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Praxisauftrag und Kompetenzcheck - Bestattungsfachkraft - 1. Ausbildungsjahr

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Praxisauftrag und Kompetenzcheck - Bestattungsfachkraft - 1. Ausbildungsjahr

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Einleitung

In diesem vollständigen Jahresprojekt bearbeitest du als Auszubildende oder Auszubildender im ersten Ausbildungsjahr zur Bestattungsfachkraft einen fiktiven berufstypischen Auftrag. Du verknüpfst vier Lernfelder: In Ausbildung und Betrieb orientieren, Geschäftsprozesse dokumentieren, Waren, Materialien und Dienstleistungen bereithalten und Friedhöfe verwalten und würdigen. Ziel ist die berufliche Handlungskompetenz: einen Auftrag informieren, planen, entscheiden, ausführen, kontrollieren und bewerten, deine Arbeit begründen und das Ergebnis dokumentieren.

Du übst eine trauersensible Beratung, einen rechtssicheren Freigabevorbehalt, Kosten- und Mengenrechnung, Material- und Informationsfluss, Fehleranalyse, Sicherheit, Nachhaltigkeit und Qualitätskontrolle. Alle Personen, Termine, Mengen, Betriebe und Preise im Übungsfall sind fiktiv. Du verwendest nur Fantasiekennungen und keine realen Kunden-, Schüler- oder Betriebsdaten. Gefährliche Tätigkeiten, Arbeiten an echten Grabstätten und der Umgang mit Verstorbenen gehören nicht zu dieser Simulation. Reale Arbeiten dürfen ausschließlich unter rechtlich zulässigen Bedingungen, entsprechender Unterweisung, befugter Aufsicht und nach Gefährdungsbeurteilung stattfinden.

Laut Bundesinstitut für Berufsbildung dauert die anerkannte Ausbildung drei Jahre und verbindet Aufgaben aus Beratung, Bestattungsorganisation, Friedhofsarbeiten, Verwaltung und Warenkunde. Die aktuell konsolidierte Ausbildungsordnung bildet den rechtlichen Rahmen. Für die tatsächliche Ausbildung sind außerdem der betriebliche Ausbildungsplan, die zuständige Kammer und der Landeslehrplan maßgeblich. Der Kurs begründet keine amtliche Anerkennung und ersetzt keine Prüfung oder Arbeitsschutzunterweisung.


Berufsrolle, Auftrag und vollständige Handlung


Wer entscheidet und wer handelt?

Ein Bestattungsauftrag berührt häufig mehrere Stellen: Bestattungsunternehmen, Angehörige, Friedhofsverwaltung, Floristik, gegebenenfalls Trauerredner und weitere Fachkräfte. Die Auftraggeberrolle ist nicht mit dem Friedhofsträger identisch. Ein Kundenwunsch ist weder automatisch ein verbindlicher Auftrag noch eine rechtliche Erlaubnis. Eine erste Aufgabe ist daher, betriebliche Zuständigkeiten, Ansprechpartner, Meldewege und Entscheidungsbefugnisse zu klären.

Eine Schnittstelle ist eine Übergabe von Informationen oder Materialien zwischen Verantwortlichen. Eine Freigabe ist die ausdrückliche Zustimmung einer zuständigen Stelle nach fachlicher Prüfung. Beispiel: Eine Kundin wünscht eine Urnennische an einem konkreten Datum. Du darfst den Wunsch aufnehmen und die Anfrage vorbereiten, aber keinen Platz und keinen Termin zusagen, bevor die zuständige Friedhofsverwaltung die Voraussetzungen bestätigt hat. Eine mündliche Vermutung darf niemals als erteilte Freigabe dokumentiert werden.


Vollständige berufliche Handlung

Phase Aufgabe Prüffähiges Produkt
Informieren Wünsche, örtliche Bedingungen und offene Fragen erfassen Klärliste
Planen Ablauf, Termine, Materialien, Kosten und Verantwortung bestimmen Arbeitsplan
Entscheiden Varianten und Risiken begründet abwägen, Genehmigungsfragen klären Entscheidungsvorschlag
Ausführen Erlaubten Teilauftrag oder ungefährliche Unterrichtssimulation durchführen Modell und Musterunterlagen
Kontrollieren Ergebnis gegen Auftrag, Budget, Qualität und Freigaben prüfen Abnahmebogen
Bewerten Fehlerursachen erkennen und Verbesserungen ableiten Reflexionsprotokoll

Im betrieblichen Ausbildungsplan kannst du dokumentieren, welche Tätigkeiten nach Unterweisung und unter Aufsicht zulässig sind. Das Bearbeiten echter Sterbefälle, das Öffnen von Gräbern und das Bewegen schwerer Lasten sind keine unbegleiteten Schülerübungen.


Berufsfilm mit Beobachtungsauftrag

Der deutschsprachige Film „Ausbildung als Bestattungsfachkraft“ der Bundesagentur für Arbeit wurde am 12.04.2024 veröffentlicht. Beobachte beispielhaft die Verbindung von Kundenbetreuung, Organisation und Fachpraxis; übertrage keine gezeigte gefährliche Tätigkeit in das Klassenprojekt. Als zweite geprüfte Videoquelle dient die ARD-Reportage „Der Tod ist mein Leben – Ausbildung zum Bestatter“ vom 21.05.2025. Sie ist als externer Videolink verfügbar, nicht als frei lizenziertes OER ausgewiesen.


Gesprächsführung und Geschäftsdokumentation


Kundenanliegen würdevoll und überprüfbar aufnehmen

Empathie bezeichnet die Fähigkeit, das Erleben anderer ernst zu nehmen, ohne Gefühle zu bewerten oder fremde religiöse Vorstellungen vorauszusetzen. Bei einer Beratung fragst du offen nach gewünschter Gestaltung, Kostenrahmen, Barrierefreiheit, relevanten weltanschaulichen Wünschen und offenen Punkten. Trenne ausdrücklich zwischen Wunsch, zu klärender Voraussetzung und bestätigter Leistung.

Musterantwort im Rollenspiel: „Ich halte Ihren Wunsch nach einer ruhigen Feier und Ihre Budgetgrenze fest. Damit wir Ihnen eine verlässliche Übersicht geben können, prüfen wir die Nutzungsmöglichkeiten, den Termin und die geltenden Gebühren bei der Friedhofsverwaltung.“ Vermeide Sätze wie „Das geht immer“ oder „Die Nische ist sicher frei“. Angehörige dürfen eine Gesprächspause wünschen; Informationen sind klar, respektvoll und verständlich zu erläutern.


Informationsfluss, Datenschutz und Versionskontrolle

Der Informationsfluss verläuft im Modell: Anfrage → Klärliste → Prüfung der Zuständigkeit → Entwurf eines Angebots → interne Freigabe → Materialplanung → Modelldurchführung → Abnahme. Ein Gesprächsprotokoll hält Wünsche und offene Fragen fest, die Auftragsbestätigung erst später bestätigte Leistungen. Eine Versionskennung wie V1/Entwurf und V2/intern geprüft verhindert die Verwechslung alter und neuer Angaben.

Für das gesamte Projekt gilt die ausschließlich erfundene Fallkennung SIM-F01. Benutze keine echten Anschriften, Kontaktdaten, medizinischen Angaben, Sterbeurkunden, Fotos oder personenbezogenen Dokumente. Die Datenschutz-Grundverordnung verlangt bei Daten lebender Menschen unter anderem Datenminimierung, Zweckbindung und Vertraulichkeit. Auch beim Umgang mit Informationen über Verstorbene bleiben Pietät, Vertraulichkeit und gegebenenfalls spezielle Rechtsvorschriften zu beachten. Nur dienstlich zugelassene Systeme, passende Zugriffsrechte und betriebliche Speicher- und Löschregeln verwenden; keine privaten Messenger oder öffentliche Uploads mit Echtdaten.

Feld Fiktiver Eintrag Qualitätsfrage
Vorgang SIM-F01, Version V2 Anonym und eindeutig?
Wunsch Ruhige Urnenfeier, 30 Karten Vollständig verstanden?
Budget Höchstens 500,00 Euro Kosten vollständig aufgelistet?
Urnennische und Termin Noch nicht durch Friedhofsträger bestätigt Keine voreilige Zusage?
Zuständige Prüfung Ausbildende Person / Friedhofsträger Verantwortlicher festgelegt?
Umsetzungsstatus Unterrichtssimulation Keine rechtliche Freigabe vorgetäuscht?

Typische Fehler: Einen Termin ohne Bestätigung versprechen, Preise ohne Quelle übernehmen, eine Änderung ohne Versionsvermerk einarbeiten oder sensible Anlagen falsch versenden. Korrektur: Fehler offen dokumentieren, fachkundig nachfragen, Unterlagen berichtigen und erneute Freigabe einholen.


Materialien, Warenfluss, Fachrechnen und Nachhaltigkeit


Bedarf, Bestand und Beschaffung unterscheiden

Zum Materialfluss gehören Bedarfsmeldung, Bestandsprüfung, Bestellung, Wareneingang, Lagerung, Entnahme und Bestandsrückmeldung. Istbestand ist die wirklich vorhandene Menge. Bedarf bezeichnet die im Auftrag verwendete Menge. Sicherheitsbestand ist die zusätzlich geplante Reserve. Bestellmenge berücksichtigt die Verpackungs- oder Liefergebinde.

Durchgerechnetes Teilbeispiel: Für die Feier werden 30 Karten benötigt. Vorhanden sind 18 Karten. Der gewünschte Restbestand beträgt 5 Karten. Somit gilt Zusatzbedarf = 30 + 5 − 18 = 17 Karten. Der fiktive Lieferant bietet nur Zehnerpackungen an. Es werden 20 Karten im Unterrichtsmodell bestellt. Nach Entnahme von 30 Karten bleiben 18 + 20 − 30 = 8 Karten im Bestand. Die Beschaffungsmenge von 20 ist nicht mit der verwendeten Verkaufsmenge von 30 zu verwechseln.

Beim Wareneingang prüfst du Lieferschein, Menge, Beschaffenheit und Beschädigungen. Wenn nur zehn Stück statt zwanzig ankommen, wären 18 + 10 − 30 = −2 Karten vorhanden: Der Auftrag kann nicht wie geplant vorbereitet werden. Eine negative Lagerzahl ist ein Alarmzeichen, kein zulässiger Lagerrest. Halte den Fehler fest, kläre die Lieferung und lasse die Materialplanung prüfen.


Qualität und nachhaltige Auswahl

Berücksichtige Eignung für eine würdevolle Situation, einfache und sichere Handhabung, Wiederverwendbarkeit, Transportwege, Abfallvermeidung und die Wünsche der Angehörigen. Im Unterricht ersetzt ein Pappmodell die echte Dekoration und eine ungefährliche LED-Attrappe echte Wärmequellen. Herstellerhinweise zu Elektro- oder Reinigungsprodukten müssen vor realer Verwendung geprüft werden. Umweltschutz bedeutet nicht, Wünsche eigenmächtig zu übergehen: Varianten müssen klar erläutert und von den zuständigen Stellen geprüft werden.


Kalkulation nicht mit verbindlichen Gebühren verwechseln

Im Projekt verwendest du erfundene Endpreise. Rechne jede Position als Menge × Einheitspreis und addiere alle Leistungen. Gebühren einer Friedhofsverwaltung sind ortsabhängig und müssen aus einer tatsächlich geltenden Gebührensatzung stammen; auch Umsatzsteuerfragen sind im realen Betrieb gesondert korrekt zu behandeln. Der Rechenfall ist keine Gebührenauskunft, kein verbindliches Kundenangebot und keine steuerrechtliche Anleitung. Die vollständige Kalkulation findest du im fünften Fachkapitel.


Friedhöfe verwalten und würdigen


Grabnutzung und lokale Satzungen

Ein Friedhofsplan zeigt unter anderem Zugänge, Wege, Abteilungen und gegebenenfalls Grabfelder. Ein Kolumbarium ist eine bauliche Anlage mit Nischen zur Aufnahme von Urnen. Das Grabnutzungsrecht bezeichnet ein geregeltes Recht zur Nutzung einer Grabstätte; es ist nicht dasselbe wie Grundstückseigentum. Ruhezeiten, Gebühren, Grabarten, Gestaltungsvorgaben, Laufzeiten und Verlängerungsmöglichkeiten sind je nach Bundesland und Friedhofsträger verschieden. Eine überall in Deutschland gültige bestimmte Ruhefrist wäre daher eine unzulässige Verallgemeinerung.

Friedhofsplan als Lernmedium: Suche im Beispielplan Eingänge, Abteilungen und Wege. Ein abgebildeter Plan ersetzt keine aktuelle verbindliche Vor-Ort-Karte. Bild: Manfi.B., Wikimedia Commons, CC0 1.0.


Räume für einen würdevollen Abschied

Trauerhalle: Erstelle auf Papier einen vereinfachten Sitz- und Wegeplan, ohne echte Gebäudemaße oder Genehmigungen vorzutäuschen. Prüfe in der Planung Zugänglichkeit, Verkehrswege, Zuständigkeit und angemessene Gestaltung. Foto: P170, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0.

Urnennische: Das Bild aus Ebingen zeigt eine offene Nische als Anschauungsobjekt. Die Darstellung berechtigt weder zum Zugriff auf echte Grabstätten noch zu Aufnahmen von Trauernden. Foto: Ikar.us, Wikimedia Commons, CC BY 3.0 Deutschland.


Arbeitsschutz und sichere Modellalternative

Die DGUV Information 214-021 wurde im Februar 2026 aktualisiert und behandelt biologische Risiken im Umgang mit Verstorbenen. Nach § 5 Arbeitsschutzgesetz sind Gefährdungen zu beurteilen; § 4 Biostoffverordnung konkretisiert die fachkundige Beurteilung biologischer Arbeitsstoffe. Konkrete Tätigkeiten erfordern aktuelle betriebliche Gefährdungsbeurteilung, Unterweisung, geeignete Schutzmaßnahmen, Befugnis, Aufsicht und Beachtung geltender Regeln sowie Herstellerangaben.

Gefährdungen können außerdem durch schwere Lasten, Werkzeuge, rutschige Wege, Stolperstellen, Fahrzeuge und psychische Beanspruchung entstehen. Grabarbeiten, Öffnungen von Urnennischen, Umbettungen, hygienische Versorgung und technische Arbeiten dürfen in dieser Lernaufgabe nur theoretisch beschrieben, nicht ausgeführt werden. Nutze Modelle, Skizzen, ein Planspiel und Papierdokumente. Bei ungeklärter Freigabe gilt: Arbeit stoppen, Zuständigkeit klären, alternative Simulation nutzen.

Friedhofspflege als Umweltbeispiel: Analysiere auf dem Foto Wege- und Materialbedarf, mögliche Abfälle und pflegeleichte Varianten. Praktische Arbeiten an echten Gräbern sind nicht Bestandteil der Übung. Foto: Usien, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0.


Jahresprojekt mit vollständig durchgerechnetem Praxisfall


Der Auftrag SIM-F01

Fiktive Fallbeschreibung: Eine angehörige Person wünscht eine ruhige Abschiedsfeier, eine später zu prüfende Urnennische, zwei Blumengestecke, eine dekorative Stellfläche, 30 Programm- und Erinnerungskarten und acht sichere LED-Musterlichter. Die Kostenobergrenze beträgt 500,00 Euro. Eine externe Friedhofsposition wird rein rechnerisch mit 135,00 Euro angenommen; in Wirklichkeit könnten Verfügbarkeit, Leistung, Gebühren und steuerliche Behandlung anders sein. Der Termin, das Nutzungsrecht und die gestalterische Zulässigkeit sind zu klären und noch nicht freigegeben.

Du erstellt als Jahresprodukt eine verantwortbare Simulation der Auftragsvorbereitung, keine echte Bestattung. Pflichtbestandteile: Klärliste, Zuständigkeitsdiagramm, terminierter Arbeitsplan, Warenliste, Kostentabelle, Papiermodell, Abnahmebogen und Reflexion. Verwende eine Fantasiekennung statt einer Person.


Arbeitsplan mit sechs aufeinander bezogenen Schritten

Arbeitsschritt Zeit Handlung Prüfnachweis
1. Anfrage analysieren 20 Minuten Wünsche, Kostenrahmen und offene Fragen erfassen Klärliste
2. Zuständigkeit klären 20 Minuten Friedhofssatzung, Nutzungsrecht, Halle und Termin als offene Freigaben markieren Zuständigkeits- und Freigabevermerk
3. Material disponieren 25 Minuten Bedarf, Zehnerpackungen, Lagerrest und passende Alternativen errechnen Bestandsblatt
4. Gestaltung simulieren 45 Minuten Kartenmuster und sichere Sitzskizze aus Papier herstellen Ungefährliches Modell
5. Angebot erläutern 25 Minuten Preise, offene Gebühren und Vorbehalte im Rollenspiel erklären Gesprächsprotokoll
6. Ergebnis prüfen 15 Minuten Vier-Augen-Kontrolle und Verbesserungsvorschlag vorlegen Abnahme und Reflexion
Gesamt 150 Minuten 2 Stunden 30 Minuten als Unterrichtsplanung Abgeschlossener Modellauftrag

Wichtig: Die Zeitwerte dienen der didaktischen Planung. Eine fiktive Organisationsleistung von 2,5 Stunden im Angebot ist separat als Rechenannahme gesetzt; in einem realen Betrieb müssen Leistungsbeschreibung und Zeiterfassung richtig zusammenpassen.


Kalkulation mit allen Rechenschritten

Fiktive Leistung Anzahl Endpreis pro Einheit Rechnung Endbetrag
Gestecke 2 45,00 Euro 2 × 45,00 90,00 Euro
Dekorationsfläche 1 55,00 Euro 1 × 55,00 55,00 Euro
Karten 30 1,20 Euro 30 × 1,20 36,00 Euro
LED-Musterlichter 8 3,50 Euro 8 × 3,50 28,00 Euro
Organisationsleistung 2,5 Stunden 56,00 Euro je Stunde 2,5 × 56,00 140,00 Euro
Externe Friedhofsposition, nur Übungsannahme 1 135,00 Euro 1 × 135,00 135,00 Euro
Gesamtbetrag 90 + 55 + 36 + 28 + 140 + 135 484,00 Euro

Budgetkontrolle: 500,00 − 484,00 = 16,00 Euro Rest; 16,00 / 500,00 × 100 = 3,2 % Reserve des Budgets. Bestandskontrolle: 30 Karten Bedarf + 5 Karten gewünschter Sicherheitsbestand − 18 vorhandene Karten = 17 Stück Zusatzbedarf; aus Zehnerpacks werden 20 Stück simuliert bestellt, danach verbleiben 8 Karten.

Änderungsfall: Zehn zusätzliche Karten zu 1,20 Euro erhöhen den angenommenen Gesamtbetrag um 12,00 Euro auf 496,00 Euro. Es verbleiben 4,00 Euro. Die Materialplanung muss neu erstellt werden: 40 benötigte + 5 Reserve − 18 Bestand = 27; daher drei Zehnerpacks, nach Entnahme bleiben 18 + 30 − 40 = 8 Karten. Prüfe bei jeder Änderung, ob eine neue Freigabe oder Rückfrage notwendig ist. Die Beispielrechnung sagt ausdrücklich nichts über korrekte reale Umsatzsteuersätze oder Friedhofsgebühren aus.


Qualitätsprüfung, Fehleranalyse und Ergebnis

Prüfbares Arbeitsergebnis: Eine fremde Person kann anhand des Portfolios rekonstruieren, welche Wünsche erfasst wurden, welche Freigaben noch fehlen, welche Artikel eingesetzt werden sollen, wie viel bestellt wird, wie der Preis entsteht und welche Sicherheitsgrenzen bestehen. Die Abnahme prüft: 30 Karten geplant; 20 Karten bestellt; 8 Karten im Restbestand; 484,00 Euro Gesamt; 16,00 Euro Restbudget; Würde, Datenminimierung und keine unbestätigte Friedhofszusage dokumentiert.

Typischer fachlicher Fehler: Es werden nur zehn Karten nachbestellt. Dann wären nach Entnahme 18 + 10 − 30 = −2 Karten rechnerisch im Lager. Fehlerursache: Mindestmenge und Zehnerpackung nicht vollständig berücksichtigt. Korrektur: Bestellung auf 20 Karten ändern, Version des Bestandsblatts aktualisieren, zweite Person kontrollieren lassen. Weiterer gravierender Fehler: Ein Termin wird als fest zugesagt, ohne dass der Friedhofsträger bestätigt hat. Korrektur ist eine offene, höflich kommunizierte Rückfrage, nicht eine frei erfundene Genehmigung.


Bewertungsraster mit Beispiel

Für jedes Kriterium vergibst du 0 bis 4 Kompetenzpunkte: 0 nicht nachgewiesen, 1 unvollständig und nur mit umfangreicher Hilfe, 2 teilweise richtig mit deutlicher Nacharbeit, 3 überwiegend richtig und eigenständig, 4 vollständig, fachlich begründet und prüfbar. Die Gewichtung berechnest du als Punkte / 4 × Maximalgewicht.

Kriterium Maximalgewicht Beobachtbares Produkt Beispielpunkte Gewichteter Wert
Auftrag und Kundenwünsche analysieren 15 Klärliste und Fragen 3 11,25
Arbeitsprozess und Schnittstellen planen 20 Ablauf, Zuständigkeit und Freigabevermerke 4 20,00
Fachrechnen und Materialfluss 20 Prüffähige Kalkulation und Bestandsblatt 4 20,00
Sicherheit, Würde und Datenschutz 20 Simulationsgrenzen und dokumentierte Risiken 4 20,00
Qualitätsprüfung und Dokumentation 15 Abnahme und Fehlerkorrektur 3 11,25
Reflexion und Verbesserung 10 Sachliche Ursachenanalyse und Maßnahme 3 7,50
Summe 100 Fiktive Lernbewertung, keine amtliche Prüfung 90,00 von 100

Ein hoher Punktewert erlaubt niemals die Ausführung gefährlicher Tätigkeiten ohne Befugnis, fachliche Freigabe und Aufsicht. Der Kompetenzcheck verlangt außerdem, eine Kostenänderung nachzurechnen, eine Zuständigkeit zu begründen und den behobenen Fehler nachvollziehbar zu zeigen.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Fachentscheidungen und Fachrechnen

Was muss vor einer verbindlichen Zusage einer bestimmten Urnennische geklärt werden? (Verfügbarkeit und Nutzungsbedingungen mit der Friedhofsverwaltung) (!Nur die Farbe des Blumengestecks) (!Ein Preis aus einem anderen Bundesland) (!Lediglich der Wunsch der Angehörigen)




Welche Dokumentation ist vor der Bestätigung eines noch ungeprüften Termins fachgerecht? (Terminwunsch aufgenommen und Bestätigung ausstehend) (!Termin sofort und endgültig freigegeben) (!Nutzungsrecht ungeprüft als gültig markiert) (!Vermutete Gebühren als amtlichen Tarif notiert)




Welche Folge stellt einen sinnvollen Auftragsprozess dar? (Anfrage erfassen dann prüfen dann planen dann freigeben dann kontrollieren) (!Rechnung schreiben dann Anforderungen erfragen) (!Material bestellen dann Satzung nie prüfen) (!Termin versprechen dann erst Zuständigkeiten bestimmen)




Wie groß ist der rechnerische Zusatzbedarf bei 30 Karten Bedarf, 5 Reserve und 18 Karten Bestand? (17 Karten) (!12 Karten) (!23 Karten) (!35 Karten)




Welche Bestellmenge ist bei 17 Karten Zusatzbedarf und Zehnerpacks sinnvoll? (20 Karten) (!10 Karten) (!17 Karten) (!30 Karten)




Wie viel ergeben im Modell 90 Euro, 55 Euro, 36 Euro, 28 Euro, 140 Euro und 135 Euro zusammen? (484 Euro) (!349 Euro) (!500 Euro) (!471 Euro)




Wie groß ist der Restbetrag eines Budgets von 500 Euro nach modellhaften Kosten von 484 Euro? (16 Euro) (!4 Euro) (!26 Euro) (!135 Euro)




Welche Dokumentationsform eignet sich für den öffentlich nutzbaren Unterrichtsfall? (Nur Fantasiekennung und anonymisierte Musterinformationen) (!Echte Angehörigennamen mit Telefonnummer) (!Originale Sterbeurkunden) (!Reale sensible Daten im privaten Messenger)




Was ist bei einer ungeklärten örtlichen Dekorationsregel richtig? (Umsetzung aussetzen und Satzung sowie zuständige Freigabe klären) (!Die Dekoration ohne Prüfung befestigen) (!Die Regeln eines anderen Friedhofs anwenden) (!Die Einrichtung für eine Übung eigenmächtig öffnen)




Wie ist eine fehlende Kartenlieferung fachgerecht zu behandeln? (Menge abgleichen und die Abweichung dokumentiert klären) (!Weniger Karten liefern und nichts vermerken) (!Den Wareneingang ohne Prüfung bestätigen) (!Den Lagerrest ohne sachlichen Grund ändern)





Memory: Fachbegriff und Funktion

Klärliste Sammlung offener Kundenwünsche und zu prüfender Voraussetzungen
Sicherheitsbestand Zusätzliche Menge für ungeplanten Materialbedarf
Friedhofssatzung Örtliches Regelwerk zur Nutzung und Gestaltung
Wareneingang Kontrolle einer Warenlieferung auf Menge und Beschaffenheit
Versionskennung Kennzeichen einer aktuellen Bearbeitungsfassung
Abnahmebogen Dokument für die Kontrolle des Arbeitsergebnisses





Drag-and-drop: Dokument und Funktion

Ordne das richtige Fachdokument zu. Seine Funktion im Praxisauftrag
Anfrageprotokoll Noch nicht bestätigte Anliegen erfassen
Ablaufplan Arbeitsschritte nach Zeit und Verantwortung ordnen
Bestandsblatt Materialbedarf und Lagerrest nachweisen
Kostenübersicht Mengen und Preise nachvollziehbar verknüpfen
Freigabevermerk Zuständige Zustimmung oder offenen Prüfstatus belegen





Kreuzwort: Fachwortschatz

Kolumbarium Wie heißt eine bauliche Anlage mit Urnennischen?
Ablaufplan Was ordnet betriebliche Arbeitsschritte zeitlich?
Empathie Wie heißt das respektvolle Wahrnehmen fremder Gefühle?
Freigabe Wie nennt man die Zustimmung einer befugten Stelle?
Dokumentation Wie heißt das nachprüfbare schriftliche Festhalten eines Vorgangs?
Wareneingang Wie heißt die Kontrolle angelieferter Artikel?





LearningApps

Hier findest du eine Suchansicht für zusätzliche Fachübungen. Die Treffer sind nicht automatisch geprüft und ersetzen die Aufgaben dieses Kurses nicht.


Lückentext: Fachgerechte Auftragsbearbeitung

Vervollständige die fachlichen Aussagen.
Ein neues Anliegen wird zunächst in einer

erfasst.
Eine Zusage zur Grabstätte setzt die Prüfung des

voraus.
Die Reihenfolge der Aufgaben dokumentiert der

.
Den vorhandenen Artikelvorrat bezeichnet man als

.
Die zusätzlich geplante Reserve ist der

.
Zur Prüfung von Lieferungen gehört der

.
Den Informationsweg zwischen Zuständigen nennt man

.
Für die Zuordnung eines bearbeiteten Entwurfs dient die

.
Rücksichtnahme im Gespräch erfordert

.
Mengen mal Preise ergeben einzelne Kosten in der

.
Eine Überprüfung der Endergebnisse erfolgt mit dem

.
Vor gefährlicher Realpraxis benötigt man eine befugte

.



Offene Aufgaben

Verwende nur erfundene Vorgänge, sichere Modelle und öffentlich zugängliche allgemeine Informationen. Ohne geeignete Befugnis werden keine Arbeiten an tatsächlichen Grabstätten oder Verstorbenen ausgeführt.


Leicht

  1. Zuständigkeiten: Zeichne für SIM-F01 eine Verantwortlichkeitsübersicht mit Betrieb, Friedhofsträger, Angehörigenrolle und externem Anbieter; kennzeichne notwendige Freigaben.
  2. Gesprächsfragen: Formuliere fünf offene und trauersensible Fragen zu Feier, Preisgrenze, Erreichbarkeit, Wünschen und noch unbestätigten Leistungen.
  3. Kartenbestand: Berechne auf einem Musterbestandsblatt aus 18 vorhandenen Karten, 30 benötigten Karten und 5 Stück Reserve die Bestellmenge in Zehnerpackungen.
  4. Orientierungskarte: Zeichne nach einer frei zugänglichen Planskizze einen barrierebewussten Modellweg mit Eingang, Halle und symbolischer Urnennische ohne echte Grabdaten.


Standard

  1. Prozessgrafik: Erstelle ein Ablaufdiagramm mit mindestens sechs Stationen vom Kundenwunsch zur dokumentierten Abnahme; ordne jeder Schnittstelle ein Dokument zu.
  2. Änderungsrechnung: Berechne die Gesamtkosten und Kartenbestellung bei zehn zusätzlichen Programm-/Erinnerungskarten und überprüfe das Gesamtbudget.
  3. Lieferkontrolle: Gestalte eine Wareneingangscheckliste mit bestellter Menge, gelieferter Menge, Verpackungszustand, Abweichung und zuständigem Prüfschritt.
  4. Beratungsrollenspiel: Stelle ein zweiminütiges fiktives Gespräch dar, in dem du offene Genehmigungen und Preise verständlich, empathisch und unverbindlich erklärst.


Schwer

  1. Vollständiges Portfolio: Verbinde Anforderungsanalyse, Arbeitsplan, Angebot, Warendisposition, sicheres Papiermodell, Qualitätskontrolle und Reflexion zum prüfbaren Jahresprodukt.
  2. Materialabweichung: Analysiere eine simulierte Lieferung von nur zehn zusätzlichen Karten; errechne die Fehlmenge, Ursache, Korrektur und erforderliche Nachprüfung.
  3. Sichere Praxisalternative: Stelle die Gefährdungen einer echten friedhofstechnischen Arbeit nur beschreibend zusammen und konzipiere stattdessen eine risikofreie Karton- oder Papierdemonstration mit Freigabecheck.
  4. Begründeter Variantenvergleich: Vergleiche mithilfe einer aktuellen öffentlich zugänglichen Friedhofssatzung zwei Gedenk- oder Grabformen bezüglich Nutzungsbedingungen, Preisprüfung, Gestaltung und Nachhaltigkeit.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Kundenwunsch und Zusage: Erläutere, weshalb ein gewünschter Termin noch keine Freigabe ist, und entwerfe eine fachgerechte Nachfrage.
  2. Zehn zusätzliche Karten: Rechne die alternative Angebotssumme und die neue Materialbestellung vor, ohne Verbrauch und Beschaffung zu verwechseln.
  3. Materialfehler: Eine fehlerhafte Bestellung von zehn Karten führt zum Fehlbestand; bestimme Ursache, Folge und belegbare Korrektur.
  4. Vertrauliche Unterlagen: Bewerte einen geplanten Upload einer echten Sterbeurkunde in eine Unterrichtscloud und ersetze ihn durch einen sicheren Musterprozess.
  5. Örtliche Zuständigkeit: Begründe, welche Unterlagen und Freigaben für eine tatsächliche Kolumbariumsnutzung vorliegen müssten, ohne eine örtliche Rechtslage zu erfinden.
  6. Konfliktgespräch: Formuliere eine respektvolle Antwort, falls das gewünschte Budget mit einem zusätzlichen Preisangebot nicht vereinbar ist.
  7. Stoppsignal: Erkläre, warum trotz einer guten Lernbewertung kein echter gefährlicher Arbeitsschritt ohne geeignete Unterweisung, Befugnis und Aufsicht beginnen darf.




Lernnachweis

Reiche das vollständig fiktive Portfolio SIM-F01 ein: ausgefüllte Klärliste; Organigramm mit Freigaben; Ablaufplan über 150 Minuten; überprüfbare Preis- und Bestandsrechnung; sichere Papierzeichnung oder Pappattrappe; Protokoll des Beratungsgesprächs; Versionenübersicht; Abnahmebogen; Abweichungsanalyse und Reflexion mit mindestens sechs fachlichen Sätzen. Die Kontrolle muss 30 Karten Bedarf, 20 bestellte Karten, 8 Restkarten, 484,00 Euro Ausgangssumme und 16,00 Euro Budgetrest unmittelbar nachrechnen können. Erkläre mindestens zwei Verbesserungen, davon eine im Material- oder Informationsfluss. Bewertet wird mit dem 100-Punkte-Raster des Praxisfalls. Es handelt sich um einen didaktischen Kompetenznachweis, nicht um eine amtliche Prüfung oder Zulassung.




OER und Wikipedia

Amtliche und fachliche Ausgangsquellen, geprüft im Oktober 2026:

  1. BIBB: Ausbildungsberuf Bestattungsfachkraft – Tätigkeiten, Ausbildungsdauer und weiterführender Rahmenlehrplan.
  2. BestAusbV – konsolidierte Ausbildungsordnung; eine 2007 erlassene Norm ist nur nach Prüfung des aktuellen Rechtsstandes zu verwenden.
  3. Arbeitsschutzgesetz § 5 – Gefährdungsbeurteilung.
  4. Biostoffverordnung § 4 – biologische Gefährdungen und fachkundige Beurteilung, Rechtsstand 2026.
  5. DGUV Information 214-021 – Ausgabe Februar 2026.
  6. DSGVO – Datenschutzgrundsätze.
  7. Bundesagentur für Arbeit: Berufsfilm – deutschsprachige Berufsinformation.
  8. ARD-Reportage – Berufsalltag in der Ausbildung, Mai 2025.
  9. Wikipedia: Bestattungsfachkraft – offen lizenzierter Überblick; Fachangaben mit amtlichen Quellen vergleichen.

Deutschsprachiger Wikipedia-Einstieg:

Wikimedia-Commons-Bildnachweise: Bilddateien, Autorschaft und Lizenzen wurden auf den Originaldateiseiten überprüft. Urheberangaben beibehalten und bei einer Bearbeitung Veränderungen kenntlich machen.

Im Kurs verwendete Datei Quelle Urheber Lizenz
File:Friedh.plan.JPG Wikimedia Commons Manfi.B. CC0 1.0
File:Osburg, Trauerhalle 20250420.jpg Wikimedia Commons P170 CC BY-SA 4.0
File:Ebingen Friedhof Urnennische.jpg Wikimedia Commons Ikar.us CC BY 3.0 Deutschland
File:Grabpflege Westfriedhof Muenchen.JPG Wikimedia Commons Usien CC BY-SA 3.0

Videoquellen: Ausbildung als Bestattungsfachkraft, Urheber/Kanal: Bundesagentur für Arbeit, veröffentlicht 12.04.2024, als Plattformvideo eingebettet. Zweiter externer Fachfilm: ARD-Reportage „Der Tod ist mein Leben“ vom 21.05.2025, siehe oben. Für diese Filme wird keine freie OER-Lizenz behauptet und es erfolgt keine Kopie. Weitere ungeprüfte Videos oder erfundene Medien wurden nicht ergänzt. Die aktuelle Friedhofssatzung, Gebührenordnung und Herstellerinformationen sind orts- beziehungsweise produktbezogen ergänzend zu recherchieren.



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