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Praxisauftrag und Kompetenzcheck - Dachdecker - 2. Ausbildungsjahr

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Praxisauftrag und Kompetenzcheck - Dachdecker - 2. Ausbildungsjahr

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Einleitung

Du bist im zweiten Ausbildungsjahr im Dachdeckerhandwerk. In diesem aiMOOC bearbeitest du einen zusammenhängenden, fiktiven Kundenauftrag vom Erstgespräch bis zur Qualitätsprüfung: Ein kleines Mustergebäude soll Niederschlagswasser sicher ableiten, eine passende Steildachdeckung erhalten und an ausgewählten Modellflächen eine alternative Schiefer-/Plattendeckung, eine Dachabdichtung sowie eine Außenwandbekleidung zeigen. Dabei begründest du Materialentscheidungen, rechnest Mengen und Gefälle, stellst einen Arbeitsplan auf, kontrollierst Fehler und dokumentierst die Ergebnisse.

Lernziel: Du kannst einen berufstypischen Auftrag analysieren, planen, begründet bearbeiten, prüfen und dokumentieren. Deine fünf Lernfelder im Zusammenhang sind Anlagen zur Ableitung von Niederschlagswasser installieren, Dachziegel- und Dachsteindeckungen, Schiefer, Faserzement-Dachplatten und Schindeln, Dachflächen abdichten sowie Außenwandflächen bekleiden. Fachrechnen, Kundenkommunikation, Ressourcenverbrauch, Informationsfluss, Qualitätssicherung und Reflexion begleiten die gesamte Handlung.

Sicherheitsgrenze: Alle hier beschriebenen praktischen Übungen finden auf standsicheren, bodennahen Übungsmodellen ohne Absturzgefahr statt. Auf echten Dächern, Gerüsten, an Maschinen, mit Gefahrstoffen, Brennern oder elektrischen Anlagen darfst du nur nach Gefährdungsbeurteilung, Unterweisung, Freigabe und unter befugter fachlicher Aufsicht arbeiten. Zeichnungen, kalte Materialmuster und digitale Simulationen sind die sichere Alternative. Der Kurs ersetzt keine Betriebsanweisung, keinen betrieblichen Ausbildungsplan, keine Kammerprüfung und keine bauaufsichtliche Freigabe.

Rechts- und Berufsgrundlage sind das BIBB-Berufsprofil, die Dachdeckerausbildungsverordnung und der mit dem Bundesland und der zuständigen Handwerkskammer abzugleichende Rahmenlehrplan. Maßgeblich bleiben die jeweils aktuellen Fachregeln des Deutschen Dachdeckerhandwerks, Herstellerangaben und die gesetzlichen Arbeitsschutzpflichten.


Kundenauftrag erfassen, Gefährdungen beurteilen und planen


Die vollständige berufliche Handlung

Informieren: Die Kundschaft schildert Bedarf und sichtbare Schäden. Du klärst Nutzungsart, gewünschte Dauerhaftigkeit, Dachgeometrie, Anschlüsse, Wasserablauf, vorhandene Baustoffe und erreichbare Dokumente. Planen: Du prüfst Zeichnung, Materialdaten, Arbeitsfolge, Ressourcen, Transportwege, Witterung und Schnittstellen zu anderen Gewerken. Entscheiden: Du stellst Varianten mit ihren Grenzen vor und holst die Freigabe der verantwortlichen Fachkraft ein. Durchführen: Du bearbeitest freigegebene Teilaufgaben. Kontrollieren: Du vergleichst Messwerte und Arbeitsergebnis mit dem vereinbarten Soll. Bewerten: Du analysierst Abweichungen, Rückmeldungen, Zeit, Materialreste und Verbesserungsvorschläge.

Eine gute Auftragsklärung benennt ausdrücklich wer, was, wo, womit, wann, nach welchem Soll und unter welcher Aufsicht arbeitet. Beispiel einer synthetischen Kundenfrage: „Unser Gartenhaus soll bei Starkregen keinen Wasserschaden bekommen. Welche Dachdeckung ist sinnvoll und wohin fließt das Wasser?“ Eine professionelle Antwort verspricht nicht pauschal Dichtheit, sondern erläutert die notwendigen Bestandsdaten, die Material- und Ausführungsalternativen und die gesonderte Bemessung der Entwässerung.

Bildanalyse: An einem unfertigen Ziegeldach lassen sich Lattung, Dachfenster und übergreifende Arbeitsabläufe erkennen. Foto und Lizenz im Mediennachweis.


Arbeits-, Gesundheits- und Umweltschutz

Vor jeder tatsächlichen Baustellentätigkeit erstellt beziehungsweise veranlasst der verantwortliche Betrieb die Gefährdungsbeurteilung: Absturz- und Durchsturzstellen, Tragfähigkeit, Stromleitungen, Hebevorgänge, Wettereinflüsse, Stolpern, Staub, scharfe Kanten, Lärm, Brandgefahren und sichere Verkehrswege. Technische und kollektive Sicherungen haben grundsätzlich Vorrang vor individuellen Schutzmaßnahmen. Alleinarbeit an gefährlichen Dachstellen sowie Arbeiten an nicht freigegebenen Konstruktionen sind für diesen Kurs ausgeschlossen. Ein Rettungskonzept gehört gegebenenfalls zur betrieblichen Planung; persönliche Schutzausrüstung ist kein Ersatz für eine fehlende sichere Arbeitsorganisation. Beachte die bei der BG BAU geltende DGUV Vorschrift 38 und ihre erläuternde DGUV Regel 101-038. Ältere Hinweise der DGUV Information 201-054 enthalten Verweise auf eine abgelöste Vorschrift und dürfen nicht ungeprüft als aktuelle Rechtslage dienen.

Besonderer Stoppfall: Unbekannte alte Faserzementplatten können Asbest enthalten. Nichts anbohren, brechen, schleifen oder reinigen, bis fachkundig geklärt ist, welche Gefahrstoffmaßnahmen gelten. Zuständige Fachleute beachten unter anderem die TRGS 519 in ihrer aktuellen Fassung. Verbleibende Baustoffe getrennt erfassen; verwertbare saubere Verschnitte nicht mit gefährlichen Abfällen vermischen.

Digital und datenschutzgerecht: Arbeite mit einem künstlichen Projektnamen „Musterhaus M2“, Versionsständen auf Zeichnungen, Dateinamen mit Revisionsnummern und einer Materialliste ohne Kundennamen, Hausadressen, Mitarbeiterbilder oder private Kontaktdaten. Ein Foto der Modellnaht belegt Technik; personenbezogene Bilddaten sind dafür unnötig.


Informations- und Materialfluss

Ein prüfbarer Informationsweg lautet: Kundenwunsch → Aufmaß → freigegebene Zeichnung → Material- und Arbeitspaket → Bestellliste → Wareneingangsprüfung → Modellmontage → Prüfprotokoll → Übergabegespräch. Der Materialfluss verläuft vom Lager über gekennzeichnete Bereitstellung und geschützten Transport bis zum Einbau; Reststücke werden sortiert zurückgeführt. Vertauschte Materialchargen, beschädigte Platten oder eine unklare Planrevision verursachen Fehler, bevor ein Bauteil montiert wird. Prüfe deshalb Stückzahlen, Abmessungen, Kennzeichnung, Systemverträglichkeit und Dokumentationsstand.


Niederschlagswasser ableiten und Dachdeckung berechnen


Entwässerungskette und typische Fehler

Dachfläche → Traufbereich → Rinne → Einhangstutzen → Fallrohr → zulässiger Anschluss an Versickerung, Rückhaltung oder Entwässerungsanlage: Jede Stelle muss im geplanten System funktionieren. Traufe bezeichnet die untere Dachkante, Rinnenhalter tragen die Dachrinne, Gefälle beschreibt die Höhenänderung pro Strecke, Notentwässerung kann bei geeigneten Flachdachkonzepten einen gefährlichen Wasseranstau begrenzen. Bei innenliegender Entwässerung gehören Notabläufe und Tragwerksfragen in die koordinierte Fachplanung; ein einzelner Abfluss ohne Nachweis genügt nicht.

Dachrinne mit Einlauftrichter und Fallrohr als Anschauungsobjekt. Beurteile die Wasserführung und mögliche Wartungsstellen.

Typische Fehler: fehlende oder falsche Rinnenneigung, ungeeignete Halterabstände, unsauberer Stutzenanschluss, verstopfte Abläufe, nicht geklärte Gebäudeentwässerung sowie das Verwechseln der geneigten Deckfläche mit der für eine vereinfachte Regenabflussrechnung verwendeten Horizontalprojektion. Für eine echte Dimensionierung sind Standortregendaten, Teilflächen, mögliche Sonderbeanspruchungen, das hydraulische System und die einschlägigen Ausgaben von DIN EN 12056-3 und DIN 1986-100 einschließlich Herstellerverfahren zu prüfen. Die folgende Rechnung ist ein Lernbeispiel, keine Dimensionierungsfreigabe. Siehe VMZINC: Bemessung.


Durchgerechnetes Mengen- und Regenbeispiel

Gegeben: Eine einzelne rechteckige Steildachfläche des fiktiven Musterhauses ist an der Traufe 6,00 m breit. Die Länge entlang der Dachneigung beträgt 4,20 m, die Neigung 30°. Das Übungsziegelmodell hat ausdrücklich nur für diese Aufgabe eine Deckbreite 0,30 m und Decklänge 0,35 m. Der frei gewählte Übungszuschlag für Austausch und Bruch beträgt 5 %. Eine beispielhafte Regenspende beträgt 300 l/(s·ha); für das vereinfachte Rechenmodell wird ein Abflussbeiwert von 1 angenommen.

Schritt 1, geneigte Deckfläche: A = 6,00 m · 4,20 m = 25,20 m². Dieser Wert dient der modellhaften Mengenrechnung.

Schritt 2, geometrische Deckteilung: 6,00 m / 0,30 m = 20 Spalten; 4,20 m / 0,35 m = 12 Reihen; zusammen 20 · 12 = 240 Übungsziegel. Mit 5 % Reserve: 240 · 1,05 = 252 Stück. Bei realer Eindeckung können Ortgang, First, Traufe, Verschiebebereich, Deckbild, Zubehör und Herstellermaß die Zahl erheblich verändern; ein exakter Verlegeplan ist unverzichtbar.

Schritt 3, horizontale Regenbezugsfläche: Tiefe in der Horizontalen = 4,20 m · cos(30°) ≈ 3,64 m. A horizontal = 6,00 m · 3,637 m ≈ 21,82 m². Umrechnung: 1 ha = 10 000 m². Q = 300 l/(s·ha) · 21,82 m² / 10 000 ≈ 0,655 l/s. Dies ist lediglich der idealisierte rechnerische Abfluss dieser Teilfläche. Regenstärke, wirksame Fläche, Zuschläge, Fallrohre, Notentwässerung und Anschluss sind vor einer echten Auswahl fachlich zu bemessen.

Schritt 4, Gefälle eines Übungsrinnenstücks: Bei 6,00 m Länge und als Lernvorgabe 2 mm/m ist der Höhensprung 6,00 m · 2 mm/m = 12 mm. Prüfe Hochpunkt, Tiefpunkt und Zuordnung zur Ablaufstelle. Das reale Gefälle richtet sich nach dem freigegebenen System; ein gewählter Beispielwert ist keine universelle Montagevorschrift.


Fachvideo zur Entwässerung

Zambelli Gruppe: Montage des Zambelli Rinnenhalters. Beobachtungsauftrag: Wo werden Hoch- und Tiefpunkt festgelegt, und wie lässt sich das später kontrollieren? Produktspezifischer Film aus 2014; gegenwärtige Montageunterlagen prüfen.


Steildächer mit Ziegeln, Dachsteinen, Schiefer und Platten decken


Deckstoffe richtig unterscheiden

Dachziegel werden aus Ton hergestellt und gebrannt, Dachsteine sind in der Regel mineralische Formteile aus Beton. Beide benötigen eine zum Produkt, zum Dach und zur Witterung passende Unterkonstruktion, Deckung, Windsogsicherung und gegebenenfalls regensichernde Zusatzmaßnahme. Decklänge und Deckbreite sind die tatsächlich in der Fläche wirksamen Maße, nicht automatisch die Außenmaße eines Stücks. Überdeckung bezeichnet den Bereich, in dem sich Elemente gegenseitig abdecken; sie ist material-, format-, deckungs- und neigungsabhängig. Die Lattenabstände müssen zum Deckprodukt und zum freigegebenen Plan passen.

Schiefer ist ein spaltbares Naturgestein; Deckarten und Befestigungen unterscheiden sich etwa nach Format, Dachform und Regeldetails. Faserzement-Dachplatten sind industriell hergestellte Platten, bei Neumaterialien asbestfrei; ältere Bestände verlangen eine gesonderte Gefahrstoffklärung. Schindeln aus Holz oder Bitumen sind technisch nicht austauschbar: Belüftung, Tragschicht, Überdeckung, Befestigung und Verarbeitung unterscheiden sich systembedingt. Eine Dachdeckung ist nicht mit einer vollständig wasserdichten Dachabdichtung gleichzusetzen. Regelgerechte Details und geeignete Unterdeckungen/Unterdächer unterstützen die Regensicherheit.

Schieferdach: Vergleiche Deckbild, Plattenlage und überlappende Bereiche. Das Bild ersetzt keine Verlegevorschrift.

Vergleich einer Entscheidung:

Deckstoff Eignungsprüfung Häufige Fehlerursache Nachweis am Modell
Dachziegel/Dachstein Dachneigung, Deckbereich, Windzone, Unterkonstruktion, Produktdaten falscher Lattenabstand oder unpassender Formziegel Reihenplan und dokumentierte Deckmaße
Schiefer Deckart, Format, Befestigung, Untergrund, Anschlüsse unzureichende Überdeckung oder falsches Befestigungsbild Muster mit markierter Überdeckung
Faserzement-Dachplatte Systemzulassung/Herstellerplanung, Befestigung, Gesundheitsschutz Plattenbruch oder Materialverwechslung etikettiertes asbestfreies Muster
Schindel Material, Unterlage, Feuchteführung, Systemdetails ungeeigneter Untergrund oder falsche Verbindung kaltes Anschauungsmuster ohne gefährliche Bearbeitung

Der ZVDH-Regelwerksüberblick, Stand 2026 weist verschiedene Fachregeln und Ausgaben aus, darunter Dachziegel und Dachsteine (2024) sowie Schiefer und Faserzementplatten mit angegebenen Änderungsständen. Verwende nicht die älteste auffindbare Anleitung ungeprüft: Zur konkreten Planung gehören die jeweils gültigen Fachregel, Herstellerdatenblätter und vertraglich vereinbarten Anforderungen.


Qualitätskontrolle am geneigten Modell

Eine verantwortliche Fachkraft prüft und gibt die Unterkonstruktion frei. Das Modellprotokoll enthält: Soll-Reihenanzahl, reale Deckbreiten der Übungselemente, geraden Verlauf von Traufe und Ortgang, markierte Befestigungsorte, Passung an Dachrand und Anschlüssen sowie Zuordnung zum Materialsystem. Ein typischer Diagnosefall lautet: „Reihe 8 steht sichtbar schief“. Ermittle, ob die Ursache in einer falschen Anrisslinie, unterschiedlichen Deckmaßen, einem verschobenen Anschlag oder fehlendem Materialvergleich liegt. Korrigiere nicht blind nur die letzte Reihe; prüfe die vorgelagerten Messungen.


Dachflächen abdichten und Außenwandflächen bekleiden


Abdichtung statt Deckung: Schutzschichten und Details

Eine Dachabdichtung bildet mit ihren fachgerecht hergestellten Verbindungen eine wasserundurchlässige Schutzebene. Je nach Planung kommen beispielsweise Bitumen- oder Kunststoffbahnen zum Einsatz. Die Schichten müssen hinsichtlich Untergrund, Feuchte, Wärmedämmung, Lagesicherung, Detailanschlüssen und Systemverträglichkeit zusammenpassen. Ecken, Durchdringungen, Dachränder und Abläufe sind besonders fehleranfällig. Mit dem Kleinstmodell kannst du kalte Papier- oder Folienstreifen als Nahtsymbol verwenden, ohne Heißluft-, Flammen- oder Klebstoffarbeit zu simulieren. Eine symbolische Modellüberlappung ist kein geprüfter Dichtheitsnachweis.

Fotobeispiel einer bituminösen Flachdachabdichtung. Analysiere Bahnenlage und Anschlussstellen nur visuell.

Ein nützlicher Fehlerbaum bei Feuchtigkeit umfasst: Wasser am falschen Ort, zu gering dimensionierte Ableitung, beschädigte Abdichtung, ungeeigneter Untergrund, fehlerhafte Naht, mangelhaft geplanter Anschluss oder Kondensat aus bauphysikalischen Ursachen. Ein sichtbarer Wasserfleck beweist nicht, an welcher Stelle Wasser in die Konstruktion eingetreten ist. In einem echten Schadenfall ist fachliche Prüfung erforderlich. Fachgrundlagen sind DIN 18531-1:2025-08 und DIN 18531-3:2025-08 für Dachabdichtungsgrundsätze und Ausführungsdetails. Normtexte werden hier nicht wiedergegeben.

BMI Deutschland/Vedag: Demonstration eines bituminösen Flachdachaufbaus (2012). Beobachte Schichtenfolge und Übergänge, nicht die Arbeit mit offener Flamme nachmachen. Der Film nennt teils historische Normbezüge; fachliche Details mit DIN 18531 in der Ausgabe 2025 und aktuellen Herstellerunterlagen abgleichen.


Außenwandbekleidungen und Hinterlüftung

Bei einer vorgehängten hinterlüfteten Fassade unterscheiden sich tragender Untergrund, Unterkonstruktion, gegebenenfalls Dämmung und Witterungsschutz, Hinterlüftungsraum sowie äußere Bekleidung. Ein funktionierender Luftweg kann Feuchtigkeit abführen, sofern Ein- und Austrittsöffnungen und die Ausführung dem System entsprechen. Die Befestigung muss für Untergrund, Eigenlasten, Windlasten und baulichen Brandschutz fachlich geplant sein. Öffnungen und Fensteranschlüsse benötigen eine abgestimmte Wasserführung. Abweichende Außenwandkonstruktionen dürfen nicht einfach nach diesem Aufbau kopiert werden.

Beispiel einer hinterlüfteten Fassadenkonstruktion mit Plattenbekleidung. Prüffrage: Wo liegen Unterkonstruktion, Dämmstoff und der geplante Lüftungsweg?

Fertige Schieferbekleidung einer Außenwand. Beschreibe das sichtbare Deckbild und benenne unsichtbare Schichten, die gesondert nachzuweisen sind.

Übungsrechnung einer Musterwand: Eine abnehmbare Fassadentafel ist 1,20 m breit und 1,80 m hoch: A = 1,20 · 1,80 = 2,16 m². Fiktive sichtbare Modulfelder mit einer Deckbreite 0,60 m und einer Deckhöhe 0,30 m ergeben 2 · 6 = 12 Felder. In der Praxis werden Fenster, Fugen, Zuschnitte und Befestigung nicht durch diese Division ersetzt. Plane kontrollierbare Lüftungsöffnungen im Modell und prüfe, ob kein Papierstreifen den vorgesehenen Luftweg verschließt.


Jahresprojekt: Praxisauftrag, Arbeitsergebnis und Kompetenzcheck


Der fiktive Gesamtauftrag

Kundenbrief „Musterhaus M2“: „Bitte entwickelt eine Lösung für eine geneigte Dachfläche mit geeigneter Deckung und Wasserableitung. Zeigt zwei alternative Deckstoffe auf separaten Übungstafeln, eine Anschlusssituation einer Dachabdichtung und eine hinterlüftete Wandbekleidung. Wir wünschen eine nachvollziehbare Materialliste, einen nachvollziehbaren Rechenweg und einen Qualitätsbericht.“ Die Maße aus Kapitel 2 und 4 sind fest vorgegeben. Weder existiert eine echte Kundschaft noch wird eine Baugenehmigung oder Abnahme für ein Gebäude beansprucht.

Bearbeitungsgrenzen: Maximal sechs kleine bodennahe Bauteilmodelle; keine echte Dachbegehung und keine Montage am bestehenden Gebäude. Platten werden bei Bedarf durch bereits zugeschnittene, ungefährliche Karton- oder Holzattrappen mit dokumentierten Deckmaßen ersetzt. Keine offene Flamme, keine bearbeiteten Alt-Faserzementplatten, keine Prüfung durch absichtliches Fluten von Gebäudeteilen. Ein verifizierter Materialtest findet nur nach Freigabe mit geeignetem Modell, ungefährlichen Medien und sicherer Umgebung statt.


Arbeitsplan als vollständige Handlung

Phase Arbeitsschritt Benötigte Informationen und Materialien Prüfbarkeit / Freigabe
1 Informieren Kundenbrief auswerten, fehlende Daten notieren, Skizze erstellen vorgegebene Maße, BIBB-Berufsbild, Planversion Anforderungsliste mit offenen Punkten
2 Planen Gefährdungen und Schnittstellen prüfen, Arbeitspakete verteilen Materialdaten, Modellplan, sichere Werkzeuge Freigabe für jedes ungefährliche Teilmodell
3 Entscheiden Deck- und Abdichtungsvarianten anhand von Kriterien vergleichen Deckformate, Entwässerungskonzept, Fachregeln begründete Variantenentscheidung, keine Scheinzulassung
4 Berechnen und disponieren Materialmenge, horizontale Teilfläche, Rinnengefälle und Musterwand berechnen Rechenblatt, Stückliste mit Modellkennzeichen Rechenwege und Einheiten geprüft
5 Durchführen Übungsziegel auslegen, Rinnengefälle markieren, Schiefer-/Plattenmuster, kalte Nahtattrappe und Wandmodell anfertigen vorbereitete Bauteile, Messmittel, Schutz- und Arbeitsregeln Sicht- und Maßkontrolle an allen Teilmodellen
6 Kontrollieren Soll-Ist-Tabelle, Fehlerstellen und Korrekturen erfassen Maßband, Wasserwaage am standsicheren Tischmodell, Prüfbogen dokumentierte Messwerte und Fehlerursachen
7 Übergeben und reflektieren Ergebnis der fiktiven Kundschaft erläutern, Abfallbilanz und Verbesserungen nennen Zeichnungsversion, neutrale Fotos, zusammengefasster Bericht verständliche Übergabe und begründeter Lerntransfer


Musterlösung des Planungsfalls und messbares Arbeitsergebnis

Ergebnisliste, die ein zweites Team ohne Zugriff auf deine Arbeit kontrollieren kann:

  • Zeichnung A mit einer geneigten Fläche 6,00 m × 4,20 m bei 30°, beschrifteter Traufe, Entwässerungsrichtung, Modell- und Bauteilgrenzen.
  • Rechenblatt R mit geneigter Fläche 25,20 m², 20 × 12 = 240 Übungsfeldern, 252 Stück inklusive 5 % Übungsreserve, Horizontalprojektion 21,82 m² und überschlägigem Übungsabfluss 0,655 l/s bei 300 l/(s·ha).
  • Rinnenmuster G mit gemessenem 12-mm-Höhenunterschied auf 6,00 m gezeichneter Referenzstrecke bei 2 mm/m; reale Rinnenbemessung und Befestigung ausdrücklich nicht behauptet.
  • Vergleichstafel D mit beschrifteten Musterstücken „Ziegel/Stein“ sowie „Schiefer/Faserzement/Schindel“ und je mindestens zwei sachlich richtigen Qualitätsmerkmalen.
  • Kaltes Anschauungsdetail A: markierte Naht- und Anschlussführung mit eingezeichnetem Wasserweg; eine echte Wasserdichtheit wird nicht vorgetäuscht.
  • Wandmodell W mit 2,16 m² Musterfläche, 12 dargestellten Feldern und einem beschrifteten, nicht verschlossenen hinterlüfteten Zwischenraum.
  • Prüfprotokoll P mit mindestens fünf unabhängigen Soll-Ist-Messungen, zwei möglichen Fehlerursachen, einer Korrektur oder begründeten Sperrung und einem Kundengespräch in eigenen Worten.

Prüfung der Rechengüte: Schreibe zu jedem Ergebnis Formel, Ausgangsdaten, Einheit, Rundung und Verwendungszweck. Die 25,20 m² geneigte Deckfläche und 21,82 m² horizontale Regenfläche dürfen nicht verwechselt werden. Wird die Anzahl der Reihen aus realen Produktdaten verändert, musst du sämtliche abhängigen Mengenrechnungen neu rechnen. Der Fall liefert gerade keine rechtsverbindliche Angabe zu Rinnennennweite, Windbefestigung, Dachabdichtungsaufbau oder Fassadentragprofil.


Bewertungsraster für den betrieblichen Kompetenzcheck

Kriterium Maximalpunkte Erkennbar sehr gute Leistung Häufiger Verbesserungsbedarf
Auftragsanalyse und Kundenverständnis 12 Anforderungen, Annahmen und Fragen präzise geklärt Kundenerwartung ohne Rückfrage als Bauteilmaß übernommen
Sicherheit, Gesundheit, Umwelt 16 Gefahren realistisch erkannt, sichere Modellalternative und Freigaben dokumentiert Schutzmaßnahme oder Gefahrstoffstopp fehlt
Fachgerechte Planung der fünf Teilkompetenzen 15 Systemgrenzen, Anschlüsse und Werkstoffunterschiede begründet Deckung und Abdichtung verwechselt
Fachrechnen und Materialdisposition 17 alle Rechenwege, Maße, Einheiten, Reserven und Annahmen prüfbar falsche Bezugsfläche oder unbegründete Rundung
Fertigung und Darstellung der Teilmodelle 20 Maße, Ordnung, Systemkennzeichnung und Arbeitsfolge korrekt nicht messbare oder verwechselte Modellbauteile
Qualität und Fehleranalyse 12 Soll-Ist-Prüfung, Ursachen, Maßnahmen, Nachprüfung nachvollziehbar nur Endfoto ohne Messprotokoll
Kommunikation, Digitalisierung und Reflexion 8 anonymisierte Übergabe, Versionsstand und sachliche Verbesserungen personenbezogene Angaben oder fehlende Begründung
Summe 100 Kompetenzorientiertes Übungsraster Keine amtliche Prüfungsbewertung

Sicherheits-Stoppregel: Ein unfreigegebener gefährlicher Versuch wird unabhängig von der Gesamtpunktzahl sofort beendet. Das Raster ist ein transparentes Lerninstrument; die zuständige Kammer und der Betrieb entscheiden getrennt über tatsächliche Prüfungen, Ausbildungsstand und zulässige Tätigkeiten. Eine Reflexion benennt mindestens einen Rechenfehler, einen möglichen Ausführungsfehler und eine konkrete Verbesserung des Informations- oder Materialflusses.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Fachwissen anwenden

Welche horizontale Dachteilfläche ergibt die Übungsfläche mit 6,00 m Traufbreite, 4,20 m geneigter Länge und 30° Dachneigung annähernd? (21,82 Quadratmeter) (!25,20 Quadratmeter) (!36,00 Quadratmeter) (!12,60 Quadratmeter)




Wie groß ist der modellhafte Regenabfluss bei 21,82 Quadratmetern und einer Regenspende von 300 Litern je Sekunde und Hektar ungefähr? (0,655 Liter je Sekunde) (!6,55 Liter je Sekunde) (!65,5 Liter je Sekunde) (!0,0655 Liter je Sekunde)




Wie viele Übungsfelder enthält eine Deckung mit 20 Spalten und 12 Reihen vor dem Zuschlag? (240 Felder) (!220 Felder) (!320 Felder) (!32 Felder)




Welche Bestellmenge entsteht aus 240 Modellziegeln und 5 Prozent Zuschlag? (252 Stück) (!245 Stück) (!260 Stück) (!240 Stück)




Welcher Höhenunterschied folgt bei 6 Metern Rinnenlänge und dem Übungsgefälle von 2 Millimetern je Meter? (12 Millimeter) (!2 Millimeter) (!3 Millimeter) (!120 Millimeter)




Welche Aussage unterscheidet Dachziegel und Dachsteine korrekt? (Dachziegel bestehen aus gebranntem Ton und Dachsteine meist aus Beton) (!Dachziegel bestehen immer aus Beton und Dachsteine aus Glas) (!Beide Begriffe bezeichnen ausschließlich Bitumenbahnen) (!Dachsteine sind grundsätzlich nicht für geneigte Dächer geeignet)




Welche Funktion erfüllt der geplante freie Hinterlüftungsweg einer entsprechenden Fassadenkonstruktion? (Er unterstützt die Abführung von Feuchte aus der Hinterlüftungsebene) (!Er ersetzt jede notwendige Befestigung der Bekleidung) (!Er verhindert grundsätzlich jede Wärmeübertragung) (!Er darf immer vollständig mit Montageschaum gefüllt werden)




Was ist bei einer Feuchtespur nahe einer Flachdachecke die fachlich geeignete erste Reaktion? (Anschlussdetails und mögliche Wasserwege systematisch prüfen lassen) (!Ohne Untersuchung die gesamte Dachfläche aufreißen) (!Die sichtbare Innenstelle ungeprüft als Leckstelle festlegen) (!Wasser absichtlich ins bewohnte Gebäude leiten)




Welche Absturzschutzstrategie ist bei geeigneter Umsetzbarkeit vorrangig? (Kollektive Sicherung und sichere Arbeitsorganisation) (!Alleinige Nutzung privater Freizeitseile) (!Arbeiten ohne Sicherung bei gutem Wetter) (!Verzicht auf Gefährdungsbeurteilung)




Wie gehst du bei unbekannten alten Faserzementplatten vor, wenn Asbest nicht ausgeschlossen ist? (Arbeiten stoppen und fachkundige Gefahrstoffklärung veranlassen) (!Platten trocken anschleifen und den Staub wegfegen) (!Platten in kleine Stücke brechen und ungetrennt entsorgen) (!Ohne Prüfung mit Hochdruck reinigen)





Memory

Ordne die beruflichen Begriffe ihrer jeweils passenden Funktion zu.

Einhangstutzen Verbindungsstück vom Rinnenabfluss zum Fallrohr
Traufblech Leitet Wasser am unteren Dachrand kontrolliert weiter
Decklänge Wirksamer Abstand eines Deckelementes in Fallrichtung
Notentwässerung Zusätzlicher geplanter Wasserweg bei Ausfall oder Überlastung der Hauptableitung
Überdeckung Bereich, in dem zwei Dachdeckungselemente übereinanderliegen
Hinterlüftung Geplanter Luftraum hinter einer geeigneten Außenwandbekleidung





Drag-and-drop

Ordne jedem Arbeitsschritt die zugehörige Funktion im Auftragsprozess zu.

Passender Begriff Bedeutung im Praxisauftrag
Aufmaß Dach- und Wandgeometrie vor der Mengenplanung erfassen
Kalkulation Materialbedarf und Aufwand transparent ermitteln
Freigabe Verantwortliche Zustimmung vor der praktischen Ausführung einholen
Probemontage Bauteilfolge an einem sicheren Übungsmodell erproben
Nachprüfung Korrigiertes Ergebnis erneut mit dem Soll vergleichen





Kreuzworträtsel

Finde sechs berufliche Begriffe aus den fünf Handlungsbereichen.

Traufe Wie heißt die untere Begrenzung einer geneigten Dachfläche?
First Wie heißt die obere Schnittlinie zweier geneigter Dachflächen?
Schiefer Welches spaltbare Naturgestein wird als Dachdeckstoff verwendet?
Gefälle Welcher Begriff bezeichnet den Höhenunterschied je Längeneinheit?
Unterdach Wie heißt eine zusätzliche regensichernde Ebene unter der eigentlichen Deckung?
Rinnenhaken Welches metallische Bauteil trägt typischerweise eine Dachrinne?





LearningApps

Suche passende interaktive Zuordnungen zu Dachentwässerung und Dachdecker-Auftragsplanung. Prüfe beim Einsatz die Fachlichkeit und Aktualität der fremden Inhalte.


Lückentext

Ergänze die passenden Fachbegriffe aus dem Kapitel.
Die untere Kante eines geneigten Daches heißt

.
Ein abwärtsführendes Rohr der Regenentwässerung heißt

.
Für die Stückzahlrechnung verwendet man die wirksame

.
Die natürliche, spaltbare Dachplatte kann aus

bestehen.
Die zusätzlichen Wasserschutzlagen eines Flachdaches bilden die

.
Bei einer geeigneten Vorhangfassade bleibt der vorgesehene

offen.
Die nachvollziehbare Gegenüberstellung von Soll und Ist ist eine

.
Unbekannte Altplatten dürfen ohne fachkundige Prüfung nicht auf

bearbeitet werden.



Offene Aufgaben

Bearbeite alle Aufgaben mit künstlichen Projektdaten. Keine gefährliche Eigenpraxis und keine Personenbilder.


Leicht

  1. Auftragsanalyse: Markiere im Brief „Musterhaus M2“ fünf überprüfbare Kundenanforderungen sowie drei bislang unklare Angaben und formuliere fachliche Rückfragen.
  2. Aufmaßskizze: Zeichne die geneigte Musterfläche mit Traufe, First, 6,00 m Breite, 4,20 m schräger Länge, 30° Neigung und der vermuteten Wasserlaufrichtung.
  3. Werkstoffvergleich: Lege beschriftete Materialmuster oder digitale Bildkarten für Ziegel, Dachstein, Schiefer, asbestfreien Faserzement und Schindel an und notiere je einen materialtypischen Unterschied.
  4. Sicherheitsstoppkarte: Erstelle eine kurze Karte mit fünf Abbruch- oder Freigabekriterien für ein bodennahes Modellprojekt einschließlich des Verdachts auf asbesthaltige Altplatten.


Standard

  1. Deckmengenplan: Berechne die 20 Spalten, 12 Reihen, 240 Modellstücke und 5 Prozent Übungsreserve; kennzeichne alle angenommenen und herstellerspezifisch zu überprüfenden Größen.
  2. Regen- und Rinnenrechnung: Ermittle die horizontale Projektion, den idealisierten Abfluss und den Rinnenhöhenunterschied mit Einheiten und kontrolliere die Ergebnisse durch eine zweite Rechenmethode.
  3. Variantenmatrix: Vergleiche Ziegel/Stein, Schiefer und Faserzementplatten nach Deckbild, Befestigungsplanung, Wartung, Recycling und gesundheitlichen Schutzanforderungen.
  4. Projektbesprechung: Spiele ein fünfminütiges anonymes Kundengespräch über Materialwahl und Grenzen des Übungsnachweises; protokolliere zwei Einwände und deine sachlichen Antworten.


Schwer

  1. Dachanschluss: Entwirf auf Papier ein Anschlussdetail zwischen Dachrand, Wasserführung und Fassadenbekleidung und erkläre drei potenzielle Fehlerwege sowie die notwendige fachliche Prüfung.
  2. Fehlerdiagnose: Untersuche einen simulierten Mangel aus einer schiefen Deckreihe, stehender Rinnenpfütze oder undichter Nahtattrappe mit Ursachenbaum, Soll-Ist-Vergleich und Korrekturvorschlag.
  3. Digitale Disposition: Erstelle eine versionsgeführte, datensparsame Stückliste für fünf Übungsstationen samt Lieferkontrolle, Verschnittbilanz und getrennten Entsorgungswegen.
  4. Abschlussentscheidung: Vergleiche zwei vollständige Modellvarianten nach Kostenannahmen, Sicherheit, Nutzungsdauer, Reparierbarkeit, Umweltwirkung und Prüfbelegen und übergebe eine begründete Empfehlung.




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Lernkontrolle

  1. Berechnungs- und Einheitencheck: Eine zweite Dachfläche ist 5,40 m breit und entlang der Neigung 3,50 m lang bei 35°; ermittle Deck- und Horizontalfläche und erkläre, wofür jeder Wert genutzt wird.
  2. Fehlersuche in der Planung: In einem Plan wird statt der Horizontalprojektion die geneigte Fläche für eine vereinfachte Abflussrechnung verwendet; erkläre die Abweichung und welche Bemessungsfragen offenbleiben.
  3. Materialtransfer: Ein Betrieb möchte ein Ziegelmuster ohne neue Prüfung durch Schiefer ersetzen; begründe, welche Unterkonstruktions-, Befestigungs- und Systemfragen neu geklärt werden müssen.
  4. Schadenshypothesen: Ein Wasserfleck liegt unter einem Attikaanschluss; formuliere drei überprüfbare Ursachen statt eine unbewiesene Sofortdiagnose und eine sichere Reihenfolge der Klärung.
  5. Hinterlüftungsfehler: Erkläre die Folgen einer verschlossenen Lüftungsöffnung für die geplante Konstruktion und wie du die Abweichung am Modell ohne Gebäudeeingriff nachweist.
  6. Qualitäts- und Nachhaltigkeitsaudit: Bewerte zwei alternative Stücklisten anhand von überprüfbarer Materialmenge, Reparierbarkeit, Reststofftrennung und Transportwegen; begründe deine Auswahl.
  7. Entscheidung bei Altmaterial: Beschreibe den korrekten betrieblichen Melde- und Stoppweg beim Verdacht auf asbesthaltige Bestandsplatten sowie die sichere Ersatzaufgabe.

Die Ausbilderin oder der Ausbilder kann schriftliche Begründungen mit dem Rubrikraster prüfen und bei falschen Ansätzen zunächst auf Bezugsflächen, Einheitensicherheit, Herstellerdaten oder eine fehlende Gefährdungsbeurteilung hinweisen. Eine Lösung wird anhand des Rechenwegs und des begründeten fachlichen Handelns bewertet, nicht allein nach einem Endwert.


Lernnachweis

Abzugebendes Prüfportfolio „M2“: (1) anonymisierter Kundenbrief mit Anforderungsliste, (2) bemaßte Zeichnung und Planversion, (3) Materialvergleich über alle fünf Jahreskompetenzen, (4) Rechenblatt mit 25,20 m², 21,82 m², 240/252 Stück, 0,655 l/s und 12 mm jeweils begründet, (5) Arbeitsplan mit Sicherheitsfreigaben, (6) Fotos oder Skizzen von mindestens fünf ungefährlichen Teilmodellen, (7) fünf oder mehr Soll-Ist-Prüfungen, (8) dokumentierte Fehleranalyse einschließlich Nachprüfung, (9) Ressourcen- und Reststoffbilanz und (10) fiktives Übergabeprotokoll samt Selbstreflexion.

Bewertung in der Lernbegleitung: Lege zu jedem Teilstück ein eindeutiges Kriterium fest, zum Beispiel Linienführung, Maß, Materialidentifikation, Wasserweg oder Revisionsstand. Ein fachlich guter Lernnachweis grenzt Annahmen und unbekannte Werte ausdrücklich ein. Die Kompetenz wird durch schriftliche Planung, begründetes Entscheiden, sicheres Ausführen am Modell und Kontrollieren sichtbar. Betrieb, Berufsschule und zuständige Kammer stimmen Lernniveau und Freigaben mit dem Ausbildungs- und Landeslehrplan ab; der Kurs bescheinigt keine staatliche oder handwerksrechtliche Prüfung.


OER und Wikipedia

Rechts- und fachliche Ausgangspunkte, abgerufen für die Kurserstellung im Oktober 2026:

Wikipedia in deutscher Sprache:

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File:Unfertige Dinge 003 2022 10 26.jpg Wikimedia Commons Friedrich Haag CC BY-SA 4.0
File:002 2011 08 15 Regenwasserableitung.jpg Wikimedia Commons Friedrich Haag CC BY-SA 4.0
File:Ro-Schiefer.jpg Wikimedia Commons Roßbacher Gemeinfrei laut Urheberangabe
File:Bituminous waterproofing on flat roof 1.jpg Wikimedia Commons W.carter CC0 1.0
File:Fachada ventilada sts reus 2 - euronit natura - constecnia - isolana montajes.jpg Wikimedia Commons Frankpulido Gemeinfrei laut Urheberfreigabe
File:Haus mit Schieferfassade in Hechingen.jpg Wikimedia Commons Tragopogon CC BY 4.0

Videos und Rechtehinweis: Die beiden Filme sind verifizierte, öffentlich gelistete Hersteller-Demonstrationen in deutscher Sprache. Sie werden über den YouTube-Player referenziert; ihre Rechte bleiben bei den Rechteinhabern. Weder handelt es sich dadurch um frei nachnutzbare CC-Medien noch ersetzt ein Film aktuelle Sicherheitsanweisungen.

Video Quelle Anbieter Rechte / Nutzung
https://www.youtube.com/watch?v=c9HpQdxgKH4 Montage des Zambelli Rinnenhalters Zambelli Gruppe Plattformbedingungen, keine freie Lizenz behauptet
https://www.youtube.com/watch?v=hGadSg2Q27M Schweißbahn richtig verlegen BMI Deutschland / Vedag Plattformbedingungen, keine freie Lizenz behauptet

Mediengrenzen: Die Filme stammen aus 2014 beziehungsweise 2012. Sie erläutern einzelne Abläufe, nicht automatisch den heutigen Stand der Technik. Das Lehrmaterial ist für die fachliche Einordnung zu ergänzen; ungeprüfte weitere Videos, fremde Fotos ohne Lizenznachweis und Inhalte von Sofatutor wurden nicht eingebunden.


Verknüpfte Lernbereiche

Berufsübergreifende Verbindungen entstehen zu Mathematik (Fläche, Dreiecksgeometrie, Prozent), Physik (Regenabfluss, Wärme und Feuchte), Chemie (Materialeigenschaften), Deutsch (Kundengespräch und Bericht), Informatik (strukturierte Datenerfassung) und Wirtschaft (Kalkulation und Beschaffung).


aiMOOC Projekte

Gemeinsames Jahresprojekt: Entwerft in der Berufsschule oder Ausbildungswerkstatt eine virtuelle Ausstellung „Musterhaus M2“ mit fünf beschrifteten, ungefährlichen Teilmodellen. Jedes Team übergibt einem anderen Team seine Plan- und Prüfdaten. Das zweite Team muss allein daraus Deckteilung, Wasserrichtung, Naht-/Anschlussprinzip, Lüftungsweg und fünf Prüfkriterien nachvollziehen können. Bei Abweichungen wird nachgebessert und erneut kontrolliert. Eine mögliche Erweiterung ist die datensparsame Simulation einer geänderten Dachneigung oder Regenspende und der Vergleich verschiedener reparierbarer Materialsysteme.



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