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Teile und Zubehör beschaffen und lagern - Automobilkaufmann - LF 3

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Teile und Zubehör beschaffen und lagern - Automobilkaufmann - LF 3

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Einleitung

Du arbeitest im fiktiven Autohaus „Mobilwerk“ im ersten Ausbildungsjahr. Die Werkstatt benötigt zur richtigen Zeit passende Ersatzteile, zugleich darf das Lager nicht unnötig Kapital binden. In diesem aiMOOC bearbeitest du eine berufstypische Beschaffung vollständig: Bedarf prüfen, geeignete Teile und Lieferanten auswählen, wirtschaftlich bestellen, Wareneingang und Lagerung kontrollieren, Rechnungen buchen, Zahlungsbedingungen nutzen und bei Störungen reagieren. Alle Firmen, Artikelnummern, Preise und Auftragsdaten in den Beispielen sind erfunden.

Kompetenzziel: Du kannst einen Beschaffungsauftrag analysieren, einen Arbeitsplan erstellen, Fachentscheidungen rechnerisch und rechtlich begründen, die Bearbeitung prüfen und einen datensparsamen Vorgang dokumentieren. Grundlage ist Lernfeld 3 des KMK-Rahmenlehrplans für Automobilkaufleute (erstes Ausbildungsjahr, Zeitrichtwert 80 Unterrichtsstunden; KMK-Beschluss 16.09.2016, PDF-Seite 10). Verbindlich sind die aktuelle betriebliche Ausbildungsplanung, der jeweilige Landeslehrplan und die Vorgaben der zuständigen Industrie- und Handelskammer. Dieser Lernkurs ist weder ein amtlicher Lehrplanersatz noch ein Prüfungszulassungsnachweis.

Leitfrage: Welches Teil soll in welcher Menge, zu welchem Zeitpunkt und bei wem bestellt werden – und wie wird nachgewiesen, dass Bestellung, Lagerung und Bezahlung richtig waren?


Teilebedarf, Sortimentsqualität und Beschaffungsdaten


Die richtigen Teile für den richtigen Zweck

Im Autohaus verbindet die Materialwirtschaft Teileverkauf, Lager und Werkstatt. Originalteile stammen aus dem vom Fahrzeughersteller vermarkteten Teileprogramm. Qualitativ gleichwertige Teile können bei nachgewiesener Eignung eine Alternative sein; andere Teile können sich in Qualität, Eigenschaften, Passform oder Freigabe unterscheiden. Begriffe und vertragsrechtliche Beurteilung müssen im Einzelfall geklärt werden. Weder ein niedriger Preis noch eine ähnliche Abbildung beweisen, dass ein sicherheitsrelevantes Teil verwendet werden darf. Prüfe Artikelnummern, Modell- und Ausstattungszuordnung, Herstellerangaben, erforderliche Genehmigungen sowie nachvollziehbare Herkunft und Qualität. Insbesondere Bremsen, Hochvoltkomponenten und Rückhaltesysteme dürfen nur von entsprechend befugten Fachkräften beurteilt oder bearbeitet werden.

Abbildung: Unterschiedliche Belagmaterialien als Anlass für einen Qualitätstest anhand von Herstellerunterlagen – die Fotografie beweist keine Fahrzeugfreigabe. Bildnachweis und Lizenz im OER-Abschnitt.

Zubehör ergänzt oder individualisiert Fahrzeuge, etwa Fußmatten oder Dachträgersysteme. Prüfe auch hier Verwendbarkeit, Fahrzeugfreigabe, mögliche Montageauflagen und Anforderungen an Sicherheit, Entsorgung und Verpackung. Teilenummer, Lieferantennummer, Lagernummer und gegebenenfalls Charge sind verschiedene Merkmale und dürfen in einer Datenbank nicht verwechselt werden.


Bedarf ermitteln und Daten bewerten

Unterscheide Primärbedarf aus Kunden- oder Werkstattaufträgen von prognostiziertem Sekundärbedarf aus regelmäßigem Verbrauch. Im Warenwirtschaftssystem findest du aktuelle Bestände, bereits reservierte Mengen, offene Bestellungen, Verbrauchsdaten und die Bestellvorschlagsliste. Ein Vorschlag der Software ist keine Freigabe: Kontrolliere auffällige Mengen, Rückgaben, Fehlbuchungen, saisonale Nachfrage und Lieferzeiten. Für eine einfache Verfügbarkeitsprüfung gilt: frei verfügbar = körperlicher beziehungsweise verlässlich gebuchter Bestand minus verbindlich reservierte Menge. Bereits erwartete Wareneingänge müssen mit Liefertermin und Verlässlichkeit gesondert ausgewiesen werden; sie sind nicht automatisch heute verfügbar.

Eine ABC-Analyse unterscheidet wertmäßig bedeutende A-Teile von B- und C-Teilen; die XYZ-Analyse ordnet die Vorhersagbarkeit des Verbrauchs ein. Ein teures, selten benötigtes Steuergerät verlangt andere Vorratsentscheidungen als häufig verkaufte Innenraumfilter. Bei all diesen Analysen bleiben Lieferfähigkeit, Verkehrssicherheit, Reklamationsrisiken und Umweltfolgen wichtig.


Datenpflege und Informationssicherheit

Digitale Bestellvorschläge, Barcodeerfassung und elektronische Rechnungen reduzieren Übertragungsfehler, wenn Artikelstammdaten eindeutig gepflegt und Zugriffsrechte passend vergeben sind. Erfasse nur erforderliche Auftragsdaten, arbeite mit rollenbezogenen Konten, übertrage sensible Daten nicht in öffentliche Lernapps und dokumentiere Änderungen nachvollziehbar. Für alle Übungen nutzt du ausschließlich fiktive Lieferanten-, Artikel- und Belegdaten.


Lagerkennzahlen, Bestellmengen und Bestellzeitpunkte


Kennzahlen verständlich rechnen

Mindestbestand beziehungsweise Sicherheitsbestand ist eine geplante Reserve für Schwankungen, keine Garantie gegen Engpässe. Der Meldebestand löst beim Bestellpunktverfahren eine Neubeschaffung aus. In einem vereinfachten Modell gilt: Meldebestand = durchschnittlicher Tagesverbrauch × Wiederbeschaffungszeit + Sicherheitsbestand. Beispiel: 3 Filter pro Arbeitstag, 4 Arbeitstage Lieferzeit, 18 Filter Reserve ergeben 3 × 4 + 18 = 30 Filter. Falls offene Aufträge, zugesagte Eingänge oder ungewöhnlicher Verbrauch vorliegen, muss der tatsächliche Bestellpunkt entsprechend bewertet werden. Das Bestellrhythmusverfahren prüft dagegen in festgelegten Zeitabständen.

Durchschnittlicher Lagerbestand im vereinfachten gleichmäßigen Verbrauchsmodell = Bestellmenge ÷ 2 + Sicherheitsbestand. Bei 96 Stück pro Bestellung und 18 Stück Reserve sind das 48 + 18 = 66 Stück. Umschlagshäufigkeit = Jahresverbrauch ÷ durchschnittlicher Bestand; bei 720 ÷ 66 also etwa 10,91 Umläufe pro Jahr. Bei 240 zugrunde gelegten Arbeitstagen beträgt die durchschnittliche Lagerdauer 240 ÷ 10,91 ≈ 22 Arbeitstage. Kalenderjahre mit 360 Tagen führen zu einer anderen Tagesbasis. Der Lagerwert kann mit Einstandspreisen bestimmt werden: 66 × 20 € = 1.320 € mittlere Kapitalbindung im Modell. Niemals Stückzahlen mit Eurobeträgen ohne passende Einheit verrechnen.

Häufige Fehler: Reserve doppelt addieren, gesperrte oder reservierte Bestände als verfügbar behandeln, Nettowerte und Bruttowerte vermischen oder bei der durchschnittlichen Lagerdauer Kalendertage mit Arbeitstagen verwechseln.

Deutschsprachiges Lernvideo von „Bensch erklärt's“ zu Lagerbestand, Umschlag, Lagerdauer und Lagerzinsen; Videonachweis unten.


Die wirtschaftliche Bestellmenge

Eine zu kleine Bestellung erzeugt häufige bestellfixe Kosten; eine zu große verursacht Lagerhaltungskosten, Kapitalbindung und Veralterungsrisiken. Für konstanten Bedarf, konstante bestellfixe Kosten, gleichmäßigen Abgang, keine Mengenrabatte und konstante Lagerkosten pro Stück kann eine Andler-Modellrechnung als Entscheidungshilfe dienen. Die Modellformel in Worten lautet: Quadratwurzel aus (2 × Jahresbedarf × fixe Kosten je Bestellung ÷ jährliche Lagerhaltungskosten je Stück).

Rechenbeispiel: Jahresbedarf 720 Stück, feste Kosten pro Bestellung 24 €, Einstandspreis 20 € pro Stück, jährlicher Lagerhaltungskostensatz 20 %. Jährliche Lagerkosten pro Stück: 20 € × 0,20 = 4 €. Optimale Modellmenge: Wurzel aus (2 × 720 × 24 ÷ 4) = Wurzel aus 8.640 ≈ 93 Stück. Wenn ausschließlich Verpackungseinheiten zu je 12 Stück bestellbar sind, werden 84, 96 und 108 Stück bezüglich Lieferfähigkeit und Gesamtkosten verglichen; 96 Stück sind eine naheliegende praktikable Näherung, nicht eine mathematisch exakte Garantie. Bei 96 Stück sind die bestellfixen Jahreskosten 720 ÷ 96 × 24 € = 180 €; die von der Zyklusmenge abhängigen Lagerkosten betragen 96 ÷ 2 × 4 € = 192 €. Der unveränderte Sicherheitsbestand verursacht zusätzlich 18 × 4 € = 72 € modellierte Jahreslagerkosten, beeinflusst aber dieses vereinfachte Mengenoptimum nicht.

Berücksichtige vor der Freigabe auch Staffelpreise, Fracht, Mindestabnahmen, Produktlebensdauer, Rücksendungen, Platzbedarf und CO₂-Wirkung. Eine kleinste rechnerische Kostensumme ohne sichere Passform oder ausreichende Lieferzeit ist nicht die beste Entscheidung.

Deutschsprachiges Fachvideo von Christian Hakenes mit tabellarischer Herleitung, Andler-Formel und Modellgrenzen.


Bezugsquellen, Angebotsvergleich und Kaufvertrag


Bezugsquellen prüfen und fachgerecht anfragen

Mögliche Bezugsquellen sind Hersteller- beziehungsweise Vertragsorganisationen, freie Teilegroßhändler und spezialisierte Lieferanten. Dokumentiere nicht nur Preise, sondern auch die belegte Teileidentität, Verfügbarkeit, Lieferzeit, Lieferzuverlässigkeit, Transport, Rücknahmebedingungen, Verpackungsaufwand und Ansprechpartner im Betrieb. Eine Anfrage fordert ein Angebot an; sie ist regelmäßig noch keine verbindliche Bestellung. Eine Anfrage kann im ERP-System, per E-Mail oder auf anderen betrieblich freigegebenen Wegen erfolgen.

Beispiel für eine sachliche Anfrage: „Bitte bieten Sie 96 Innenraumfilter mit der fiktiven Artikelkennung IF-317 für unser Musterlager an. Nennen Sie Teilekompatibilität und Nachweise, Netto-Einzelpreis, Liefertermin, Fracht, Rücknahmebedingungen und Zahlungsziel.“ Eine kurze fremdsprachige Variante für den Einkauf: „Please quote 96 cabin air filters, fictional item IF-317, including compatibility documents, net unit price, freight, lead time and payment terms.“ Sende ausschließlich die nötigen sachlichen Daten, keine echten personenbezogenen Kundendaten.


Angebote nach Wert und Eignung vergleichen

Quantitative Kriterien lassen sich berechnen: Gesamtpreis, Bezugskosten, Skonto, Lieferkosten, Mindestmenge. Qualitative Kriterien müssen begründet bewertet werden: Passformnachweis, Verfügbarkeit, Qualitätssicherung, Reklamationsbearbeitung, Lieferzuverlässigkeit und ökologischer Aufwand. Eine gewichtete Punktbewertung ist hilfreich, darf aber zwingende Sicherheits- und Rechtsanforderungen nicht durch billige Preise „ausgleichen“.

Prüfkriterium Lieferant A Lieferant B
Fiktiver Netto-Stückpreis 20,00 € 19,60 €
Bestellmenge 96 Stück 96 Stück
Fracht netto je Lieferung 24,00 € 50,00 €
Einfache Lieferzeit 4 Arbeitstage 8 Arbeitstage
Teileunterlagen Zuordnung und Qualitätsnachweise vorhanden Zuordnung noch schriftlich zu bestätigen

Bei 96 Stück: A = 96 × 20,00 € + 24,00 € = 1.944,00 € netto; B = 96 × 19,60 € + 50,00 € = 1.931,60 € netto. B ist 12,40 € günstiger, aber langsamer und noch klärungsbedürftig. Die dokumentierte Auswahl darf daher auf A fallen, wenn die frühere verlässliche Anlieferung den Werkstattbedarf absichert und die Nachweise vorliegen. Für B wäre die fehlende technische Bestätigung vor einer Bestellung einzuholen.


Rechtswirksam handeln

Ein Kaufvertrag entsteht durch zueinander passende Willenserklärungen, typischerweise Angebot und Annahme. Kontrolliere die AGB vor Vertragsschluss auf wirksame Einbeziehung und die für den Einkauf relevanten Bedingungen. Nach § 433 BGB schuldet der Verkäufer die mangelfreie Übergabe und Eigentumsverschaffung, der Käufer Kaufpreiszahlung und Abnahme. Besitz ist die tatsächliche Sachherrschaft (§ 854 BGB); Eigentum ist die rechtliche Zuordnung und kann, etwa bei einem wirksamen Eigentumsvorbehalt, trotz Warenübergabe zunächst beim Verkäufer bleiben. Für bewegliche Sachen beschreibt § 929 BGB als Grundfall Einigung und Übergabe.

Nichtigkeit bedeutet, dass ein Geschäft rechtlich keine Wirksamkeit entfaltet, etwa bei einschlägigem gesetzlichem Formmangel oder Verbotsgesetz (§§ 125, 134 BGB). Anfechtbarkeit bedeutet, dass eine zunächst wirksame Erklärung bei Vorliegen eines gesetzlichen Anfechtungsgrunds und wirksamer Anfechtung rückwirkend beseitigt werden kann (beispielsweise §§ 119, 121, 142 BGB). Ein bloß unvorteilhafter Preis begründet nicht automatisch eine Anfechtung. Entscheidungen in echten Konfliktfällen gehören an befugte Vorgesetzte beziehungsweise die Rechtsabteilung.


Wareneingang, Lagerorganisation und nachhaltiger Arbeitsschutz


Wareneingang lückenlos dokumentieren

Arbeite mit einem prüfbaren Ablauf: Lieferung zuordnen; äußere Verpackung und mögliche Schäden beurteilen; Art, Teilenummer, Menge, sichtbare Beschaffenheit und Belege mit Bestellung und Lieferschein vergleichen; Abweichungen sofort sachlich sichern und melden; im ERP-System Wareneingang und Lagerplatz buchen; zulässige Ware freigeben. Bei ungeklärter Qualität bleibt Ware eindeutig gekennzeichnet und gesperrt. Der Wareneingang sollte mit Datum, Vorgangskennung, Prüferrolle, Artikeln und Ergebnis dokumentiert sein – hier immer mit Musterdaten.

Abbildung: Barcode-Lesegerät als Beispiel für digitale Identifikation. Ein Scan ersetzt weder eine Sichtprüfung noch den Abgleich der richtigen Artikelvariante.

Für beiderseitige Handelsgeschäfte ist die Untersuchungs- und Rügepflicht aus § 377 HGB bedeutsam: Soweit ordnungsgemäß möglich, ist die Ware unverzüglich zu untersuchen; erkennbare Mängel sind unverzüglich zu rügen, versteckte Mängel nach Entdeckung. „Unverzüglich“ bedeutet nicht pauschal eine starre Tageszahl. Fristen und Rechte stets für den konkreten Vertrag prüfen. Sichere Belege zur Klärung mit dem Lieferanten, nicht zur Veröffentlichung.


Einlagern: Ordnung, Rückverfolgbarkeit und Ergonomie

Feste Lagerplatzordnung ordnet einem Artikel einen Standort zu; chaotische Lagerhaltung vergibt freie geeignete Plätze und braucht zuverlässige digitale Platzbuchungen. FIFO bedeutet, dass ältere zuerst eingelagerte Ware zuerst entnommen wird; FEFO orientiert sich an einem relevanten früheren Ablaufdatum. Achte auf lesbare Etiketten, Hersteller-Lagerbedingungen, Chargen, Temperatur- oder Feuchtevorgaben, Beschädigungsschutz, stabile Regale und getrennte Lagerung unverträglicher Stoffe. Sperrbestände sind physisch oder organisatorisch von freigegebenen Beständen zu trennen.

Abbildung: Palettenregale illustrieren Traglast-, Kennzeichnungs- und Verkehrswegfragen; ein Lagerfoto ist kein Nachweis für regelgerechten Betrieb.

Abbildung: Durchlaufbahnen als Beispiel, wie Einlagerungs- und Entnahmeseite einen FIFO-Ablauf unterstützen können.

Arbeitsschutz: Regale und Ladungsträger werden nach Gefährdungsbeurteilung, Herstellerinformationen und der DGUV Information 208-061 sicher betrieben und geprüft. Keine eigenständige Arbeit mit Hochregalen, Flurförderzeugen, schweren Lasten, gefährlichen Stoffen oder Hochvoltteilen ohne Einweisung, Befugnis und Aufsicht. Lithium-Ionen-Batterien können besondere Brand- und Transportrisiken aufweisen; DGUV Information 205-041 und aktuelle betriebliche Vorgaben beachten. In Übungen ausschließlich leere Kartons, harmlose Modellteile und simulierte Buchungen verwenden; beschädigte Akkus nicht anfassen, laden oder transportieren, sondern fachkundiges Personal informieren.


Nachhaltigkeit und Datenschutz im Lager

Vermeide Überbestände, Abschreibungen und Einwegverpackung; untersuche nachweislich geeignete wiederverwendbare Teile, Mehrwegbehälter, gebündelte Transporte und fachgerechte Rücknahme. Umweltvorteile müssen gegen Verkehrs- und Werkstattsicherheit abgewogen werden. Digitale Prozesse helfen durch Bestandswarnungen und Rückverfolgbarkeit, brauchen aber Datenqualität, Zugriffsregelung und Datensparsamkeit. Sicherheits- und Herstellerangaben sowie geltende Entsorgungsregeln haben Vorrang vor einer vereinfachten „grünen“ Kostenbewertung.


Rechnungsprüfung, Zahlung, Leistungsstörungen und Praxisfall


Rechnung kontrollieren, Skonto und Buchungen verstehen

Vergleiche Bestellung – Lieferschein – Wareneingang – Rechnung (Vierfachabgleich). Prüfe Rechnungssteller, Rechnungsnummer, Datum, Mengen, Preise, Konditionen, ausgewiesene Umsatzsteuer und die gesetzlich notwendigen Pflichtangaben; elektronische Rechnungen nur über freigegebene Verfahren prüfen und archivieren. In Deutschland beträgt der Regelsteuersatz nach § 12 Abs. 1 UStG 19 %; Sonderfälle sind gesondert zu prüfen. Skonto ist ein vertraglich vereinbarter Nachlass bei rechtzeitiger Zahlung, Rabatt ein Preisnachlass nach vereinbarten Konditionen; beides darf nicht doppelt abgezogen werden.

Buchungsbeispiel mit Modell-Konten: Wareneinkauf 1.944,00 € netto plus Vorsteuer 369,36 € an Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 2.313,36 €. Vereinbarter Skonto: 2 % des gesamten Rechnungsbetrags bei Zahlung innerhalb von 10 Tagen (in diesem Übungsfall einschließlich Fracht). 2.313,36 € × 0,02 = 46,2672 €, kaufmännisch gerundet 46,27 €; Überweisung = 2.313,36 € − 46,27 € = 2.267,09 €. Die 46,27 € teilen sich in Netto-Minderung 1.944,00 € × 0,02 = 38,88 € und Vorsteuerkorrektur 369,36 € × 0,02 = 7,3872 € ≈ 7,39 €. Im vereinfachten Buchungsschema: Verbindlichkeiten 2.313,36 € an Bank 2.267,09 €, Wareneinkauf beziehungsweise Bestandskorrektur 38,88 € und Vorsteuer 7,39 €. Konto- und Buchungslogik hängen vom betrieblichen Kontenrahmen und Buchungsverfahren ab. Belege nachvollziehbar archivieren und Zahlung nur nach der betrieblichen Freigabe veranlassen.


Störungen bearbeiten statt verdecken

Eine Falschlieferung oder ein Sachmangel erfordert Belege, Bestands- beziehungsweise Zahlungssperre nach Lage des Falls, eine rechtzeitige sachliche Mängelanzeige und eine mit dem Lieferanten abgestimmte Lösung. § 434 BGB betrifft Sachmangelanforderungen; § 437 BGB verweist auf Käuferrechte wie Nacherfüllung und unter zusätzlichen Voraussetzungen Rücktritt, Minderung oder Schadensersatz. Bei verspäteter Lieferung sind vereinbarter Termin, Fälligkeit, gegebenenfalls Mahnung und Ausnahmen nach § 286 BGB zu prüfen; eine Kalenderfrist kann eine Mahnung entbehrlich machen. Setze nicht jede Verspätung mit automatisch eingetretenem Verzug gleich. Dokumentiere Folgen für den Werkstattauftrag und informiere zuständige Personen, ohne personenbezogene Details offen weiterzugeben.


Vollständig bearbeiteter Modellauftrag: Innenraumfilter IF-317

Auftragsanalyse: Das fiktive Autohaus muss einen regelmäßig benötigten, nach Katalogdaten geeigneten Innenraumfilter beschaffen. Der Jahresverbrauch beträgt 720 Stück bei 240 Arbeitstagen. Tatsächlich gebucht sind 34 Stück, davon sind 4 bereits reserviert. Der Lieferant A braucht 4 Arbeitstage. Als Sicherheitsbestand sind 18 Stück und als Versand- beziehungsweise Bestellfixkosten bei A 24 € je Bestellung vorgesehen. Einkaufspreis A: 20,00 € netto pro Stück; kalkulierter Lagerhaltungssatz: 20 % pro Jahr. Bestellbare Packungen enthalten je 12 Stück. Anbieter B verlangt 19,60 € netto pro Stück plus 50 € Fracht und liefert in 8 Arbeitstagen. Für B fehlt zunächst eine schriftliche Teilezuordnungsbestätigung. Beide Angebote und sämtliche Daten sind nur Muster.

Arbeitsplan mit prüfbarem Ergebnis:

Schritt Tätigkeit Abzugebender Nachweis
Auftragsklärung Passform- und Bestandsdaten mit Musterdokumenten prüfen Prüfprotokoll IF-317
Bedarfsrechnung Meldebestand, verfügbare Menge, Losgröße bestimmen Rechenblatt mit Einheiten
Lieferantenauswahl Netto-Bezugspreis, Lieferzeit, Qualität und Umweltaspekte vergleichen Bewertete Angebotsmatrix
Bestellung Freigabe einholen und Konditionen sauber bestätigen Musterbestellung mit Termin und Kennung
Wareneingang Art, Menge, Zustand, Lieferschein und Lagerplatz prüfen Muster-Wareneingangsprotokoll
Zahlung und Abschluss Rechnung prüfen, Skonto entscheiden, Buchung simulieren und Ergebnis bewerten Musterbuchungen und Reflexion

Musterlösung zur Auftragsbearbeitung (andere Zahlen als in den Selbsttests verwenden):

  1. Der tägliche Verbrauch beträgt 720 ÷ 240 = 3 Stück pro Arbeitstag. Freier Bestand: 34 − 4 = 30 Stück. Mit vier Tagen Lieferzeit ist der Meldebestand 3 × 4 + 18 = 30 Stück: Die Nachbestellung ist jetzt auszulösen.
  2. Das Mengenmodell ergibt jährliche Lagerkosten von 20 € × 20 % = 4 € je Stück. Andler-Näherung: Wurzel aus (2 × 720 × 24 ÷ 4) = 92,95 Stück. Mit 12er-Packungen und einem Vergleich praktikabler Packmengen wird 96 Stück gewählt. Ein Modell ersetzt keine Lieferfähigkeits- und Qualitätsprüfung.
  3. Angebot A kostet netto 1.944,00 €, Angebot B 1.931,60 €. A ist 12,40 € teurer, hat aber bestätigte Teileunterlagen und vier statt acht Arbeitstage Lieferzeit. Beim normalen Verbrauch bleiben bis A eintrifft voraussichtlich 30 − 3 × 4 = 18 verfügbare Stück, also genau der geplante Sicherheitsbestand. Bei B wären es nach acht Tagen nur 6 Stück. Lieferant A ist unter diesen Annahmen begründet vorzuziehen.
  4. Musterbestellung: „96 Stück Innenraumfilter IF-317 in 12er-Verpackungseinheiten, Stückpreis 20,00 € netto, einmalige Fracht 24,00 € netto, Lieferung binnen 4 Arbeitstagen, technischer Nachweis gemäß Angebot; 2 % Skonto bei Zahlung binnen 10 Tagen auf den gesamten Rechnungsbetrag einschließlich Fracht; Auftrag nur nach interner Freigabe.“ Bestellnummer, Termin und Kontakte sind fiktiv.
  5. Muster-Wareneingang: „Bestellkennung MW-IF317-M1; 8 Packungen × 12 = 96 Stück; richtige Musterkennung und Beschaffenheit geprüft; keine äußerlichen Schäden; Lagerplatz F-03, FIFO-Kennzeichnung und ERP-Buchung erledigt; freigegeben.“ Kommen nur 95 Stück oder beschädigte Teile an, wird die Abweichung sofort dokumentiert, die betroffene Menge nicht freigegeben und der Lieferant fristgerecht kontaktiert.
  6. Musterrechnung und Zahlung: 96 × 20 € + 24 € = 1.944,00 € netto; 19 % Umsatzsteuer = 369,36 €; Rechnungsbetrag = 2.313,36 €. Zwei Prozent Skonto auf den Gesamtbetrag sind gerundet 46,27 €; Bankzahlung innerhalb der vereinbarten Frist 2.267,09 €. Erster Buchungssatz: Wareneinkauf 1.944,00 € und Vorsteuer 369,36 € an Verbindlichkeiten 2.313,36 €. Zahlungsbuchung nach Freigabe: Verbindlichkeiten 2.313,36 € an Bank 2.267,09 €, Wareneinkaufs- beziehungsweise Bestandskorrektur 38,88 € und Vorsteuer 7,39 €.
  7. Kontrollvermerk: Lieferfähigkeit unter normalen Annahmen gesichert, technische Eignung geprüft, Rechnungs- und Zahlungsbeträge stimmig, keine echten Personen- oder Fahrzeugdaten verwendet. Risiko: Bei höherem Verbrauch, verzögertem Transport oder veränderten Herstellerfreigaben erneut planen. Nachhaltigkeitsoption: weniger Einzeltransporte, langlebige passende Teile und recyclingfähige Packmittel mit Lieferfähigkeit abwägen.

Bewertungsraster für deinen eigenen vollständig dokumentierten Auftrag:

Kriterium Vollständig erfüllt, wenn … Punkte
Bedarfsanalyse Artikelzuordnung, verfügbare Menge und Sicherheitsanforderungen korrekt geklärt 15
Rechenweg Meldebestand, Mengenmodell, Einheiten und Plausibilitätsprüfung nachvollziehbar 20
Angebote und Vertrag qualitative und quantitative Auswahl begründet, rechtliche Konditionen korrekt 20
Wareneingang und Lager Prüfschritte, Reklamationsweg, Lagerplatz und Arbeitsschutz dokumentiert 15
Rechnung, Zahlung, Buchung Nettobetrag, Steuer, Skonto, Buchung und Freigabe richtig 20
Nachhaltigkeit und Reflexion Umwelt-, Digital- und Datenschutzfragen sowie Fehlerfolgen abgewogen 10
Gesamt Nachweis: Muster-Beschaffungsakte mit sechs Bestandteilen 100

Rückmeldung: 90–100 Punkte = sicher und vollständig; 75–89 = kleine begründbare Korrekturen; 60–74 = wesentliche Nacharbeit in einzelnen Prozessschritten; unter 60 = gesamte Akte anhand der Kriterien überarbeiten. Ein Sicherheits- oder Datenschutzverstoß wird unabhängig von der Punktzahl vor jeder praktischen Nutzung geklärt. Prüfe insbesondere Einheiten, Rundungen, technische Nachweise und Dokumentationskette.


Interaktive Aufgaben

Beantworte jede Frage zunächst selbst. Im Multiple-Choice-Block steht die systemseitig erkannte richtige Antwort technisch an erster Stelle; nutze die Aufgabenansicht zur Selbstkontrolle und nicht den Quelltext als Lösungsliste. Bei Fehlern wiederhole den zugehörigen Fachabschnitt und begründe deine Korrektur in eigenen Worten.


Quiz: Teste dein Wissen

Was ist bei der Auswahl eines sicherheitsrelevanten Ersatzteils vorrangig? (Die nachgewiesene Eignung für das konkrete Fahrzeug und die Herstelleranforderungen) (!Der niedrigste verfügbare Einzelpreis) (!Die auffälligste Produktverpackung) (!Die kürzeste Artikelnummer)




Welche Menge ist bei 25 gebuchten und 7 reservierten Stück zunächst frei verfügbar? (18 Stück) (!25 Stück) (!32 Stück) (!7 Stück)




Wie groß ist der Meldebestand bei 4 Stück Tagesverbrauch, 5 Arbeitstagen Lieferzeit und 10 Stück Reserve? (30 Stück) (!20 Stück) (!14 Stück) (!50 Stück)




Wozu dient die wirtschaftliche Bestellmengenrechnung? (Zur Abwägung von Bestellfixkosten und lagerabhängigen Kosten) (!Zur automatischen Prüfung jeder Fahrzeugfreigabe) (!Zur Bestimmung der gesetzlichen Umsatzsteuer) (!Zur Ersetzung der Wareneingangskontrolle)




Welche Aussage beschreibt den qualitativen Angebotsvergleich? (Er bewertet etwa Zuverlässigkeit, Eignungsnachweise und Reklamationsservice) (!Er betrachtet ausschließlich den Rechnungsendbetrag) (!Er ersetzt die Prüfung der passenden Teilenummer) (!Er verlangt immer das Angebot mit dem längsten Lieferweg)




Was unterscheidet Besitz grundsätzlich von Eigentum? (Besitz meint die tatsächliche Sachherrschaft und Eigentum die rechtliche Zuordnung) (!Besitz und Eigentum sind stets identisch) (!Eigentum entsteht immer allein durch Bezahlung) (!Besitz setzt zwingend eine Rechnung voraus)




Was ist bei einer erkannten Falschlieferung im Handelsgeschäft besonders wichtig? (Abweichung dokumentieren und den Lieferanten unverzüglich informieren) (!Die fehlerhafte Ware kommentarlos freigeben) (!Die Falschlieferung in einer öffentlichen App veröffentlichen) (!Den Wareneingang unabhängig von der Menge bestätigen)




Welches Prinzip entnimmt bei passendem Lagergut zuerst ältere Zugänge? (FIFO) (!LIFO ohne weitere Prüfung) (!Zufällige Entnahme) (!Nur nach Packungsfarbe sortieren)




Wie hoch ist bei 500 Euro netto und 19 Prozent Regelumsatzsteuer der Bruttobetrag? (595 Euro) (!519 Euro) (!581 Euro) (!405 Euro)




Welche Verbesserung ist wirtschaftlich und nachhaltig begründet? (Bestand bedarfsgerecht steuern und gebündelte Lieferungen auf Eignung und Verfügbarkeit prüfen) (!Alle Teile unabhängig von der Nachfrage unbegrenzt einlagern) (!Aus Kostengründen Sicherheitsregeln beim Heben ignorieren) (!Produktfreigaben bei langen Transportwegen auslassen)





Memory

Verbinde einen Fachbegriff mit seiner passenden Erklärung.

Meldebestand Bestandsschwelle, bei der eine Bestellentscheidung ausgelöst wird
Sicherheitsbestand Eingeplante Reserve gegen Verbrauchs- oder Lieferschwankungen
Skonto Vereinbarter Preisnachlass für fristgerechte Zahlung
Lieferschein Beleg mit Angaben zur tatsächlich gelieferten Ware
Eigentumsvorbehalt Vereinbarung, nach der die rechtliche Zuordnung bis zur Bedingung beim Verkäufer bleiben kann
Umschlagshäufigkeit Verhältnis von Jahresverbrauch zum durchschnittlichen Bestand





Drag-and-drop

Ordne jedem Arbeitsschritt den passenden Zweck zu. Der Text in beiden Spalten besteht aus zusammengehörigen Begriffen.

Passender Arbeitsschritt Wozu wird er benötigt?
Artikelidentität prüfen Fahrzeugbezogene Eignung sicherstellen
Angebotsmatrix erstellen Lieferanten nachvollziehbar vergleichen
Wareneingang sperren Ungeklärte Ware vor Freigabe schützen
Skontofrist überwachen Vertragliche Zahlungsvorteile nutzen
Lagerplatz buchen Teile später zuverlässig auffinden





Kreuzworträtsel

Gesucht ist jeweils genau ein einzelnes Fachwort.

Anfrage Unverbindliche Bitte um Mitteilung von Liefer- und Preisbedingungen
Fracht Kostenart für die Beförderung einer Lieferung
Lagerplatz Eindeutiger Standort einer Ware im Lager
Inventur Körperliche oder zulässige buchmäßige Ermittlung von Beständen
Skonto Abzug vom Rechnungsbetrag bei vereinbarter schneller Zahlung
Lieferschein Dokument zur Kontrolle von Art und Menge der Lieferung





LearningApps

Die externe Suchoberfläche zeigt thematisch passende Übungen, sofern verfügbar; prüfe Qualität und Rechte der einzelnen Treffer. Keine echten Betriebs- oder Kundendaten eingeben.


Lückentext

Ergänze die Fachbegriffe und Zahlen anhand des Fachtextes. Pro Satz ist genau eine Lücke vorgesehen.

Ergänze den Text zur Teilebeschaffung.
Vor dem Einkauf vergleicht das Autohaus Artikelkennungen und prüft die

.
Ein Bestand, der schon für Werkstattaufträge gebunden ist, heißt

.
Die Reserve gegen ungeplante Lieferschwankungen nennt sich

.
Der durch Tagesbedarf und Lieferzeit bestimmte Auslösewert heißt

.
Bei dauerhaft gleichmäßigem Verbrauch beschreibt die

den jährlichen Bestandswechsel.
Vor der Bestellung werden quantitative und

Angebotskriterien getrennt bewertet.
Ein Beleg über tatsächlich gelieferte Positionen ist der

.
Für die zeitliche Warenentnahme eignet sich häufig das Prinzip

.
Ein vertraglicher Abzug für rasche Zahlung heißt

.
Eine erkennbare mangelhafte Lieferung ist im einschlägigen Handelsgeschäft rechtzeitig zu

.
Alle Buchungen müssen durch geeignete

nachvollziehbar bleiben.
Bei gefährlichen Komponenten übergibst du die Bearbeitung einer

.



Offene Aufgaben

Bearbeite jede Aufgabe mit fiktiven Daten. Für digitale Ergebnisse genügen lokale Texte, Tabellen, Skizzen oder selbst erstellte Grafiken. Setze körperliche Lagerarbeiten nur unter betrieblicher Freigabe und fachkundiger Aufsicht um; sonst arbeite mit Papierkartons oder einer Simulation.


Leicht

  1. Ersatzteil: Beschreibe anhand zweier Musterartikel die Unterschiede zwischen Originalteil, belegbar gleichwertigem Teil und ungesicherter Alternative; formuliere drei Prüffragen.
  2. Bedarfsermittlung: Erstelle für fünf fiktive Artikel eine Liste aus Bestand, Reservierungen, offenen Bestellungen und verfügbarer Menge; kennzeichne fehlende Daten.
  3. Lieferant: Schreibe eine kurze formelle deutsche Anfrage und eine englische Nachfrage zu Lieferzeit und Kompatibilität für einen Musterfilter.
  4. Wareneingang: Zeichne ein Prüfschema mit fünf Stationen vom Lieferschein bis zur Lagerbuchung und markiere einen Sperrpunkt bei Mängeln.


Standard

  1. Meldebestand: Berechne für drei Mustergüter mit verschiedenen Tagesverbräuchen, Lieferzeiten und Sicherheitsbeständen den Meldebestand; erläutere die Annahmen.
  2. Angebotsvergleich: Erstelle eine Tabelle für zwei fiktive Lieferanten einschließlich Netto-Bezugspreis, Lieferzeit, Nachweisen, Verpackung und begründeter Entscheidung.
  3. Lagerhaltung: Plane in einer Skizze feste und dynamische Lagerplätze, FIFO-Wege und eine sichere Sperrzone; bewerte die jeweiligen Grenzen.
  4. Rechnungsprüfung: Prüfe eine selbst erstellte Musterrechnung mit Netto, 19 Prozent Umsatzsteuer, zwei Prozent vereinbartem Skonto und dokumentiere den Buchungsvorschlag.


Schwer

  1. Optimale Bestellmenge: Entwickle eine Tabellenkalkulation zum Vergleich von 60, 90, 120 und 150 Stück je Bestellung mit frei erfundenen konsistenten Kostendaten; begründe das Minimum und die Grenzen des Modells.
  2. Kaufvertrag: Entwerfe eine Fallakte zu Falschlieferung und verspäteter Lieferung mit § 377 HGB, § 434 BGB und § 286 BGB; unterscheide jeweils Voraussetzungen und mögliche Maßnahmen ohne echte Daten.
  3. Nachhaltige Logistik: Vergleiche für denselben Bedarf monatliche Einzeltransporte und konsolidierte Lieferungen; bewerte Kosten, Verpackung, CO₂-Risiken, Lieferfähigkeit und Teilealterung in einer begründeten Matrix.
  4. Beschaffungsprozess: Produziere ein kurzes Screencast-Storyboard mit erfundenen Daten, in dem du eine vollständige Beschaffungsakte vorführst; prüfe sie selbst anhand des 100-Punkte-Rasters.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Beschaffungsplanung: Eine unerwartete Reservierung reduziert deinen verfügbaren Bestand unter den Meldebestand. Erläutere, welche Datensätze du kontrollierst, bevor du bestellst.
  2. Lagerkennzahl: Stelle dar, weshalb geringe durchschnittliche Lagerbestände und hohe Lieferbereitschaft in Konflikt geraten können; gib eine rechnerisch prüfbare Maßnahme an.
  3. Lieferantenauswahl: Begründe an einem Zahlenbeispiel, weshalb das billigste Angebot trotz gleicher Teileart nicht die beste Wahl sein muss.
  4. Reklamation: Entwickle für eine sichtbar beschädigte Lieferung einen sachlichen Ablauf einschließlich Fristprüfung, Meldung, Sperre und Dokumentation.
  5. Buchführung: Erkläre anhand einer korrekten Rechnung, wie Skonto den Zahlungsbetrag und die Vorsteuer im üblichen Übungsfall verändert, ohne Netto und Brutto zu vermischen.
  6. Arbeits- und Umweltschutz: Entscheide begründet, welche Lagerhandlungen im ersten Ausbildungsjahr eigenständig simuliert und welche nur befugte Fachkräfte praktisch ausführen dürfen.




Lernnachweis

Abzugeben ist eine vollständige, anonymisierte Muster-Beschaffungsakte für einen eigenen Artikel und eigene konsistente Zahlen. Sie enthält (1) eine analysierte Auftragslage und einen Arbeitsplan, (2) prüfbare Bestands-, Meldebestands- und Bestellmengenrechnungen, (3) eine begründete Angebotsmatrix und eine Musterbestellung, (4) ein Wareneingangs- und Lagerprotokoll, (5) eine Rechnungs-, Skonto- und Buchungsprüfung sowie (6) eine Risiko-, Nachhaltigkeits- und Datenschutzreflexion. Ein weiterer Lernnachweis ist die verständliche mündliche Erklärung, warum eine Rechnung, Lieferung oder Teilezuordnung geprüft und gegebenenfalls gesperrt werden musste.

Rückmeldeverfahren: Prüfe jedes Teilprodukt anhand des 100-Punkte-Rasters im Praxisfall. Markiere in einer zweiten Farbe eigene Korrekturen, ergänze Quelle und Datum rechtlicher oder technischer Hinweise und erläutere deinen überarbeiteten Entscheidungsgang. Bei unklarer Lagergefahr nur eine digitale Modellsimulation durchführen. Lehrkraft und Ausbilderin beziehungsweise Ausbilder können das Raster an betriebliche Kriterien anpassen; es ersetzt keine zuständige Prüfung.




OER und Wikipedia

Amtliche und berufsbezogene Ausgangsquellen, geprüft am 22. Oktober 2026:

  1. KMK, Rahmenlehrplan Automobilkaufmann/Automobilkauffrau, PDF-Seite 10: Lernfeld 3, 80 Stunden.
  2. BIBB, Berufsprofil Automobilkaufleute und Verweis auf die Ausbildungsordnung.
  3. Ausbildungsrahmenplan zur AutoKflAusbV, besonders Teile und Zubehör organisieren.
  4. BGB § 433, § 434, § 437, § 286, § 119, § 125, § 134, § 854, § 929 sowie HGB § 377 und UStG § 12. Rechtstexte werden verlinkt, nicht vervielfältigt.
  5. DGUV Information 208-061, Lagereinrichtungen und Ladungsträger, aktualisierte Fassung 2024 und DGUV Information 205-041, Brandschutz bei Lithium-Ionen-Batterien, 2024.
  6. OER-Video Bestellpunktverfahren von Andreas Ott / mebis Tube, über HubbS, CC BY-SA 4.0, ergänzend Landesbildungsserver Baden-Württemberg, Lehrplanübersicht Automobilkaufleute. Beachte den jeweils gültigen Landeslehrplan.

Einordnung: Das nachstehende Wikipedia-Lesefenster liefert ergänzende Grundlagen der Materialwirtschaft, ersetzt aber weder KMK-Inhalte noch Rechts-, Hersteller- oder DGUV-Angaben.

Nachweise zu den verwendeten Wikimedia-Commons-Bildern: Alle folgenden Dateinamen wurden auf ihren Commons-Dateiseiten überprüft. Die Darstellungen stammen aus unterschiedlichen Kontexten; sie zeigen Prinzipien und keine geprüfte Freigabe für einen konkreten Kfz-Artikel. Keine Bildbearbeitung erfolgt.

Verwendete Datei Geprüfte Dateiseite Urheber Ausgewiesene Lizenz
File:Brake_pad.jpg Commons: Brake pad A7N8X CC BY-SA 3.0
File:Bar code scanner.jpg Commons: Bar code scanner Ayonitemi22 CC BY-SA 4.0
File:Modern warehouse with pallet rack storage system.jpg Commons: Palettenregal-Lager Axisadman CC BY-SA 3.0
File:Carton Flow Lanes.jpg Commons: Carton Flow Lanes Markj52 CC BY-SA 3.0

Videonachweise: Die deutschsprachigen YouTube-Videodatensätze wurden über Titel, Kanal und Beschreibung identifiziert. Eine freie Weiterverwendungslizenz ist nicht nachgewiesen; der Kurs verlinkt beziehungsweise bettet nur den originalen YouTube-Player ein, kopiert keine Videos.

Videoeinbettung Herkunft Urheber/Kanal Rechtehinweis
https://www.youtube.com/watch?v=zr7Chf-06bk Lagerkennzahlen Teil 2, 09.03.2023 Bensch erklärt's – Wirtschaft einfach verstehen Plattformvideo, keine offene Lizenz bestätigt
https://www.youtube.com/watch?v=FprJ4qjsOwg Optimale Bestellmenge, 19.05.2022 Christian Hakenes Plattformvideo, keine offene Lizenz bestätigt

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Verknüpfte Lernbereiche

Die Beschaffung verbindet Betriebswirtschaftslehre, Kaufrecht, Warenwirtschaftssystem, Lagerlogistik, Rechnungswesen, Datenschutz, Arbeitssicherheit und Nachhaltigkeit. Das anschließende Lernfeld 4 vertieft den kundenorientierten Verkauf von Teilen und Zubehör; der vorliegende Kurs behandelt die vorgelagerten Beschaffungs- und Lagerprozesse.


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