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Angebote prüfen und Aufträge bearbeiten - Fachkraft für Lagerlogistik - 3. Ausbildungsjahr

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Angebote prüfen und Aufträge bearbeiten - Fachkraft für Lagerlogistik - 3. Ausbildungsjahr

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Einleitung

Du übernimmst im dritten Ausbildungsjahr Verantwortung für einen vollständigen logistischen Geschäftsprozess: Kundenauftrag verstehen, Bedarf und Angebote prüfen, Lieferantenentscheidung begründen, Materialfluss planen, Güter kontrollieren und den Versand sauber dokumentieren. Du arbeitest mit fiktiven Daten; echte Kunden-, Unternehmens- oder Schülerdaten sind für diesen Kurs ausdrücklich nicht erforderlich.

Dein Lernziel: Du kannst einen berufstypischen Auftrag selbstständig analysieren, planen, fachlich und wirtschaftlich begründet bearbeiten, Prüfergebnisse festhalten und aus Fehlern Verbesserungsmaßnahmen ableiten. Wirtschaftlichkeit, Lieferfähigkeit, Arbeitsschutz, Umweltschutz und Datenschutz müssen gleichzeitig berücksichtigt werden.

Der Kurs orientiert sich am aktuellen BIBB-Berufsprofil und an Anlage 2 der geltenden Ausbildungsordnung. Dort gehören insbesondere Arbeitsorganisation, betriebliche Informationssysteme, logistische Prozesse, Annahme, Kommissionierung und Versand zum Beruf. Die bundesrechtliche Verordnung datiert von 2004; ihr aktueller amtlicher Online-Text ist die maßgebliche Grundlage, nicht ungeprüfte ältere Schulunterlagen. Beachte daneben den betrieblichen Ausbildungsplan, den Lehrplan deines Bundeslandes und die Vorgaben der zuständigen Industrie- und Handelskammer. Dieser Lernkurs ist keine amtliche Prüfung oder Prüfungszulassung.

Materialfluss im Palettenregallager: Wege, Stellplätze, Sicherheit und Informationsfluss beeinflussen jeden Auftrag.


Anfragen, Angebote und Auftragsunterlagen systematisch prüfen


Auftragseingang und Schnittstellen

Eine Anfrage beschreibt einen möglichen Bedarf; ein Angebot nennt Leistungen und Bedingungen; eine Bestellung beauftragt unter den vereinbarten Voraussetzungen eine Leistung. Beim Kundenauftrag prüfst du, ob dein Betrieb die angefragte Ware in der verlangten Qualität, Menge und Frist bereitstellen kann. Prüfe zunächst die Artikelnummer, Maßeinheit, Qualität oder Ausführung, Menge, Termin, Lieferort, gewünschte Verpackung, Sondervorgaben und Freigabeberechtigung. Widersprüche klärst du mit Vertrieb oder Disposition, statt sie stillschweigend anzunehmen.

Beispiel: Ein Auftrag lautet „150 Transportboxen TB-40, Anlieferung Donnerstag bis 15 Uhr“. Im Lagerverwaltungssystem stehen zwar 45 Stück, doch fünf sind für einen anderen Auftrag reserviert und vier wegen Schäden gesperrt. Verfügbar sind daher nur 45 − 5 − 4 = 36 Stück. Die Differenz zur Kundenmenge beträgt 150 − 36 = 114 Stück. Reservierungen und Sperrbestände dürfen nicht wie lieferbare Ware behandelt werden.


Angebote formal und sachlich vergleichen

Prüfe, ob ein Angebot zur Anfrage passt: identischer Artikel, benötigte Menge, Qualitäts- und Verpackungsanforderungen, Lieferzusage, Angebotsfrist und Zahlungsbedingungen. Vergleiche erst danach Preise. Begriffe: Mengenrabatt ist ein vereinbarter Nachlass auf den Listenpreis; Skonto ist ein nur bei Erfüllung der Zahlungsbedingungen möglicher Abzug; Bezugskosten sind beispielsweise Frachten bis zum vereinbarten Empfangsort. Der Bezugspreis berücksichtigt im vereinfachten Modell Warenpreis nach Nachlässen plus vereinbarte Bezugskosten. In der Praxis muss die Berechnungsbasis aus den tatsächlichen Vertragsbedingungen hervorgehen.

Achte auf eine vergleichbare Nettobasis ohne Umsatzsteuer, wenn du Nettopreise bewertest. Setze optionale Skonti nicht ungeprüft als sichere Ersparnis an. Ein formal unvollständiges oder nicht terminfähiges Angebot braucht Klärung; der niedrigste Preis allein entscheidet nicht. Ebenso sind Lieferfähigkeit, Reklamationsabwicklung, Wiederverwendbarkeit von Verpackungen und erforderliche Nachweise wichtig.


Wirtschaftlichkeitsrechnung und begründete Lieferantenauswahl


Kalkulationsweg mit nachvollziehbaren Zwischenschritten

Für eine vereinfachte Beschaffungsrechnung ohne Steuern verwendest du: Listeneinkaufspreis = Menge × Listenstückpreis; danach minus Rabatt = Zieleinkaufspreis; bei erfüllter Skontobedingung minus Skonto = Bareinkaufspreis; anschließend plus vereinbarte Bezugskosten = Bezugspreis. Rundungsabweichungen von einem Cent sind möglich, wenn erst beim Endergebnis gerundet wird. Dokumentiere die gewählte Rundungsregel.

Fachvideo auf Deutsch: Bezugskalkulation und Angebotsvergleich von „x gleich 5 – Lernvideos Wirtschaftsschule Bayern“; verwende es zur Kontrolle des Rechenwegs.


Durchgerechneter beruflicher Praxisfall: Musterauftrag LL-301

Ausgangslage (vollständig erfunden): Das Übungslager „LernLog“ plant am Montag um 09:00 Uhr einen Kundenauftrag über 150 Transportboxen TB-40. Die Ware muss am Donnerstag bis 15:00 Uhr versandbereit sein. Frei verfügbar sind 36 Stück. Für einen nachgelagerten Mindestpuffer von sechs Stück beschaffst du 120 Stück: 150 − 36 + 6 = 120. Eine Box wiegt 8 kg, misst außen 40 × 30 × 20 cm und darf laut fiktivem, für die Übung angenommenem Herstellerhinweis maximal fünf Lagen hoch gestapelt werden. Es handelt sich ausdrücklich nicht um eine reale Herstellerfreigabe.

Drei Angebote für jeweils 120 identische Stück, netto und als Übungsdaten:

Kriterium Angebot A Angebot B Angebot C
Listenpreis je Stück 18,00 € 18,60 € 17,80 €
Rabatt 8 % 5 % 7 %
Skonto bei fristgerechter Zahlung 2 % 3 % 1 %
Zusätzliche Fracht für den Gesamtauftrag 90,00 € 30,00 € 60,00 €
Zugesagte Lieferzeit ab Montag 5 Arbeitstage 2 Arbeitstage 7 Arbeitstage

Rechnung A: 120 × 18,00 € = 2.160,00 €; 8 % Rabatt = 172,80 €; Zieleinkaufspreis = 1.987,20 €; 2 % Skonto = 39,744 €; Bareinkaufspreis = 1.947,456 €; plus 90,00 € Fracht = 2.037,46 €.

Rechnung B: 120 × 18,60 € = 2.232,00 €; 5 % Rabatt = 111,60 €; Zieleinkaufspreis = 2.120,40 €; 3 % Skonto = 63,612 €; Bareinkaufspreis = 2.056,788 €; plus 30,00 € Fracht = 2.086,79 €.

Rechnung C: 120 × 17,80 € = 2.136,00 €; 7 % Rabatt = 149,52 €; Zieleinkaufspreis = 1.986,48 €; 1 % Skonto = 19,8648 €; Bareinkaufspreis = 1.966,6152 €; plus 60,00 € Fracht = 2.026,62 €.

Entscheidung: Im Übungsfall wählst du B nur nach verbindlicher Klärung und Bestätigung des konkreten Anliefertermins, weil allein die angebotenen zwei Arbeitstage rechtzeitig vor dem Donnerstagstermin liegen. B kostet gegenüber C rund 60,17 € mehr und gegenüber A rund 49,33 € mehr; das ist zu dokumentieren und gegen das Risiko einer Terminüberschreitung abzuwägen. Die günstigste rechnerische Alternative C ist nicht fristgerecht. Kann B keinen belastbaren Termin bestätigen, muss die Disposition eskalieren und einen neuen Plan mit dem Kunden abstimmen. Wichtig: Der kalkulierte B-Preis gilt nur bei tatsächlich zulässiger Skontonutzung. Ohne Skonto läge B bei 2.120,40 € + 30,00 € = 2.150,40 €. Keine Beschaffung ohne die im Betrieb vorgesehene Freigabe.


Typische Rechen- und Entscheidungsfehler

Ein Fehler ist, Rabatt und Skonto beide vom Listenpreis abzuziehen; tatsächlich wird im Übungsmodell Skonto auf den bereits rabattierten Warenwert berechnet. Weitere Fehler: die Fracht je Auftrag irrtümlich je Stück ansetzen, Netto- und Bruttopreise mischen, Zahlungsfristen übersehen, ein nicht lieferfähiges Billigangebot wählen und eine Terminzusage ohne Bestätigung als gesichert betrachten. Prüfe jede Rechnung unabhängig mit einer Tabellenkalkulation und einer Überschlagsrechnung.


Arbeitsauftrag planen, Bestand disponieren und Arbeit sicher organisieren


Arbeitsplan mit Terminen, Zuständigkeiten und Kontrollpunkten

Zeitpunkt Arbeitsschritt Prüfergebnis und Zuständigkeit
Montag 09:00–10:00 Auftrag und WMS-Bestand prüfen Disposition: 36 frei, 114 Fehlmenge, sechs Puffer geplant
Montag 10:00–11:00 Drei Angebote vollständig kalkulieren Einkauf: A 2.037,46 €, B 2.086,79 €, C 2.026,62 €, Risiken dokumentiert
Montag bis 12:00 B-Liefertermin schriftlich klären und Bestellung freigeben lassen Autorisierte Beschaffungsstelle: Bestellnummer, 120 Stück, erwarteter Termin
Mittwoch bis 12:00 Wareneingang und Belege kontrollieren Zuständige, unterwiesene Fachkräfte: Artikel, Menge, Zustand, Schäden, Systembuchung
Mittwoch 13:00–15:00 Freigegebene Ware einlagern oder bereitstellen Lager: 120 verwertbare neue Stück, nun 156 frei verfügbar
Donnerstag 08:00–10:00 150 Stück auftragsbezogen kommissionieren Kommissionierung: Artikelidentität, Entnahmemenge und Bestand bestätigen
Donnerstag 10:00–12:00 Ladeeinheiten bilden, Kennzeichnen und Packstückkontrolle Versand: fünf geplante Paletten, Packliste und Kontrollvermerk
Donnerstag 12:00–14:00 Versandbeleg, Übergabe und Rückmeldung Versand/Disposition: 150 Stück geprüft, sechs Stück Restpuffer

Prüfpunkt: 36 + 120 = 156 verfügbare Stück nach ordnungsgemäßem Wareneingang. Nach Entnahme von 150 verbleiben sechs Stück. Stimmen physischer Bestand, WMS und Belege nicht überein, ist die Freigabe zu stoppen und die Differenz aufzuklären.


Arbeitsschutz und Verantwortung

Für das reale Lager gelten Gefährdungsbeurteilung, Einweisung, Verkehrswege und Betriebsanweisungen. Halte Fußgänger- und Flurförderzeugwege getrennt, Fluchtwege frei und beschädigte Ladungsträger aus dem regulären Gebrauch. Einsatz und Bedienung von Gabelstaplern, Regaltechnik oder anderen gefährlichen Arbeitsmitteln erfolgen ausschließlich durch befugte, qualifizierte und beauftragte Personen nach betrieblichen Regeln; Auszubildende handeln dabei nur im jeweils zulässigen, beaufsichtigten Rahmen. Maßgeblich sind § 5 ArbSchG, § 12 BetrSichV, DGUV Information 208-061 sowie aktuelle Herstellerangaben und betriebliche Prüfungen. Ein Bild ist keine Bedienungsanleitung.

Sichere Lernalternative: Plane und kontrolliere Ladeeinheiten auf Papier, mit Kartonmodellen oder einer WMS-Simulation. Führe keine echte Staplerfahrt, Regalbesteigung oder Beladung ohne erforderliche Befugnis, Unterweisung und Aufsicht durch.

Ladungsträger im Vergleich: Kennzeichnung, Zustand und Tauschfähigkeit sind vor realer Nutzung betrieblich zu prüfen.


Kommissionieren, Warenausgang und Qualität sichern


Informationsfluss, Warenfluss und digitale Rückmeldungen

Die Kommissionierung stellt bestellte Teilmengen anhand eines Auftrags zusammen. Beim Person-zur-Ware-Prinzip geht die Fachkraft zum Artikel; beim Ware-zur-Person-Prinzip kommt die Ware zu einem Entnahmeplatz. Eine Kommissionierliste enthält insbesondere Artikelnummer, Ort, Sollmenge und Auftragsbezug. Mit einem Scanner beziehungsweise mobiler Datenerfassung werden Lagerplatz, Artikel und Menge abgeglichen. Die digitale Rückmeldung muss zum tatsächlich geprüften Materialfluss passen; eine bloße Scanbuchung beweist allein noch nicht die physische Richtigkeit.

Mobile Datenerfassung: Scans unterstützen die Identitäts- und Mengenprüfung, ersetzen jedoch nicht die Sichtkontrolle.

Deutschsprachiges Fachvideo „Kommissionieren einfach erklärt“ von LagerLernen; vergleiche serielle und parallele Verfahren.


Verpackungsplanung und durchgerechnete Ladeeinheiten

Im Übungsfall soll auf einer fiktiv freigegebenen EPAL-Europalette mit 1.200 × 800 mm Grundmaß gearbeitet werden. Der Hersteller EPAL nennt für die reale Palette Grundmaße, Eigengewicht und Tragfähigkeit; für jedes reale Packstück sind zusätzlich Güter-, Transport- und Standsicherheitsgrenzen zu prüfen.

Die Boxengrundfläche beträgt 400 × 300 mm. An der 1.200-mm-Seite passen drei Boxen à 400 mm; an der 800-mm-Seite zwei Boxen à 300 mm: 3 × 2 = sechs Boxen je Lage. Laut ausdrücklicher, nur für die Übung angenommener Freigabe sind maximal fünf Lagen möglich: 6 × 5 = 30 Boxen je Palette. Für 150 Boxen planst du 150 ÷ 30 = fünf Paletten. Höhe des Gutes: 5 × 200 mm = 1.000 mm; mit der 144 mm hohen Palette rechnerisch 1.144 mm. Gewicht der Boxen je Palette: 30 × 8 kg = 240 kg; zuzüglich des von EPAL mit etwa 25 kg angegebenen Palettengewichts näherungsweise 265 kg brutto je Palette und 1.325 kg für fünf Paletten. Diese Übungsrechnung ist keine reale Last- oder Stapelfreigabe. Überstände, Schwerpunkt, Boden-/Regallasten, Packmittel, Verschluss und Ladungssicherung müssen gesondert fachlich beurteilt werden.

Qualitätskontrolle: Wareneingang und Warenausgang werden getrennt geprüft. Wareneingang: Lieferung und Papiere, Anzahl, richtige Artikel, sichtbare Schäden, gegebenenfalls Charge und Sperrkennzeichen. Warenausgang: 150 tatsächlich richtige Stück, fünf geeignete Ladeeinheiten nur bei entsprechender Freigabe, Kennzeichnung, Packliste, Lieferschein und dokumentierte Übergabe. Fehler wie Vertauschen ähnlich aussehender Boxen, Fehlscans und ungebuchte Teillentnahmen sind nachvollziehbar zu protokollieren. Bei Mängeln nicht unkontrolliert umbuchen, sondern die zuständige Stelle einschalten.


Dokumentieren, nachhaltig verbessern und Datenschutz sichern


Nachweise und Abweichungsmanagement

Ein Prüfprotokoll enthält Vorgangsnummer, Datum, Soll und Ist, geprüfte Artikelidentität, Abweichung, Sicherungsmaßnahme, Meldung und Freigabe durch zuständige Personen. Ein Lieferschein begleitet die Lieferung; eine Packliste konkretisiert Packstücke; eine Bestandsbuchung bildet die Mengenbewegung ab. Der Auftrag ist erst fachlich abgeschlossen, wenn tatsächlicher Versand, Dokumente, WMS-Rückmeldung und der freigegebene Kundenstatus zusammenpassen.

Fiktive Abschlussmeldung zu LL-301: „120 TB-40 fristgerecht angeliefert und ohne festgestellte Abweichung freigegeben; Bestand vor Entnahme 156; 150 kontrolliert kommissioniert; fünf Ladeeinheiten nach Übungsannahmen rechnerisch geplant; sechs verfügbare Stück verblieben. Versandbelege mit anonymem Vorgang LL-301 abgeglichen.“ Verwechsle dieses Muster nicht mit einer echten Versandbestätigung; reale Ladungssicherung und Freigaben bleiben zuständigen Fachkräften vorbehalten.

Störfallvariante: Von den 120 angelieferten Boxen sind zwei beschädigt. Dann werden nur 118 freigegeben; 36 + 118 = 154; nach 150 Stück bleiben lediglich vier statt sechs Pufferstücke. Dokumentiere die Sperrung, veranlasse Nachlieferung für zwei Pufferstücke und kläre, ob ein Versand von 150 unbeschädigten Stücken betrieblich freigegeben werden kann. Eine fehlende Stückzahl darf nicht durch eine falsche Buchung kaschiert werden.


Nachhaltigkeit, Vertraulichkeit und Verbesserung

Wähle eine transportgerechte und möglichst materialsparende Verpackung; prüfe Mehrwegoptionen, Sammelsendungen und sinnvoll kombinierte Touren. Weniger Verpackung darf den Warenschutz nicht gefährden. Das Umweltbundesamt erläutert Mehrweg, Verpackungsreduktion und geeignete Kreisläufe. Das System sollte unnötige Transporte und Fehlkommissionierungen sichtbar machen, statt nur einen niedrigen Einkaufspreis zu optimieren.

Kundendaten unterliegen Zweckbindung und Datenminimierung nach Art. 5 DSGVO. Verwende rollenbasierte Zugriffe, sichere betriebliche Ablage, keine privaten Messengerdienste für Kundenlisten und keine Veröffentlichung realer Aufträge im Unterricht. Für diesen Kurs nutzt du ausschließlich Pseudofirmen und fiktive Belegnummern. Diskutiere in einer Verbesserungsschleife: Welche Fehlerursache war messbar, welche Maßnahme hilft, woran erkennst du die Wirksamkeit?

Automatisierte Lagerbewegung: digitaler Auftrag, Bestandsinformation und physische Bewegung müssen übereinstimmen.


Interaktive Aufgaben


Multiple-Choice-Wissenstest

Wähle zu jeder Frage genau eine fachlich passende Antwort. Die Rückmeldung des Quizsystems hilft dir bei der Korrektur; die Lösungen werden im Lesetext nicht als Liste vorweggenommen.

Welche Information muss vor der Freigabe eines Kundenauftrags zuerst eindeutig sein? (Artikelidentität, geforderte Menge und Liefertermin) (!Nur der Vorname des Ansprechpartners) (!Nur die Farbe des Lagerbodens) (!Nur die Höhe des letzten Wareneingangs)




Welche Rechnung liefert den frei verfügbaren Bestand? (Physischer Bestand minus Reservierungen minus Sperrbestand) (!Physischer Bestand plus Sperrbestand) (!Kundenwunsch minus Bezugskosten) (!Lagerfläche geteilt durch Versandkartons)




Worauf bezieht sich der Liefererskonto im vereinfachten Praxisfall? (Auf den rabattierten Warenwert gemäß vereinbarter Zahlungsbedingung) (!Auf die Anzahl der belegten Lagerplätze) (!Immer auf alle Frachtkosten unabhängig vom Angebot) (!Nur auf die unverbindliche Lieferzeit)




Welches Angebot eignet sich bei einem verbindlichen Liefertermin am besten? (Ein rechtzeitig lieferbares und fachlich geeignetes Angebot nach dokumentierter Gesamtabwägung) (!Immer das Angebot mit dem niedrigsten Stücklistenpreis) (!Immer das Angebot mit der längsten Lieferzeit) (!Immer das Angebot ohne schriftliche Bedingungen)




Was geschieht mit einer erkennbar beschädigten Anlieferung? (Abweichung dokumentieren, Ware sichern und die zuständige Stelle informieren) (!Die Ware ungeprüft als einwandfrei buchen) (!Die Beschädigung im System verbergen) (!Die Ware ohne Freigabe an Kunden versenden)




Welche Angabe gehört auf eine Kommissionierliste? (Artikelnummer, Entnahmemenge und Lagerort) (!Persönliches Passwort der Lagerleitung) (!Geheimer Zugangscode des Kundensystems) (!Privatadresse der kommissionierenden Person)




Welche Kontrolle senkt Verwechslungen bei der Entnahme besonders? (Abgleich von Artikelcode, Lagerplatz und Sollmenge mit Rückmeldung) (!Zufälliges Mischen ähnlicher Artikel) (!Verzicht auf jede Mengenprüfung) (!Buchung vor der physischen Entnahme ohne Abgleich)




Was ist vor dem Stapeln einer Ladeeinheit entscheidend? (Zulässige Lasten, Standfestigkeit und die freigegebene Stapelbarkeit) (!Allein die Farbe der Palette) (!Ausschließlich die Transportentfernung) (!Nur der Preis des Packbandes)




Welche Maßnahme entspricht dem Grundsatz der Datenminimierung? (Nur für die Abwicklung erforderliche Kundendaten zweckgebunden anzeigen) (!Kundenlisten öffentlich als Übungsbeleg veröffentlichen) (!Gesamte Kundendatenbank in eine Lerngruppe kopieren) (!Private Zugangsdaten auf dem Lieferschein drucken)




Welcher Nachweis macht einen Auftrag nachvollziehbar abgeschlossen? (Abgestimmte Mengenprüfung, dokumentierte Abweichungen und Versandbelege) (!Eine unbelegte mündliche Vermutung) (!Nur die ungeprüfte Ursprungskalkulation) (!Ein fehlender Scan ohne Begründung)





Memory

Ordne jeden Fachbegriff seiner spezifischen Bedeutung zu. Nutze das Spiel anschließend zur Wiederholung.

Fehlmenge Fehlende Anzahl zwischen geprüftem Bedarf und tatsächlich verfügbarem Bestand
Bezugspreis Nach dem Kalkulationsmodell ermittelter Einstandswert einschließlich vereinbarter Bezugskosten
Lieferavis Vorabinformation über eine erwartete Sendung
Vieraugenkontrolle Unabhängige zusätzliche Prüfung durch eine zweite befugte Person
Bestandsreservierung Für einen konkreten anderen Vorgang verbindlich vorgemerkte Ware
Chargenrückverfolgung Nachvollziehbare Zuordnung von Waren zu einer gemeinsamen Produktionspartie





Drag-and-drop

Ordne jeder betrieblichen Prüfhandlung ihre fachlich passende Beschreibung zu.

Ordne die Prüfhandlung zu Richtige Beschreibung
Angebotsprüfung Artikel, Menge, Liefertermin und Vertragsbedingungen abgleichen
Bedarfsdisposition Fehlmenge mit Reservierungen und Sperrbeständen ermitteln
Wareneingangskontrolle Angelieferte Güter und Papiere nach Menge und Zustand prüfen
Kommissionierkontrolle Entnommene Artikel und Mengen mit dem Kundenauftrag abgleichen
Versandfreigabe Packstücke und Dokumente prüfen sowie berechtigte Übergabe bestätigen





Kreuzworträtsel

Löse die sechs Hinweise mit je einem passenden Fachwort.

Rabatt Vertraglich vereinbarter Preisnachlass auf den Listenpreis
Skonto Möglicher Nachlass bei Erfüllung der vereinbarten Zahlungsfrist
Lieferschein Begleitbeleg mit Angaben zur gelieferten Ware
Sperrbestand Nicht zur normalen Entnahme freigegebene Lagermenge
Wareneingang Prozess der Annahme und Prüfung angelieferter Güter
Kommissionierung Auftragsbezogenes Zusammenstellen von Waren aus dem Lager





LearningApps

Suche dort weitere deutschsprachige Übungsformate zur Angebotsprüfung und Lagerlogistik. Einzelne Suchtreffer sind Drittangebote und müssen vor einer Nutzung inhaltlich geprüft werden.


Lückentext

Bearbeite diesen Text unabhängig vom LearningApps-Angebot. Gib in jede Lücke nur den gesuchten Fachbegriff oder Wert ein.

Ergänze den Text mit dem passenden Fachwissen.
Vor der Auftragsfreigabe prüfst du die genaue

.
Der frei verfügbare Bestand berücksichtigt bestehende

.
Waren mit erkannten Mängeln gehören bis zur Klärung in den

.
Ein vereinbarter Preisnachlass auf den Listenpreis heißt

.
Der Nachlass bei rechtzeitiger Zahlung wird

genannt.
Die pauschalen Transportkosten im Angebotsvergleich zählen zu den

.
Das Zusammenstellen bestellter Ware heißt

.
Ein mobiles Erfassungsgerät kann Artikel über einen

zuordnen.
Den Versand begleitet typischerweise ein

.
Datensparsame Verarbeitung beachtet den Grundsatz der

.



Offene Aufgaben

Bearbeite genau vier Aufgaben je Schwierigkeitsstufe. Verwende fiktive Daten, auch bei Interviews oder Bilddokumentationen. Rückmeldungen erfolgen anhand der Kriterien im Abschnitt Lernnachweis.


Leicht

  1. Auftrag markieren: Erstelle aus einem erfundenen Kundenauftrag eine farbige Checkliste für Artikel, Menge, Frist, Verpackung und Freigabe. Erkläre zwei Risiken fehlender Angaben.
  2. Bestand ermitteln: Berechne aus 45 Stück Ist-Bestand, fünf Reservierungen und vier gesperrten Stück den verfügbaren Bestand. Vergleiche ihn mit einer Bestellung über 150 Stück.
  3. Angebot zerlegen: Markiere in drei fiktiven Angeboten Listenpreis, Mengenrabatt, Skonto, Fracht und Lieferzeit. Stelle diese in einer Tabelle gegenüber.
  4. Belege unterscheiden: Erstelle ein Schaubild zu Bestellung, Wareneingangsbeleg, Packliste und Lieferschein; gib für jeden Beleg den Prüfzweck an.


Standard

  1. Bezugspreise rechnen: Kalkuliere alle drei Angebote des Falles LL-301 in einer eigenen Tabellenkalkulation mit sichtbaren Formeln und prüfe das Ergebnis durch Überschlag.
  2. Kommissionierliste bauen: Entwirf eine anonymisierte Pickliste für 150 TB-40 mit Lagerort, Sollmenge, Istmenge, Scanabgleich und Prüffeld.
  3. Ladeeinheit am Modell planen: Zeichne maßstäblich oder digital die Anordnung von sechs Boxen je Lage und fünf Lagen, ermittele Höhe und Bruttomasse und kennzeichne alle bloß angenommenen Freigaben.
  4. Abweichung erfassen: Verfasse zu zwei beschädigten Lieferstücken eine fiktive Mangelmeldung sowie eine nachvollziehbare korrigierte Bestandsrechnung.


Schwer

  1. Lieferantenauswahl begründen: Schreibe eine kurze Freigabevorlage, die B trotz Mehrkosten empfiehlt oder bei fehlender Terminzusage begründet zurückweist. Lege Entscheidungskriterien und Risiken offen.
  2. Soll-Ist-Prozess analysieren: Entwickle ein Ablaufdiagramm von Anfrage bis Versand mit Zuständigkeiten, Freigabepunkten, Eskalation bei Fehlern und messbarer Durchlaufzeit.
  3. Verpackung vergleichen: Bewerte zwei sichere Verpackungsoptionen anhand von Warenrisiko, Materialeinsatz, Wiederverwendung und Transportaufwand. Formuliere die Einschränkungen.
  4. Digitalen Kontrollprozess entwerfen: Konzipiere eine kleine Simulation oder Präsentation, in der Barcode-Scan, Sperrbestand, Rolle, Datenschutz und Fehlerprotokoll nachvollziehbar zusammenarbeiten.




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Lernkontrolle

  1. Komplette Auftragsprüfung: Prüfe schriftlich, warum 45 gezählte Stück nicht bedeuten, dass 45 Stück auslieferbar sind; führe die korrekte Bestandsrechnung aus.
  2. Kalkulation überprüfen: Berechne für das Angebot B die Gesamtbezugskosten mit und ohne Skonto und erläutere die Voraussetzung für den geringeren Preis.
  3. Terminentscheidung: Begründe anhand von Lieferzeiten, Freigaben und Risikopuffer, wann B gegenüber A und C fachlich vorzuziehen ist.
  4. Ladeeinheit bewerten: Leite aus fiktiv genehmigten Abmessungen die Palettenzahl und Bruttomasse ab und erkläre, welche realen Sicherheitsnachweise noch fehlen.
  5. Mengenabweichung beurteilen: Prüfe die Störfallvariante mit zwei gesperrten Stücken und entwirf ein sicheres, korrekt buchbares weiteres Vorgehen.
  6. Datensparsame Belege: Unterscheide Pflichtangaben für einen Auftrag von unnötigen personenbezogenen Angaben und begründe eine sichere Aufbewahrung.
  7. Verbesserung nachweisen: Nenne eine messbare Kennzahl für Fehler in der Kommissionierung, beschreibe eine Maßnahme und einen geeigneten Soll-Ist-Vergleich.


Lernnachweis

Abgabeprodukt: Erstelle für den fiktiven Auftrag LL-301 ein kompaktes Arbeitsportfolio mit Auftragsanalyse, verfügbarer Bestandsrechnung, vollständigem Angebotsvergleich einschließlich Rechenwegen, dokumentierter Lieferantenentscheidung, terminierten Arbeitsplan, modellhafter Kommissionierliste und Palettenplanung, Wareneingangs-/Versandprüfprotokoll, Mangelvariante und kurzer Reflexion zu Schutz und Nachhaltigkeit. Abgabe als PDF, Tabellenkalkulation oder lokal bearbeitete Mappe ohne personenbezogene Echt-Daten.

Prüfbare Soll-Ergebnisse: frei 36 Stück; Nettobedarf 114; Beschaffung 120 einschließlich Puffer; Bezugspreise A 2.037,46 €, B 2.086,79 €, C 2.026,62 € bei eingehaltenem Skonto; B nur nach bestätigter Terminfähigkeit; 156 Stück vor und sechs Stück nach Entnahme; fünf modellhaft geplante Ladeeinheiten zu 30 Stück; jeweils rund 265 kg brutto. Eine Abweichung ist nur mit offengelegter anderer Annahme und korrektem Rechenweg vertretbar. Keine reale Versandfreigabe aus dem Modell ableiten.

Bewertungsraster für die Lehrkraft, insgesamt 100 Punkte:

Kriterium Maximalpunkte Erfüllung und prüfbares Arbeitsergebnis
Auftrag und Bestand analysieren 15 Alle Auftragsmerkmale und die verfügbare Menge 36 mit Begründung
Angebote und Rechenwege 20 Vergleichsrechnung für A, B, C, Netto, Rabatte, Skontobedingung, Fracht
Entscheidung und Kommunikation 15 Terminkritische Begründung, Freigabe, Eskalationsweg
Arbeitsplan und Schnittstellen 15 Realistische Abfolge, Rollen, Prüfpunkte und Terminsicherung
Kommissionierung und Ergebnisprüfung 15 150 Stück, fünf Modell-Paletten, Belege, Restbestand, Abweichungsbearbeitung
Arbeitsschutz, Umwelt, Datenschutz 10 Sichere Simulation, Hersteller-/DGUV-Vorbehalt, Material- und Datensparsamkeit
Dokumentationsqualität und Reflexion 10 Lesbare Belege, korrekte Verweise, Kontrollrechnung und Verbesserungsansatz
Summe 100 Ergebnis mit konkreter Rückmeldung und Nachbesserungsmöglichkeit

Rückmeldekriterien: Beschreibe jeweils eine nachweisbare Stärke, eine fachliche Korrektur und einen nächsten Schritt. Bei Rechenfehlern markiere den fehlerhaften Zwischenschritt statt nur die Endsumme. Bei unzulässiger realer Durchführung trotz fehlender Befugnis darf der praktische Teil nicht ausgeführt werden; ersetze ihn durch eine beaufsichtigte oder digitale Modellaufgabe. Prüfe mit dem betrieblichen Ausbildungsplan und zuständigen Lehrkräften, welche Kompetenzen im Einsatzbetrieb gezeigt werden können.


OER und Wikipedia

Frei nutzbare und belegte Bildmedien: Die vier eingebundenen Commons-Dateien wurden über die jeweilige Dateiseite auf Namen, Urheber und dort angegebene Lizenz geprüft. Die Originale sind unverändert eingebunden. Namensnennung, Quelle und Lizenzhinweis bleiben für jede Weiterverwendung wichtig.

Eingebundene Datei Quelle mit Originalnachweis Urheber Angegebene Lizenz mit Nachweis
File:Modern warehouse with pallet rack storage system.jpg Commons-Dateiseite Axisadman CC BY-SA 3.0
File:Euro pallet and Green Cargo pallet IKEA.jpg Commons-Dateiseite oaktree_brian_1976 CC BY-SA 2.0
File:Barcode scanner Casio DT-800M70E-1118.jpg Commons-Dateiseite © Raimond Spekking CC BY-SA 4.0
File:Automated Storage and Retrieval System.jpg Commons-Dateiseite QmcBeQ3G7DZCmY84uPgT CC BY 4.0

Fachvideos (deutschsprachig): Die Titel, Videoadressen, veröffentlichten Beschreibungen und Anbieter sind recherchiert. Es ist keine freie Weiterverwendungslizenz für die Videos nachgewiesen; sie werden lediglich auf der YouTube-Plattform eingebettet und nicht kopiert.

Rechts- und Berufsquellen (keine automatisch als OER freigegebenen Texte):

Wikipedia als zusätzliches offen lizenziertes Nachschlagewerk: Kommissionierung – überprüfe Einzelaussagen anhand der genannten Primärquellen.


Verknüpfte Lernbereiche

Übertrage den vollständigen Prozess auch auf andere Berufe und Aufgaben. Achte dabei auf Landeslehrplan, betriebliche Zuständigkeiten und die Regeln der zuständigen Kammer.


aiMOOC Projekte

Projekt 1: Entwickle einen digitalen, ausschließlich mit fiktiven Daten gefüllten „Angebotsprüfer“ mit nachvollziehbarem Rechenweg, Lieferterminprüfung und Freigabeprotokoll. Vergleiche sein Ergebnis manuell.

Projekt 2: Simuliere ein Lager im Klassenraum mit Papier-Auftrag, Etiketten, Kartonmodellen und einem digitalen Bestandsblatt. Messt die Fehlerrate vor und nach Einführung einer kontrollierten Pickliste.

Projekt 3: Gestalte eine barrierearme Infografik zum Weg vom Kundenauftrag bis zum datensparsamen Versandnachweis. Nutze nur eigene Illustrationen oder entsprechend belegte offen lizenzierte Bilder.



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