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Rümpfe instand halten - Bootsbauer - LF 13 B

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Rümpfe instand halten - Bootsbauer - LF 13 B

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Einleitung

Ein Bootsrumpf trägt Kräfte aus Wasser, Ladung und Bewegung, gibt dem Boot Auftrieb und schützt den Innenraum. Ein scheinbar kleiner Oberflächenschaden kann lediglich das Gelcoat betreffen – oder auf eine Beschädigung des tragenden Laminats hinweisen. Du lernst, einen Instandhaltungsauftrag so zu bearbeiten, wie es die Fachrichtung Neu-, Aus- und Umbau verlangt: Kundenanliegen klären, den Rumpf sicher inspizieren, Schäden beurteilen, Werkstoff und Verfahren auswählen, Arbeitszeit und Kosten begründet kalkulieren, die Ausführung kontrollieren und ein nachvollziehbares Prüfprotokoll übergeben.

Adressaten und Einordnung: Bootsbauerinnen und Bootsbauer im 4. Ausbildungsjahr, insbesondere in den Monaten 37–42. Das KMK-Lernfeld 13 B umfasst 60 Unterrichtsstunden. In der Übersicht auf Druckseite 8 ist es dem 4. Jahr zugeordnet; die Detailbeschreibung auf Druckseite 21 nennt widersprüchlich das 3. Jahr. Hier gilt für die Lernplanung die Übersicht und die angegebene Zielgruppe. Maßgeblich für den betrieblichen Einsatz bleiben der individuelle Ausbildungsplan, der Landeslehrplan und die zuständige Handwerkskammer. Die Fachrichtung Technik wird nur zum Abgrenzen von Schnittstellen erwähnt.

Dein Lernziel: Du kannst einen künstlichen, datenschutzgerechten Kundenauftrag von der Erstmeldung bis zum begründeten Freigabevorschlag bearbeiten. Gefährliche Arbeiten, Tätigkeiten an Lasten und Bootsstützen, Staub erzeugende Verfahren, Gefahrstoffverarbeitung und Prüfungen am echten Boot finden ausschließlich nach Gefährdungsbeurteilung und unter befugter fachlicher Aufsicht statt. Für alle Übungen ist die schriftliche Bearbeitung eines Falles oder eine ungefährliche trockene Musterplatte möglich. Dieser Kurs ist keine Reparaturfreigabe und ersetzt weder Herstelleranweisungen noch Fachkunde oder gesetzliche Prüfungen.


Auftrag erfassen, Rumpf inspizieren und Schäden analysieren


Vom Kundenhinweis zur eindeutigen Fragestellung

Eine sinnvolle Auftragsannahme beantwortet: Welcher Rumpf aus welchem Material ist betroffen? Liegt der Bereich über oder unter der Wasserlinie, nahe einer Kielaufnahme, Durchdringung, Stringer- oder Schottverbindung? Wann wurde der Schaden sichtbar – nach Grundberührung, Kranvorgang, Winterlager, langem Bewuchs oder dauernder Feuchte? Gibt es Wassereintritt oder sichtbare Formänderungen? Welche früheren Reparaturen und Beschichtungssysteme sind bekannt? Fehlen Daten, kennzeichnest du sie als unbekannt, statt etwas zu erfinden.

Instandhalten umfasst praktisch Inspektion (Zustand ermitteln), Wartung (Verschlechterung vorbeugen), Instandsetzung (Funktion wiederherstellen) und geeignete Verbesserungsmaßnahmen. Ein Arbeitsauftrag wird in Befund, Bewertung, Maßnahme und Nachweis gegliedert. Ein Kunde darf nicht allein wegen einer glänzenden Oberfläche eine strukturelle Wiederherstellung unterstellen. Deshalb vereinbart das Team zunächst den Untersuchungsumfang, eine Stop-Regel für verdeckte Schäden und einen Termin für die Freigabe zusätzlicher Arbeiten.


Sicherheitsorientierter Prüfablauf

Du planst die Inspektion bei gesichertem, standsicher gelagertem Boot: Kennzeichnung und Absperrung; Einweisung in Bootsstützen, Podeste und Zugänge; passende Beleuchtung; Sichtkontrolle mit Maßstab und Lageplan; Dokumentation von Rissen, Blasen, Poren, Abplatzungen, Verformungen und Korrosionsspuren. Auffälligkeiten erhalten eine Kennung wie R1 und eine Position relativ zu Bauteilmerkmalen, nicht zu persönlichen Kundendaten. Wasser- und Witterungszustand werden protokolliert.

Schadensanalyse trennt Beobachtung und Hypothese: Ein heller Abrieb belegt keine zerstörte Faserlage. Dumpfer Klopfton kann auf einen Verbundfehler hinweisen, ist allein aber kein verlässlicher Beweis. Ein Feuchtemesswert ist ohne Material-, Geräte- und Kalibrierkontext nur ein Hinweis. Bei vermuteter Delamination, weichem Sandwichkern, Schäden am Kiel oder an tragenden Verbindungen wird nicht eigenmächtig geschliffen oder wieder zu Wasser gelassen; eine verantwortliche Fachperson entscheidet über zusätzliche Untersuchungen wie Ultraschall, gezielte Öffnung oder konstruktive Bewertung.

Beobachtung Denkbare Ursache Nächster fachlich begründeter Schritt
Oberflächlicher weißer Kratzer ohne freiliegende Fasern Gelcoat oder Beschichtung abgetragen Tiefe, Lage und Grenzfläche prüfen; Materialidentifikation
Netzartige Risse nahe Beschlag Spannungs- oder Alterungsrisse Lastpfad, Befestigung und darunterliegende Struktur beurteilen lassen
Blasen unter der Wasserlinie Feuchteeinwirkung, Beschichtungsschaden oder mögliche Osmose Fachgerechte Differenzialdiagnose statt pauschaler Osmosebehauptung
Nachgiebige Sandwichstelle Mögliche Kernschädigung oder gelöster Verbund Reparatur stoppen; Ausmaß und Tragwirkung von Fachkraft prüfen lassen
Lokale Rostnarben oder weiße Korrosionsprodukte Beschichtungsfehler oder korrosives Umfeld Werkstoff, Kontaktmetalle, Feuchte und Materialverlust untersuchen

Typische Fehler: Schäden vorschnell als kosmetisch einstufen; Lage und Größe nicht dokumentieren; Vermutungen als Messbefund ausgeben; nur den sichtbaren Riss statt seiner Ursache behandeln; wiederholte Messungen unter unterschiedlichen Bedingungen direkt vergleichen. Lerne, nach jeder Beobachtung ausdrücklich zu sagen: „Was weiß ich sicher, was muss ich noch prüfen?“


Rumpfwerkstoffe, Bauarten und Schadensmechanismen


GFK-Volllaminat, Sandwich und Gelcoat unterscheiden

GFK besteht aus Verstärkungsfasern und einer Kunststoffmatrix, im Bootsbau häufig auf Basis von Polyester-, Vinylester- oder Epoxidharz. Volllaminat besitzt im betrachteten Bereich Faserlagen ohne leichten Kern; Sandwich kombiniert äußere und innere Decklagen mit einem Kern, etwa aus Schaum oder Balsaholz. Bei gleichem Erscheinungsbild sind Schadensfolgen verschieden: Ein verschobener Kern oder ein Bruch einer Decklage kann die Biegesteifigkeit stark beeinträchtigen. Gelcoat ist dagegen die schützende und gestaltende äußere Schicht und darf nicht mit einer tragenden Faserlage verwechselt werden.

Delamination ist die Trennung zwischen ursprünglich verbundenen Laminatschichten. Osmosebedingte Blasenbildung bezeichnet feuchte- und stofftransportbedingte Veränderungen in geeigneten Kunststoffsystemen; nicht jede Blase ist Osmose, nicht jede feuchte Oberfläche ist ein struktureller Totalschaden. Zu untersuchen sind Herkunft der Feuchte, Beschichtungssystem, Kernzustand, frühere Reparatur und sichtbare Schäden. Kleine Gelcoat-Risse über einem belasteten Bereich können ein Symptom eines tieferen Problems sein.

Geprüfte Commons-Aufnahme: Verarbeitung von Glasfaser und Epoxidharz an einem Bootsrumpf; Bild von Aeroceanaute, CC BY-SA 4.0. Im Betrieb sind zusätzliche Schutzmaßnahmen und die verbindlichen Produktdaten zu beachten.


Holz, Stahl, Aluminium und Mischbauweisen

Bei Holzrümpfen sind Feuchtegehalt, Holzfäule, offene Fugen, gelockerte Verbindungen und Belastung der Planken zu prüfen. Bei geklinkerten oder karweel gebauten Rümpfen beeinflussen Fugen und Befestigungen die Reparaturwahl. Formverleimte Sperrholzbauteile benötigen besondere Aufmerksamkeit für Klebfugen und geschützte Schnittkanten. Nicht jede Holzfuge darf einfach mit einer steifen Spachtelmasse geschlossen werden.

Geprüfte Commons-Aufnahme: Instandsetzung eines hölzernen Segelbootsrumpfes; Rémi Kaupp, CC BY-SA 3.0.

Bei Stahl untersucht die Fachkraft Rost, Lochfraß, Beschichtungsunterwanderung, Schweißnahtumfeld und mögliche Wanddickenverluste. Aluminium verlangt die Prüfung von Kontaktkorrosion, Spaltbereichen, geeigneten Verbindungsmitteln und werkstoffgerechten Verfahren. Eine Schweißreparatur gehört ausschließlich in qualifizierte Hände; Druck-, Dichtheits- und Strukturfreigaben sind keine Übungsarbeiten. In Komposit- oder Mischbauweisen sind außerdem die Grenzflächen zwischen Werkstoffen und unterschiedliche Dehnungen zu betrachten.

Werkstoffauswahl heißt Verträglichkeit prüfen: Altmaterial, Restbeschichtung, Oberflächenvorbereitung, Härter-/Harzsystem, Aushärtebedingungen, geplante Beanspruchung und spätere Deckschicht müssen zusammenpassen. „Epoxid haftet immer“ ist ebenso falsch wie „jede Faser mit jedem Harz“. Datenblätter, gültige Freigaben und bei tragenden Schäden Konstruktion und Sachverstand haben Vorrang.


Instandsetzungsverfahren auswählen und Arbeitspläne entwickeln


Schadensklasse bestimmt das Vorgehen

Bei rein kosmetischen Schäden ohne beschädigte tragende Fasern oder Einbauten können Reinigung, geeignete Untergrundvorbereitung, lokale Oberflächeninstandsetzung und Oberflächenprüfung ausreichen. Bei strukturellen GFK-Schäden ist eine freigegebene Reparaturspezifikation erforderlich: Schadensgrenzen, Aufbauten und Faserorientierung, Übergangsgeometrie, kompatible Harze, Temperatur und Feuchte, Aushärtung, Prüfungen und Nachweis müssen bestimmt werden. Bei Sandwichschäden sind Kernart, Feuchte, Verbund und Wiederherstellung der Decklagen entscheidend. Eine pauschale Zahl von Faserlagen oder ein fixes Schäftungsverhältnis ist ohne konstruktive Unterlagen nicht fachgerecht.

Verfahren werden nach Ursache, Last, Zugänglichkeit, Oberflächengüte, Trocknungsbedarf, Gefahrstoffen und Abfallmengen verglichen. Bei Holz sind unter Umständen das Ersetzen einzelner Planken- oder Sperrholzabschnitte und das Erneuern von Verbindungen sinnvoll. Bei Metall kann der Austausch geschädigter Bauteile wirtschaftlicher sein als lokale Nacharbeit. Nicht zulässige Schweiß- oder Laminierarbeiten werden durch Berechnungs-, Diagnose- und Planungssimulation ersetzt.

Deutschsprachiges Hersteller-Fachvideo „Yachtcare DOCTOR BOAT – Lochreparatur“ (Vosschemie/Yachtcare). Beobachtungsauftrag: Notiere die Arbeitsschritte und prüfe sie kritisch gegen Gefährdungsbeurteilung, Materialkompatibilität und strukturelle Zuständigkeit.


Acht Bausteine eines ausführbaren Arbeitsplans

  1. Auftrag klären: Bootsdaten ohne Personendaten, Nutzungsart, Schadensort, gewünschtes Ergebnis und Freigabegrenzen dokumentieren.
  2. Sicherung: Absperrung, standsichere Lagerung, Absturz- und elektrische Risiken, Brandlasten und Gefahrstoffbeurteilung veranlassen; erst nach Freigabe beginnen.
  3. Befund: Sichtbefund, Lageplan und bei Bedarf angeordnete Prüfungen mit Messbedingungen protokollieren.
  4. Entscheidung: kosmetisch, unklar oder strukturell; bei unklar und strukturell Stop-Regel und zuständige Fachperson.
  5. Verfahren und Mittel: kompatible Materialien, Produkt-Sicherheitsdatenblätter, Werkzeuge, Schutzmaßnahmen, Abfallwege und Prüfpunkte festlegen.
  6. Durchführung: nur befugte, unterwiesene Personen; Zeiten für Untergrundvorbereitung, Verarbeitung, Aushärtung und gegebenenfalls Nacharbeit getrennt planen.
  7. Prüfung: Sichtbild, Maßhaltigkeit, Haftungs-/Dichtheits- und Strukturprüfungen entsprechend Freigabeplan; Abweichungen erfassen.
  8. Abschluss: Materialchargen soweit erforderlich, angewandte Dokumente, Bilder ohne Personenbezug, Prüfprotokoll, Kundenhinweis und Wartungsempfehlung übergeben.

Ein Haltepunkt ist der Moment, an dem das Team erst nach dokumentierter Prüfung und Zustimmung zur nächsten Arbeit übergeht, zum Beispiel nach Freilegung eines unerwartet dunklen Laminatbereichs oder vor einer wasserberührenden Endbeschichtung. Er verhindert, dass der Zeitdruck eine unbemerkte Ausweitung der Reparatur verursacht.


Qualität entsteht vor dem letzten Schliff

Prüfbare Kriterien müssen sich auf den jeweiligen Auftrag beziehen: eindeutige Schadenkarte, dokumentierte Ursachenbewertung, geeignete Materialfreigabe, keine unbewerteten Schäden, protokollierte Umgebungsbedingungen, eingehaltene Produkthinweise, Oberflächengüte am Muster und vollständig unterschriebene Freigabeschritte. Bei realen tragenden Reparaturen bestimmen Konstrukteur oder freigebende Fachperson zusätzliche Anforderungen; ein optisch glattes Ergebnis ist kein Nachweis für Tragfähigkeit oder Wasserdichtheit.

Deutschsprachiges Hersteller-Fachvideo „Ein kleiner Riss im Gelcoat – Yachtcare Gelcoat Repair Kit hilft“. Vergleichsfrage: Welche gezeigten Schritte sind nur für bestätigte Oberflächenschäden geeignet, wann wäre eine Strukturprüfung zwingend?


Arbeits-, Umwelt- und Gesundheitsschutz digital dokumentieren


Gefährdungsbeurteilung vor der Ausführung

Für Schleifen, Reinigen, Mischen von Reaktionsharzen, Beschichten, Kranen und Arbeiten im Inneren eines Bootes werden Gefährdungen getrennt beurteilt. Die Gefahrstoffverordnung regelt unter anderem Informationsermittlung, Gefährdungsbeurteilung, Schutzmaßnahmen und Unterweisung. Die DGUV Information 213-116, Ausgabe Oktober 2024 erläutert den Umgang mit Epoxidharzsystemen, einschließlich Schutz vor Hautkontakt und sensibilisierenden Stoffen.

STOP-Reihenfolge: Substitution prüfen; technische Maßnahmen wie wirksame Absaugung und abgeschottete Arbeitsbereiche vorsehen; organisatorische Regeln und Unterweisung festlegen; passende persönliche Schutzausrüstung anhand von Sicherheitsdatenblatt, Exposition und Herstellerangaben auswählen. Nicht jeder beliebige Nitrilhandschuh ist für jedes Epoxidsystem ausreichend; Schutzhandschuhmaterial und Durchbruchzeit müssen zum Produkt passen. Staub nicht trocken verwehen, lösemittelhaltige Produkte nicht in engen unbelüfteten Räumen einsetzen, nicht unter ungesicherten Booten arbeiten und keine unbekannten Beschichtungen ohne Stoffidentifikation bearbeiten. Schutzmaßnahmen bei früheren Antifoulings und anderen Altbeschichtungen benötigen eine eigene Beurteilung.

Sicherer Ersatz für die Ausbildung: Betrachte Fotos und Konstruktionszeichnungen, markiere Schäden auf einer unbelasteten Holz- oder Kartonplatte und simuliere den Arbeitsablauf mit Papierlagen und farbigem Wasser statt mit Harz oder Schleifstaub. Du kannst die gesamte Kalkulation, die Gefährdungsbeurteilung als Planspiel und das Prüfprotokoll ohne Chemikalien erstellen. Auch im Ausbildungsbetrieb darf eine praktische Umsetzung nur unter befugter Aufsicht stattfinden.


Gewässerschutz, Ressourcenschonung und Bewuchs

Beim Entfernen von Unterwasseranstrichen können belastete Schleifstäube, Farbpartikel und Abwässer entstehen. Sie gehören in betrieblich genehmigte Erfassungs-, Filter- und Entsorgungswege – nicht auf Werftboden, in Oberflächengewässer oder in den Gully. Beschichtungsreste und gebrauchte Verbrauchsmittel werden nach Stoff- und Abfallrecht sortiert, gekennzeichnet und an zugelassene Entsorgungswege abgegeben. Antifouling reduziert Bewuchs, kann aber biozide Stoffe an Gewässer abgeben. Das Umweltbundesamt, Stand Juli 2026 empfiehlt, den tatsächlichen Bedarf und biozidfreie Alternativen zu prüfen. Für ein konkretes Produkt sind aktuelle deutsche Verkehrs- und Verwendungsregeln sowie Etikett und Produktfreigaben maßgeblich; nicht jede alte Beschichtung darf weiterverwendet werden.

Geprüfte Commons-Aufnahme: Bewuchs am aus dem Wasser genommenen Holzrumpf, Lamiot, CC BY-SA 3.0. Du erkennst, warum Reinigung und Bewuchsschutz zum Instandhaltungsplan gehören.

Geprüfte Commons-Aufnahme: zurückgelassene Antifouling-Farbflocken nahe dem Wasser, F. Lamiot, CC BY-SA 2.5; Negativbeispiel für unzulässiges Abfallmanagement.

Nachhaltige Reparatur bedeutet nicht bloß „weniger Material“: Eine zu kleine Reparatur kann ein zweites Mal erforderlich werden. Vergleiche fachgerechte Teilinstandsetzung, Ersatz und Wiederverwendung anhand von Lebensdauer, Risiko, Ressourcen, Energie, Abfall, Wartungsbedarf und Kosten. Setze Reinigungsmittel und Biozide nicht prophylaktisch ohne Bedarf ein.

Deutschsprachiges Fachvideo „Zwei-Schritt-Politur Boot – GFK & Gelcoat aufbereiten“, Koch-Chemie, veröffentlicht 2026. Als Demonstration für Oberflächenpflege zu betrachten, nicht als Anleitung zur strukturellen Rumpfreparatur.


Digitale Auftragsakte und Datenschutz

Eine digitale Schadenkarte enthält schematische Bootskizze, Bauteilkennzeichen, Maße, Vorher-/Nachher-Bilder, dokumentierte Messbedingungen, Reparaturfreigabe, Chargen und Prüfresultate. Versionsstände, zuständige Rollen und Abweichungen müssen auffindbar sein. Tabellenkalkulationen können Materialbedarf und Kosten mit transparenten Formeln ermitteln; Bildmarkierungen erleichtern die Übergabe an Team, Ausbildungsleitung und Auftraggeber. Ein Farbfoto ohne Maßstab oder Zeitstempel hat nur begrenzten Dokumentationswert. Digitale Messgeräte liefern keine automatische Ursachenfeststellung.

Für Unterricht und Plattform werden ausschließlich fiktive Kennzeichen wie „Übungsboot B-07“ verwendet. Keine Namen, Anschriften, Seriennummern echter Boote, Gesichter, Kennzeichen oder Kundenkorrespondenz hochladen. Bei echten Betriebsaufträgen müssen Zweckbindung, Zugriffsbeschränkung, Datenminimierung und betriebliche Aufbewahrungsregeln nach der DSGVO eingehalten werden. Die Werkstattakte und ein anonymisiertes Lernportfolio sind getrennte Produkte.


Durchgerechneter Praxisauftrag: Gelcoat-Schaden am Übungsrumpf


Ausgangslage und fachliche Entscheidung

Fiktiver Auftrag B-07: An einem 7,2 m langen GFK-Übungsrumpf ist seitlich oberhalb der Wasserlinie eine flache, rechteckig angenäherte Gelcoat-Abplatzung von 30 cm Länge und 12 cm Breite zu dokumentieren. Die mittlere Tiefe der aufzubauenden Deckschicht wird für die reine Übungsrechnung mit 0,8 mm angenommen. Sichtbefund in der Aufgabenstellung: keine freiliegenden, unterbrochenen Fasern, kein weicher Bereich, kein Wassereintritt, keine Lastanschlüsse in der Nähe. Diese Angaben sind Teil eines Planspiels, nicht Ergebnis einer echten Bootsprüfung. Der Werkstoff ist laut fiktiver Bestandsakte mit einem kompatiblen Oberflächenreparatursystem behandelbar. Die Fachkraft bestätigt im Modellfall die Einstufung als Oberflächenreparatur; andernfalls muss der Auftrag neu beurteilt werden.

Die professionelle Alternative bei Rissen bis in Faserlagen, Delamination, Feuchte im Kern oder Schäden an tragenden Verbindungen lautet: Arbeit stoppen, Fachbewertung und freigegebene strukturelle Reparaturanweisung einholen. Ein kosmetisches Verfahren ersetzt dann keine Instandsetzung. Unterrichtlich bearbeitest du unabhängig davon stets die schriftliche Schadenskarte und den sicheren Arbeitsplan.


Materialbedarfsrechnung mit Einheiten

Die angenäherte Fläche beträgt A = 0,30 m × 0,12 m = 0,036 m². Das rechnerische Schichtvolumen ist V = A × d = 0,036 m² × 0,0008 m = 0,0000288 m³ = 28,8 cm³. Für den Übungsfall wird eine angenommene Materialdichte des gebrauchsfertigen Systems von 1,15 g/cm³ festgelegt. Daraus folgt m = V × ρ = 28,8 cm³ × 1,15 g/cm³ = 33,12 g. Mit einem angenommenen Verlust-/Reservefaktor von 20 % ergibt sich m_plan = 33,12 g × 1,20 = 39,744 g ≈ 40 g gebrauchsfertiges System.

Wichtig: Die 40 g beschreiben eine geometrische Übungsabschätzung einschließlich Reserve, keine Harz-Härter-Mischanweisung. Komponentenverhältnis, Topfzeit, Schichtdicke, Mindesttemperatur, Untergrund, Zwischenschliff und Aushärtungszeit müssen aus dem Datenblatt des tatsächlich freigegebenen Systems stammen. Materialverluste, unregelmäßige Ränder, Altbeschichtung und Prüfauflagen können den Bedarf erhöhen. Eine maßstabsgerechte Papierfläche ist die sichere Übungsalternative.


Zeit-, Kosten- und Terminrechnung

Die Planzeiten umfassen 1,00 h Untersuchung, Schadenskarte und Abstimmung, 0,75 h Sicherung und vorbereitende Oberflächenarbeit, 0,75 h freigegebene Oberflächeninstandsetzung und Finish sowie 0,50 h Qualitätsprüfung und Dokumentation: t = 3,00 h. Bei einem rein fiktiven Verrechnungssatz von 68,00 €/h resultieren 204,00 € Lohnkosten. Material und Verbrauchsmittel werden mit 28,00 €, Abfallerfassung und Entsorgung mit 14,00 € angesetzt: 204,00 € + 28,00 € + 14,00 € = 246,00 € netto. Bei beispielhaft 19 % Umsatzsteuer sind das 46,74 € Steuer und 292,74 € brutto. Steuersatz und Abrechnung im realen Fall sind zu prüfen. Ein nicht beauftragter Zusatzbefund darf nicht einfach stillschweigend im Preis verschwinden.

Kostenposition Grundlage Betrag im Planspiel
Untersuchung und Arbeitsvorbereitung 1,00 h × 68,00 €/h 68,00 €
Sicherung und Vorbereitung 0,75 h × 68,00 €/h 51,00 €
Oberflächenbearbeitung und Finish 0,75 h × 68,00 €/h 51,00 €
Prüfung, Protokoll, Übergabe 0,50 h × 68,00 €/h 34,00 €
Material und Verbrauchsmittel Fiktiver Pauschalansatz 28,00 €
Abfallbehandlung Fiktiver Pauschalansatz 14,00 €
Summe netto 3,00 h Arbeitszeit plus Sachkosten 246,00 €
Steuerbeispiel 19 % von 246,00 € 46,74 €
Summe brutto Netto plus Steuer 292,74 €

Kundenberatung: „Im angenommenen Befund handelt es sich um eine lokal begrenzte Oberflächenreparatur. Der rechnerische Aufwand liegt bei 3,0 Arbeitsstunden und 292,74 Euro brutto. Aushärtung und mögliche Wartezeit richten sich nach dem später festgelegten System; dies ist keine Zusage einer Fertigstellung innerhalb von drei Stunden. Falls bei der Vorbereitung weitere Schäden sichtbar werden, stoppen wir die Arbeiten und stimmen Diagnose, Termin und Nachtrag vorab ab.“


Arbeitsplan, prüfbares Ergebnis und Team-Bewertung

Schritt und verantwortliche Rolle Geplanter Nachweis Freigabepunkt
Auftrag aufnehmen, Auszubildende mit Ausbilder Anonymisierte B-07-Schadenskarte mit Skizze 30 × 12 cm Fachkraft prüft Befund und Schadenklasse
Gefährdungen erfassen, Team Liste zu Lagerung, Staub, Chemikalien, Abfall, Zugänglichkeit Keine Praxis ohne betrieblich freigegebene Schutzmaßnahmen
System auswählen, befugte Fachkraft Produktdatenblatt, Materialkompatibilität und schriftliche Entscheidung Unklare Materiallage führt zum Stopp
Umfang und Kosten planen, Auszubildende Rechenblatt mit Einheiten, 40-g-Modellwert, 3,0 h, 292,74 € brutto Rechenkontrolle und Kundenfreigabe im Planspiel
Fachgerechte Umsetzung, ausschließlich Aufsicht Bei Übung: Papiermodell und Prozesssimulation; real nur freigegebene Arbeit Produktabhängige Aushärtung abwarten
Prüfen und dokumentieren, Team Sicht-/Maßprotokoll, Abweichungsliste, ordentliche Abfallnachweise Befugte Fachkraft entscheidet über Freigabe

Prüfbares Lernprodukt: Ein Portfolio enthält Auftragserfassung, maßstäbliche Schadenskarte, Entscheidungsbaum, Gefährdungsliste, dokumentierte Quellenwahl, Arbeitsplan mit Stop-Regeln, Rechenblatt mit Einheiten, Ergebnisfotos des Papiermodells, Mess-/Kontrollblatt und eine begründete Freigabeempfehlung. Für das Übungsmodell gelten ausdrücklich vereinbarte Kriterien: Schadensfeld auf der Zeichnung richtig bemaßt, Fläche 0,036 m² und Volumen 28,8 cm³ korrekt; Planmasse etwa 40 g (nur Modell); Gesamtkosten 292,74 € brutto; jeder Haltepunkt benannt; keine unbegründete Strukturfreigabe. Bei realen Reparaturen reichen diese Modellwerte nicht für die Abnahme.

Bewertungsraster – 100 Punkte:

Kriterium Maximale Punkte Nachweis
Auftrags- und Schadensanalyse 20 Beobachtung von Vermutung getrennt; Werkstoff und Lastpfad beachtet
Sicherheit, Umwelt, Stop-Regeln 20 Gefährdungen, Maßnahmen, Aufsicht und Entsorgung konkret
Technisch begründeter Arbeitsplan 20 Reihenfolge, Freigaben, Materialverträglichkeit, Dokumente
Berechnungen und Kundenkalkulation 20 Rechenwege, Einheiten, transparente Annahmen und Preis
Qualitätssicherung und Teamarbeit 10 prüfbare Kriterien, Rollen, Abweichungsprotokoll
Nachhaltige und datensparsame Übergabe 10 Alternativen erläutert, fiktive Daten, vollständiges Portfolio

Rückmeldung zum Praxisfall: Eine korrekte Rechnung ist nur ein Teil der beruflichen Kompetenz. Höhere Qualität zeigt, wer bei ungeklärten strukturellen Risiken den Prozess unterbricht und die zuständige Fachperson einbindet. Die Punkte sind ein didaktisches Raster, keine amtliche Prüfungsbewertung. Häufige Fehler sind die Verwechslung von Millimeter und Meter, die Berechnung mit ungeprüfter Dichte, fehlende Aushärtezeiten, nicht ausgewiesene Entsorgungskosten und das Gleichsetzen schöner Oberfläche mit wiederhergestellter Festigkeit.


Interaktive Aufgaben


Multiple-Choice-Quiz

Welche Aussage begründet das Anhalten einer Rumpfreparatur am besten? (Bei möglicher Delamination muss zunächst der strukturelle Befund durch eine befugte Fachperson geklärt werden) (!Ein optisch glatter Anstrich belegt stets eine intakte Rumpfstruktur) (!Ein dumpfer Klopfton beweist ohne weitere Prüfung genau die Schadensursache) (!Jede Gelcoatblase bedeutet zwingend einen Totalschaden)




Welcher Bestandteil eines GFK-Sandwichrumpfes beeinflusst die Biegesteifigkeit wesentlich? (Der Verbund aus tragenden Decklagen und geeignetem Kern) (!Ausschließlich die Farbe der äußeren Beschichtung) (!Allein die Politur auf der Gelcoatoberfläche) (!Nur die Antifoulingfarbe unter der Wasserlinie)




Was wird in einer Schadenskarte als Befund erfasst? (Lage und messbare Ausdehnung einer sichtbaren Rissstelle) (!Eine noch ungeprüfte vermutete Ursache als gesicherte Tatsache) (!Die Zahlungsfähigkeit eines fiktiven Kunden) (!Eine Materialfreigabe ohne Herstellerunterlagen)




Welche Reihenfolge entspricht einem sicheren Arbeitsauftrag? (Sichern und untersuchen dann fachlich entscheiden dann planen dann beaufsichtigt ausführen und prüfen) (!Erst vollständig schleifen und erst danach die Schadenklasse bestimmen) (!Zuerst den Kundenpreis garantieren und alle Befunde danach ignorieren) (!Erst zu Wasser lassen und erst danach Dichtheitsfragen klären)




Was ist bei der Auswahl von Epoxidharz-Schutzhandschuhen entscheidend? (Die nach Sicherheitsdatenblatt und Exposition nachgewiesene Eignung des Handschuhmaterials) (!Jeder dünne Nitrilhandschuh schützt unabhängig vom Produkt unbegrenzt) (!Nur die Farbe des Handschuhs bestimmt den Schutz) (!Das Weglassen der Unterweisung bei kurzer Kontaktzeit)




Welche Umweltmaßnahme ist für das Entfernen alter Unterwasserfarbe geeignet? (Belastete Partikel und Abfälle am Arbeitsort auffangen und fachgerecht entsorgen) (!Farbflocken am Ufer liegen lassen wenn sie trocken sind) (!Schleifstaub mit Druckluft ins Wasser blasen) (!Rückstände zusammen mit unkontrolliertem Regenwasser ablaufen lassen)




Wie groß ist die angenäherte Fläche eines Feldes von 30 cm mal 12 cm? (0,036 Quadratmeter) (!0,36 Quadratmeter) (!3,6 Quadratmeter) (!0,0036 Quadratmeter)




Was bedeutet die modellhafte Materialmenge von rund 40 g im Praxisfall? (Eine Abschätzung der gebrauchsfertigen Masse mit Reserve ohne Aussage über das Mischungsverhältnis) (!Eine universell gültige Dosierung von Harz und Härter für jedes System) (!Eine geprüfte strukturelle Reparaturspezifikation) (!Eine Garantie für die vollständige Aushärtung nach drei Stunden)




Wie hoch ist die fiktive Bruttosumme aus 246 Euro netto bei 19 Prozent Steuer? (292,74 Euro) (!246,19 Euro) (!265,00 Euro) (!312,40 Euro)




Welche Dokumentation ist für ein anonymes Lernportfolio geeignet? (Ein Bemaßungsplan mit fiktivem Bootskennzeichen und dokumentierten Prüfbedingungen) (!Ein ungefragtes Foto mit erkennbarem echten Kunden und Kennzeichen) (!Eine Kundenrechnung mit vollständiger Privatadresse) (!Ein Video aus einer vertraulichen Werftakte ohne Genehmigung)





Memory

Ordne den eindeutigen Fachbegriff jeweils der passenden Beschreibung zu.

Inspektion Systematisches Erfassen und Bewerten des aktuellen Zustands
Gelcoat Äußere schützende Deckschicht vieler GFK-Rümpfe
Delamination Trennung von miteinander verbundenen Laminatschichten
Sandwichkern Leichtes Innenmaterial zwischen tragenden Decklagen
Haltepunkt Festgelegte Stelle für dokumentierte Zustimmung vor Fortsetzung
Schadenskarte Skizze mit markierten Auffälligkeiten und nachvollziehbaren Maßen





Drag-and-drop

Ordne jedem dokumentierten Arbeitsschritt sein zutreffendes Arbeitsergebnis zu.

Gesuchter Arbeitsschritt Passendes Dokument oder Ergebnis
Auftrag klären Fiktive Auftragsbeschreibung mit Ziel und Freigabegrenzen
Schaden untersuchen Vermessene Befundskizze und Prüfbeobachtungen
Verfahren planen Arbeitsplan mit Materialverträglichkeit und Haltepunkten
Aufwand kalkulieren Nachvollziehbares Preisblatt mit Stunden und Sachkosten
Qualität nachweisen Kontrollprotokoll mit Kriterien und Abweichungen





Kreuzwort

Gesucht sind sechs Fachwörter ohne Leer- oder Trennzeichen.

Gelcoat Äußere Harzdeckschicht auf vielen glasfaserverstärkten Bootsrümpfen
Laminat Verbund aus Faserlagen und Kunststoffmatrix
Osmose Begriff für einen mit Stofftransport durch Grenzschichten verknüpften Schadensmechanismus
Korrosion Reaktion eines Metalls mit seiner Umgebung die Materialschäden verursachen kann
Kalkulation Begründete Zusammenstellung des erwarteten Arbeits- und Materialaufwands
Inspektion Systematische Zustandsermittlung vor der Instandsetzungsentscheidung





LearningApps

Die folgenden Übungen sind eine thematische Suche auf LearningApps, keine behauptete geprüfte Einzelaufgabe. Prüfe vor Verwendung Niveau, Rechte und fachliche Richtigkeit des gewählten Treffers.


Lückentext

Ergänze zentrale Fachbegriffe.
Bevor das Team eine Maßnahme auswählt, erstellt es eine dokumentierte

.
Die äußere Deckschicht vieler GFK-Rümpfe heißt

.
Eine Trennung zwischen verbundenen Laminatlagen bezeichnet man als

.
Ein Boot mit leichtem Kern zwischen zwei tragenden Decklagen ist eine

.
Für die Planung der Tätigkeiten wird ein verbindlicher

erstellt.
Die nachvollziehbare Berechnung von Material und Arbeit heißt

.
Bei unklarer struktureller Tragfähigkeit ist ein

erforderlich.
Belastete Reste von Unterwasserfarbe gehören in die fachgerechte

.
Die Überprüfung festgelegter Merkmale dient der

.
Ohne ausdrückliche Erlaubnis werden echte Kundendaten durch

ersetzt.




Offene Aufgaben

Bearbeite alle Aufgaben mit fiktiven Betriebsfällen, freigegebenen Bildquellen und sicheren Modellen. Experimentelle Verfahren an echten Rümpfen erfolgen ausschließlich unter befugter Aufsicht; eine schriftliche Simulation zählt als vollwertige Unterrichtsalternative.


Leicht

  1. Schadenskarte: Zeichne eine neutrale Rumpfskizze und kennzeichne fünf erfundene Auffälligkeiten mit Lage und Maß; unterscheide Beobachtung und Ursache.
  2. Werkstoffkunde: Erstelle fünf Materialkarten zu GFK, Sandwich, Holz, Stahl und Aluminium mit einem möglichen Schaden und einem diagnostischen Hinweis.
  3. Umweltschutz: Kommentiere anhand der geprüften Commons-Aufnahme mit den Antifoulingflocken, welche Entsorgungsfehler zu erkennen sind und wie du sie vermeiden würdest.
  4. Technische Kommunikation: Verfasse einen kurzen fiktiven Kundenfragebogen mit acht Fragen zur Vorgeschichte eines Rumpfschadens ohne personenbezogene Daten.


Standard

  1. Arbeitsplanung: Übertrage den Modellfall B-07 in eine Tabelle mit Arbeitsschritten, Zuständigkeiten, Freigabegrenzen, Zeitansätzen und Nachweisen.
  2. Kostenrechnung: Rechne den Materialbedarf bei unveränderter Fläche und einer angenommenen Tiefe von 1,0 mm neu und begründe, warum Herstellervorgaben die Rechnung verändern können.
  3. Qualitätsmanagement: Entwickle im Team sechs prüfbare Qualitätskriterien samt jeweiligem Nachweis für eine ungefährliche Karton-Rumpfsimulation.
  4. Digitale Dokumentation: Gestalte eine anonymisierte digitale Prüfakte mit Zeichnung, Version, Messprotokoll, fiktiven Quellen und Abweichungsliste.


Schwer

  1. Schadensdiagnose: Vergleiche zwei fiktive Schäden am gleichen GFK-Boot – Oberflächenkratzer und Verdacht auf Sandwichdelamination – und begründe unterschiedliche Stop-Regeln und Prüfentscheidungen.
  2. Werkstoffvergleich: Erstelle eine Entscheidungsmatrix für beschädigte Holz-, Stahl- und Aluminiumrümpfe; bewerte Korrosion, Feuchte, Reparaturzugänglichkeit, Sicherheit und Langlebigkeit.
  3. Kundenberatung: Simuliere eine Beratung, in der nach dem Beginn einer Oberflächenmaßnahme verdeckte Faserbrüche gefunden werden; dokumentiere den sicheren Stopp, die neue Untersuchung und einen Nachtragsvorbehalt.
  4. Projektmanagement: Entwickle ein alternatives Angebot zu einem fiktiven Unterwasserschiff mit Bewuchs und Altbeschichtung, einschließlich eines möglichst biozidarmen Ansatzes, eines Abfallplans und begründeter Grenzen.




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Lernkontrolle

  1. Schadensanalyse: Begründe anhand eines fiktiven Netzrisses am Kielanschluss, welche Befunde fehlen, welche Gefahren denkbar sind und weshalb ein sofortiger Spachtelauftrag nicht genügt.
  2. Kalkulation: Prüfe unabhängig, ob 0,30 m × 0,12 m × 0,0008 m bei 1,15 g/cm³ und 20 Prozent Reserve zu rund 40 g führt; markiere alle Annahmen.
  3. Sicherheit und Gesundheitsschutz: Stelle für Epoxidharz, Altanstrichstaub und Arbeiten unter einem aufgebockten Boot drei unterschiedliche Gefährdungen und mindestens je eine geeignete Maßnahme dar.
  4. Technische Qualität: Erläutere, warum Oberflächenglanz, Feuchteanzeige und Klopfprobe jeweils kein allein ausreichender Nachweis für strukturelle Integrität sind.
  5. Nachhaltigkeit: Vergleiche Erhalt durch lokale Reparatur, Austausch und Nichtbehandlung anhand von Sicherheit, Nutzung, Kosten, Abfall und Gewässereinträgen.
  6. Arbeitsorganisation: Korrigiere einen fiktiven Arbeitsplan, der Aushärtungszeit, Kundenfreigabe, Entsorgung und Endkontrolle vergisst, und begründe die neue Reihenfolge.


Lernnachweis

Abzugeben: Ein vollständiges anonymisiertes Portfolio zum Übungsrumpf B-07 mit Auftragsanalyse, Werkstoffblatt, maßstäblicher Schadenkarte, nach Befunden begründetem Entscheidungsbaum, Gefährdungsbeurteilung als Planungsübung, 8-stufigem Arbeitsplan, Rechenblatt, Kundeninformation, Fotos der ungefährlichen Modellfläche, Prüfblatt und Reflexion. Der Lernnachweis wird am 100-Punkte-Raster des Praxisfalls beurteilt; jede Gruppe führt zusätzlich eine gegenseitige Qualitätsprüfung mit zwei Verbesserungsvorschlägen durch.

Prüfprotokoll als Muster:

Prüffeld Soll im Unterrichtsmodell Ist und Nachweis
Dokumentierter Befund 30 × 12 cm oberhalb der Wasserlinie; keine strukturelle Freigabe vorausgesetzt Bemaßte Skizze vorlegen
Berechnung 0,036 m²; 28,8 cm³; rund 40 g nur als Modellgröße Formeln und Einheiten vorlegen
Kosten 3,0 h; 246,00 € netto; 292,74 € brutto Tabellenrechnung vorlegen
Sicherheit Gefahren und Aufsichtsgrenzen erfasst Checkliste unterschreiben lassen
Qualitätsentscheid Modellkriterien erfüllt und Abweichungen dokumentiert Team-Rückmeldung und Freigabevorschlag

Transfer: Formuliere für einen zweiten, deutlich riskanteren Schaden eine begründete Entscheidung, warum du keine Eigenreparatur durchführen oder eine Nutzung freigeben würdest. Das bloße Nachahmen der vorgeführten Schritte ohne Ursachenprüfung erfüllt den Lernnachweis nicht.


OER und Wikipedia

Amtliche und fachliche Grundlagen (Stand der Linkprüfung: Oktober 2026):

Nachgewiesene Bilddateien und Lizenzen:

Eingebundene Datei Geprüfte Dateiseite Urheber Freie Lizenz
File:Coque en préparation fibre de verre epoxy du Trait d'Union.jpg Wikimedia Commons Aeroceanaute CC BY-SA 4.0
File:Wooden hull being repaired.jpg Wikimedia Commons Rémi Kaupp CC BY-SA 3.0
File:Antifouling 8213.jpg Wikimedia Commons Lamiot CC BY-SA 3.0
File:Antifouling écailles toxiques.jpg Wikimedia Commons F. Lamiot CC BY-SA 2.5

Die Fotos sind unverändert eingebunden; Attribution und Lizenz gelten je Bild, nicht pauschal für sämtliche fremden Inhalte. Eine lokale MediaWiki-Installation muss die Commons-Einbindung unterstützen, andernfalls bleiben die geprüften Dateiseiten als externe Lernmedien zugänglich.

Fachvideos (deutschsprachige Anbieterquellen, keine als OER ausgegebenen Kopien):

Freies Überblickswissen: Bootsbau, Glasfaserverstärkter Kunststoff und Schiffsrumpf mit weiterführenden Quellen. Das folgende deutschsprachige Angebot ist eine ergänzende Orientierung und keine verbindliche Reparaturanweisung.


Verknüpfte Lernbereiche

Weiterführende Lernpfade: Laminataufbau, Korrosionsmechanismen, Holzschutz, Technisches Zeichnen, Flächen-, Volumen- und Kostenrechnung, Betriebliche Kommunikation, Nachhaltigkeit und Projektmanagement. Betriebliche und schulische Umsetzung werden mit dem individuellen Ausbildungsplan, der zuständigen Kammer und dem Landeslehrplan abgestimmt; der Kurs begründet keine amtliche Anerkennung oder Prüfungszulassung.


aiMOOC-Projekte

Projekt A – Schadensatlas: Erstelle einen öffentlich teilbaren Atlas ausschließlich aus eigenen anonymen Modellskizzen und korrekt lizenzierten Commons-Bildern; trenne Diagnosehinweise von ungeprüften Vermutungen.

Projekt B – Digitale Werftakte: Baue ein datensparsames Vorlagenpaket mit Auftragsmaske, Schadenkarte, Stop-Regel, Arbeitsplan, Kostenblatt, Umwelt-Checkliste und Qualitätsprotokoll für fiktive Werkstattfälle.

Projekt C – Reparatur oder Ersatz: Vergleiche für drei konstruierte Rumpfbeispiele die Qualität, Dauer, Kosten, Abfälle und Auswirkungen auf Gewässer sowie die Grenzen der eigenen Fachkompetenz.



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