Zum Inhalt springen

Autonomer Stapler PAOLO in Ehingen – Lieferbereitschaft mit Logistikkennzahlen beurteilen

Aus MOOCsWiki Staging
aiMOOC-Siegel aiMOOC

Autonomer Stapler PAOLO in Ehingen – Lieferbereitschaft mit Logistikkennzahlen beurteilen

QR-Code


Einleitung

Wie lässt sich entscheiden, ob Material für die Montage rechtzeitig, vollständig und am richtigen Ort bereitsteht? In diesem aiMOOC untersuchst du die Lieferbereitschaft anhand eines ausdrücklich synthetischen Logistikfalls, der sich am öffentlich beschriebenen Einsatz des autonomen Gabelstaplers „PAOLO“ im Liebherr-Werk Ehingen orientiert. Du wertest Auftragszeitpunkte, Wartezeiten und fehlgeschlagene Übergaben aus und trennst drei unterschiedliche Fehlerklassen: ein mögliches Fahrzeug- oder Transportproblem, eine ungeeignete Übergabestelle und einen organisatorisch fehlerhaften Auftrag.

Die Quelle von Liebherr beschreibt, dass PAOLO seit April 2025 Paletten- und Gitterboxwaren im Werk transportiert, unter anderem vom Wareneingang zum sogenannten Supermarkt und leere Paletten zurückführt. Vor der Inbetriebnahme sei die Mensch-Maschine-Interaktion getestet und optimiert worden. Öffentlich nicht belegt sind hier Hersteller, Navigationstechnik, Traglast, konkrete Steuerungsparameter und aktuelle Leistungskennzahlen. Deshalb werden diese Merkmale nicht behauptet. Alle Zahlen, Zeiten, Aufträge, Kennzahlen und Prozesslayouts in den Übungen sind didaktische Modellannahmen, keine Messdaten von Liebherr.

Zielgruppe sind Auszubildende im dritten Ausbildungsjahr der Fachkraft für Lagerlogistik, des Kaufmanns bzw. der Kauffrau für Digitalisierungsmanagement und des Industriekaufmanns bzw. der Industriekauffrau. Du lernst, Kennzahlen korrekt zu berechnen, Datenlücken offenzulegen, Ursachen mit Belegen zu unterscheiden und Verbesserungen messbar zu planen. Der Kurs ist ergänzendes Lernen und weder ein offizieller Liebherr-Lehrgang noch Ersatz für Betriebsanweisungen, betriebliche Freigaben oder eine qualifizierte Unterweisung. Reale Maschinenarbeit findet ausschließlich nach betrieblicher Unterweisung und qualifizierter Anleitung statt.


PAOLO im Materialfluss einordnen

Vergleichsbild eines konventionellen Gabelstaplers, nicht PAOLO. Quelle: Wikimedia Commons, Foto: Mdornseif, veröffentlicht unter CC BY-SA und GFDL; Lizenz- und Autorenangaben sind auf der Dateiseite dokumentiert.


Vom Wareneingang zum Montage-Supermarkt

Eine Montageversorgung ist dann leistungsfähig, wenn das benötigte Material in passender Menge, Qualität und Reihenfolge am vereinbarten Bereitstellungsort verfügbar ist. Ein „Supermarkt“ in der Produktion ist ein definierter Materialpuffer, aus dem Montagebereiche standardisierte Mengen entnehmen. Er ist nicht mit einem Ladengeschäft gemeint. Der autonome Stapler PAOLO wird im Liebherr-Magazin als Teil dieses Materialflusses beschrieben: Er transportiert Paletten- und Gitterboxwaren im Werk und unterstützt die Logistik der Mobilkranmontage. Als Beispiele nennt der Artikel Axialscheiben, Bleche und Katalysatoren sowie die Rückführung leerer Paletten.

Die veröffentlichte Quelle belegt damit die Aufgabe im betrieblichen Kontext, nicht jedoch eine bestimmte technische Architektur. „Autonom“ bedeutet in diesem Lernfall nicht, dass das System ohne Sicherheitskonzept, Prozessregeln oder menschliche Verantwortung arbeitet. Für jedes reale Fahrzeug gelten die konkrete Betriebsanweisung, die freigegebenen Verkehrs- und Übergabebereiche sowie die örtliche Unterweisung.


Prozesskette und Verantwortungen

Das folgende Schema ist ein eigenes Lernmodell. Es beschreibt eine mögliche Prozesskette, nicht den maßstäblichen oder technisch bestätigten Grundriss des Werks Ehingen.

Bedarf aus Montage
       |
       v
Auftrag geprüft und priorisiert
       |
       v
Quelle / Wareneingang ----> Materialidentität und Menge prüfen
       |
       v
Transportauftrag freigegeben
       |
       v
Fahrt im genehmigten Verkehrsbereich
       |
       v
Übergabe an definierter, freier Übergabestelle
       |
       v
Buchung / Rückmeldung im Informationssystem
       |
       v
Montage-Supermarkt: Material verfügbar?
       |
       +---- ja ---> Bedarf kann versorgt werden
       |
       +---- nein -> Störung erfassen, Ursache prüfen

Jeder Übergang braucht eindeutige Zuständigkeiten und Daten. Das Lager kennt Materialidentität und Bestandsstatus; die Produktionsplanung kennt Bedarf und Priorität; die digitale Auftragsverwaltung stellt valide Transportaufträge bereit; der Betrieb definiert die sichere Verkehrsführung; die empfangende Stelle bestätigt, ob die Übergabe vollständig erfolgt ist. Ein Status wie „Fahrt beendet“ sagt noch nicht zwangsläufig aus, dass der richtige Artikel am richtigen Ort gebucht und nutzbar ist.


Fachbegriffe

Begriff Bedeutung im Lernfall
Transportauftrag Digital oder schriftlich erfasster Auftrag mit Quelle, Ziel, Ladung, Priorität und benötigtem Zeitpunkt.
Übergabestelle Freigegebener Ort, an dem die Ladung abgestellt und von der empfangenden Prozessstufe übernommen werden kann.
Montage-Supermarkt Definierter Bestandspuffer für häufig benötigtes Material in einem Produktionsbereich.
Lieferbereitschaft Grad, zu dem ein Bedarf vollständig, korrekt und zum erforderlichen Zeitpunkt bereitgestellt ist.
Rückmeldung Dokumentation, welcher Prozessschritt wann und mit welchem Ergebnis ausgeführt wurde.
Fehlgeschlagene Übergabe Übergabe, die nicht erfolgreich abgeschlossen wurde, etwa weil die Stelle blockiert, das Ziel unklar oder die Ware nicht annahmefähig ist.


Lernmedien zum industriellen Kontext

Lies die Primärquelle von Liebherr: „Unser Weg zur Smart Factory“, UpLoad Magazin 02/2025. Der Beitrag beschreibt neben PAOLO auch ein Ersatzteillager mit Warehouse-Management-System und Materialflussrechner. Nutze den Artikel, um belegte Aussagen von deinen eigenen Hypothesen zu trennen. Die dort genannten Lagerdaten sind Kontext des Artikels und keine Leistungswerte von PAOLO.


Logistikkennzahlen sauber berechnen


Termintreue und Lieferbereitschaft

Bevor du rechnest, bestimme den Nenner und die Regeln. In diesem Kurs gilt ein Auftrag nur dann als termingerecht geliefert, wenn die vereinbarte Zielzeit eingehalten wird und die Übergabe als erfolgreich bestätigt wurde. Die hier gewählte Kennzahl ist eine didaktische Definition; Unternehmen können Kennzahlen anders spezifizieren.

Termintreue (Auftragsebene) = Anzahl termingerecht und erfolgreich abgeschlossener Aufträge ÷ Anzahl fälliger Aufträge × 100 Prozent.

Lieferbereitschaft (Bedarfsebene) = Anzahl der Bedarfe, die vollständig, korrekt und rechtzeitig verfügbar waren ÷ Anzahl aller bewerteten Bedarfe × 100 Prozent.

Die Größen sind verwandt, aber nicht identisch. Ein Auftrag kann pünktlich am Übergabepunkt eintreffen und trotzdem unvollständig sein. Umgekehrt kann ein verspäteter Transport ohne Montageauswirkung bleiben, wenn ein freigegebener Pufferbestand zur Verfügung steht. Deshalb sollte die Kennzahl zur konkreten Fragestellung passen.


Wartezeit, Durchlaufzeit und Übergabequote

Die Wartezeit ist eine Zeitspanne, in der ein Auftrag oder Prozess auf eine notwendige Voraussetzung wartet. Beispiele im Modell sind eine nicht freigegebene Quelle, eine blockierte Übergabestelle oder fehlende Auftragsinformationen. Wartezeit ist nicht automatisch Fahrzeit und auch kein Beweis für ein defektes Fahrzeug.

Durchlaufzeit eines Transportauftrags = Zeit vom definierten Startzeitpunkt bis zum definierten Endereignis. Für Vergleiche müssen Start und Ende konsistent sein, zum Beispiel von „Auftrag vollständig angenommen“ bis „Übergabe erfolgreich bestätigt“.

Erfolgsquote der Übergaben = erfolgreich abgeschlossene Übergaben ÷ alle Übergabeversuche × 100 Prozent.

Fehlversuchsquote = fehlgeschlagene Übergaben ÷ alle Übergabeversuche × 100 Prozent.

Eine erneute Übergabe darf nicht stillschweigend aus dem Datensatz verschwinden: Ein Auftrag mit zwei Versuchen zählt bei einer versuchsbezogenen Kennzahl als zwei Versuche, bei einer auftragsbezogenen Kennzahl aber weiterhin als ein Auftrag. Kennzahl und Beobachtungseinheit müssen zusammenpassen.


Rechenbeispiel mit synthetischen Aufträgen

Die folgende Tabelle ist ausschließlich ein Lehrmodell. Die Minutenwerte und Auftragskennungen wurden für diesen Kurs erfunden und sind keine Betriebsdaten von Liebherr.

Auftrag Sollzeit Bestätigte Übergabe Ergebnis Wartezeit Beobachtung
A-101 08:10 08:08 erfolgreich 2 min rechtzeitig
A-102 08:20 08:27 erfolgreich 5 min verspätet
A-103 08:25 kein Abschluss fehlgeschlagen 8 min Übergabestelle blockiert
A-104 08:40 08:39 erfolgreich 1 min rechtzeitig
A-105 08:45 08:44 erfolgreich 3 min rechtzeitig

Für diese fünf fälligen Aufträge sind drei termingerecht und erfolgreich abgeschlossen: A-101, A-104 und A-105. Die Termintreue beträgt daher 3 ÷ 5 × 100 = 60 %. Vier von fünf Aufträgen hatten schließlich eine erfolgreiche Übergabe; die auftragsbezogene Erfolgsquote beträgt 4 ÷ 5 × 100 = 80 %. Der nicht abgeschlossene Auftrag ist bei der Termintreue nicht termingerecht. Notiere offen, ob und wann nach dem Beobachtungsende noch ein Abschluss erfolgte.

Die Summe der beobachteten Wartezeiten beträgt 19 Minuten; über die fünf Aufträge ergibt das einen Mittelwert von 19 ÷ 5 = 3,8 Minuten je Auftrag. Der Mittelwert kann eine einzelne lange Wartezeit verdecken. Ergänze daher Anzahl, Median oder Verteilung und kennzeichne fehlende Zeitstempel.


Kennzahlen nicht verwechseln

Kennzahl Rechenweg Was sie aussagt Was sie nicht allein erklärt
Termintreue termingerecht und erfolgreich ÷ fällige Aufträge Einhaltung zugesagter Zeitpunkte warum ein Auftrag verspätet war
Lieferbereitschaft korrekt, vollständig, rechtzeitig bereit ÷ alle bewerteten Bedarfe Nutzbarkeit des Materials für den Bedarf welcher Prozessschritt die Lücke verursacht
Mittlere Wartezeit Summe gültiger Wartezeiten ÷ Anzahl gültiger Beobachtungen durchschnittliche Verzögerung durch Warten ob Ausreißer oder Gruppenunterschiede bestehen
Übergabe-Erfolgsquote erfolgreiche Übergaben ÷ alle Versuche Zuverlässigkeit des Übergabeprozesses ob Ursache Fahrzeug, Stellplatz oder Auftrag war


Einfaches Balkendiagramm des Lernfalls

Termintreue               60 %  ██████□□□□
Erfolgreiche Aufträge     80 %  ████████□□
Nicht termingerecht       40 %  ████□□□□□□

Die Balken zeigen Anteile des synthetischen Beispiels auf einer Skala von 0 bis 100 Prozent. „Erfolgreiche Aufträge“ und „Termintreue“ verwenden unterschiedliche Kriterien: Ein verspäteter Abschluss zählt zur erfolgreichen Übergabe, aber nicht zur Termintreue. Das Diagramm ist keine Darstellung tatsächlicher PAOLO-Leistung.


Ursachen unterscheiden statt vorschnell urteilen


Drei Hauptursachen und passende Belege

Eine auffällige Kennzahl ist ein Signal für eine Analyse, kein fertiger Ursachenbeweis. Prüfe mindestens drei Klassen:

Ursachenklasse Typische Hinweise im synthetischen Datensatz Zu prüfende Belege Denkbare organisatorische Reaktion
Fahrzeug- oder Transportproblem wiederholt verspätete Fahrt bei freiem Ziel, korrektem Auftrag und vergleichbaren Bedingungen freigegebene Ereignisprotokolle, Statusmeldungen, Zeitstempel und dokumentierte Störungsmeldung Störung gemäß betrieblichem Verfahren melden; qualifizierte Stelle prüft die Technik
Ungeeignete Übergabestelle Ziel belegt, Stellplatz gesperrt, Ladung kann nicht regelkonform übernommen werden dokumentierter Platzstatus, Übergabeversuch, Freigabe- und Belegungsdaten Stellplatzregeln, Kapazität oder Bereitstellung mit zuständiger Stelle verbessern
Organisatorischer Fehlauftrag falsches Ziel, falsche Priorität, fehlende Material-ID oder widersprüchliche Sollzeit Auftragshistorie, Freigabeschritt, Stammdaten und Änderungsprotokoll Pflichtfelder, Plausibilitätsregeln und klare Verantwortlichkeit einführen

Vermeide den Fehlschluss „Zeitüberschreitung = Stapler defekt“. Eine blockierte Zielstelle kann einen korrekt arbeitenden Transport stoppen. Ebenso kann ein perfektes Fahrzeug einen widersprüchlichen Auftrag nicht zuverlässig „erraten“. Ursache und Maßnahme müssen zusammenpassen und anhand von Daten überprüfbar sein.


Entscheidungsbaum für die erste Diagnose

Übergabe verspätet oder gescheitert
                 |
                 v
Sind Auftrag, Material-ID, Quelle, Ziel und Priorität plausibel?
          | ja                         | nein
          v                            v
Ist die freigegebene Übergabestelle frei und annahmefähig?   Auftrag korrigieren,
          | ja                         | nein               erneute Freigabe
          v                            v
Sind gültige Status- und Zeitdaten verfügbar?       Stellplatz / Ablauf prüfen
          | ja                         | nein
          v                            v
Transportereignisse mit Referenzfällen vergleichen  Datenlücke dokumentieren
          |
          v
Befund mit Belegen an zuständige Fachstelle übergeben

Dieser Entscheidungsbaum dient ausschließlich der Auswertung von Protokollen. Er ist keine Diagnoseanleitung für ein reales Fahrzeug und erlaubt weder Eingriffe noch eine Änderung an Navigation, Sicherheitsfunktionen oder Maschinenparametern.


Datenqualität und faire Vergleiche

Prüfe, ob Sollzeit, Startzeit, Abschlusszeit und Ergebnis gleichartig erfasst wurden. Ein leerer Zeitstempel ist kein Nullwert. Ein nicht geführter Datensatz darf nicht automatisch als pünktlich oder als Fehler gewertet werden. Unterscheide „fehlend“, „unbekannt“, „nicht anwendbar“ und „erfolgslos“. Achte auf Zeitzonen, Uhrenabweichungen, doppelte Ereignisse, nachträgliche Korrekturen und unterschiedliche Beobachtungsfenster.

Vergleiche nur Fälle mit ähnlichem Auftragstyp, vergleichbarer Route, ähnlicher Lastart und gleicher Definition der Kennzahl. Diese Merkmale sind hier mögliche Analysegruppen, keine bestätigten Eigenschaften von PAOLO. Für jeden Vergleich dokumentierst du Zeitraum, Zähler, Nenner, Ausschlussregeln und mögliche Störfaktoren. Berichte eine Kennzahl mit Fallzahl: 100 Prozent bei zwei Aufträgen sind keine belastbare Aussage über langfristige Zuverlässigkeit.


Medienimpuls: Automatisierung im Lager

Das Video „How NEO Works“ zeigt ein anderes System zur automatisierten Lagerlogistik, veröffentlicht auf der Videoseite von NEO Intralogistics. Es ist ein Vergleichsbeispiel und zeigt nicht PAOLO und nicht das Werk Ehingen. Quelle und Kontext: NEO Intralogistics – Videos. Die eingebettete Videoseite war bei der Quellenprüfung verlinkt; falls der externe Player nicht verfügbar ist, nutze die beschriebene Fallanalyse statt einer nicht belegten Maschinenbehauptung.


Lieferbereitschaft mit einem Modellfall beurteilen


Modellfall: Teileversorgung im Montage-Supermarkt

Alle Werte in diesem Modellfall sind synthetisch. Angenommen, ein Montagebereich benötigt an einem Vormittag zehn Materiallieferungen. Fünf Aufträge werden rechtzeitig und vollständig übergeben. Zwei weitere Aufträge werden verspätet, aber vor dem tatsächlichen Materialbedarf übergeben. Ein Auftrag trifft zwar rechtzeitig am Ziel ein, doch die Material-ID stimmt nicht mit dem freigegebenen Bedarf überein. Eine weitere Übergabe scheitert, weil der vereinbarte Stellplatz blockiert ist. Beim letzten Auftrag enthält der digitale Auftrag zwei widersprüchliche Zielangaben; der Auftrag wird vor der Fahrt angehalten und geklärt.

Die Daten für die Leistungsrechnung lauten:

Ergebnisgruppe Anzahl Für die Bewertung
rechtzeitig, vollständig und korrekt 5 zählt als lieferbereit
verspätet, aber vollständig und korrekt 2 zählt in diesem Modell nicht als rechtzeitig lieferbereit
rechtzeitig, aber falsche Material-ID 1 nicht lieferbereit, weil Bedarf und Ware nicht übereinstimmen
Übergabe wegen blockierter Stelle fehlgeschlagen 1 nicht lieferbereit; Stellplatzdaten prüfen
widersprüchlicher Auftrag vor Fahrt angehalten 1 nicht lieferbereit zum Bewertungszeitpunkt; Auftragsqualität prüfen
Summe fälliger Bedarfe 10 Bezugsgröße

Nach der hier definierten Regel beträgt die Lieferbereitschaft 5 ÷ 10 × 100 = 50 %. Die Termintreue als Auftragsebene ist ebenfalls 50 %, falls genau diese fünf Aufträge zugleich termingerecht und erfolgreich abgeschlossen wurden und alle zehn Aufträge fällig waren. Die zwei verspäteten Lieferungen können für eine nachgelagerte Montage noch rechtzeitig genug gewesen sein; das ändert aber nicht die hier vereinbarte Sollzeit-Kennzahl. Berichte deshalb beide Perspektiven getrennt, statt die Definition nachträglich zu verändern.


Lösung und Ursachenbewertung

Der Fall enthält nicht eine einzige Ursache. Für die falsche Material-ID liegt der erste Prüfpunkt in der Auftrags- oder Artikelzuordnung und der bestätigten Identität der Ware. Bei der blockierten Übergabestelle sind Belegungsstatus, Stellplatzvergabe und Freigabeprozess zu untersuchen. Beim widersprüchlichen Ziel spricht der sichtbare Befund zunächst für einen organisatorischen Auftragfehler. Die Verspätungen benötigen eine weitere Prüfung: Nur wenn Zielstelle, Auftragsdaten und Vergleichsbedingungen stimmen, rechtfertigen die Zeitdaten eine vertiefende Prüfung des Transportablaufs.

Ein belastbarer Maßnahmenplan verbindet jeden Befund mit einer Verantwortlichkeit, einer Messgröße und einem Prüfzeitpunkt. Beispiel: „Anteil der Aufträge mit widersprüchlicher Zielangabe binnen vier Wochen von der erfassten Ausgangsquote auf höchstens 1 % senken“ ist konkreter als „Aufträge verbessern“. Die Zielwerte sind ein frei gewähltes Unterrichtsbeispiel und keine zugesicherte betriebliche Zielvorgabe.


Verbesserungszyklus und Diagramm

Nutze den PDCA-Zyklus als allgemeines Verbesserungsmodell: Planen, Umsetzen, Prüfen, Anpassen. Wähle zuerst einen klar abgegrenzten Prozessfehler, dokumentiere die Ausgangslage, ändere eine freigegebene organisatorische Regel, messe denselben Kennzahlenbereich und prüfe Nebenwirkungen. Ein Vorher-Nachher-Vergleich allein beweist keine Kausalität, wenn Auftragsmix, Schicht oder Datenqualität zugleich wechseln.

PLANEN      Ursache und messbares Ziel definieren
   |                         ^
   v                         |
UMSETZEN -> PRÜFEN -> ANPASSEN
   |            |
   +-- dokumentierte Ergebnisse --+

Ein Maßnahmenblatt sollte enthalten: beobachtetes Problem, Belege, vermutete Ursache, alternative Erklärung, sichere organisatorische Maßnahme, Kennzahl, Ausgangswert, Ziel, Zeitraum, verantwortliche Rolle und Ergebnis der Nachprüfung. Technische Änderungen an einem autonomen Fahrzeug bleiben der jeweils autorisierten Fachstelle vorbehalten.


Modellprüfung, Verantwortung und beruflicher Transfer


Ein professionelles Kurzprotokoll schreiben

Ein aussagekräftiges Protokoll trennt Beobachtung, Interpretation und Empfehlung:

Ebene Beispiel im Lernmodell
Beobachtung „Von zehn fälligen Bedarfen waren fünf nach der festgelegten Regel rechtzeitig, vollständig und korrekt bereit.“
Interpretation „Die gemessene Lieferbereitschaft beträgt nach der Kursdefinition 50 %. Der Wert allein erklärt die Ursachen nicht.“
Beleg „Auftragsprotokoll, Zeitstempel, Material-ID-Abgleich und Übergabestatus für den festgelegten Zeitraum.“
Hypothese „Ein Teil der Fehlfälle könnte mit blockierten Übergabeorten oder unklaren Auftragszielen zusammenhängen.“
Nächster Prüfschritt „Fehlfälle klassifizieren, Datenlücken markieren, Maßnahmenverantwortliche benennen und erneute Messung terminieren.“

Formuliere ohne unbelegte Schuldzuweisung. Eine systematische Analyse betrachtet Arbeitsorganisation, Informationsqualität, räumliche Gestaltung, Schulung und Technik. Berücksichtige die betriebliche Gefährdungsbeurteilung, freigegebene Abläufe und die Rolle der Beschäftigten. Sicherheitsmeldungen und Störungen werden nach den im Betrieb geltenden Meldewegen bearbeitet; die Lernenden verändern keine Betriebsparameter.


Rollen der drei Ausbildungsberufe

Ausbildungsprofil Beitrag im Fall Typisches Arbeitsergebnis
Fachkraft für Lagerlogistik Aufträge und Materialbewegungen prüfen, Ware identifizieren, Übergabestatus und Bestände sauber dokumentieren nachvollziehbare Auftragsliste, Abweichungsprotokoll, Vorschlag zur geordneten Stellplatznutzung
Kaufmann oder Kauffrau für Digitalisierungsmanagement Datenfelder, Übergaben zwischen Informationssystemen, Statusdefinitionen und Datenqualität analysieren Datenwörterbuch, Plausibilitätsregel, Entwurf einer Kennzahlenansicht und dokumentierte Testfälle
Industriekaufmann oder Industriekauffrau Auswirkungen auf Montageversorgung, interne Kunden, Kosten und Prioritäten beurteilen verständliche Kennzahlenübersicht, Maßnahmenvergleich und abgestimmter Bericht

Die Zuordnung ist eine redaktionelle Lernempfehlung. Stimm konkrete Lernziele und Ausbildungsinhalte mit Ausbildungsbetrieb und Berufsschule ab. Für den Standort Ehingen beschreibt Liebherr seine Ausbildungsangebote auf der offiziellen Ausbildungsseite Ehingen. Diese Seite dient als beruflicher Kontext und nicht als Bestätigung, dass PAOLO im Betrieb für einen bestimmten Ausbildungsversuch freigegeben ist.


Datenschutz, Sicherheit und Aussagegrenzen

Arbeite mit anonymisierten oder synthetischen Daten. Namen von Beschäftigten, interne Wegepläne, Zugangsdaten, vertrauliche Stücklisten und personenbezogene Leistungsprofile gehören nicht in das Lernprotokoll. Dokumentiere nur Daten, die für die fachliche Frage erforderlich und für die Übung freigegeben sind. Veröffentliche keine Screenshots aus internen Systemen ohne ausdrückliche Freigabe.

Die Quelle bestätigt den betrieblichen Einsatzkontext von PAOLO und die erfolgte Optimierung der Mensch-Maschine-Interaktion vor der Inbetriebnahme. Sie bestätigt nicht die in diesem Kurs verwendeten Auftragszeiten, Kennzahlen, Fehlerquoten, Stellplätze, Algorithmen, Sensoren oder Traglasten. Auch die Vergleichsabbildungen und der Videoimpuls stellen nicht PAOLO dar. Bei einer realen Aufgabe gelten stets die aktuellen betrieblichen Anweisungen und Freigaben.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste dein Wissen

Welche Kombination erfüllt die hier definierte Lieferbereitschaft? (Vollständig korrekt und rechtzeitig am Bedarf verfügbar) (!Nur die Fahrt wurde rechtzeitig gestartet) (!Die Ware ist eingetroffen, aber die Material-ID ist falsch) (!Ein Auftrag wurde angelegt, ohne dass eine Übergabe bestätigt wurde)



Wie berechnest du die Termintreue auf Auftragsebene in diesem Lernfall? (Termingerecht und erfolgreich abgeschlossene Aufträge geteilt durch alle fälligen Aufträge mal 100 Prozent) (!Alle gefahrenen Kilometer geteilt durch die Zahl der Fahrzeuge) (!Die gesamte Wartezeit geteilt durch die Zahl der Übergabestellen) (!Die rechtzeitig angelegten Aufträge geteilt durch alle Mitarbeitenden)



Ein Auftrag wird mit sieben Minuten Verspätung erfolgreich übergeben. Wie wird er bei der Termintreue gewertet, wenn die Sollzeit verbindlich war? (Nicht termingerecht, aber erfolgreich übergeben) (!Termingerecht, weil eine Übergabe stattfand) (!Automatisch als Fahrzeugausfall) (!Nicht fällig, auch wenn er vorher fällig war)



Was ist eine mögliche Ursache für eine fehlgeschlagene Übergabe bei korrektem Transportauftrag? (Die definierte Übergabestelle ist blockiert) (!Die Sollzeit wurde immer eingehalten) (!Der Nenner der Kennzahl ist dokumentiert) (!Der Auftrag hat eine eindeutige Material-ID)



Welcher Befund stützt am ehesten die Hypothese eines organisatorischen Fehlauftrags? (Der Auftrag enthält zwei widersprüchliche Zielangaben) (!Die Übergabestelle ist nachweislich frei und der Auftrag korrekt) (!Alle Zeitstempel fehlen vollständig, daher ist die Ursache sicher bekannt) (!Die Kennzahl wurde als Prozentwert dargestellt)



Warum reicht die mittlere Wartezeit allein nicht für die Prozessbewertung aus? (Sie kann einzelne lange Wartezeiten und verschiedene Ursachen verdecken) (!Sie gibt immer direkt die technische Ursache an) (!Sie ersetzt die Auftragszahl als Bezugsgröße) (!Sie beweist automatisch, dass die Lieferbereitschaft 100 Prozent beträgt)



In einem Zeitraum sind fünf von zehn Bedarfen rechtzeitig, korrekt und vollständig bereit. Wie hoch ist die definierte Lieferbereitschaft? (50 Prozent) (!5 Prozent) (!10 Prozent) (!200 Prozent)



Wie solltest du einen fehlenden Abschlusszeitstempel behandeln? (Als fehlenden Wert kennzeichnen und nach einer zulässigen Datenquelle suchen) (!Als Zeitstempel null einsetzen und den Auftrag als pünktlich zählen) (!Den Auftrag ohne Dokumentation aus allen Auswertungen löschen) (!Die fehlende Zeit automatisch als Fahrzeugstörung erklären)



Welche Kennzahl passt zu der Frage, wie viele Übergabeversuche erfolgreich waren? (Erfolgsquote der Übergaben) (!Durchschnittliche Artikelkosten) (!Anzahl der Ausbildungstage) (!Flächenbedarf des Verwaltungsbüros)



Welche Aussage über PAOLO ist durch die angegebene Liebherr-Primärquelle gestützt? (PAOLO transportiert Paletten- und Gitterboxwaren im Werk Ehingen und unterstützt die Logistik der Mobilkranmontage) (!PAOLO besitzt nachweislich exakt eine bestimmte Traglast und Navigationstechnik) (!Die in diesem Kurs berechneten Kennzahlen stammen aus realen Werksprotokollen) (!Das Vergleichsvideo zeigt PAOLO bei seiner Arbeit in Ehingen)





Memory: Begriff und Erklärung

Termintreue Anteil der fälligen Aufträge, die rechtzeitig und erfolgreich abgeschlossen wurden
Lieferbereitschaft Anteil der Bedarfe, die korrekt, vollständig und rechtzeitig verfügbar waren
Wartezeit Zeitspanne, in der ein Prozess auf eine benötigte Voraussetzung wartet
Rückmeldung Dokumentation eines Prozessstatus oder Ergebnisses mit Zeitbezug
Übergabestelle Freigegebener Ort zur geordneten Übernahme der Ladung
Bezugsgröße Anzahl der Fälle, auf die eine Kennzahl bezogen wird





Drag-and-drop: Ordne die Begriffe zu

Begriff Passende Erklärung
Sollzeit Vereinbarter Zeitpunkt, an dem die Bereitstellung erfolgen soll
Material-ID Kennung, die den Artikel oder die konkrete Materialposition eindeutig bezeichnet
Wartezeit Zeit, in der eine notwendige Voraussetzung noch nicht verfügbar ist
Übergabequote Verhältnis erfolgreicher Übergaben zu allen dokumentierten Übergabeversuchen
Fehlauftrag Auftrag mit falschen, fehlenden oder widersprüchlichen Angaben





Kreuzworträtsel: Logistikbegriffe

Termintreue Wie heißt die Kennzahl zur Einhaltung vereinbarter Zeitpunkte?
Wartezeit Wie heißt die Zeitspanne, in der ein Vorgang auf eine Voraussetzung wartet?
Material Wie nennt man den Gegenstand, der für die Montage bereitgestellt wird?
Auftrag Wie heißt die Anweisung für eine konkrete Transportleistung?
Bestand Wie heißt die verfügbare Menge eines Artikels im Lager?
Ursache Was muss vor einer gezielten Verbesserungsmaßnahme ermittelt werden?





LearningApps: Materialfluss und Kennzahlen

Nutze die folgende Suche als Einstieg in passende interaktive Übungen. Prüfe selbst, ob eine gefundene Anwendung die Begriffe und das Ausbildungsniveau fachlich korrekt trifft; ein Suchergebnis ist keine geprüfte Empfehlung.


Lückentext: Von der Beobachtung zur Maßnahme

Ergänze die fehlenden Fachbegriffe.
Die

beschreibt, ob Material korrekt, vollständig und rechtzeitig bereitsteht. Für eine belastbare Berechnung braucht jede Prozentkennzahl einen Zähler und einen

. Die Zeit, in der ein Auftrag auf eine notwendige Voraussetzung wartet, heißt

. Ein verspäteter Auftrag beweist allein keine technische Störung, weil auch eine blockierte

die Ursache sein kann. Widersprüchliche Zielangaben sprechen zunächst für einen möglichen

. Fehlende Zeitstempel müssen als Datenlücke dokumentiert und dürfen nicht als Nullwert behandelt werden. Eine Verbesserungsmaßnahme braucht eine messbare

und einen späteren

.




Offene Aufgaben

Bearbeite genau die zwölf Aufgaben. Nutze in sämtlichen Rechnungen die hier erklärte Kennzahlendefinition und kennzeichne alle selbst erzeugten Daten ausdrücklich als Modellwerte. Musterlösungen sind Vorschläge; begründete Alternativen sind zulässig.


Leicht

  1. Auftragskennzahlen lesen: Erstelle mit drei selbst erfundenen Aufträgen eine Tabelle aus Sollzeit, Istzeit und Übergabestatus. Markiere den Zähler und Nenner der Termintreue. Musterlösung: Bei zwei pünktlichen und erfolgreichen Aufträgen von drei fälligen beträgt die Termintreue 2 ÷ 3 × 100 = 66,7 %. Der verspätete Auftrag ist getrennt als erfolgreich oder nicht erfolgreich zu kennzeichnen.
  2. Wartezeiten visualisieren: Zeichne ein Balkendiagramm für vier synthetische Wartezeiten von 1, 2, 4 und 9 Minuten. Erkläre, weshalb der längste Balken für die Analyse wichtig ist. Musterlösung: Der Mittelwert ist 4 Minuten. Der Wert von 9 Minuten liegt deutlich darüber und sollte anhand seines Einzelfalls untersucht werden; daraus folgt noch keine bestimmte Ursache.
  3. Übergabeprozess beschreiben: Erstelle eine Skizze vom Bedarf über den Transportauftrag bis zur bestätigten Übergabe und benenne drei Informationspunkte. Musterlösung: Bedarf → geprüfter Auftrag → Fahrt → freie Übergabestelle → Statusrückmeldung. Wesentliche Daten sind Material-ID, Ziel/Sollzeit und Übergabeergebnis.
  4. Fachbegriffe erklären: Erkläre einer anderen Person den Unterschied zwischen Wartezeit, Durchlaufzeit und Termintreue. Musterlösung: Wartezeit ist ein Teil einer Zeitspanne des Wartens; Durchlaufzeit reicht vom definierten Start bis zum Abschluss; Termintreue vergleicht Abschluss und Sollzeit unter einer klaren Regel.


Standard

  1. Ursachen kategorisieren: Weise sechs synthetische Fehlfälle den Kategorien Transportproblem, Übergabestelle und Fehlauftrag zu; nenne je einen Beleg, der die Einordnung stützt. Musterlösung: Ein blockierter Stellplatz wird durch Belegungsstatus gestützt, widersprüchliche Zielangaben durch die Auftragshistorie, ein möglicher Transportfehler nur durch freigegebene Ereignisprotokolle bei korrektem Auftrag und freiem Ziel.
  2. Kennzahlenvergleich erstellen: Vergleiche für zwei selbst entworfene Schichten Termintreue und Übergabe-Erfolgsquote. Musterlösung: Berichte pro Schicht Zähler und Nenner getrennt. Eine Schicht mit vier erfolgreichen von fünf Versuchen hat 80 % Erfolgsquote; sind nur drei davon rechtzeitig, beträgt die Termintreue 60 %.
  3. Datenqualität prüfen: Untersuche einen Beispieldatensatz mit doppeltem Auftrag, fehlender Abschlusszeit und widersprüchlicher Zielangabe. Musterlösung: Dublette anhand eindeutiger Auftrags-ID prüfen, fehlenden Zeitstempel als unbekannt führen und das Zielproblem als Auftragfehler klassifizieren, bis eine autorisierte Datenquelle den Sachverhalt klärt.
  4. Übergabestelle neu organisieren: Entwirf eine organisatorische Verbesserung für eine regelmäßig blockierte Übergabestelle und schlage zwei Kontrollkennzahlen vor. Musterlösung: Stellplatzstatus und Zuständigkeit verbindlich dokumentieren; als Kennzahlen eignen sich Anteil blockierter Übergabeversuche und mediane Wartezeit. Änderungen müssen durch die zuständige betriebliche Stelle freigegeben werden.


Schwer

  1. Modellfall auswerten: Berechne für zehn synthetische Bedarfe die Lieferbereitschaft und stelle mindestens zwei plausible Ursachenhypothesen gegenüber. Musterlösung: Wenn fünf Bedarfe vollständig, korrekt und rechtzeitig bereit sind, beträgt die Lieferbereitschaft 50 %. Ursachenhypothesen werden nach Fehlertyp getrennt und mit Datenbelegen geprüft, nicht allein aus der Quote abgeleitet.
  2. Prüfbericht verfassen: Verfasse einen Bericht für Lagerlogistik, Digitalisierung und kaufmännische Leitung mit Befund, Berechnung, Grenzen, Hypothesen und Folgeschritten. Musterlösung: Der Bericht nennt Fallzahl und Formel, trennt verifizierte Beobachtungen von Hypothesen, nennt fehlende Zeitstempel und ordnet Maßnahmen klar einer zuständigen Rolle zu.
  3. Verbesserung statistisch beurteilen: Plane einen Vorher-Nachher-Vergleich mit einheitlichen Regeln und erkläre zwei mögliche Störfaktoren. Musterlösung: Nutze einen festgelegten Beobachtungszeitraum, gleiche Zählerdefinitionen und vergleichbare Auftragsgruppen. Mögliche Störfaktoren sind geänderte Auftragszusammensetzung und eine veränderte Zeitstempelerfassung.
  4. Digitale Plausibilitätsregel konzipieren: Entwickle ein fachliches Konzept, das widersprüchliche Transportaufträge vor ihrer Freigabe erkennt, ohne reale Maschinensteuerung zu verändern. Musterlösung: Pflichtfelder für eindeutige Quelle und Ziel, Material-ID, Sollzeit und Priorität; bei Konflikt Auftrag sperren, Meldung an zuständige Rolle und protokollierte Korrektur. Testfälle müssen gültige und fehlerhafte Aufträge enthalten.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Zähler und Nenner begründen: Berechne die Termintreue für 18 pünktliche und erfolgreiche Aufträge von 24 fälligen Aufträgen; erkläre, welche Fälle bei einer anderen Kennzahl möglicherweise anders gezählt werden. Musterlösung: 18 ÷ 24 × 100 = 75 %. Die Erfolgsquote kann höher sein, wenn weitere Aufträge verspätet, aber erfolgreich abgeschlossen wurden.
  2. Fehlübergaben interpretieren: Eine Erfolgsquote sinkt von 96 % auf 90 %. Nenne mindestens drei notwendige Kontextinformationen, bevor du eine Ursache benennst. Musterlösung: Fallzahl und Zeitraum, Definition eines Versuchs, Auftragsmix/Route, Zielstellenstatus, Änderungen an Daten- oder Freigabeprozessen.
  3. Kennzahlen kritisch beurteilen: Zwei Gruppen haben 100 % Termintreue; Gruppe A hatte 3 Aufträge, Gruppe B hatte 300. Erkläre, warum die Werte unterschiedlich belastbar sind. Musterlösung: Die relative Kennzahl ist gleich, aber die kleine Fallzahl ist empfindlicher gegenüber einzelnen Ereignissen. Die absolute Anzahl und der Beobachtungszeitraum müssen mitberichtet werden.
  4. Ursache und Maßnahme koppeln: Ordne je eine Maßnahme dem blockierten Übergabeort, einem widersprüchlichen Ziel und einer fehlenden Statusmeldung zu. Musterlösung: Freigegebene Stellplatz- und Belegungsregel; Plausibilitätsprüfung für Quelle und Ziel; Datenqualitätsprüfung und definierter Rückmeldeweg. Eine technische Veränderung ist daraus nicht automatisch abzuleiten.
  5. Transfer in den Betrieb: Formuliere einen sicheren Vorschlag, wie ein Betrieb den Modellansatz prüfen könnte, und benenne Grenzen der Übung. Musterlösung: Mit Genehmigung der verantwortlichen Stelle nur freigegebene, anonymisierte Prozessdaten auswerten und das Ergebnis abstimmen. Die synthetischen Kurszahlen belegen keine konkrete PAOLO-Leistung und erlauben keine eigenständigen Maschineneingriffe.
  6. Zuverlässigkeit mit mehreren Kennzahlen beurteilen: Entwirf eine kleine Kennzahlenkarte, die Termintreue, Wartezeit, fehlgeschlagene Übergaben und Lieferbereitschaft nebeneinander zeigt. Musterlösung: Jede Karte nennt Definition, Formel, Zeitraum, Fallzahl, Datenquelle und Grenzen; nur so werden Zeit-, Prozess- und Bedarfsperspektive unterscheidbar.
  7. Datenlücken dokumentieren: Entwickle Regeln für fehlende, doppelte oder widersprüchliche Einträge in einem Auftragsprotokoll. Musterlösung: Fehlend bleibt unbekannt, Dubletten werden über eindeutige IDs geprüft, Widersprüche werden zur Klärung markiert, Korrekturen erhalten Quelle und Zeitstempel.
  8. Verbesserung kontrollieren: Entwirf eine Kennzahl und ein Prüfintervall für eine Maßnahme zur Verringerung blockierter Übergabestellen. Musterlösung: Anteil blockierter Versuche an allen Übergabeversuchen über einen zuvor festgelegten Zeitraum; nach Freigabe einer organisatorischen Maßnahme wird dieselbe Definition erneut erhoben und mit Fallzahlen verglichen.


Lernnachweis

Als Lernnachweis erstellst du ein kleines, prüfbares Analysepaket zu einem synthetischen Materialfluss. Es umfasst:

  • eine Auftragsliste mit mindestens zehn Modellaufträgen, Sollzeit, Abschlusszeit, Ergebnis und dokumentierten Datenlücken;
  • nachvollziehbare Berechnungen für Termintreue, Erfolgsquote und durchschnittliche Wartezeit;
  • eine Grafik mit aussagekräftiger Beschriftung und erkennbarer Prozent- oder Minutenskala;
  • eine Ursachenmatrix, die Fahrzeug-/Transporthypothese, Übergabestellenproblem und organisatorischen Fehlauftrag anhand von Belegen voneinander trennt;
  • einen Maßnahmenplan mit messbarem Ziel, Verantwortung, Prüfzeitraum und Sicherheitsgrenzen;
  • eine kurze Reflexion über Definitionen, Datenqualität und die Grenzen synthetischer Werte.

Ein zufriedenstellender Nachweis ist reproduzierbar: Eine zweite Person kann mit denselben Daten und Regeln dieselben Ergebnisse ermitteln. Jede nicht gesicherte Aussage wird als Hypothese markiert. Bewertet werden fachliche Richtigkeit, Transparenz der Berechnung, Qualität der Belege, umsetzbare Empfehlungen und die konsequente Trennung von Unterrichtsmodell und realem Betrieb.


OER und Wikipedia

Primärquelle zum PAOLO-Kontext: Liebherr: „Unser Weg zur Smart Factory…“, UpLoad Magazin 02/2025. Die Quelle beschreibt den autonomen Gabelstapler PAOLO im Werk Ehingen sowie Materialfluss- und Automatisierungskontext. Sie ist kein technisches Datenblatt zu PAOLO.

Beruflicher Kontext: Ausbildung und Studium am Standort Ehingen. Fachkraft für Lagerlogistik bei Liebherr. Diese Seiten informieren über Berufsfelder und Ausbildungsangebote; sie belegen keine in diesem Kurs angenommene Kennzahl.

Freie Abbildung 1: Forklift.jpeg auf Wikimedia Commons, Fotograf Mdornseif, CC BY-SA/GFDL. Es handelt sich um konventionelle Gabelstapler, nicht um PAOLO. Vor Weiterverwendung Lizenzbedingungen und korrekte Namensnennung beachten.

Freie Abbildung 2: Forklift.JPG auf Wikimedia Commons, Autorangabe der Commons-Dateiseite: Marketing Team; dort als Public Domain gekennzeichnet. Die Abbildung ist allgemeines Anschauungsmaterial und zeigt keinen belegten PAOLO-Einsatz.

Vergleichsvideo, nicht PAOLO: NEO Intralogistics – Videos, insbesondere „How NEO Works“, verlinkt auf YouTube. Es erläutert ein anderes System der automatisierten Lagerlogistik. Quelle, Urheber-/Anbieterzuordnung und Videokontext sind auf der Anbieterseite ausgewiesen; daraus folgt keine technische Gleichheit zu PAOLO.

Wikipedia als ergänzende freie Nachschlagewerke:

OER bedeutet Open Educational Resources. Die freie Zugänglichkeit eines Materials ist nicht automatisch eine pauschale Erlaubnis für jede Bearbeitung. Prüfe bei jeder Weiterverwendung die konkrete Lizenz, Urheberangabe, Bearbeitungshinweise und gegebenenfalls die Pflichten zur Weitergabe unter gleichen Bedingungen. Für das eingebettete Video gilt der Zugang über den Anbieter; die Einbettung ist keine Behauptung, dass das Video unter einer offenen Lizenz steht.


Verknüpfte Lernbereiche

Empfohlene berufliche Zuordnung: Fachkraft für Lagerlogistik, drittes Ausbildungsjahr; Kaufmann/Kauffrau für Digitalisierungsmanagement, drittes Ausbildungsjahr; Industriekaufmann/Industriekauffrau, drittes Ausbildungsjahr. Die zeitliche Zuordnung und die Lernverknüpfungen sind redaktionelle Empfehlungen und müssen mit Ausbildungsbetrieb und Berufsschule abgestimmt werden.


aiMOOC-Projekte



Schulfach+




aiMOOCs



aiMOOC Projekte









MOOCwiki · Deutsch

Nach dem Lernen ist vor dem Lernen

Entdecke direkt den nächsten Lernkurs. Weitere Inhalte erscheinen, wenn Du weiter nach unten scrollst.

Zur MOOCwiki-Hauptseite

Mediathek

Inhalte werden geladen ...

Mediathek wird aus dem Wiki geladen ...