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Autonomer Stapler PAOLO in Ehingen – Verkehrswege und Begegnungen im Werksmodell

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Autonomer Stapler PAOLO in Ehingen – Verkehrswege und Begegnungen im Werksmodell

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Einleitung

Wie können Menschen, Material und ein autonom fahrendes Flurförderzeug dieselbe Produktionsumgebung sicher nutzen? In diesem aiMOOC untersuchst du Verkehrswege und Begegnungen anhand eines ausdrücklich synthetischen Werksmodells. Ausgangspunkt ist der bei Liebherr in Ehingen beschriebene autonome Gabelstapler „PAOLO“: Laut Liebherr transportiert er seit April 2025 Paletten- und Gitterboxwaren im Werk, unterstützt die Logistik in der Mobilkranmontage und bringt Material unter anderem vom Wareneingang zum Supermarkt; vor seiner Inbetriebnahme wurde die Mensch-Maschine-Interaktion getestet und optimiert. Die Quelle beschreibt den betrieblichen Einsatz, belegt aber weder Hersteller noch Navigationstechnik, Traglast, Sensorreichweiten oder konkrete Schutzfeldparameter des Fahrzeugs. Diese werden deshalb hier nicht angenommen.

Du lernst, einen Hallenplan zu lesen, Sichtbehinderungen und Konfliktpunkte zu markieren, Übergabestellen zu planen und organisatorische mit technischen Maßnahmen zu vergleichen. Zielgruppen sind Auszubildende zur Fachkraft für Lagerlogistik, Mechatronikerinnen und Mechatroniker sowie Elektronikerinnen und Elektroniker für Betriebstechnik im zweiten Ausbildungsjahr. Die Fallzahlen, Pläne und Kennzahlen in diesem Kurs sind Lehrmodelle, keine Betriebsdaten aus Ehingen.

Wichtige Sicherheitsgrenze: Dieser Kurs ist ergänzendes Lernen, kein offizieller Liebherr-Lehrgang und kein Ersatz für Gefährdungsbeurteilung, Betriebsanweisung, Herstellerunterlagen oder betriebliche Unterweisung. Reale Maschinenarbeit ist ausschließlich nach den örtlichen Freigaben, qualifizierter Anleitung und den gültigen Sicherheitsregeln zulässig. Ein Lageplan allein gibt niemals eine Anlage oder Route frei.

Bild 1: Beispiel eines Flurförderzeugs in einer Lagerumgebung. Nicht PAOLO und nicht das Werk Ehingen. Foto: Shixart1985, Wikimedia Commons, CC BY 2.0; Quelle und Lizenz siehe Mediennachweis.


Werksmodell und Verkehrsaufgabe verstehen


Was ist über PAOLO belegt?

Der Liebherr-Beitrag „Unser Weg zur Smart Factory…“ (Magazin 02 | 2025) nennt PAOLO als autonomen Gabelstapler, der Paletten- und Gitterboxwaren im Werk transportiert und die Logistik in der Mobilkranmontage unterstützt. Genannt werden als Beispiele Axialscheiben, Bleche und Katalysatoren. Der Stapler bringt Waren vom Wareneingang zum sogenannten Supermarkt und retourniert leere Paletten. Die Mensch-Maschine-Interaktion wurde vor der Inbetriebnahme ausführlich getestet und optimiert. Diese Angaben belegen einen Einsatzkontext, aber keine spezifische technische Auslegung.


Begriffe sicher unterscheiden

Ein Verkehrsweg ist ein für Personen oder Fahrzeuge vorgesehener und nutzbarer Weg. Ein Konfliktpunkt ist eine Stelle, an der Wege kreuzen, sich vereinigen oder sich gegenseitig behindern können. Eine Sichtbehinderung liegt vor, wenn eine Person oder ein System einen relevanten Bereich nicht zuverlässig einsehen bzw. erfassen kann. Eine Übergabestelle ist der definierte Ort, an dem Material abgelegt, übernommen oder an einen anderen Prozess übergeben wird. Eine Wartezone hält Personen oder Material außerhalb der unmittelbaren Bewegungs- und Übergabefläche bereit. Trennung meint, dass Fuß- und Fahrzeugverkehr räumlich oder zeitlich auseinandergehalten wird.

Autonom bedeutet nicht risikofrei. Auch automatisierte Fahrzeuge benötigen einen geeigneten Verkehrsbereich, verständliche Regeln, geeignete Schutzmaßnahmen, Wartung und die Berücksichtigung von Personen, beweglichen Lasten, Türen, Kreuzungen und unerwarteten Hindernissen. Die DGUV beschreibt für automatisiert fahrende Fahrzeuge die Bedeutung der konkreten betrieblichen Umgebung und der Gefährdungsbeurteilung. Übertrage deshalb keine pauschalen Maße auf eine reale Anlage.


Ein schematischer Hallenplan

Der folgende Plan ist frei erfunden und dient allein zum Üben. Er enthält keine maßstäblichen Abstände und keine Aussage über reale Schutzfelder.

Lehrmodellbereich Funktion Beobachtbare Aufgabe
A – Wareneingang Materialannahme Ankommende Ladung und Fußweg sicher auseinanderhalten
B – Hauptfahrweg Transportkorridor Kreuzungen, Engstellen und freie Sicht prüfen
C – Regalende Sichtschatten Annäherung von Personen aus Quergang berücksichtigen
D – Supermarkt Materialbereitstellung Übergabepunkt und Wartezone eindeutig definieren
E – Rücklauf Leere Paletten Rücktransport von Anlieferung und Fußverkehr trennen
F – Personaltür Personenwechsel Türbereich und Fahrroute nicht als blinden Schnittpunkt belassen

Schematische Skizze (nicht maßstäblich):

[Wareneingang A] ===== Hauptfahrweg B ===== [Supermarkt D]
                         |
                    [Regalende C]
                         |
                 Quergang / Personaltür F

[Rücklauf E]  ===== Rücktransportweg =====> [A]
Fußweg:       - - - - - - - - - - - - -

Lies den Plan nicht als fertige Freigabe. Markiere zuerst, wo Verkehrsströme zusammentreffen. Frage danach, ob Begegnungen vermieden, räumlich getrennt, zeitlich geregelt oder durch geeignete technische Maßnahmen beherrscht werden können. Beachte außerdem Fluchtwege, Notausgänge, Sichtlinien, Bodenbeschaffenheit, Beleuchtung, Lastabmessungen und die Möglichkeit, dass Paletten oder Material kurzfristig abgestellt werden.


Sichtbehinderungen und Begegnungen beurteilen


Wo entstehen Konflikte?

Typische Konfliktpunkte sind Kreuzungen, Regalenden, Tore, Personaltüren, Einmündungen, Übergabestellen und Engstellen. Ein Risiko steigt, wenn eine Person unerwartet in eine Route tritt, das Fahrzeug nicht rechtzeitig erkennbar ist, eine Last das Sichtfeld verdeckt oder sich mehrere Verkehrsströme gleichzeitig auf eine enge Fläche konzentrieren. Der Weg einer Last zählt ebenfalls: Lasten können seitlich überstehen, die Sicht einschränken oder bei ungeeigneter Ablage in einen Laufweg hineinragen.

Eine sinnvolle Analyse verbindet drei Fragen: Wer bewegt sich? (Person, automatisiertes Fahrzeug, manuelles Fahrzeug, Material), wo kreuzen die Wege? und welche Maßnahme verhindert die gefährliche Begegnung am zuverlässigsten? Allgemeine Sicherheitsquellen empfehlen, Fußgänger und Flurförderzeuge möglichst zu trennen, Wege frei zu halten, unübersichtliche Ecken zu entschärfen und Regeln sowie Kennzeichnungen verständlich zu gestalten. Welche konkrete Maßnahme erforderlich ist, muss der Betrieb anhand seiner Gefährdungsbeurteilung festlegen.


Risikomatrix im Lehrmodell

Eine einfache qualitative Matrix hilft, Annahmen sichtbar zu machen. Sie ersetzt keine betriebliche Risikobeurteilung. In diesem Kurs bedeutet Eintrittswahrscheinlichkeit „niedrig / mittel / hoch“ eine Übungseinschätzung, nicht gemessene Statistik.

Lehrmodell-Situation Mögliche Folge Übungsbewertung Erste Überlegung
Quergang am Regalende ohne Sicht Zusammenstoß oder abruptes Ausweichen hoch Wege trennen, Sicht verbessern, Zugang regeln
Paletten stehen in einer Türzone Ausweichbewegung in den Fahrweg, blockierter Ausgang mittel bis hoch Ablage verbieten, Verantwortlichkeit und Kontrolle festlegen
Klar abgegrenzte Übergabe mit Wartezone geringere Vermischung der Wege niedriger, sofern Regeln eingehalten werden Markierung, Ordnung und Prozess beobachten
Kurzzeitige Umleitung ohne Information Begegnung an ungewohnter Stelle mittel bis hoch Freigabeprozess und Kommunikation definieren

Erkläre stets, worauf deine Einschätzung beruht. „Hoch“ ist keine Messzahl. Priorisiere die Beseitigung der Gefahr an der Quelle und räumliche Trennung, sofern sie praktisch möglich und wirksam ist. Organisatorische Regeln sind wichtig, dürfen aber eine sinnvolle bauliche oder technische Schutzmaßnahme nicht einfach ersetzen.

Bild 2: Beispiel für Mensch und Gabelstapler im selben Arbeitsbereich, keine Darstellung von PAOLO. Foto: Marc Schulz / Marcschulz, Wikimedia Commons; Lizenzhinweis auf der Dateiseite, CC BY-SA 3.0.


Beobachten statt vermuten

Für eine sichere Analyse hältst du Beobachtungen und Vermutungen auseinander. Beispiel: „Am Regalende kann eine Person aus dem Quergang erst spät gesehen werden“ ist eine zu prüfende Beobachtung am Modell. „PAOLO erkennt Personen aus genau fünf Metern“ wäre eine unbelegte technische Behauptung und ist zu vermeiden. Genauso wenig darfst du aus einem Bild auf Sensorart, Bremsweg, Geschwindigkeit, Traglast oder garantierte Reaktionszeit schließen.

Ergänze bei einer Ortsbegehung nur Informationen, für die du zuständig bist und die erhoben werden dürfen. Stelle offene Fragen an die verantwortliche Fachkraft: Gibt es freigegebene Fahrwege? Welche Übergabepunkte sind festgelegt? Wie wird eine Störung gemeldet? Was gilt bei Ausfall oder gesperrter Route? Welche Regeln bestehen für Besucherinnen, Besucher und Fremdfirmen? Halte dich von aktiven Fahrbereichen fern und betrete sie nicht für eigene Messungen.


Verkehrswege, Übergabepunkte und Schutzmaßnahmen planen


Hierarchie der Maßnahmen

Eine robuste Lösung beginnt nicht bei Warnschildern, sondern bei der Gestaltung des Arbeitsablaufs. Prüfe die Reihenfolge: Erstens unnötige Begegnungen vermeiden; zweitens Wege baulich oder räumlich trennen; drittens Kreuzungen übersichtlich gestalten und Übergaben klar definieren; viertens geeignete technische Schutz- und Warnsysteme im Rahmen einer qualifizierten Planung einbeziehen; fünftens Arbeitsorganisation, Unterweisung, Kennzeichnung und Kontrollen festlegen. Persönliche Aufmerksamkeit allein ist keine ausreichende Schutzstrategie.


Organisatorische und technische Maßnahmen vergleichen

Maßnahme Beispiel im Lehrmodell Nutzen Grenze / Prüfbedarf
Räumliche Trennung eigener Fußweg mit klarer Abgrenzung reduziert Wegekreuzungen tatsächliche Abstände, Durchgänge und Fluchtwege fachlich prüfen
Zeitliche Trennung Materialfahrt nur in definierten Zeitfenstern Begegnungen können verringert werden Ablauf muss realistisch und verbindlich sein
Sichtverbesserung Ordnung am Regalende, freie Sichtlinie, geeignete Spiegelprüfung frühere Wahrnehmung kann möglich werden Spiegel beseitigen nicht alle blinden Bereiche
Markierung und Beschilderung eindeutig markierte Route und Haltepunkte Regeln werden verständlicher Markierung allein hält niemanden physisch zurück
Technische Schutzfunktion für die konkrete Anlage geeignete, vom verantwortlichen Fachpersonal geprüfte Schutztechnik kann Risiken abhängig vom System reduzieren Funktion, Grenzen, Test und Validierung sind anlagenspezifisch
Prozessregel festgelegte Störungsmeldung und sichere Sperrung verhindert improvisierte Umwege Zuständigkeit und Rückmeldung müssen geklärt sein

Nenne keine vermeintlich richtigen Sensorabstände oder Schutzfeldmaße, wenn sie nicht aus freigegebenen Unterlagen und der konkreten Risikobeurteilung stammen. Auch ein in einer Grafik gezeichneter Sicherheitsabstand ist kein Einrichtwert. Technische Lösungen müssen zum Fahrzeug, zur Umgebung, zur Geschwindigkeit, zu Lasten, zum Verkehr und zu den möglichen Fehlersituationen passen.


Übergabe sicher gestalten

Eine Übergabestelle benötigt einen eindeutigen Zweck, eine sichtbare Grenze und eine klar geregelte Verantwortung. Das Modell nutzt drei Zonen: Anfahrt, definierte Ablagefläche und Wartebereich für Personen. Fußgänger warten außerhalb der Materialbewegungsfläche. Material ragt nicht in Laufwege, Fluchtwege oder den Fahrkorridor. Die Freigabe zum Weitertransport folgt einem festgelegten Prozess und nicht einer Vermutung, dass der Platz „schon frei“ sei.

Prüfe die Übergabe mit einer Checkliste:

  • Ist der Ort eindeutig benannt und im Modellplan eingezeichnet?
  • Ist die Last für die vorgesehene Fläche geeignet und stabil abgelegt?
  • Können Personen außerhalb der Bewegungsfläche warten?
  • Bleiben Türen, Notausgänge und Fluchtwege frei?
  • Ist klar, wer Störung, Beschädigung, blockierten Weg oder eine fehlende Materialeinheit meldet?
  • Ist dokumentiert, wer den normalen Betrieb nach einer Sperrung wieder freigeben darf?


Umleitung und Störung

Wenn ein Weg blockiert ist, ist eine spontane Abkürzung keine sichere Lösung. Der Prozess muss definieren, wer den Transport stoppt, wie der Bereich gesichert bzw. gesperrt wird, wer eine alternative Route bewertet und wie die Freigabe kommuniziert wird. Personen dürfen sich nicht allein auf ein Display, eine Leuchte oder eine Markierung verlassen, deren Bedeutung sie nicht kennen. Bei unbekannter Ursache oder unklarer Fahrbewegung Abstand halten, den betrieblichen Meldeweg nutzen und nicht versuchen, das Fahrzeug eigenmächtig zu bewegen oder Schutzfunktionen zu umgehen.


Kennzahlen und Modellfall auswerten


Was zeigen Kennzahlen – und was nicht?

Kennzahlen helfen, Verbesserungen nachzuvollziehen, sind aber keine automatische Sicherheitsfreigabe. Im synthetischen Datensatz bedeutet ein „Konflikthinweis“ eine bei der Modellbeobachtung festgestellte mögliche Wegeüberschneidung; daraus folgt nicht, dass ein Unfall stattgefunden hat. Ein „beinahe kritisches Ereignis“ ist im Lehrmodell eine Situation, die untersucht werden muss, nicht ein Beweis für die Ursache. Vergleiche immer Zeiträume und Definitionen, bevor du Zahlen deutest.

Synthetischer Beispieldatensatz für ein Team:

Schicht Materialfahrten erkannte Konflikthinweise blockierte Übergaben
Früh, Woche 1 80 8 6
Früh, Woche 2 84 6 4
Früh, Woche 3 82 4 3

Die einfache Rate der Konflikthinweise je 100 Fahrten berechnet sich als:

Rate = Konflikthinweise ÷ Materialfahrten × 100

Woche 1: 8 ÷ 80 × 100 = 10 Hinweise je 100 Fahrten. Woche 2: 6 ÷ 84 × 100 ≈ 7,14. Woche 3: 4 ÷ 82 × 100 ≈ 4,88. Im Modell sinkt die Rate. Das beweist noch nicht, dass eine Maßnahme ursächlich wirksam war: Erfassungsmethode, Verkehrsmix, Schichtbesetzung und Definitionen können sich geändert haben. Untersuche die tatsächlichen Situationen, prüfe die Datenerfassung und sammle Rückmeldungen, bevor du eine Entscheidung triffst.

Konflikthinweise je 100 Fahrten (synthetisch)
Woche 1  ██████████  10,00
Woche 2  ███████     7,14
Woche 3  █████       4,88
Jeder Balken ist eine Modellvisualisierung; keine realen Liebherr-Kennzahlen.


Vollständiger berufstypischer Modellfall

Ausgangslage: Im synthetischen Hallenmodell sollen täglich Behälter vom Wareneingang zum Material-Supermarkt gebracht und leere Paletten zurückgeführt werden. Am Ende eines Regals kreuzt eine markierte Fußroute den modellierten Transportkorridor. In der Spätschicht wurden sechs blockierte Übergaben in einer Woche notiert. Zwei Beschäftigte berichten, dass kurzfristig abgestellte Behälter die Sicht beeinträchtigen. Das Modell enthält keine realen Fahrzeugmaße oder technischen Parameter.

Arbeitsauftrag: Das Team aus Lagerlogistik, Mechatronik und Betriebstechnik soll die Situation beurteilen, Maßnahmen vorschlagen, deren Grenzen erläutern und einen sicheren Ablauf für die Prüfung im Modell festlegen.

Vorgehen und nachvollziehbare Musterlösung:

  1. Fakten sichern: Übergabepunkt, Regalende, Fußweg, Abstellverhalten und beobachtete Blockaden im Modellplan markieren. Gerüchte zu Sensoren, Bremsweg oder Navigation nicht als Fakten eintragen.
  2. Gefährdungen benennen: mögliche Begegnung von Person und Fahrzeug am Regalende; Sichtbehinderung durch Behälter; Ausweichbewegung in einen anderen Verkehrsweg; unklare Ablage und Zuständigkeit an der Übergabe.
  3. Sofortige organisatorische Kontrolle im Lehrmodell: Behälter dürfen nicht in Sichtlinien, Gehwege, Fahrkorridore, Türen oder Fluchtwege ragen. Der Übergabepunkt und eine separate Wartezone werden im Plan eindeutig gekennzeichnet. Die Modellroute wird bis zur Beurteilung als potenzieller Konfliktpunkt behandelt.
  4. Varianten vergleichen: A) räumliche Trennung von Fuß- und Fahrzeugweg; B) Kreuzung an eine übersichtlichere Stelle verlegen oder den Verkehrsfluss baulich führen; C) zeitliche Trennung für unvermeidbare Übergänge; D) definierte Abstellfläche und Störungsmeldeprozess. Warnmarkierung allein ist nicht die bevorzugte alleinige Maßnahme.
  5. Fachliche Prüfung planen: Verantwortliche aus Arbeitsschutz, Betrieb und zuständiger Technik prüfen realen Bereich, Betriebsanweisung, Fahrzeugunterlagen, Sensor-/Schutzfunktionen, Fluchtwege und mögliche Fehlersituationen. Ohne deren Freigabe erfolgen weder reale Fahrversuche noch Änderungen.
  6. Erfolgskriterien vorab definieren: weniger festgestellte Konflikthinweise je 100 Fahrten, keine blockierten Fluchtwege, weniger blockierte Übergaben, nachvollziehbare Störungsmeldungen und dokumentierte Prüfung. Jede Kennzahl wird mit gleicher Definition erfasst.
  7. Nachkontrolle im Modell: die gewählte Variante im Plan einzeichnen, eine Begehung gedanklich simulieren, verbleibende Risiken notieren und offene technische Fragen an die zuständigen Fachleute übergeben.

Bewertungsraster (100 Punkte): 20 Punkte für vollständige Gefährdungs- und Konfliktpunktanalyse; 20 Punkte für geeignete, begründete Trennungsmaßnahmen; 15 Punkte für klare Übergabe- und Wartezonen; 15 Punkte für sicheren Störungs- und Freigabeprozess; 10 Punkte für korrekte Berechnung und vorsichtige Interpretation der Kennzahlen; 10 Punkte für saubere Trennung von belegten Fakten und Annahmen; 10 Punkte für lesbaren Plan, Zuständigkeiten und nachvollziehbare Dokumentation. Volle Punktzahl gibt es nicht für eine bloße Liste von Warnschildern oder für erfundene Herstellerparameter.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Wissen testen

Welche Aussage über den im Liebherr-Beitrag genannten Stapler PAOLO ist belegt? (PAOLO transportiert Paletten- und Gitterboxwaren im Werk Ehingen) (!Seine Sensorreichweite beträgt genau fünf Meter) (!Seine Traglast ist im Beitrag mit einer bestimmten Zahl angegeben) (!Sein Hersteller und sein Navigationssystem sind dort eindeutig benannt)




Was ist ein Konfliktpunkt im Verkehrswegeplan? (Eine Stelle, an der sich Verkehrsströme kreuzen oder gegenseitig behindern können) (!Ein ausschließlich digitaler Speicherort) (!Eine Materialnummer im Lager) (!Ein abgeschlossener Pausenraum)




Welche Maßnahme ist grundsätzlich am besten zu prüfen, wenn Fuß- und Fahrzeugverkehr häufig gefährlich zusammentreffen? (Eine wirksame räumliche Trennung der Verkehrsströme) (!Nur einen zusätzlichen Warnaufkleber anbringen) (!Die Beteiligten auffordern, einfach besser aufzupassen) (!Den Konflikt in der Statistik nicht mehr erfassen)




Warum sind Regalenden im Werksmodell besonders zu prüfen? (Sie können Sichtlinien verdecken und unerwartete Begegnungen ermöglichen) (!Dort sind automatisch alle Lasten schwerer) (!Dort dürfen grundsätzlich keine Sicherheitsregeln gelten) (!Dort ist eine Sichtbehinderung physikalisch ausgeschlossen)




Was ist eine Übergabestelle? (Ein festgelegter Ort zur Ablage oder Übernahme von Material) (!Ein beliebiger Platz im Fluchtweg) (!Ein Sensorparameter ohne Prozessbezug) (!Eine Statistik ohne klaren Ort)




Welche Rechnung ergibt die Rate für Woche 1 im Beispieldatensatz? (8 ÷ 80 × 100 = 10 Hinweise je 100 Fahrten) (!80 ÷ 8 × 100 = 10 Hinweise je 100 Fahrten) (!8 + 80 = 88 Hinweise je 100 Fahrten) (!80 − 8 = 72 Hinweise je 100 Fahrten)




Was sollte bei einem unerwartet blockierten Weg geschehen? (Den vorgesehenen Störungs- und Sperrprozess verwenden und keine spontane Umleitung erfinden) (!Die Route ohne Prüfung durch einen Fußweg ersetzen) (!Schutzfunktionen überbrücken, damit die Fahrt weitergeht) (!Das Fahrzeug eigenmächtig bewegen)




Warum reicht eine Markierung allein möglicherweise nicht aus? (Sie kann Verhalten lenken, hält Personen oder Fahrzeuge aber nicht physisch zurück) (!Markierungen machen die Sicht immer schlechter) (!Markierungen ersetzen alle Betriebsanweisungen) (!Markierungen beweisen die Sicherheit der gesamten Anlage)




Welche Aussage beschreibt gute Kennzahlenarbeit? (Definitionen und Erfassungsmethode prüfen und Zahlen im Kontext interpretieren) (!Eine sinkende Zahl beweist ohne weitere Prüfung die Ursache einer Verbesserung) (!Unterschiedliche Zeiträume müssen nie verglichen werden) (!Ein Konflikthinweis ist immer gleichbedeutend mit einem Unfall)




Wer darf reale technische Schutzfunktionen oder Routen einer Anlage freigeben? (Die dafür zuständigen und qualifizierten betrieblichen Stellen nach den gültigen Verfahren) (!Jede Person, die diesen Kurs beendet hat) (!Eine Person allein aufgrund einer Skizze) (!Eine beliebige externe Person ohne Kenntnis der Anlage)





Memory-Spiel

Konfliktpunkt Stelle mit kreuzenden oder sich behindernden Verkehrsströmen
Sichtbehinderung Umstand, der die verlässliche Wahrnehmung eines relevanten Bereichs einschränkt
Übergabestelle Festgelegter Ort für Ablage oder Übernahme von Material
Wartezone Bereich zum Warten außerhalb der unmittelbaren Bewegungsfläche
Räumliche Trennung Gestaltung, die Verkehrsströme auf unterschiedliche Bereiche verteilt
Kennzahlrate Auf eine Bezugsgröße normierte Anzahl beobachteter Ereignisse





Drag-and-drop: Begriffe zuordnen

Begriff Passende Beschreibung
Fußweg Für Personen vorgesehener Verkehrsbereich
Sichtschatten Bereich, der beispielsweise hinter einem Regal nicht einsehbar ist
Übergabepunkt Definierter Ort für Materialablage und Übernahme
Störungsmeldung Geregelte Information über eine Abweichung, Blockade oder Unsicherheit
Wartezone Platz für Personen außerhalb der unmittelbaren Transportbewegung





Kreuzworträtsel

Sichtfeld Welcher Bereich kann von einer Person oder einem System wahrgenommen werden?
Kreuzung Wie heißt die Stelle, an der sich Wege schneiden?
Wartezone Wie heißt der vorgesehene Bereich, in dem Personen außerhalb der Bewegungsfläche warten?
Trennung Welche Maßnahme hält Fuß- und Fahrzeugverkehr räumlich auseinander?
Umleitung Wie nennt man eine alternative Route, die nach Prüfung und Freigabe genutzt wird?
Übergabe Wie heißt der Vorgang der Materialübernahme oder -ablage?





LearningApps

Übe die Begriffe und ihre Zusammenhänge mit einer thematischen Suche bei LearningApps. Die Suche kann sich ändern; prüfe die gefundenen Aufgaben auf fachliche Richtigkeit, Altersangemessenheit und passende Sicherheitsregeln.


Lückentext

Ergänze die Fachbegriffe.
Bei einer Wegeanalyse werden mögliche Konfliktpunkte, Sichtbehinderungen und

betrachtet. Eine klar markierte

legt fest, wo Material abgelegt oder übernommen wird. Personen warten außerhalb der unmittelbaren

. Bei einem blockierten Weg darf keine spontane

ohne Prüfung festgelegt werden. Eine Kennzahlrate wird berechnet, indem die Zahl der beobachteten Ereignisse durch die Bezugsgröße geteilt und mit

multipliziert wird. Reale Schutzfunktionen dürfen nur von zuständigen Fachleuten anhand der konkreten Anlage beurteilt und freigegeben werden.



Offene Aufgaben


Leicht

  1. Konfliktpunkte auf dem Hallenplan markieren: Markiere im synthetischen Hallenplan mindestens vier Stellen, an denen Personen- und Fahrzeugwege zusammentreffen könnten. Erkläre für jede Stelle in einem Satz, welches Risiko entstehen kann.
  2. Sichtbehinderung beschreiben: Zeichne das Regalende C nach und ergänze mit Pfeilen, welche Bereiche von einer näherkommenden Person möglicherweise nicht eingesehen werden können.
  3. Übergabe-Checkliste erstellen: Erstelle eine Checkliste mit mindestens sechs Prüfpunkten für die Modell-Übergabestelle. Begründe, warum Fluchtwege und Wartezonen getrennt betrachtet werden.
  4. Begriffe als Lernkarte gestalten: Erstelle sechs Lernkarten zu Konfliktpunkt, Sichtbehinderung, Übergabe, Wartezone, räumlicher Trennung und Kennzahlrate mit je einem eigenen Beispiel.


Standard

  1. Verkehrswege neu planen: Entwickle auf Basis des Lehrplans eine zweite Route, die unnötige Kreuzungen reduziert. Markiere verbleibende Konfliktpunkte und erläutere, welche Daten vor einer realen Freigabe fehlen.
  2. Maßnahmen vergleichen: Vergleiche räumliche Trennung, Zeitfenster, Markierung und technische Schutzmaßnahmen in einer Tabelle nach Wirkung, Aufwand, Grenzen und notwendiger Prüfung.
  3. Kennzahlen berechnen: Berechne für die drei Modellwochen die Konflikthinweise je 100 Fahrten und stelle die Werte als Balkendiagramm dar. Formuliere zwei zulässige und zwei unzulässige Schlussfolgerungen.
  4. Störungsablauf visualisieren: Zeichne ein Flussdiagramm vom Erkennen einer Blockade bis zur autorisierten Freigabe. Markiere, wo Zuständigkeiten und Kommunikation erforderlich sind.


Schwer

  1. Gefährdungsbeurteilung im Lehrmodell verfassen: Entwickle eine strukturierte Risikoanalyse für Regalende, Personaltür und Übergabestelle. Trenne vorhandene Informationen, Annahmen, Schutzmaßnahmen und offene Fragen.
  2. Teamgespräch simulieren: Führe ein Rollenspiel mit Lagerlogistik, Mechatronik, Betriebstechnik und Arbeitsschutz durch. Jede Rolle muss ein Risiko und eine mögliche Gegenmaßnahme beisteuern; dokumentiere den Konsens.
  3. Erfolgskontrolle planen: Entwirf ein Erhebungsschema, das vor und nach einer Modellmaßnahme dieselben Ereignisse zählt. Erläutere Bezugsgröße, Beobachtungsregeln, Verzerrungen und Abbruchkriterien.
  4. Technische Freigabefragen vorbereiten: Erstelle für eine qualifizierte Fachkraft eine Liste präziser Fragen zu Betriebsanweisung, Navigation, Sensorik, Schutzfunktionen, Fehlerszenarien und Prüfprotokollen, ohne Werte oder Funktionen vorwegzunehmen.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Erwartungshorizont zu den offenen Aufgaben

1. Geeignete Markierungen: Regalende, Einmündung, Tür und Übergabe; zu jedem Punkt wird eine konkrete mögliche Begegnung genannt. 2. Die Zeichnung kennzeichnet die Sichtabschattung durch das Regal; sie erfindet keine technischen Sensorgrenzen. 3. Checkliste umfasst mindestens sechs überprüfbare Punkte und hält Fluchtweg, Wartebereich und Bewegungsfläche frei. 4. Die Karten definieren die Begriffe in eigenen Worten und nutzen jeweils ein passendes, nachvollziehbares Beispiel. 5. Eine sinnvolle neue Route vermeidet mindestens eine Kreuzung; verbleibende Risiken und unbekannte Realparameter sind ausdrücklich genannt. 6. Der Vergleich erläutert nicht nur Nutzen, sondern auch Grenzen sowie erforderliche betriebliche Prüfung. 7. Korrekte Ergebnisse: Woche 1 = 10,00; Woche 2 ≈ 7,14; Woche 3 ≈ 4,88 Hinweise je 100 Fahrten. Eine sinkende Rate ist ein Trend im Beispieldatensatz, aber ohne Ursachenprüfung kein Kausalbeweis. 8. Der Ablauf stoppt bei Unsicherheit, sichert den Bereich nach betrieblicher Regel, benennt Zuständigkeiten und verlangt Freigabe durch Verantwortliche. 9. Die Risikoanalyse benennt gefährliche Begegnungen, bewertet plausible Folgen und formuliert überprüfbare Maßnahmen; Vermutungen sind als solche markiert. 10. Alle Rollen bringen berufsbezogene Perspektiven ein; der dokumentierte Konsens enthält offene Punkte und Verantwortlichkeiten. 11. Das Schema definiert Ereignisse und Bezugsgröße vorab gleich, berücksichtigt Verkehrsmix und Erfassungsqualität und legt fest, wann der Versuch abzubrechen ist. 12. Die Fragen verlangen freigegebene Unterlagen, dokumentierte technische Grenzen und qualifizierte Prüfung, statt Sensorabstände, Traglast oder Bedienfreigaben zu erfinden.


Lernkontrolle

  1. Plananalyse: Erkläre, warum ein Regalende ein Konfliktpunkt sein kann. Nenne zwei räumliche bzw. organisatorische Verbesserungen und beschreibe ihre Grenzen.
  2. Maßnahmenhierarchie: Ordne vier vorgeschlagene Maßnahmen nach dem Grundsatz, Begegnungen zuerst möglichst zu vermeiden oder zu trennen. Begründe, warum Aufmerksamkeitsschulung allein nicht genügt.
  3. Kennzahlrechnung: Ein rein synthetisches Team notiert 9 Konflikthinweise bei 90 Fahrten. Berechne die Rate je 100 Fahrten und erläutere, was sich daraus allein nicht ableiten lässt. Lösung: 9 ÷ 90 × 100 = 10 Hinweise je 100 Fahrten; die Ursache und tatsächliche Schwere der Hinweise bleiben damit offen.
  4. Störungsfall: Ein Übergabepunkt ist durch Material blockiert. Beschreibe den sicheren organisatorischen Ablauf vom Feststellen bis zur dokumentierten Freigabe, ohne einen realen Fahrzeugbetrieb zu steuern.
  5. Fakten und Annahmen trennen: Ordne die Aussagen „PAOLO transportiert Paletten und Gitterboxwaren in Ehingen“ und „PAOLO erkennt Personen aus sieben Metern“ als belegt bzw. unbelegt ein. Lösung: Die erste Aussage ist im Liebherr-Beitrag beschrieben; für die zweite liegt in den hier genutzten Quellen kein Nachweis vor.


Lernnachweis

Nach Abschluss kannst du einen synthetischen Verkehrswegeplan mit Legende erstellen, mindestens vier Konfliktpunkte begründen und Übergabe- sowie Wartezonen einzeichnen. Du kannst Maßnahmen hinsichtlich Wirkung, Grenzen und Prüfbedarf vergleichen, eine einfache Ereignisrate berechnen und mit angemessener Vorsicht interpretieren. Du dokumentierst einen Störungs- und Freigabeprozess mit Zuständigkeiten und kannst belastbare Aussagen von Annahmen trennen.

Geeignete Belege: markierter Hallenplan; Maßnahmenvergleich; berechnetes Diagramm; Ablaufdiagramm; kurzer schriftlicher Modellfall mit begründetem Bewertungsraster. Eine Lernerfolgskontrolle dokumentiert keine betriebliche Fahrberechtigung und ersetzt keine sicherheitsrelevante Unterweisung.


OER und Wikipedia

Primärquelle zum Werkskontext: Liebherr: „Unser Weg zur Smart Factory…“, Magazin 02 | 2025. Der Beitrag beschreibt Automatisierung im Werk Ehingen und den Einsatz von PAOLO in der Logistik. Bildmaterial auf der Unternehmensseite unterliegt eigenen Nutzungsbedingungen und wird hier nicht als frei lizenzierte Kursabbildung eingebunden.

Sicherheits- und Fachquellen:

Mediennachweis für die eingebundenen Commons-Bilder:

Eingebundene Datei Quelle Urheber Lizenz / Rechtehinweis
File:Forklift parked inside a warehouse in an industrial setting.jpg Dateiseite auf Wikimedia Commons Shixart1985 CC BY 2.0; Urheber nennen, Lizenz verlinken und Änderungen kenntlich machen
File:PeopleForklift.jpg Dateiseite auf Wikimedia Commons Marc Schulz / Marcschulz CC BY-SA 3.0; Urheber nennen, Lizenz verlinken, Änderungen kenntlich machen und abgeleitete Bearbeitungen unter kompatibler Lizenz teilen

Es wurden keine PAOLO-Aufnahmen oder passenden Videos mit verlässlich bestätigter konkreter Video-ID und Rechteangabe eingebunden. Verwende für eine spätere Videoergänzung nur nach Prüfung direkt aufrufbare Medien mit nachvollziehbarem Herausgeber und Nutzungsstatus; erfinde keine Video-ID. Als verifizierte, textbasierte Primärquelle dient der Liebherr-Beitrag oben. Das Kurslayout, die Tabellen, die Skizze und die Kennzahlenvisualisierung sind eigene Lehrmodelle.


Verknüpfte Lernbereiche

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