Praxisauftrag und Kompetenzcheck - Dachdecker - 3. Ausbildungsjahr
Einleitung
Im dritten Ausbildungsjahr zeigst du an einem zusammenhängenden, fiktiven Kundenauftrag, wie du einen Auftrag im Dachdeckerhandwerk von der Anfrage über Planung, begründete Ausführung und Kontrolle bis zur Übergabe bearbeitest. Dazu verbindest du Metalldeckung, Dachdetails, Reetdachtechnik als eigenständige Materialalternative, Dachabdichtung, Wandanschlüsse, Energiesammler, Blitzschutz und Instandhaltung. Ergebnis ist eine prüfbare Projektmappe mit Aufmaß, Variantenentscheidung, Materialliste, Sicherheits- und Arbeitsplan, Modellprodukt, Prüfprotokoll und Selbstbewertung.
Sicherheitsgrenze: Realer Dachzugang, scharfe Blechbearbeitung, Heißarbeiten, Arbeiten an elektrischen Anlagen, Blitzschutz und tragenden Teilen sind keine selbstständigen Lernversuche. Sie erfordern betriebliche Freigabe, Gefährdungsbeurteilung, geeignete Sicherungen, Qualifikation und die Aufsicht befugter Fachkräfte. Das vollständige Jahresprojekt kann gefahrlos mit einem Tischmodell aus Karton, vorgeschnittenen Materialien, 3D-Skizzen und einer digital dokumentierten Simulation durchgeführt werden. Es enthält ausschließlich erfundene Gebäudedaten.
Lernziel: Du kannst einen berufstypischen Auftrag analysieren, Alternativen mit technischen und ökologischen Gründen bewerten, Mengen und Kosten nachvollziehbar ermitteln, einen sicheren Arbeits- und Informationsfluss planen, fachliche Qualitätsmerkmale prüfen, Fehler begründet bearbeiten und das Ergebnis adressatengerecht dokumentieren. Grundlage sind das BIBB-Berufsprofil, die Dachdeckerausbildungsverordnung von 2016 in ihrer geltenden Fassung sowie der betriebliche Ausbildungsplan, die zuständige Handwerkskammer und der einschlägige Landeslehrplan. Der Kurs ist keine amtliche Prüfung und ersetzt weder Unterweisung noch Fachplanung.
Kundenauftrag aufnehmen und Systemgrenzen erkennen
Der fiktive Jahresauftrag
Eine erfundene Bauherrschaft möchte ein kleines Nebengebäude wetterfest sanieren, den Dachbereich für eine spätere PV-Anlage vorbereiten, einen flachen Anbau neu abdichten und die Anschlüsse an eine Wand überprüfen lassen. Das geneigte Satteldach erhält in der Hauptvariante eine Metalldeckung. Zusätzlich bewertet das Team ein separates Reetdach-Konzept für ein anderes geeignetes Gebäude als Materialvergleich; Reet wird nicht ohne eigenständige Planung mit der Metalldeckung vermischt. Ein Bestandsfoto mit fiktiven Schadensmarkierungen zeigt ferner eine verschmutzte Dachentwässerung und einen beschädigten Wandanschluss.
| Teilauftrag | Nachzuweisende Kompetenz | Prüffrage |
|---|---|---|
| Geneigte Dächer mit Metallen decken | Decksystem, Haftbefestigung und Bewegungsmöglichkeit planen | Kann sich das Blech bei Temperaturwechsel bewegen? |
| Details an geneigten Dächern herstellen | Traufe, First, Ortgang, Kehle und Durchdringung unterscheiden | Ist der Wasserweg über jedes Detail klar? |
| Geneigte Dächer mit Reet decken | Material, Feuchteabfuhr, Brand- und Pflegekonzept als eigene Variante bewerten | Ist die Lösung für das betrachtete Objekt und geltende Vorgaben geeignet? |
| Details an Dächern mit Abdichtungen herstellen und Bauwerke abdichten | Schichtenfolge, Naht und Durchdringung planen | Wo könnte Wasser hinter die Abdichtung gelangen? |
| An- und Abschlüsse an Wänden herstellen | Sockel, aufgehende Bauteile, Materialübergänge und Bewegungen behandeln | Sind Anschlussgeometrie und Schutz dauerhaft plausibel? |
| Energiesammler, Blitzschutzanlagen und Einbauteile montieren | Schnittstellen zwischen Dachgewerk, Elektro- und Blitzschutzfachplanung koordinieren | Wer darf welchen Arbeitsschritt freigeben? |
| Dach- und Wandflächen instand halten | Zustand erheben, Mangel priorisieren, Wartung organisieren | Welche Kontrolle verhindert den Wiederholungsschaden? |
Vom Kundengespräch zum prüfbaren Pflichtenheft
Trenne Kundenwunsch (z. B. dauerhaft dichtes Dach, PV-Vorbereitung, geringe Wartungskosten) von technischer Leistung (geeigneter Dachaufbau, sichere Lastabtragung, Detailplanung, elektrische Schnittstelle) und Abnahmebedingung (dokumentierte Materialfreigaben, Anschlusszeichnungen und protokollierte Qualitätskontrollen). Nutze eine Anfragekarte mit Gebäudemaßen, Dachneigung, Lage der Entwässerung und vorhandenen Installationen. Ein Vor-Ort-Aufmaß ist erst nach gesicherter Zugangsfreigabe zulässig; am Modell genügen vorgegebene Maße.
Kläre schriftlich: Zustand der Unterkonstruktion, vorhandene Feuchte- oder Korrosionsspuren, Tragfähigkeit und Zusatzlasten, Schnee- und Windbeanspruchung, Anschlüsse benachbarter Gewerke, Entwässerung, Brandschutz, denkmalrechtliche Vorgaben, Gewährleistungs- und Wartungserfordernisse. Typischer Fehler: Ein Dach wird wegen der optischen Wirkung eines Materials geplant, obwohl Neigung, Untergrund, Entwässerung oder Herstellergrenzen ungeprüft sind. Korrektur: Variantenvergleich und nachvollziehbarer Freigabepunkt vor Materialbestellung.
Die Kommunikation verläuft über definierte Rollen: Kunde gibt Bedarf und Budget frei; die ausbildende Dachdeckerfachkraft koordiniert die Dachleistungen; Tragwerksplanung prüft Lasten bei Erfordernis; die Elektrofachkraft verantwortet elektrotechnische Planung und Freigaben; Blitzschutz-Fachkräfte planen und prüfen die Blitzschutzanlage. Fotos, Messlisten und Übergabeprotokolle verwenden ausschließlich erfundene Kennungen, nicht Namen, Adressen oder Kennzeichen realer Personen.
Aufmaß, Fachrechnen und Materialfluss
Vollständig gerechneter Praxisfall
Annahmen ausschließlich für eine Lernrechnung: Zwei gleich große geneigte Dachflächen haben jeweils 7,20 m Trauflänge und 4,50 m gemessene Länge auf der Dachschräge. Ein Flachdachanbau misst in der Draufsicht 4,80 m × 3,60 m. Die Planungsübung setzt für die Metallfläche rechnerisch 8 % Zuschnittreserve und für die ebenen Abdichtungsbahnen 12 % Rechenzuschlag an. Das sind keine verbindlichen Norm- oder Herstellerwerte; tatsächliche Mengen folgen Materialformaten, Überdeckungen, Anschlussdetails, Verschnitt und freigegebenen Werkplänen.
- Geneigte Fläche: A = 2 × 7,20 m × 4,50 m = 64,80 m².
- Deckbahn-Einteilung als Lehrmodell: angenommene wirksame Scharbreite 0,60 m; 7,20 m ÷ 0,60 m = 12 Scharen je Dachseite; zusammen 24 Scharen mit Modelllänge 4,50 m. Das ergibt 24 × 4,50 m = 108,00 laufende Meter; 108,00 m × 0,60 m = 64,80 m² Nettofläche. Tatsächliche Scharbreiten und Längenbegrenzungen sind systemspezifisch zu prüfen.
- Rechnerische Bestellbasis Metalldeckung: 64,80 m² × 1,08 = 69,984 m², gerundet 70,0 m² vor lieferformbezogener Optimierung.
- Anbaufläche: 4,80 m × 3,60 m = 17,28 m². Mit dem nur für die Übung angenommenen Faktor 1,12 ergeben sich 19,3536 m², gerundet 19,4 m² für die ebene Fläche. Wandaufkantungen, Rohranschlüsse, erforderliche Nahtüberdeckungen und Details müssen gesondert ermittelt werden, sodass 19,4 m² keine ausführungsreife Bestellung ist.
- Modell-Wandanschluss: 5,00 m Anschlusslänge × angenommene 0,35 m Zuschnitthöhe = 1,75 m²; dies ist eine Demonstrationsgeometrie, keine vorgeschriebene Anschlusshöhe.
- PV-Belegungsstudie: vier fiktive Module à 1,80 m × 1,10 m bedecken rechnerisch 4 × 1,98 m² = 7,92 m². Die Fläche ist keine Montagefreigabe; Abstände, Tragwerk, Windlasten, Wartungswege und Blitzschutz müssen fachlich geplant werden. Die darunterliegende Metalldeckung wird nicht einfach um 7,92 m² gekürzt.
- Kalkulationsbeispiel: 70,0 m² × 22,00 €/m² = 1.540,00 € Modellpreis Metall; 19,4 m² × 14,00 €/m² = 271,60 € Modellpreis Abdichtungsmaterial; fiktiv 480,00 € für Formteile und Hilfsstoffe. Summe = 2.291,60 € netto für die genannten Materialpositionen, ohne Lohn, Gerüste, Transport, Entsorgung, Geräte, Steuern, PV und Risikoaufschlag. Es handelt sich weder um ein Angebot noch um aktuelle Marktpreise.
Plausibilitätsprüfung: Die Einheiten müssen in jeder Rechnung stimmen: m × m ergibt m²; Stückzahl und laufende Meter sind andere Mengeneinheiten. Ein Fehler um Faktor zehn kann entstehen, wenn Zentimeter und Meter vermischt werden. Bestellmengen sind vor Auslösung mit einem zweiten Aufmaß und tatsächlichen Herstellerdaten abzugleichen.
Arbeitsvorbereitung und digitaler Informationsfluss
Erstelle aus dem Aufmaß eine Versionsliste: Planstand A enthält Geometrie und Bauteilliste, Planstand B ergänzt freigegebene Details und Gefährdungsbeurteilung, Planstand C die Materialfreigabe. Jede Änderung erhält Datum, eindeutige fiktive Plan-ID, Begründung und Prüfvermerk. Die Vorfertigung darf erst auf freigegebenen Maßen beruhen. Für Materialfluss und Umweltbilanz erfasst die digitale Stückliste Bestellmenge, Lieferung, geprüfte Qualität, Einbauort, Rest und sortenreine Rückgabe. Feuchteempfindliches Material wird trocken und standsicher gelagert; Bleche dürfen keine unzulässigen Kontaktkorrosionspartner erhalten.
| Arbeitsphase | Arbeitsergebnis | Entscheidung zur Weitergabe |
|---|---|---|
| Anfrage und Aufmaß | Fiktives Kundenbriefing, Zeichnung, Messblatt | Vollständige Anforderungen? |
| Sicherheits- und Systemplanung | Gefährdungsbeurteilung, Dachaufbau, Detailblätter | Befugte Fachaufsicht und Freigaben vorhanden? |
| Mengenermittlung und Einkauf | Massenliste, Angebotsvergleich, Lieferprüfung | Mengen und Verträglichkeit geprüft? |
| Vorfertigung und Ausführung am Tischmodell | Musterfelder mit First, Traufe, Wandanschluss | Anschlüsse vor Verdecken kontrolliert? |
| Qualitätskontrolle und Übergabe | Prüfbogen, Fehlermeldung, Wartungsübersicht | Abweichungen korrigiert und dokumentiert? |
Metallflächen, geneigte Dachdetails und Reet als Alternative
Metalldeckung und Dachklempnerdetails
Bei einem Stehfalzdach bilden gefaltete Verbindungskanten zwischen den Metallscharen eine wasserableitende Deckung. Festhafte legen einen konstruktiv bestimmten Festpunkt fest; Schiebehafte erlauben geplante temperaturbedingte Längenänderungen. Die Ausführung ist an Material, System, Bauteillänge, Unterkonstruktion und Herstellerangaben gebunden. Wichtige Details sind Traufe als Wasserabgabe, Ortgang als seitlicher Dachabschluss, First als oberer Abschluss, Kehle als Wasser-Sammelzone und ein bauteilgerecht eingebundener Anschluss an Durchdringungen. Die sichtbare Falznaht allein garantiert bei fehlender Detailplanung keine ausreichende Dichtheit. Auf angrenzende Metalle und Feuchteeinwirkung ist wegen möglicher Kontaktkorrosion zu achten.

Stehfalz-Dach als Ansicht: Beobachte Falzrichtung und Wasserführung. Foto: Wikideas1, Wikimedia Commons, CC0 1.0.
Fachvideo Metall-Detail: Die deutschsprachige Werkstattanleitung zeigt eine Faltenkehle. Es ist ein Herstellervideo; Maße und handwerkliche Schritte daraus sind nicht ungeprüft auf andere Systeme übertragbar. Blechschneiden und Falzen nur mit fachlicher Einweisung und freigegebener Ausstattung.
RHEINZINK: Tutorial Faltenkehle – Teil 1, YouTube, 2021, Rechte beim Herausgeber.
RHEINZINK: Tutorial Faltenkehle – Teil 2, YouTube, 2021, Rechte beim Herausgeber.
Typische Mängel und Diagnosen: fehlende Gleitmöglichkeit kann Verformung hervorrufen; falsch gerichtete Überlappung kann Wasser in ein Detail leiten; nicht abgestimmte Befestigung kann bei Windlast versagen; beschädigte Trennlagen können Feuchte- und Korrosionsschäden begünstigen. Der Prüfpfad lautet: Schadstelle lokalisieren, freigegebene Zeichnung und Produktvorgabe vergleichen, Risikofolgen bewerten, Abweichung dokumentieren und nur nach fachlicher Entscheidung instand setzen.
Reetdeckung ist eine eigenständige Systementscheidung
Reet besteht aus gebündeltem Pflanzenmaterial. Bei einem Reetdach müssen insbesondere Materialqualität, Dachgeometrie, Wasserableitung, geeignete Luft- und Feuchteverhältnisse, Brandrisiken, lokale baurechtliche Anforderungen und Wartung zusammenpassen. Das Reetdach wird nicht als dekorative Auflage über eine geplante Metalldeckung behandelt. Für den Variantenvergleich untersuchst du, warum ein Reetdach einer anderen Konstruktion und anderen Details bedarf, wie Dachneigung und klimatische Beanspruchung die Eignung beeinflussen und wie Brand- und Naturschutzauflagen sowie Lebenszyklusfragen zu prüfen sind. Die aktuelle ZVDH-Regelübersicht nennt eine Fachregel für Reetdeckungen mit Ausgabe 03/2025; konkrete Ausführungswerte sind dem jeweils aktuellen Volltext und dem örtlichen Baurecht zu entnehmen, nicht aus diesem Kurs zu erraten.

Reetdeckung in der Herstellung: Vergleiche Wasserabfluss und Oberflächenstruktur mit einem Metalldach. Tobias Sternitzke, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0, unveränderte Wiedergabe.
Praxisalternative: Vergleiche zwei Dachquerschnittsskizzen auf Papier, beschrifte Traufe und First und erstelle eine begründete Variantenmatrix mit den Kriterien Ausführung, Materialkreislauf, Instandhaltung, Brandschutz, Feuchteverhalten und regionale Eignung. Führe keine unbeaufsichtigten Dach-, Brand- oder Schneidversuche durch.
Abdichtungen, Wandanschlüsse und Feuchteschutz
Flachdachanbau: Schichten, Nähte, Entwässerung
Anders als eine geneigte, wasserableitende Deckung muss eine Dachabdichtung die relevanten Wasserbeanspruchungen über ihre Fläche und alle Detailstellen dauerhaft abwehren. Das Lernmodell zeigt Untergrund, gegebenenfalls Dampfsperre, Dämmung, Abdichtung, Schutzlage und Entwässerung nur als Schema; die richtige Reihenfolge ist objekt- und systemabhängig. Die für Dachabdichtung maßgeblichen DIN-18531-Regelungen und die ZVDH-Flachdachrichtlinie in ihrer jeweils aktuellen Ausgabe sowie abgestimmte Herstellervorschriften sind maßgeblich. Für erdberührte Bauteile sind andere Beanspruchungen und Regelungen, etwa aus der Reihe DIN 18533, zu prüfen. Keine Tabellen- oder Grenzwerte aus älteren Lernblättern unbesehen übernehmen.

Beispiel einer bituminösen Dachabdichtung: Betrachte Schichten und Arbeitsbereich, ohne die Aufnahme als Musterfreigabe zu werten. W.carter, Wikimedia Commons, CC0 1.0.
Der Ablauf lautet: Untergrundzustand und Entwässerungsplan prüfen, verträgliches System auswählen, erforderliche Überdeckungen und Nahttechnologie aus freigegebenen Herstellerunterlagen ermitteln, komplizierte Innen- und Außenecken als Detail zeichnen, Durchdringungen mit passenden Formteilen planen, Nähte nach dem vorgesehenen System kontrollieren und Ergebnisse dokumentieren. Typische Fehler: Feuchte im Untergrund, schlecht vorbereitete Oberfläche, unzureichend gesicherte Naht, ein Wasserweg hinter der Aufkantung oder ein zugestellter Ablauf. Sichere Modellalternative: Papierbahnen farbig überlappend kleben; mit Pfeilen den hypothetischen Wasserweg skizzieren. Kein Brenner, Lösungsmittel oder erhitztes Bitumen.
Wandanschluss, Abschlüsse und Materialwechsel
Ein Wandanschluss muss den Übergang zwischen horizontaler oder geneigter Fläche und aufgehender Wand regensicher bzw. entsprechend der Beanspruchung abdichtungsgerecht ausbilden. Ein gezeichneter Aufbau zeigt den Untergrund, das hochgeführte Abdichtungs- oder Deckmaterial, eine systemgerechte Befestigung, eine geeignete Abschluss- oder Schutzkonstruktion und eine gegen Hinterlaufen gesicherte Oberkante. Bewegungen verschiedener Bauteile dürfen den Anschluss nicht zerstören. Die im Rechenfall gewählten 35 cm sind nur die Zuschnitthöhe im Lernmodell; eine allgemeingültige Norm-Mindesthöhe wird nicht behauptet. Maßgeblich sind Nutzung, Wasserbeanspruchung, Bauteillage, gewähltes System und aktuelle Detailvorgaben.
Fehlerbild: Ein Anschluss sieht von außen sauber aus, doch Wasser kann oberhalb einer losen Abschlusskante eindringen. Prüfe zuerst Wasserlauf, Befestigungsuntergrund und konstruktive Durchgängigkeit statt nur die sichtbare Fuge zu überstreichen. Die Fachkraft entscheidet über Prüfung und Sanierung; an realen Gebäuden sind Eigenreparaturen ohne Auftrag und Sicherung tabu.
Energiesammler, Blitzschutz und Instandhaltung koordinieren
PV und Blitzschutz: Schnittstellen der Fachgewerke
Dachdeckerleistungen umfassen die bauliche Dachintegration und sichere Organisation. Schon im Tageslicht erzeugen PV-Module elektrische Energie; elektrische Planung und Errichtung gehören grundsätzlich in die Verantwortung einer Elektrofachkraft. Die BG-BAU-Verbändevereinbarung unterscheidet bestimmte unter Leitung und Aufsicht einer Elektrofachkraft zulässige Tätigkeiten entsprechend qualifizierter elektrotechnisch unterwiesener Personen von Arbeiten, die der Elektrofachkraft vorbehalten bleiben. PV-Anschlüsse niemals eigenmächtig stecken, trennen, messen oder unter Spannung bearbeiten. Am Modell werden nur spannungsfreie Kartonmodule befestigt.

Montage von PV-Modulen auf einem Dach: Lernanlass für Zugangsplanung, sichere Hebevorgänge und Gewerkeabsprachen. Stefan Thiesen, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0.
Die Planung betrachtet die Tragfähigkeit von Dach und Befestigung, Dachdurchdringungen, Windsog, Schneelast, wasserführende Ebene, Brandschutz, Wartungszugänge, Leitungswege, Entwässerung, Absturzschutz und mögliche Schutzeinrichtungen gegen Überspannung. Anordnung und Trennungsabstände von Blitzschutzteilen sind keine frei geschätzten Maße. Der VDE-Fachhinweis zu PV und Blitzschutz, Stand September 2026 verweist auf DIN EN 62305 und darauf, dass Blitzschutz-Fachkräfte die Schutzmaßnahmen planen und umsetzen. Eine Dachdecker-Lerngruppe fertigt dazu eine Schnittstellenzeichnung an, keine funktionsfähige Blitzschutzanlage.

Beispiel einer sichtbaren Blitzschutzleitung an einem Reetdach: das Foto allein erlaubt keine Beurteilung der Normkonformität. HdeK, Wikimedia Commons, gemeinfrei.
Zustandskontrolle, Fehleranalyse und nachhaltige Instandhaltung
Ein Wartungsplan unterscheidet Sichtkontrolle und fachgerechte Prüfung. Betrachte fiktive Befunde wie einen verstopften Ablauf, loses Anschlussblech, aufgeworfene Naht, schadhaftes Durchdringungsdetail, korrodierende Metallpaarung oder abgelöste Abdichtung. Beschreibe bei jedem Befund Beobachtung – mögliche Ursache – Schadensfolge – sichere Sofortmaßnahme – fachliche Entscheidung – Nachprüfung. Ein deutlicher Mangel mit Absturz-, Strom- oder Durchsturzrisiko löst einen Stopp und die Meldung an die verantwortliche Fachkraft aus.
Eine materialbewusste Planung reduziert Verschnitt, prüft Rückbaumöglichkeiten, sammelt geeignete sortenreine Reststoffe und vermeidet unnötige Erneuerung intakter Bauteile. Schadstoffe in Bestandsaufbauten werden nicht am Modell diagnostiziert: Bei Verdacht auf gefährliche Altstoffe organisiert der Betrieb eine fachkundige Erkundung und regelkonforme Entsorgung. Digitales Fotoprotokoll und digitales Bautagebuch dürfen keine echten Kundenanschriften, Gesichter, Zugangscodes oder Personenbezüge enthalten. Ein Wartungsplan nennt künftige Prüfgegenstände, sichere Zugänglichkeit, Zuständigkeit und Anlass nach außergewöhnlichen Wetterereignissen, aber keine frei erfundenen gesetzlichen Wartungsintervalle.
Jahresprojekt ausführen, kontrollieren und bewerten
Vollständige Handlung und prüfbare Produkte
Die folgende Arbeitsfolge wird entweder unter befugter betrieblicher Fachaufsicht an zulässigen Lernstationen oder vollständig am nicht begehbaren Tischmodell durchgeführt. Der Ausbildungsbetrieb bestimmt die zulässigen Tätigkeiten anhand Qualifikation, Ausbildungsplan und Gefährdungsbeurteilung. Für alle realen Dacharbeiten ist ein geeigneter sicherer Zugang mit vorrangigem kollektivem Absturz- und Durchsturzschutz erforderlich. Die DGUV Information 201-056, Ausgabe September 2025 und die DGUV Regel 101-038 unterstützen die Planung. Nach § 5 Arbeitsschutzgesetz veranlasst der Arbeitgeber die Gefährdungsbeurteilung.
- Informieren: Kundenauftrag mit fiktiven Daten lesen, örtliche Bedingungen nur in der Simulation beurteilen, Normen und Werkstoffdaten in aktueller Ausgabe recherchieren. Nachweis: Anforderungsliste und Quellenprotokoll.
- Planen: Systemgrenzen, Aufmaß, Zeichnungen, Gefahren, Schnittstellen und Varianten darstellen. Nachweis: maßstäbliche Prinzipskizzen, Mengentabelle, Gefährdungsmatrix und Gewerkeplan.
- Entscheiden: metallgedecktes Hauptdach und alternative Reetlösung technisch vergleichen; geeignete Abdichtungs- und Wandanschlusssysteme durch Fachfreigaben absichern. Nachweis: unterschriebene fiktive Entscheidungsbegründung.
- Vorbereiten: Kartonbauteile, Papierbahnen und farbige Funktionsschichten zuschneiden lassen oder vorgeschnitten bereitstellen, Lieferliste prüfen. Nachweis: Material- und Mengenabgleich ohne Gefahrstoffe.
- Ausführen am Modell: zwei Dachfelder mit Falzsymbolik, Traufe und einem Anschluss; separater Flachdachanbau mit Wandaufkantung; vier spannungslose PV-Platzhalter; alternativ Reet-Muster als Zeichnung. Nachweis: beschriftetes Modell und versionierte Fotoansichten.
- Kontrollieren: Wasserwege mit Pfeilen nachverfolgen, Maße nachmessen, Überlappungen und Schnittstellen gegenüber Zeichnung prüfen, absichtlich eingebaute Fehlstelle identifizieren. Nachweis: Prüfliste mit Soll, Ist, Abweichung, Korrektur und erneuter Bewertung.
- Übergeben: mit fiktivem Kunden die Ausführung, die noch offenen Fachprüfungen und die Wartung erläutern. Nachweis: verständliches Übergabeprotokoll mit Vorbehalten, ohne vorgetäuschte echte Freigaben.
- Reflektieren: Verbesserung von Materialeinsatz, Abstimmung, Sicherheit und Fehlervermeidung beschreiben. Nachweis: Änderungslog mit begründeten Maßnahmen für einen zweiten Modellentwurf.
Bewertungsraster und nachvollziehbare Entscheidung
| Kriterium | Beobachtbare Leistung | Maximalpunkte |
|---|---|---|
| Sicherheit und Qualifikationsgrenzen | Gefahren erkannt, sichere Modellalternative und notwendige Fachfreigaben korrekt gekennzeichnet | 25 |
| Aufmaß, Mengen, Einheiten und Kosten | Rechenwege prüfbar, Einheiten korrekt, Annahmen offengelegt | 15 |
| Metalldach und geneigte Details einschließlich Reetvergleich | Wasserführung und Bewegungen erläutert, Varianten fachlich getrennt | 20 |
| Abdichtung, Wandanschluss und Qualitätsprüfung | Wasserwege, Nähte, Details und Mängel systematisch geprüft | 15 |
| PV-, Blitzschutz- und Wartungsschnittstellen | Zuständige Gewerke und Kompetenzgrenzen richtig zugeordnet | 10 |
| Dokumentation und Kundenkommunikation | Versionierte Zeichnungen, verständliche Übergabe, Datenschutz | 10 |
| Nachhaltigkeit und Reflexion | Reststoffstrategie und wirksamer Verbesserungsplan | 5 |
| Gesamt | Nachvollziehbarer Kompetenznachweis | 100 |
Auswertung des Kursrasters: 90–100 Punkte: sehr sicher und vollständig begründet; 75–89: fachlich überwiegend überzeugend; 60–74: teils nachzuarbeiten; unter 60: wesentliche Kompetenzen erneut bearbeiten. Unabhängig von Punkten gilt: Fehlender Absturz-/Elektroschutz, eine eigenmächtige gefährliche Tätigkeit oder eine unzutreffend behauptete fachliche Freigabe führen zur Bewertung nicht sicher nachgewiesen, bis die betreffende Sicherheitsleistung korrekt demonstriert wurde. Diese kursinterne Bewertung ist keine offizielle Gesellenprüfungsbewertung. Die zuständige Kammer und der Ausbildungsbetrieb entscheiden ausschließlich im Rahmen ihrer geltenden Verfahren.
Muster-Prüfprotokoll (fiktiv): Prüfpunkt „Wandanschluss gegen Hinterlaufen“; Soll: im Modell zusammenhängender, gekennzeichneter Wasserweg ohne Eintritt hinter die obere Kante; Ist vor Korrektur: Anschlusskante offen, Pfeil zeigt Hinterlaufen; Mangel: unvollständiges Abschlussdetail; Maßnahme: gezeichneten Anschluss konstruktiv überarbeiten und von Fachkraft prüfen lassen; Ist nach Korrektur: durchgängig modellierter Schutz und dokumentierte Zeichnungsrevision; Ergebnis: Modellprüfung bestanden, ausdrücklich keine reale Dichtheits- oder Normprüfung. Dieses Protokoll ist zusammen mit dem Rechenfall und der Bewertungstabelle der konkrete Lernnachweis.
Interaktive Aufgaben
Multiple-Choice-Quiz: Fachwissen anwenden
Bei einem Übungsdachfeld misst die Traufe 6,00 m und die Länge in Dachneigung 4,80 m. Welche Fläche hat dieses eine Feld? (28,80 m²) (!10,80 m²) (!24,00 m²) (!36,80 m²)
Ein Metallmodell benötigt netto 40,0 m². Welche Rechenmenge ergibt sich mit einem angenommenen Zuschlag von fünf Prozent? (42,0 m²) (!40,5 m²) (!45,0 m²) (!38,0 m²)
Welche Maßnahme ist vor Beginn realer Arbeiten an einer absturzgefährdeten Dachkante erforderlich? (Eine geplante und wirksame Absturzsicherung nach Gefährdungsbeurteilung) (!Ein mündlicher Hinweis ohne Sicherung) (!Ein besonders schneller Materialtransport) (!Eine Leiter als Ersatz für erforderlichen Seitenschutz)
Wozu dienen Schiebehafte bei einer geeigneten Stehfalzdeckung? (Sie erlauben die geplante Längenbewegung der Metallscharen) (!Sie ersetzen eine Tragfähigkeitsprüfung) (!Sie verschließen jeden Wandanschluss selbstständig) (!Sie machen eine Entwässerung überflüssig)
Welche Aussage zur Reetvariante ist zutreffend? (Sie benötigt eine eigene abgestimmte Konstruktion mit Feuchte- und Brandschutzkonzept) (!Sie darf ohne Prüfung auf ein vorhandenes Metalldach gelegt werden) (!Sie benötigt keine Entwässerungsplanung) (!Sie hat in allen Regionen dieselben Wartungsanforderungen)
Welche Fläche besitzt ein rechteckiger Flachdachanbau mit 3,50 m mal 4,00 m Grundmaß? (14,0 m²) (!7,5 m²) (!28,0 m²) (!12,0 m²)
Welcher Befund weist beim Wandanschluss besonders auf die Gefahr des Hinterlaufens hin? (Eine nicht gesicherte obere Anschlusskante) (!Eine eindeutig dokumentierte Materialfreigabe) (!Eine vollständige Detailzeichnung) (!Eine nachgewiesene geschlossene Anschlussführung)
Wer verantwortet die elektrotechnische Planung einer PV-Anlage? (Eine Elektrofachkraft im Rahmen ihrer fachlichen Zuständigkeit) (!Jede Person mit Erfahrung im Dachziegeldecken) (!Allein der Bauherr ohne Fachplanung) (!Die Materiallieferung ohne elektrotechnische Qualifikation)
Was ist bei einer auffällig beschädigten Abdichtungsnaht die richtige Reaktion? (Mangel dokumentieren und fachlich bewerten lassen, bevor verdeckt oder weitergearbeitet wird) (!Die Stelle ohne Prüfung verdecken) (!Nur die Materialliste nachträglich ändern) (!Eine höhere Materialrechnung als Dichtheitsnachweis verwenden)
Was bedeutet eine bestandene Modellprüfung der dargestellten Wandaufkantung? (Das Lernmodell erfüllt die definierten Modell-Prüfkriterien, nicht automatisch reale Normvorgaben) (!Das echte Gebäude gilt ohne weitere Kontrollen als abgenommen) (!Alle Dachneigungen benötigen dieselbe Anschlusshöhe) (!Eine Fachplanung ist danach generell überflüssig)
Memory: Fachbegriffe und Funktionen
| Festhaft | Konstruktiver Fixpunkt einer Metallschar |
| Schiebehaft | Befestigung mit vorgesehener Längenbewegung |
| Kehle | Zusammenlauf zweier geneigter Dachflächen |
| Aufkantung | Hochführung einer Abdichtung am aufgehenden Bauteil |
| Durchsturzschutz | Schutz gegen Fall durch nicht tragfähige Dachbauteile |
| Prüfprotokoll | Dokument mit Sollwert, Istbefund und Entscheidung |
Drag-and-drop: Arbeitsunterlagen richtig zuordnen
| Ordne das passende Dokument zu. | Beschreibung seiner Funktion |
|---|---|
| Gefährdungsbeurteilung | Ermittelt tätigkeitsbezogene Risiken und nötige Schutzmaßnahmen |
| Aufmaßblatt | Enthält nachvollziehbare Bauteilmaße und Einheiten |
| Materiallieferschein | Dient dem Abgleich zwischen Bestellung und eingetroffenen Gütern |
| Zwischenkontrollbogen | Erfasst Details vor ihrer Überdeckung durch weitere Schichten |
| Übergabeprotokoll | Dokumentiert erläuterte Leistungen, Mängel und noch offene Punkte |
Kreuzworträtsel: Dach und Arbeitsschutz
| Stehfalz | Wie heißt eine längs gefalzte metallische Dachverbindung? |
| Kehle | Wie heißt die innere wasserführende Dachverschneidung? |
| Reet | Welcher natürliche pflanzliche Deckstoff ist bei Küstendächern verbreitet? |
| Aufkantung | Wie heißt das Hochführen einer Abdichtung an einem aufgehenden Bauteil? |
| Entwässerung | Welcher Fachbegriff bezeichnet das gezielte Ableiten von Niederschlagswasser? |
| Schiebehaft | Welches Befestigungselement ermöglicht geplante Bewegung von Metallscharen? |
LearningApps
Trainiere zusätzliche Zuordnungen zu Arbeitsphasen, technischen Details und Sicherheitsrollen. Die verlinkte LearningApps-Suche ist kein vorgetestetes einzelnes Lernspiel; prüfe vor Einsatz Eignung, Aktualität und Datenschutz.
Lückentext: Zusammenhänge sichern
Offene Aufgaben
Leicht
- Maße und Einheiten: Zeichne das fiktive Satteldach und den Anbau mit bemaßten Ansichten. Rechne beide Flächen in Quadratmetern aus, nenne die Einheit jedes Zwischenschritts und markiere unbekannte Maße.
- Wasserwegdiagramm: Zeichne auf einer Metalldach- und einer Abdichtungsskizze mit blauen Pfeilen die Wasserwege zu Traufe und Ablauf. Beschrifte zwei Stellen, an denen ein falsch ausgebildetes Detail Wasser einleiten könnte.
- Sicherheitsgrenzen: Kennzeichne auf einem erfundenen Baustellenplan Absturzstellen, Lichtkuppeln und PV-Leitungswege. Formuliere, welche Arbeiten nur mit gesichertem Zugang und befugter Aufsicht stattfinden dürfen.
- Werkstoffvergleich: Ordne je drei geeignete Prüfmerkmale für Metall, Reet und Abdichtungsbahnen in einer Vergleichstabelle; unterscheide gemessene Eigenschaften von vermuteten Aussagen.
Standard
- Material- und Verschnittrechnung: Erstelle für ein neues Übungsmaß von 5,40 m Trauflänge und 3,80 m Schräglänge je Dachseite eine begründete Mengenrechnung mit eigenem deklariertem Rechenzuschlag. Begründe den Unterschied zwischen geometrischer Fläche und Bestellmenge.
- Zwei Anschlussdetails: Zeichne eine Traufe der Metalldeckung und eine Abdichtungs-Aufkantung am Wandanschluss als Modellquerschnitte mit Wasserweg, Materialschichten, Befestigungsprinzip und offenen Fachprüfpunkten.
- Mangelkarte: Analysiere die fiktiven Befunde „offene Naht am Ablauf“ und „zwängungsgefährdeter Metallstreifen“. Halte Ursache, mögliches Schadensbild, geeignete Sicherungsmaßnahme und fachliche Nachkontrolle getrennt fest.
- Fiktives Beratungsgespräch: Führe in Zweierrollen ein Gespräch über eine PV-Vorbereitung mit Blitzschutzabstimmung. Verfasse danach ein sachliches schriftliches Ergebnisprotokoll ohne echte Kontaktdaten.
Schwer
- Auftragsmappe mit Freigabepunkten: Plane alle Gewerke und technischen Schnittstellen für das Gesamtprojekt; liefere einen terminlichen Ablauf mit Abhängigkeiten, Materialfluss, Gefährdungsübersicht und Freigabepunkten, ohne reale Dacharbeiten selbst zu übernehmen.
- Variantenentscheid mit Nachhaltigkeit: Bewerte eigenständig Metall und Reet an zwei getrennten fiktiven Bauobjekten nach Wasserführung, Brand- und Feuchteschutz, Wartungsrisiken, Rückbau und regionaler Eignung. Dokumentiere Quellen und Unsicherheiten statt nicht belegbarer Universalwerte.
- Komplexer Modelltest: Fertige unter geeigneter Aufsicht ein ungefährliches Kartonmodell mit Traufe, First, Wandanschluss, Abdichtungsfläche und spannungsfreien PV-Platzhaltern. Führe mindestens acht dokumentierte Sicht- und Maßprüfungen aus und verbessere einen nachweislich erkannten Fehler.
- Abweichungs- und Übergabeverfahren: Erstelle ein fiktives Bautagebuch, einen prüfbaren Kostenvergleich von zwei Lösungen, ein Änderungsblatt und ein Übergabeprotokoll mit Mängeln, offenen Fachprüfungen und Vorschlägen zur nachhaltigen Wartung.


Lernkontrolle
- Rechenkontrolle: Bei zwei geneigten Dachfeldern mit je 6,40 m Traufe und 4,20 m Schräglänge ist die Nettofläche und eine fiktive Materialreserve von 7 % zu berechnen. Liefere Formel, Einheit, Rundung und eine zweite Plausibilitätsmethode.
- Bewegung und Wasserführung: Erkläre an einem selbst gezeichneten First-Traufe-Detail, wie Wärmeausdehnung, Befestigung und Wasserableitung bei der Decksystemwahl zusammenspielen und welche Unterlagen vor einer Realisierung fehlen.
- Feuchteursachen unterscheiden: Vergleiche zwei erfundene Wasserschäden am Wandanschluss und Flachdachablauf. Formuliere für beide eine überprüfbare Hypothese, einen sicheren Prüfplan und Kriterien, nach denen eine Fachkraft die Instandsetzung freigibt.
- Gewerkeschnittstellen: Ordne Dachmontage, Leitungsführung, elektrischen Anschluss, Blitzschutzplanung und Prüfung den fachlich zuständigen Beteiligten zu. Begründe, warum eine Dachdecker-Ausbildung allein keine allgemeinen Elektrofreigaben ersetzt.
- Systemvergleich: Erkläre, warum eine Reetdachvariante nicht durch bloßen Materialtausch aus einer Metalldeckung entsteht. Verknüpfe Bauphysik, Brandschutz, Wartung, Dachgeometrie und aktuell zu prüfende Fachregeln.
- Entscheidung bei kritischem Mangel: Beim Modelltest liegt ein schlecht geschützter Wandabschluss neben einem PV-Einbauteil. Beschreibe Meldeweg, Sicherung, Zeichnungsrevision, qualifikationsgerechte Nacharbeit, Zwischenprüfung und nachvollziehbare Übergabe.
Lernnachweis
Abgabe des Jahresprojekts: Eine digitale oder analoge Projektmappe (ausschließlich erfundene Daten) enthält Auftragsbeschreibung, maßstäbliche Skizzen, nachvollziehbares Aufmaß, eine geprüfte Mengen- und Kostenrechnung, Vergleich Metalldach/Reet als zwei getrennte Entwürfe, Abdichtungs- und Wandanschlussdetail, Schnittstellenplan zu PV und Blitzschutz, fiktive Gefährdungsbeurteilung mit Sicherungsentscheidung, Material- und Informationsfluss, Modellfotos ohne Personen, Fehleranalyse mit Korrektur und erneuter Prüfung, Abschlussprotokoll, Wartungskonzept, Quellenverzeichnis und eine eigene Reflexion.
Prüfbares Arbeitsergebnis: Am sicheren Tischmodell sind Traufe, First, mindestens ein Wandanschluss, eine Flachdachabdichtungsfläche und eine gekennzeichnete PV-Position eindeutig lokalisierbar. Die prüfende Lehrkraft kann jede beschriftete Modellstelle mit einer Zeichnung und einem Prüfpunkt abgleichen. Nutze das Kursraster von 100 Punkten, dokumentiere auch die Sicherheitsbedingung unabhängig von der Punktzahl. Als Transfer begründest du eine Änderung des Plans, die Material spart oder einen wiederkehrenden Mangel verhindert. Keine echte Bauabnahme, elektrische Inbetriebnahme oder offizielle Prüfungszulassung wird dadurch bescheinigt.
OER und Wikipedia
Fach- und Rechtsgrundlagen (Stand der Recherche: Oktober 2026; vor realer Ausführung aktuelle Fassungen prüfen):
- BIBB: Dachdecker/Dachdeckerin – Berufsprofil, Schwerpunkte und Rahmenlehrplan; BIBB: Ausbildung gestalten, Umsetzungshilfe 2017. Die Umsetzungshilfe erläutert das Berufsbild, ersetzt aber keine aktuell geltende Regel.
- DachAusbV vom 28.04.2016 mit Ausbildungsrahmenplan; ArbSchG § 5; BaustellV § 5.
- ZVDH-Regelübersicht, Inhaltsstand Februar 2026 mit Fachregel Reet (03/2025), Flachdachrichtlinie (01/2026) und weiteren Fachregeln. Geschützte Normtexte werden nicht übernommen; im Betrieb auf den jeweils lizenzierten Volltext zurückgreifen.
- DGUV Information 201-056, Ausgabe September 2025; DGUV Regel 101-038 Bauarbeiten, Ausgabe 2025 in englischer Fassung verzeichnet; BG BAU: Solaranlagen.
- BG BAU: Verbändevereinbarung zur sicheren PV-Installation; VDE: Blitzschutz von PV-Anlagen, Hinweise Stand September 2026. Maßgeblich sind außerdem relevante DIN-/VDE-Regelwerke und die tatsächlichen, freigegebenen Montageunterlagen des ausgewählten Herstellers.
Wikipedia als frei zugänglicher Einstieg (fachliche Normen und betriebliche Vorgaben haben Vorrang):
- Dachdecker, Reetdach und Flachdach. Wikipedia ist Hintergrundlektüre, keine technische Freigabe.
Geprüfte Bildnachweise und Nutzungsrechte; alle Dateien unverändert eingebunden:
| Datei | Nachweislink | Urheber | Lizenznachweis |
|---|---|---|---|
| File:Standing seam metal roof 1.jpg | Commons-Dateiseite | Wikideas1 | CC0 1.0 |
| File:Reetdach.jpg | Commons-Dateiseite | Tobias Sternitzke | CC BY-SA 3.0 |
| File:Bituminous waterproofing on flat roof 1.jpg | Commons-Dateiseite | W.carter | CC0 1.0 |
| File:Installation of photovoltaic modules on roof.jpg | Commons-Dateiseite | Stefan Thiesen | CC BY-SA 3.0 |
| File:Bliksemdraad.jpg | Commons-Dateiseite | HdeK | Gemeinfrei laut Dateiseite |
Geprüfte deutschsprachige Videoseiten; Einbettung ist keine offene Videolizenz:
| Video-URL | Quellenseite | Verantwortlicher Anbieter | Rechtehinweis |
|---|---|---|---|
| https://www.youtube.com/watch?v=Kf8JG0BMFtg | Tutorial Faltenkehle Teil 1 | RHEINZINK | Bei RHEINZINK, keine Creative-Commons-Lizenz behauptet; nur eingebettet |
| https://www.youtube.com/watch?v=YWKkopBRKIs | Tutorial Faltenkehle Teil 2 | RHEINZINK | Bei RHEINZINK, keine Creative-Commons-Lizenz behauptet; nur eingebettet |
Weitere didaktische Videos ohne ungeprüfte Einbettung: BG BAU: 9 lebenswichtige Regeln bei Dacharbeiten und SWR Handwerkskunst: Wie man ein Dach mit Reet deckt. Ihre Rechte verbleiben bei den Anbietern. Bei Dateinamen und Embed-Rechten ist die aktuelle Plattformkonfiguration vor Einsatz zu prüfen.
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Projektimpuls: Präsentiert eure vollständig fiktive Auftragsmappe und das sichere Tischmodell als beruflichen Kompetenzcheck. Eine zweite Gruppe übernimmt als simulierte Fachaufsicht die Qualitätsprüfung und begründet mindestens eine notwendige Planänderung. Veröffentlichte Projektergebnisse enthalten ausschließlich erfundene Daten und selbst erstellte oder korrekt lizenzierte Medien.
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