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Automatisches Ersatzteillager Ehingen – Kommissionierung und Auftragskonsolidierung planen

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Automatisches Ersatzteillager Ehingen – Kommissionierung und Auftragskonsolidierung planen

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Einleitung

Du planst einen Ersatzteilauftrag, dessen Teilpositionen aus einem Paletten-Hochregallager (HRL) und einem Kleinteile-Shuttle-Lager (SKL) stammen. Du lernst, wie Auftragspositionen richtig entnommen, einem Auftrag eindeutig zugeordnet, am Sammelplatz auf Vollständigkeit geprüft und erst danach getrennt zum Versand freigegeben werden. Ein besonderes Risiko sind sehr ähnlich bezeichnete Ersatzteilvarianten.

Zielgruppe: Auszubildende im zweiten Ausbildungsjahr in den Berufen Fachkraft für Lagerlogistik, Fachlagerist/-in, Kaufmann/-frau für Groß- und Außenhandelsmanagement sowie Kaufmann/-frau für Spedition und Logistikdienstleistung. Berufliche Zuordnungen sind Lernempfehlungen, mit Betrieb und Berufsschule abzustimmen.

Wichtige Abgrenzung: Das reale automatische Ersatzteillager in Ehingen dient als öffentlich dokumentierter Lernkontext (Quellenstand 13.08.2026). Alle nachfolgenden Bestände, Artikelnummern, Mengen, Zeitwerte, organisatorischen Rollen und Bedienstatus sind synthetische Lehrmodelle. Eine 2026 angekündigte Erweiterung wird nicht ohne Abschlussbeleg als fertiggestellt bezeichnet. Dies ist kein offizieller Liebherr-Lehrgang; reale Maschinenarbeit erfordert betriebliche Unterweisung und qualifizierte Anleitung. Betriebsanweisungen, Sicherheitsvorgaben und Berechtigungen haben immer Vorrang.

Lernziele: Du kannst eine Kommissionierliste in zwei Lagerströme aufteilen, eindeutige Artikel identifizieren, Entnahmen dokumentieren, Variantenfehler stoppen, Soll- und Istmengen kontrollieren, einfache Zeit- und Vollständigkeitskennzahlen berechnen und die Versandentscheidung fachlich begründen.


Der reale Anlagenkontext und die zwei Flüsse


Gesicherte Informationen zum Standort Ehingen

Laut Jungheinrich-Meldung vom 13.10.2020 wurden für das zentrale Ersatzteillager in Ehingen ein sechsgassiges Paletten-Hochregallager mit rund 18.000 Stellplätzen, ein zweigassiges Kleinteile-Shuttle-Lager mit etwa 40.000 Behälterstellplätzen sowie Fördertechnik und ein WMS beschrieben. Die Darstellung nennt auch die Vorkommissionierung im Multi-Order-Modus mit Pick-by-/Put-to-Light sowie die Zusammenführung mit Palettenkommissionierung. Diese Aussagen gehören zum dokumentierten Projekt und sind nicht mit unseren späteren Modellwerten zu verwechseln.

Eine Meldung vom 08.01.2026 kündigte zusätzliche beziehungsweise umgebaute Goods-to-Person-Arbeitsplätze an; die Inbetriebnahme wurde für das zweite Quartal 2026 geplant. Hier liegt kein eigenständiger Abschluss- oder Abnahmebeleg vor, deshalb wird diese Erweiterung nicht als abgeschlossen behauptet. Der Beitrag vom 13.08.2026 erläutert KI-gestützte WMS-Entscheidungen in bereits betriebenen Prozessen. Liebherr erklärt im Smart-Factory-Magazin den Zusammenhang zwischen Automatisierung, vernetzten Daten und Variantenvielfalt.

Fehler beim Erstellen des Vorschaubildes:

Illustrationsfoto eines automatischen Kleinteilelagers aus Wikimedia Commons; keine Aufnahme des Werks Ehingen.


Physische Ware und digitale Information

Materialfluss bedeutet die Bewegung von Paletten, Behältern, Einzelteilen und Packstücken. Informationsfluss bezeichnet Sollaufträge, Artikel- und Variantenkennungen, Lagerorte, Mengendaten, Entnahmequittungen und Prüfstatus. Die beiden Flüsse sind zu synchronisieren. Ein physisch vorliegender Behälter ist ohne korrekte Auftragszuordnung nicht automatisch kommissioniert.

Eigenes Lehrschema A:

Informationsfluss Materialfluss Kontrollfrage
ERP-Auftrag → WMS-Auftragsliste Noch keine Bewegung Welche Positionen werden benötigt?
WMS-Teilaufträge HRL / SKL Getrennte Bereitstellung Welche Quelle liefert welche Position?
Positionsbezogene Entnahmebestätigung Entnommene Artikel im Auftragsbehälter Stimmen Code, Variante, Menge und Auftrags-ID?
Übergabestatus Zwei Teilströme gelangen zur Konsolidierung Sind sie unverwechselbar gekennzeichnet?
Gesamter Soll-/Ist-Abgleich Zusammengeführte Auftragseinheit Sind alle Positionen korrekt und vollständig?
Gesonderte Versandfreigabe Pack- und Versandbereitstellung Hat eine berechtigte Stelle freigegeben?

Merksatz: Entnahmebestätigung ≠ Vollständigkeitskontrolle ≠ Versandfreigabe. Dies sind drei eigenständige Nachweise.


Auftragsanalyse und Variantenidentität


Was eine vollständige Auftragsposition benötigt

Eine prüfbare Position enthält eine Auftrags-ID, Positionsnummer, exakte Artikelkennung inklusive Revision oder Variante, Sollmenge, Einheit und eine zugeordnete Lagerquelle. Für manche Ersatzteile können Charge, Seriennummer, Packungsgröße und gesonderte Prüfmerkmale hinzukommen. Artikelbilder oder ähnliche Bezeichnungen ersetzen keine eindeutige Kennung.

Eigene Datentabelle im Lehrmodell:

Datenfeld Erfundenes Beispiel Warum relevant?
Auftragskennung E-2608-17 Verbindet beide Teilströme
Artikel mit Variante SE-024-V2 Unterscheidet Version V2 von V1
Bedarf 1 Stück Definiert den Vergleichswert
Lagerquelle SKL Bestimmt den Teilauftrag
Übergabe-ID E-2608-17-SKL Verhindert Auftragsvermischung

Gefahr der Ähnlichkeit: SL-1200-R und SL-1200-L sowie SE-024-V1 und SE-024-V2 sind ausschließlich erfundene Kennungen, die eine realistische Verwechslungsgefahr simulieren. Die Grundbezeichnung kann übereinstimmen und dennoch ist die Ware nicht austauschbar.


Einzelauftrag und Multi-Order unterscheiden

Bei der Einzelauftragskommissionierung werden Artikel für einen Auftrag getrennt gesammelt. Bei Multi-Order können mehrere Aufträge parallel bearbeitet werden. Dann müssen Behälter oder Fächer eindeutig auftragsbezogen bleiben. Goods-to-Person reduziert Wege durch automatische Warenbereitstellung, ersetzt aber niemals die Prüfung von Variante und Menge.

Beispiel eines Pick-to-Light-Kommissionierplatzes eines anderen Unternehmens, Quelle und Lizenz im Medienverzeichnis.

Eigenes Lehrschema B – parallele Teilaufträge:

Hauptauftrag HRL-Aufgaben SKL-Aufgaben Gemeinsamer Sammelpunkt
E-2608-17 P03 Schlauch, P04 Bolzensatz P01 Filter, P02 Dichtung, P05 Sensor Lehrplatz K-17

K-17 ist eine erfundene Lernplatzbezeichnung. Die echte Anordnung, einzelne Herstellerparameter und konkrete Bedienrechte des Werks werden nicht behauptet.


Teilkommissionierung und digitale Ereignisse


Schrittfolge der gefahrlosen Papiersimulation

Lies den Auftrag mit allen Sollpositionen; ordne sie den beiden Lagerquellen zu; prüfe die eindeutigen Artikel- und Variantencodes; simuliere die Entnahmen mit beschrifteten Karten; bestätige für jede Position separat korrekte Istmenge und Kennung; kennzeichne jede Übergabeeinheit mit derselben Auftrags-ID; protokolliere den Transport zur Zusammenführung. In der Simulation wird keine reale Anlage bedient, programmiert oder entsperrt.

Historisches Behältershuttle-Beispiel aus dem Fraunhofer-IML-Umfeld, nicht das Ehinger System.


Vier Ereignisse, vier Bedeutungen

Lehrmodell-Ereignis Aussage Noch kein Beleg für
Entnahme bestätigt Eine konkrete Position wurde erfasst Vollständigkeit aller anderen Positionen
Übergabe bestätigt Identifizierte Ladeeinheit erreichte den Sammelplatz Richtigkeit des gesamten Kisteninhalts
Vollständigkeit geprüft Alle Positionen stimmen nach Artikel, Variante und Menge Befugte Versandentscheidung
Versand freigegeben Eigenständige autorisierte Abschlussentscheidung Beliebige nachträgliche Änderung

Eigene digitale Statusfolge C: ANGELEGT → AUFGETEILT → TEILENTNAHMEN ERFASST → KONSOLIDIERT → GEPRÜFT → FREIGEGEBEN. Bei einem Variantenkonflikt wechselt die betroffene Position stattdessen in den Lehrstatus ABWEICHUNG / GESPERRT. Die Bezeichnungen sind keine zugesicherten Bildschirmtexte einer realen WMS-Version.

Typische Fehler und Reaktion: Ähnlicher Artikel statt exakter Code; Packung statt Stück; fehlende Auftrags-ID; falscher Sammelbehälter; quittierte, aber physisch nicht vorhandene Ware. Eine Abweichung ist kenntlich zu machen, in der Übung zu sperren und mit zuständiger fachlicher Rolle zu klären. Keine eigenmächtigen Ersatzartikel, Änderungen von WMS-Rechten oder Überbrückung von Schutzeinrichtungen.

Offizielles Jungheinrich-Video zur Ersatzteilversorgung bei Liebherr (28.07.2025). Einbettung über YouTube; keine offene Videolizenz behauptet.


Auftragskonsolidierung und die drei Prüftore


Von der Teilmenge zum vollständigen Auftrag

Die Konsolidierung führt Artikel desselben Auftrags aus HRL und SKL zusammen. Prüfe zuerst die Auftragskennungen der Übergaben, dann Position für Position Artikelcode, Variante, Einheit und Menge. Dokumentiere Fehlmengen, Beschädigungen, Mehrmengen und unklare Identitäten getrennt. Eine Vier-Augen-Prüfung kann für risikoreiche Varianten als didaktische Regel vereinbart werden; konkrete Pflichten legt ausschließlich der reale Betrieb fest.

Weiteres generisches Shuttle-Beispiel; nicht das tatsächliche Ehinger Lager.

Prüfgegenstand Sollbeleg Istprüfung Fehlerfolge
Auftragsidentität Eindeutige Auftrags-ID Beide Ladeeinheiten gehören zu einem Auftrag Fremdauftrag getrennt halten
Artikel und Variante Exakter Sollcode Scan/Kartenvergleich mit Istcode Position sperren
Menge Sollzahl je Position Korrekte Iststücke je Position Nicht als vollständig markieren
Zustand Vorgesehener Prüfhinweis Offensichtliche Unversehrtheit im Lehrmodell Klärfall dokumentieren
Versandstatus Freigaberegel Vollständiger Beleg und berechtigte Entscheidung Ohne Freigabe kein Versand


Entnahme, Vollständigkeit, Versandentscheidung

Prüftor 1 – Entnahmebestätigung: Beweist nur die erfasste Einzelposition. Prüftor 2 – Vollständigkeitskontrolle: Beweist den abgeglichenen gesamten Auftrag. Prüftor 3 – Versandfreigabe: Ist eine davon getrennte, berechtigte Entscheidung. Nach Abschluss von Tor 2 darf Tor 3 nicht stillschweigend unterstellt werden.

Eigene Entscheidungstabelle:

Einzelpositionen gebucht Auftrag korrekt vollständig Berechtigte Freigabe Ergebnis
Ja Nein Nein Gesperrt, Klärung
Ja Ja Nein Vollständig, noch nicht versandbereit
Ja Ja Ja Im Lernmodell versandbereit
Unklar Unklar Nein Nicht versenden

Fehlerfall: Die Sensorvariante SE-024-V1 liegt irrtümlich statt SE-024-V2 vor. Obwohl die Gesamtstückzahl stimmt, zählt diese Position nicht als korrekt. Menge allein darf keine falsche Identität überdecken.


Reihenfolgen, Zeiten und Kennzahlen


Zeitplanung mit ausdrücklich erfundenen Modellwerten

Berechne für jede Lagerzone eine Teilzeit = Rüstzeit + Positionszahl × Bearbeitungszeit je Position + Positionszahl × Dokumentationszeit. Bei serieller Bearbeitung addierst du beide Teilzeiten. Bei echten unabhängigen parallelen Teilaufträgen bestimmt deren Maximum den Zeitpunkt, an dem beide fertig sind. Danach folgen Konsolidierung und Endkontrolle. Die Zahlen sind keine Werksdaten, Herstellerwerte oder Durchsatzgarantien.

Rechengröße SKL (Lehrmodell) HRL (Lehrmodell)
Rüstzeit 4 min 4 min
Anzahl Positionen 3 2
Bearbeitung je Position 2 min 3 min
Dokumentation je Position 0,5 min 0,5 min
Ergebnis 4 + 3 × 2 + 3 × 0,5 = 11,5 min 4 + 2 × 3 + 2 × 0,5 = 11 min

Für Konsolidierung werden im Modell 6 Minuten und für die Endkontrolle 4 Minuten angesetzt. Seriell: 11,5 + 11 + 6 + 4 = 32,5 min. Parallel: max(11,5;11) + 6 + 4 = 21,5 min. Einsparung: 11 Minuten bzw. 11 / 32,5 × 100 = 33,8 % gegenüber dem seriellen Modell. Bei Variantenklärung, Störung oder Wartezeit wächst die tatsächliche Dauer. Ohne bekannte Stördauer darf kein exakter Fertigstellungszeitpunkt behauptet werden.


Vollständigkeit und Qualität nicht verwechseln

Positionsvollständigkeit = Zahl korrekt erfüllter Positionen / Zahl aller Sollpositionen × 100. Korrekte Mengenquote = Zahl korrekt identifizierter Iststücke / Zahl aller Sollstücke × 100. Bei einem falschen Variantenstück zählt es nicht als korrekt. Erstfehlerquote = zunächst fehlerhafte Positionen / bearbeitete Positionen × 100. Keine dieser Kennzahlen ersetzt eine fachgerechte Versandfreigabe.

Offizielles Jungheinrich-Video zur KI-gestützten Ersatzteillogistik bei Liebherr (04.08.2025); Rechtehinweise siehe OER-Abschnitt.


Berufstypischer Modellfall mit Lösung


Der synthetische Ersatzteilauftrag

Lehrmodell M-1: Du bearbeitest den vollständig erfundenen Auftrag E-2608-17 ab 09:00 Uhr. SKL und HRL dürfen in der Papiersimulation zeitgleich arbeiten. Packplatz K-17 ist fiktiv. Sämtliche Artikel, Bestände und Varianten sind erfunden, die Aufgaben beziehen sich nicht auf reale Liebherr-Bedienfreigaben.

Position Artikelbezeichnung und synthetischer Code Soll Erfunden: verfügbar Lagerquelle Prüfbesonderheit
P01 Hydraulikfilter HF-065-A 2 Stück 12 Stück SKL Version A
P02 Dichtung DI-042-B 4 Stück 10 Stück SKL Version B
P03 Schlauch SL-1200-R 1 Stück 3 Stück HRL R statt L
P04 Bolzensatz BZ-080 2 Stück 5 Stück HRL Einheit Stück
P05 Sensor SE-024-V2 1 Stück 1 Stück SKL V2 statt V1

An P05 wird zunächst absichtlich eine Karte SE-024-V1 vorgelegt. Es handelt sich um eine Prüfabweichung, nicht um eine korrekte Entnahme.


Arbeitsauftrag

Bearbeite in einer Kleingruppe sechs Teilschritte: (a) Lege getrennte Kommissionierlisten für SKL und HRL an. (b) Prüfe pro Position Kennung, Variante und Sollmenge. (c) Simuliere die Bestätigung von Teilentnahmen und dokumentiere die fehlerhafte Sensorvariante. (d) Berechne die seriellen und parallelen Durchlaufzeiten. (e) Vereinige beide korrekt beschrifteten Übergaben an K-17. (f) Trenne Vollständigkeitsnachweis und fiktive Versandfreigabe.


Nachvollziehbare Musterlösung

1. Aufteilung: SKL enthält P01 mit 2, P02 mit 4 und P05 mit 1 Stück, insgesamt 7 Stück. HRL enthält P03 mit 1 und P04 mit 2 Stück, insgesamt 3 Stück. Gesamt sind es 5 Positionen, 10 Stück. Beide Übergabeeinheiten müssen die Auftrags-ID E-2608-17 führen und zusätzlich zur Unterscheidung ihre Lagerquelle.

2. Variantenabweichung: P05 fordert SE-024-V2, vorgelegt wird V1. Entnahme nicht bestätigen, Position im Modell sperren, Abweichung mit Soll- und Istkennung dokumentieren. Nur die fiktiv verantwortliche Fachrolle darf den Sachverhalt nach Stammdatenprüfung auflösen und die richtige V2-Karte bereitstellen. In diesem Kurs erfolgen keine Eingriffe in ein echtes WMS.

3. Positionsnachweis nach Klärung:

Position Soll Korrekt geprüfte Istmenge Simulierte Entnahmebestätigung
P01 2 2 Ja
P02 4 4 Ja
P03 1 1 Ja
P04 2 2 Ja
P05 1 × V2 1 × V2 Ja, erst nach Klärung

4. Soll/Ist vor Klärung: Vier von fünf Positionen korrekt, also 4/5 × 100 = 80 % Positionsvollständigkeit. Neun von zehn richtige Stücke, also 9/10 × 100 = 90 % korrekte Mengenquote. Ein vorhandenes V1-Exemplar zählt nicht als V2 und rechtfertigt keine Freigabe. Nach dokumentierter Korrektur: 5/5 und 10/10, also jeweils 100 %.

5. Zeiten: SKL = 4 + 3 × 2 + 3 × 0,5 = 11,5 min. HRL = 4 + 2 × 3 + 2 × 0,5 = 11 min. Seriell = 11,5 + 11 + 6 + 4 = 32,5 min. Parallel = 11,5 + 6 + 4 = 21,5 min. Ohne Abweichung wäre der fiktive Kontrollabschluss ab 09:00 rechnerisch um 09:21:30 erreicht. Die Dauer der Variantenklärung ist unbekannt und muss zusätzlich angesetzt werden; ein wirklicher Abschluss um 09:21:30 wird nicht behauptet.

6. Separate Entscheidungen: Eine korrekt quittierte Position ist noch kein vollständig geprüfter Auftrag. Nach der Korrektur kann eine unabhängige fiktive Prüferrolle die Vollständigkeit dokumentieren. Die Versandfreigabe erfolgt erst als eigener, berechtigter Lehrmodell-Schritt; vor diesem ist der Auftrag nicht versandbereit.


Bewertungsraster für M-1 (20 Punkte)

Bewertungsbereich Volle Punktzahl Teilbewertung
Datenanalyse und richtige Lageraufteilung 4 Punkte 1–3 bei teilweise korrekten Listen, 0 bei fehlender Zuordnung
Variantenfehler erkannt, gesperrt und nachvollziehbar geklärt 5 Punkte 1–4 bei fehlendem Zwischenschritt, 0 bei ungeprüft akzeptiertem V1
Positions-, Mengen- und Statusnachweis 4 Punkte 1–3 bei unvollständiger Tabelle, 0 ohne Nachweis
Rechenwege, Parallelannahme und Störungsgrenze 4 Punkte 1–3 bei teilrichtigen Ergebnissen, 0 ohne korrekten Ansatz
Drei Prüftore und zuständige Freigabe getrennt 3 Punkte 1–2 bei teilweise richtiger Trennung, 0 bei Gleichsetzung

Redaktioneller Bewertungsmaßstab: 18–20 Punkte sehr sicher, 15–17 sicher, 11–14 Nacharbeit empfohlen, bis 10 Wiederholung notwendig. Dies ist keine offizielle Prüfungsordnung.



Interaktive Aufgaben


Multiple-Choice-Quiz

Was bedeutet Auftragskonsolidierung? (Zusammenführen der richtigen Teilpositionen eines Auftrags) (!Vermischen aller offenen Aufträge) (!Automatisches Versenden einzelner Entnahmen) (!Zählen allein der Palettenartikel)




Wofür wird das SKL im Lehrmodell genutzt? (Bereitstellung kleiner Artikel in Behältern) (!Als fester Versandparkplatz) (!Nur zum Lagern von Dokumenten) (!Als Ersatz für eine Artikelprüfung)




Was verbindet die getrennten Teilentnahmen eindeutig? (Die gemeinsame Auftrags-ID) (!Die gleiche Behälterfarbe) (!Ein identischer Schichtbeginn) (!Die unverbindliche Artikelskizze)




Was geschieht bei SE-024-V1 anstelle von SE-024-V2? (Nicht bestätigen und die Abweichung klären) (!Als gleiches Ersatzteil buchen) (!Die Variantenkennung löschen) (!Den Versand ohne weitere Prüfung freigeben)




Was weist eine Entnahmebestätigung nach? (Eine einzeln erfasste Position) (!Die Vollständigkeit aller Positionen) (!Die Versandfreigabe durch eine Fachrolle) (!Den Eingang der Bezahlung)




Was ist bei Multi-Order-Verfahren besonders nötig? (Trennung und eindeutige Zuordnung der Aufträge) (!Vermischung aller Auftragsbehälter) (!Verzicht auf Sollmengen) (!Automatisch gleiche Versandanschriften)




Vier von fünf korrekten Positionen bedeuten was? (Der Auftrag ist noch unvollständig) (!Alle Positionen gelten als vollständig) (!Der Versand ist zwangsläufig freigegeben) (!Die letzte Position darf ignoriert werden)




Was folgt nach dem Nachweis vollständiger Kommissionierung? (Eine getrennte autorisierte Versandentscheidung) (!Ungeprüftes Löschen des Auftrags) (!Das Ignorieren des Variantenprotokolls) (!Die Umbenennung der Positionen)




Wie lange dauert das störungsfreie Parallelmodell? (21,5 Minuten) (!32,5 Minuten) (!11 Minuten) (!43 Minuten)




Was ist über die angekündigte Erweiterung aus der Meldung von Januar 2026 sicher? (Sie wurde angekündigt und ein Termin wurde geplant) (!Eine vollständige Endabnahme ist damit bewiesen) (!Ihre Inbetriebnahme war bereits 2020 abgeschlossen) (!Die im Kurs verwendeten Artikelnummern stammen daraus)





Memory

Ordne sechs unverwechselbare Begriffe den passenden Erläuterungen zu.

Warehouse Management System Software für Lager- und Auftragsprozesse
Auftragskennung Eindeutige Verbindung aller Teilpositionen
Entnahmebestätigung Beleg für die erfasste Einzelposition
Auftragskonsolidierung Zusammenführung der Teilströme
Variantenprüfung Vergleich der genauen Ausführungskennung
Versandfreigabe Gesonderter berechtigter Prozessabschluss





Drag-and-Drop

Ordne die fünf zusammengehörigen Prüfschritte zu.

Gesuchter Fachbegriff Zugehöriger Prüfgegenstand
Artikelidentität Exakter Code von Soll und Ist
Mengenabgleich Verlangte Menge und geprüfte Iststücke
Auftragszuordnung Kennzeichnung am übergebenen Behälter
Vollständigkeitskontrolle Alle erwarteten Auftragspositionen
Freigabeentscheidung Zuständige Rolle und dokumentierter Abschluss





Kreuzworträtsel

Finde die sechs Fachwörter.

Konsolidierung Wie heißt das Zusammenführen der Teilströme eines Auftrags?
Shuttle Welche fahrende Einheit bringt Behälter aus einem automatischen Kleinteilelager?
Lagerfach Wie heißt ein einzelner abgegrenzter Lagerplatz?
Fehlmenge Was liegt vor, wenn bestellte richtige Stücke fehlen?
Freigabe Welcher separate dokumentierte Erlaubnisschritt kommt vor dem Versand?
Barcode Wie heißt die maschinenlesbare Strichkennzeichnung?





LearningApps

Eine externe Suchseite für ergänzende thematisch passende Übungen; es wird keine erfundene App-ID eingebunden.


Lückentext

Ergänze den passenden Fachbegriff aus dem Kurs.
Die auftragsbezogene Zusammenstellung von Artikeln heißt

.
Zwei Teilströme werden bei der

zusammengeführt.
Die betriebliche Software für Lagerprozesse heißt

.
Die gemeinsame Kennung zweier Übergaben ist ihre

.
Ein Nachweis über eine Einzelposition ist die

.
Eine ähnliche, aber falsche Ausführung ist eine falsche

.
Wenn korrekte Sollstücke fehlen, liegt eine

vor.
Vor der Versanderlaubnis ist die

durchzuführen.
Ein ungeklärter Identitätsfehler führt zu einer

.
Die eigenständige Versandentscheidung heißt

.




Offene Aufgaben

Bearbeite jede Aufgabe ohne reale Maschinenbedienung. Die Lösungsskizzen sind Vergleichsangebote.


Leicht

  1. Lagerbereiche: Zeichne die zwei Lagerbereiche und eine gemeinsame Konsolidierungsstation mit Pfeilen.

Musterlösung L1: HRL und SKL führen getrennt und mit derselben Auftrags-ID zu K-17; der Datenfluss ist zusätzlich gekennzeichnet.

  1. Fachbegriffe: Erkläre WMS, Teilentnahme, Konsolidierung und Freigabe in jeweils einem Satz.

Musterlösung L2: WMS verwaltet Prozesse; Teilentnahme erfasst eine Position; Konsolidierung vereint Teilströme; Freigabe ist eine eigene berechtigte Entscheidung.

  1. Prozessreihenfolge: Ordne Entnahmebestätigung, Vollständigkeitsprüfung und Versandfreigabe zeitlich ein.

Musterlösung L3: Erst die einzelnen Entnahmen, dann die Gesamtkontrolle, anschließend der eigenständige Versandentscheid.

  1. Artikelvarianten: Begründe, warum SE-024-V1 nicht als SE-024-V2 kommissioniert werden darf.

Musterlösung L4: Der exakte Variantencode widerspricht dem Auftrag. Ohne fachliche Klärung ist die Entnahme nicht korrekt.


Standard

  1. Kommissionierliste: Erstelle die zwei separaten Teilaufträge für E-2608-17 mit Mengen und Identitätskennungen.

Musterlösung S1: SKL P01 2, P02 4, P05 1 V2; HRL P03 1 R und P04 2; beide mit derselben Auftragsnummer.

  1. Ablaufplanung: Berechne den Zeitunterschied zwischen serieller und paralleler Bearbeitung.

Musterlösung S2: 32,5 minus 21,5 = 11 Minuten; parallel benötigt unabhängige Teilprozesse und eine gemeinsame Schlussprüfung.

  1. Soll-Ist-Rechnung: Errechne die korrekte Vollständigkeit vor der Sensor-Klärung.

Musterlösung S3: Positionen 4/5 = 80 Prozent; Stücke 9/10 = 90 Prozent; falsche V1 zählt nicht als richtige V2.

  1. Abweichungsbericht: Formuliere einen kurzen Prüfvermerk zur Sensorverwechslung.

Musterlösung S4: Auftrag E-2608-17 P05, Soll SE-024-V2, gefunden V1, Entnahme verweigert, gesperrt, fiktive Fachrolle zur Klärung informiert.


Schwer

  1. Rollenspiel: Simuliere in vier Rollen die beiden Lagerströme, Zusammenführung und unabhängig prüfende Stelle.

Musterlösung H1: Zwei Teilentnahmelisten, eindeutige Übergabebelege, fünf Soll/Ist-Prüfungen und eine separat dokumentierte Versandentscheidung.

  1. Risikoanalyse: Bewerte drei typische Fehler mit einer selbst gewählten Skala von eins bis fünf und schlage Kontrollen vor.

Musterlösung H2: Beispiel Variantenverwechslung: Eintritt 3, Auswirkung 5, Entdeckung 3, Risikoprodukt 45; Gegenmaßnahme exakter Identitätsabgleich und Sperrprozess. Alle Zahlen sind reine Lernwerte.

  1. Ereignisprotokoll: Entwerfe eine Datenschutz sparsame digitale Nachweistabelle für jede Entnahme.

Musterlösung H3: Ereignis-ID, Uhrzeit, Auftrag, Position, Sollkennung, Istkennung, Einheit, Menge, Quelle, Status und dokumentierte fachliche Klärung; keine Personennamen nötig.

  1. Lernvideo: Erstelle ein selbst gezeichnetes einminütiges Erklärvideo oder eine Bildfolge zur fehlersicheren Konsolidierung.

Musterlösung H4: Szenen für Auftrag, Zonenaufteilung, Prüfscan, Variantenabweichung, Sammelplatz, Gesamtabgleich und eigenständigen Freigabeschritt; nur eigene Illustrationen verwenden.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Auftragsidentität: Zwei korrekte Behälter tragen unterschiedliche Auftrags-IDs. Darfst du sie vereinen? Lösung: Nein; eindeutige Zuordnung und Klärung sind zuerst nötig.
  2. Modellkritik: Warum ist die errechnete Parallelzeit keine verbindliche reale Lieferzusage? Lösung: Lehrwerte berücksichtigen keine unbekannten Störungen, Wartezeiten und betrieblichen Sicherheitsregeln.
  3. Vollständigkeitsgrad: Ein Auftrag hat sechs Positionen, eine ist noch offen. Berechne die Positionsvollständigkeit. Lösung: 5/6 × 100 = 83,3 Prozent und der Auftrag bleibt unvollständig.
  4. Entnahmestatus: Vier Entnahmen sind quittiert, eine nicht. Was darfst du behaupten? Lösung: Vier Positionen wurden erfasst, eine vollständige Auftragsbearbeitung ist nicht belegt.
  5. Prüftechnologie: Welche Grenze besitzt die automatische Codeprüfung? Lösung: Sie ersetzt keine korrekten Stammdaten und keine erforderliche Qualitäts- oder Freigabeentscheidung.
  6. Dispositionsmeldung: Alle Stücke sind korrekt, die Versandfreigabe fehlt. Formuliere einen Status. Lösung: „Vollständigkeit geprüft, Versandfreigabe ausstehend“; Versand nicht als erfolgt melden.


Lernnachweis

Wissensnachweis: Du erklärst HRL, Shuttle-Lager, WMS, Auftrags- und Variantenkennung, Teilentnahme, Konsolidierung und die drei Prüftore. Du unterscheidest Herstellerangaben von synthetischen Übungsdaten.

Fertigkeitsnachweis: Du teilst einen Auftrag in Lagerzonen auf, dokumentierst fünf Positionen, erkennst eine falsche Sensorvariante, führst einen vollständigen Soll-/Ist-Abgleich durch und berechnest Zeit- und Vollständigkeitskennzahlen mit Rechenweg.

Lernprodukte: Eigene Materialfluss-Skizze, zwei Teilkommissionierlisten, dokumentierter Abweichungsbericht, Konsolidierungstabelle, Zeitrechnung, abschließendes fiktives Prüf- und Freigabeblatt sowie ein Reflexionsbeitrag. Nutze keine tatsächlichen Betriebsgeheimnisse oder personenbezogenen Ausbildungsdaten.

Transfer: Du begründest, warum gleiche Mengen bei falscher Variante nicht ausreichen und warum vollständige Ware ohne dokumentierte berechtigte Entscheidung noch nicht versandt werden darf. Modellfall-Bewertung nach dem 20-Punkte-Raster; der Maßstab ist eine pädagogische Empfehlung.


OER und Wikipedia

Primärquellen für den realen Kontext (Quellenstand 13.08.2026):

  1. Jungheinrich, 13.10.2020 – HRL, Shuttle, Fördertechnik, WMS und Multi-Order.
  2. Jungheinrich, 08.01.2026 – angekündigte Erweiterung und Planung.
  3. Jungheinrich, 13.08.2026 – KI-unterstützte operative WMS-Abläufe.
  4. Liebherr – Smart Factory, Magazin 02/2025.

Frei zugängliche Grundlagen: Kommissionierung, Lagerverwaltungssystem, Hochregallager und Bildsammlung auf Wikimedia Commons. Die einzelnen Rechtehinweise der Ressourcen sind zu beachten.


Medien- und Lizenzverzeichnis

Die vier Bilddateien wurden über ihre einzelnen Commons-Dateiseiten einschließlich Urheber- und Lizenzvermerk geprüft. Alle illustrieren andere Anlagen; sie sind kein Beleg für die konkrete Ausführung in Ehingen. Bilddateien wurden nicht verändert.

Originaldatei Belegseite Angegebener Urheber Nachgewiesene Lizenz
File:Automatisches Kleinteilelager.jpg Commons Andreas Praefcke CC BY 3.0
File:Picking.jpg Commons Ingenieria-logistica CC BY-SA 4.0
File:KLT MultiShuttle.jpg Commons Fraunhofer IML, Dortmund CC BY-SA 3.0 DE
File:Automated Storage Shuttle.jpg Commons moffett automated storage CC BY-SA 4.0

Videos: Verifizierte Veröffentlichungen des offiziellen Jungheinrich-AG-Kanals. Die hier verwendete YouTube-Einbettung ist keine Behauptung einer CC- oder OER-Lizenz; Rechte verbleiben beim Rechteinhaber, Nutzung nach Plattformbedingungen.

Exakte Video-URL Titel / Quellenbeleg Kanal und Datum Rechtehinweis
https://www.youtube.com/watch?v=KReQIAqa_Wk Jungheinrich automatisiert Ersatzteilversorgung von Liebherr Jungheinrich AG, 28.07.2025 YouTube-Nutzungsbedingungen, keine offene Lizenz behauptet
https://www.youtube.com/watch?v=RFT1QzQq45A Jungheinrich und Liebherr setzen auf KI in der Ersatzteillogistik Jungheinrich AG, 04.08.2025 YouTube-Nutzungsbedingungen, keine offene Lizenz behauptet

Eigene didaktische Medien: Schema A zum Doppelstrom, Schema B zur Teilauftragsverteilung, Schema C zur Statuslogik, Entscheidungstabelle, Rechentabelle, kompletter Modellfall und Bewertungsraster sind selbst formulierte Lehrmodelle, keine abgebildeten realen Herstelleroberflächen.


Verknüpfte Lernbereiche

Die Berufszuordnung zum zweiten Ausbildungsjahr und die verknüpften Lernfelder sind redaktionelle Empfehlungen; die tatsächliche Ausbildungsfolge ist mit Ausbildungsbetrieb und Berufsschule abzustimmen.


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