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Praxisauftrag und Kompetenzcheck - Anlagenmechaniker SHK - 1. Ausbildungsjahr

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Praxisauftrag und Kompetenzcheck - Anlagenmechaniker SHK - 1. Ausbildungsjahr

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Einleitung

In der Ausbildung zum Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik bearbeitest du Aufträge nicht nur mit Werkzeugen, sondern mit technischem Verständnis, Sicherheit, guter Planung, Kontrolle und Kommunikation. Dieser Kurs verknüpft im 1. Ausbildungsjahr vier berufliche Lernfelder: LF 1 Bauelemente mit handgeführten Werkzeugen fertigen; LF 2 Bauelemente mit Maschinen fertigen; LF 3 Baugruppen herstellen und montieren; LF 4 technische Systeme instand halten. Du lernst die sechs Phasen der vollständigen beruflichen Handlung: Informieren – Planen – Entscheiden – Ausführen – Kontrollieren – Bewerten.

Durchgehender Praxisauftrag: Ein fiktiver Auftraggeber wünscht für eine Ausbildungspräsentation ein druckloses Anschauungsmodell einer einfachen Kaltwasser-Leitungsführung auf einer Platte mit vier Rohrstücken, drei Modell-Fittings, zwei Haltern und einer simulierten Fehlerstelle. Es wird weder an Trinkwasser, Gas, Strom, Heizung noch Kältemittel angeschlossen. Es handelt sich nicht um eine verwendbare Gebäudeinstallation oder einen Druckprüfstand. Alle Tätigkeiten an Werkzeugen und Maschinen erfolgen ausschließlich nach Gefährdungsbeurteilung, Unterweisung und Freigabe unter befugter Aufsicht; als vollständig auswertbare sichere Alternative ist ein Modell aus Karton, Papierrohren und vorgefertigten Bauteilen vorgesehen.

Dein Lernziel: Einen berufstypischen Auftrag analysieren, einen begründeten Arbeitsplan samt Berechnungen erstellen, sicher ausführen beziehungsweise fachlich korrekt simulieren, ein nachprüfbares Ergebnis bewerten und dokumentieren. Die Ausbildung zum SHK-Anlagenmechaniker dauert laut BIBB-Berufsprofil 42 Monate. Die geltende SHK-Ausbildungsverordnung und der Ausbildungsrahmenplan sind als Rahmen zu berücksichtigen. Für den konkreten Einsatz gelten zusätzlich der betriebliche Ausbildungsplan, der zuständige Landeslehrplan und die Regeln der Kammer. Der Kurs vermittelt keine behördliche oder amtliche Prüfungszulassung.


Auftragsklärung und sichere Arbeitsorganisation


Kundenauftrag, Sollzustand und prüfbares Ergebnis

Ausgangsauftrag, vollständig erfunden: „Entwickeln Sie eine mobile Demonstrationsplatte von 600 × 400 mm mit vier beschrifteten Leitungsabschnitten. Drei gut sichtbare Verbindungsteile und zwei Halter sollen eingebaut werden. Das Modell muss eine Fehlersuche ermöglichen und anhand einer Stückliste sowie eines Prüfprotokolls erklärt werden können.“ Du klärst zuerst Zweck, Maße, Material, Zeitrahmen, Schnittstellen, Transportrisiken und Zuständigkeiten. Eine Anforderung beschreibt einen überprüfbaren Sollzustand. Istzustand nennt dagegen den vorgefundenen oder gemessenen Zustand. Schnittstelle meint die Übergabe von Informationen oder Material, beispielsweise vom Lager zur Werkstatt oder von der Fertigung zur Qualitätsprüfung.

Die Anforderungen lauten: Platte 600 × 400 mm, vier Rohrstücke mit vorgegebenen Fertigmaßen, drei erkennbare Modell-Fittings, zwei befestigte Halter, die Beschriftungen „Quelle“ und „Verbraucher“ als rein symbolische Markierungen, eine austauschbare Fehlerkarte und eine vollständige Auftragsmappe. Für die vier Stücklängen wird hier nur didaktisch eine Toleranz von ±2 mm vereinbart. Diese ist keine DIN-Toleranz und keine Regel für echte Rohrinstallationen.

Frage fachlich nach: Werden Einstecktiefen der Fittings berücksichtigt? Welcher Werkstoff ist zulässig? Muss etwas tatsächlich dicht sein? Kann die Montage ohne druckführende Flüssigkeit demonstriert werden? Die begründete Entscheidung ist hier eine trockene, nicht druckfeste Modellbaugruppe. Echte Gebäudeinstallationen haben andere Abnahmekriterien und Pflichten; die folgenden Übungsmaße dürfen dafür nicht übernommen werden.


Gefährdungen vor der Fertigung beurteilen

Gefährdung bezeichnet eine mögliche Quelle einer Verletzung oder Schädigung; eine Schutzmaßnahme reduziert das Risiko. In der Werkstatt sind insbesondere scharfe Kanten, Schneiden, Späne, Lärm, rotierende Werkzeuge, Stolperstellen, Quetschpunkte und schlecht gesicherte Werkstücke zu prüfen. Arbeitsmittel nur bestimmungsgemäß verwenden, Zustand kontrollieren, Werkstücke sicher spannen und Schutzmaßnahmen nach den aktuellen Betriebsanweisungen festlegen. Geeigneter Augenschutz, Absaugung oder Gehörschutz ergeben sich aus der Gefährdungsbeurteilung. Bei rotierenden Werkzeugen keine ungeeigneten Handschuhe oder lose Kleidung in Einzugsnähe; lange Haare sichern.

Maschinenarbeit setzt Unterweisung, geeignete Geräte und Freigabe der verantwortlichen Fachkraft voraus. Eingriffe an Gas-, Strom-, Kälte-, Heiz- und Trinkwasseranlagen sind nicht Bestandteil dieses Lernauftrags. Unbekannte Leitungen, unter Druck stehende Verbindungen oder elektrische Komponenten niemals probeweise lösen. In echten Anlagen müssen Freischaltung, Druckfreiheit, Absperrung, Hygiene, Schutz gegen Wiederanlauf und Berechtigungen fachlich geklärt werden.

Sichere vollständige Alternative: Verwende Pappstreifen, ungefährliche Scheren nach Einweisung, Papierrohre, Klettpunkte und eine vorgebohrte Platte. Erkläre die Maschinenentscheidung an einem Foto oder einer Zeichnung statt die Maschine zu starten. Diese Alternative ermöglicht das Planen, Messen, Zuordnen, Prüfen und Dokumentieren ohne Maschinen- oder Druckgefährdung.

Quelle: DGUV: Sicher arbeiten mit Handwerkzeugen, 2025 und DGUV Information 209-001, Arbeiten mit Handwerkzeugen. Ergänzend gelten betriebliche Unterweisungen, die Betriebssicherheitsverordnung und konkrete Herstelleranweisungen.

Deutschsprachiges Berufsvideo: Der ZVSHK zeigt Tätigkeiten und Einblicke in die Ausbildung; der Film ist kein Ersatz für eine Sicherheitsunterweisung. Quelle und Rechte: ZVSHK, Deine Ausbildung zum Anlagenmechaniker SHK, 2025; Einbettung von YouTube, keine freie Nachnutzung behauptet.


Technische Planung, Materialfluss und Fachrechnen


Zeichnung, Werkstoff und Stückliste

Eine Stückliste führt Bauteile, Mengen, Bezeichnungen und gegebenenfalls Lagerorte auf. Ein Fitting ist ein Verbindungs- oder Formstück für Leitungen. Fertigmaß ist das nach der Bearbeitung geforderte Maß. Schnittverlust ist die beim Trennen verlorene Werkstofflänge; Reststück bezeichnet das danach verbleibende Material. Anreißen überträgt ein Maß auf ein Werkstück. Bei echten Rohrsystemen sind Einstecktiefen, Rohraußendurchmesser, Materialverträglichkeit, Herstellermontagevorgaben und aktuelle technische Regeln verbindlich. Im Modell dienen die genannten Längen nur der Übung.

Teil des Übungsmodells Stückzahl Funktion
Rohrstück mit Fertigmaß 340 mm 1 Leitungsverlauf
Rohrstück mit Fertigmaß 260 mm 1 Leitungsverlauf
Rohrstück mit Fertigmaß 180 mm 1 Leitungsverlauf
Rohrstück mit Fertigmaß 220 mm 1 Leitungsverlauf
Kompatible Modell-Fittings 3 Steckbare Verbindungen
Modellhalter 2 Befestigung an Grundplatte
Grundplatte 600 × 400 mm 1 Träger
Fehlerkarte, Beschriftung und Prüfblatt je 1 Satz Diagnose und Übergabe

Rohrbogen als geometrische Anschauung, nicht als Fertigungsmaßzeichnung: Olivier Cleynen, Wikimedia Commons, CC0 1.0.


Vollständig durchgerechneter Zuschnittplan

Die vier Übungsteile messen zusammen 340 + 260 + 180 + 220 = 1.000 mm = 1,00 m. Vorrätig sind zwei Rohlinge zu je 600 mm, zusammen 1.200 mm. Wir nehmen für diese fiktive Rechnung einen Schnittverlust von 2 mm pro Schnitt und vier Schnitte an; das Werkzeug im Betrieb kann einen anderen realen Verlust haben.

Rohling A: 340 mm + 220 mm + 2 × 2 mm Schnittverlust = 564 mm. Verbleibendes Reststück: 600 − 564 = 36 mm.

Rohling B: 260 mm + 180 mm + 2 × 2 mm Schnittverlust = 444 mm. Verbleibendes Reststück: 600 − 444 = 156 mm.

Kontrolle: 1.000 mm Fertigteile + 8 mm Schnittverluste + 192 mm Reststücke = 1.200 mm Rohmaterial. Die reale Schnittreihenfolge und Spannmöglichkeit sind vor einer Fertigung zusätzlich zu prüfen.

Fiktive Materialpreise: Modellrohr 1,20 m × 3,20 €/m = 3,84 €; drei Modell-Fittings × 1,25 € = 3,75 €; zwei Halter × 0,70 € = 1,40 €; Grundplatte 6,00 €; Beschriftung 0,80 €. Materialsumme: 15,79 €. Ohne Lohn, Nebenkosten und Steuern ist das nur eine Lernkalkulation, kein Angebot an Kunden. Zeitplanung: Klären 15 min + Planen 20 min + sichere Fertigung oder Simulation 25 min + Montage 20 min + Kontrolle 10 min + Übergabe 10 min = 100 min.

Materialfluss: Lagerprüfung → Entnahme → Zuschnitt → Nachbearbeitung → Montage → Reststofftrennung. Informationsfluss: Auftrag → Zeichnung → Freigabe → Stückliste → Prüfprotokoll → Übergabe. Typische Fehler sind falsche Einheiten, doppelt berechnete Verluste, Verwechslung von Rohling und Fertigteil, vergessene Fittings und ungesicherte Weitergabe alter Zeichnungsstände.

Messschieber als Beispiel für ein Messmittel: Jeremyida002, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0. Messbereich und Ablesegenauigkeit sind am verwendeten Gerät zu kontrollieren.


Bauelemente mit Handwerkzeugen und Maschinen fertigen


LF 1: Handgeführte Werkzeuge

Geeignete Handwerkzeuge für Ausbildungsaufgaben sind beispielsweise Lineal, Messschieber, Anreißwerkzeug, Handsäge, geeigneter Rohrabschneider, Feile und Entgrater. Entgraten entfernt scharfe Kanten an bearbeiteten Enden und unterstützt das sichere Handhaben sowie eine geeignete Passung. Es ersetzt keine Herstellerfreigabe und keine Bauteilprüfung. Nicht jedes Rohr darf mit jedem Rohrabschneider bearbeitet werden.

Werkstattablauf unter befugter Aufsicht: Rohling identifizieren → Zeichnung und Einheit kontrollieren → Schnittstelle anreißen → Spannmittel und Werkzeug prüfen → ausschließlich nach Freigabe trennen → Kante entsprechend Werkstoff und Vorgaben nachbearbeiten → Fertigmaß messen → Stück eindeutig kennzeichnen. Für die Pappalternative entstehen entsprechend bemessene Papierstreifen beziehungsweise gerollte Pappteile; ihre Maße sind ebenso zu prüfen.

Rohrabschneider als Werkzeugbeispiel: toolstop, Wikimedia Commons, CC BY 2.0. Die Dateiseite dokumentiert eine Flickr-Lizenzprüfung; keine universelle Werkstoffzulassung daraus ableiten.

Häufige Fehler: Ein Maß vom falschen Anschlag ablesen; nicht rechtwinklig trennen; die Schnittbreite vergessen; scharfkantige Enden belassen; ein nicht passendes Werkzeug wählen. Du stoppst den Vorgang und klärst die Ursache, statt eine fehlerhafte Verbindung mit zusätzlicher Kraft zu erzwingen.


LF 2: Maschinenverfahren sicher beurteilen

In der Platte können zwei Aufnahmebohrungen für die Halter vorgesehen werden. Drehzahl beschreibt Umdrehungen je Zeit, Vorschub die Bewegung des Werkzeugs in das Material. Ein pauschaler Drehzahlwert wäre unfachlich, weil Durchmesser, Werkzeug, Material und Maschinenanweisung entscheidend sind. Vor jeder Maschinenarbeit erfolgen Prüfung der Schutzeinrichtungen, sicherer Aufspannung, geeigneter Einstellungen und ausdrücklicher Freigabe. Die tatsächliche Arbeit erfolgt nur unter befugter Aufsicht. Beschädigte Geräte oder unsichere Werkstücke werden nicht verwendet.

Die sichere Modellalternative nutzt eine vorgebohrte Trägerplatte oder Klettpunkte. Zeichne dennoch Spannstellen, Werkzeugrichtung, Gefahrenbereich und Messkontrolle ein. So kannst du die fachliche Auswahl eines Maschinenverfahrens erläutern, ohne eine gefährliche Handlung selbst vorzunehmen.


Baugruppe montieren und Qualität prüfen


LF 3: Aus Einzelteilen ein überprüfbares Modell erstellen

Eine Baugruppe verbindet Einzelteile für eine gemeinsame technische Funktion. Lege alle vier Modellrohre, drei Fittings und zwei Halter vor der Montage aus. Vergleiche die Teile mit Zeichnung und Stückliste; prüfe sichtbare Schäden. Positioniere die Modellrohre nach Skizze, stecke die vom Modellhersteller vorgesehenen Verbindungen zusammen, befestige die Halter und kennzeichne den symbolischen Verlauf mit „Quelle“ und „Verbraucher“. Die Markierungen sind nur Lehrzeichen, keine Aussage über den zulässigen Betriebszustand.

Anschauliche Darstellung eines Rohr-Formstücks: Pablo Perez, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0. Kein Montagedetail für ein bestimmtes Herstellersystem.

Wichtige Grenze: Pressen, Schweißen, Löten, Gewindeschneiden und Druckprüfungen an realen Versorgungsleitungen gehören nicht zur selbstständigen Modellaufgabe. Für echte Trinkwasserinstallationen sind unter anderem hygienische Anforderungen und fachliche Berechtigungen relevant. DVGW erläutert Zuständigkeiten und Trinkwasserhygiene, VDI 6023 befasst sich mit Hygiene bei Planung, Errichtung und Betrieb. Vor einem echten Auftrag sind die aktuellen Fassungen der einschlägigen Normen, etwa DIN EN 806, DIN 1988 und DIN EN 1717, zu prüfen. Der Kurs reproduziert keine urheberrechtlich geschützten Normtexte.

Herstellerbeispiel: Viega: Pressverbindungssysteme und Nachweise. Diese Herstellerdarstellung zeigt, warum Kompatibilität, Freigaben und genaue Verarbeitungsvorgaben wichtig sind; sie ist keine allgemeine Montageanweisung für das Lehrmodell.


Soll-Ist-Prüfung und Prüfprotokoll

Prüfmerkmal Sollvorgabe im Modell Nachweis
Einzelmaße 340 / 260 / 180 / 220 mm mit jeweils ±2 mm Übungstoleranz Istlängen mit Einheit eintragen
Modellteile 4 Rohrstücke, 3 Fittings, 2 Halter Abhaken nach Stückliste
Halter und Verbindungen Sichtbar zugeordnet, transportfähig und ohne gefährliche Kanten Sichtprüfung ohne Druck
Beschriftung Quelle, Verbraucher und Fehlerposition erkennbar Sichtprüfung
Sicherheitsgrenzen Ohne Versorgungsanschluss, Gas, Netzspannung und Druck Status „nur Übungsmodell“
Dokumentation Plan, Rechnung, Prüfergebnisse und Übergabenotiz Vollständigkeitsprüfung

Prüffall A: Sollmaß 260 mm, Istmaß 261 mm: Abweichung 261 − 260 = +1 mm; im didaktischen Bereich ±2 mm. Prüffall B: Sollmaß 220 mm, Istmaß 224 mm: Abweichung +4 mm; außerhalb des vereinbarten Bereichs. B wird gesperrt und erst nach fachlich freigegebener Korrektur erneut beurteilt. Eine Abweichung ist zu dokumentieren und darf nicht durch geschönte Werte verschwinden.

Video – Trinkwasser-Installation verstehen: BDEW und Umweltbundesamt erklären Grenzen und Verantwortlichkeiten von Trinkwasseranlagen. BDEW-Quellenseite beschreibt den deutschsprachigen Film als offen für den Bildungsbereich nutzbar, ohne dass hier weitere nicht dokumentierte Lizenzrechte behauptet werden.


Instandhaltung, Fehlerdiagnose und Übergabe


LF 4: Fehler erkennen statt gefährliche Versuche durchführen

Inspektion stellt den Zustand fest, Wartung soll die Funktionsfähigkeit erhalten und Instandsetzung stellt sie nach einem Fehler wieder her. Eine Prüfung untersucht, ob bestimmte Anforderungen erfüllt sind; die genaue Vorgehensweise richtet sich nach System und verbindlichen Regeln. In diesem Lernauftrag ist nur die Sichtprüfung einer trockenen Modellbaugruppe vorgesehen. Bei realen Anlagen müssen unter anderem Gefährdungsbeurteilung, gegebenenfalls Druckfreiheit und die Befugnis qualifizierter Fachkräfte gesichert sein.

Übungsstörung: Eine Fachkraft legt verdeckt eine Karte „Halter locker“, „Fitting verwechselt“ oder „Einzellänge über der Modelltoleranz“ aus. Du beschreibst zuerst das Symptom, dann mindestens zwei Hypothesen, wählst ein gefahrloses Prüfmerkmal, vergleichst Zeichnung und Istzustand, begründest die wahrscheinlichste Ursache und schlägst eine genehmigte Korrektur vor. Nach der Maßnahme wird die Sichtprüfung wiederholt und dokumentiert.

Durchgespielte Diagnose: Das 220-mm-Modellteil misst 224 mm. Das ist eine Abweichung von +4 mm. Denkbare Ursachen sind ein falsch übertragener Riss, eine Verwechslung des Teils oder eine Messung ab falschem Anschlag. Die Messung allein beweist keine dieser Ursachen. Prüfe Markierung, Bauteilkennung und Messanschlag. Erst danach legst du die Ursache fest, sperrst das Teil und entscheidest mit der Fachkraft über Neuherstellung oder zulässige Nacharbeit.


Kundenkommunikation, Datenschutz und Ressourcenschutz

Eine fachliche Übergabe nennt Leistung, Ergebnis, Prüfgrundlage, Abweichungen und Betriebsgrenzen. Beispiel: „Die vier Modellabschnitte sind gekennzeichnet. Ein fehlerhaftes Stück wurde nach Messprüfung ausgetauscht. Die Baugruppe ist eine trockene Übungsinstallation, keine für Druck oder Trinkwasser freigegebene Leitung.“ Verwende keine echten Kundennamen, Adressen, Schülerdaten, betrieblichen Zugangsdaten oder ungeschützten Fotos. Digitale Zeichnungen und Prüfblätter erhalten Versionsstand und eindeutige Dateinamen, aber nur erfundene Projektdaten.

Bei der Nachhaltigkeitsprüfung sortierst du Restmaterial nach Werkstoff, vermeidest Überbestellungen, prüfst die Wiederverwendbarkeit geeigneter Reststücke und vergleichst die Folgen von Nacharbeit mit guter Erstmessung. Bei professionellen Anlagen tragen korrekte Hygiene, geringe Leckagen und Wartung zum Ressourcen- und Gesundheitsschutz bei.

Vollständige Handlung zusammengefasst:

  1. Informieren: Auftrag, Schnittstellen und Gefährdungen aufnehmen.
  2. Planen: Zeichnung, Stückliste, Zeit und Prüfkriterien entwickeln.
  3. Entscheiden: Werkzeugwahl und sichere Variante mit Fachkraft abstimmen.
  4. Ausführen: Werkstück unter Aufsicht fertigen oder vollständig simulieren und montieren.
  5. Kontrollieren: Maße, Vollständigkeit, Fehler und Sicherheit prüfen.
  6. Bewerten: Ergebnis kommunizieren, Abweichungen bewerten und Verbesserungen ableiten.


Bewertungsraster zum praktischen Jahresauftrag

Dieses Raster umfasst 100 Unterrichtspunkte und ist keine offizielle Gesellenprüfung. Bei Sicherheitsverstößen wird die Durchführung unabhängig von der erreichten Punktzahl gestoppt. Die fachlich verantwortliche Person muss die Fortsetzung erlauben.

Prüfkriterium Maximalpunkte Nachweis voller Zielerreichung
Sicherheit und sichere Alternativhandlung 25 Risiken erkannt, Freigabe beachtet, keine verbotene Praxis
Analyse und Arbeitsplanung 15 präzise Anforderungen, vollständiger Ablauf, Informationsfluss
Stückliste und Fachrechnen 15 Längen, Verschnitt und Kosten mit Einheiten richtig
Hand- und Maschinenverfahren 15 geeignete Werkzeuge, Verfahren und Schutzmaßnahmen begründet
Montage der Modellbaugruppe 10 Bauteile vollständig, passend und beschriftet
Qualitätskontrolle und Fehleranalyse 10 Ist-Soll-Vergleich, begründete Diagnose und erneute Prüfung
Übergabe, Dokumentation und Nachhaltigkeit 10 vollständiges Prüfblatt, sachlicher Bericht, Ressourcenschutz
Gesamt 100 Transparente, nichtamtliche Lernbewertung

Rückmeldung: „erfüllt“, „teilweise erfüllt“ oder „noch nicht nachgewiesen“ jeweils durch konkrete Zeichnung, Messwerte, Modellteile oder einen begründeten Prüfschritt belegen. Verbesserungsvorschläge müssen ausführbar und sicher sein

Interaktive Aufgaben


Multiple-Choice: Fachkompetenz prüfen

Was ist für die reale Verwendung der Übungsbaugruppe zulässig? (Nur die drucklose Demonstration ohne Anschluss an Versorgungsanlagen) (!Ein kurzer Anschluss an die Trinkwasserinstallation) (!Eine Druckprüfung mit unbekanntem Prüfgerät) (!Der Anschluss an eine Gasleitung zur Funktionskontrolle)




Welche Summe haben die vier Fertigmaße 340 mm, 260 mm, 180 mm und 220 mm? (1000 mm) (!980 mm) (!1080 mm) (!1200 mm)




Welches Dokument enthält Bauteilbezeichnungen und Stückzahlen? (Die Stückliste) (!Die alleinige Übergabenotiz) (!Die Gefährdungsanzeige) (!Die Rechnung über Arbeitsstunden)




Warum ist Entgraten nach dem Trennen wichtig? (Scharfe oder störende Kanten werden entfernt) (!Jeder Rohrdurchmesser wird dadurch automatisch genormt) (!Eine anschließende Sichtprüfung ist unnötig) (!Die Zeichnung wird dadurch ersetzt)




Was muss vor der Nutzung einer Bohrmaschine am Übungswerkstück geklärt sein? (Unterweisung und Freigabe sowie sichere Aufspannung) (!Das Werkstück muss während des Bohrens frei gehalten werden) (!Schutzeinrichtungen sind zur besseren Sicht abzubauen) (!Die maximale Drehzahl ist immer zu verwenden)




Wie groß ist die Maßabweichung bei Sollmaß 260 mm und Istmaß 261 mm? (Plus 1 mm) (!Minus 1 mm) (!Plus 10 mm) (!Null Millimeter)




Wie ist ein Istmaß von 224 mm bei Sollmaß 220 mm und Modelltoleranz plus oder minus 2 mm zu beurteilen? (Außerhalb der vereinbarten Modelltoleranz) (!Genau an der oberen Modelltoleranz) (!Immer normgerecht für Trinkwasserleitungen) (!Ohne weitere Dokumentation automatisch zulässig)




Welche Hauptaufgabe hat eine Inspektion? (Den technischen Istzustand feststellen) (!Eine Reparatur unter Betriebsdruck durchführen) (!Einen Kundenauftrag ausschließlich kalkulieren) (!Jede Wartung ohne Kontrolle ersetzen)




Wie lang sind die beiden Reststücke des Zuschnittbeispiels zusammen? (192 mm) (!156 mm) (!200 mm) (!8 mm)




Was ist eine fachlich korrekte Übergabe des Modells? (Messwerte und Grenzen der drucklosen Nutzung erklären) (!Die reale Druckfestigkeit ohne Test bestätigen) (!Fehler aus dem Prüfprotokoll entfernen) (!Echte Kundendaten als öffentliches Muster verwenden)






Memory: Fachwörter und Erklärungen

Finde in der interaktiven Zuordnung die passenden Fachwörter.

Sollzustand Vereinbarte Anforderung an das Arbeitsergebnis
Istmaß Am Bauteil tatsächlich gemessener Wert
Anreißen Bearbeitungsposition am Werkstück markieren
Entgraten Scharfe Kanten nach dem Trennen entfernen
Fitting Form- oder Verbindungsstück einer Leitung
Instandsetzung Funktionsfähigkeit nach einem Schaden wiederherstellen





Drag-and-drop: Arbeitsschritte und Dokumente

Ordne dem Zweck das richtige Textfeld zu.

Fachbegriff Zugeordneter Zweck
Auftragsblatt Kundenanforderungen eindeutig festhalten
Zuschnittplan Fertigmaße und Schnittverluste auf Rohlinge verteilen
Stückliste Benötigte Mengen und Materialien zusammenstellen
Prüfprotokoll Soll und Ist samt Abweichungen dokumentieren
Übergabenotiz Prüfergebnis und sichere Nutzungsgrenzen mitteilen





Kreuzworträtsel: Werkstattpraxis

Anreißen Wie heißt das Kennzeichnen einer Schnitt- oder Bohrstelle auf dem Werkstück?
Entgraten Wie heißt das Entfernen von scharfen Kanten nach einer Bearbeitung?
Fitting Wie heißt ein einzelnes Formstück zum Verbinden von Rohrabschnitten?
Messschieber Welches Gerät eignet sich zum Messen von Außen- und Innenmaßen?
Stückliste In welchem Dokument stehen Art und Anzahl der Bauteile?
Inspektion Welcher Fachbegriff bezeichnet die Zustandsfeststellung?





LearningApps

Die externe Themensuche ermöglicht zusätzliche fachbezogene Zuordnungsübungen; sie ist keine als geprüft ausgegebene einzelne Lern-App.


Lückentext: Prüfung und Montage

Ergänze die fachlich richtigen Begriffe.
Eine Liste aller benötigten Teile mit Mengenangaben ist die

.
Das geforderte Bauteilmaß heißt

.
Das tatsächlich gemessene Maß heißt

.
Eine geplante Schnittstelle wird durch

gekennzeichnet.
Scharfe Kanten werden durch

entfernt.
Mehrere passend verbundene Bauteile ergeben eine

.
Eine Zustandsfeststellung heißt

.
Eine Wiederherstellung der Funktion nach einem Schaden heißt

.
Der beim Trennen verlorene Werkstoffanteil heißt

.
Der dokumentierte Vergleich von Soll und Ist gehört in das

.



Offene Aufgaben


Leicht

  1. Auftragsklärung: Formuliere fünf überprüfbare Anforderungen an den fiktiven Auftrag sowie zwei sichere Grenzen der Modellverwendung.
  2. Technisches Zeichnen: Zeichne eine 600 × 400 mm große Modellplatte im Maßstab 1 zu 5 und trage die vier Fertiglängen und Beschriftungen ein.
  3. Stückliste: Erfasse alle benötigten Modell-Bauteile in einer Tabelle mit Menge, Werkstoff und Funktion.
  4. Längenmessung: Miss vier Papierstreifen oder zugelassene Übungsteile, protokolliere Soll und Ist in mm und begründe die Toleranzentscheidung.


Standard

  1. Arbeitsvorbereitung: Erstelle einen Arbeitsplan mit Freigabepunkten für Handwerkzeug und Maschinen, Sicherheit und Qualitätskontrollen.
  2. Materialbedarf: Berechne die beiden Zuschnittpläne mit Schnittverlust, Reststücken und Materialkosten aus dem Praxisfall vollständig nach.
  3. Montage: Erstelle unter zulässiger Aufsicht ein druckloses Anschauungsmodell oder eine gleichwertige Pappversion; zeige die Lage der vier Teile und drei Fittings.
  4. Qualitätssicherung: Entwickle ein Prüfprotokoll mit sechs Merkmalen und dokumentiere eine simulierte Abweichung mit Korrekturvorschlag.


Schwer

  1. Fehleranalyse: Untersuche eine verdeckte Fehlerkarte systematisch durch Symptom, zwei Ursachenhypothesen, Prüfschritt, Befund und Nachkontrolle.
  2. Kundenkommunikation: Formuliere eine fiktive Übergabe mit Prüfergebnissen, Nutzungsgrenzen, Materialpreis und transparent beschriebenen Mängeln.
  3. Prozessoptimierung: Vergleiche zwei sichere Fertigungs- oder Simulationsabläufe nach Zeit, Verschnitt und Fehleranfälligkeit und entscheide begründet.
  4. Nachhaltigkeit: Erstelle eine digitale, datensparsame Auftragsmappe mit Version, Materialfluss, Reststoffkonzept, Prüfblatt und Reflexion ohne echte Personen- oder Betriebsdaten.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Fachrechnen: Belege mit Rechnung, dass vier Fertiglängen und vier Schnittverluste aus zwei 600-mm-Rohlingen entstehen können; bestimme die verbliebenen Reststücke.
  2. Maßtoleranz: Ein 220-mm-Teil misst 224 mm. Stelle die Abweichung fest, beurteile die Übungstoleranz und leite eine sichere Maßnahme ab.
  3. Gefährdungsbeurteilung: Vergleiche eine beaufsichtigte Maschinenbearbeitung und eine vorgebohrte Pappalternative nach Risiken, Freigaben und Kompetenznachweisen.
  4. Fehlersuche: Eine Verbindung am trockenen Modell ist falsch zugeordnet. Entwickle eine sichere, logisch begründete Diagnose bis zur Nachkontrolle.
  5. Materialfluss: Im Lager fehlt ein Modell-Fitting. Erkläre Auswirkungen auf Termin, Arbeitsplan, Stückliste, Kommunikation und Abnahme.
  6. Berufstransfer: Begründe, weshalb Modelltoleranzen, didaktische Kosten und fiktive Prüfverfahren für reale Trinkwasseranlagen nicht automatisch zulässig sind; beziehe Hersteller, Normen und Fachbetriebe ein.

Hinweis zur fachlichen Rückmeldung: Überprüfe bei jeder Antwort Annahmen, Einheiten, fachliche Begründung, Prüfmerkmal, Sicherheitsgrenze und einen geeigneten Verbesserungsschritt. Die richtigen Multiple-Choice-Optionen werden nicht zusätzlich außerhalb der Aufgaben offengelegt.




Lernnachweis

Als konkreten Kompetenznachweis gibst du eine anonymisierte, fiktive SHK-Auftragsmappe ab. Sie enthält: 1. Auftragsanalyse mit Abnahmekriterien; 2. bemaßte Zeichnung; 3. Stückliste und Mengen-/Kostenrechnung; 4. Sicherheitsentscheidung einschließlich Modellalternative; 5. Arbeitsplan mit Hand- und Maschinenverfahren; 6. druckloses Modell, Foto ohne Menschen oder vollständige Zeichnungssimulation; 7. Soll-Ist-Messblatt; 8. begründete Fehleranalyse mit erneuter Prüfung; 9. fachliche Übergabenotiz; 10. kurze Reflexion zu Qualität, Material und Zusammenarbeit.

Die Bewertungsgrundlage ist das 100-Punkte-Raster aus dem fünften Kapitel. Du kannst die Kriterien auch vollständig als Simulation nachweisen, wenn die praktische Bearbeitung mangels Freigabe nicht zulässig ist. Entscheidend sind überprüfbare Aussagen, nicht riskante Eigenversuche. Eine Bestätigung durch diesen Kurs ersetzt weder betriebliches Berichtsheft noch Ausbildungsnachweise, Prüfung oder Kammerentscheidung.




OER und Wikipedia

Fachquellen, geprüft im Oktober 2026:

  1. BIBB: Anlagenmechaniker SHK – Beruf und Ausbildungsrahmenplan.
  2. SHKAMAusbV – amtlich bereitgestellter Text der Ausbildungsordnung.
  3. DGUV: Sichere Handwerkzeuge, 2025 und DGUV Information 209-001.
  4. DVGW: Trinkwasserinstallation und VDI 6023 – Hygiene und Verantwortung; relevante DIN-Regelwerke nur benannt, nicht abgeschrieben.
  5. Viega: Herstellersysteme und Pressverbindungen – Herstellerinformation, keine Freigabe für fremde Systeme.
  6. BDEW/UBA: Trinkwasser-Erklärfilm.

Medienprovenienz und Bildlizenzen:

Datei Überprüfte Fundstelle Urheber Rechtehinweis
File:Pipe bend schematic.svg Wikimedia Commons Olivier Cleynen CC0 1.0
File:Vernier Caliper.jpg Wikimedia Commons Jeremyida002 CC BY-SA 4.0
File:Ridgid Pipe Cutter.jpg Wikimedia Commons toolstop CC BY 2.0
File:Pipe Fitting.png Wikimedia Commons Pablo Perez CC BY-SA 3.0

Alle vier Commons-Dateiseiten wurden zu Dateiname, Motiv, Autor und Lizenz geprüft. Namensnennung und gegebenenfalls Weitergabe unter gleichen Lizenzbedingungen gelten bei Bearbeitung oder weiterer Verbreitung.

Videos und Rechte: ZVSHK: Ausbildung zum Anlagenmechaniker SHK, 2025, Urheber ZVSHK, über YouTube eingebettet, keine CC-Lizenz behauptet. Trinkwasser Installation, Erklärfilm BDEW/Umweltbundesamt; BDEW beschreibt ihn als offen im Unterricht nutzbar, weitergehende konkrete Bedingungen sind beim Anbieter zu klären. Videoeinbettung ist keine eigene Nachnutzungslizenz.

Wikipedia als nichtnormative Ergänzung: Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik. Ältere Angaben sind immer mit BIBB und gültigen Rechtsgrundlagen abzugleichen.



Verknüpfte Lernbereiche

Vier Lernfelder in einem Projekt: LF 1 betrifft Handwerkzeuge und Maße; LF 2 die fachlich begründete Maschinenbearbeitung; LF 3 Baugruppen und Montagequalität; LF 4 Inspektion, Fehlerbehebung und erneute Prüfung. Fachrechnen, Kundenkommunikation, Materialfluss und digitale Dokumentation begleiten sämtliche Arbeitsschritte.


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Jahresprojekt „Vom Auftrag zur überprüften SHK-Modellbaugruppe“: Bearbeite den fiktiven Auftrag in vollständiger Handlung, präsentiere deine bemaßte Modelllösung und erkläre einen sicheren simulierten Fehler samt Diagnose. Das Projekt kann als druckloses Modell oder als vollständig dokumentierte Papier- beziehungsweise digitale Simulation realisiert werden. Die ausbildende Fachkraft entscheidet, ob zusätzliche Werkstatttätigkeiten nach betrieblichem Ausbildungsplan zulässig sind. Es werden keine echten Kunden-, Schüler- oder Betriebsdaten veröffentlicht. Kammer, Ausbildungsordnung und Landeslehrplan bleiben für die tatsächliche Ausbildung maßgeblich.



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