Decks, Masten und Rundhölzer herstellen und instand halten - Bootsbauer - LF 14 B
Einleitung
Du bearbeitest in diesem aiMOOC einen vollständigen, fiktiven Kundenauftrag der Fachrichtung Neu-, Aus- und Umbau im Beruf Bootsbauerin beziehungsweise Bootsbauer. Du analysierst Decks, Masten und Rundhölzer, erstellst technische Unterlagen, vergleichst Werkstoffe und Verfahren, planst Instandhaltungsmaßnahmen, beurteilst sichere Fertigung und dokumentierst ein prüfbares Ergebnis. Im Mittelpunkt stehen konstruktiver Holz- und Korrosionsschutz, die Rumpf-Deck-Verbindung, Decksaufbauten, Decksbeläge, Durchführungen, Belüftung und die Herstellung beziehungsweise Prüfung von Masten und Spieren.
Einordnung: Das KMK-Lernfeld 14 B umfasst 80 Unterrichtsstunden. Die Lernfeldübersicht des Rahmenlehrplans (gedruckte Seite 8) ordnet 14 B dem vierten Ausbildungsjahr zu, sein Einzelblatt (gedruckte Seite 22) trägt dagegen die abweichende Angabe „3. Ausbildungsjahr“. Hier gilt die Übersicht für die Zielgruppe Monate 37–42 der 42-monatigen Ausbildung; das abweichende Einzelblatt bleibt transparent dokumentiert. Der Kurs orientiert sich an der Ausbildungsordnung vom 8. Juni 2011 und dem beim BIBB beschriebenen Berufsprofil, nicht an einer eigenständigen Prüfungszulassung. Maßgeblich bleiben betrieblicher Ausbildungsplan, zuständige Handwerkskammer, Landeslehrplan und die jeweils aktuelle Rechts- und Normenlage.
Arbeitsauftrag als Leitfrage: Wie wird aus einer Schadensmeldung ein funktionales, wirtschaftliches, ressourcenschonendes und geprüftes Decks- beziehungsweise Rundholzbauteil? Fachrichtung Technik und deren Rigg-Systeme werden nur zum Vergleich und zur Schnittstellenabstimmung behandelt; das Auf- und Abriggen ist hier kein eigenständiges Pflichtprojekt. An einer realen Yacht sind strukturelle Reparaturen, Harzarbeiten, Bohren, Schleifen, Kranen und Arbeiten in der Höhe ausschließlich nach Gefährdungsbeurteilung und unter befugter fachlicher Aufsicht zulässig. Für den Selbstlernweg gibt es eine gefahrstofffreie Trockenmontage im Maßstabsmodell und eine CAD-Simulation.
Lernweg für 80 Unterrichtsstunden als Beispiel: Auftragsanalyse und Dokumentation 10 h; Deckskonstruktion und Fügen 20 h; Masten und Rundhölzer 14 h; Schadensdiagnose und Qualitätssicherung 16 h; Praxisprojekt mit Reflexion 20 h. Die Unterrichtsplanung ist an Lernort und Vorwissen anzupassen.

Abbildung: Holzbeplankung der „Adventuress“ als Anschauung für Fugen, Decksverlauf und Instandhaltungsfragen; Foto Joe Mabel, CC BY 3.0, Commons.
Einen Decksauftrag analysieren und konstruktiv planen
Auftragsklärung, Schadensaufnahme und technische Dokumente
Vor jeder Planung prüfst du, was tatsächlich beauftragt ist: Neubau, Aus- oder Umbau, Erneuerung eines Belags, Decksdurchführung oder Instandsetzung einer tragenden Struktur. Notiere Bootstyp, Bauart, Zugänglichkeit, bekannte Materialschichten, Konstruktion und dokumentierte Vorreparaturen. Am fiktiven Boot ersetzt eine neutrale Vorgangsnummer personenbezogene Angaben. Ein Befund ist eine Beobachtung („Fuge öffnet sich im Randbereich“), eine Schadenshypothese ist eine überprüfbare Vermutung („möglicher Wassereintritt an der Durchführung“). Verwechsle beides nicht. Prüfe den Zustand zuerst zerstörungsarm: Sichtprüfung, Maßaufnahme, Schadenskartierung und – nur mit geeignetem, kalibriertem Gerät und qualifizierter Interpretation – Feuchtemessung oder andere Prüfverfahren. Eine einzelne erhöhte Messzahl beweist keine Durchfeuchtung des Sandwichkerns.
Technischer Dokumentensatz: Bestandsplan und Deckslinien, Bauzeichnung mit Maßstab und Bezugskanten, maßstäbliche Detailzeichnung der Durchdringung, Schnitt durch Deck und Rumpfanschluss, Abwicklung beziehungsweise Schablone gekrümmter Fläche, Stückliste, Freigabestand, Arbeitsplan, Gefährdungsbeurteilung, Prüf- und Fotoprotokoll. In CAD werden Modell, Revision und Freigabestatus getrennt. Änderungen erfordern eine neue Freigabe; eine automatisch erzeugte Zeichnung ist keine Statikberechnung.
Deckssprung, Decksbalkenbucht und Abwicklung
Deckssprung bezeichnet die Krümmung der Deckslinie in Längsrichtung, Decksbalkenbucht die Wölbung des Decks quer zum Schiff. Beide beeinflussen Wasserablauf, Optik, Einbauhöhen und den Übergang zu Deckshaus, Niedergang und Süll. Ein Deckshaus oder Aufbau muss Lasten in geeignete Struktur einleiten; Belüftungsöffnungen dürfen Wasserwege, Brandschutz oder erforderliche Fluchtwege nicht unzulässig beeinträchtigen.
Rechenbeispiel einer vereinfachten geometrischen Modellbucht: Für eine Decksbreite B = 2,20 m und eine mittige Pfeilhöhe f = 0,055 m wird allein zu Schablonenzwecken eine Parabel y(x) = 4 · f · x · (B − x) / B² angenähert. Am Punkt x = 0,55 m von der Außenkante ist y = 4 · 0,055 · 0,55 · 1,65 / 2,20² = 0,04125 m = 41,25 mm. Am Rand ist y = 0, in der Mitte y = 55 mm. Das ist eine geometrische Beispielannahme, keine zulässige Bau- oder Festigkeitsregel. In der Praxis müssen Istmaße, Linienriss, genehmigte Konstruktionszeichnung und Herstellerfreigaben übereinstimmen. Häufiger Fehler: eine horizontale Platte ohne Abwicklung auf eine gewölbte Fläche zwingen; daraus entstehen Spannungen, undichte Kanten und lokale Ablösungen.
Belüftung, Decksausrüstung und Durchbrüche
Zu Decksausrüstungen zählen zum Beispiel Klampen, Relingsfüße, Poller, Luken und Mastfußbeschläge. Ein Durchbruch ist die Öffnung, eine Durchführung die konstruktiv abgedichtete Hindurchführung von etwa Leitung, Rohr oder Verbindungsteil. Bei beidem sind Lastpfad, Verstärkung, Wartungszugang, Bewegungen, Kondenswasser und gegebenenfalls elektrische Trennung zu berücksichtigen. Plane Dicht- und Drainageebenen so, dass kein Wasser in Holzstirnflächen oder Sandwichkerne wandert. Kritisch sind ungeschützte Schnittkanten, Bohrlöcher in Kernmaterial, überlastete Schraubpunkte und nicht zugängliche Dichtfugen.
Die Belüftung eines Deckshauses erfordert ausreichenden Luftwechsel ohne unkontrollierten Wassereintrag. Bei Lüftern und Luken sind Einbauanweisungen, bestimmungsgemäße Verwendung, Durchdringungslage und einschlägige Regeln zu berücksichtigen. DIN EN ISO 12216:2023-02 behandelt je nach Geltungsbereich unter anderem Festigkeit und Wasserdichtheit von Fenstern, Luken und Türen; ein Entwurf von 2026 ersetzt keine gültige Ausgabe. Zahlen zu Dichtbreiten, Schraubenabständen oder Tragfähigkeiten dürfen nicht frei erfunden, sondern müssen aus geprüfter Konstruktion und Herstellerunterlagen entnommen werden.

Abbildung: Fußreling auf einem Yachtdeck – Detail für Decksausrüstung, Befestigung und Feuchteschutz; Foto Michael Sc, CC BY-SA 3.0, Commons.
Werkstoffe auswählen, Decksteile herstellen und sicher fügen
Decksaufbau und Werkstoffe fachgerecht vergleichen
Bei Holzdecks sind Holzart, Faserverlauf, Holzfeuchte, konstruktive Wasserableitung, Stirnflächen, Verklebung und spätere Pflege relevant. Verleimte und mechanisch befestigte Bauweisen haben unterschiedliche Anforderungen. GFK bezeichnet glasfaserverstärkten Kunststoff; bei einem Sandwichdeck trennen Deckschichten einen leichten Kern und erzeugen bei passender Auslegung Biegesteifigkeit. Beschädigte Deckschichten oder undichte Befestigungspunkte können Feuchtigkeit in den Kern leiten. Decksbeläge aus Holz, Kork, PU oder strukturierten Beschichtungen dürfen nicht nach Optik allein gewählt werden: maßgeblich sind Untergrund, Rutschverhalten im nassen Zustand, UV- und Wasserbeständigkeit, Gewicht, Pflege, Reparierbarkeit, Emissionen und Herstellerfreigabe. Keine Belagsalternative ersetzt eine tragende Deckskonstruktion.
Materialvergleich an einem fiktiven Belagsstreifen: Eine Rechteckfläche von 1,20 m × 0,60 m hat A = 0,72 m². Ein 12 mm dickes Holzmaterial benötigt theoretisch V = 0,72 m² × 0,012 m = 0,00864 m³ = 8,64 Liter. Bei einer angenommenen Dichte 550 kg/m³ beträgt die rechnerische Masse 0,00864 × 550 = 4,752 kg, noch ohne Feuchte-, Klebstoff-, Beschlags- oder Verschnittanteile. Dies sind Übungswerte, keine Materialeigenschaft eines konkreten Produkts. Für die Bestellung kommen Zuschnitt, Faserrichtung, Decksform und Verschnitt hinzu.

Abbildung: Teakdeck auf der Interboot 2020; Foto Matti Blume, CC BY-SA 4.0, Commons. Vergleiche Fugenbild und Verlegegeometrie, nicht ungeprüfte Produkteigenschaften.
Konstruktiver Holzschutz, Korrosionsschutz und Fügetechnik
Konstruktiver Holzschutz beginnt mit Geometrie: stehendes Wasser vermeiden, Hirnholz schützen, ausreichende Trocknung ermöglichen, Wasserläufe nicht zusetzen und für Inspektion zugängliche Details bauen. Chemischer Oberflächenschutz kann diese Konstruktionsprinzipien nicht ersetzen. Bei metallischen Bauteilen prüfst du galvanische Paarungen, Salzwasser, Beschichtungsschäden, Kontaktflächen und geeignete Werkstoff- beziehungsweise Isolierkombinationen; „rostfrei“ bedeutet nicht in jeder Einbausituation „korrosionsfrei“.
Bei einer Rumpf-Deck-Verbindung sind die verschiedenen Wärmeausdehnungen, Feuchtebewegungen und Steifigkeiten der Werkstoffe zu beachten. Fügeverfahren sind zum Beispiel formschlüssige, kraftschlüssige und stoffschlüssige Verbindungen; in der Praxis können sie kombiniert sein. Tragende Klebfugen, Laminierpläne, Aushärtebedingungen, Oberflächenvorbereitung, Materialverträglichkeit und Drehmomente sind freigabepflichtig. Eine schmale optisch schöne Fuge allein beweist weder Festigkeit noch Dichtheit. Setze die Anforderungen des jeweils gültigen Herstellerdatenblatts um; improvisierte Klebstoffkombinationen sind kein Verfahren.
Arbeits- und Umweltschutz bei Fertigung und Entsorgung
Die Gefährdungsbeurteilung berücksichtigt Holzstaub, lärmintensive Arbeiten, Rückschlag an Maschinen, Trenn- und Schleifwerkzeuge, Gefahrstoffe, Stolper- und Absturzstellen, Arbeiten über Wasser, Kranen sowie elektrische Leitungen im Bearbeitungsbereich. TRGS 553 Holzstaub (Ausgabe 2022, 2025 geändert) fordert risikoorientierte Schutzmaßnahmen, insbesondere wirksame Stauberfassung. DGUV Information 213-116 (Oktober 2024) behandelt Gefährdungen und Schutzmaßnahmen bei Epoxidharzsystemen. Maßgeblich sind Gefährdungsbeurteilung, Unterweisung, geprüfte Arbeitsmittel, Sicherheitsdatenblatt, Lüftung, Haut- und Atemschutzkonzept und betriebliche Freigabe. Staub nicht trocken zusammenkehren oder mit Druckluft verblasen. Noch nicht ausgehärtete Harzreste, Lösemittel und kontaminierte Hilfsmittel bleiben getrennt nach örtlichen Entsorgungsvorgaben; nichts ins Hafenbecken ableiten. Ohne befugte Aufsicht: nur Papier-, Karton- oder CAD-Modell ohne reale Chemikalien oder Maschinen.
Nachhaltige Auswahl: Prüfe Reparierbarkeit vor vollständigem Austausch, dokumentiere legale und nachvollziehbare Holzherkunft, nutze geeignete zertifizierte oder wiederverwendbare Materialien und plane sortenreine Reststoffwege. Rechtliche Lieferkettenpflichten sind abhängig vom Produkt und der aktuellen Rechtslage zu prüfen; keine pauschale Behauptung über die gesamte Holzbranche oder erfundene Stichtage. Ein digitales Materialpassblatt darf ausschließlich fiktive oder freigegebene, nicht personenbezogene Projektdaten enthalten.
Masten und Rundhölzer herstellen und instand halten
Funktionen und Begriffsklärung
Mast: aufrechter, vorwiegend druck- und biegebeanspruchter Träger des Riggs. Baum: meist annähernd horizontaler Rundholzträger, der einen Segelunterliekbereich führen kann. Gaffel: schräg geführte Spiere klassischer Segel. Rundholz ist der Oberbegriff für meist lange, häufig verjüngte Holzteile wie Mast, Baum oder Spiere; die fertige Form muss nicht auf ganzer Länge kreisrund sein. Lasten entstehen durch Eigengewicht, Segel- und Rigglasten, Wind und lokale Beschläge. Besonders kritisch sind Kerben, Bohrungen, Risse, Feuchtzonen, Beschlagübergänge und scharfkantige Formwechsel. Den tatsächlichen Nachweis der Mastdimensionierung liefern die verantwortlichen Fachleute anhand freigegebener Statik und Regeln; eine Modellrechnung ist kein Freigabenachweis.

Abbildung: historische Begriffszeichnung verschiedener Masten und Spieren (Heinrich Paasch, 1890; Commons-Nachweis CC BY-SA 4.0), Commons. Historische Illustration zur Benennung, ausdrücklich keine heutige Dimensionierungs- oder Sicherheitsvorgabe.
Auswahl und Formgebung von Rundhölzern
Für einen hölzernen Mast werden geeignete Holzqualität, möglichst gerader Faserverlauf, zulässige Feuchte, freie oder bewertete Äste, Rissfreiheit der kritischen Zonen, Verbindungskonzept und Holzschutz berücksichtigt. Massivholz, verleimter Vollquerschnitt und Hohlmast unterscheiden sich in Gewicht, Fertigungszeit, Kontrollierbarkeit, Klebfugen und Reparatur. Ein Aluminium- oder Faserverbundmast ist eine Werkstoffalternative, nicht mit derselben Holzfertigungstechnik bearbeitbar. Bei mehrteiliger Herstellung sind Lamellenplan, Leimauftrag, Pressbedingungen und dokumentierte Aushärtung sicherheitsrelevant.
Geometrisches Modellbeispiel: Aus einem quadratischen Querschnitt mit Seitenlänge a = 80 mm lässt sich durch gleichmäßiges Abfasen ein regelmäßiges Achteck vorzeichnen. Für gleiche Achteckseiten liegt jede Markierung an einer Quadratkante bei t = a / (2 + √2) ≈ 80 / 3,414 = 23,43 mm von der Ecke. Die gerade Reststrecke zwischen den beiden Markierungen ist 80 − 2 × 23,43 = 33,14 mm. Kontrolliere mit der Schablone: die schräge Achteckseite ist √2 × 23,43 ≈ 33,14 mm. Danach kann für ein nicht tragendes Modell die Vielkantform zeichnerisch in eine Rundung überführt werden. Das Beispiel legt weder zulässige Durchmesser noch Tragfähigkeiten eines echten Mastes fest. Typische Fehler sind Verwechslung von Radius und Durchmesser, asymmetrisches Abfasen und Abtrag ohne Rücksicht auf Holzfasern beziehungsweise Risslage.
Beschläge, Wartung und Schnittstelle zum Rigg
Mastfuß, Mastdurchführung, Decksdichtung, Beschlagbohrungen und Auflageflächen müssen zugänglich, wasserführend sicher und korrosionsverträglich konstruiert sein. Prüfe Beschläge auf Risse, ausgeschlagene Löcher, galvanische Korrosion, gelöste Verbindungen und die dazugehörigen Lastpfade. Stehendes und laufendes Gut, Masttrimm und Riggwechsel gehören im Rahmen dieses Lernfelds nur zur Schnittstellenkommunikation mit befugten Rigg-Fachleuten und vergleichend zur Fachrichtung Technik. Eigenständiges Aufriggen, Spannen oder Arbeiten am belasteten Mast erfolgt hier nicht. Wartung umfasst geordnete Sichtkontrollen, geeignete Trocknung, Beschriftung des Freigabestatus, dokumentierte Schutzmaßnahmen und eine werterhaltende Lagerung mit sicheren Auflagen.

Abbildung: besonderer drehbarer Mastfuß der Ljungström-Yacht „Dobra Kusa“ als Vergleich verschiedener Konstruktionslösungen, nicht als allgemeiner Einbauvorschlag; Foto Sinikka Halme, CC BY-SA 4.0, Commons.
Instandhaltung, Prüfungen und Qualitätsarbeit
Schäden erkennen und Maßnahmen abwägen
Ein typischer Befund an Deck ist eine sich lösende Fuge, ein gelockerter Beschlag, eine unterwanderte Beschichtung oder ein weicher Bereich nahe einer Durchführung. An Rundhölzern treten etwa Beschlagskorrosion, Lackablösung, Verformung, Faserrisse oder beginnende Fäulnis auf. Kläre vor jeder Maßnahmenwahl zuerst: Liegt ein rein oberflächlicher Mangel oder ein möglicher struktureller Schaden vor? Wo kann Wasser eingetreten sein, welche Bauteile sind betroffen, welches Prüfverfahren ist geeignet und wer darf über eine Freigabe entscheiden? Bei unbekannter Tragfähigkeit oder unklarem Kernzustand muss der Bereich abgesperrt und einer fachlichen Diagnose zugeführt werden. Eine kosmetische Abdeckung ist keine Instandsetzung.
Maßnahmenmatrix:
| Befund | Erforderliche Prüfung | Mögliche Entscheidung |
|---|---|---|
| Abgelöster nicht tragender Belag auf nachweislich trockenem, festem Untergrund | Haftung, Feuchte und Untergrundfreigabe | Abschnittsweise Erneuerung nach Herstellerverfahren |
| Feuchter oder nachgiebiger Sandwichkern | Qualifizierte, gegebenenfalls weiterführende Untersuchung | Strukturmaßnahme planen lassen; keine reine Belagsreparatur |
| Wassereintritt an Decksdurchführung | Dicht- und Befestigungsdetail, Kernschutz, Lastabtrag | Konstruktion und Abdichtung unter Freigabe überarbeiten |
| Riss im Mast bei Beschlag | Werkstoffzustand und Lastpfad durch befugte Fachperson | Außer Betrieb lassen bis zur fachlichen Entscheidung |
Prüfkriterien, digitale Dokumentation und Übergabe
Qualitätskriterien werden vor der Arbeit messbar vereinbart: vollständige Zeichnungen, richtige Materialidentifikation, eindeutige Bezugskanten, dokumentierte Vorbehandlung, dimensionsgerechte Zuschnitte, gleichmäßige Fugen innerhalb projektbezogen festgelegter Toleranzen, keine sichtbaren Ausbrüche und zugängliche Wartungspunkte. Die Abnahme umfasst je nach Bauteil Maßprotokoll, Sichtprüfung, Nachweis des vom Hersteller geforderten Aushärteverlaufs, überprüfte Wasserführung und Funktionsprüfung der montierten Ausrüstung. Eine Dichtheitsprüfung darf nur nach dafür geeigneter, freigegebener Methode und unter sicheren Bedingungen durchgeführt werden. Eine bestandene Modellprüfung beweist nicht die Seetüchtigkeit.
Ein digitales Prüfprotokoll enthält Vorgangs-ID, Zeichnungsrevision, Messpunkt, Sollkriterium, Istwert, Prüfmittel, Prüferrolle, Abweichung, Nacharbeit und Abnahmeentscheidung. Fotodokumentation verwendet ausschließlich eigene Modellfotos ohne Gesichter, Kennzeichen, Kunden- oder Betriebsinformationen. Teammitglieder stimmen Sollwerte, Methode und Zuständigkeiten ab; im Kundengespräch werden fachliche Alternativen, Risiken und Vorbehalte verständlich erläutert.
Praxisvideo zur Materialentscheidung: Die deutschsprachige Reportage „Kork statt Teakdeck? DAS sagt ein Werftchef an Bord einer Bestevaer 45“ (BootsProfis, 22. März 2026) diskutiert Kork, Teak, Pflege, UV-Beständigkeit, Gewicht und Kosten. Nutze sie als diskussionsanregende Branchenperspektive, nicht als Werkstoffnorm oder objektiven Produkttest. Die Video-Metadaten und Zuordnung wurden über den nachgewiesenen Eintrag geprüft; der direkte YouTube-Abruf war technisch eingeschränkt.
Durchgerechneter Praxisauftrag: Decksbelag fachgerecht ersetzen
Fiktiver Auftrag, Befund und Freigabegrenzen
Szenario: An einer ausgedachten Segelyacht ist im Cockpit ein nicht tragender Decksbelag auf einer Teilfläche von 1,20 m × 0,60 m stark verschlissen. Für die Übung wird der darunterliegende Untergrund nach Untersuchung durch die verantwortliche Fachkraft als trocken, tragfähig und für die vorgesehene Verklebung geeignet angenommen. Ist das nicht nachgewiesen, ist das Projekt zu stoppen und der strukturelle Zustand untersuchen zu lassen. Kundenwunsch: erneuerbarer, rutschhemmender Belag, wartbare Randfugen, dokumentierte Montage, wirtschaftlicher Materialeinsatz. Du planst eine Trockenmontage mit Karton-/Papierbauteilen im Maßstab 1:2; eine reale Einbau- oder Gefahrstoffarbeit ist ausdrücklich nicht Teil der unbeaufsichtigten Aufgabe.
Auftragsanforderungen im Übungsmodell: Die sichtbare Fläche und jede Durchdringung sind im CAD beziehungsweise auf Papier bemaßt; ein fiktiver Ablaufweg bleibt frei; der Belag endet mit einer projektinternen Sollfuge von 2 mm ± 1 mm zu einem modellierten Süll. Diese Toleranz ist eine frei vereinbarte Übungsbedingung, keine Normvorgabe. Die Stückliste enthält Rückverfolgbarkeit und einen Platzhalter für die später erforderliche Herstellerfreigabe.
Aufmaß, Flächenbedarf und Materialentscheidung
1. Nettofläche: 1,20 m × 0,60 m = 0,720 m².
2. Planungszuschlag: Unterstellt werden 12 % geometrischer Verschnitt: 0,720 × 1,12 = 0,8064 m² theoretischer Bedarf. Bei fiktiven lieferbaren Platten zu 0,30 m² je Stück sind aufgerundet drei Platten = 0,90 m² zu beschaffen. Restmenge 0,90 − 0,72 = 0,18 m² vor unvorhergesehenen Schäden. Die 12 % sind keine Herstellerangabe; Schablonen und Zuschnittplan entscheiden den realen Bedarf.
3. Modellmaßstab: Maßstab 1:2 ergibt 1,20 / 2 = 0,60 m Länge und 0,60 / 2 = 0,30 m Breite. Modellfläche 0,60 × 0,30 = 0,18 m², also ein Viertel der Originalfläche. Maßstäbe verändern Flächen quadratisch und Volumina kubisch.
4. Kostenvergleich mit ausschließlich fiktiven Lernpreisen (netto, keine Marktangebote):
| Rechengröße | Variante A: PU-Belag | Variante B: Kork-Belag |
|---|---|---|
| Beschaffung | 0,90 m² × 95,00 €/m² = 85,50 € | 0,90 m² × 65,00 €/m² = 58,50 € |
| Systemzubehör als Übungspauschale | 16,00 € | 20,00 € |
| Arbeitszeit × fiktiver Verrechnungssatz | 3,0 h × 48,00 €/h = 144,00 € | 4,0 h × 48,00 €/h = 192,00 € |
| Entsorgung als Übungspauschale | 6,00 € | 6,00 € |
| Beispielsumme netto | 251,50 € | 276,50 € |
Ergebnis: Variante A liegt in dieser, nur für die Übung konstruierten Kalkulation um 25,00 € unter Variante B. Eine Entscheidung allein nach diesen Summen wäre fehlerhaft: Untergrundverträglichkeit, geprüfte Klebstoffsysteme, Rutschfestigkeit, Haltbarkeit, UV-Exposition, Reparierbarkeit, Holzherkunft und reale Lieferbedingungen müssen zusätzlich bewertet werden. Mehr Materialeinsatz kann trotz günstigerem Stückpreis zu höherer Umweltlast führen. Die Lernentscheidung lautet daher: Voraussetzungen und Datenblätter zuerst, Kostenvergleich danach.
Vollständiger Arbeitsplan und Prüfergebnis
| Schritt | Tätigkeit und Nachweis | Verantwortungs- und Sicherheitsgrenze |
|---|---|---|
| Analyse | Skizze mit eindeutiger Vorgangs-ID, Abmessungen, Fotos eines neutralen Modells, Schadenshypothese | Unbekannte Kernfeuchte oder Tragfähigkeit an reale Fachkraft abgeben |
| Konstruktion | Draufsicht, Schnitt, Süll, Wasserweg und ggf. Decksbalkenbucht bemaßen; Revision dokumentieren | Konstruktionsfreigabe für echte Yacht erforderlich |
| Vergleich | PU, Kork und Holz nach Kriterienmatrix und Datenblättern gewichten | Keine ungeprüfte Materialsubstitution |
| Aufmaß | Papier-/CAD-Schablone im Maßstab 1:2 und Maßkontrollpunkte erzeugen | Keine Bearbeitung des realen Bootes |
| Material | Drei fiktive Platten rechnerisch disponieren; Zuschnittkarte, Restfläche, Entsorgungsweg planen | Im Modell ausschließlich Karton und Papier |
| Herstellung | Papierbelag auf Kartonträger trocken anpassen, Fugen und Ausschnitte markieren | Keine Harze, Lösungsmittel, Fräs- oder Schleifmaschinen |
| Prüfung | Flächen- und Kontrollmaße, Fugenbreiten, Randabstand, Ablaufweg prüfen; Ist-/Soll-Tabelle erstellen | Modelltest ersetzt keine Realabnahme |
| Nacharbeit | Abweichungen korrigieren, Wiederholprüfung protokollieren | Keine Änderungen ohne neue Modellrevision |
| Übergabe | Zeichnung, Materialvergleich, fiktive Kosten, Modellfotos und Wartungshinweise abgeben | Keine echten Kunden- oder Schülerdaten |
| Reflexion | Arbeitszeit, Verschnitt, Materialalternativen und Risiken im Team erläutern | Offene Risiken sichtbar lassen |
Prüfbares Ergebnis als Beispiel: Die Modellplatte misst 600 × 300 mm (Soll 600 × 300 mm); gemessene projektinterne Fugenbreiten an drei Kontrollpunkten: 2,1 mm, 2,6 mm und 1,8 mm. Das vereinbarte Intervall beträgt 1,0–3,0 mm; alle drei Modellwerte liegen darin. Die Ablaufrinne ist im Modell nicht überklebt, die Zeichnung trägt einen Revisionsstand, die Kostenrechnung stimmt. Modellauftrag erfüllt; reale Montage nicht freigegeben. Wird bei derselben Prüfung 3,4 mm gemessen, lautet das Ergebnis statt „bestanden“: Nacharbeit planen, erneut messen und dokumentieren.
Bewertungsraster für den Kompetenznachweis
| Kriterium | Maximalpunkte | Beobachtbares Qualitätsmerkmal |
|---|---|---|
| Fachliche Befundaufnahme und begründete Freigabegrenze | 15 | Beobachtung und Vermutung getrennt; Tragwerkrisiko benannt |
| Konstruktions- und Detailzeichnung | 15 | Maßstab, Bezugspunkte, Süll, Wasserweg und Revision nachvollziehbar |
| Material- und Verfahrensvergleich | 15 | Funktion, Schutz, Ökologie und Herstellerbindung geprüft |
| Berechnung und Wirtschaftlichkeit | 15 | 0,72 m², 0,8064 m², 0,90 m² und Kosten korrekt mit Einheiten |
| Sicherer, ressourcenschonender Arbeitsplan | 15 | Gefährdungen, Grenzziehung, Alternativen und Reststoffwege klar |
| Modellqualität und Prüfung | 15 | Maße und 1–3-mm-Modellfuge geprüft, Abweichungen bearbeitet |
| Dokumentation, Kommunikation und Reflexion | 10 | Prüftabelle, Status, Teamentscheidung und Übergabe vollständig |
| Summe | 100 | Didaktische Leistungsbewertung, keine amtliche Prüfungswertung |
Rückmeldung: Gute Arbeit ist nicht bloß eine schöne Oberfläche, sondern eine begründete Freigabeentscheidung mit prüfbaren Maßen. Bei Unsicherheit am Untergrund erhält der dokumentierte Stopp eine fachlich positive Bewertung. Ergänzend kannst du ein gefahrloses Pappmodell eines Mastachtecks gemäß dem Geometriebeispiel herstellen und dessen Seitenlängen vergleichen.
Abbildung: Decksbelag einer Segelyacht als Beispiel für Wartung, Fugen und Materialwahl; Foto Stefan Götte, vom Urheber gemeinfrei freigegeben, Commons.
Interaktive Aufgaben
Multiple-Choice-Quiz
Wähle jeweils eine fachlich richtige Antwort. Die Aufgaben prüfen Planung, sichere Entscheidung und Transfer; ihre richtigen Optionen werden im interaktiven Format ausgewertet.
Welche Unterlage ist vor einer Änderung an einer Decksdurchführung besonders wichtig? (Eine freigegebene Detailzeichnung mit Aufbau und Lastpfad) (!Eine Verkaufsbroschüre mit Dekorfotos) (!Ein bloßer Preisvergleich verschiedener Farben) (!Eine mündliche Schätzung ohne Dokumentation)
Welche Aussage beschreibt die Decksbalkenbucht richtig? (Sie ist die Querschnittswölbung des Decks) (!Sie ist die Längswölbung der Deckslinie) (!Sie ist die lichte Höhe unter dem Mast) (!Sie ist die Dicke des Bootsdecksbelags)
Wofür steht konstruktiver Holzschutz am Deck in erster Linie? (Wasseransammlungen vermeiden und Austrocknung ermöglichen) (!Jede Holzoberfläche vollständig luftdicht einschließen) (!Hirnholz ohne Dichtung dauerhaft offen lassen) (!Auf Inspektionen verzichten wenn Lack sichtbar glänzt)
Welcher Befund erfordert vor einer bloßen Belagsreparatur eine weiterführende Prüfung? (Ein nachgiebiger Bereich im Sandwichdeck) (!Ein sauber dokumentierter trockener tragfähiger Untergrund) (!Eine maßhaltige Kartonschablone) (!Ein korrekt bemaßter Zuschnittplan)
Was ist bei einem neuen Decksbelag auf einem Sandwichdeck entscheidend? (Die Verträglichkeit mit dem freigegebenen Untergrundsystem) (!Nur die Farbe des Belags) (!Nur die maximale Breite der Dekorfugen) (!Allein die geringste Materialdichte)
Wie groß ist eine rechteckige Belagsfläche von 1,20 m mal 0,60 m? (0,72 Quadratmeter) (!0,18 Quadratmeter) (!1,80 Quadratmeter) (!7,20 Quadratmeter)
Welche Formel liefert die angegebene Modellmarkierung zum regelmäßigen Achteck aus einer Quadratseite a? (t gleich a geteilt durch die Summe aus zwei und Wurzel zwei) (!t gleich zweimal a) (!t gleich a zum Quadrat) (!t gleich Umfang geteilt durch acht ohne Eckenabtrag)
Welche Aussage zum Mast mit einem Riss neben einem belasteten Beschlag ist richtig? (Der Mast bleibt außer Betrieb bis zur qualifizierten Beurteilung) (!Eine zusätzliche Lackschicht stellt die Tragfähigkeit sicher) (!Der Riss ist durch Masttrimm immer zu beseitigen) (!Die Oberfläche ist wichtiger als die Lastaufnahme)
Welche Maßnahme reduziert die Belastung durch Holzstaub am Arbeitsplatz vorrangig? (Ein staubarmes Verfahren mit wirksamer Absaugung) (!Trockenes Zusammenkehren während des Schleifens) (!Abblasen der Fläche mit Druckluft) (!Schließen aller Absaugöffnungen)
Was gilt nach einer bestandenen Fugenprüfung am Kartonmodell? (Das Modellkriterium ist erfüllt aber kein reales Boot freigegeben) (!Das Boot ist ohne weitere Kontrollen seetüchtig) (!Die echte Klebung ist ohne Datenblatt zulässig) (!Das Modell ersetzt einen strukturellen Festigkeitsnachweis)
Memory
Ordne jeden Fachbegriff genau seiner Bedeutung zu.
| Deckssprung | Längsverlauf der Deckswölbung |
| Decksbalkenbucht | Querwölbung des Decks |
| Süll | Erhöhter Rand zum Schutz einer Öffnung |
| Spiere | Langes Rundholz zur Führung von Segelteilen |
| Sandwichkern | Leichte Mittelschicht zwischen tragenden Deckschichten |
| Abwicklung | Flächenübertragung einer räumlichen Form auf eine Zuschnittvorlage |
Drag-and-Drop
Verbinde die Prüftätigkeit mit dem jeweils zutreffenden Nachweis.
| Prüftätigkeit | Passender Nachweis |
|---|---|
| Schadenskartierung | Markierte Lage und Ausdehnung des Befunds |
| Maßprüfung | Soll-Ist-Vergleich mit Bezugskanten |
| Materialfreigabe | Dokumentierte Eignung für den konkreten Untergrund |
| Fugenkontrolle | Messwerte an vereinbarten Kontrollpunkten |
| Revisionskontrolle | Kennzeichnung des freigegebenen Zeichnungsstands |
Kreuzworträtsel
Erkenne die Fachwörter anhand ihrer Definition; jeder Begriff besteht aus genau einem Wort.
| Deckssprung | Wie heißt der Längsverlauf der Deckslinie? |
| Süllrand | Wie heißt ein erhöhter Rand als Schutz vor Wasser an einer Öffnung? |
| Leibholz | Wie heißt ein seitliches Abschluss- oder Randholz am Holzdeck? |
| Korrosion | Wie heißt die unerwünschte Reaktion und Schädigung eines metallischen Werkstoffs durch seine Umgebung? |
| Schmiege | Wie nennt man den Winkel zum maßgerechten Anpassen von Bauteilkanten? |
| Mastfuß | Wie heißt der untere Auflage- oder Befestigungsbereich eines Mastes? |
LearningApps
Entdecke ergänzende, extern erstellte Zuordnungsaufgaben. Suchtreffer sind vor dem Einsatz fachlich und hinsichtlich der Nutzungsrechte zu prüfen; der Suchlink behauptet keine vorhandene spezifische App.
Lückentext
Trage die passenden Fachwörter, Einheiten oder Zahlen ein. Pro Satz ist genau eine Lücke zu ergänzen.
Offene Aufgaben
Bearbeite die Aufgaben in aufsteigender Schwierigkeit. Reale gefährliche Tätigkeiten erfolgen nur unter befugter Aufsicht; nutze ansonsten CAD, Schablone und Papiermodell.
Leicht
- Deckssprung: Skizziere auf Papier Längs- und Querwölbung eines Decks, beschrifte Deckssprung und Decksbalkenbucht und erläutere je zwei praktische Folgen.
- Decksbelag: Erstelle eine Bildnotiz zu zwei geprüften Medien dieses Kurses mit Werkstoff, erkennbarer Funktion und einem noch offenen Prüfpunkt.
- Schadensanalyse: Trenne für drei fiktive Befunde Beobachtung, mögliche Ursache und erforderlichen nächsten Prüfschritt in einer Tabelle.
- Arbeitsschutz: Zeichne eine sichere, chemikalienfreie Modellwerkstatt und markiere vier Gefahren sowie passende Schutzmaßnahmen.
Standard
- Bauzeichnung: Fertige eine maßstäbliche CAD- oder Handzeichnung einer 600 × 300 mm großen Karton-Decksfläche mit mindestens drei prüfbaren Maßen und Revisionsfeld an.
- Materialwirtschaft: Berechne die Materialmenge bei 12 Prozent Verschnitt für 0,72 m² Nutzfläche und dokumentiere eine begründete Beschaffungsentscheidung für 0,30-m²-Platten.
- Korrosionsschutz: Erstelle einen fiktiven Detailvergleich für die Befestigung eines Relingsfußes mit Wasserweg, Materialpaarung und Inspektionszugang.
- Qualitätssicherung: Entwirf ein Prüfformular für fünf Merkmale einer nicht tragenden Decksbelag-Montage einschließlich Abweichung und Wiederholprüfung.
Schwer
- Rumpf-Deck-Verbindung: Begründe eine sichere Konstruktionsentscheidung für zwei unterschiedliche Werkstoffpaarungen und stelle Grenzen ohne vorhandene Festigkeitsnachweise heraus.
- Rundholz: Konstruiere das regelmäßige Achteck aus einem 80-mm-Quadrat am Kartonmodell, rechne Markierungen und Seiten nach und erläutere, warum es kein realer Mastnachweis ist.
- Instandhaltung: Entwickle zwei alternative Reparaturpläne für einen fiktiv feuchten Sandwichkern und einen bloß abgelösten Belag; erläutere Freigabe, Aufwand und Umweltfolgen.
- Projektmanagement: Präsentiere den vollständigen Praxisauftrag mit Zeichnung, Stückliste, Kostenvergleich, Prüfergebnissen, offenem Risiko, Teamfeedback und datensparsamem Übergabeprotokoll.


Lernkontrolle
Die folgenden Transferaufgaben werden mit dem Arbeits- und Bewertungsraster beurteilt; begründe Entscheidungen und benenne fehlende Informationen.
- Schadensprüfung: Eine Decksfläche klingt hohl und ist neben einer Luke weich. Entwickle die Untersuchungsreihenfolge, benenne die Freigabestelle und entscheide, warum eine reine Dekorschicht nicht genügt.
- Geometrie: Bei B = 2,20 m und f = 55 mm prüfe den vorgegebenen Querbuchtwert an x = 0,55 m rechnerisch; zeige Einheiten und die Grenzen der parabelförmigen Modellannahme.
- Fertigungsmethoden: Vergleiche einen vorgefertigten Belag und die Herstellung einzelner Stäbe hinsichtlich Zeit, Verschnitt, Kontrolle, Reparierbarkeit, Gewässerbelastung und Arbeitsschutz.
- Technische Dokumentation: Eine Zeichnung zeigt einen veränderten Durchbruch, aber keine Revision. Formuliere die zwingenden Rückfragen und den Ablauf zur Aktualisierung der Freigabe.
- Mastprüfung: Ein Rundholz weist bei einer Beschlagsbohrung einen Faserriss auf. Formuliere eine sichere Sperr- und Prüfentscheidung und begründe, warum kosmetisches Ausbessern nicht genügt.
- Wirtschaftlichkeit: Kontrolliere beide fiktiven Angebotssummen aus dem Praxisfall, rechne die Differenz nach und benenne drei nichtmonetäre Kriterien, die den niedrigeren Übungspreis überwiegen können.
Lernnachweis
Abzugeben ist ein anonymisierter Projektordner mit mindestens: (1) sachlicher Schadenskartierung und dokumentierter Freigabegrenze; (2) bemaßter Decks- und Detailzeichnung mit Revision; (3) Abwicklung oder Modellschablone; (4) Stückliste und nachvollziehbarer Flächen-, Maßstabs- und Kostenrechnung; (5) begründetem Werkstoff- und Verfahrensvergleich; (6) Gefährdungsbeurteilung mit sicherer Simulation; (7) Arbeitsplan und Ressourcenentscheidung; (8) Ist-/Soll-Prüfprotokoll mit mindestens drei Kontrollwerten; (9) begründetem Übergabe- oder Sperrvermerk; (10) kurzer Teamreflexion zur Nachhaltigkeit.
Beurteilung: Nutze das 100-Punkte-Raster des Praxisfalls. Bei berechtigten Bedenken zur Tragfähigkeit ist eine dokumentierte Arbeitssperre richtig. Fehler werden über korrigierte Zeichnungen und Wiederholprüfungen bearbeitet, nicht durch Entfernen des negativen Befunds. Bewertet werden Analyse, Planung, begründetes Handeln, Kontrolle, Kommunikation und Transfer, nicht eine echte Reparatur am Boot. Der Leistungsnachweis ersetzt keine betriebliche Unterweisung, Kammerprüfung oder amtliche Anerkennung.
OER und Wikipedia
Geprüfte fachliche Ausgangsquellen (Stand Oktober 2026):
- KMK-Rahmenlehrplan Bootsbauer/Bootsbauerin, gedruckte S. 8 und 22 – Grundlage für Kompetenzen und offengelegten Jahreswiderspruch; amtliche Quelle, hier nur sinngemäß zusammengefasst.
- BIBB: Bootsbauer/Bootsbauerin – Neu-, Aus- und Umbau – Berufsprofil, Ausbildungsdauer von 42 Monaten, Verweis auf Ausbildungsordnung vom 08.06.2011.
- BAuA: TRGS 553 Holzstaub – Ausgabe 2022, zuletzt 2025 geändert; aktuelle Schutzmaßnahmen prüfen.
- DGUV Information 213-116: Tätigkeiten mit Epoxidharzsystemen – Ausgabedatum Oktober 2024; Gefährdungsbeurteilung und Schutzmaßnahmen.
- BG Verkehr: Umgang mit Sportbooten und Arbeitsmitteln – Schutz vor Gefahrstoffen, sichere Maschinen, Hebemittel und Bootslagerung.
- DIN EN ISO 12215-5:2020-03 – aktuelle Quelle zum Geltungsbereich von Rumpfbauweise und Dimensionierung, keine Übernahme geschützter Normtabellen.
- DIN EN ISO 12216:2023-02 – Luken, Fenster und Türen; der Entwurf 2026-08 ist als Entwurf zu unterscheiden.
- Wikipedia: Deck (Schiffbau) – ergänzender Überblick zur Decksfunktion und zu Holzdecks, keine Konstruktionsfreigabe.
- Wikipedia: Boat building – ergänzende englischsprachige Überblicksquelle zu Holzbauweisen.
Nachweise zu allen eingebundenen Commons-Dateien (Dateiname – Urheber – Lizenz und überprüfte Fundstelle):
| Datei | Urheber | Lizenzstatus | Geprüfte Dateiseite |
|---|---|---|---|
| File:Adventuress - decking 01.jpg | Joe Mabel | CC BY 3.0 | Commons |
| File:Fussreling.png | Michael Sc | CC BY-SA 3.0 | Commons |
| File:Teak deck, Interboot 2020, Friedrichshafen (IB200325).jpg | Matti Blume | CC BY-SA 4.0 | Commons |
| File:Paasch Illus Mar Ency 1890 pl 90 - Mast and various Spars.jpg | Heinrich Paasch; Commons-Nachweis | CC BY-SA 4.0 laut Dateiseite | Commons |
| File:Ljungström cruiser Dobra Kusa by Fredrik Ljungström 1947 rotating mast 03.jpg | Sinikka Halme | CC BY-SA 4.0 | Commons |
| File:Teakdeck.JPG | Stefan Götte | Vom Urheber gemeinfrei freigegeben | Commons |
Hinweis: Bilder und historische Grafiken sind Anschauungsmaterial; Fotografien sind keine normativen Ausführungsanleitungen. Nutzungsbedingungen der einzelnen Lizenz und Namensnennung beachten, Bearbeitungen kenntlich machen. Die Wikipedia-Seiten stehen unter ihren jeweiligen Lizenzbedingungen.
Video-Nachweis: „Kork statt Teakdeck?“ – BootsProfis, deutschsprachige Videoreportage vom 22.03.2026, Metadaten und Themen über die Video-Fundstelle geprüft, direkter YouTube-Zugriff beim Recherchieren eingeschränkt. Keine OER-Lizenz des Videos nachgewiesen; nur externe YouTube-Einbettung, keine Übernahme oder Veränderung des Films. Weitere Videokandidaten ohne ausreichend geprüfte Metadaten wurden nicht eingebunden.
Wikipedia-Einbettung als weiterführende Lektüre, nicht als Prüfungsnorm:
Verknüpfte Lernbereiche
Die Lernfelder zu Rumpfkonstruktionen, zum Innenausbau und zum Einbau technischer Anlagen liefern Vorwissen. Riggtechnik wird als Schnittstelle zur anderen Fachrichtung verknüpft. Berufsmathematik, digitale Konstruktion, Deutsch/Fachkommunikation, Materialkunde, Umweltbildung und Wirtschaftsrechnen sind integriert.
aiMOOC Projekte
Projektideen: (A) Sichere Decksbelag-Reparatur am Kartonmodell mit Schadenskartierung und Prüfprotokoll; (B) CAD-Abwicklung einer Decksbalkenbucht einschließlich geometrischer Kontrollrechnung; (C) Vergleich von massivem und lamelliertem Rundholz als Papiermodell mit Material- und Wartungsmatrix; (D) digitaler, datensparsamer Qualitätsordner für eine fiktive Werft. Nutze für jedes Projekt das Lernnachweis- und Bewertungsraster dieses Kurses; keine Arbeiten an belasteten Strukturen ohne befugte Freigabe.
Schulfach+


aiMOOCs


aiMOOC Projekte


MOOCwiki · Deutsch
Nach dem Lernen ist vor dem Lernen
Entdecke direkt den nächsten Lernkurs. Weitere Inhalte erscheinen, wenn Du weiter nach unten scrollst.
Zur MOOCwiki-HauptseiteMediathek
Mediathek wird aus dem Wiki geladen ...
Keine passenden Inhalte gefunden. Bitte ändere Suche oder Filter.
NEWSLernweltNOAH fragenInhalt melden · Hinweise zu Fehlern, Quellen, Medienrechten oder Dubletten