Duale Ausbildung in Betrieb und Berufsschule - Dachdecker - 1. Ausbildungsjahr
Einleitung
Du beginnst eine Ausbildung zum Dachdecker oder zur Dachdeckerin. In diesem aiMOOC lernst du, wie sich Ausbildungsbetrieb, Berufsschule und gegebenenfalls überbetriebliche Ausbildungsstätte ergänzen. Du verbindest rechtliche Grundlagen mit einem typischen Dachdeckerauftrag: Du analysierst eine Aufgabe, planst Material und Zeit, prüfst Risiken, erstellst an einem ungefährlichen Tischmodell eine beispielhafte Dacheinteilung und dokumentierst ein nachvollziehbares Ergebnis.
Dein Lernziel: Du kannst einen berufstypischen Auftrag in die Schritte Informieren, Planen, Entscheiden, Ausführen, Kontrollieren und Bewerten unterteilen. Du kennst die Grenzen deiner eigenen Befugnis im ersten Ausbildungsjahr und kannst begründen, wann du die anleitende Fachkraft hinzuziehen musst. Im Kurs wird kein echtes Dach betreten, keine Sicherungseinrichtung errichtet und kein Elektrowerkzeug eingesetzt. Praktische Tätigkeiten mit Gefahren dürfen ausschließlich nach betrieblicher Gefährdungsbeurteilung, Unterweisung und unter der erforderlichen fachkundigen Aufsicht erfolgen.
Die Ausbildungsdauer beträgt regulär 36 Monate. Maßgebend sind die Berufsübersicht des BIBB und die Dachdeckerausbildungsverordnung vom 28. April 2016 in ihrer veröffentlichten Fassung. Die Schule richtet sich nach dem gültigen Landeslehrplan auf Grundlage des KMK-Rahmenlehrplans vom 29. Januar 2016. Dieser Lernkurs ist eine Lernhilfe, keine amtliche Ausbildungs- oder Prüfungsbescheinigung.

Bildimpuls: Welche Handlungen muss eine Fachkraft vor einer realen Dacheindeckung planen? Foto: Jeuwre, Wikimedia Commons, CC0 1.0. Das Foto ist keine Sicherheitsfreigabe für die dargestellte Situation.
Die drei Lernorte und die Ausbildungsordnung verstehen
Betrieb, Berufsschule und überbetriebliche Ausbildung
Betrieb: Du lernst in echten Arbeitszusammenhängen, etwa Aufträge aufnehmen, Baustellenabläufe besprechen, Bauteile erkennen, Material bereithalten, Qualität kontrollieren und Arbeitsgänge dokumentieren. Ausbildende stellen nach § 6 DachAusbV einen betrieblichen Ausbildungsplan auf Grundlage des Ausbildungsrahmenplans bereit. Er beschreibt, welche Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten dir wann vermittelt werden sollen. Die Aufgaben müssen deinem Ausbildungsstand entsprechen.
Berufsschule: Hier bearbeitest du berufliche Lernfelder mit Fachwissen, Mathematik, Kommunikation, Wirtschafts- und Sozialkunde. Unterricht findet je nach Bundesland und Schulorganisation an einzelnen Wochentagen oder in Blöcken statt. Die Freistellung und Anrechnung sind in § 15 BBiG geregelt; für Jugendliche gilt zusätzlich das Jugendarbeitsschutzgesetz. Weder Schule noch Betrieb sind nur „Theorie“ oder „Praxis“: Beide arbeiten an beruflicher Handlungskompetenz.
Überbetriebliche Ausbildungsstätte: Ergänzende Lehrgänge können Fertigkeiten systematisch vermitteln, die ein einzelner Betrieb nicht jederzeit oder nicht in allen Varianten üben kann. Die konkreten Lehrgänge und Zeitfenster richten sich nach Ausbildungsordnung, zuständiger Stelle und regionaler Organisation. Die zuständige Handwerkskammer begleitet insbesondere die handwerksrechtlichen Ausbildungs- und Prüfungsfragen; regionale Innungen und Bildungszentren können beteiligt sein. Frage im Betrieb nach der tatsächlich zuständigen Kammer und deiner Berufsschule.
Kooperation statt Wissensinseln: Du hörst in der Schule den Begriff „Konterlattung“, erkennst im Betrieb unter Anleitung die Schichten eines geneigten Daches und hältst die Beobachtung anschließend fachsprachlich richtig fest. Ein Fehler wäre, eine vereinfachte Unterrichtsskizze ohne Prüfung von Herstellerangaben und Fachregeln als freigegebene Baustellenlösung zu übernehmen.
Ausbildungsjahre und Lernfelder
Die Ausbildungsordnung von 2016 sieht fünf mögliche Schwerpunkte vor: Dachdeckungstechnik, Abdichtungstechnik, Außenwandbekleidungstechnik, Energietechnik an Dach und Wand sowie Reetdachtechnik. Die Schwerpunkte verändern nicht den gemeinsamen Einstieg in die Ausbildung. Der KMK-Rahmenlehrplan nennt für das erste Ausbildungsjahr sechs Lernfelder mit insgesamt 320 Zeitrichtwert-Unterrichtsstunden: Baustelle einrichten (20), Dachflächen mit Dachziegeln und Dachsteinen decken (60), einschalige Baukörper mauern (60), Stahlbetonbauteile herstellen (60), Holzkonstruktionen herstellen (60) sowie Bauteile beschichten und bekleiden (60). Die Unterrichtsorganisation regelt das jeweilige Land beziehungsweise die Schule. Das sind keine individuellen Wochenstundenvorgaben und keine Anweisung, in jedem Betrieb bereits eigenständig alle Arbeiten auszuführen.
| Lernort | Fragestellung | Nachweis für deinen Lernfortschritt |
|---|---|---|
| Betrieb | Was ist der Auftrag, und wer darf welche Arbeit ausführen? | Anonymisierte Auftragsanalyse und Rückmeldung der Ausbildenden |
| Berufsschule | Wie werden Maße, Materialbedarf und Fachbegriffe erklärt? | Rechenblatt und begründeter Entwurf |
| Überbetriebliche Ausbildung, soweit vorgesehen | Wie übt man vergleichbare Handgriffe in einer geeigneten Lernumgebung? | Freigegebene Übungsdokumentation |
| Gemeinsame Auswertung | Stimmen Theorie, Herstellerangaben und Beobachtung überein? | Lernjournal mit Korrektur und Transfer |
Ausbildungsnachweis: Nach § 7 DachAusbV führst du einen Ausbildungsnachweis; die Ausbildenden müssen ihn regelmäßig durchsehen und dir während der Ausbildungszeit Gelegenheit dazu geben. Nutze das vom Betrieb beziehungsweise der zuständigen Stelle festgelegte Verfahren, gegebenenfalls digital. Notiere Tätigkeit, Lerninhalt und Reflexion wahrheitsgemäß, ohne vertrauliche Kundendaten auf einer öffentlichen Lernplattform zu veröffentlichen.
Film zur Orientierung: Die ältere Darstellung von Ausbildung.de zeigt Lernorte und Tätigkeiten. Verwende dort genannte Vergütungszahlen und pauschale Aussagen zur Gefährlichkeit nicht als aktuelle Rechts- oder Tarifauskunft; maßgebend bleiben aktuelle Verträge, die Kammer und der Arbeitsschutz.
Dachdeckerarbeit fachlich beschreiben
Bauteile, Baustoffe und Fachsprache
Dachdecker schützen Gebäude unter anderem durch Dachdeckungen, Abdichtungen, Außenwandbekleidungen und Arbeiten an der Gebäudehülle. Zu ihren Tätigkeiten gehören auch energetische Maßnahmen, Dachentwässerung und der Einbau dafür vorgesehener Elemente im Rahmen der jeweiligen Qualifikation und Zuständigkeit. Dachdeckung und Abdichtung sind nicht dasselbe: Eine Dachdeckung führt Wasser bei geeigneter Dachform und Konstruktion überwiegend ab; Abdichtungen bilden eine für das Anwendungsgebiet geplante wasserundurchlässige Schicht. Systemwahl, Regeldachneigung, Befestigungen, Windsogsicherung und Zusatzmaßnahmen sind für reale Bauwerke nach den aktuell geltenden Fachregeln, Normen, geprüften Systemdetails und Herstelleranweisungen festzulegen, nicht nach einer Modellrechnung.
Wichtige Begriffe:
- Traufe: Untere Abschlusslinie einer geneigten Dachfläche, an der Niederschlagswasser typischerweise zur Rinne gelangt.
- First: Oberer Schnittbereich zweier geneigter Dachflächen.
- Dachlatte: In der Regel quer zur Dachneigung angeordneter Bestandteil einer Lattung, auf dem geeignete Deckwerkstoffe aufliegen oder befestigt werden können.
- Konterlattung: In Dachneigungsrichtung angeordnete Lattenlage über einer geeigneten Unterdeckung beziehungsweise Unterspannung; sie schafft je nach Konstruktion einen definierten Zwischenraum und trägt die quer verlaufende Lattung.
- Unterdeckung/Unterspannung: Zusätzliche, passend geplante Schicht unter der Dachdeckung; Material und Ausführung hängen vom System ab.
- Überdeckung: Bereich, in dem sich benachbarte Deckelemente überlagern. Die wirksamen Deckmaße können deshalb kleiner sein als die Außenabmessungen.
- Aufmaß: Ermittlung der für den Auftrag erforderlichen Längen, Flächen und Mengen unter Angabe der Einheit.
- Soll-Ist-Vergleich: Gegenüberstellung geplanter und tatsächlich beobachteter Eigenschaften.

Erkenne die aufsteigende Konterlattung und die waagerechte Dachlattung. Foto: Archivux, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0.

Beobachte die Anordnung von Dachlatten, Ziegeln und Dachfenster am unvollendeten Dach. Foto: Friedrich Haag, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0.
Baustoffe auswählen und Fehler erkennen
Gebräuchliche Deckwerkstoffe sind beispielsweise Tondachziegel, Betondachsteine, Schiefer, Faserzementplatten, Metall und regional Reet. Tondachziegel bestehen aus gebranntem Ton; Dachsteine werden üblicherweise aus Beton hergestellt. Werkstoffe unterscheiden sich unter anderem in Gewicht, Verarbeitung, Eignung für Dachformen und Anforderungen an die Unterkonstruktion. Fachkräfte prüfen immer das jeweilige System und seine Einsatzbedingungen.
Beispiel einer fachlichen Abstimmung: Die Berufsschulgruppe entwirft eine Materialliste für ein Modell. Im Betrieb erklärt die ausbildende Fachkraft, dass bei einem wirklichen Dach die Decklänge eines Elements nicht frei erfunden werden darf: Hersteller geben unter anderem zulässige Deckmaße und Verlegehinweise vor. Die Gruppe ergänzt ihre Liste um die Felder „Quelle der Maße“, „Datum der Prüfung“ und „Freigabe durch Fachkraft“.
Typische Fehler: Außenmaß mit wirksamer Deckbreite verwechseln; Quadratmeter und Zentimeter vermischen; Bruch- oder Reservebedarf ignorieren; eine Fotografie als Bauanleitung lesen; ein beschädigtes Bauteil ohne Rückfrage verwenden; ein für ein Produkt zulässiges Maß unzulässig auf andere Produkte übertragen.
Anwendungsbeispiel einer keramischen Dachdeckung; erkenne Reihen, Anschlüsse und Übergänge. Foto: High Contrast, Wikimedia Commons, CC BY 3.0 DE.
Praxisfall: Einen Dachmodell-Auftrag vollständig bearbeiten
Auftrag, Sicherheitsgrenzen und Planung
Fiktiver Ausbildungsauftrag: Eine Lernwerkstatt möchte für einen Berufsschultag ein flach auf dem Tisch liegendes Modell einer rechteckigen Dachfläche aus Karton herstellen. Die Aufgabe lautet: Die verfügbare Modellfläche soll mit wiederverwendbaren Karton-Deckelementen in einem regelmäßigen Raster ausgelegt werden. Die Gruppe soll Maße kontrollieren, die benötigte Anzahl berechnen, den Arbeitsablauf abstimmen, das gelegte Muster fotografisch oder zeichnerisch überprüfen und das Ergebnis für den Ausbildungsnachweis zusammenfassen. Es handelt sich nicht um eine reale Dachdeckung; die Kartonrechtecke erfüllen keine bauphysikalischen oder sicherheitsrechtlichen Anforderungen.
Auftragsangaben (ausschließlich Modelldaten):
- Modellbreite entlang der gedachten Traufe: 2,40 m.
- Modelllänge in Richtung des gedachten Firstes: 1,20 m.
- Wirksame Breite eines Kartonelements im Modell: 0,30 m.
- Wirksame Länge eines Kartonelements im Modell: 0,20 m.
- Kalkulatorische Reserve für Verschnitt und Modellfehler: 10 Prozent; auf volle Stücke aufrunden.
- Material: Karton, Papiermaßstab, Bleistift und ungefährliche, wiederablösbare Markierung. Kein Arbeiten in der Höhe, keine Maschinen, kein Klebstoff mit gefährlichen Inhaltsstoffen.
Wichtige Unterscheidung: „Wirksame Länge“ bedeutet hier eine frei festgelegte Rechengröße des Lehrmodells. Bei einem echten Produkt darfst du Decklänge oder Überdeckung nicht ohne aktuelle Produktunterlagen festlegen. Das Modell wird auf einem stabilen Tisch und nur unter den Lernwerkstattregeln erstellt.
Rechenweg mit Einheiten
Schritt 1 – Fläche: A = Breite × Länge = 2,40 m × 1,20 m = 2,88 m².
Schritt 2 – Modell-Deckfläche je Element: a = 0,30 m × 0,20 m = 0,06 m². Kontrollrechnung in Zentimetern: 30 cm × 20 cm = 600 cm²; durch 10.000 geteilt ergibt dies ebenfalls 0,06 m².
Schritt 3 – Spalten: 2,40 m / 0,30 m = 8 Elemente pro Reihe.
Schritt 4 – Reihen: 1,20 m / 0,20 m = 6 Reihen.
Schritt 5 – Grundmenge: 8 × 6 = 48 Elemente. Eine zweite Kontrolle ist 2,88 m² / 0,06 m² je Element = 48. Hier passen die Maße ohne Zuschnitt ins Modellraster.
Schritt 6 – Reserve: 48 × 0,10 = 4,8 Elemente Reserve. Da keine Bruchteile bestellt werden, wird auf fünf Reserveelemente aufgerundet. Bereitzuhalten sind insgesamt 53 Kartonelemente. Die Reserve ist ein didaktischer Rechenwert, keine allgemeingültige Verschnittquote für Dachziegel.
Kontrollfrage für den Arbeitsauftrag: Würde die Breite beispielsweise 2,45 m betragen, wäre die einfache Division allein nicht ausreichend: Für jede Reihe müsste geprüft werden, ob Zuschnitt oder eine geänderte Einteilung nötig wäre. Bei einer realen Dacheindeckung kommen abhängig vom Decksystem weitere Regeln hinzu. Mengen aus dem Tischmodell dürfen daher nie unverändert für Materialbestellungen auf echten Baustellen verwendet werden.
Arbeitsplan, prüfbares Ergebnis und Übergabe
| Phase | Zeit als Lernannahme | Tätigkeit | Prüfnachweis |
|---|---|---|---|
| Informieren | 10 min | Fiktive Auftragskarte lesen; vier Längen und Einheit erfassen | Auftragsblatt mit 2,40 m, 1,20 m, 0,30 m und 0,20 m |
| Sicherheit und Entscheiden | 10 min | Tischmodell statt Dachbegehung wählen; Rollen und Materialzustand prüfen | Freigabe für ungefährliche Lernwerkstatt; keine realen Dacharbeiten |
| Messen | 15 min | Modellfläche aufzeichnen und Kontrollmaße vergleichen | Bemaßte Skizze mit Traufe und First |
| Rechnen und Planen | 20 min | Fläche, Raster und Reserve unabhängig gegenrechnen | Rechenblatt mit 2,88 m², 48 plus 5 Stück |
| Auslegen | 40 min | 8 Spalten und 6 Reihen aus Karton markieren oder lose legen | Übersichtsfoto oder Zeichnung des vollständigen Rasters |
| Prüfen und Dokumentieren | 15 min | Elemente zählen, Abweichungen korrigieren, Lernergebnis festhalten | Prüfprotokoll, Reflexion und Materialrückgabe |
| Summe der beispielhaften Arbeitsplanung: 110 Minuten | |||
Prüfbares Soll-Ergebnis: Ein bemaßter Rechteckplan mit 2,40 × 1,20 m; sechs eindeutig erkennbare Reihen zu je acht Positionen; nachvollziehbare Berechnungen mit Einheiten; eine Materialliste über 53 Kartonstücke einschließlich Reserve; ein Kontrollvermerk ohne personenbezogene Daten. Die Prüfung erfolgt durch Nachmessen, Nachzählen, Durchsehen der Berechnung und Vergleich mit dem schriftlichen Modellauftrag.
Möglicher Soll-Ist-Befund: Bei der Kontrolle liegen zunächst sieben statt acht Elemente in einer Reihe. Die Gruppe stoppt, prüft die Maßaufteilung und korrigiert die Anordnung vor der Übergabe. Ein solcher Fehler ist ein sinnvoller Lernanlass; er wird nicht vertuscht. In der Dokumentation stehen Beobachtung, Ursache, Korrektur und erneutes Prüfergebnis.
Bewertungsraster, insgesamt 20 Punkte:
| Kriterium | Maximale Punkte | Nachweis für volle Punktzahl |
|---|---|---|
| Auftragsanalyse | 4 | Alle vier Modellmaße, Lernziel und Sicherheitsgrenzen korrekt erfasst |
| Arbeitssicherheit und Kooperation | 4 | Nur sicheres Tischmodell; Rollen und Stop-Regel klar vereinbart |
| Rechenweg und Materialbedarf | 4 | Fläche, Raster, Aufrundung und Einheiten nachvollziehbar richtig |
| Modell und Qualitätsprüfung | 4 | 8 × 6 Raster vollständig; Soll-Ist-Prüfung dokumentiert |
| Dokumentation und Transfer | 4 | Anonymisiertes Protokoll, Fehlerreflexion und Hinweis auf Grenzen des Modells |
Punktevergabe je Kriterium: 4 = vollständig und nachvollziehbar; 3 = kleine begründbar korrigierbare Ungenauigkeit; 2 = wesentliche Teile vorhanden, aber Lücken; 1 = stark unvollständig; 0 = ohne prüfbaren Nachweis. Ergebnisinterpretation: 18–20 sehr sicher, 14–17 überwiegend sicher, 10–13 mit Unterstützungsbedarf, 0–9 Auftrag erneut angeleitet bearbeiten. Das ist ein unterrichtliches Bewertungsraster, keine Gesellenprüfungsordnung.
Arbeitsschutz, Gesundheit und nachhaltiges Handeln
Gefahren erkennen und Arbeit stoppen
Dacharbeiten können durch Absturz, Durchsturz an nicht tragfähigen Bauteilen, herabfallende Gegenstände, elektrischen Strom, Staub und körperliche Belastung lebensgefährlich werden. Vor realen Arbeiten beurteilt der dafür verantwortliche Betrieb die Gefährdungen und legt wirksame Schutzmaßnahmen fest. Eine Ausbildungsaufgabe ist niemals ein Ersatz für eine baustellenspezifische Gefährdungsbeurteilung, Unterweisung oder eine fachkundige Freigabe.
Grundprinzip: Gefährdung möglichst vermeiden, technische und kollektive Schutzmaßnahmen wie geeignete Absturzsicherungen vorrangig planen und erst danach unter den jeweiligen Voraussetzungen persönlich getragene Schutzausrüstung erwägen. Persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz setzt geeignete Anschlagmöglichkeiten, Ausbildung, Übung und Rettungskonzept voraus. Einsteiger improvisieren weder Anschlagpunkte noch Gerüste. Verkehrswege, Gerüste, Öffnungen und Materialtransporte müssen von befugten Personen beurteilt werden. Bei Unsicherheit, fehlender Unterweisung, ungeschützter Kante oder unklarer Tragfähigkeit gilt: Nicht beginnen beziehungsweise Arbeit stoppen, Abstand halten und die verantwortliche Fachkraft informieren.
Für Minderjährige gelten die besonderen Beschäftigungsbeschränkungen des § 22 Jugendarbeitsschutzgesetz; eine Ausnahme für bestimmte Ausbildungsarbeiten ist an enge Voraussetzungen wie Ausbildungsnotwendigkeit und fachkundige Aufsicht gebunden. Das bedeutet keine generelle Erlaubnis für gefährliche Dacharbeiten. Bei ungeklärten Belastungen durch Asbestverdacht, andere Schadstoffe oder Elektroanlagen darfst du nichts eigenmächtig untersuchen oder bearbeiten.
Sichere Alternative: Beurteile ausschließlich einen ausgedruckten Lageplan oder eine Computerskizze: Markiere gedachte Absturzkanten, Lichtkuppeln, Kranverkehr und Lagerflächen. Erstelle anschließend eine Stop-and-Ask-Liste; setze keinerlei Schutzmittel in der Realität auf eigene Faust ein. Die BG BAU-Kurzhilfe für Dachdecker erläutert die betriebliche Gefährdungsbeurteilung.
Aktueller Sicherheitsfilm der BG BAU (2026): 9 lebenswichtige Regeln bei Dacharbeiten. Schau ihn mit der Leitfrage an: Welche Risiken musst du erkennen und an wen meldest du einen festgestellten Mangel? Der Film zeigt professionelle Maßnahmen, er befähigt nicht zu eigenständiger Ausführung.
Schematischer Dachaufbau zum Identifizieren möglicher Gefahren- und Kontrollbereiche, keine Ausführungszeichnung. Zeichnung: Petr Kurfürst, Wikimedia Commons, gemeinfrei.
Gesundheit, Umwelt und Digitalisierung
Gesundheit: Beachte Anweisungen zu Sonnenschutz, Hitze und UV-Strahlung, Pausen, Trinkwasser, Hautschutz, Staubvermeidung, Lärmschutz und ergonomischem Heben. Bei starkem Wind, Nässe und Vereisung müssen die verantwortlichen Fachkräfte die Lage neu bewerten. Schlecht sitzende Schutzmittel oder Druck zu schneller Arbeit sind keine Bagatellen.
Umwelt und Nachhaltigkeit: Plane Mengen, vermeide unnötige Transporte und Fehlbestellungen, schütze intakte Bauteile vor Beschädigung und sortiere Abfälle nach dem betrieblichen Entsorgungskonzept. Eine langlebige, fachgerecht geplante Gebäudehülle kann Energieverluste und wiederholte Reparaturen vermindern. Energetische Maßnahmen, Wärmedämmung, Dachbegrünung sowie Photovoltaik sind berufliche Themen, aber die technische Umsetzung ist Fachkräften mit der jeweils erforderlichen Berechtigung vorbehalten. Schadstoffhaltige Altbaustoffe dürfen nicht einfach als gewöhnlicher Bauschutt behandelt werden.
Digitalisierung: Digitale Aufmaßskizzen, Lernplattformen, Ausbildungsnachweise und Arbeitspläne erleichtern Nachvollziehbarkeit und Kommunikation. Prüfe Versionsstand, Dateinamen und Maßeinheiten. Speichere nur nötige Daten mit freigegebenen Zugriffsrechten; veröffentliche keine Auftragsadressen, Bewohnerfotos, Kundenkontakte, internen Betriebsunterlagen oder personenbezogenen Ausbildungsbewertungen. Für Übungen werden ausschließlich erfundene Daten oder Zeichnungen verwendet. KI-generierte Mengenpläne sind zu kontrollieren und niemals ohne fachliche Prüfung als Montageanweisung zu verwenden.
Typischer Fehler: Ein Foto mit sichtbarem Straßenschild wird für einen öffentlichen Lernnachweis hochgeladen. Besser: Nur die schematische Skizze des fiktiven Auftrags oder ein eng zugeschnittenes eigenes Modellbild ohne identifizierende Informationen verwenden.
Zwischen den Lernorten kommunizieren, dokumentieren und Qualität verbessern
Aus Beobachtungen Arbeitswissen machen
Ein Ausbildungsauftrag ist nicht beendet, sobald etwas „fertig aussieht“. Der Ausbildungsbetrieb benötigt eine nachvollziehbare Kontrolle, die Berufsschule interessiert sich für die fachliche Begründung, und du brauchst ein verständliches Lernprotokoll. Nutze dazu fünf Fragen: Was war der Auftrag? Welche Regeln galten? Warum habe ich diesen Arbeitsweg gewählt? Welche Ergebnisse habe ich geprüft? Was würde ich verbessern?
| Fachlicher Lernschritt | Beispiel aus der Berufsschule | Sichere Anwendung im Betrieb oder Lernzentrum |
|---|---|---|
| Auftrag verstehen | Fiktive Auftragskarte in Arbeitsschritte gliedern | Mit Ausbildungsplan und Ausbilder besprechen |
| Berechnen | Maßstäbe, Flächen und Stückzahlen mit Einheiten rechnen | Aufmaßrechnung unter Anleitung auf Plausibilität prüfen |
| Darstellen | Dachschichten beschriften und Bauteile vergleichen | Fachbegriffe an einem freigegebenen Modell wiedererkennen |
| Sicher handeln | Gefährdungen auf einem Übungsplan markieren | Mängel melden, nicht eigenmächtig beseitigen |
| Bewerten | Soll-Ist-Vergleich mit Punkteschema erläutern | Fehlerursachen besprechen und nächsten Lernschritt vereinbaren |
Beispiel für einen datensparsamen Lernjournal-Eintrag: „Übungsauftrag Modellfläche, Lernwerkstatt, 110 Minuten geplant. Maße kontrolliert, 48 Kartonelemente im Raster sowie fünf Reservestücke berechnet. Anfangs eine Reihe falsch gezählt; mit zweiter Zählung korrigiert. Neu gelernt: wirksame Deckmaße im Modell sind nicht automatisch echte Herstellerwerte.“ Für das amtlich geforderte Berichtsheft gilt weiter die mit dem Betrieb festgelegte Form und Prüfung.
Fachgespräch: Wenn deine Rechnung und ein Produktdatenblatt voneinander abweichen, erkläre zuerst die zugrunde gelegten Maße, rechne nach und frage nach der gültigen Ausgabe des Datenblatts. Treffe keine eigenmächtige bautechnische Entscheidung. Dokumentiere die erhaltene Freigabe ausschließlich in den dafür vorgesehenen betrieblichen Systemen.
Qualitätsschleife: Auftrag verstehen → Angaben prüfen → Arbeitsschritte planen → sicheres Modell ausführen → messen und zählen → Abweichung korrigieren → dokumentieren → den nächsten Lernschritt formulieren. Achte auf eindeutige Einheiten, klare Rollen, sachliche Rückmeldung und eine ressourcenschonende Materialrückgabe.
Berufsfilm: Das deutschsprachige Video von Studyflix erklärt typische Tätigkeitsfelder. Es wurde 2022 veröffentlicht; dargestellte Vergütungen und vereinfachte Zuständigkeitsbeschreibungen sind keine aktuelle normative Quelle. Gleiche sie mit BIBB, Ausbildungsplan, aktuellen Verträgen und den Vorgaben deiner Kammer ab.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Prüfe dein Fachwissen
Welche Beschreibung trifft das duale Lernen im Dachdeckerberuf am besten? (Betrieb und Berufsschule verbinden berufliche Praxis und fachliche Theorie) (!Nur die Berufsschule ist für praktische Lernaufgaben zuständig) (!Der Betrieb ersetzt alle schulischen Lernfelder) (!Die Kammer übernimmt täglich den gesamten Berufsschulunterricht)
Worauf stützt sich der betriebliche Ausbildungsplan? (Auf den Ausbildungsrahmenplan der geltenden Ausbildungsordnung) (!Auf die freie Wahl der Lernenden ohne weitere Vorgaben) (!Ausschließlich auf die Werbeunterlagen eines Herstellers) (!Auf einen anonymen Kommentar in einem Internetforum)
Wie lange dauert die reguläre Ausbildung zum Dachdecker oder zur Dachdeckerin? (Drei Jahre) (!Ein Jahr) (!Zwei Jahre) (!Fünf Jahre)
Was muss beim Ausbildungsnachweis nach der Dachdeckerausbildungsverordnung geschehen? (Die Ausbildenden sehen den geführten Nachweis regelmäßig durch) (!Er wird grundsätzlich erst nach der Gesellenprüfung begonnen) (!Er enthält öffentliche Listen mit echten Kundenadressen) (!Er ersetzt die praktische Ausbildung vollständig)
Welcher Begriff bezeichnet die untere Linie einer geneigten Dachfläche? (Traufe) (!First) (!Konterlattung) (!Dachlatte)
Welche Information ist für die Deckmaße eines realen Ziegelprodukts maßgeblich? (Die geltenden Fachregeln und die geprüften Herstellerangaben zum konkreten Produkt) (!Ein selbst gewählter Wert aus einem Kartonmodell) (!Das Außenmaß eines beliebigen anderen Dachziegels) (!Der Mittelwert aus unverbindlichen Internetbildern)
Was ist bei einer ungesicherten Absturzkante zu tun? (Arbeit nicht beginnen oder stoppen und die verantwortliche Fachkraft informieren) (!Ohne Rückfrage schnell fertigarbeiten) (!Eigenständig einen beliebigen Seilanschlag anbringen) (!Die Gefahr nur im Berichtsheft erwähnen und weiterarbeiten)
Wie lautet die erste fachliche Reaktion auf abweichende Maße im Aufmaß? (Maße und Einheiten nachprüfen sowie die Abweichung abstimmen) (!Die Angaben unbemerkt nach Wunsch ändern) (!Auf Kontrolle verzichten wenn genug Material da ist) (!Die kleinste Zahl ohne Begründung übernehmen)
Welche Dokumentation eignet sich für einen öffentlichen Übungsnachweis? (Eine eigene anonymisierte Modellskizze mit Rechenweg und Prüfvermerk) (!Ein Foto mit sichtbarer echter Kundenanschrift) (!Ein vollständiger interner Baustellenbericht des Betriebs) (!Ein öffentlicher Ordner mit personenbezogenen Schülerbewertungen)
Wie kann eine Auszubildende Ressourcen im Modellauftrag schonen? (Den Bedarf berechnen und unbeschädigte Kartonelemente erneut verwenden) (!Alle Reservestücke direkt entsorgen) (!Die Materialmenge grundsätzlich verdoppeln) (!Die Qualitätssicherung zugunsten maximaler Geschwindigkeit auslassen)
Memory
Ordne jedem Fachbegriff die passende Erklärung zu. Die Zuordnungen werden im Spiel überprüft.
| Ausbildungsplan | Betriebliche Planung der zu vermittelnden Ausbildungsinhalte |
| Berufsschule | Lernort mit fachtheoretischen und berufsübergreifenden Lernaufgaben |
| Konterlattung | Latten in Dachneigungsrichtung unter einer quer verlaufenden Lattung |
| Aufmaß | Ermittlung benötigter Längen und Flächen mit Einheiten |
| Unterweisung | Anleitung zum sicheren Verhalten vor den betreffenden Tätigkeiten |
| Soll-Ist-Vergleich | Gegenüberstellung vereinbarter Anforderungen und beobachteter Ergebnisse |
Drag-and-drop
Ordne die Prozessschritte den passenden Aussagen zu.
| Richtigen Prozessschritt zuordnen | Beschreibung |
|---|---|
| Informieren | Auftragskarte und Randbedingungen lesen |
| Planen | Materialbedarf und Reihenfolge der Schritte ermitteln |
| Entscheiden | Sichere Lernmethode und Zuständigkeiten abstimmen |
| Kontrollieren | Modellmaße und Raster gegen die Vorgaben prüfen |
| Dokumentieren | Berechnung, Abweichungen und Erkenntnisse festhalten |
Kreuzworträtsel
Die sechs gesuchten Fachwörter stehen in den Fragen nicht selbst; erschließe sie aus der Beschreibung.
| Traufe | Wie heißt die untere Begrenzung einer geneigten Dachfläche? |
| Berufsschule | An welchem Lernort werden schulische Lernfelder unterrichtet? |
| Dachlatte | Wie heißt ein häufig quer zur Dachneigung eingebauter Teil der Lattung? |
| Unterweisung | Wie nennt man das angeleitete Vermitteln von sicherem Verhalten vor einer Tätigkeit? |
| Berichtsheft | Wie heißt der umgangssprachlich so bezeichnete laufende Ausbildungsnachweis? |
| Konterlattung | Welche Lattenlage verläuft im beschriebenen Dachaufbau in Dachneigungsrichtung? |
LearningApps
Suche dort ergänzende Übungen zum Thema. Externe Suchergebnisse sind Angebote Dritter und sollten vor der Nutzung fachlich geprüft werden.
Lückentext
Ergänze die fehlenden Fachbegriffe. Nutze pro Satz genau einen Begriff aus deinem Gelernten.
Offene Aufgaben
Leicht
- Lernorte erklären: Erstelle eine Vergleichstabelle mit je drei Aufgaben von Betrieb und Berufsschule und einem Beispiel für die Zusammenarbeit; benutze ausschließlich fiktive Fälle.
- Berufsprofil darstellen: Zeichne eine Mindmap mit fünf Berufstätigkeiten und kennzeichne zwei Tätigkeiten, die Anfänger nur unter geeigneter Aufsicht kennenlernen dürfen.
- Dachbegriffe beschriften: Zeichne ein einfaches geneigtes Dach und beschrifte Traufe, First, Dachlatte, Konterlattung sowie eine zusätzliche Schicht; gib die Abbildungsquelle an.
- Lernjournal beginnen: Verfasse einen anonymen Musterwochenbericht mit Lernort, Lerninhalt, Sicherheitsregel und einer Frage für die Ausbildenden.
Standard
- Modellfläche berechnen: Erstelle eine eigene bemaßte Modellskizze, rechne die Fläche mit Einheiten aus und kontrolliere das Ergebnis mit einer zweiten Methode.
- Risikoanalyse erstellen: Markiere auf einem erfundenen Baustellenplan mindestens fünf mögliche Gefahren; ordne sie ohne reale Erprobung nach Dringlichkeit und benenne zuständige Fachpersonen.
- Materialvarianten vergleichen: Vergleiche zwei in öffentlich zugänglichen Herstellerinformationen beschriebene Deckmaterialien hinsichtlich Einsatzbereich, Gewicht oder Verarbeitung; trenne gesicherte Angaben von Vermutungen.
- Lernortgespräch simulieren: Entwickle im Rollenspiel ein fachliches Gespräch zwischen Azubi, Lehrkraft und Ausbildenden über eine fehlerhafte Modellrechnung mit wertschätzender Rückmeldung.
Schwer
- Arbeitsplan optimieren: Überarbeite den 110-Minuten-Modellplan nach einer Störung, etwa fehlenden Kartonstücken; begründe neue Reihenfolge, Zeitreserven und Sicherheitskontrollen.
- Materialbilanz erstellen: Vergleiche zwei fiktive Modellvarianten mit unterschiedlicher Reserve in Stück und Fläche und bewerte Abfallvermeidung gegen Ausfallrisiken.
- Fehleranalyse dokumentieren: Simuliere einen Zählfehler im 8-mal-6-Raster und entwickle ein Prüfprotokoll mit Ursache, Korrekturmaßnahme, Gegenprüfung und Lerntransfer.
- Digitales Lernportfolio planen: Entwirf eine digitale Ordnerstruktur mit Zugriffsrechten, Quellenangaben, Modellfotos und anonymisierten Nachweisen; erläutere, welche echten Betriebsdaten darin gerade nicht veröffentlicht werden dürfen.


Lernkontrolle
Bearbeite die folgenden Aufgaben als eigenständigen Leistungsnachweis. Begründe deine Entscheidungen; die Bewertung erfolgt anhand von Rechenweg, fachlicher Genauigkeit, Arbeitsschutz und Dokumentation.
- Lernorte begründen: An welchem Lernort lässt sich eine Abweichung von Herstellermaßen am besten feststellen, an welchem erklären und an welchem genehmigt korrigieren? Begründe die beteiligten Rollen.
- Planung prüfen: Vergleiche drei angenommene Tätigkeiten des ersten Ausbildungsjahres mit einem betrieblichen Ausbildungsplan und benenne Fragen an die verantwortliche Kammer oder den Ausbildungsbetrieb.
- Abweichung berechnen: Ein Modell wird statt 2,40 m nur 2,10 m breit; berechne bei unveränderten wirksamen Modellmaßen die neue Elementzahl und eine aufgerundete Reserve von zehn Prozent. Zeige die Rechnung und prüfe den praktischen Rasterbedarf.
- Sichere Entscheidung begründen: Du siehst in einer fiktiven Baustellenskizze eine ungesicherte Lichtkuppel. Beschreibe dein sicheres Verhalten, die notwendige Meldung und warum du nicht selbst eine Schutzkonstruktion improvisierst.
- Ergebnis prüfen: Prüfe ein bewusst fehlerhaftes Rasterbild, unterscheide Messfehler und Zählfehler und entwickle eine reproduzierbare Soll-Ist-Kontrolle.
- Transfer reflektieren: Schreibe einen datensparsamen Ausbildungsnachweis zum Modellauftrag mit Lernziel, mindestens zwei Fachbegriffen, einer Korrektur und einem nächsten Lernschritt.
Lernnachweis
Dein Lernportfolio enthält mindestens: (1) eine begründete Lernortkarte, (2) einen fiktiven Auftrag mit bemaßter Skizze, (3) die Rechnung zu 2,88 m² und 53 Kartonstücken einschließlich Reserve, (4) den 110-Minuten-Arbeitsplan mit Sicherheitsentscheidung, (5) eine Modellzeichnung oder ein datenschutzkonformes Modellfoto mit Prüfliste, (6) ein Fehler- und Reflexionsprotokoll sowie (7) Quellenangaben. Abgegeben werden keine realen Kunden- oder Schülerdaten. Bei praktischen Lernwerkstattaufgaben prüfen Lehrkraft beziehungsweise Ausbildende die individuelle Eignung und geben die Durchführung frei.
Bewertung: Nutze das veröffentlichte 20-Punkte-Raster im Praxisfall. Ein hinreichender Lernnachweis zeigt nachvollziehbare Maße und Einheiten, sicherheitsgerechte Entscheidungen, überprüfbares Raster und schriftlich begründete Korrekturen. Die Lernkontrollaufgaben werden zusätzlich qualitativ besprochen; ihre Ergebnisse sind keine amtlichen Leistungs- oder Prüfungsnachweise.
Selbstkontrolle: Kannst du erklären, warum 48 geplante Positionen nicht automatisch 48 bestellte echte Dachziegel sind? Kannst du bei einem Sicherheitsmangel den richtigen Ansprechpartner benennen? Kannst du einen Lernerfolg ohne vertrauliche Daten dokumentieren? Ein „Nein“ zeigt dir den nächsten Übungsschritt.
OER und Wikipedia
Fach- und Rechtsquellen (Abruf und Abgleich Oktober 2026):
- BIBB: Dachdecker/Dachdeckerin – Berufsprofil, drei Jahre und Ausbildungsstruktur.
- DachAusbV – Ausbildung, betrieblicher Ausbildungsplan und Ausbildungsnachweis; amtliche Normtexte hier nur verlinkt, nicht kopiert.
- Ausbildungsrahmenplan als Anlage zur DachAusbV – Lerninhalte der betrieblichen Ausbildung.
- KMK-Rahmenlehrplan Dachdecker/Dachdeckerin, Beschluss 29.01.2016 – Lernfelder und Lernortkooperation; tatsächlichen Landeslehrplan beachten.
- BBiG § 15 und JArbSchG § 22 – Berufsschulfreistellung und Gefährdungsgrenzen für Jugendliche.
- BG BAU: Gefährdungsbeurteilung im Dachdeckerbetrieb und Initiative Sicher auf dem Dach – Sicherheitsinformation.
- BG BAU: Sicherheitsfilm 2026 – öffentlich zugängliches aktuelles Fachvideo; keine Erlaubnis zur gefährlichen Eigenarbeit.
- BIBB: Ausbildung gestalten – Dachdecker/Dachdeckerin – Umsetzungshilfe von 2017; Rechtsstand und Produktdetails vor Praxisarbeiten aktuell überprüfen.
Geprüfte Wikimedia-Commons-Medien mit Bildrechten: Die folgenden Dateien wurden anhand ihrer öffentlich zugänglichen Original-Dateiseiten, Urheber- und Lizenzhinweise ausgewählt. Originaldateien werden nicht als eigenes Werk ausgegeben; bei Wiederverwendung die jeweiligen Lizenzbedingungen beachten.
| Eingebundene Datei | Geprüfte Originalquelle | Urheber | Lizenz und Nachweis |
|---|---|---|---|
| File:Roofing 004.jpg | Commons-Dateiseite | Jeuwre | CC0 1.0 |
| File:Konterlattung Dachlatten.jpg | Commons-Dateiseite | Archivux | CC BY-SA 4.0 |
| File:Unfertige Dinge 003 2022 10 26.jpg | Commons-Dateiseite | Friedrich Haag | CC BY-SA 4.0 |
| File:Ceramic tile roof in Germany, 2012.JPG | Commons-Dateiseite | High Contrast | CC BY 3.0 DE |
| File:Roof parts.png | Commons-Dateiseite | Petr Kurfürst | Gemeinfrei laut Dateieintrag |
Videonachweise:
- Ausbildung zum Dachdecker – Hoch hinaus im Beruf – Anbieter: Ausbildung.de, Veröffentlichung 2018. Bei Wiedergabe gelten die Plattformbedingungen des jeweiligen Rechteinhabers; nicht als OER lizenziert. Historische Entgeltangaben und Sicherheitsvereinfachungen nicht unkritisch übernehmen.
- Dachdecker – Ausbildung, Aufgaben, Gehalt – Anbieter: Studyflix, Veröffentlichung 2022. Bei Wiedergabe gelten die Plattformbedingungen; nicht als OER lizenziert. Vergütungs- und elektrotechnische Aussagen anhand aktueller Primärquellen prüfen.
Offenes Nachschlageangebot: Wikipedia: Duale Ausbildung (mit Versionsgeschichte und Quellen prüfen) sowie Wikipedia: Dachdecker. Wikipedia ist ergänzendes Nachschlagewerk, keine Ersatzquelle für verbindliche Fachregeln, Gesetze, die zuständige Kammer oder Herstellerangaben. Die Wikimedia-Textlizenzen stehen in den jeweiligen Seitenangaben.
Verknüpfte Lernbereiche
Projektideen mit anderen Lernbereichen: Fachrechnen und Mathematik (Einheiten und Flächen), Technik (Materialeigenschaften und Aufbau), Deutsch (Fachgespräch und Ausbildungsnachweis), Politik und Wirtschaft (Rechte und Pflichten), Gesundheit (Arbeitsschutz), Umweltbildung (Ressourcenschonung) sowie Digitale Bildung (sichere Dokumentation). Fachbegriffe und Arbeitsschutzregeln immer mit deinem gültigen Ausbildungsplan und dem aktuellen Landeslehrplan abgleichen.
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Entwickle als weiterführendes Projekt mit einer Lerngruppe ein ausleihbares Dachmodell-Lernset: bemaßte Kartonschablonen, ein lösbares Raster, eine Materialrechnung, eine Checkliste zur Arbeitssicherheit, eine datensparsame Dokumentationsvorlage und eine Quellenliste. Prüft gegenseitig eure Unterlagen und kennzeichnet die klare Grenze zwischen Modellwissen und realer Bauausführung.
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