Technische Systeme instand halten - Fachkraft für Metalltechnik - LF 4
Einleitung
Eine Bohrmaschine rattert plötzlich, die Schutzeinrichtung lässt sich nicht zuverlässig schließen und im Wartungsplan ist ein Kontrolltermin überfällig. Würdest du die Maschine weiterbenutzen? In Lernfeld 4 lernst du, solche Situationen fachlich zu beurteilen, Instandhaltungsmaßnahmen begründet vorzubereiten und Ergebnisse nachvollziehbar zu dokumentieren. Das Ziel ist ein sicherer, verfügbarer und qualitätsfähiger technischer Betrieb – nicht eine schnelle Reparatur um jeden Preis.
Zielgruppe: Fachkraft für Metalltechnik, erstes Ausbildungsjahr, alle Fachrichtungen. Der KMK-Rahmenlehrplan nennt für Lernfeld 4 einen Zeitrichtwert von 80 Unterrichtsstunden. Du unterscheidest Wartung, Inspektion, Instandsetzung und Verbesserung; liest auch fremdsprachige Unterlagen; beurteilst Verschleiß, Betriebsstoffe, mechanische und elektrische Gefährdungen; misst und rechnest mit technischen Größen; prüfst Schutzvorrichtungen und erstellst eine Schadensanalyse. Der Kurs führt vom Arbeitsauftrag bis zum prüfbaren Lernnachweis.
Sicherheitsgrenze: Reale Eingriffe in Maschinen, elektrische Anlagen, Drucksysteme und Sicherheitseinrichtungen erfolgen ausschließlich durch dazu befugte, fachkundige und unterwiesene Personen nach Freigabe und Gefährdungsbeurteilung. Du darfst nichts eigenmächtig öffnen, überbrücken oder wieder einschalten. Für eigenständiges Üben eignen sich Fotos, ein mechanisch ungefährliches Demonstrationsmodell und ein zugelassenes Kleinspannungs-Lernset. Dieser Kurs ersetzt keine Unterweisung, Herstelleranleitung oder Prüfung durch befähigte Personen.

Abbildung: Säulenbohrmaschine als Beispiel eines technischen Systems. Untersuche zunächst die sichtbaren Baugruppen – ohne an einer realen Maschine einzugreifen. Foto: Pavel Ševela / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0; vollständiger Nachweis im Medienverzeichnis.
Orientierungsquellen: KMK-Rahmenlehrplan Fachkraft für Metalltechnik, gedruckte S. 13, Lernfeld 4; BIBB-Berufsprofil; Ausbildungsrahmenplan in der Metalltechnik-Ausbildungsverordnung. Vorrang haben immer dein betrieblicher Ausbildungsplan, die zuständige Industrie- und Handelskammer, die einschlägigen betrieblichen Vorgaben und der Lehrplan deines Bundeslandes; eine amtliche Anerkennung oder Prüfungszulassung wird durch diesen Kurs nicht erteilt.
Instandhaltung als beruflichen Auftrag planen
Vier Maßnahmen und ihre Ziele
Instandhaltung erhält einen funktionsfähigen und sicheren Zustand oder stellt ihn wieder her. Die in der Ausbildung gebräuchliche Systematik unterscheidet vier Maßnahmen: Inspektion ermittelt und bewertet den Istzustand (zum Beispiel Lagergeräusche beobachten und Messprotokolle vergleichen); Wartung verzögert Abnutzung und erhält den Sollzustand (zum Beispiel freigegebene Pflege nach Schmierplan); Instandsetzung stellt nach einem Defekt die erforderliche Funktion wieder her (zum Beispiel defektes Lager durch Fachpersonal ersetzen); Verbesserung erhöht unter gegebenen Anforderungen die Zuverlässigkeit oder Instandhaltbarkeit, ohne die bestimmungsgemäße Grundfunktion zu ändern (zum Beispiel Wartungszugang konstruktiv sicherer gestalten). Eine Reinigung kann Wartung sein, ein kontrollierender Blick Inspektion; maßgeblich sind Ziel und dokumentierte Tätigkeit. Die Begriffe orientieren sich an DIN 31051:2019-06 und DIN EN 13306:2018-02; hier werden keine Normtexte reproduziert.
Beispiel: Du entdeckst an einem Schulungsmodell ein beschädigtes Riemenprofil. Das Feststellen und Bewerten ist Inspektion. Der Austausch nach Freigabe wäre Instandsetzung. Eine spätere dokumentierte Kontrolle von Verschleiß und Fluchtung ist Inspektion beziehungsweise Wartung, nicht automatisch eine Verbesserung. Die Begründung gehört ins Arbeitsprotokoll.
Wartungsstrategien und vollständige Handlung
Bei zeitbasierter Wartung legt der Hersteller oder eine betriebliche Gefährdungs- und Belastungsbewertung feste Intervalle fest. Nutzungsbasierte Wartung orientiert sich zum Beispiel an Betriebsstunden. Zustandsorientierte Instandhaltung nutzt Indikatoren wie Schwingung, Temperatur, Ölzustand oder sichtbare Risse. Keine Strategie erlaubt das Überspringen von sicherheitsrelevanten Prüfungen. Ein ungeplanter Ausfall erzeugt Stillstand; eine geplante Maßnahme benötigt hingegen Vorbereitung, Personal und gegebenenfalls Ersatzteile.
Für einen Auftrag arbeitest du in einer nachvollziehbaren Kette: informieren – analysieren – planen – entscheiden – unter Aufsicht ausführen – prüfen – dokumentieren – reflektieren. Beginne mit Anlagenkennzeichen, Fehlerbeschreibung, letzter Wartung, Maschinenhandbuch, Gefährdungsbeurteilung und Zuständigkeit. Lege Prüfpunkt, Sollwert, zulässige Abweichung, Werkzeug, Betriebsstoff, persönliche Schutzmaßnahmen und Abnahmeverantwortung fest. Wenn Werte oder Zuständigkeiten fehlen, stoppst du die Maßnahme und holst sie ein.
Fehlerfalle: „Läuft noch“ beweist keine Betriebssicherheit. Eine fehlende Schutzabdeckung oder ein beschädigtes Kabel rechtfertigt keine Freigabe, selbst wenn das Werkzeug noch arbeitet. Auch ein niedriger Preis rechtfertigt keine Abweichung von Schutzmaßnahmen.
Betriebsbereitschaft, Wirtschaftlichkeit und Kommunikation
Maschinenverfügbarkeit ist die Wahrscheinlichkeit beziehungsweise der zeitliche Anteil, in dem eine Anlage für ihren vorgesehenen Einsatz nutzbar ist; für einen einfachen Unterrichtsfall verwenden wir Verfügbarkeit = tatsächliche betriebsbereite Zeit / geplante Nutzungszeit × 100 %. Bei 40 geplanten Stunden und zwei Stunden ungeplantem Stillstand sind es 38 / 40 × 100 % = 95 %. Nach wirksamer Verbesserung kann ein späterer Vergleich sinnvoll sein, aber eine einzelne bessere Woche ist kein Beweis für dauerhaften Erfolg. Neben den Kosten betrachtest du Arbeits- und Produktsicherheit, Qualität, Umweltauswirkungen und Planbarkeit.
Melde Beobachtungen ohne Schuldzuweisung: „Bei ausgeschalteter und gesicherter Maschine ist an der Riemenabdeckung eine gebrochene Halterung sichtbar; Anlage nicht freigegeben.“ Ein gutes Schichtbuch dokumentiert Beobachtetes, nicht bloß Vermutungen.
Lernvideo zu Begriffen:
„Instandhaltung einfach erklärt: Wartung, Inspektion & Co.“ (Erklär Mal, veröffentlicht 03.05.2026). Merke dir nach dem Ansehen für jeden Begriff ein eigenes Maschinenbeispiel. Es handelt sich um ein externes Video, nicht um ein als OER ausgewiesenes Werk.
Technische Systeme und Unterlagen verstehen
Funktion und Energiefluss
Ein technisches System erhält Eingaben, verarbeitet Stoffe, Energie oder Informationen und liefert eine Ausgabe. Die Säulenbohrmaschine führt elektrische Energie über Motor und gegebenenfalls Riemengetriebe zum drehenden Werkzeug; Vorschub, Werkstückaufnahme, Maschinengestell und Schutzvorrichtungen ermöglichen einen sicheren Prozess. Das EVA-Prinzip hilft beim Beschreiben von Eingang, Verarbeitung und Ausgang. Frage bei jeder Baugruppe nach Funktion, Belastung, typischer Störung, Prüfmöglichkeit und erforderlicher Qualifikation.
Eine Funktionsanalyse untersucht Wirkzusammenhänge, nicht nur einzelne Teile. Geräusch am Riemenantrieb kann beispielsweise aus Riemenverschleiß, mangelhafter Fluchtung, Lagerfehler oder loser Verkleidung stammen. Ohne Ursachenprüfung wäre ein Riemenwechsel nur ein Versuch und möglicherweise keine dauerhafte Lösung. Nutze die Stückliste, Explosionszeichnung, den Schaltplan und den Funktionsplan, wenn sie zur konkreten Maschine gehören.

Abbildung: Flach-, Keil-, Rund- und Mehrkeilriemen im Profil. Zeichnung: Wittiko / Wikimedia Commons, CC BY 4.0. Ein Querschnitt ersetzt keine Herstellerangabe zur richtigen Spannung oder Eignung.
Dokumente systematisch auswerten
Aus Bedienungsanleitung, Wartungs- und Schmierplan, Sicherheitsdatenblatt, Betriebsanweisung und Prüfprotokoll erhältst du unterschiedliche Informationen. Die Anleitung definiert bestimmungsgemäße Benutzung, Sperren, Grenzwerte und Verfahren. Ein Schmierplan ordnet Schmierstelle, Mittel, Menge, Intervall und Zuständigkeit zu. Das Sicherheitsdatenblatt beschreibt Stoffrisiken, Schutzmaßnahmen und Entsorgung; es ersetzt keine maschinenbezogene Freigabe.
Lies Herstellerbegriffe gegebenenfalls zweisprachig: inspection = Inspektion, lubrication point = Schmierstelle, shutdown = Abschalten, out of service = außer Betrieb, lock out = gegen Wiedereinschalten sichern, specified interval = festgelegtes Intervall. Übertrage Anweisungen nie blind aus einem ähnlichen Maschinentyp; dokumentiere Modell, Version und tatsächlich verwendetes Dokument.
Beispiel einer fiktiven Dokumentprüfung: Im Übungswartungsplan steht „Schmierpunkt L2 prüfen, alle 250 Betriebsstunden, Mittel X laut Freigabeliste“. Die Anlage zeigt 1.260 Stunden, die letzte dokumentierte Prüfung war bei 1.000 Stunden. Rechnung: 1.260 - 1.000 = 260 Stunden; das Intervall ist um 10 Stunden überschritten. Diese Zahlen sind nur Lernwerte und keine Empfehlung für reale Maschinen.
Wiederinbetriebnahme nur nach Freigabe
Zur Wiederinbetriebnahme gehören das formale Beenden des Arbeitsauftrags, Vollständigkeit der Schutzeinrichtungen, Beseitigung fremder Werkzeuge und Betriebsstoffe, dokumentierte Prüfungen, Abstimmung mit dem Bedienpersonal und Freigabe durch eine zuständige Person. Erforderliche Sicherheits- und Elektroprüfungen sind nicht durch einen Blick des Auszubildenden zu ersetzen. Probeläufe an einer realen Maschine erfolgen ausschließlich nach betrieblichem Verfahren und unter verantwortlicher Aufsicht.
Typischer Fehler: „Not-Halt gedrückt“ wird mit „energiegetrennt und gesichert“ verwechselt. Not-Halt ist eine Schutzfunktion für Gefahrensituationen und grundsätzlich keine hinreichende Sicherung für Wartungsarbeiten.
Arbeitssicherheit und elektrische Grundlagen
Gefährdungen vor dem Eingriff bewerten
Instandhaltungsarbeiten können unerwarteten Anlauf, gespeicherte elektrische, mechanische, pneumatische oder hydraulische Energie, herabfallende Lasten, Schnittstellen zu anderen Gewerken sowie Gefahrstoffe umfassen. Gemäß § 10 BetrSichV hat der Arbeitgeber fachkundige und unterwiesene Personen einzusetzen, die Arbeit auf Basis der Gefährdungsbeurteilung zu organisieren und Gefahren auch durch gespeicherte Energie zu beherrschen. TRBS 1112 Instandhaltung, Stand der BAuA-Regelwerksübersicht konkretisiert die Planung, Störungssuche und Erprobung; DGUV Information 203-001 erläutert besondere Regeln für Arbeiten an elektrischen Anlagen.
Im Betrieb ist das sichere Freischalten und Sichern gegen Wiedereinschalten ein Arbeitsverfahren für beauftragtes Personal, nicht eine Aufforderung an Lernende, elektrische Anschlüsse zu bearbeiten. Aufgaben am Stromnetz, an offenen Schaltschränken und bei unklarer Spannungsfreiheit sind für Auszubildende ohne entsprechende Befugnis tabu. Auch mechanische Energiespeicher, insbesondere Federn, schwebende Lasten und Druckspeicher, brauchen besondere Sicherung durch die Zuständigen.
STOP-Prinzip: Prüfe, ob eine Gefahr vermieden beziehungsweise durch Substitution beseitigt werden kann, wähle technische Schutzmaßnahmen, ergänze organisatorische Regeln und erst danach passende persönliche Schutzausrüstung. Diese Hierarchie verhindert, dass Schutzbrille oder Handschuh als Ersatz für funktionsfähige Abdeckungen missverstanden werden. An rotierenden Bohrspindeln und Riemen dürfen Handschuhe und lose Kleidung wegen Einzugsgefahr nicht getragen werden; den jeweils aktuellen betrieblichen Schutzplan beachten.

Abbildung: Not-Halt-Betätiger. Foto: Cjp24 / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0. Er dient der Gefahrenabwehr, aber nicht als alleinige Energieisolierung.
Geprüftes deutschsprachiges Unterweisungsvideo: Lebenswichtige Regeln für die Instandhaltung, Suva, 2024, ca. 6:26 Minuten. Vergleiche den Film mit der betrieblichen Freigabekette; die Schweizer Darstellung ersetzt keine deutschen Rechtsvorgaben.
Elektrische Grundgrößen und Schaltpläne
Spannung U in Volt treibt elektrischen Strom an, Stromstärke I in Ampere bezeichnet den Ladungsfluss und Widerstand R in Ohm begrenzt in einem idealen linearen ohmschen Bauteil den Strom. Das vereinfachte Ohmsche Gesetz lautet U = R × I. Bei einer gefahrlosen, speziell für Ausbildungszwecke vorgesehenen Gleichspannungs-Simulation mit U = 12 V und R = 24 Ω folgt I = U / R = 12 / 24 = 0,50 A. Für den Vergleich muss das verwendete Bauteil die Modellannahmen erfüllen; Erwärmung, Toleranzen und Messfehler können Abweichungen bewirken.
Ein Schaltbild zeigt nicht zwingend die räumliche Lage. Symbole für Stromquelle, Schalter, Sicherung, Last, Ampere- und Voltmeter sind zu unterscheiden. In einfachen Lernschaltungen liegt ein Strommessgerät idealisiert in Reihe zum betrachteten Stromzweig, ein Spannungsmessgerät parallel zum betrachteten Bauteil. Versuche nur an freigegebenen didaktischen Kleinspannungsaufbauten durch fachkundige Anleitung; an Netzspannung und Maschinensteuerungen nicht selbst messen oder umverdrahten.

Abbildung: Einfache Schaltung mit Stromquelle, Sicherung, LED, Widerstand sowie Strom- und Spannungsmessgerät. Urheber laut Commons: Christopher Pritchard, Public Domain. Dient der Symbolerkennung, nicht als Bauplan für eine reale Maschine.
Schutzmaßnahmen und Schutzarten nicht verwechseln
Schutzklasse beschreibt das Schutzkonzept eines elektrischen Betriebsmittels gegen elektrischen Schlag, etwa Schutzleiter oder Schutzisolierung; IP-Schutzart gibt Auskunft über Schutz gegen Fremdkörper und Wasser unter festgelegten Prüfbedingungen. Eine hohe IP-Ziffer macht elektrische Eigenarbeiten nicht sicher. Hinweise aus Prüfplaketten oder CE-Kennzeichen ersetzen keine tatsächliche Gefährdungsbeurteilung. Funktionsprüfungen von Schutzvorrichtungen erfolgen nur nach Herstelleranleitung und durch berechtigte Personen; eine überbrückte Verriegelung ist ein gravierender Mangel, keine akzeptable Abkürzung.
Eine sichtbare Beschädigung des Netzkabels oder unbekannte elektrische Abweichung wird gemeldet, die Maschine bleibt entsprechend dem betrieblichen Verfahren außer Betrieb. Fachkräfte mit geeigneter Befähigung entscheiden über weitere Prüfungen, Schutzmaßnahmen und Wiederfreigabe. § 14 BetrSichV bestimmt unter anderem Prüfpflichten durch zur Prüfung befähigte Personen.
Verschleiß, Betriebsstoffe und ressourcenschonende Pflege
Verschleißmechanismen und Ursachen
Verschleiß ist fortschreitender unerwünschter Materialverlust oder Oberflächenveränderung durch Kontakt und Bewegung. Beispiele sind abrasiver Verschleiß durch harte Partikel, adhäsiver Verschleiß durch lokale Werkstoffübertragung, Ermüdungsverschleiß an wiederholt belasteten Kontaktstellen und Korrosion infolge chemischer oder elektrochemischer Reaktionen. Verschleißbilder sind Hinweise, keine sichere Ferndiagnose. Zu Ursachen gehören Staub, mangelhafte Schmierung, Fehlfluchtung, Überlastung und ungeeignete Betriebsbedingungen.
Ein Kugellager besitzt Innenring, Außenring, Wälzkörper und häufig einen Käfig. Geräuschentwicklung kann auf Schäden hindeuten, aber nicht jede Erwärmung ist ein Lagerdefekt. Eine tatsächliche Demontage und Beurteilung folgt dem freigegebenen Fachverfahren und den Herstellergrenzen.

Abbildung: Zerlegtes Wälzlager mit nummerierten Bauteilen. Grafik: Niabot / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0. Verwende sie für eine beschriftete Fehlerursachen-Skizze.
Schmierstoffe und Kühlschmierstoffe auswählen
Schmieröle und Schmierfette vermindern Reibung und Verschleiß, können Wärme abführen und vor Korrosion schützen. Auswahlkriterien sind Viskosität, Betriebstemperatur, Drehzahl, Belastung, Dichtungs- und Werkstoffverträglichkeit sowie Herstellerfreigabe. Für Schmierfette sind unter anderem Konsistenz und Einsatzbereich relevant; niemals allein nach Farbe entscheiden. Zu viel Fett kann insbesondere bei Wälzlagern schaden; es gilt die ausdrücklich freigegebene Menge. Fachliche Grundlagen: NTN-Wälzlagerwissen – Schmierung und SKF Schmierstoffe.
Kühlschmierstoffe kühlen und schmieren bei spanenden Verfahren, bringen aber Risiken durch Hautkontakt, Aerosole und veränderte Zusammensetzung mit sich. Kennzeichnung, Sicherheitsdatenblatt, betriebliche Misch- und Pflegevorgaben sowie Grenz- und Kontrollwerte sind verbindlich; improvisiertes Nachfüllen ist keine zulässige Lösung. Die DGUV Regel 109-003, Ausgabe April 2026 behandelt die Gefährdungsbeurteilung für Tätigkeiten mit Kühlschmierstoffen. Ein freigegebener Hautschutzplan schützt nicht dadurch, dass während rotierender Tätigkeit Handschuhe getragen werden – Einzugsgefahren bleiben vorrangig zu beherrschen.
Hydraulikflüssigkeiten übertragen Kraft, schmieren und schützen Anlagenbauteile. Unter Druck austretende Flüssigkeit kann schwer verletzen; Druckabbau und Eingriffe gehören ausschließlich in befugte Hände. Korrosionsschutzmittel bilden eine Barriere oder verändern die Umgebungsbedingungen; Auswahl und Entsorgung erfolgen anhand von Werkstoff, Einsatz und Sicherheitsdatenblatt.
Korrosion und Umweltschutz
Nicht jeder braune Belag ist harmlos. Durchfeuchtung, aggressive Medien und beschädigte Schutzschichten können Korrosion beschleunigen. Pflege beginnt mit fachgerechter Inspektion, geeigneter Reinigung und Wiederherstellung der zulässigen Schutzschicht, nicht mit unkontrolliertem Auftragen von Chemikalien. Eine geschädigte tragende Konstruktion erfordert weitergehende Beurteilung.

Abbildung: Korrodierter Stahl als Beispiel für Oberflächenveränderungen. Foto: ImagePerson / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0.
Sammle Altöl, kontaminierte Tücher, Kühl- und Hydraulikmedien sowie Metallspäne entsprechend betrieblichem Entsorgungsplan und Abfallrecht getrennt. Vermeide Einträge in Abwasser und Boden; nutze geeignete Auffangbehälter und kontrolliere Leckagen. Bestimme den tatsächlichen Entsorgungsweg anhand des Stoffes und des betrieblichen Abfallverzeichnisses – die pauschale Regel „alles flüssige in denselben Kanister“ ist falsch. Ressourcenschutz bedeutet auch bedarfsorientierte Schmiermengen, Reparatur geeigneter Baugruppen statt vermeidbarer Entsorgung und planbaren Energieverbrauch.
Lernfrage: Welche Umwelt- und Gesundheitsfolgen entstehen, wenn ein Kühlschmierstoff mit falscher Konzentration eingesetzt oder ein verschmutzter Filter nicht gewartet wird? Begründe drei Folgen, ohne reale Gefahrstoffe anzufassen.
Prüfen, Qualität sichern und digital dokumentieren
Zustandsprüfung und systematische Fehlersuche
Erfasse zuerst den Istzustand, lege aus Zeichnung, Herstellerdaten und Betriebsanweisung den Sollzustand fest und bewerte Abweichungen. Möglichkeiten sind Sichtprüfung, Geräuschbeobachtung aus sicherer Distanz, Messung geeigneter physikalischer Größen durch Befugte, Analyse von Störmeldungen und dokumentierte Funktionskontrolle. Ein Prüfmittel muss zum Messbereich, zur Genauigkeit und zur Gefährdung passen. Eine ungeeignete Messung ist kein neutraler Fehler: Sie kann falsche Freigaben verursachen.
Eine einfache Schadensanalyse nutzt die Reihenfolge Symptom – mögliche Ursache – Beleg – Maßnahme – Wirksamkeitskontrolle. Das Ursache-Wirkungs-Diagramm unterscheidet Einflüsse aus Mensch, Maschine, Material, Methode, Messung und Umwelt. Beispiel: „Geräusch am Antrieb“ ist eine Beobachtung; „Lager defekt“ zunächst nur eine Hypothese. Prüfe alternative Ursachen und benenne, welche Untersuchung zur Bestätigung erforderlich ist.
Prüfdaten, Abweichung und Messunsicherheit
In einem rein didaktischen 12-V-Lernkreis beträgt der berechnete Strom 0,50 A. Wird unter kontrollierten Modellbedingungen 0,48 A gemessen, beträgt die absolute Abweichung 0,02 A und die relative Abweichung 0,02 / 0,50 × 100 % = 4 %. Ein fiktives Akzeptanzfenster von 0,45 bis 0,55 A ist damit eingehalten. Das ist keine allgemeine elektrische Sicherheitsprüfung und enthält noch keine Bewertung der Messunsicherheit. Wenn der Messwert 0,62 A wäre, läge er außerhalb des Modellfensters. Du dokumentierst den Befund und gibst nicht einfach „bestanden“ ein.
Für Qualitätsmanagement gilt: Eine Maßnahme ist nur dann erfolgreich, wenn ihr Prüfziel und die Akzeptanzkriterien nachgewiesen sind. Ein korrektes Protokoll nennt Datum, anonymisierte Anlagenkennung, Prüfpunkt, Sollwert, Istwert, Ergebnis, Messmittel, verantwortliche Person, offene Mängel und Freigabestatus.
Digitale Instandhaltung und Datenschutz
Digitale Checklisten, QR-Codes auf Anlagen, Wartungstickets und Zeitreihen helfen, fällige Schritte sichtbar zu machen. Ein Sensoralarm ist jedoch ein Hinweis, keine automatische Freigabe. Überprüfe Datenqualität, Zeitstempel, Dokumentversion und Zugriffsberechtigung. Nutze für Lernaufgaben nur fiktive Anlagenkennungen und frei erfundene Messwerte. Keine Namen von Schülerinnen, Schülern, Kunden, Beschäftigten, Zugangsdaten, Maschinensteuerungspläne aus vertraulichen Betrieben oder Fotos aus gesperrten Bereichen hochladen. Berechtigungskonzepte, Datensparsamkeit, regelmäßige Sicherung und nachvollziehbare Änderungshistorie gehören zur Dokumentationsqualität.
Qualitätsrückmeldung im Team: Gib eine Rückmeldung zu einer Checkliste mit den Kriterien fachliche Nachvollziehbarkeit, Arbeitssicherheit, Vollständigkeit und verständliche Übergabe. Eine gute Kritik enthält eine konkret belegte Verbesserung, nicht nur „passt“.
Praxisfall: Eine Bohrmaschine sicher beurteilen
Auftrag, Materialien und klarer Geltungsbereich
Fiktiver Ausbildungsauftrag B-04: Für eine zu Unterrichtszwecken modellierte Säulenbohrmaschine wird eine Instandhaltungsplanung mit Sichtprüfung, Fehleranalyse, sicherem Arbeitsablauf und dokumentiertem Prüfnachweis erstellt. Der Modellantrieb besitzt einen abnehmbaren nicht an Strom angeschlossenen Riemen-Demonstrationssatz; für elektrische Rechnungen dient ausschließlich eine vorgefertigte 12-V-Gleichstrom-Simulation. Beobachtungen aus realen Maschinen dürfen nur nach Freigabe und aus sicherem Bereich gesammelt werden. Alle folgenden Messwerte, Grenzen, Zeiten und Kosten sind ausdrücklich fiktive Lernwerte; sie ersetzen keine Herstellerangaben.
Ausgangsbefund: Am Foto ist eine beschädigte Halterung der Schutzhaube gekennzeichnet. Ein Riemenmodell zeigt einen Riss; außerdem ist ein Wartungsintervall um zehn Modellstunden überschritten. Die Trainingselektrik zeigt 12,0 V und 24 Ω im idealisierten Widerstandsmodell. Die simulierte Strommessung beträgt 0,48 A. Für die realitätsnahe Protokollübung lautet das Ergebnis: Keine Freigabe einer echten Maschine ohne vollständige Mängelbeseitigung und Prüfung durch zuständige Fachkräfte.
Arbeitsplan mit Sicherheits- und Qualitätsgates
| Schritt | Entscheidung / Tätigkeit | Hilfsmittel | Prüfergebnis beziehungsweise Stopppunkt |
|---|---|---|---|
| 1 | Auftrag und Anlagenidentifikation erfassen, Auftraggeberziel klären | Anonymisierte Modellkarte B-04 | Maschinenbezug und Zuständigkeit eindeutig |
| 2 | Anleitung, Wartungsplan, Prüfpflichten und betriebliche Freigabe prüfen | Fiktive Übungsunterlagen, BetrSichV § 10 | Ohne Freigabe keine reale Arbeit |
| 3 | Gefahren beurteilen und sichere Übungsform wählen | Gefährdungsbeurteilungsbogen | Kein Arbeiten an Energieträgern, kein Umgehen von Schutzfunktionen |
| 4 | Foto-Befund der Schutzeinrichtung und Riemenkarte auswerten | Markierte Bilder und Baugruppenskizze | Beschädigte Halterung und Riss als Mängel dokumentiert |
| 5 | Ursachen hypothesengeleitet prüfen und Wartungstermin berechnen | Fehlerbaum und Modellbetriebsstundenzähler | Alternative Ursachen begründet; 260 statt 250 Modellstunden |
| 6 | Geeignete Maßnahme mit Material-, Umwelt- und Kostenaspekten auswählen | Herstellerdaten als Platzhalter, Sicherheitsdatenblatt-Muster | Kein willkürlicher Schmierstoff und keine improvisierte Reparatur |
| 7 | Elektrischen Modellstrom berechnen und Simulationswert vergleichen | Freigegebene 12-V-Simulation | Berechnet 0,50 A; Modellwert 0,48 A; Fenster 0,45 bis 0,55 A |
| 8 | Abnahmecheckliste und Schadensanalyse schreiben | Digitales Offline-Formular | Jeder Soll-Ist-Abgleich nachvollziehbar |
| 9 | Ergebnisse vorstellen, Gegenprüfung einholen und Status festhalten | Bewertungsraster, Fachgespräch | Übungsmodell beurteilt; echte Maschine bleibt bis Fachfreigabe gesperrt |
Was hier ausdrücklich nicht geübt wird: Riemen unter Spannung wechseln, Schutzeinrichtungen abbauen oder überbrücken, Motoranschlüsse öffnen, Stromnetz messen, Druckspeicher lösen und reale Maschine eigenmächtig starten. Für diese Aspekte verwendest du ausschließlich Schemazeichnungen, Trainerdemonstrationen oder Simulationen.
Vollständiger Muster-Rechenweg
Intervall: Modellzähler 1.260 h minus letzter Eintrag 1.000 h ergibt 260 h; zulässiges fiktives Intervall 250 h; fiktiver Überschreitungsbetrag 10 h. Folgerung: Termin überfällig, dokumentiert nach betrieblichem Verfahren neu planen; das Intervall ist nicht allgemein auf Säulenbohrmaschinen übertragbar.
Stromrechnung: I = U / R = 12,0 V / 24 Ω = 0,50 A. Gemessen in der Modell-Simulation: 0,48 A. Absolute Differenz = 0,02 A; relativ = 0,02 / 0,50 × 100 = 4 %. Das fiktive Funktionsfenster 0,45–0,55 A ist erfüllt. Für eine reale Maschine wären zusätzlich vorgesehene elektrische Prüfverfahren und befähigte Prüfer erforderlich.
Maschinenverfügbarkeit: Vorbeobachtung über eine fiktive Produktionswoche: 40 h geplant, davon 2 h ungeplant nicht verfügbar. A1 = 38 / 40 × 100 = 95,00 %. Zweite fiktive Vergleichswoche: 40 h geplant, davon 0,5 h ungeplant nicht verfügbar. A2 = 39,5 / 40 × 100 = 98,75 %. Unterschied = 3,75 Prozentpunkte. Die beiden Wochen beweisen noch keine verursachende Wirkung der Instandhaltungsmaßnahme.
Vereinfachte Wirtschaftlichkeitsrechnung: Bei kalkulatorisch 150 € Stillstandskosten je Stunde könnten 1,5 h vermiedener Stillstand rechnerisch 225 € entsprechen. Bei 50 € Material und 80 € Arbeitskosten verbleibt eine fiktive Differenz von 95 €. Nicht berücksichtigt sind unter anderem notwendige Prüfungen, geplante Wartungsstillstände, Folgekosten und Unsicherheit. Sicherheitsmaßnahmen sind nicht gegen diese Rechnung aufzurechnen.
Prüfbares Musterergebnis und Bewertungsraster
Musterprotokoll (nur Simulation): „B-04; Haubenhalterung auf Foto beschädigt – nicht in Ordnung; Riemenkarte zeigt Riss – nicht in Ordnung; Intervall 10 Modellstunden überschritten – Maßnahme planen; 12-V-Strommodell 0,48 A bei Sollfenster 0,45–0,55 A – im Modell in Ordnung; tatsächliche Arbeit nicht ausgeführt; reale Maschinenfreigabe: NEIN; Weitergabe an befugte Instandhaltungsleitung erforderlich.“ Das ist ein prüfbares Arbeitsergebnis, weil jede Aussage zu einer dokumentierten Beobachtung, Rechnung oder klaren Grenze zurückverfolgt werden kann.
| Beurteilungskriterium | Maximalpunkte | Nachweis für volle Punkte |
|---|---|---|
| Auftrag und technische Unterlagen | 15 | Anlage, Ziele, Versionen und Zuständigkeit eindeutig erkannt |
| Gefährdungsanalyse und zulässiger Übungsweg | 20 | Alle wesentlichen Energie- und Einzugsgefahren erkannt; klare Stopps |
| Fachgerechte Einordnung und Ursachenhypothesen | 15 | Vier Instandhaltungsarten korrekt; Befund von Vermutung getrennt |
| Arbeitsplan, Mittelwahl, Umwelt- und Ressourcenschutz | 15 | Logische Reihenfolge, keine erfundenen Herstellerwerte, Entsorgungsweg |
| Rechnungen und Soll-Ist-Bewertung | 15 | Rechenweg, Einheiten, Grenzen und Ergebnis überprüfbar |
| Prüf- und Schadensprotokoll | 10 | Dokumentiert, eindeutig, ohne vertrauliche Daten |
| Fachgespräch und Reflexion | 10 | Entscheidungen begründet, Grenzen erkannt und Verbesserung formuliert |
| Summe | 100 | Bestehensvorschlag für den Kurs: mindestens 60 Punkte UND alle sicherheitskritischen Stopps richtig |
Rückmeldung: 90–100 Punkte: sehr belastbarer Auftrag mit belegter Reflexion; 75–89: insgesamt sicher und nachvollziehbar, einzelne Präzisierungen nötig; 60–74: Kernkompetenzen erkennbar, Lücken gezielt überarbeiten; unter 60: Plan und Fachbegründung mit Lernbegleitung wiederholen. Eine übersehene zwingende Sicherheitssperre ist unabhängig von der Summe zu korrigieren, bevor eine praktische Übung erwogen wird. Die Bewertung ist ein didaktisches Raster, keine offizielle Abschlussprüfung.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste dein Wissen
Was ist die Hauptaufgabe einer Inspektion? (Den Istzustand feststellen und bewerten) (!Den Motor grundsätzlich austauschen) (!Die Maschine ohne Prüfung wieder freigeben) (!Den Wartungsplan dauerhaft abschaffen)
Welche Maßnahme ist typischerweise Wartung? (Eine freigegebene Schmierstelle nach Schmierplan pflegen) (!Eine defekte Spindel durch eine neue ersetzen) (!Die Ursache eines Bruchs ausschließlich vermuten) (!Eine Sicherheitsverriegelung überbrücken)
Was gilt bei einer beschädigten Schutzabdeckung einer echten Maschine? (Den Mangel melden und die Maschine bis zur zuständigen Freigabe gesperrt lassen) (!Mit verringerter Drehzahl ohne Abdeckung weiterarbeiten) (!Die Schutzeinrichtung mit Klebeband provisorisch fixieren) (!Nur das Formular unterschreiben und sofort starten)
Welches Dokument nennt für ein bestimmtes Gerät die freigegebene Schmierstoffmenge? (Der dazugehörige Hersteller- oder Schmierplan) (!Eine beliebige allgemeine Werbeanzeige) (!Die Farbe eines anderen Schmierfettgebindes) (!Die letzte private Chatnachricht des Bedieners)
Welche Ursache kann Lager-Verschleiß begünstigen? (Fehlende oder ungeeignete Schmierung) (!Ein vollständig korrektes dokumentiertes Prüfverfahren) (!Eine intakte Schutzabdeckung ohne Mangel) (!Eine eindeutige Anlagenkennzeichnung)
Wie groß ist bei 12 Volt und 24 Ohm der ideale Strom? (0,50 Ampere) (!2 Ampere) (!12 Ampere) (!288 Ampere)
Wie wird ein Voltmeter in einer einfachen Lernschaltung am Bauteil angeschlossen? (Parallel zu dem betrachteten Bauteil) (!Stets anstelle der gesamten Spannungsquelle) (!Nur hinter einem mechanischen Riemen) (!Immer ausschließlich in Reihe)
Was beschreibt die IP-Schutzart im Wesentlichen? (Den geprüften Schutz gegen Fremdkörper und Wasser) (!Die vorgeschriebene Zahl der Wartenden) (!Den Preis eines elektrischen Motors) (!Die garantierte Ungefährlichkeit jeder Reparatur)
Welche Aussage über Kühlschmierstoffe trifft zu? (Die Gefährdungsbeurteilung und betriebliche Stoffvorgaben sind maßgeblich) (!Jeder Kühlschmierstoff darf ungeprüft miteinander vermischt werden) (!Verschmutzte Emulsion darf immer in den Abfluss) (!Handschuhe sind an jeder rotierenden Bohrspindel vorgeschrieben)
Wann ist ein Instandhaltungsauftrag nachvollziehbar abgeschlossen? (Wenn Befunde und Prüfungen dokumentiert und notwendige Freigaben erteilt sind) (!Sobald die Lernenden ein Foto der Maschine erstellt haben) (!Sobald ein Geräusch kurzfristig nicht mehr auffällt) (!Sobald die Herstellervorgaben ignoriert wurden)
Memory: Fachbegriffe zuordnen
| Inspektion | Zustand ermitteln und fachlich bewerten |
| Wartung | Vorbeugende Pflege zur Erhaltung des Sollzustands |
| Instandsetzung | Erforderliche Funktion nach einem Defekt wiederherstellen |
| Verbesserung | Zuverlässigkeit ohne Zweckänderung erhöhen |
| Schmierplan | Freigegebenes Mittel, Stelle und Intervall zuordnen |
| Schadensanalyse | Symptome, Ursachen und Maßnahmen belegt verbinden |
Drag and Drop: Prüfaufträge zuordnen
| Ordne den passenden Fachbegriff zu. | Beobachtung im Instandhaltungsauftrag |
|---|---|
| Sichtprüfung | Äußere Beschädigungen ohne Eingriff erkennen |
| Sicherheitsdatenblatt | Stoffgefahren und Schutzinformationen nachlesen |
| Sollwert | Vorgegebene akzeptable technische Größe feststellen |
| Prüfprotokoll | Ergebnisse mit Datum und Zuständigkeit festhalten |
| Freigabe | Autorisierte Entscheidung über die weitere Nutzung |
Kreuzworträtsel: Instandhaltung
| Wartung | Welche Instandhaltungsmaßnahme erhält durch Pflege den Sollzustand? |
| Inspektion | Wie heißt die Ermittlung und Bewertung des Istzustands? |
| Verschleiss | Wie heißt die fortschreitende unerwünschte Abnutzung von Bauteilen? |
| Schmierstoff | Was vermindert an geeigneten Kontaktstellen Reibung und Abnutzung? |
| Korrosion | Wie heißt die unerwünschte chemische oder elektrochemische Schädigung? |
| Freigabe | Wie heißt die zuständige Entscheidung nach Prüfung vor erneuter Nutzung? |
LearningApps
Suche dort nach interaktiven Übungen zu den vier Arten der Instandhaltung und zu Schutzmaßnahmen; die Suchseite garantiert kein bestimmtes einzelnes Lernspiel. Prüfe externe Inhalte auf fachliche Richtigkeit und Datenschutz.
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Begriffe sortieren: Erstelle vier eigene Beispielsätze zu Inspektion, Wartung, Instandsetzung und Verbesserung. Rückmeldung anhand des jeweils begründeten Ziels.
- Bauteile erkennen: Beschrifte an einem freigegebenen Foto mindestens sechs Baugruppen einer Bohrmaschine und erkläre je eine Funktion; berühre keine reale Maschine.
- Gefahrenkarte: Markiere auf einem fiktiven Maschinenbild Einzugsstelle, bewegte Teile, elektrischen Anschluss und eine geeignete Stoppsituation.
- Deutsch und Englisch: Übersetze sechs echte Instandhaltungsbegriffe aus einer öffentlich zugänglichen Herstellerunterlage und erläutere die Fundstelle.
Standard
- Übungsplan entwerfen: Erstelle für ein rein fiktives Modell eine Tabelle mit Kontrollpunkt, Intervall, Sollwert, Gefährdung und Zuständigkeit; erfinde keine realen Herstellerfreigaben.
- Fehlerursachen vergleichen: Vergleiche an zwei Bildern mögliche Folgen von ungenügender Schmierung und falscher Riemenfluchtung und benenne offene Diagnosefragen.
- Modellrechnung prüfen: Berechne in der 12-V-Simulation den Strom für 24 Ohm und bewerte einen anonymen Messwert von 0,48 Ampere samt Einheit und prozentualer Abweichung.
- Entsorgungsweg gestalten: Zeichne ein sicheres Entscheidungsschema für Altöl, Kühlschmierstoffreste und verunreinigte Tücher anhand öffentlich zugänglicher Informationen und des Muster-Sicherheitsdatenblatts.
Schwer
- Fehlerbaum entwickeln: Entwirf für „ungewöhnliches Geräusch am Bohrantrieb“ mindestens vier Ursachenhypothesen und nenne je einen sicheren, fachlich zuständigen Prüfansatz.
- Prüfplan verteidigen: Leite aus einem fiktiven Sollwertkatalog fünf Prüfmerkmale mit Stopps, Zuständigkeit und dokumentierbarem Nachweis ab; stelle deinen Plan im Fachgespräch vor.
- Maßnahmen abwägen: Vergleiche für einen simulierten Stillstandsfall zwei Instandhaltungsstrategien anhand Sicherheit, Qualität, Kosten, Umwelt und Verfügbarkeit; kennzeichne Annahmen.
- Projektbericht B-04: Erarbeite den vollständigen fiktiven Praxisauftrag aus diesem Kurs einschließlich Arbeitsplan, Strom- und Verfügbarkeitsrechnung, Schadensanalyse, Messprotokoll und begründeter Nichtfreigabe einer realen Maschine.


Lernkontrolle
- Systemüberblick: Erkläre an der Bohrmaschine den Energie- und Kraftfluss und begründe, weshalb ein Lagergeräusch mehrere Ursachen haben kann. Bewertet werden Funktionsverständnis und Abgrenzung von Befund und Vermutung.
- Sichere Entscheidung: Beurteile eine beschädigte Schutzabdeckung und erläutere die notwendigen Zuständigkeiten, Sicherungen und Stopps. Eine bloße Empfehlung „vorsichtig weiterarbeiten“ erfüllt das Lernziel nicht.
- Betriebsstoffentscheidung: Entscheide begründet, welche technischen und ökologischen Informationen vor der Wahl eines Schmierstoffs oder Kühlschmierstoffs benötigt werden und aus welchen Dokumenten sie stammen.
- Schaltungsvergleich: Erkläre den Unterschied von Spannung, Strom und Widerstand, rechne ein Kleinspannungsbeispiel und prüfe, ob der Messwert plausibel zum Modell passt.
- Fehlerkette: Trenne Symptom, Ursachenhypothese, Nachweis, Maßnahme und spätere Wirksamkeitskontrolle anhand eines fiktiven Riemenschadens.
- Qualität und Verfügbarkeit: Berechne die Verfügbarkeit aus geplanten und ungeplanten Zeitanteilen und diskutiere, warum ein einzelner Vergleich noch keinen dauerhaften Nutzen beweist.
- Digitale Übergabe: Entwerfe ein anonymes digitales Prüfprotokoll und beurteile Vollständigkeit, Versionsstand, Berechtigungen sowie die Grenze automatischer Sensorwarnungen.
Lernnachweis
Kompetenzprodukt: Gib ein nachvollziehbares Dossier zum fiktiven Auftrag B-04 ab. Es enthält eine Anforderungsanalyse, eine Skizze mit Baugruppen und Gefahrenstellen, einen Arbeits- und Sicherheitsplan, eine fachlich begründete Instandhaltungsentscheidung, die drei Musterrechnungen (Intervall, 12-V-Modellstrom und Verfügbarkeit), eine Bewertung der Betriebsstoffe und Entsorgung, einen Soll-Ist-Prüfbogen, eine Schadensanalyse sowie die Reflexion „Wann muss ich stoppen?“. Kennzeichne jedes Modellmaß und jeden Grenzwert als fiktiv oder belege ihn mit der verwendeten Herstellerunterlage.
Prüfbarkeit: Die beurteilende Lehrkraft kann jeden Tabellenwert zu einer Quelle, einem Arbeits- oder Rechenschritt zurückverfolgen. Nutze das 100-Punkte-Raster aus dem Praxisfall und ein mindestens fünfminütiges Fachgespräch über die sicherheitskritischen Entscheidungen. Ergebnisse werden zunächst unter Fachaufsicht rückgemeldet; die Lernenden überarbeiten ihren Bericht anhand der Kriterien. Realer Maschineneingriff und praktische Elektroprüfung sind nicht Bestandteil des eigenständigen Nachweises.
Transfer: Übertrage die Struktur auf ein anderes technisches System, etwa einen gekapselten Förderantrieb oder eine Handhabungseinrichtung, ohne dessen spezifische Herstellergrenzen zu raten. Zeige, welche Parameter aus dem neuen Handbuch neu zu erheben sind und welche Kenntnisse aus LF 1 bis LF 3 anschließen.
OER und Wikipedia
Offizielle Grundlagen und aktuell überprüfte Fachquellen (Stand: Oktober 2026; Maßgaben können sich ändern):
- KMK: Rahmenlehrplan Fachkraft für Metalltechnik, S. 13, LF 4, 80 Unterrichtsstunden.
- BIBB: Berufsprofil und Rechtsgrundlagen, Fachkraft für Metalltechnik – Fachrichtung Montagetechnik; das erste Ausbildungsjahr enthält gemeinsame Lernfelder.
- Metalltechnik-Ausbildungsverordnung, Ausbildungsrahmenplan, insbesondere Warten von Betriebsmitteln und BetrSichV § 10 Instandhaltung.
- BetrSichV § 14 Prüfungen; BAuA, Übersicht aktueller TRBS einschließlich TRBS 1112 Instandhaltung.
- DGUV Information 203-001 Arbeiten an elektrischen Anlagen; DGUV Regel 109-003 Tätigkeiten mit Kühlschmierstoffen, Ausgabe 2026-04.
- DIN-Normenübersicht: DIN 31051:2019-06 und DIN EN 13306:2018-02. Die Volltexte der Normen sind nicht als freie Lizenzquelle angegeben.
- Beispiel einer landesspezifischen Umsetzung: Sachsen 2014/2020, Lernfeld 4. Für Unterricht und Bewertung gilt der eigene Landeslehrplan.
- NTN Wälzlagerwissen: Schmierung und SKF: Schmierstoffinformationen; diese Herstellerinformationen sind keine universellen Maschinenvorgaben.
Deutschsprachige Fachvideos (verlinkte Fremdangebote, keine behauptete OER-Freigabe):
- „Instandhaltung einfach erklärt: Wartung, Inspektion & Co.“, Kanal Erklär Mal, 2026; Einführung in die vier Begriffe.
- „Lebenswichtige Regeln für die Instandhaltung“, Suva, 2024, ca. 6:26 min; Gefahren und Organisation.
- „Ständerbohrmaschine – Unfälle vermeiden“, BGHM, 2025, ca. 2:46 min; spezifische Einzugs- und Bediengefahren.
Bilder und Nutzungsrechte – überprüfte Commons-Dateiseiten mit Urheber und Lizenz. Die Lizenzlinks sind Angaben der jeweiligen Commons-Dateibeschreibung, keine Übertragung auf externe Videos:
| Im Kurs eingebundene Datei | Geprüfte Dateiseite | Urheber | Lizenznachweis |
|---|---|---|---|
| File:Drill press.jpg | Commons-Datei | Pavel Ševela | CC BY-SA 3.0 |
| File:Belt drives profiles.svg | Commons-Datei | Wittiko | CC BY 4.0 |
| File:Emergency stop button.jpg | Commons-Datei | Cjp24 | CC BY-SA 3.0 |
| File:SimpleCircuit.SVG | Commons-Datei | Christopher Pritchard, Commons-Zuordnung | Gemeinfrei laut Datei |
| File:Ball-bearing-numbered.png | Commons-Datei | Niabot | CC BY-SA 3.0 |
| File:Rusted corroded metal 1578.jpg | Commons-Datei | ImagePerson | CC BY-SA 4.0 |
Offenes Nachschlageangebot: Instandhaltung (deutsche Wikipedia) erläutert weitere Strategien und Begriffe. Die eingebettete Wikipedia-Seite ist ein ergänzendes Nachschlageangebot, keine Rechtsquelle oder Ersatz für die Norm. Lizenzhinweise und Quellen des Artikels stehen auf Wikipedia.
Verknüpfte Lernbereiche
Verbindung zu weiteren Lernfeldern: LF 1: Werkzeuge und handgeführte Bearbeitung; LF 2: Bauelemente mit Maschinen fertigen und Maschinenfunktion; LF 3: Baugruppen montieren, technische Zeichnungen und Prüfpläne. Auch Mathematik (Prozentrechnung, Ohmsches Gesetz), Deutsch und Englisch (Fachtexte und dokumentierte Übergabe), IT (digitale Wartungstickets) sowie Politik und Wirtschaft (Recht und Ressourcen) tragen zur vollständigen Handlung bei.
Projektideen für Klasse und Betrieb: Ein anonymes digitales Wartungsticket mit Priorisierung entwerfen; einen sicheren Demonstrationsstand für reine Sichtkontrolle bauen; einen Fotokatalog typischer Verschleißbilder mit geprüften Commons-Lizenzen anlegen; eine fiktive wirtschaftliche Bewertung zustandsorientierter Wartung vorstellen. Reale Arbeitssituationen müssen vom Ausbildungspersonal freigegeben werden.
aiMOOC Projekte
Schulfach+


aiMOOCs


aiMOOC Projekte


MOOCwiki · Deutsch
Nach dem Lernen ist vor dem Lernen
Entdecke direkt den nächsten Lernkurs. Weitere Inhalte erscheinen, wenn Du weiter nach unten scrollst.
Zur MOOCwiki-HauptseiteMediathek
Mediathek wird aus dem Wiki geladen ...
Keine passenden Inhalte gefunden. Bitte ändere Suche oder Filter.
NEWSLernweltNOAH fragenInhalt melden · Hinweise zu Fehlern, Quellen, Medienrechten oder Dubletten