Steuerungstechnische Systeme in Betrieb nehmen - Fachkraft für Metalltechnik - LF 7
Einleitung
Du lernst, ein steuerungstechnisches System an einer Werkzeugmaschine fachlich zu analysieren, zu planen, in einer sicheren Lernumgebung in Betrieb zu nehmen, zu prüfen und zu dokumentieren. Der Kurs richtet sich an Auszubildende zur Fachkraft für Metalltechnik, Fachrichtung Zerspanungstechnik, im zweiten Ausbildungsjahr. Grundlage ist das KMK-Lernfeld 7 mit einem Zeitrichtwert von 60 Unterrichtsstunden. Ausgangspunkt ist ein fiktiver Auftrag: Eine pneumatisch bewegte Positionier- und Spannvorrichtung soll für einen späteren, ausschließlich von befugten Fachkräften freizugebenden Zerspanungsprozess konzipiert werden. Im Kurs arbeitest Du mit Zeichnungen, Berechnungen, einer Simulation und Prüfprotokollen, nicht mit einer ungesicherten Maschine.
Nach der Bearbeitung kannst Du den Stoff-, Informations- und Energiefluss unterscheiden, Technologien auswählen, Weg-Schritt-Diagramm, Zuordnungsliste, Funktionstabelle und Schaltplan aufeinander abstimmen, Kräfte und Energie abschätzen, Abweichungen systematisch eingrenzen sowie eine begründete Teamentscheidung dokumentieren. Der vollständige Handlungszyklus lautet Informieren – Planen – Entscheiden – Ausführen – Kontrollieren – Bewerten. Lernfeld 7 anderer Fachrichtungen hat andere Pflichtinhalte; hier wird nur die Zerspanungstechnik verbindlich behandelt.
Sicherheitsgrenze: Alle Berechnungen sind Lernmodelle. Druckbeaufschlagte, elektrische oder bewegte reale Anlagen darfst Du nur unter ausdrücklicher betrieblicher Freigabe, mit Gefährdungsbeurteilung und unter befugter Fachaufsicht bearbeiten. Eine reguläre Schaltung aus Starttaster, Standardventil und Sensorik ist keine nachgewiesene Sicherheitsfunktion. Die Übungen sind vollständig am PC, auf Papier oder an einer zuvor von Fachkräften abgesicherten Niedrigenergie-Didaktikstation möglich.
Arbeitsauftrag, Wirkzusammenhänge und Kompetenzziele
Auftrag klären statt sofort verdrahten
Ein fiktiver Ausbildungsbetrieb benötigt eine wiederholgenaue Positionierung eines kleinen Aluminiumrohlings vor einem Bohrvorgang. Die Aufgabe lautet: Ein doppeltwirkender Zylinder bewegt im Modell einen Anschlag 50 mm vor, meldet die erreichte Position und fährt anschließend zurück. Im Lernmodell gibt es keinen Bohrer, keinen rotierenden Antrieb und keine reale Spann- oder Bearbeitungsfreigabe. Eine tatsächliche Bearbeitungsfreigabe erfordert getrennte sicherheitstechnische Planung durch zuständige Fachkräfte.
Lies zuerst die auftragsbezogenen Unterlagen: Funktionsbeschreibung, Lastenannahme, Betriebs- und Herstelleranleitungen, Skizze der Wirkstelle, Energieversorgung, zulässige Zustände, Sicherheitsanforderungen und Abnahmekriterien. Frage: Was soll sich bewegen? Woran ist der Erfolg messbar? Welche Energie wird verwendet? Welche Störungen können auftreten? Wer erteilt die Freigabe? Welche Informationen dürfen dokumentiert werden? Verwende dabei ausschließlich erfundene Auftragscodes, zum Beispiel M-LF7-01.
Stofffluss beschreibt hier den Weg des Rohlings vom Bereitstellplatz bis zum Anschlag; ein blockierter Rohling kann eine fehlende Endlage verursachen. Informationsfluss meint Startanforderung, Sensorzustände, Steuerentscheidung und Rückmeldung. Energiefluss führt von der elektrischen Versorgung und der aufbereiteten Druckluft über Ventile zum Zylinder und dessen mechanischer Bewegung. Die drei Flüsse sind verschieden, können aber denselben Fehler erklären. Eine schwache Bewegung kann auf Energieverlust, falsche Ventilstellung, fehlerhafte Information oder eine mechanische Blockade zurückgehen.
Steuerkette, Regelkreis und sichere Zustände
Bei einer Steuerung beeinflusst eine Eingangsgröße den Prozess nach einer vorgegebenen Logik; eine Rückmeldung kann Zustände erkennen, ohne dass kontinuierlich eine Soll-Ist-Abweichung ausgeregelt wird. Eine Regelung führt eine gemessene Größe in einem geschlossenen Regelkreis auf einen Sollwert zurück. Eine Endlagemeldung in einer Ablaufsteuerung macht diese noch nicht automatisch zur kontinuierlichen Positionsregelung.
| Funktion | Beispiel im Lernauftrag | Fragen an die Diagnose |
|---|---|---|
| Eingabe | Starttaster S1 und Endlagensensoren B1/B2 | Kommt ein gültiges Signal an? |
| Verarbeitung | Funktionstabelle oder simulierte Steuerlogik | Ist die Übergangsbedingung erfüllt? |
| Stellglied | Wegeventil 1V1 mit Magnetspule Y1 | Schaltet es laut Sollzustand? |
| Aktor | Doppeltwirkender Zylinder 1A1 | Bewegt er sich wie vorgesehen? |
| Prozess/Information | Anschlag und Endlagenrückmeldung | Ist die mechanische Lage erreicht? |
Beschreibe im Team nicht nur den erwünschten Ablauf, sondern auch den definierten Stillsetz- und Wiederanlaufzustand. Druckabbau bedeutet nicht automatisch, dass Kräfte, gespeicherte Luft oder gehaltene Lasten verschwinden. Nach einer Störung darf ein Start niemals allein durch Rückkehr der Versorgung unkontrolliert erfolgen.
Kompetenzcheck: Skizziere die drei Flüsse in verschiedenen Linienarten. Markiere die Gefahrenstelle am Anschlag, die beiden Endlagen sowie die Schnittstelle zwischen Lernsteuerung und einer nur durch Fachkräfte zu konzipierenden Schutzfunktion. Erläutere, warum Du die Gefährdungsbeurteilung vor dem Funktionsversuch benötigst.
Gerätetechnik: Pneumatik, Hydraulik und elektrische Ansteuerung
Pneumatischer Aufbau
Pneumatik nutzt verdichtete Luft als Arbeitsmedium. Zur typischen Wirkungskette gehören Druckluftversorgung, geeignete Aufbereitung und Druckregelung, Leitungen, Wegeventile für die Strömungsrichtung, gegebenenfalls Stromregelventile zur Geschwindigkeitsbeeinflussung, Sensoren und Zylinder. Druckventile verändern oder begrenzen Drücke; Sperrventile verhindern Strömung in einer Richtung; Stromventile beeinflussen die Durchflussmenge. Auswahl und Einstellung richten sich stets nach Herstellerdaten und dem geprüften Schaltungskonzept.

Geprüftes Commons-Beispiel einer einfachen pneumatischen Schaltung: Lies die Wirkung von Versorgung, Ventil und Verbraucher entlang der Leitungen. Die Darstellung ist kein fertiger Sicherheitsnachweis.
Ein 3/2-Wegeventil hat drei Hauptanschlüsse und zwei Schaltstellungen; es ist etwa bei einem einfachwirkenden Zylinder üblich. Ein 5/2-Wegeventil besitzt fünf Hauptanschlüsse und zwei Stellungen: Druckanschluss 1, Arbeitsanschlüsse 2 und 4 sowie Entlüftungen 3 und 5. Es kann die Kammern eines doppeltwirkenden Zylinders abwechselnd mit Luft versorgen und entlüften. Prüfe anhand des konkreten Symbols, welche Verbindung in der jeweiligen Stellung besteht. „Fünf“ meint Anschlüsse und „zwei“ die Schaltstellungen – nicht fünf Ventile oder zwei Zylinder.

Verifiziertes Schema eines elektromagnetisch geschalteten 5/2-Wegeventils. Beachte Symbolstellungen, Arbeitsanschlüsse und Betätigungsart; Anschlussbezeichnungen müssen zur Gerätedokumentation passen.

Geprüftes Symbol eines doppeltwirkenden Zylinders. Zwei Arbeitskammern ermöglichen Bewegungen in beide Richtungen. Die genannten Schaltzeichen orientieren sich an der Symbolsystematik der ISO-1219-Familie; für reale Unterlagen ist der jeweils gültige Normenstand zu prüfen.
Der doppeltwirkende Zylinder besitzt eine Kolbenfläche auf der Seite ohne Kolbenstange und eine kleinere wirksame Ringfläche auf der Stangenseite. Bei gleichem Druck fällt die ideale Einfahrkraft wegen der Kolbenstange geringer aus. Achte auf Hub, Dichtungen, Druckgrenzen, Querkräfte, Anbauposition, Endlagendämpfung und mögliche Restenergie.

Foto eines realen Pneumatikzylinders mit angebauten Sensoren. Unterscheide das mechanische Arbeitsglied von seiner elektronischen Endlagenerfassung.
Fachvideo (Deutsch): Funktionsprinzip eines 5/2-Wegeventils, Kanal Schnell&Einfach, 2019. Sieh Dir die Umschaltung an und beschreibe anschließend ohne Video, welche Kammer bei einer angenommenen Schaltstellung versorgt wird. Die unabhängige Wiedergabe des YouTube-Players konnte bei der Quellenprüfung nicht getestet werden.
Hydraulik und Technologievergleich
Hydraulik verwendet eine meist gering kompressible Flüssigkeit und kann bei hohen Betriebsdrücken große Kräfte mit vergleichsweise kompakten Aktoren erzeugen. Systemelemente sind Aggregat mit Pumpe, Behälter und Filter, Druckbegrenzung, Wegeventile, Leitungen und Verbraucher. Bei Rücklauf und Leckage spielen Ölreinheit, sachgerechte Auffangmittel und Umweltvorschriften eine wichtige Rolle. Hohe Druckenergien sind gefährlich; ein dünner Ölstrahl kann die Haut durchdringen. Niemals eine Undichtigkeit mit der Hand suchen.
Verifiziertes Hydraulik-Funktionsschema einer Richtungssteuerung. Vergleiche die Energiequelle und den Rücklauf mit einer pneumatischen Schaltung; kopiere das Schema nicht ungeprüft als reale Bauanleitung.
Animierte schematische Darstellung eines Flüssigkeitszylinders als Beispiel zur Kraftübertragung. Eine schematische Animation ersetzt keine Auslegung und keine Schutzbetrachtung.
| Kriterium | Pneumatik | Hydraulik | Elektrischer Linearantrieb |
|---|---|---|---|
| Medium | Luft | Hydraulikflüssigkeit | elektrische Energie |
| Typischer Vorteil | einfache und schnelle Hubbewegung bei vorhandener Druckluft | hohe Kraftdichte und gute Lastführung bei geeigneter Konstruktion | gezielte Positionierung, oft ohne zentrale Fluidversorgung |
| Typische Grenze | Kompressibilität, Leckagen und Kompressorenergie | Ölpflege, Leckagerisiko, hoher Druck, Instandhaltungsaufwand | Baugröße, thermische Last und Kosten je nach Lastprofil |
| Wartungsfrage | Druckluftqualität und Leckagen | Filter, Schläuche und Öldichtheit | Leitungen, Antrieb und Schutzsystem |
| Auswahlgrundlage | Kraft, Hub, Takt, Betriebskosten und Sicherheit | Kraft, Leistungsbedarf und sichere Lastbeherrschung | Drehmoment, Genauigkeit, Energiebedarf und Schutzkonzept |
Fachvideo (Deutsch): HANSA-FLEX Österreich und die Hydraulik Akademie diskutieren den Unterschied zwischen Hydraulik und Pneumatik (2022). Beurteile die im Video genannten Stärken stets an einer konkreten Aufgabe; allgemeine Aussagen zur Geschwindigkeit gelten nicht ausnahmslos. Die unabhängige Wiedergabe des YouTube-Players konnte nicht getestet werden.
Elektrische Ansteuerung und Sensorik
Eine elektrische Ansteuerung steuert etwa eine Ventilspule, ein Relais oder einen Antrieb an. Im Lernmodell verwendet die Informationsseite eine beispielhafte 24-V-Gleichspannungsversorgung, getrennte Eingangs- und Ausgangskennzeichnung und eine vorgegebene Schaltungssimulation. Ein Sensor erfasst einen Zustand, ein Aktor setzt eine Stellgröße um. Ein magnetischer Zylinderschalter kann die Kolbenposition erfassen; ein induktiver Näherungsschalter erkennt geeignetes metallisches Material. Sensorprinzip, Spannungsbereich, Schaltart, Signalpegel und Verdrahtung müssen zu Gerät und Steuerung passen.
Achte auf PNP/NPN, Öffner/Schließer, Versorgung, Bezugspotenzial und Schaltlogik. Eine Anzeige-LED am Sensor beweist noch nicht, dass der Steuerungseingang das gewünschte Signal interpretiert. Veränderungen elektrischer Anlagen dürfen nur entsprechend DGUV Vorschrift 3 durch Elektrofachkräfte oder unter deren Leitung und Aufsicht erfolgen. Nicht selbst im Schaltschrank probieren; digitale Simulation ist die sichere Alternative.
Technische Dokumentation und Ablaufsteuerung
Vom Technologieschema zum Schaltplan
Ein Technologieschema zeigt den Prozess vereinfacht: Rohling bereitstellen, Anschlag vorfahren, Endlage prüfen, Anschlag zurückfahren. Ein Pneumatik-Schaltplan stellt Komponenten und Fluidverbindungen über genormte Symbole dar; ein Stromlaufplan beschreibt die elektrische Verschaltung. Beide Pläne müssen zur gleichen Funktionsbeschreibung gehören und dürfen im Lernprojekt nur mit verifizierten Symbolen und Geräteangaben angefertigt werden.
Zuordnungsliste für das simulierte Beispiel:
| Betriebsmittel | Adresse im didaktischen Modell | Funktion | Beobachtbarer Sollzustand |
|---|---|---|---|
| S1 | I0.0 | Startanforderung | nur bei bewusster Betätigung aktiv |
| B1 | I0.1 | Endlage eingefahren | meldet A- |
| B2 | I0.2 | Endlage ausgefahren | meldet A+ |
| Y1 | Q0.0 | Betätigt 5/2-Magnetventil | Ventil schaltet im Modell |
| 1A1 | mechanischer Aktor | bewegt den Anschlag | Hub 50 mm |
Die Adressen sind rein fiktiv; real gelten die Hardwaredokumentation und die freigegebene E/A-Liste. Die Schaltung ist eine Funktionssimulation, ausdrücklich keine Umsetzung von Not-Halt, Wiederanlaufsperre oder schützender Verriegelung.
Weg-Schritt-Diagramm und Funktionstabelle
Ein Weg-Schritt-Diagramm verknüpft den Hubzustand eines Aktors mit diskreten Schritten. „A+“ bedeutet ausfahren, „A-“ einfahren. Die zugehörigen Übergänge werden durch Ereignisse oder Sensorsignale ausgelöst, nicht allein durch Zeitablauf. Eine grafische Kurve darfst Du aus der folgenden Tabelle selbst zeichnen: auf der waagerechten Achse stehen die Schritte, auf der senkrechten Achse die Zustände eingefahren und ausgefahren.
| Schritt | Zustand der Anschlagposition | Bedingung für den Übergang | Ausgabe im reinen Funktionsmodell |
|---|---|---|---|
| 0 – Bereitschaft | A- bei B1 = 1 | Startanforderung S1 und B1 = 1 | Y1 = 0 |
| 1 – Vorfahren | Übergang zu A+ | B2 = 1 innerhalb zulässiger Modellzeit | Y1 = 1 |
| 2 – Rückfahren | Übergang zu A- | B1 = 1 innerhalb zulässiger Modellzeit | Y1 = 0 |
| 3 – Ende | A- | erneute bewusste Startanforderung | Y1 = 0 |
| Fehlerfall | unbekannte oder widersprüchliche Lage | Grenzzeit überschritten oder B1/B2 unplausibel | Modell stoppt; keine automatische Wiederholung |
Funktionslogik: Erst wenn das Lernmodell einen definierten Ausgangszustand meldet und eine neue Startanforderung vorliegt, darf die Ablaufsequenz im Simulator beginnen. Nach dem Umschalten prüfst Du den erwarteten Endlageneingang. Bei ausbleibender oder gleichzeitiger widersprüchlicher Meldung setzt die Simulation eine Fehlermeldung und verlangt eine bewusste Diagnose. Keine der Tabellenzeilen ersetzt eine sicherheitsgerichtete Steuerung.
Typischer Fehler: Eine Lernende verbindet B2 fälschlich mit I0.1 statt I0.2. Im Simulator wird das Erreichen von A+ nicht erkannt und die Sequenz bleibt stehen. Die korrekte Fehlersuche beginnt bei Zuordnungsliste und beobachteten Signalen, nicht beim hektischen Ändern mehrerer Ausgänge gleichzeitig.
Schaltplanprüfung mit digitalen Werkzeugen
Arbeite mit einer vom Ausbildungsbetrieb oder der Schule freigegebenen Anwendung zur Pneumatik-/Elektropneumatik-Simulation. Wähle Symbole aus der Bibliothek, übertrage die E/A-Liste, schalte die Simulation in Einzelschritten und protokolliere den beobachteten Verlauf. Vergleiche jedes Teilbild mit der Tabelle. Zeichne eine eigene, nachvollziehbar beschriftete Schaltung als Arbeitsergebnis; der hier beschriebene Text ist keine vollständige und nicht als Montagefreigabe geeignete Verdrahtungsanweisung.
Prüffragen: Sind Anschlüsse und Ruhestellung des 5/2-Ventils eindeutig? Ist die eingezeichnete Betätigung zur verwendeten Variante passend? Ist der Rückhub beschrieben? Passen Zeitannahmen, Sensorpositionen und Fehlerverhalten zusammen? Sind Energieversorgung und Signalführung getrennt dargestellt? Sind Sicherheitsfunktionen als separat zu bewertende Anforderungen gekennzeichnet?
Druck, Kraft, Energie und wirtschaftliche Auswahl
Größen und Einheiten sicher umrechnen
Es gilt Druck = Kraft / Fläche, also p = F / A und F = p · A. Der Druck wird in Pascal gemessen: 1 bar = 100 000 Pa = 0,1 N/mm². Die volle Kolbenfläche ist A = π · D² / 4. Beim Einfahren wirkt die Ringfläche A_R = π · (D² − d²) / 4, weil die Kolbenstange Fläche verdrängt. Nutze dieselben Einheiten im gesamten Rechenweg; wähle p als für die jeweilige Modellaufgabe angenommene nutzbare Druckdifferenz. Ein Manometer zeigt häufig Überdruck gegenüber der Umgebung, nicht absoluten Druck.
Übungsrechnung für den Modellzylinder: Zylinderdurchmesser D = 32 mm, Stangendurchmesser d = 12 mm, Hub s = 50 mm, angenommene wirksame Druckdifferenz p = 5 bar = 0,5 N/mm².
- Volle Kolbenfläche: A = π · 32² / 4 = 804,25 mm².
- Ringfläche: A_R = π · (32² − 12²) / 4 = 691,15 mm².
- Ideale Ausfahrkraft: F_aus = 0,5 N/mm² · 804,25 mm² = 402,12 N.
- Ideale Einfahrkraft: F_ein = 0,5 N/mm² · 691,15 mm² = 345,58 N.
- Bei einem für die Übung angenommenen mechanischen Nutzungsfaktor 0,80: F_aus,nutz ≈ 322 N und F_ein,nutz ≈ 276 N. Reale Wirkungsgrade, Reibung, Gegendruck und Lastverhältnisse stammen aus den Herstellerdaten.
- Das theoretisch verfügbare Hubarbeits-Modell beim Ausfahren ist W ≈ F_aus · s = 402,12 N · 0,050 m ≈ 20,1 J; mit demselben vereinfachten Faktor 0,80 sind es ≈ 16,1 J mechanisch nutzbare Arbeit.
Die Hubkammer hat näherungsweise V = A · s = 804,25 mm² · 50 mm = 40 212,5 mm³ = 40,2 cm³. Das ist das geometrische Kammervolumen eines Hubs, nicht der vollständige Normluftverbrauch. Für Luftverbrauch, Kompressorleistung und Betriebskosten müssen insbesondere absoluter Druck, Totvolumen, Schaltfrequenz, Drosselung, Leckage und Wirkungsgrade berücksichtigt werden.
Für eine schematische elektrische Spule mit angenommenen 24 V und 0,20 A gilt P = U · I = 4,8 W; bei 2 s Einschaltdauer folgt E = P · t = 9,6 J. Das ist nur elektrische Spulenenergie, nicht die gesamte Energie für die Drucklufterzeugung. Für eine hydraulische Variante bei fiktiven 50 bar auf derselben Fläche ergäbe sich ideal 5 N/mm² · 804,25 mm² ≈ 4 021 N; daraus folgt weder eine geeignete reale Komponentenwahl noch eine sichere Hydraulikfreigabe.
Typische Fehler: 5 bar unkommentiert als „5 N/mm²“ rechnen, die Kolbenstange beim Einfahren vergessen, Hubvolumen mit Normluftverbrauch gleichsetzen, Sicherheitsfaktoren übersehen oder bei einem geregelten Antrieb die Prozesskraft mit der nominellen Blockierkraft verwechseln. Ein plausibles Ergebnis hat Zahl, Einheit, Annahme und betriebliche Bedeutung.
Technische und wirtschaftliche Auswahl begründen
Für die Modellaufgabe sind als Planungsziel eine kurze Strecke, eine moderate Kraft und nachvollziehbare Schaltlogik gesetzt. Eine vorhandene Druckluftversorgung kann Pneumatik begünstigen; bei dauerhaftem Betrieb kann ein elektrischer Antrieb wegen Energie- und Leckagekosten günstiger sein. Hydraulik kann bei hohen Prozesskräften Vorteile bieten, ist aber für den kleinen Schulversuch keine notwendige Variante.
| Fiktive Kostenannahme für fünf Jahre | Anschaffung | Jährlicher Aufwand | Modell-Gesamtkosten ohne Abzinsung |
|---|---|---|---|
| Pneumatisch | 430 € | 85 € | 430 € + 5 · 85 € = 855 € |
| Hydraulisch | 1 050 € | 115 € | 1 050 € + 5 · 115 € = 1 625 € |
| Elektrischer Linearantrieb | 670 € | 30 € | 670 € + 5 · 30 € = 820 € |
Achtung: Die Preise sind frei erfundene Unterrichtszahlen, keine Marktangebote. Material und Schutzeinrichtungen, Personalzeit, Wartungsintervalle und tatsächliche Energieaufnahme müssen im Betrieb ermittelt werden. Die günstigste Zahl allein entscheidet nicht: Zulässige Kräfte, Prozessqualität, Fail-safe-Verhalten, Verfügbarkeit, Gesundheit, Umwelt und Fachkompetenzen haben Vorrang. Dokumentiere Deine Entscheidung in einer Nutzwertmatrix mit Gewichtungen und begründe auch, warum Du eine Alternative ausschließt.
Vollständiger Praxisfall: Modell einer Positioniereinrichtung
Fiktiver Auftrag und prüfbares Ergebnis
Auftragsnummer M-LF7-01: „Entwickle für eine didaktische Vorrichtung eine pneumatische Abfolge, in der der Anschlag nach bewusster Startanforderung 50 mm ausfährt, seine Endlage zurückmeldet, wieder einfährt und die Ausgangslage bestätigt. Berücksichtige bei 5 bar Modell-Druckdifferenz den Zylinder mit 32 mm Kolben- und 12 mm Stangendurchmesser. Führe den Ablauf ausschließlich in einer Simulation vor. Liefere dokumentierte Rechnungen, eine Zuordnungsliste, Weg-Schritt-Darstellung, Funktions- und Schaltplanbeschreibung, Prüfprotokoll und begründete Verbesserungen.“ Als fiktives Abnahmekriterium gelten konsistente Signale in allen Schritten und ein sicher angehaltener Simulationsablauf bei absichtlich erzeugten Modellfehlern.
Die oben durchgerechneten ca. 322 N modellhafte nutzbare Ausfahrkraft können mit einer fiktiven geforderten Modellkraft von 250 N verglichen werden; der rechnerische Unterschied beträgt rund 72 N. Das ist keine ausreichende Sicherheitsreserve für eine reale Spannvorrichtung. Kräfte, Haltefunktion bei Versorgungsverlust und Freigabe für tatsächliche Zerspanung müssen von befugten Personen nach tatsächlicher Anwendung, Normen, Herstellerdaten und Gefährdungsbeurteilung festgelegt werden. Die didaktische Auslegung zeigt ausschließlich einen Rechenweg.
Arbeitsplan und Arbeitsprodukte
| Phase | Auszuführender Lernschritt | Kontrollierbares Ergebnis |
|---|---|---|
| Informieren | Auftrag, Lehrplanbezug, Gefahren, Herstellerdaten und Funktionsziele lesen | Aufgabenblatt mit fünf Abnahmekriterien und markierter Sicherheitsgrenze |
| Planen | Stoff-, Signal- und Energiefluss skizzieren, Komponentenmodell auswählen | Funktionsschema und begründete Gerätematrix |
| Entscheiden | Zylinderflächen, Kräfte, Hubarbeit und Technologiealternativen vergleichen | Rechnung mit Einheiten und schriftliche Entscheidung |
| Konstruieren | Zuordnungsliste, Schaltplan im Simulator, Weg-Schritt-Diagramm und Funktionstabelle abgleichen | vier zueinander konsistente Dokumente |
| Simulieren | Definierte Startlage einstellen; Ausgangs-, Hub- und Rückfahrzustand beobachten | protokollierter Soll-Ist-Vergleich ohne reale Energie |
| Prüfen | Mindestens drei gedachte Störungen einzeln injizieren und Wirkung dokumentieren | Fehlerprotokoll mit Ursache, Nachweis und Verbesserung |
| Bewerten | Umweltaspekte, Kosten, Sicherheitslücken und Teamentscheidung reflektieren | zweiseitige technische Übergabenotiz mit offener Freigabefrage |
Muster-Prüfprotokoll für die Simulation:
| Testfall | Soll | Beobachtung im beispielhaften Simulationslauf | Bewertung / Maßnahme |
|---|---|---|---|
| P1 Start aus A- | Y1 setzt, A fährt aus | B1 meldet Ausgangslage, anschließend A+ | bestanden, sofern B2 innerhalb Modellgrenzzeit folgt |
| P2 Endlage A+ | B2 wird gesetzt, Rückfahrphase beginnt | B2 wird in der Simulation korrekt gesetzt | bestanden |
| P3 Rückkehr | Y1 fällt ab, A- wird durch B1 bestätigt | B1 = 1 nach Rückhub | bestanden |
| P4 Sensor B2 bleibt logisch 0 | keine unendliche Fortsetzung, Fehlermeldung | Ablauf stoppt im Simulator nach festgelegter Modellgrenzzeit | Fehler korrekt erkannt; Sensor-/Adressprüfung erforderlich |
| P5 B1 und B2 gleichzeitig logisch 1 | Plausibilitätsfehler | Simulator meldet unzulässigen Zustand | Fehler korrekt erkannt; keine automatische Wiederholung |
| P6 Versorgungsunterbrechung | definierte sichere Systemauslegung gesondert prüfen | Standardmodell erlaubt keine reale Sicherheitszusage | nicht freigegeben für reale Maschinen |
Prüfbares Arbeitsergebnis: Abzugeben sind eine einzige digital erstellte Funktionsmappe (PDF aus nicht vertraulichen Simulationsdaten), eine 60–90 Sekunden lange kommentierte Bildschirmpräsentation oder Live-Vorführung der Simulation und ein unterschriebenes didaktisches Bewertungsblatt ohne personenbezogene Daten. Der Protokollstatus „bestanden“ bezieht sich ausschließlich auf die modellierten Funktionsmerkmale, nicht auf elektrische oder maschinenrechtliche Abnahme.
Bewertungsraster für den Praxisfall
| Kriterium | Maximale Punkte | Für volle Punktzahl nachweisbar |
|---|---|---|
| Auftragsanalyse und Sicherheitsabgrenzung | 15 | Auftrag, bestimmungsgemäße Simulation, Gefährdungen und offene reale Freigaben klar benannt |
| Gerätetechnik und Entscheidung | 15 | drei Varianten an Aufgabe, Kosten, Umwelt und Funktion reflektiert |
| Rechnungen und Einheiten | 20 | Druck-, Flächen-, Kraft- und Energieansätze korrekt und Annahmen transparent |
| Vier Dokumentationsformen | 20 | Zuordnungsliste, Weg-Schritt-Diagramm, Funktionstabelle und Schalt-/Stromlaufkonzept konsistent |
| Simulationsprüfung und Fehlersuche | 20 | sechs Prüffälle dokumentiert, Ursachen logisch eingegrenzt, Maßnahme überprüft |
| Zusammenarbeit, Reflexion und Präsentation | 10 | Zuständigkeiten, sachliche Konfliktlösung und begründete Verbesserung dargestellt |
| Summe | 100 | Leistung erkennbar und reproduzierbar |
Orientierung für die formative Rückmeldung: 90–100 sehr sicher, 75–89 weitgehend selbstständig, 60–74 mit erkennbaren Lücken, unter 60 gezielte Nacharbeit. Das ist nur ein vorgeschlagenes Unterrichtsraster; eine konkrete Benotung wird von der zuständigen Lehrkraft nach geltenden Vorgaben vorgenommen. Kritische Sicherheitslücken müssen unabhängig von der Punktzahl geklärt werden, bevor irgendeine reale Praxis erfolgt.
Sichere Inbetriebnahme, Fehlersuche und Optimierung
Prüfstrategie vom sicheren Zustand aus
Die professionelle Vorgehensweise beginnt mit der Gefährdungsbeurteilung und den Zuständigkeiten. Fachkräfte prüfen Gerätetypen, zulässige Druck- und Spannungsbereiche, Herstelleranleitung, Schutz- und Verriegelungseinrichtungen sowie das sichere Trennen von Energiequellen. Sie sichern gegen unerwarteten Wiederanlauf, beherrschen gespeicherte Druck-, Feder-, Lage- und Restenergien, führen erforderliche Prüfungen durch und dokumentieren eine Freigabe. Auszubildende arbeiten nur im ausdrücklich erlaubten Rahmen und unter befugter Aufsicht. Ein Not-Halt ist kein Ersatz für sicheres Freischalten; ein angezeigter Druck von null an einer Stelle beweist nicht sämtliche Restenergienfreiheit.
Beispiel einer nichtinvasiven Diagnose im Simulator: Die Bewegung bleibt nach Start aus. Vergleiche nacheinander Ausgangsbedingung B1, Startanforderung S1, internen Schritt, Ausgang Y1, simulierte Ventilstellung und Aktorbewegung. Erst dann prüfst Du den simulierten Druckzustand und die virtuelle Mechanik. Ändere genau eine Modellvariable pro Versuch, dokumentiere vorher/nachher und teste das erwartete Verhalten erneut.
| Beobachtung | Mögliche Ursachen | Sicherer Nachweis im Modell |
|---|---|---|
| Start ohne Bewegung | Startbedingung fehlt, B1 falsch, Y1 nicht gesetzt | logische Signale und Zuordnungsliste vergleichen |
| Ventil meldet Schalten, Zylinder bleibt stehen | Versorgung fehlt, Ventil/Leitung falsch modelliert, mechanische Blockade | virtuelle Druckanzeige und Flussweg prüfen |
| Zylinder fährt zu langsam | Drosselung, Leckage oder unzureichender Durchfluss | Parameter einzeln in der Simulation variieren |
| B2 fehlt trotz Hub | Sensor falsch positioniert oder Eingang verwechselt | Sensorlage, Kennlinie, Adresse und Eingangsstatus prüfen |
| Rückhub startet unerwartet | falsche Übergangsbedingung, Signalflanke oder monostabile Rückstellung | Zeitfolge und Funktionsplan vergleichen |
| Widersprüchliche Endlagen | Fehlzuordnung, Signalfehler, defekte Sensorik im Fehlerbild | Plausibilitätsprüfung auslösen und Fehlerzustand protokollieren |
Nicht zulässig sind für Lernzwecke das Lösen druckführender Kupplungen, das Überbrücken einer Schutzeinrichtung, das Prüfen von Hochdruck-Lecks mit Fingern, eigenmächtiges Verdrahten oder das gezielte Auslösen eines unkontrollierten Maschinenanlaufs. Stelle diese Fehler rein virtuell dar. Für reale Hydraulik gilt insbesondere die DGUV Information 209-070; bei Eindringverletzungen durch Hydraulikflüssigkeit ist sofort medizinische Notfallversorgung erforderlich.
Nachhaltigkeit, Digitalisierung und soziale Kompetenz
Bei Druckluft erhöhen Leckagen, unnötig hoher Betriebsdruck und Leerlaufzeiten den Energiebedarf. Eine optimierte Leitungslänge, bedarfsgerechte Druckregelung und dokumentierte Wartung können Ressourcen sparen. Hydraulik benötigt sachgerechte Ölpflege, Leckageprävention, Auffang- und Entsorgungskonzepte; elektrische Alternativen sind hinsichtlich tatsächlicher Lastprofile zu vergleichen. Verwende in der Entscheidung nicht nur Anschaffungspreise, sondern auch Lebenszykluskosten und Abfallvermeidung.
Digitale Schaltplanprogramme, Versionierung, virtuelle Sensoranzeigen, Ereignisprotokolle und Zustandsüberwachung helfen beim Fehlereingrenzen; sie erzeugen zugleich Risiken durch falsche Parameter, veraltete Dateien und unklare Zugriffsrechte. Speichere nur synthetische Lernwerte, verwende keine personenbezogenen Schülerdaten und keine vertraulichen Betriebs- oder Kundendaten. Verteile Rollen im Team: Auftragsanalyse, Berechnung, Simulation, Protokollprüfung und Moderation. Begründe Meinungsverschiedenheiten anhand beobachtbarer Daten; nutze bei unterschiedlichen Fachsprachen ein gemeinsames Symbolverzeichnis und respektiere kulturelle Unterschiede.
Aktueller fachlicher Rechts- und Normenrahmen (Quellen im OER-Teil): Die KMK-Vorgabe ist ein schulischer Rahmenlehrplan; maßgeblich sind zusätzlich der Landeslehrplan, der betriebliche Ausbildungsplan und die zuständige Kammer. Fachlich einschlägig sind die DIN-EN-ISO-4414-Reihe (Pneumatik), die DIN-EN-ISO-4413-Reihe (Hydraulik) und die ISO-1219-Reihe (Schaltzeichen) in jeweils zu überprüfender Fassung, die Betriebssicherheitsverordnung, die einschlägigen DGUV-Veröffentlichungen und die aktuellen Herstelleranleitungen. Das BIBB weist für diesen Beruf eine zweijährige Ausbildung nach der Verordnung vom 2. April 2013 aus; vor einer realen Verwendung sind Änderungen des Regelwerks zu prüfen. Der Kurs vermittelt keine amtliche Prüfungszulassung, keine Maschinenfreigabe und keine Anerkennung einer Sicherheitsprüfung.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Welche drei Flüsse helfen bei der systematischen Analyse einer steuerungstechnischen Anlage? (Stofffluss, Informationsfluss und Energiefluss) (!Kostenfluss, Personalfluss und Wetterfluss) (!Spannungsfluss, Farbfluss und Zeitfluss) (!Aktenfluss, Lieferfluss und Werbefluss)
Wofür steht die Bezeichnung 5/2 bei einem Wegeventil? (Fünf Hauptanschlüsse und zwei Schaltstellungen) (!Fünf Zylinder und zwei Schaltpläne) (!Fünf Druckstufen und zwei Sensoren) (!Fünf Leitungsfarben und zwei Stromkreise)
Welche Fläche ist beim Einfahren eines doppeltwirkenden Zylinders mit Kolbenstange wirksam? (Die Ringfläche aus Kolbenfläche minus Stangenquerschnitt) (!Die volle Kolbenfläche ohne Abzug) (!Die Seitenfläche des Zylindergehäuses) (!Die Fläche des Druckmanometers)
Was zeigt ein Weg-Schritt-Diagramm in einer Ablaufsteuerung? (Die Lage des Aktors in den einzelnen Ablaufschritten) (!Nur die Einkaufskosten der Ventile) (!Ausschließlich die Netzspannung über der Zeit) (!Nur die Namen der Teammitglieder)
Welche Schlussfolgerung ist aus einer leuchtenden Sensoranzeige zulässig? (Das Sensorsignal muss zusätzlich am vorgesehenen Steuerungseingang geprüft werden) (!Die gesamte Anlage ist damit sicher freigegeben) (!Alle Ventile müssen deshalb einwandfrei sein) (!Der Sensor misst dadurch automatisch den Systemdruck)
Welche Formel beschreibt die theoretische Zylinderkraft bei bekanntem Druck und wirksamer Fläche? (Kraft gleich Druck mal wirksame Fläche) (!Kraft gleich Druck geteilt durch Hubzeit) (!Kraft gleich Kolbenweg plus Druck) (!Kraft gleich Durchmesser geteilt durch Spannung)
Was ist bei einem ausbleibenden Endlagensignal der sichere erste Schritt im Lernmodell? (Sollzustand und simulierte Ein und Ausgänge vergleichen) (!Eine reale Schlauchkupplung unter Druck öffnen) (!Eine Schutzverriegelung überbrücken) (!Den Druck ohne Geräteprüfung erhöhen)
Welche Aussage zur beschriebenen Lernsteuerung ist fachlich richtig? (Eine normale Ablaufsteuerung ersetzt keinen Sicherheitsnachweis) (!Ein Starttaster garantiert einen sicheren Wiederanlauf) (!Eine Rückmeldung macht jeden Antrieb zu einem sicheren Gerät) (!Eine Simulation erlaubt automatisch den Bau an einer echten Maschine)
Welche Größe bestimmt im vereinfachten Modell die Hubarbeit? (Kraft multipliziert mit dem zurückgelegten Weg) (!Kraft addiert zur elektrischen Spannung) (!Druck geteilt durch die Zahl der Sensoren) (!Hubdauer multipliziert mit dem Zylinderdurchmesser)
Welche Maßnahme verbessert typischerweise die Ressourcenbilanz einer Druckluftanlage? (Leckagen erkennen und unnötige Druckerhöhung vermeiden) (!Den Luftdruck ohne Anlass maximieren) (!Undichte Leitungen dauerhaft ungeprüft belassen) (!Den Kompressor bei Stillstand stets unter Last betreiben)
Memory
Ordne die Begriffe ihren fachlich passenden Funktionen zu. Jeder Begriff wird genau einmal verwendet.
| Druckregler | Stellt den vorgesehenen Arbeitsdruck innerhalb seiner Auslegungsgrenzen ein |
| Endlagensensor | Meldet eine definierte Position des Zylinders |
| Wegeventil | Verändert die Strömungsverbindung zwischen Anschlüssen |
| Zuordnungsliste | Verknüpft Betriebsmittelkennzeichen mit Steueradressen |
| Ringfläche | Wirksame Kolbenfläche abzüglich Kolbenstangenquerschnitt |
| Prüfprotokoll | Hält Sollzustand, Beobachtung und Bewertung nachvollziehbar fest |
Drag-and-drop
Ordne jeder Funktionsphase das passende Lernprodukt zu.
| Ordne die passenden Begriffe zu | Fachlicher Zusammenhang |
|---|---|
| Auftragsanalyse | Zielbeschreibung und klare Abnahmekriterien |
| Funktionsentwurf | Weg-Schritt-Diagramm und Übergänge |
| Schaltungsprüfung | Vergleich der virtuellen Ein- und Ausgänge |
| Fehlerdiagnose | Prüfen einer einzelnen vermuteten Ursache |
| Abschlussbewertung | Begründete Übergabe mit Verbesserungsentscheidung |
Kreuzworträtsel
Finde für jede Definition einen einzelnen Fachbegriff.
| Sensor | Bauteil zur Erfassung einer physikalischen Zustandsgröße |
| Aktor | Bauteil, das eine Stellgröße in eine Wirkung umsetzt |
| Ventil | Strömungstechnisches Bauteil zum Verbinden oder Sperren von Wegen |
| Druck | Quotient aus senkrecht wirkender Kraft und belasteter Fläche |
| Zylinder | Linearer Antrieb mit Kolben und gegebenenfalls Kolbenstange |
| Manometer | Messinstrument zur Anzeige eines Fluiddrucks |
LearningApps
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Lückentext
Ergänze die Fachbegriffe und Größen aus der Lerneinheit. Jede Lücke steht in einem eigenständigen Satz.
Offene Aufgaben
Bearbeite die Aufgaben vorzugsweise mit fiktiven Bauteilen und virtuellen Modellen. Erläutere bei jeder Abgabe Deine Sicherheitsannahmen. Selbst angefertigte Bildschirmskizzen und erklärende kurze Videos sind möglich; reale Maschinenversuche nur nach ausdrücklicher betrieblicher Freigabe unter befugter Aufsicht.
Leicht
- Pneumatik: Zeichne die Wirkungskette von Druckluftquelle, Wegeventil und doppeltwirkendem Zylinder und beschrifte Stoff-, Energie- und Informationsfluss auf drei Ebenen.
- Sensor: Erstelle eine Bildlegende mit Sensor, Aktor, Ventil, Druckregler und Anschlussbezeichnung und erkläre jeden Begriff mit einem selbst erfundenen Beispiel.
- Steuerung: Übertrage die vereinfachte Ablaufsteuerung A- → A+ → A- in eine Tabelle mit Eingangs- und Ausgangssignalen, ohne reale Hardware zu verwenden.
- Arbeitssicherheit: Gestalte ein einseitiges Merkblatt zu gespeicherter Energie, unerwartetem Anlauf und sicherer Simulation und nenne drei verbotene gefährliche Praxisversuche.
Standard
- Technische Dokumentation: Erstelle mit einer freigegebenen Software eine Zuordnungsliste, einen Schaltplanentwurf und ein Weg-Schritt-Diagramm für den fiktiven 50-mm-Hub; vergleiche die drei Darstellungen.
- Pneumatikzylinder: Berechne bei D = 32 mm, d = 12 mm und 5 bar beide idealen Zylinderkräfte mit Einheiten, erkläre die Flächendifferenz und markiere die Grenzen der Modellrechnung.
- Fehlersuche: Simuliere einen ausgefallenen Endlagensensor, eine falsch adressierte Eingabe und einen zu niedrigen Modellversorgungsdruck; führe je ein Soll-Ist-Protokoll.
- Hydraulik: Erstelle eine gewichtete Entscheidungsmatrix für Pneumatik, Hydraulik und elektrischen Linearantrieb zu Kraft, Kosten, Energie, Wartung, Umwelt und Sicherheit.
Schwer
- Ablaufsteuerung: Entwickle eine mehrstufige simulierte Ablaufsteuerung mit plausibilisierten Endlagen, manueller Quittierung nach Störung und erklärtem Wiederanlaufverhalten; zeige die Grenzen gegenüber einer sicherheitsgerichteten Steuerung auf.
- Energieeffizienz: Berechne aus erfundenen Daten die fünfjährigen Modell-Lebenszykluskosten dreier Alternativen und führe eine Sensitivitätsrechnung mit erhöhten Leckagekosten und geänderter Taktzahl durch.
- Qualitätssicherung: Erarbeite eine unabhängige technische Review der Dokumente eines Lernteams, benenne Widersprüche zwischen Zuordnungsliste, Funktionstabelle und Simulation und leite Korrekturprüfungen ab.
- Berufliche Kommunikation: Moderiere ein fiktives Abstimmungsgespräch von Fertigung, Instandhaltung und Arbeitsschutz zur ungeklärten Haltekraft bei Energieverlust und dokumentiere eine begründete Entscheidung ohne reale Maschinenfreigabe.


Lernkontrolle
Bearbeite die sechs Lernkontrollaufgaben ohne Blick auf ein Antwortschema. Die Lehrkraft gibt Rückmeldung zu Begründung, Einheiten, Sicherheit und Nachvollziehbarkeit.
- Steuerungstechnik: Ein Zylinder bleibt trotz beobachtetem Startsignal stehen. Erstelle einen nachvollziehbaren Diagnosebaum mit den drei Flüssen und begründe die Reihenfolge der sicheren Modellprüfungen.
- Technische Berechnung: Für ein anderes fiktives Modell gelten D = 40 mm, d = 16 mm, p = 4 bar und ein angenommenes Nutzungsverhältnis von 0,75. Ermittle Aus- und Einfahrkraft mit vollständigem Rechenweg und benenne mindestens zwei reale Abweichungsursachen.
- Funktionsprüfung: Analysiere eine Funktionstabelle, in der die Endlagen gleichzeitig wahr sind. Beschreibe den Plausibilitätskonflikt, die erwartete sichere Simulationsreaktion und die Dokumentation.
- Geräteauswahl: Begründe für eine Positionieranwendung mit häufigen kurzen Hüben den geeigneten Antrieb anhand von Kraft, Lebenszykluskosten, Umwelteinfluss, Steuerbarkeit und offener Sicherheitsbewertung.
- Arbeitsschutz: Erkläre, warum ein stromloses Magnetventil nicht die Druck- und Restenergiefreiheit der gesamten Anlage beweist, und formuliere eine zulässige Alternative zur gefahrvollen Live-Fehlersuche.
- Projektkommunikation: Stelle zwei unterschiedliche Lösungsvorschläge in einem sachlichen Kurzbericht gegenüber, bewerte ihre Annahmen und dokumentiere eine faire teamgestützte Entscheidung.
Lernnachweis
Dein konkreter Lernnachweis ist die vollständige, anonymisierte digitale Fallmappe M-LF7-01 mit: (a) Auftragsanalyse und Sicherheitsabgrenzung, (b) Stoff-/Informations-/Energieflussbild, (c) begründeter Gerätewahl einschließlich Vergleichstabelle, (d) Druck-/Flächen-/Kraft-/Energieberechnung mit Einheiten, (e) Zuordnungsliste, Weg-Schritt-Diagramm, Funktionstabelle und Schalt-/Stromlauf-Konzept, (f) sechs Soll-Ist-Simulationsprüfungen, (g) zwei überprüfbaren Verbesserungen sowie (h) Teamreflexion und kompakter Präsentation. Bewerte die Mappe mit dem 100-Punkte-Raster im Praxisfall.
Selbstkontrolle: Kannst Du das System ohne Bauteilraten erklären? Sind die Signaladressen konsistent? Sind theoretische und reale Werte getrennt? Gibt es eine klare Fehlerdiagnose? Sind schutzbezogene Fragen ausdrücklich als nicht durch die Simulation freigegeben gekennzeichnet? Werden Quellen und Medien genannt? Falls Du etwas nicht beantworten kannst, überarbeite die betreffende Fachphase. Die finale Freigabe einer realen Anlage liegt ausschließlich bei den zuständigen Fachkräften und befugten Prüfern.
OER und Wikipedia
Primäre Ausbildungs- und Sicherheitsquellen (für die Lernfassung abgeglichen, Stand Oktober 2026):
- KMK – Rahmenlehrplan Fachkraft für Metalltechnik, Beschluss 22.03.2013, gedruckte PDF-Seite 28: Lernfeld 7 Zerspanungstechnik mit 60 Stunden. Für das Öffnen des Downloads gegebenenfalls die direkte KMK-PDF-Datei verwenden.
- BIBB – Fachkraft für Metalltechnik, Fachrichtung Zerspanungstechnik, Berufsprofil, Ausbildung 24 Monate und Rechtsgrundlagen. Hinweis zur Quelle: Die ursprünglich genannte BIBB-Kennung nb7856 führt zur Fachrichtung Montagetechnik; für diesen Kurs gilt die verifizierte Zerspanungstechnik-Seite.
- Ausbildungsordnung Fachkraft für Metalltechnik, Verordnung vom 02.04.2013 und betrieblicher Ausbildungsrahmenplan; aktuelle Änderungen vor Einsatz prüfen.
- DGUV/IFA – Sicherer Umgang mit Hydraulik- und Pneumatikanlagen, allgemeine Arbeitsschutz-Praxishilfen.
- DGUV Vorschrift 3 – Elektrische Anlagen und Betriebsmittel, Aufsicht und Anforderungen bei elektrischen Anlagen; zuständigen Unfallversicherungsträger und aktuell verbindliche Fassung prüfen.
- DGUV Information 209-070 – Sicherheit bei der Hydraulik-Instandhaltung, Sicherheitsgefahren an hydraulischen Systemen und Werkzeugmaschinen.
- Betriebssicherheitsverordnung, verbindlicher Rechtsrahmen zur Verwendung von Arbeitsmitteln; jeweilige konkrete Prüfungspflichten beachten.
- DIN Media – DIN EN ISO 4414:2011-04, vom Normenverlag als aktuell geführt: Sicherheitsanforderungen an Pneumatikanlagen; Normtext wird nicht reproduziert.
- DIN Media – DIN EN ISO 4413:2011-04, vom Normenverlag als aktuell geführt: Sicherheitsanforderungen an Hydraulikanlagen; Normtext wird nicht reproduziert.
Verifizierte Wikimedia-Commons-Dateien, Urheber und Lizenzen: Die Wikitext-Einbettung verweist auf öffentliche Commons-Dateiseiten. Es wurden keine Medien verändert; bei einer späteren Bearbeitung gelten die Lizenzbedingungen einschließlich Namensnennung und gegebenenfalls Weitergabe unter gleichen Bedingungen. Ein Dateilink auf Commons beweist nicht die lokale Verfügbarkeit in jeder Wiki-Konfiguration.
| Eingebundene Datei | Überprüfte Commons-Quellseite | Urheber laut Dateiseite | Angegebene Lizenz |
|---|---|---|---|
| File:Pneumatic circuit.png | Dateiseite | Philschenker | CC0 1.0 |
| File:5 2 solenoid valve example.svg | Dateiseite | Qscgy256 | CC BY-SA 4.0 |
| File:Double acting cylinder (symbol,ISO1219).svg | Dateiseite | Marton Kiss-Albert | CC BY 3.0; alternativ GFDL |
| File:Pneumatic cylinder 2172.jpg | Dateiseite | Mixabest | CC BY-SA 3.0 |
| File:Hydraulic circuit directional control.svg | Dateiseite | Duk; SVG-Bearbeitung P neves | CC BY-SA 3.0 |
| File:Hydraulic Cylinder.svg | Dateiseite | 電工石火 | CC BY-SA 4.0 |
Videonachweise und Rechte: 5/2-Wegeventil – Schnell&Einfach (Veröffentlichung 12.01.2019, Urheberkanal Schnell&Einfach) und Unterschied zwischen Hydraulik und Pneumatik – HANSA-FLEX Österreich (Veröffentlichung 27.04.2022, Kanal HANSA-FLEX Österreich) wurden anhand verfügbarer Titel-/Kanal-/Beschreibungsdaten geprüft. Die YouTube-Player waren für eine eigenständige Wiedergabekontrolle nicht erreichbar; dauerhafte Erreichbarkeit, Einbettbarkeit und die Richtigkeit jeder Videoaussage können nicht garantiert werden. Die Einbettung ist keine freie Nachlizenzierung des Videomaterials. Beachte beim Laden Drittanbieter-Datenschutz und die Einstellung der jeweiligen Lernplattform.
Freie weiterführende Grundlagen: Wikipedia – Pneumatik und Wikipedia – Hydraulik. Wikipedia liefert Grundlagen, ersetzt aber keine aktuelle Herstelleranweisung und kein sicherheitstechnisches Regelwerk.
Verknüpfte Lernbereiche
Der Kurs verbindet das Lernfeld 7 der Fachrichtung Zerspanungstechnik mit der Herstellung und Wartung mechanischer Baugruppen aus den vorherigen Lernfeldern sowie mit der späteren CNC-Programmierung, ohne deren Inhalte als zusätzliche Pflicht von LF 7 auszugeben. Weitere Fachrichtungen nutzen Steuerungssysteme teilweise ebenfalls, haben aber eigenständige, anders benannte Lernfelder. Lernortübergreifend gelten die konkrete schulische Umsetzung des Landes, der betriebliche Ausbildungsplan und die Vorgaben der zuständigen Industrie- und Handelskammer.
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