Führen von Baugeräten im Straßenbau - Baugeräteführer - 3. Ausbildungsjahr - LB3-3
Einleitung
Du bist im dritten Ausbildungsjahr zum Baugeräteführer beziehungsweise zur Baugeräteführerin. Auf einer Straßenbaustelle reicht es nicht, eine Maschine bewegen zu können: Du musst einen Arbeitsauftrag verstehen, Bauverfahren und Geräte begründet auswählen, Materialien und Leistungen berechnen, Arbeits- und Verkehrsbereiche sichern lassen, die Qualität bewerten und den gesamten Ablauf nachvollziehbar dokumentieren. Dieser aiMOOC führt dich durch einen zusammenhängenden Lernbereich – von der Fahrbahnkonstruktion über Straßenfertiger und Walzen bis zur Instandsetzung und digitalen Bauüberwachung.
Lernziele: Du kannst einen Deckenhöhen- und Lageplan auswerten, Schichten und Bindemittel unterscheiden, geeignete Baugeräte sowie sichere Einsatzbedingungen beschreiben, Mischgutmengen und Arbeitsleistungen berechnen, typische Einbaufehler begründen und ein prüffähiges Arbeitsprotokoll mit Bewertung erstellen. Das abschließende Modellprojekt verbindet diese Kompetenzen.
Einordnung: Inhaltlicher Bezug ist insbesondere das historische KMK-Lernfeld 14 „Führen von Baugeräten im Straßenbau“ des dritten Ausbildungsjahrs mit einem Richtwert von 60 Unterrichtsstunden (KMK-Rahmenlehrplan vom 13.03.1997). Die Bezeichnung „LB3-3“ ist hier eine redaktionelle Bündelung, keine neue amtliche Lernfeldnummer. Maßgeblich sind der aktuelle betriebliche Ausbildungsplan, die geltende Ausbildungsordnung, der jeweilige Landeslehrplan und die zuständige Industrie- und Handelskammer. Die Bundesausbildungsordnung für Baugeräteführer stammt laut BIBB derzeit vom 12.05.1997; alte Verweise auf Führerscheinklassen, Unfallverhütungsvorschriften und Baustoffregeln dürfen nicht ungeprüft als heutige Betriebsanweisung dienen.
Sicherheitsgrenze: Alle Maschinenfahrten, Arbeiten am heißen Asphalt, Fräs-, Walz-, Hebe- und Wartungsvorgänge erfolgen ausschließlich im freigegebenen Arbeitsbereich durch befugte, unterwiesene Personen unter betrieblicher Aufsicht. Dieser Kurs erteilt keine Maschinenberechtigung. Alle Rechen- und Planungsaufgaben sind mit synthetischen Daten auch als Tischmodell oder Simulation bearbeitbar.
Straßenbauauftrag verstehen und Baustelle planen
Auftragsunterlagen, Fahrbahnquerschnitt und Arbeitsfolge
Lies zuerst Leistungsbeschreibung, Lageplan, Regelquerschnitt, Deckenhöhenplan, Bauzeiten- und Verkehrsführungsplan sowie die einschlägigen Prüf- und Freigabenachweise. Kläre: Neubau oder Erhaltung? Welche Verkehrsbelastung und welche Schichten sind vorgesehen? Wo liegen Leitungen, Schächte, Einläufe, Bordsteine und Schutzbereiche? Welche Geräte passen zu Einbaubreite, Untergrund, Baustellenlänge und Materialfluss? Welche Qualitätsnachweise verlangt der Vertrag?
Eine Fahrbahn entsteht in funktional aufeinander abgestimmten Schichten. Das Planum ist die profilgerecht hergestellte Oberfläche des Unterbaus beziehungsweise Untergrunds. Ein ausreichend tragfähiger Oberbau kann je nach Entwurf eine Frostschutzschicht, eine ungebundene oder gebundene Tragschicht und darüber Asphalt- oder Betonfahrbahnschichten umfassen. Eine Asphaltbinderschicht verteilt Lasten und verbindet bei geeigneter Bauweise Asphalttragschicht und Asphaltdeckschicht; die Deckschicht bildet die befahrene Oberfläche. Dieser Aufbau ist ein Prinzip, kein überall identischer Normquerschnitt.
Deckenhöhenplan: Er nennt geplante Höhenpunkte und Gefälle. Ein einseitiges Quergefälle von 2,5 % bedeutet 2,5 cm Höhendifferenz je Meter waagerechter Strecke. Über 4,00 m Querschnittsbreite beträgt der rechnerische Unterschied 4,00 m × 0,025 = 0,100 m = 10,0 cm. Die tatsächliche Sollneigung wird dem freigegebenen Plan entnommen; aus dieser Rechenübung folgt kein allgemein gültiger Neigungswert. Punktesicherung bedeutet, Vermessungsbezugspunkte vor Beschädigung zu schützen und Ersatz-/Kontrollbezüge dokumentiert festzulegen.
Leitungen, Verkehrsführung und Gefährdungsbeurteilung
Bestandspläne geben Hinweise auf unterirdische Kabel und Rohrleitungen, ersetzen aber keine abgestimmte Leitungsauskunft, Ortung und Freigabe durch Berechtigte. Bei Unklarheiten wird nicht „auf Verdacht“ gefräst oder ausgehoben. Vor Beginn sind Verkehrsrecht, Arbeitsstellenabsicherung, Baustellenlogistik, Fußgänger- und Radverkehr, Rettungswege und der Abstand zum fließenden Verkehr zu klären. RSA 21 regeln die verkehrsrechtliche Sicherung; ASR A5.2 konkretisiert den Beschäftigtenschutz im Grenzbereich zum Straßenverkehr. Beides verfolgt unterschiedliche Schutzziele und ist gemeinsam zu berücksichtigen.
Lege im Modellplan getrennte Wege für Lkw-Anlieferung, Materialablage, Fußverkehr und Maschinenbewegung fest. Zu beurteilen sind besonders Rückwärtsfahren, tote Winkel, Quetschzonen an Übergabestellen, Kipprisiko von Walzen an Rändern, Stolperstellen, Lärm, Staub, heiße Materialien, Dämpfe und Emissionen. Vereinbare eindeutig, wer einweist, wie Funk und vereinbarte Zeichen genutzt werden und wann bei Sichtverlust oder Störung die Arbeit gestoppt wird. Eine Kamera oder ein Assistenzsystem ersetzt nicht automatisch Sicht, Unterweisung oder organisatorische Trennung. Für Maschinen gelten die jeweilige Betriebsanleitung sowie die einschlägigen aktuellen Vorschriften des Unfallversicherungsträgers.
Typische Planungsfehler: ein alter Leitungsplan wird als Freigabe interpretiert; ein Lkw-Anfahrweg kreuzt ungeschützt den Fußweg; die erforderliche Arbeitsraumbreite wird mit der reinen Maschinenbreite verwechselt; ungesicherte Bezugspunkte führen zu falschen Höhen.
Straßenoberbau, Mischgut und Baustoffbedarf
Ungebundene, hydraulisch gebundene und bitumengebundene Schichten
Ungebundene Tragschichten bestehen aus abgestuften Gesteinskörnungen, die über Kornverzahnung und fachgerechte Verdichtung tragen; es fehlt ein hydraulisches oder bitumenhaltiges Bindemittel. Eine Frostschutzschicht soll bei geeigneter Kornzusammensetzung und Entwässerung Frostschäden vermeiden helfen. Hydraulisch gebundene Schichten nutzen beispielsweise Zement als Bindemittel und besitzen ein anderes Verformungs- und Rissverhalten. Asphalt ist ein Gemisch aus Gesteinskörnung, bitumenhaltigem Bindemittel und gegebenenfalls weiteren Bestandteilen; Bitumen ist nicht mit historischem Steinkohlenteer gleichzusetzen.
Bei Walzasphalt legt der Fertiger ein durch Walzen weiter zu verdichtendes Mischgut profilgerecht ein. Mischgutzusammensetzung, Temperaturfenster, Schichtdicke, Unterlage, Wetter, Transport und Verdichtungsstrategie müssen miteinander abgestimmt sein. Zahlen für Einbautemperatur, Verdichtungsgrade und Toleranzen stammen aus dem konkret vereinbarten aktuellen Regelwerk und dem Eignungsnachweis, nicht aus einer universellen Faustzahl.
Die 2026 veröffentlichten ZTV Asphalt-StB 26 (Teil 1 Neubau bzw. Schichten in gleichmäßiger Dicke und Teil 2 Bauen im Bestand) sowie TL Asphalt-StB 26 behandeln unter anderem temperaturabgesenkten Asphalt und aktuelle Qualitätsanforderungen. Prüfe immer die Einführung im jeweiligen Zuständigkeitsbereich, Vertragsstand, Übergangsregelungen und die baustellenspezifischen Anweisungen. Ältere Unterlagen mit ZTV Asphalt-StB 07/13 oder ZTV BEA-StB 09/13 sind nicht automatisch für jeden neuen Auftrag maßgeblich.
Fahrbahnbeton, Fugen und Nachbehandlung
Eine Betondecke verwendet ein hydraulisches Bindemittel, Zuschläge beziehungsweise Gesteinskörnungen, Wasser und gegebenenfalls Zusatzmittel. Der Wasserzementwert ist das Massenverhältnis von wirksamem Wasser zu Zement: 160 kg Wasser / 320 kg Zement = 0,50. Er beeinflusst zusammen mit vielen weiteren Faktoren die Betoneigenschaften; die Rezeptur und alle Zielwerte kommen aus einer freigegebenen Planung. Konsistenz beschreibt die Verarbeitbarkeit, Luftporengehalt ist je nach Betonart und Exposition ein wichtiges Prüfmerkmal. Fugen lenken beziehungsweise ermöglichen Bewegungen und begrenzen unkontrollierte Rissbildung. Geeignete Nachbehandlung reduziert schädliche frühe Austrocknung; Gerät, Zeitpunkt und Vorgehen legt die verantwortliche Fachplanung fest.
Betonstraßenfertiger im Bild: Beobachte die andere Material- und Oberflächenbearbeitung gegenüber Walzasphalt. Quelle: Dw1975, CC BY-SA 3.0; Dateiseite im Quellenabschnitt.
Erklärende Aufnahme zur Führung über eine Leitlinie beim Gleitschalungsverfahren; moderne Systeme können auch digitale Referenzen nutzen. Quelle: Estabiano, CC BY-SA 4.0.
Mengen- und Leistungsrechnung als Planungswerkzeug
Für einen rechteckig idealisierten Abschnitt gilt Fläche A = Länge × Breite, Volumen V = A × verdichtete Solldicke und Masse m = V × angesetzte Einbaudichte. Für eine überschlägige Lieferung wird ein transparenter, begründeter Zuschlag gesondert berechnet. Eine reale Bestellung hängt von Aufmaß, Verdichtungszustand, Mischgutdaten, Entwurf und Lieferbedingungen ab; die Beispielrechnung ersetzt keine Eignungsprüfung.
Beispiel für einen ungebundenen Modellstreifen: 50 m × 3 m × 0,20 m = 30 m³ eingebautes geometrisches Volumen. Wegen Verdichtungs- und Lieferzustand darfst du 30 m³ nicht ungeprüft als loses Lieferraummaß bestellen. Gerade die Unterscheidung zwischen Schüttvolumen, verdichtetem Volumen und Masse verhindert Kalkulationsfehler.
Bei Materialtransporten ist die Nutzlast maßgebend, nicht nur das Kippmuldenvolumen. Rechne die Mindestzahl der Fahrten als aufgerundete Gesamtmasse geteilt durch zulässige Nutzlast, danach erst Zeitfenster, Logistikpuffer und Taktung. Notiere alle verwendeten Annahmen.
Straßenfertiger, Walzen und begleitende Baugeräte
Gerätewahl entlang des Materialflusses
Der Arbeitsprozess umfasst je nach Maßnahme Vorbereitung und Profilierung, Anlieferung, Einbau, Verdichtung sowie Prüfung und Dokumentation. Ein Grader kann bei geeigneten Erd- und Tragschichtarbeiten das Profil herstellen; Radlader und geeignete Fördergeräte unterstützen den Materialfluss. Ein Asphaltfertiger verteilt Mischgut über die Einbaubreite und stellt ein Höhen- und Neigungsprofil her. Die abschließende Verdichtung erfolgt durch ein auf Mischgut, Randbedingungen und Arbeitsraum abgestimmtes Walzensystem. Für Bestandsmaßnahmen kommt häufig eine Straßenfräse hinzu, für Betondecken ein Betonfertiger samt Nachbehandlungsgeräten.
| Arbeitsziel | Mögliche Geräte | Auswahlentscheidung |
|---|---|---|
| Planum und Unterbau vorbereiten | Grader, geeignetes Erd-/Verdichtungsgerät | Boden, Tragfähigkeit, Sollhöhe und Zugang prüfen |
| Asphalt gleichmäßig einbauen | Straßenfertiger, bei Bedarf Beschicker | Einbaubreite, Mischgutmenge, Versorgung und Ebenheitsziel abstimmen |
| Asphalt verdichten | Tandemwalze, gegebenenfalls Reifen- oder Kombiwalze | Mischgut, Temperatur, Untergrund, Randlage und zulässiges Walzverfahren prüfen |
| Bestehende Decke abtragen | Straßenfräse mit geeigneter Staub-/Materialführung | Frästiefe, Bestand, Leitungen, Schnittstellen und Verwertung klären |
| Fahrbahnbeton einbauen | Betonstraßenfertiger und Nachbehandlungsgeräte | Rezeptur, Führungsreferenz, Fugen und Nachbehandlung abstimmen |
Asphaltfertiger: erkenne vorn die Mischgutaufnahme und hinten den Einbaubereich. Pjotr Mahhonin, CC BY-SA 4.0.
Baugruppen eines Asphaltfertigers verstehen
Materialbehälter / Aufnahmebunker: übernimmt das angelieferte Mischgut. Kratzerbänder: transportieren es längs durch die Maschine. Verteilerschnecken: verteilen es vor der Bohle über die vorgesehene Breite. Abzieh- beziehungsweise Einbaubohle: stellt Schicht und Oberfläche profilgerecht her und übernimmt je nach Ausstattung Vorverdichtung. Nivellierautomatik: vergleicht geeignete Höhen- oder Neigungsreferenzen mit den Sollvorgaben. Ein Beschicker kann Materialübergabe und kontinuierliche Versorgung verbessern; er ist nicht bei jedem Auftrag vorgeschrieben.
Ein geeigneter Fertiger wird nicht allein nach maximaler Einbaubreite gewählt. Auch Raum für Anlieferung und Walzen, Tragfähigkeit der Unterlage, Kurven, Höhenreferenzen, Verfügbarkeit von Bedienpersonal, Wartungszustand und Emissionen zählen. Ein stockender Einbau kann Temperaturunterschiede, ungünstige Quernähte und Ebenheitsprobleme begünstigen. Bei ungleichmäßiger Mischgutvorlage vor der Bohle steigt das Risiko einer inhomogenen Schicht. Die genauen Einstell- und Bedienhandlungen bleiben den aktuellen Herstelleranweisungen und befugten Maschinenführenden vorbehalten.
Fachvideo: Beobachte die Zusammenarbeit zwischen Transport, Fertiger und Verdichtungsgerät. Notiere drei Schnittstellen, an denen Fehlkommunikation die Qualität oder Sicherheit beeinträchtigt. Video des deutschen Straßenbauunternehmens Gottwald Tief- und Straßenbau GmbH:
Verdichtungsgeräte und Sicherheitsprüfung
Glattbandage bezeichnet die glatte zylindrische Walzfläche. Tandemwalzen besitzen zwei Bandagen; Reifenwalzen verdichten mit Gummirädern unter anderem durch Walk- und Knetwirkung. Dynamische Verdichtung ergänzt die statische Auflast um Bewegung beziehungsweise Schwingung. Eignung, Betriebsmodus und zulässige Anwendung hängen von Schicht, Untergrund, Maschinenfreigabe und Gefährdungsbeurteilung ab. Ungeeignete Verdichtung kann Kornzertrümmerung, Verschieben, Unebenheiten oder mangelnden Verbund fördern.
Asphaltwalze auf einer Straßenbaustelle; beobachte Arbeitsbreite, Randabstand und Umfeld. Pjotr Mahhonin, CC BY-SA 4.0.
Vor einem Einsatz werden durch eine befugte Person nach Betriebsanleitung und betrieblicher Checkliste unter anderem äußerer Zustand, Reifen beziehungsweise Bandagen, Anzeigen, Bremsen, Warn- und Sicherheitseinrichtungen, Flüssigkeitsverluste, Anbauteile und Dokumentationspflichten geprüft. Bei Störungen wird das Gerät nach betrieblicher Vorgabe sicher außer Betrieb genommen, die Aufsicht informiert und keine eigenmächtige Reparatur an Hydraulik, Elektrik oder Schutzeinrichtungen versucht. Die DGUV Regel 101-003 bietet fachliche Hinweise, enthält aber alte Verweise auf die UVV „Bauarbeiten“; insoweit ist die neue DGUV Vorschrift 38 beziehungsweise das heute beim Träger geltende Regelwerk maßgebend. DGUV Information 201-017 behandelt besonders das Kippen beim Walzen.
Typische Fehler: eine Walze fährt an eine unbekannte ungesicherte Kante; ein Einweiser betritt den Schwenkbereich; Gerätecheck und Störung werden nicht protokolliert; eine automatische Nivellierung wird irrtümlich als Ersatz für Vermessungs- und Plausibilitätskontrolle verstanden.
Sanierung, Qualitätskontrolle und Digitalisierung
Verfahren im Bestand: Fräsen, Rückformen und erneuern
Bei der Fräs-Sanierung entfernt eine Straßenfräse definierte Schichten. Vorher sind Schichtbestand, eventuelle problematische Altmaterialien, Leitungen, Frästiefe, Entwässerung, Anschlussstellen und geeignete Verwertungswege zu beurteilen. Reshape, Repave und Remix sind historische Bezeichnungen bestimmter Verfahren zur Rückformung beziehungsweise In-situ-Behandlung bestehender Asphaltoberflächen: Reshape bezieht sich auf die Profilwiederherstellung, Repave kombiniert Aufbereitung mit neuer Asphaltauflage und Remix nutzt Aufbereitung und Durchmischung vorhandenen Materials. Sie sind nicht ohne technische Projektprüfung als aktuelle Standardlösung oder als überall zulässige Recyclingmethode anzunehmen.
Straßenfräse: das abgetragene Material kann nach Eignungsprüfung einer geregelten Verwertung zugeführt werden. Syced, CC0 1.0.
Unterscheide Instandhaltung, Instandsetzung und Erneuerung als verschiedene Zielrichtungen des Bauens im Bestand. Welche Schicht vollständig entfernt wird und wie der Schichtenverbund hergestellt wird, ergibt sich aus Diagnose, Planung, Vertrag und aktuellem Regelwerk. Die Bauleitung entscheidet über Freigaben; Maschinenführende melden erkennbar ungeeignete Unterlagen, wechselnde Frästiefen oder ungewöhnliche Materialzustände.
Prüfpunkte und nachvollziehbare Arbeitsprotokolle
Vor dem Einbau: plane Sollhöhen, Querneigung, Unterlagenzustand, Leitungsfreigaben, Geräteverfügbarkeit und verkehrliche Sicherung. Während des Einbaus: protokolliere Liefermengen, Prozesszeiten, sichtbare Schichtgleichmäßigkeit, geprüfte Temperaturen und vereinbarte Walz-/Maschineneinsatzdaten. Nach dem Einbau: dokumentiere planbezogene Höhen- und Breitenkontrollen, Prüfergebnisse zu Verdichtung und Schichtenverbund, Auffälligkeiten sowie Freigaben. Messverfahren, Probenahme und zulässige Abweichungen werden den konkreten vertraglichen Prüfregeln entnommen.
Eine Abweichungsmeldung ist kein Schuldeingeständnis, sondern sichert Qualität: Ort und Uhrzeit, Soll/Ist, Mess- oder Beobachtungsverfahren, mögliche Ursache, Sperr- beziehungsweise Stop-Entscheidung und zuständige Freigabe werden festgehalten. Werte ohne Einheiten, fehlende Messpunktbezüge oder nachträglich geschätzte Temperaturen sind keine prüffähige Dokumentation. Fotos werden nur ohne unbeteiligte Personen, Kennzeichen, Kundendaten oder vertrauliche Planinhalte aufgenommen beziehungsweise datenschutzkonform freigegeben.
Ressourcenschonung und digitale Prozesse
Die Auswahl eines passenden Geräts und ein zuverlässiger Material- und Transporttakt reduzieren unnötige Leerfahrten und Standzeiten. Asphaltgranulat und aufbereitete Baustoffe können Ressourcen sparen, sofern Schadstoffprüfung, bautechnische Eignung und die für den Auftrag geltenden Lieferbedingungen erfüllt sind. Temperaturabgesenkte Asphalte stehen für einen wichtigen Ansatz bei Arbeitsschutz und Emissionsminderung; sie verlangen geeignete Rezepturen und Verarbeitungsvorgaben, nicht eigenmächtiges Abkühlen. Moderne elektrisch betriebene Kompaktfertiger und Walzen können lokal Betriebsgeräusche und Abgasemissionen reduzieren; Gesamtökobilanz und Einsatzfähigkeit hängen unter anderem von Stromherkunft, Ladebedarf und Aufgabenprofil ab.
Fachvideo zum Transfer: Schau dir den Einsatz eines vollelektrischen VÖGELE MINI 502e mit HAMM HD 12e VT in Rangendingen an. Vergleiche Reichweite, Aufgabenprofil, Lärm, Emissionen und Materiallogistik, ohne das gezeigte Verfahren als allgemeine Betriebsanweisung zu verstehen. Quelle: Wirtgen Group / Vögele, Projektvideo 2026:
Digitale Systeme können Liefer- und Temperaturdaten, Maschinengeschwindigkeit und Stillstände darstellen. Die Asphaltintegrator-App des Verkehrsministeriums Baden-Württemberg ist ein reales Anwendungsbeispiel. Überprüfe dennoch Datenquelle, Kalibrierung, Zugriffsrechte und Plausibilität; ein Dashboard ist kein automatischer Qualitätsnachweis. Für Übungen ausschließlich anonymisierte, frei erfundene Messreihen verwenden.
Vollständiger Praxisauftrag: Asphaltdeckschicht planen und bewerten
Auftragsanalyse und Modellannahmen
Fiktiver Auftrag: Eine 120 m lange und 4,00 m breite einseitig geneigte Fahrbahn soll nach Freigabe der Unterlage eine 4,0 cm dicke Asphaltdeckschicht im verdichteten Zustand erhalten. Du übernimmst als angehende Fachkraft die Planung, Mengenrechnung, dokumentarische Begleitung und Qualitätsbewertung im Modell, nicht die selbstständige Führung realer Maschinen.
Übungsannahmen, ausdrücklich keine allgemeinen Normwerte: Länge 120 m; Breite 4,00 m; verdichtete Solldicke 0,040 m; mittlere rechnerische Dichte 2,35 t/m³; rechnerischer Liefer-/Mengenzuschlag 3 %; verfügbare Nutzlast je Lkw 12,0 t; angenommene Fertigergeschwindigkeit 2,0 m/min; modellierter produktiver Zeitanteil 70 %; einseitiges Quergefälle 2,5 %. In der Realität müssen Entwurf, geeignete Mischgutdaten, Transportzulassung, Arbeitsfreigaben und Vertragsvorgaben alle Werte ersetzen oder bestätigen.
Analysefragen: Sind Untergrund und Anschlussstellen freigegeben? Passt die gewählte Maschine zur Einbaubreite? Wo liegen Randrisiken und Querungen? Welche Lieferfolge verhindert unnötige Unterbrechungen? Wie werden Höhenpunkte vor Maschinenverkehr geschützt? Welche Rollen und Kommunikationsregeln sind dokumentiert?
Rechenweg mit Einheiten und Plausibilitätsprüfung
| Gesuchte Größe | Rechenweg | Modell-Ergebnis |
|---|---|---|
| Einbaufläche | A = 120 m × 4,00 m | 480 m² |
| Verdichtetes geometrisches Volumen | V = 480 m² × 0,040 m | 19,20 m³ |
| Theoretische Einbaumasse | m = 19,20 m³ × 2,35 t/m³ | 45,12 t |
| Kalkulatorische Liefermenge | mLiefer = 45,12 t × 1,03 | 46,4736 t ≈ 46,47 t |
| Mindestzahl von Lkw-Fahrten | 46,4736 t / 12,0 t je Fahrt = 3,873 | 4 Fahrten, sofern Masse, zulässige Nutzlast und tatsächliche Beladung passen |
| Reine Flächenleistung | 4,00 m × 2,0 m/min | 8,00 m²/min |
| Theoretische Mischgutleistung | 8,00 m²/min × 0,040 m × 2,35 t/m³ | 0,752 t/min = 45,12 t/h |
| Modellierte Effektivleistung | 45,12 t/h × 0,70 | 31,584 t/h |
| Grober Zeitbedarf inklusive pauschalem Minderleistungsfaktor | 46,4736 t / 31,584 t/h | ca. 1,47 h ≈ 88 min |
| Höhenunterschied über 4 m bei 2,5 % Querneigung | 4,00 m × 0,025 | 0,10 m = 10 cm |
Plausibilität: Bei ununterbrochenen 2,0 m/min würde die 120-m-Strecke idealisiert 60 Minuten benötigen. Die 88 Minuten entstehen aus pauschal angenommener geringerer effektiver Leistung und Lieferzuschlag; sie sind keine verbindliche Takt- oder Maschinenfahranweisung. Vier Fahrten sind nur eine mathematische Untergrenze; Fahrzeugkombinationen, Anlieferreihenfolge, Restmengen, Gewichte, Witterung und Wartezeiten müssen fachlich geplant werden. Ein Lieferzuschlag ändert nicht die planerische Schichtdicke. Typische Fehler sind cm statt m, Fläche statt Volumen, angenommene statt geprüfter Dichte und Abrunden der Fahrtzahl.
Arbeitsplan, Stopppunkte und prüfbares Arbeitsergebnis
| Phase | Arbeitsauftrag im Modell | Prüfnachweis / Verantwortlichkeit |
|---|---|---|
| Auftragsklärung | Plan, Schicht, Mengen, zuständige Stellen, Leitungen und Verkehrsführung auf einer Checkliste erfassen | Vollständige Planunterlagen und gekennzeichnete offene Freigabefragen; Fachaufsicht prüft |
| Baustellenlogistik | Geräte- und Transportschema sowie getrennte Wege auf einer Skizze darstellen | Beschriftete Skizze mit Anlieferung, Fußweg, Gefahrenzonen und Stopppunkten |
| Geräteauswahl | Fertiger, Walzen und gegebenenfalls Beschicker mit je mindestens zwei Kriterien begründet wählen | Gerätetabelle mit Breite, Einsatzgrenze und erforderlicher Unterweisung |
| Einbau und Verdichtung beschreiben | Materialfluss und Qualitätsbeobachtung als Simulation oder auf Papier durchspielen | Zeit-, Mengen- und Soll-/Ist-Protokoll, keine unbefugte Geräteführung |
| Qualitätskontrolle | Breite, Lage/Höhenbezug, Dickenannahme, Liefermengen und Prüfauftrag mit Sollquelle abgleichen | Prüfliste: dokumentiert, offen oder freigegeben; reale Grenzwerte nur aus Auftrag |
| Abschluss | Abweichungen, Entsorgungsweg, Materialüberschuss, Datenschutz und Übergabe dokumentieren | Abgezeichnetes Modellprotokoll mit Quellen- und Annahmenvermerk |
Stopppunkte: keine Leitungsfreigabe; ungesicherter Publikumsverkehr; Personen im Gefahrenbereich; fehlende Sicht oder Kommunikationsverbindung; Geräte- oder Sicherheitseinrichtungsstörung; unbekannte Tragfähigkeit an der Walzkante; ungeklärte Stoff- oder Qualitätsabweichung. Melden, sichern lassen und nur nach Freigabe weiterarbeiten. Das sichere Lernäquivalent ist eine Tischsimulation mit Papiermaschinen, Verkehrsführungskarten und anonymisierten Sensordaten.
Konkretes Arbeitsergebnis: Gib eine Auftragsmappe ab mit (a) einseitiger Auftragsanalyse, (b) schematischem Höhen-/Verkehrsplan, (c) Material- und Leistungsrechnung mit Einheiten, (d) Geräteeinsatzmatrix, (e) ausgefülltem synthetischem Arbeitsprotokoll, (f) Soll-/Ist-Bewertung einschließlich offen gebliebener Prüfungen und (g) drei Verbesserungen bezüglich Sicherheit, Materialverlust oder Energie. Wer die berechneten 46,47 t als tatsächlich gelieferte Menge ausgibt, ohne Wiegescheine zu haben, erfüllt die Nachweispflicht nicht. Die fiktive Auftragsmappe ersetzt keine amtliche Abnahme.
Bewertungsraster für die Auftragsmappe
Je Kriterium werden 0 bis 4 Punkte vergeben: 0 = fehlt oder sachlich falsch, 1 = erhebliche Lücken, 2 = wesentliche Punkte vorhanden, aber Begründung oder Nachweis lückenhaft, 3 = überwiegend korrekt und nachvollziehbar, 4 = vollständig, fachlich begründet, prüfbar und mit Grenzen der Modellannahmen. Für ein positives Lernfeedback sind Sicherheitsmängel unabhängig von der Gesamtpunktzahl ausdrücklich zu korrigieren.
| Kriterium | Erwartetes prüfbares Merkmal | Maximalpunkte |
|---|---|---|
| Auftragsanalyse und Unterlagen | Schicht, Sollmaße, Leitungen, Genehmigungen, Grenzbedingungen und Rollen geklärt | 4 |
| Geräte- und Ablaufwahl | Auswahl begründet; Anlieferung, Einbau, Verdichtung und sichere Wege sinnvoll verknüpft | 4 |
| Rechenkompetenz | 480 m², 19,20 m³, 45,12 t, 46,47 t, mindestens vier Fahrten, Leistungsansatz und 10 cm mit Einheiten erläutert | 4 |
| Arbeits-, Gesundheits- und Umweltschutz | Reale Stopppunkte, sichere Alternative, Lärm-/Emissions- und Stoffaspekte berücksichtigt | 4 |
| Qualität und Dokumentation | Soll-/Ist-Abgleich, zulässige Prüfquellen, Unsicherheiten und datensparsame Protokollierung | 4 |
| Summe | Lernraster, keine amtliche Prüfungsnote | 20 |
Selbstreflexion: Welche Rechnung wäre am empfindlichsten gegenüber falscher Einbaudichte? Welcher Fehler könnte trotz richtiger Masse zur mangelhaften Oberfläche führen? Warum darf ein vollständiger Soll-/Ist-Bogen keine fehlende technische Freigabe ersetzen?
Interaktive Aufgaben
Bearbeite zunächst das Quiz selbstständig. Nutze bei einer falschen Wahl die passenden Fachkapitel erneut, erkläre deine Entscheidung und wiederhole danach die Frage. Die folgenden Zuordnungen und Lückentexte dienen als zusätzliche formative Rückmeldung; sie ersetzen keine praktische Unterweisung.
Quiz: Teste dein Wissen
Welche Unterlage bestimmt im Auftrag maßgeblich die geplanten Fahrbahnhöhen? (Der freigegebene Deckenhöhenplan) (!Der Lieferschein des Mischgutwerks) (!Der tägliche Tankbeleg der Walze) (!Die pauschale Fahrzeit des Lastwagens)
Welche Aufgabe hat die Verteilerschnecke am Asphaltfertiger? (Sie verteilt das Mischgut vor der Bohle über die Einbaubreite) (!Sie misst die zulässige Nutzlast des Transportfahrzeugs) (!Sie ersetzt die baustellenbezogene Leitungsortung) (!Sie übernimmt die endgültige Laborprüfung der Asphaltrezeptur)
Welche Beziehung gilt für die überschlägige theoretische Einbaumasse? (Fläche mal verdichtete Solldicke mal angenommene Einbaudichte) (!Fläche geteilt durch Quergefälle mal Lieferentfernung) (!Nutzlast mal Fahrgeschwindigkeit mal Walzenbreite) (!Einbauzeit geteilt durch Schichtdicke mal Frästiefe)
Warum muss vor einer Fräsarbeit eine Leitungsauskunft mit erforderlichen Freigaben geklärt werden? (Weil Bestandspläne und sichtbare Markierungen unterirdische Risiken nicht sicher ausschließen) (!Weil eine Fräse nur auf ungebundenen Schichten eingesetzt werden darf) (!Weil Leitungen immer genau mittig unter der Fahrbahn liegen) (!Weil ein Deckenhöhenplan jede Leitung automatisch freigibt)
Welche Aussage zur Straßenwalze ist fachlich zutreffend? (Die zulässige Verdichtungsstrategie richtet sich nach Mischgut, Unterlage und Maschinenfreigabe) (!Maximale Vibration ist für jede Asphaltdeckschicht optimal) (!Walzen können unabhängig von der Tragfähigkeit direkt an jede ungesicherte Kante fahren) (!Das Verdichtungsergebnis lässt sich allein aus dem Maschinentyp garantieren)
Was beschreibt der Wasserzementwert beim Fahrbahnbeton? (Das Massenverhältnis von wirksamem Wasser zu Zement) (!Das Verhältnis von Frischbetonvolumen zur Frästiefe) (!Das Verhältnis der Walzenmasse zur Fahrbahnbreite) (!Das Verhältnis von Bitumengehalt zur Mischguttemperatur)
Welche Aussage zu den ZTV Asphalt-StB 26 ist richtig? (Die für den Auftrag geltende Ausgabe und ihre Einführung sowie Vertragsbezüge müssen geprüft werden) (!Die Ausgabe von 1997 ist für alle heutigen Asphaltaufträge zwingend) (!Teil 2 beschreibt ausschließlich neue ungebundene Frostschutzschichten) (!Jeder auf einer Baustelle genannte Temperaturwert ist automatisch eine Normvorgabe)
Wie viele rechnerische Fahrten benötigt man mindestens für 46,47 Tonnen bei 12 Tonnen Nutzlast je Fahrt? (Vier Fahrten) (!Zwei Fahrten) (!Drei Fahrten) (!Fünf Fahrten zwingend ohne weitere Prüfung)
Was ist bei einer Störung einer Sicherheitseinrichtung an der Maschine geboten? (Das Gerät nach betrieblicher Anweisung sicher stillsetzen und die Aufsicht informieren) (!Die Schutzeinrichtung für den Rest der Schicht überbrücken) (!Ohne Dokumentation weiterfahren solange die Oberfläche eben erscheint) (!Die Störung ausschließlich im privaten Chat festhalten)
Woran erkennst du einen prüffähigen digitalen Arbeitsnachweis? (Er enthält zuordenbare Soll- und Istwerte mit Einheit, Messbezug, Zeitpunkt und Freigabestatus) (!Er zeigt ausschließlich ein dekoratives Diagramm ohne Messquelle) (!Er ersetzt automatisch alle bauvertraglich vereinbarten Materialprüfungen) (!Er enthält aus Vorsicht möglichst viele unbeteiligte Personen und Kennzeichen)
Memory
Ordne jeden eindeutigen Fachbegriff seiner passenden Funktion zu; kontrolliere dich durch erneutes Zuordnen der falschen Paare.
| Planum | Profilierte Oberfläche des Untergrunds beziehungsweise Unterbaus |
| Kratzerband | Längsförderung des Mischguts durch den Straßenfertiger |
| Einbaubohle | Profilgerechtes Herstellen der eingebauten Schicht |
| Tandemwalze | Verdichtungsgerät mit zwei Walzbandagen |
| Schichtenverbund | Zusammenwirken angrenzender befestigter Straßenbauschichten |
| Punktesicherung | Schutz und Dokumentation von Vermessungsbezügen |
Drag-and-drop
Ordne den fünf Arbeitsschritten die richtige Dokumentationsaufgabe zu.
| Passenden Arbeitsschritt zuordnen | Zugehörige Dokumentation |
|---|---|
| Auftragsklärung | Planstände und offene Freigabefragen sammeln |
| Leitungsprüfung | Trassenauskunft und zulässige Arbeitsschritte festhalten |
| Maschinenprüfung | Sicherheitskontrolle nach Hersteller- und Betriebsvorgabe notieren |
| Mengenermittlung | Maße, Dichteannahmen und Berechnung mit Einheiten offenlegen |
| Qualitätskontrolle | Messbezug, Soll-/Ist-Werte und Abweichungen dokumentieren |
Kreuzwort
Finde jeweils einen einzigen fachlich passenden Begriff.
| Planum | Wie heißt die planmäßig hergestellte Oberfläche unter dem Oberbau? |
| Bohle | Welches Fertigerbauteil formt das Einbauprofil? |
| Bandage | Wie heißt die zylindrische Walzfläche? |
| Bitumen | Welches Bindemittel wird typischerweise in Asphalt eingesetzt? |
| Querneigung | Welcher Begriff beschreibt das seitliche Gefälle einer Fahrbahn? |
| Fugen | Wie heißen vorgesehene Trenn- und Bewegungsbereiche in einer Betondecke? |
LearningApps
Suche nach passenden Zuordnungs- und Sortierübungen. Externe Treffer sind Vorschläge und vor Einsatz fachlich, datenschutzrechtlich sowie auf Zugänglichkeit zu prüfen; sie sind kein Ersatz für die Aufgaben dieses Kurses.
Lückentext
Ergänze die zentralen Begriffe anhand der Fachkapitel. In jeder Aussage fehlt nur ein Wort.
Offene Aufgaben
Erstelle bei allen Übungen ausschließlich fiktive Datensätze. Fotografiere oder filme keine reale Baustelle ohne ausdrückliche Berechtigung und Schutz aller betroffenen Personen. Maschinen werden in diesen Aufgaben nicht eigenmächtig gestartet.
Leicht
- Schichtenkarte: Zeichne den schematischen Aufbau einer Asphaltfahrbahn, beschrifte Frostschutz-, Trag-, Binder- und Deckschicht und erläutere die Funktion jeder Schicht in einem Satz.
- Baugruppenplakat: Markiere an einem lizenzierten Fertigerbild Aufnahmebehälter, Kratzerband, Verteilerschnecke und Bohle und beschreibe den Materialweg mit eigenen Worten.
- Sicherheitsampel: Ordne zwölf fiktive Baustellenbeobachtungen den Kategorien Freigabe, Rückfrage oder sofortiger Stopp zu und begründe drei Entscheidungen.
- Gefälleskizze: Berechne und skizziere die Höhendifferenz für eine fiktive 3,00 m breite Fläche mit 2,0 % einseitigem Gefälle; kennzeichne Einheit und Höhensinn.
Standard
- Materialdisposition: Berechne für 80 m × 3,5 m × 0,045 m und eine Übungsdichte von 2,30 t/m³ Volumen, Masse und die bei 10 t Nutzlast mathematisch nötigen Fahrten; kennzeichne Annahmen.
- Gerätevergleich: Vergleiche für eine schmale städtische Baustelle zwei geeignete Fertiger-/Walzenkonzepte nach Breite, Logistik, Emission, Sicherheit und Prüfbarkeit, ohne Betriebsanweisungen zu ersetzen.
- Planprüfung: Erstelle fünf fiktive Sollhöhen entlang einer Fahrbahnkante und prüfe eine selbst erfundene Ist-Messreihe; trenne reine Differenzen von vertraglich festgelegten Grenzwerten.
- Sanierungsentscheidung: Begründe in einer Entscheidungsübersicht, wann Fräsgut möglicherweise verwertet werden kann und welche Stoff- und Regelwerksprüfungen vor jeder Entscheidung erforderlich sind.
Schwer
- Einbautakt simulieren: Plane das vollständige Modellprojekt aus Kapitel 5 mit Liefer-, Personal-, Maschinen- und Sicherungslogistik; simuliere einen ausgefallenen Lkw und bewerte Anpassungen ohne Gefährdung.
- Ursachenanalyse: Untersuche eine fiktive unebene und teilweise unterverdichtete Deckschicht mit einer Ursachen-Wirkungs-Skizze; trenne Daten, Hypothesen, Prüfschritte und freigabepflichtige Korrekturen.
- Anonymes Baustellendashboard: Entwirf ein Tabellen-Dashboard für Zeiten, gelieferte Tonnen, Messquellen und Auffälligkeiten; definiere Zugriffsrollen, Plausibilitätswarnungen und Löschregeln.
- Verfahrensvergleich: Bewerte für einen fiktiven Gehweg klassische und elektrische Maschinen sowie mögliche temperaturabgesenkte Mischgüter anhand von Arbeitsschutz, Energie, Logistik, Material und Grenzen der verfügbaren Daten.


Lernkontrolle
- Arbeitsfolge begründen: Lege dar, warum Sicherung, Unterlagen- und Leitungsprüfung vor Maschinen- und Materialeinsatz stehen und welche konkrete Beobachtung deine Ausführung stoppen würde.
- Schichten und Geräte verknüpfen: Vergleiche Asphalt, hydraulisch gebundene Schicht und ungebundene Tragschicht nach Bindemittel, Gerätebedarf, Qualitätssicherung und typischer Fehlentscheidung.
- Materialfluss erklären: Beschreibe die Transportkette vom Lkw bis zur fertig verdichteten Schicht und begründe zwei Folgen eines unterbrochenen Einbautakts.
- Rechenfehler finden: Prüfe eine bewusst falsche Umrechnung von 4 cm zu 0,4 m in der Mengenermittlung und berechne die daraus resultierende Größenordnung des Fehlers.
- Gefährdungsszenario bewerten: Auf einem Modellplan kreuzt ein Fußweg die Zufahrt zur Mischgutübergabe; entwickle eine sichere Alternative und erläutere Rollen sowie Freigabepunkte.
- Soll-Ist-Transfer: Bewerte ein fiktives Protokoll ohne Temperaturquelle, Messbezug und Unterschrift; benenne fehlende Nachweise und erkläre, warum daraus keine Abnahme abgeleitet werden darf.
Lernnachweis
Ein vollständiger Lernnachweis besteht aus einer synthetischen Auftragsmappe zum Fall aus Kapitel 5, dem Rechenblatt mit allen Einheiten und Annahmen, einem mit Höhenbezug beschrifteten Plan, der begründeten Maschinen- und Ablaufwahl, einer Sicherheits-/Umweltcheckliste, einem anonymen beziehungsweise fiktiven Arbeitsprotokoll und einer schriftlichen Reflexion der Unsicherheiten. Das Bewertungsraster in Kapitel 5 umfasst 20 mögliche Lernpunkte. Die bearbeitende Person erklärt eine alternative Lösung für einen Transportausfall und benennt mindestens einen Stopppunkt, der Vorrang vor Termindruck hat.
Kompetenzgespräch: Erkläre in fünf Minuten, weshalb weder eine stimmige Materialrechnung noch ein digitales Dashboard den tatsächlichen Nachweis einer vertragsgerechten Schichtqualität ersetzen. Zeige, an welchen Stellen Herstellerfreigaben, geprüfte Mischgutdaten und verantwortliche Fachaufsicht benötigt werden. Feedback soll die Fachbegründung, transparente Unsicherheiten und sichere Entscheidungen würdigen, nicht das bloße Auswendiglernen von Sollzahlen.
OER und Wikipedia
Fachlich geprüfte öffentliche Quellen und Regelwerke (Recherche Oktober 2026):
- BIBB – Berufsprofil Baugeräteführer/Baugeräteführerin, Berufsbild, Ausbildungsdauer und Quellen zur aktuellen Ausbildungsordnung.
- Bundesrecht – BaugeräteFAusbV 1997, geltende Ausbildungsordnung mit Anlage; nicht als maschinenbezogene Betriebsanweisung verwenden.
- KMK-Rahmenlehrplan, historisches Lernfeld 14 „Führen von Baugeräten im Straßenbau“; Abgleich mit Landeslehrplan erforderlich.
- BAuA – ASR A5.2, Beschäftigtenschutz im Grenzbereich zum Straßenverkehr, Ausgabe 2018, formale Änderung 2022.
- FGSV – RSA 21, verkehrsrechtliche Absicherung, Ausgabe 2021; verbindliche Verkehrsführung ist nicht Sache ungeübter Lernender.
- DGUV Vorschrift 38 – Bauarbeiten, Geltung und aktuelle Fassung beim zuständigen Unfallversicherungsträger prüfen.
- DGUV Regel 101-003 – Bewegliche Straßenbaumaschinen, Ausgabe 2013; enthaltene alte Vorschriftenverweise mit neuer Vorschrift 38 abgleichen.
- DGUV Information 201-017 – Kippgefahr beim Walzen.
- FGSV – ZTV Asphalt-StB 26 Teil 1, FGSV – Teil 2 und FGSV – TL Asphalt-StB 26; Einführung, regionale Vorgaben und konkrete Vertragsfassung prüfen. Keine geschützten Normtexte werden übernommen.
- Verkehrsministerium BW – Asphaltintegrator-App, Praxisbezug zu Mengen, Einbauzeiten und Temperaturdaten.
- VÖGELE – Straßenfertiger, Herstellerinformationen zur Gerätewahl. Für den Betrieb gilt immer die aktuelle Anleitung des konkreten Gerätetyps.
Wikimedia Commons – geprüfte Bilddateien, Urheber und Lizenznachweise: Alle fünf Bilder sind im Lerntext unverändert eingebunden; eine etwaige Weiterbearbeitung wäre zusätzlich als solche zu kennzeichnen. Die Quellenverweise führen zu Dateiseiten mit Lizenztext.
| Verwendete Datei | Verifizierte Dateiseite | Urheber laut Commons | Lizenz und Link |
|---|---|---|---|
| File:Asphalt Paver for Road Asphalt Paving Odos Afstralias Rhodes 4 August 2025.jpg | Commons | Pjotr Mahhonin | CC BY-SA 4.0 |
| File:Asphalt Roller for Road Asphalt Paving Odos Afstralias Rhodes 4 August 2025.jpg | Commons | Pjotr Mahhonin | CC BY-SA 4.0 |
| File:Small concrete paver.jpg | Commons | Dw1975 | CC BY-SA 3.0 |
| File:Stringline for Concrete Paver.jpg | Commons | Estabiano | CC BY-SA 4.0 |
| File:SAKAI ER551F asphalt milling machine, in Tokyo 18.jpg | Commons | Syced | CC0 1.0 |
Videonachweise: Frischer Asphalt – Einbau mit Fertiger & Walze (Gottwald Tief- und Straßenbau GmbH, YouTube, 2025); Vollelektrisch einbauen und verdichten (Wirtgen Group/Vögele, 2026; bestätigter Projekt- und Videobeleg). Die Videos werden nur verlinkt/eingebettet; keine offene Weiterverwendungslizenz wird behauptet. Sie enthalten reale Baustellen und dürfen keine Unterweisung ersetzen.
Enzyklopädische Ergänzung: Der deutschsprachige Wikipedia-Artikel zum Asphaltfertiger erläutert Baugruppen und Verwendung; Aussagen über Sicherheit und Normstände mit den Originalquellen abgleichen.
OER-Arbeitsidee: Veröffentliche deine selbst erstellte, personenbezugsfreie schematische Querschnittszeichnung und das synthetische Mengenrechenblatt unter einer von dir zulässig gewählten offenen Lizenz mit Autor-, Quellen- und Versionsangabe. Übernimm keine geschützten Normtabellen, fremden Betriebsunterlagen oder realen Betriebsdaten.
Verknüpfte Lernbereiche
Übergreifende Projekte: (1) digitales Aufmaß mit fiktiven Punkten und Plausibilitätsprüfung, (2) Rollenspiel Maschinenführung–Einweisung–Bauleitung mit sicheren Stoppsignalen ohne aktive Maschine, (3) Material- und CO₂-Variantenvergleich mit offengelegten Annahmen, (4) gemeinsames Fehlerprotokoll aus einem vollständig simulierten Fertiger-Walzen-Takt.
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