
| Roboterprogramm-Datensatz | Technischer Datensatz für automatisierte Abläufe | Ist der Datensatz eindeutig freigegeben und mit der Unterlagenrevision verknüpft? |
Datei:WPS ISO 15614-1 metric example (en).pdf
Lesestrategie in sechs Schritten
Nutze für bereitgestellte Unterlagen die folgende Reihenfolge:
- Identität prüfen: Titel, Dokumentnummer, Revision, Gültigkeitsdatum und Freigabestatus.
- Anwendungsbereich prüfen: Bauteil, Naht, Werkstoff, Dicke, Schweißprozess, Position und Station.
- Wärmeführung finden: Vorwärmtemperatur, Zwischenlagentemperatur, Messmethode, Messort, Messzeitpunkt und Haltebedingungen.
- Prozessgrößen erfassen: nur die tatsächlich angegebenen Bereiche und Einheiten übernehmen.
- Prüfnachweise zuordnen: Sollwert, Istwert, Prüfmethode, Annahmekriterium und Verantwortlichkeit.
- Lücken behandeln: fehlende oder widersprüchliche Angaben markieren, Vorgang nicht freigeben und qualifizierte Entscheidung anfordern.
Ein fachlich guter Nachweis trennt Quelle, Sollvorgabe, Istbeobachtung und Entscheidung. Die Formulierung „passt ungefähr“ ist kein prüfbarer Nachweis.
Ampellogik für Unterlagen
| Status | Bedeutung | Konsequenz |
|---|---|---|
| Grün | Freigegebene, eindeutige und passende Unterlage liegt vor; alle Pflichtangaben sind vorhanden. | Bearbeitung darf nur im Rahmen der betrieblichen Freigabe vorbereitet werden. |
| Gelb | Angabe ist unklar, widersprüchlich oder nur indirekt ableitbar. | Rückfrage und dokumentierte Klärung erforderlich. |
| Rot | Pflichtangabe fehlt, Revision passt nicht, Messwert liegt außerhalb der Vorgabe oder Freigabe fehlt. | Keine Prozessfreigabe; sperren und eskalieren. |
Typischer Fehler: Eine technische Anlagenfähigkeit wird mit einer Fertigungsfreigabe verwechselt. Dass eine Anlage vorwärmen, messen oder schweißen kann, legt noch keinen zulässigen Sollwert fest.
Vorwärmen verstehen und dokumentieren
Zweck und fachliche Wirkung
Beim Vorwärmen wird der Bereich um die spätere Schweißnaht oder ein größerer Bauteilbereich vor dem Schweißen auf eine vorgegebene Temperatur gebracht. Abhängig von Werkstoff, Dicke, Wasserstoffangebot, Einspannung, Wärmeableitung und qualifiziertem Verfahren kann Vorwärmen die Abkühlgeschwindigkeit vermindern, Feuchtigkeit reduzieren und das Risiko wasserstoffunterstützter Kaltrisse beeinflussen. Ob Vorwärmen erforderlich ist und welcher Bereich gilt, muss jedoch aus der freigegebenen Unterlage stammen.
Die Wärmeeinflusszone ist der Bereich des Grundwerkstoffs, dessen Gefüge und Eigenschaften durch den Wärmeeintrag verändert werden, ohne dass er vollständig aufschmilzt. Vorwärmung, Wärmeeintrag und Abkühlbedingungen wirken zusammen; keine einzelne Größe darf isoliert als Qualitätsgarantie betrachtet werden.


Vorwärmtemperatur und Zwischenlagentemperatur unterscheiden
| Begriff | Zeitpunkt | Bedeutung | Nachweis |
|---|---|---|---|
| Vorwärmtemperatur | Unmittelbar vor Beginn der betreffenden Schweißung | Mindest- oder Bereichsvorgabe, die vor Prozessbeginn erreicht sein muss | Messwert mit Einheit, Messstelle, Zeitpunkt und Messmittel |
| Zwischenlagentemperatur | Vor dem Aufbringen der nächsten Lage | Temperaturzustand zwischen Schweißlagen; kann als Mindestwert, Höchstwert oder Bereich vorgegeben sein | Messung vor der Folgelage an der festgelegten Stelle |
| Haltezeit | Nach Erreichen einer Temperatur und vor einem freigegebenen Folgeschritt | Nur relevant, wenn die Unterlage sie ausdrücklich fordert | Start, Ende und erfüllte Bedingung |
| Wärmenachbehandlung | Nach dem Schweißen | Eigenständiger Prozessschritt mit separaten Vorgaben | vollständiger Zeit-Temperatur-Nachweis gemäß Unterlage |
Wichtig: Ein Mindestwert ist kein beliebiges Ziel. Ein Höchstwert ist keine Empfehlung zum Ausreizen. Liegt ein Messwert außerhalb des freigegebenen Bereichs, wird nicht gerechnet, gemittelt oder geschätzt, sondern der Abweichungsprozess angewendet.
Messkette statt Einzelzahl
Eine belastbare Temperaturangabe besteht aus mehr als einer Zahl:
| Element der Messkette | Beispiel im fiktiven Lehrmodell | Prüfgedanke |
|---|---|---|
| Sollquelle | Lehr-WPS L-24, Revision B | Ist die Quelle freigegeben und passend? |
| Sollbereich | 120 bis 160 Grad Celsius | Sind Unter- und Obergrenze eindeutig? |
| Messstelle | In der Unterlage markierter Bereich neben der Fuge | Wurde tatsächlich dort gemessen? |
| Messzeitpunkt | Unmittelbar vor dem freigegebenen Prozessstart | Ist der Wert zeitlich noch aussagekräftig? |
| Messmittel | freigegebenes und geprüftes Temperaturmessgerät | Ist das Messmittel geeignet und innerhalb seiner Prüfperiode? |
| Istwert | 148 Grad Celsius | Liegt der Wert im Bereich? |
| Entscheidung | Wärmevorgabe erfüllt; weitere Freigabepunkte bleiben zu prüfen | Wird nicht fälschlich die Gesamtfreigabe behauptet? |
Dieses Beispiel ist ausdrücklich synthetisch und hat keinen Bezug zu realen Hersteller-, igm- oder Anlagenparametern.
Häufige Fehler beim Vorwärmen
- Messung an einer bequemen statt der vorgeschriebenen Stelle.
- Messung zu früh, obwohl das Bauteil bis zum Prozessstart wieder abkühlt.
- Verwechslung von Oberflächentemperatur, Bauteilkerntemperatur und Zwischenlagentemperatur.
- Übernahme eines Wertes aus einem ähnlichen Bauteil ohne dokumentierte Gültigkeit.
- Verwendung ungeeigneter oder nicht geprüfter Messmittel.
- Annahme, dass sichtbare Anlassfarben einen vorgeschriebenen Messnachweis ersetzen.
- Dokumentation ohne Einheit, Zeitpunkt oder Bauteilbezug.
- Freigabe trotz fehlender Temperaturangabe.
Prozessparameter einordnen und rechnen
Sollwerte, Istwerte und zulässige Bereiche
Prozessparameter können als Einzelwert, Bereich, Maximalwert, Minimalwert oder abhängige Größe angegeben sein. Du musst die Form genau übernehmen. Beispiele sind Schweißstrom, Lichtbogenspannung, Drahtvorschub, Schweißgeschwindigkeit, Schutzgasangabe, Brennerstellung, Pendelung und Wärmeeinbringung. Dieser Kurs gibt dafür keine realen Sollwerte vor.
| Angabeform | Beispiel im Lehrmodell | Richtige Lesart |
|---|---|---|
| Bereich | 230 bis 250 Ampere | Jeder freigegebene Istwert muss innerhalb des Bereichs liegen. |
| Mindestwert | mindestens 120 Grad Celsius | Unterhalb des Werts keine Freigabe; oberhalb gelten weitere Grenzen der Unterlage. |
| Höchstwert | höchstens 160 Grad Celsius | Oberhalb des Werts keine Freigabe. |
| Zielwert mit Toleranz | 240 Ampere plus oder minus 10 Ampere | Zulässiger Bereich ist 230 bis 250 Ampere. |
| Dokumentverweis | gemäß Datensatz D-17 | Der Datensatz muss verfügbar, freigegeben und revisionsgleich sein. |
Wärmeeinbringung im fiktiven Lehrmodell
Eine in der Ausbildung häufig verwendete Rechengröße ist die streckenbezogene Wärmeeinbringung. In einem vereinfachten Lehrmodell kann sie mit folgender Beziehung berechnet werden:
Dabei bedeuten:
- : Wärmeeinbringung in Kilojoule je Millimeter
- : verfahrensabhängiger Wirkungsfaktor aus der freigegebenen Unterlage
- : Spannung in Volt
- : Strom in Ampere
- : Schweißgeschwindigkeit in Millimeter je Minute
Synthetisches Rechenbeispiel ohne Betriebsbezug: Für das Lehrmodell seien , Volt, Ampere und Millimeter je Minute vorgegeben.
Gerundet ergibt das . Die Rechnung ist nur fachlich nutzbar, wenn alle Eingabewerte, Einheiten und der Faktor aus einer gültigen Vorgabe stammen. Ein korrekt berechneter Wert ist keine Freigabe, wenn die zugrunde liegenden Werte nicht freigegeben sind.
Plausibilitätsprüfung der Rechnung
Nutze drei Kontrollen:
| Kontrolle | Frage | Typischer Fehler |
|---|---|---|
| Einheitenkontrolle | Ist die Geschwindigkeit wirklich in Millimeter je Minute eingesetzt? | Meter je Minute oder Millimeter je Sekunde ungeprüft übernehmen. |
| Größenordnung | Führt eine höhere Geschwindigkeit bei sonst gleichen Werten zu kleinerer Wärmeeinbringung? | Zähler und Nenner vertauschen. |
| Quellenkontrolle | Stammen Wirkungsfaktor und Prozesswerte aus derselben gültigen Unterlage? | Werte aus verschiedenen Revisionen kombinieren. |
Das folgende eigene Wirkungsdiagramm zeigt nur qualitative Zusammenhänge:
| Änderung bei sonst gleichen Bedingungen | Tendenz der Wärmeeinbringung je Nahtlänge | Mögliche fachliche Folge, die geprüft werden muss |
|---|---|---|
| Strom steigt | steigt | stärkere thermische Beanspruchung möglich |
| Spannung steigt | steigt | veränderte Lichtbogen- und Nahtbedingungen möglich |
| Schweißgeschwindigkeit steigt | sinkt | geringere Energie je Nahtlänge möglich |
| Vorwärmung steigt innerhalb einer Freigabe | Formelwert bleibt unverändert | Abkühlbedingungen ändern sich trotzdem |
Abweichungen richtig behandeln
Bei einer Abweichung gilt die Reihenfolge erkennen – sichern – dokumentieren – entscheiden lassen – erst nach Freigabe fortsetzen. Eine geeignete Abweichungsmeldung enthält mindestens Bauteil-ID, Station, Zeitpunkt, betroffene Unterlage und Revision, Sollvorgabe, Istbefund, Messmittel, Sofortmaßnahme und zuständige Entscheidung.
Nicht zulässig sind heimliche Parameteränderungen, das Überschreiben von Istwerten, das Löschen eines Fehlversuchs oder die Umdeutung eines Grenzwerts. Prozessdaten dienen der Rückverfolgbarkeit und müssen manipulationssicher nach betrieblicher Regel behandelt werden.
Prüf- und Nachweiskette im automatisierten Anlagenverbund
Prüfpunkte vor, während und nach dem Schweißen
| Phase | Beispielhafte Prüfgegenstände | Möglicher Nachweis |
|---|---|---|
| Vor dem Prozess | Bauteilidentität, Werkstoffzuordnung, Vorrichtung, Dokumentrevision, Vorwärmvorgabe, Messmittelstatus | Rüst- und Freigabecheck |
| Unmittelbar vor dem Start | Temperatur an vorgeschriebener Messstelle, Stations- und Datensatzzuordnung | Temperatur- und Freigabeprotokoll |
| Während des Prozesses | zulässige Prozessbereiche, Störmeldungen, Unterbrechungen, Zwischenlagenbedingungen | automatisch oder manuell erfasster Prozessdatensatz |
| Nach dem Prozess | Sichtprüfung, Maßprüfung, geforderte weitere Prüfungen, Kennzeichnung | Prüfprotokoll mit Annahmeentscheidung |
| Übergabe | Vollständigkeit, Sperrstatus, Nacharbeit, Rückverfolgbarkeit | digitaler oder gelenkter Übergabenachweis |


Vollständiger berufstypischer Modellfall
Ausgangslage – ausdrücklich fiktives Lehrmodell: Ein Bauteil mit der ID LM-204 soll in einem Lernplanspiel einer der beiden Schweißstationen zugeordnet werden. Bereitgestellt sind:
| Unterlage oder Befund | Inhalt im Lehrmodell |
|---|---|
| Zeichnung Z-LM-204 | Revision C, Bauteil-ID passend, Naht N4 ausgewiesen |
| Lehr-WPS L-24 | Revision B, gültig für Naht N4 und den angegebenen Lehrwerkstoff |
| Arbeitsanweisung A-LM | Revision C, verweist jedoch auf Lehr-WPS L-24 Revision A |
| Temperaturvorgabe | 120 bis 160 Grad Celsius unmittelbar vor Prozessfreigabe |
| Messung Station A | 148 Grad Celsius, Messstelle und Zeitpunkt dokumentiert |
| Messung Station B | 117 Grad Celsius, Messstelle dokumentiert |
| Prozessdatensatz | Datensatz D-17 ist für Lehr-WPS Revision B freigegeben |
| Prüfplan | Sichtprüfung und Maßprüfung nach dem Prozess |
Arbeitsauftrag: Entscheide, ob Station A oder Station B im Lernmodell freigegeben werden dürfte. Nenne alle offenen Punkte und formuliere den erforderlichen Nachweisweg.
Nachvollziehbare Lösung zum Modellfall
Schritt 1 – Dokumentenidentität: Zeichnung und Lehr-WPS passen zur Bauteil- und Nahtzuordnung. Die Arbeitsanweisung verweist jedoch auf eine ältere WPS-Revision. Damit liegt ein Revisionswiderspruch vor.
Schritt 2 – Temperatur: Der Wert von Station A liegt mit 148 Grad Celsius innerhalb des synthetischen Bereichs. Der Wert von Station B liegt mit 117 Grad Celsius darunter. Station B darf im Lehrmodell nicht freigegeben werden.
Schritt 3 – Datensatz: D-17 ist laut Lehrfall für WPS Revision B freigegeben. Diese Zuordnung ist grundsätzlich passend, ersetzt aber nicht die Klärung des Widerspruchs in der Arbeitsanweisung.
Schritt 4 – Entscheidung: Auch Station A erhält noch keine Gesamtfreigabe, obwohl der Temperaturwert passt. Zuerst muss die Dokumentenlenkung klären, ob Arbeitsanweisung A-LM Revision C korrigiert oder durch eine gültige Anweisung ersetzt wird. Station B benötigt zusätzlich eine erneute, vorschriftsgemäße Vorwärmung und Messung nach der geklärten Unterlage. Es darf kein Wert geschätzt oder aus Station A übertragen werden.
Schritt 5 – Nachweisweg: Abweichung dokumentieren, Bauteil sperren, verantwortliche Schweißaufsicht oder benannte Freigabestelle informieren, gültige Unterlagen bereitstellen, Temperatur stationsbezogen neu prüfen, Freigabe dokumentieren und erst danach den Lernprozess fortsetzen.
Bewertungsraster zum Modellfall
| Kriterium | Voll erfüllt | Teilweise erfüllt | Nicht erfüllt | Punkte |
|---|---|---|---|---|
| Anlagenverbund korrekt eingeordnet | Zwei Stationen und ein gemeinsamer Handling- und Nachweiszusammenhang erkannt | Stationen erkannt, Zusammenhang unklar | Drei unabhängige Fälle angenommen | 10 |
| Revisionsprüfung | Widerspruch zwischen Arbeitsanweisung und WPS eindeutig erkannt | Widerspruch erwähnt, Folge unklar | Widerspruch übersehen | 20 |
| Temperaturbewertung | Station A als innerhalb und Station B als außerhalb eingeordnet | nur eine Station richtig bewertet | Werte verwechselt oder gemittelt | 20 |
| Freigabeentscheidung | Keine Station vor vollständiger Klärung freigegeben | Station A vorschnell freigegeben, aber Klärung erwähnt | Prozessfreigabe ohne Klärung | 20 |
| Nachweis und Eskalation | Sperre, Dokumentation, Zuständigkeit und Wiederholungsprüfung vollständig beschrieben | einzelne Elemente fehlen | keine belastbare Eskalation | 20 |
| Sicherheits- und Geltungsgrenze | Keine Bedien- oder Parameterfreigabe aus dem Kurs abgeleitet | Grenze nur allgemein erwähnt | reale Bedienhandlung oder Parameterschätzung vorgeschlagen | 10 |
| Gesamt | 90 bis 100 Punkte: sicher; 70 bis 89 Punkte: überwiegend sicher; 50 bis 69 Punkte: Nacharbeit; unter 50 Punkte: erneute Bearbeitung | 100 | ||
Interaktive Aufgaben
Quiz: Prüfe dein Wissen
Welche Aussage beschreibt die Rolle der öffentlichen igm-Projektquelle korrekt? (Sie beschreibt den Anlagenaufbau, gibt aber keine konkreten Schweißparameter frei) (!Sie ersetzt die betriebliche Schweißanweisung) (!Sie erlaubt das Schätzen fehlender Temperaturen) (!Sie ist eine Bedienanleitung für die Roboter)
Was ist bei einer fehlenden Vorwärmtemperatur in der bereitgestellten Unterlage zu tun? (Fehlstelle dokumentieren und qualifizierte Klärung anfordern) (!Einen üblichen Erfahrungswert eintragen) (!Den Wert der anderen Station übernehmen) (!Ohne Vorwärmung beginnen)
Welche Angabe gehört zu einem belastbaren Temperaturmessnachweis? (Messstelle und Messzeitpunkt) (!Nur der Name des Bauteils) (!Nur die Farbe der Oberfläche) (!Nur die Nummer der Station)
Wie ist ein Wert unterhalb einer vorgegebenen Mindesttemperatur einzuordnen? (Als Abweichung ohne Prozessfreigabe) (!Als zulässig bei schneller Bearbeitung) (!Als zulässig nach Mittelwertbildung) (!Als Empfehlung für die nächste Lage)
Welche Unterlage beschreibt typischerweise freigegebene Schweißbedingungen? (Die Schweißanweisung) (!Der Werbeflyer der Anlage) (!Der Lageplan des Werks) (!Die allgemeine Produktbroschüre)
Was bewirkt eine höhere Schweißgeschwindigkeit im vereinfachten Rechenmodell bei sonst gleichen Werten? (Die Wärmeeinbringung je Millimeter sinkt) (!Die Wärmeeinbringung je Millimeter steigt) (!Die Spannung wird automatisch null) (!Die Vorwärmtemperatur verdoppelt sich)
Warum reicht ein passender Temperaturwert allein nicht für die Gesamtfreigabe? (Weitere Dokumente und Freigabepunkte müssen ebenfalls passen) (!Weil Temperatur grundsätzlich nie gemessen wird) (!Weil nur die Station entscheidet) (!Weil Prozessdaten immer geheim sind)
Wie müssen die zwei Schweißstationen im Nachweis behandelt werden? (Stationsbezogen und innerhalb einer gemeinsamen Rückverfolgbarkeit) (!Als drei voneinander unabhängige Anlagen) (!Ohne Angabe der verwendeten Station) (!Mit frei erfundenen Sollwerten je Station)
Was ist ein typischer Fehler bei Dokumentrevisionen? (Werte aus verschiedenen Revisionen zu vermischen) (!Den Revisionsstand zu protokollieren) (!Die Bauteilidentität zu prüfen) (!Eine Abweichung zu sperren)
Welche Handlung ist bei einer unklaren Programmzuordnung fachlich richtig? (Freigabebezug prüfen und den Vorgang bis zur Klärung stoppen) (!Ein ähnliches Programm probeweise starten) (!Den Programmnamen ohne Prüfung ändern) (!Die Störmeldung löschen)
Memory
| Vorwärmtemperatur | Temperaturzustand vor Beginn der betreffenden Schweißung |
| Zwischenlagentemperatur | Temperaturzustand vor dem Aufbringen einer weiteren Lage |
| Schweißanweisung | Gelenktes Dokument mit freigegebenen Prozessbedingungen |
| Revisionsstand | Kennzeichnung der gültigen Dokumentfassung |
| Rückverfolgbarkeit | Nachweisbare Zuordnung von Bauteil, Station, Unterlage und Ergebnis |
| Abweichung | Festgestellte Differenz zwischen Vorgabe und Istzustand |
Drag and Drop
| Ordne die richtige Handlung zu. | Befund |
|---|---|
| Dokumentenlenkung klären | Arbeitsanweisung verweist auf eine alte WPS-Revision |
| Prozess sperren | Messwert liegt außerhalb des freigegebenen Bereichs |
| Messkette vervollständigen | Temperaturwert ist ohne Messstelle dokumentiert |
| Stationsbezug nachtragen | Bauteilnachweis nennt keine Schweißstation |
| Qualifizierte Entscheidung anfordern | Pflichtangabe fehlt und darf nicht geschätzt werden |
Die Zuordnung trainiert die sichere Reaktion auf typische Unterlagen- und Nachweisfehler.
Kreuzworträtsel
| Vorwärmung | Wie heißt das gezielte Erwärmen vor dem Schweißen? |
| Schweißanweisung | Welches Dokument enthält freigegebene Schweißbedingungen? |
| Messstelle | Wo wird die Temperatur nach Vorgabe erfasst? |
| Freigabe | Welche Entscheidung ist vor dem zulässigen Fortsetzen erforderlich? |
| Rückverfolgung | Wie heißt die nachvollziehbare Zuordnung von Bauteil und Prozessdaten? |
| Prüfnachweis | Was belegt eine durchgeführte Kontrolle? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Quellencheck Vorwärmen: Markiere in einer bereitgestellten fiktiven Unterlage alle Angaben zu Vorwärmtemperatur, Messstelle, Messzeitpunkt und Messmittel.
- Dokumentenampel: Ordne sechs fiktive Unterlagenbefunde den Farben Grün, Gelb oder Rot zu und begründe jede Entscheidung in einem Satz.
- Begriffskarte Schweißvorgaben: Erstelle eine übersichtliche Karte mit den Begriffen WPS, Arbeitsanweisung, Prüfplan, Sollwert, Istwert und Freigabe.
- Sicherheitsplakat Roboterschweißen: Gestalte ein Plakat mit fünf Grenzen dieses Lernkurses und fünf Punkten, die nur nach betrieblicher Unterweisung ausgeführt werden dürfen.
Standard
- Messprotokoll entwerfen: Entwickle ein Formular für einen synthetischen Vorwärmnachweis mit Bauteil-ID, Station, Revision, Sollbereich, Messstelle, Zeitpunkt, Messmittel, Istwert und Entscheidung.
- Revisionskonflikt analysieren: Untersuche einen fiktiven Fall mit drei widersprüchlichen Dokumentrevisionen und formuliere einen sicheren Klärungsweg.
- Wärmeeinbringung berechnen: Berechne mit vorgegebenen Lehrwerten drei Varianten der Wärmeeinbringung und erkläre die Wirkung einer veränderten Schweißgeschwindigkeit.
- Stationsvergleich dokumentieren: Erstelle eine Tabelle, die identische Sollvorgaben und unterschiedliche Istnachweise der beiden Schweißstationen sauber trennt.
Schwer
- Modellfall auditieren: Führe für einen vollständigen synthetischen Fertigungsauftrag ein Dokumenten- und Nachweisaudit durch und liste Sperrgründe sowie Freigabebedingungen auf.
- Abweichungsbericht erstellen: Verfasse einen professionellen Abweichungsbericht zu einem zu niedrigen Vorwärmwert und einem fehlenden Revisionsbezug, ohne technische Werte zu erfinden.
- Erklärvideo planen: Entwickle ein Drehbuch für ein dreiminütiges Lernvideo über den Unterschied zwischen Anlagenfähigkeit und Prozessfreigabe; nutze nur eigene Grafiken oder belegte OER-Medien.
- Prüfgespräch simulieren: Simuliere mit einer Partnerperson ein Fachgespräch, in dem eine Person eine vorschnelle Freigabe fordert und die andere mit Unterlagen-, Sicherheits- und Nachweisargumenten widerspricht.
Lösungshinweise zu den offenen Aufgaben
| Aufgabe | Erwartbarer Lösungsweg |
|---|---|
| Quellencheck Vorwärmen | Alle vier Pflichtangaben werden getrennt markiert; fehlende Angaben erscheinen als offene Punkte und nicht als ergänzte Werte. |
| Dokumentenampel | Grün nur bei vollständiger Gültigkeit, Gelb bei klärbarer Unklarheit, Rot bei fehlender Freigabe oder unzulässigem Istwert. |
| Begriffskarte Schweißvorgaben | Dokumente, Soll- und Istwerte sowie die Freigabeentscheidung werden mit gerichteten Beziehungen verbunden. |
| Sicherheitsplakat Roboterschweißen | Das Plakat nennt insbesondere Roboterbereich, Wärme, Lichtbogen, Gas, Rauch und die Pflicht zur Unterweisung. |
| Messprotokoll entwerfen | Das Formular ermöglicht eine eindeutige Zuordnung und enthält keine unprüfbaren Freitextfreigaben. |
| Revisionskonflikt analysieren | Der Vorgang wird gesperrt, die Dokumentenlenkung wird eingebunden und nur eine bestätigte gültige Kette wird verwendet. |
| Wärmeeinbringung berechnen | Formel, Einheiten, Zwischenschritte und Plausibilitätsaussage sind vollständig; Lehrwerte werden als synthetisch bezeichnet. |
| Stationsvergleich dokumentieren | Sollwerte werden einmal aus der gültigen Quelle übernommen, Istwerte und Entscheidungen werden stationsbezogen geführt. |
| Modellfall auditieren | Ergebnis ist eine strukturierte Liste aus Identität, Gültigkeit, Wärmeführung, Prozessdaten, Prüfplan, Abweichungen und Entscheidung. |
| Abweichungsbericht erstellen | Bericht enthält Soll, Ist, Quelle, Revision, Station, Sofortmaßnahme, Zuständigkeit und ausstehende Entscheidung. |
| Erklärvideo planen | Das Drehbuch trennt Anlagenbeschreibung, WPS, Messnachweis und Freigabe und weist Medienrechte nach. |
| Prüfgespräch simulieren | Die sichere Position stützt sich auf dokumentierte Vorgaben, verweigert Schätzungen und fordert qualifizierte Klärung. |


Lernkontrolle
- Unterlagenmatrix erstellen: Erstelle aus einem fiktiven Dokumentensatz eine Matrix aus Dokumentnummer, Revision, Zweck, Geltungsbereich, Freigabe und offenem Punkt und leite daraus eine Prozessentscheidung ab.
- Messwert begründen: Erkläre, warum ein Temperaturwert ohne Messstelle, Zeitpunkt und Messmittel trotz passender Zahl kein ausreichender Nachweis ist.
- Parameterwirkung übertragen: Begründe anhand der Formel, wie sich eine Verdopplung der Schweißgeschwindigkeit bei sonst gleichen Lehrwerten auf die Wärmeeinbringung je Millimeter auswirkt.
- Abweichung priorisieren: Ordne einen Revisionskonflikt, einen fehlenden Stationsbezug, einen zu niedrigen Vorwärmwert und einen fehlenden Prüfplan nach Sperrwirkung und begründe deine Reihenfolge.
- Anlagenverbund erklären: Beschreibe, wie zwei identische Schweißstationen und ein gemeinsamer Handlingroboter in einer einheitlichen, aber stationsbezogenen Rückverfolgbarkeit abgebildet werden.
- Freigabegrenze verteidigen: Formuliere eine fachliche Antwort auf die Aussage „Die Anlage kann vorwärmen, also dürfen wir den üblichen Wert verwenden“ und beziehe Quellenstatus, Zuständigkeit und Sicherheit ein.
Lernnachweis
Als Lernnachweis eignen sich folgende Produkte und Leistungen:
| Bereich | Nachweis | Qualitätsmerkmal |
|---|---|---|
| Wissen | Fachgespräch zu WPS, Vorwärmung, Zwischenlagentemperatur, Revision und Rückverfolgbarkeit | Begriffe werden korrekt unterschieden und auf den Modellfall bezogen. |
| Analyse | ausgefüllte Unterlagenmatrix | Jede Aussage ist einer Quelle zugeordnet; Lücken werden sichtbar gemacht. |
| Rechnen | vollständige Wärmeeinbringungsrechnung mit Einheiten | Formel, Umrechnung, Rundung und Plausibilitätsprüfung sind nachvollziehbar. |
| Dokumentation | synthetisches Temperatur- und Abweichungsprotokoll | Soll, Ist, Messkette, Station, Revision und Entscheidung sind prüfbar. |
| Transfer | Audit eines neuen fiktiven Falls | Keine Werte werden geschätzt; Freigabegrenzen werden konsequent eingehalten. |
| Kommunikation | simuliertes Übergabe- oder Eskalationsgespräch | Sachlich, sicherheitsorientiert und zuständigkeitsgerecht. |
Eine vollständige Kursleistung kann aus Unterlagenmatrix, Rechenblatt, Abweichungsbericht, Modellfallbewertung und einem kurzen Fachgespräch bestehen. Personenbezogene Daten realer Lernender oder vertrauliche Betriebsdaten dürfen dafür nicht verwendet werden.
OER und Wikipedia
Geprüfte Quellen
- igm Robotersysteme AG: Projekt Liebherr Bischofshofen, 31.07.2024 – Primärquelle zum beschriebenen Anlagenverbund.
- TWI: Welding Procedure – fachlicher Überblick zu Schweißanweisung und Verfahrensqualifikation.
- Lincoln Electric: Preheating for Welding Explained – fachlicher Überblick zur Funktion des Vorwärmens.
- Miller: Preheat in Welding – Überblick zu Vorwärmzweck, Verfahren und Temperaturprüfung.
- Wikipedia: Wärmeeinflusszone – frei lizenzierter Einstieg in thermische Werkstoffbeeinflussung.
- Wikipedia: Welding Procedure Specification – englischsprachiger Überblick zu WPS und Qualifikationsnachweisen.
Verifizierte Videos
Das folgende englischsprachige Video von TWI zeigt die digitale Verwaltung von Schweiß- und Qualifikationsunterlagen. Es dient der Einordnung von Dokumentation, nicht als Arbeits- oder Bedienfreigabe.
Die folgende von der Suchmaschine verifizierte Lincoln-Electric-Wiedergabeliste enthält unter anderem das Video „When and Why to Preheat Metal“. Einzelne Aussagen sind stets gegen die im Betrieb gültige Schweißanweisung zu prüfen.
Videosammlung: Ask the Charlies auf YouTube öffnen.
Medien- und Rechtenachweis
| Medium | Quelle | Urheber oder Herausgeber | Rechtehinweis |
|---|---|---|---|
| File:Welding Robot.jpg | Wikimedia Commons | Ptmetindoerasakti | CC BY-SA 4.0 |
| File:Welded butt joint x-section.svg | Wikimedia Commons | Spangineer; Vektorisierung Malyszkz | CC BY-SA 3.0 |
| File:Pipe root weld with HAZ.jpg | Wikimedia Commons | Yannick Trottier | CC BY-SA 3.0 oder CC BY 2.5 |
| File:WPS ISO 15614-1 metric example (en).pdf | Wikimedia Commons | Mwtipp | CC BY-SA 4.0 |
| File:FANUC welding robot reaching.jpg | Wikimedia Commons | Phasmatisnox | CC BY 3.0 |
| File:Essais Pliage.jpg | Wikimedia Commons | Dumontierc | CC BY-SA 3.0 oder GFDL |
| https://www.youtube.com/watch?v=OHNqEGBJEho | YouTube | TWI Ltd | Externe Einbettung; Rechte beim Herausgeber |
| https://www.youtube.com/playlist?list=PLctHEEO5duGCfXPsFGNJuKRs_eOA3gTmN | YouTube | Lincoln Electric | Externe Verlinkung; Rechte beim Herausgeber |
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Die berufliche Zuordnung zum dritten Ausbildungsjahr und die Jahresfolge sind redaktionelle Lernempfehlungen. Sie müssen mit Ausbildungsbetrieb und Berufsschule abgestimmt werden. Der Kurs verbindet Fertigungsplanung, Werkstofftechnik, Mathematik, Qualitätsmanagement, Automatisierung, Arbeitssicherheit und technische Kommunikation.
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