Kundenanforderungen für eine Logistiklösung klären - Logistikprojekt und Kundenlösung - Ausbildung
Kundenanforderungen für eine Logistiklösung klären - Logistikprojekt und Kundenlösung - Ausbildung
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Einleitung
Du arbeitest im vollständig fiktiven Ausbildungsbetrieb Alpenbogen Logistik GmbH. Die ebenfalls erfundene Lichtwerk Süd GmbH bittet um ein Angebot für die wöchentliche Belieferung von acht Filialen. Deine Aufgabe ist nicht, sofort einen Preis zu nennen: Du klärst systematisch Bedarf, Lieferfähigkeit, Kosten, Nachweise und mögliche Zielkonflikte. Am Ende liegt ein überprüfbares Pflichtenheft samt begründetem Lösungsvorschlag vor.
Lernziele: Du kannst im Kundengespräch offene und geschlossene Fragen gezielt einsetzen, Muss- und Wunschkriterien trennen, Mengen und Kapazitäten mit Einheiten berechnen, Transportalternativen wirtschaftlich vergleichen, messbare Servicekennzahlen definieren und ein transparentes Kundenangebot präsentieren.
Fachlicher Rahmen: Die Berufsschule arbeitet mit dem KMK-Rahmenlehrplan vom 30.04.2004, insbesondere den Lernfeldern 12 (Beschaffungslogistik), 13 (Distributionslogistik), 14 (Marketingmaßnahmen) und 15 (wirtschaftliche Rahmenbedingungen), jeweils drittes Ausbildungsjahr. Die betriebliche Ausbildung richtet sich hingegen nach der Verordnung vom 26.07.2004 in der Fassung der Änderung vom 25.05.2009 und ihrem Ausbildungsrahmenplan. Schulisches Lernfeld und betriebliche Ausbildungsordnung sind verschiedene, abgestimmte Ordnungsmittel. KMK-Rahmenlehrplan und Ausbildungsordnung.
Sicherheit und Verantwortung: Der Fall nutzt ausschließlich Modellzahlen und erfundene Unternehmen. Es werden keine echten Kundendaten benötigt. Be- und Entladung, Flurförderzeuge und Ladungssicherung werden hier nur geplant; reale Durchführung erfolgt ausschließlich nach betrieblichen Vorgaben durch qualifiziertes Personal beziehungsweise unter fachlicher Aufsicht. Der Kurs verleiht keine Befähigungsnachweise und ersetzt keine fachliche oder rechtliche Freigabe.
Der Kundenauftrag und das strukturierte Erstgespräch
Was der Kunde wirklich benötigt
Ein Kundenwunsch ist eine erste Aussage, eine Anforderung ist eine daraus abgeleitete, prüfbare Bedingung. „Bitte zuverlässig liefern“ ist noch unpräzise. „Jede Filiale erhält donnerstags zwischen 08:00 und 16:00 Uhr drei vollständige Paletten“ lässt sich kontrollieren. Frage nach Warenart, Sendungsfrequenz, Empfängern, Abholzeit, Zeitfenstern, Abmessungen, Masse, Verpackung, Datenschnittstellen, Haftungs- und Schadensabwicklung, Nachhaltigkeit und Budget. Kläre außerdem, wer Entscheidungen trifft und welche Punkte noch unbestätigt sind.
Fiktive Anfrage: Acht Filialen im Inland erhalten wöchentlich je drei Europaletten mit ungefährlichen, nicht temperaturgeführten Leuchten in Originalkartons. Eine beladene Palette misst 1,20 m × 0,80 m × 1,25 m und hat 600 kg Bruttomasse. Die Abholung in Ulm erfolgt mittwochs zwischen 09:00 und 12:00 Uhr, die Anlieferung jeweils donnerstags 08:00–16:00 Uhr, spätestens 48 Stunden nach Abholung. Der Kunde wünscht Sendungsverfolgung, elektronischen Ablieferbeleg, nachvollziehbare Abweichungsmeldungen und geringe Transportkosten. Diese Daten sind Übungsannahmen, keine echten Ausschreibungsbedingungen.
Fragetechnik, Dokumentation und Zielkonflikte
Beginne offen: „Welche Folgen hat eine verspätete Filialbelieferung?“ Frage dann konkret: „Ist das Donnerstag-Zeitfenster zwingend?“ Prüfe Verständnis durch Zusammenfassen: „Wir halten acht Ziele, 24 Paletten pro Woche und einen gemeinsamen Zustelltag fest; stimmt das?“ Halte Antworten, offene Punkte, Verantwortliche und Änderungsstand in einem Anforderungskatalog fest. Unterscheide Muss-Kriterien (ohne deren Erfüllung kein geeignetes Angebot) von Soll-Kriterien (wertvolle Verbesserungen). Ein niedriger Preis kann dem Wunsch nach besonders engen Zeitfenstern widersprechen: Mache solche Abwägungen sichtbar.
| Kategorie | Frage an den Kunden | Vereinbarter Modellwert | Nachweis |
|---|---|---|---|
| Menge | Wie viele Ladeeinheiten? | 24 Paletten je Woche | Auftragsdatensatz |
| Zeit | Bis wann und in welchem Fenster? | Donnerstag 08:00–16:00 Uhr | Zeitstempel des Zustellereignisses |
| Qualität | Wie viel Liefertreue? | Mindestens 96 % OTIF im Auswertungszeitraum | KPI-Bericht |
| Transparenz | Wie bestätigen Sie Empfang? | Elektronischer Abliefernachweis je Zustellung | Eindeutige Belegreferenz |
| Datenschutz | Welche Daten sind nötig? | Minimale Empfänger- und Statusdaten | Rollen- und Löschkonzept |

Bild: Paletten im Lager als Anschauung einer Ladeeinheit; Foto von Heb, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0. Dieses Foto zeigt nicht die fiktiven Unternehmen.
Mengengerüst und Prozessplanung
Einheiten statt Bauchgefühl
Es ergeben sich 8 Filialen × 3 Paletten/Filiale = 24 Paletten/Woche. Die wöchentliche Bruttomasse beträgt 24 Paletten × 600 kg/Palette = 14.400 kg = 14,4 t. Eine Palettenstellfläche misst 1,20 m × 0,80 m = 0,96 m²; ohne Gänge oder Abstände ergeben 24 Stellflächen theoretisch 23,04 m². Der geometrische Ladeeinheiten-Rauminhalt beträgt 1,20 m × 0,80 m × 1,25 m = 1,20 m³ je Palette, zusammen 28,80 m³. Stellfläche oder Volumen belegen nicht automatisch, dass die Ladung in ein konkretes Fahrzeug passt: Nutzlast, Achslasten, Ladungssicherung, Fahrzeugmaße und zulässige Stapelung müssen Fachleute im Betrieb gesondert prüfen.
Die Entwurfsvariante mit zwei Direktfahrten à zwölf Paletten bewegt rechnerisch 2 × 12 = 24 Paletten. Je Fahrt wären bei der angenommenen gleichmäßigen Zuordnung 12 × 600 kg = 7.200 kg vorgesehen. Dies ist lediglich ein Kapazitätsbedarf, keine Freigabe für einen bestimmten Lkw oder eine bestimmte Beladung.
Vom Auftrag zum Leistungsversprechen
Ein Prozessdiagramm verbindet Auftragseingang, Kapazitätsprüfung, Abholung, Scan, Umschlag oder Direktfahrt, Filialzustellung und Ablieferbeleg. Eine Schnittstelle ist eine Übergabe von Ware oder Information zwischen Beteiligten. Jede Schnittstelle braucht eine klare Zuständigkeit und einen dokumentierten Status. Bei Störungen wird die Filiale informiert und der Vorfall mit Ursache, nächstem Schritt und Bearbeitungszeit erfasst.
Prüffrage: Wenn die Abholung am Mittwoch um 12:00 Uhr abgeschlossen und die Zustellung am Donnerstag um 16:00 Uhr erfolgt, liegen 28 Stunden dazwischen. Das erfüllt zwar die angenommene 48-Stunden-Grenze, jedoch nur dann auch das Zeitfenster, wenn das Fahrzeug tatsächlich bis Donnerstag 16:00 Uhr ankommt. Rechne Zeitpunkte stets getrennt von der vereinbarten Servicegrenze nach.

Bild: Regallager zur Diskussion von Lagerprozessen; Axisadman, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0.
Hörbeispiel: – Geräusch eines Flurförderzeugs, Work With Sounds / Werstas, CC BY 4.0. Beschreibe, welche betrieblichen Abstimmungen nötig sind; leite aus dem Ton niemals einen sicheren Arbeitsablauf ab.
Lernvideo (deutsch): „Supply Chain Management Beispiel – einfach erklärt“, Studyflix (15.12.2017). Das Fremdvideo erläutert den Güterfluss entlang der Lieferkette; es ersetzt nicht die konkreten betrieblichen Prüfungen.
Logistikalternativen fachlich vergleichen
Direktverkehr und Systemverkehr
Variante A – Direktverkehr: Zwei modellhafte Touren mit je zwölf Paletten, wenig Umschlag, aber höherem Planungsaufwand bei mehreren Filialstopps. Variante B – Stückgut-/Systemnetz: Übergabe der 24 Paletten an ein vertraglich geeignetes Netzwerk mit gebündelten Transporten, dokumentierten Scans und Zustellung an acht Adressen. Ein Netzwerk kann kostengünstig sein, verursacht aber zusätzliche Übergabestellen. Der Kunde kann Zeitfenster nur als zugesichert ansehen, wenn der Dienstleister deren tatsächliche Einhaltung vertraglich und operativ geprüft hat.
Muss-Kriterien beider Varianten: wöchentlich 24 Paletten, acht Filialen, Lieferfenster am Donnerstag, elektronischer Ablieferbeleg und messbares OTIF-Ziel. Soll-Kriterien: geringe Kosten, einfache Retouren und nachvollziehbare ökologische Aussagen. Umweltvorteile dürfen nicht aus dem Verkehrsträgernamen abgeleitet werden; dafür wären unter anderem reale Fahrleistungen, Auslastung und Emissionsdaten erforderlich.
Transparente Nutzwertanalyse
Erst wird geprüft, ob eine Variante alle Muss-Kriterien erfüllen kann. Danach lassen sich Soll-Kriterien mit einer Nutzwertanalyse auf einer Skala von 1 (schwach) bis 5 (stark) vergleichen. Modellhafte Gewichte: Preis 40 %, Zeitrobustheit 35 %, Tracking 15 %, Umweltpotenzial 10 %. Die Bewertungen sind ausdrücklich Annahmen für die Übung, keine gemessenen Lieferantenleistungen.
| Kriterium | Gewicht | Direktverkehr A | Netzwerk B |
|---|---|---|---|
| Preis | 0,40 | 3 | 5 |
| Zeitrobustheit | 0,35 | 5 | 4 |
| Tracking | 0,15 | 4 | 5 |
| Umweltpotenzial | 0,10 | 2 | 4 |
| Gewichtete Summe | 1,00 | 3,75 | 4,55 |
Rechenweg B: 5 × 0,40 + 4 × 0,35 + 5 × 0,15 + 4 × 0,10 = 4,55. Die höhere Punktzahl spricht unter den Annahmen für B. Bei einem nicht erfüllbaren Muss-Kriterium würde B trotz 4,55 Punkten ausscheiden. Befrage den Anbieter zu Zeitfenster, Lademitteltausch, Scanereignissen, Schadensmeldungen und Verantwortungsübergang, bevor du eine verbindliche Empfehlung abgibst.

Bild: Containerterminal Frankfurt am Main Ost als Beispiel für Verkehrsschnittstellen; Dontworry, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0. Containerumschlag ist nicht Teil des fiktiven Inlandsauftrags.
Wirtschaftlichkeit und Preisangebot
Kostenschätzung mit überprüfbaren Annahmen
Für beide Lösungen werden die fiktiven internen Beschaffungskosten einer Woche in Euro ohne Umsatzsteuer kalkuliert. Im folgenden Teilkostenmodell werden sämtliche aufgeführten Kosten einschließlich des Risikozuschlags als auftragsabhängig behandelt; fixe Gemeinkosten bleiben unberücksichtigt. Nur unter dieser Annahme ist Erlös minus diese Kosten ein kalkulatorischer Deckungsbeitrag. Bei anders zusammengesetzten Vollkosten wäre die Differenz ein kalkulatorisches Auftragsergebnis, kein Deckungsbeitrag im engeren Sinn. Variante A: zwei Direktfahrten × 690 € = 1.380 €, Dokumentations-/Scanpauschale 45 €, Ladungsvorbereitung 24 × 4 € = 96 €. Das ergibt 1.521 € vor einem kalkulatorischen Risikozuschlag von 60 €, also 1.581 €. Variante B: Netzfracht 24 × 52 € = 1.248 €, Scans 24 × 3 € = 72 €, Vorbereitung 24 × 5 € = 120 €, zusammen 1.440 €; zuzüglich 60 € kalkulatorischer Risikozuschlag = 1.500 €.
| Position | A in €/Woche | B in €/Woche |
|---|---|---|
| Transport | 1.380 | 1.248 |
| Scans und Dokumentation | 45 | 72 |
| Vorbereitung | 96 | 120 |
| Modell-Risikozuschlag | 60 | 60 |
| Kalkulierte Gesamtkosten | 1.581 | 1.500 |
| Angebotspreis netto | 1.950 | 1.850 |
| Kalkulatorischer Deckungsbeitrag | 369 | 350 |
Der Deckungsbeitrag der Variante B beträgt 1.850 € − 1.500 € = 350 € je Woche; bezogen auf den Angebotspreis sind das 350 € / 1.850 € × 100 ≈ 18,9 %. Dies ist kein nachgewiesener Unternehmensgewinn: Nicht enthaltene Gemeinkosten, tatsächliche Risiken, Steuern und Vertragsfolgen können das Ergebnis verändern. Bei unveränderten 52 Übungswochen wären 1.850 € × 52 = 96.200 € Erlöse sowie 350 € × 52 = 18.200 € kalkulatorischer Deckungsbeitrag möglich. Saison, Ausfallwochen und Mengenänderungen bleiben in dieser vereinfachten Hochrechnung unberücksichtigt.
Preis ist nicht gleich Wert
Der Kunde kauft nicht einfach „24 Paletten Transport“, sondern eine verlässliche Filialversorgung. Deshalb sollte das Angebot den Leistungsumfang, Ausnahmen, Leistungszeiten, Haftungs-/Versicherungsklärung, Änderungsregeln, Datenübertragung, Ansprechpartner und Störungsprozess verständlich nennen. Preis und Serviceversprechen dürfen keine unerprobte Qualitätsgarantie vortäuschen. Vor Vertragsschluss müssten rechtliche und operative Fachstellen die konkreten Konditionen prüfen.
Mini-Präsentationssatz: „Für den fiktiven Wochenbedarf empfehlen wir nach fachlicher und wirtschaftlicher Vorprüfung Variante B zum Modellangebotspreis von 1.850 € netto pro Woche; die Lieferfensterzusage bleibt von einer dokumentierten Netzprüfung abhängig.“

Animation (spanischsprachig): Darstellung einer betrieblichen Ergebnisrechnung als Impuls für die Kostenbetrachtung; Agaaseso, CC BY-SA 4.0 (alternativ weitere angegebene Fassungen). Nicht mit dem deutschen Kalkulationsbeispiel verwechseln.
Qualitätsnachweise und Kundenkommunikation
Servicelevel messbar machen
OTIF bedeutet „On Time In Full“: Eine Lieferung zählt nur, wenn sie innerhalb des vereinbarten Zeitfensters und vollständig ankommt. Die Kennzahl lautet termingerechte und vollständige Lieferungen / alle bewerteten Lieferungen × 100. Hier ist die Lieferung an eine Filiale die Zähleinheit, nicht die einzelne Palette. Bei acht Filiallieferungen pro Woche und 25 Wochen entstehen 8 × 25 = 200 bewertete Lieferungen. Werden 195 davon vollständig und pünktlich zugestellt, beträgt OTIF 195 / 200 × 100 = 97,5 %, also mehr als das vereinbarte Modellziel von 96 %. Für den Grenzwert sind in 200 Fällen mindestens 192 erfolgreiche Lieferungen erforderlich. Ein Zeitstempel alleine beweist keine Vollständigkeit: Ein Soll-Ist-Mengenabgleich ist zusätzlich nötig.
Nachweise: Auftragsreferenz, Abholscan, Umschlagsstatus, dokumentiertes Zustellereignis, Anzahl zugestellter Paletten, elektronischer Ablieferbeleg und Störungsprotokoll. Der Bericht zeigt Erfassungszeitpunkt, Datendefinition, Zeitraum, Nenner, Zähler und Berechnungsregel. Wenn ein Scan fehlt, markiere die Datenlücke statt OTIF zu schätzen. Personenbezogene Daten dürfen nur zweckgebunden, geschützt und mit abgestimmten Löschfristen verarbeitet werden.
Reklamation, Pflichtenheft und Marketing
Ein Lastenheft beschreibt aus Kundensicht, was gebraucht wird; ein Pflichtenheft dokumentiert für die beauftragte Lösung, wie Anforderungen umgesetzt und geprüft werden sollen. Beide Begriffe sind hier Arbeitshilfen, keine vorgeschriebenen Formularnormen. Für jede Muss-Anforderung enthält dein Pflichtenheft eine eindeutige Kennung, Sollwert, Testmethode, verantwortliche Rolle und Entscheidung „erfüllt / nicht erfüllt / offen“. Beispiel: AK-04: „In 25 Wochen mindestens 192 von 200 vollständigen Filiallieferungen bis Donnerstag 16:00 Uhr; Nachweis durch Zustellzeitstempel plus Mengenvergleich.“
Im Reklamationsfall erfolgt die sachliche Reihenfolge: Ereignis sichern, Filiale informieren, Ursache mit Partnern klären, geeignete Abhilfe mit zuständiger Person abstimmen, Fall abschließen und Wiederholungen mit einer Verbesserungsmaßnahme vorbeugen. Das ist zugleich Kundenbindung: Nicht überversprechen, sondern transparent kommunizieren. Ein kundenorientiertes Marketingargument nennt überprüfbaren Nutzen, beispielsweise „Statusmeldungen und monatlicher OTIF-Bericht“ anstelle eines unmessbaren „perfekten Services“.

Grafik: Rückwärtslogistik als Denkanstoß für Retouren und Recycling; Vasco Neves Dias, vom Urheber gemeinfrei freigegeben. Eine Rücknahmeleistung muss im Angebot ausdrücklich vereinbart werden.
Ergebnis des Ausbildungsfalls: Ein von Kunden und Betrieb zu prüfender Anforderungskatalog, eine Kapazitätsskizze, ein Kostenvergleich, eine Auswahlbegründung, ein Angebotsentwurf und ein KPI-Nachweisplan. Die Übung erteilt weder Herstellergenehmigungen noch rechtliche, technische oder betriebliche Vollfreigaben.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste dein Wissen
Welches Beispiel formuliert eine überprüfbare Kundenanforderung? (Alle Filialen erhalten donnerstags bis 16 Uhr drei Paletten) (!Der Versand soll möglichst gut sein) (!Wir brauchen irgendwie schnelle Logistik) (!Das Angebot muss modern wirken)
Rückmeldung: Die erste Aussage benennt Termin, Menge und Empfängergruppe und ist daher messbar.
Wie viele Paletten umfasst der Wochenauftrag? (24 Paletten) (!8 Paletten) (!16 Paletten) (!32 Paletten)
Rückmeldung: Acht Filialen erhalten je drei Paletten; acht mal drei ergibt vierundzwanzig.
Wie groß ist die wöchentliche Bruttomasse? (14,4 Tonnen) (!1,44 Tonnen) (!24 Tonnen) (!144 Tonnen)
Rückmeldung: Vierundzwanzig mal sechshundert Kilogramm ergeben vierzehntausendvierhundert Kilogramm oder vierzehn Komma vier Tonnen.
Welche Bedingung ist für die Nutzwertanalyse zuerst zu klären? (Ob die Muss-Kriterien erfüllt sind) (!Ob die Werbebroschüre farbig ist) (!Ob Variante B stets gewinnt) (!Ob der niedrigste Einzelpreis genügt)
Rückmeldung: Ein Ausschlusskriterium kann nicht durch hohe Punkte bei Komfortkriterien aufgewogen werden.
Wie hoch sind die Modellgesamtkosten von Variante B je Woche? (1500 Euro) (!1248 Euro) (!1440 Euro) (!1850 Euro)
Rückmeldung: Zu Netzfracht, Scan und Vorbereitung von zusammen 1440 Euro kommen 60 Euro kalkulatorisches Risiko hinzu.
Was bedeutet der Deckungsbeitrag von 350 Euro für Variante B? (Er ist der Angebotspreis abzüglich der kalkulierten Kosten) (!Er ist der nachgewiesene Jahresgewinn) (!Er ist die Umsatzsteuer) (!Er ist eine gesetzlich festgelegte Gewinnmarge)
Rückmeldung: 1850 Euro minus 1500 Euro sind 350 Euro. Weitere Kosten können den tatsächlichen Gewinn verändern.
Welche Beobachtung erfüllt bei 200 Lieferungen das OTIF-Ziel von 96 Prozent? (192 vollständige und pünktliche Lieferungen) (!180 vollständige Lieferungen) (!190 pünktliche aber unvollständige Lieferungen) (!200 gescannte aber nicht zugestellte Lieferungen)
Rückmeldung: 192 geteilt durch 200 ergibt 96 Prozent; sowohl Termin als auch Vollständigkeit zählen.
Welcher Nachweis belegt OTIF am überzeugendsten? (Zustellzeitstempel zusammen mit Soll-Ist-Mengenabgleich) (!Allein ein Marketingflyer) (!Allein der Fahrzeugtyp) (!Allein der Abholauftrag)
Rückmeldung: OTIF verlangt den Nachweis des Lieferzeitpunkts und der vollständigen Liefermenge.
Welches Dokument beschreibt wie die vereinbarte Lösung umgesetzt und geprüft wird? (Pflichtenheft) (!Unverbindlicher Werbeslogan) (!Leere Preisliste) (!Fahrerlaubniskopie)
Rückmeldung: Das Pflichtenheft übersetzt Anforderungen in Umsetzung und nachvollziehbare Prüfkriterien.
Wie gehst du bei einer ungesicherten Lieferfensterzusage des Netzpartners vor? (Offen kennzeichnen und vor dem verbindlichen Angebot prüfen) (!Ohne Nachweis eine Garantie erteilen) (!Die Kundenanforderung verschweigen) (!Die Lieferzeit willkürlich verlängern)
Rückmeldung: Ein kundenorientiertes Angebot unterscheidet bestätigte Leistung von offenen Prüfungen.
Memory
Verbinde jeden Fachbegriff mit genau seiner Definition.
| Muss-Kriterium | Unverzichtbare, überprüfbare Bedingung einer Lösung |
| OTIF | Anteil der rechtzeitigen und vollständigen Lieferungen |
| Deckungsbeitrag | Erlös abzüglich kalkulierter Kosten im Modell |
| Ablieferbeleg | Dokumentierter Empfang am Bestimmungsort |
| Schnittstelle | Übergabe von Waren oder Informationen zwischen Beteiligten |
| Pflichtenheft | Konkretisierung von Umsetzung und Akzeptanzprüfung |
Drag-and-Drop
Ordne die passende Beschreibung zu. Bei der Übung sollen alle fünf Paare richtig sein.
| Gesuchter Fachbegriff | Passende Beschreibung |
|---|---|
| Anforderungskatalog | Liste bestätigter und offener Kundenbedürfnisse mit Prüfkriterien |
| Abholscan | Digitaler Nachweis des Beginns der Transportkette |
| Nutzwertanalyse | Gewichteter Vergleich mehrerer geeigneter Lösungen |
| Risikozuschlag | Modellansatz für mögliche zusätzliche Aufwendungen |
| Störungsprotokoll | Dokumentation von Abweichung, Maßnahme und Zuständigkeit |
Kreuzworträtsel
Löse die sechs Begriffe zur fachlichen Wiederholung.
| Palette | Wie heißt die übliche Ladeeinheit aus einem tragenden Ladungsträger? |
| Disposition | Wie nennt man die organisatorische Einteilung von Fahrzeugen und Aufträgen? |
| Tracking | Welcher englische Begriff bezeichnet das Verfolgen von Transportereignissen? |
| Lieferschein | Welches Warenbegleitdokument listet meist die gelieferten Positionen? |
| Reklamation | Wie heißt die Beanstandung einer nicht vertragsgemäßen Leistung? |
| Kalkulation | Wie heißt die rechnerische Ermittlung der Angebotsgrundlage? |
LearningApps
Nutze die externe Suchübersicht für ergänzende, vor Nutzung fachlich zu prüfende Lernübungen.
Lückentext
Offene Aufgaben
Bearbeite die folgenden zwölf Übungen ausschließlich mit erfundenen Daten, im Unterricht oder in geeigneten betrieblichen Lernumgebungen. Die anspruchsvollen Aufgaben sollen begründete Entscheidungen sichtbar machen.
Leicht
- Bedarfsanalyse: Formuliere acht konkrete Fragen für das Erstgespräch und kennzeichne jeweils den erwarteten Datenwert.
- Anforderungskatalog: Ordne fünf Kundenwünsche des Modellfalls als Muss- oder Soll-Kriterium ein und begründe jede Zuordnung.
- Paletten: Berechne Wochenmenge, Bruttomasse und gesamte Palettenstellfläche einschließlich der verwendeten Einheiten.
- Logistik: Skizziere den Informations- und Warenfluss mit mindestens sechs Stationen auf Papier.
Standard
- Transportplanung: Entwickle eine tabellarische Kapazitätsvorprüfung für zwei Touren à zwölf Paletten und markiere fehlende fahrzeugspezifische Freigaben.
- Kostenrechnung: Prüfe beide Kalkulationen, Deckungsbeiträge und die 52-Wochen-Hochrechnung in einer selbst angelegten Tabelle.
- Kundenkommunikation: Führe zu zweit ein simuliertes Auftragsklärungsgespräch und verfasse ein zweiseitiges Ergebnisprotokoll ohne echte Kontaktdaten.
- Qualitätsmanagement: Entwirf eine OTIF-Messdatei mit 200 erfundenen Filiallieferungen und berechne einen nachvollziehbaren Monats- beziehungsweise Periodenwert.
Schwer
- Pflichtenheft: Erstelle für den fiktiven Auftrag ein vollständiges Pflichtenheft mit zehn nummerierten Anforderungen, Verantwortlichen und je einem Abnahmetest.
- Nutzwertanalyse: Ändere begründet die Gewichte und Sensitivitäten der Nutzwertanalyse; zeige einen Fall, in dem die Empfehlung kippt.
- Risikomanagement: Simuliere drei Störungen, entwirf Eskalationswege, Kundennachrichten und vorbeugende Verbesserungsmaßnahmen.
- Marketing: Produziere eine kurze fiktive Angebotspräsentation als Plakat oder Video mit Kosten, Leistungsversprechen und offen gekennzeichneten Risiken; hole fachliches Feedback ein.


Lernkontrolle
- Kundengespräch: Erkläre anhand einer unklaren Kundenäußerung den Weg von einer offenen Frage bis zu einem überprüfbaren Akzeptanzkriterium.
- Transportkette: Prüfe, ob der Wochenbedarf mit zwei Zwölf-Paletten-Touren rechnerisch abgedeckt wäre, und benenne mindestens vier zusätzliche Fahrzeug- und Sicherheitsprüfungen.
- Wirtschaftlichkeit: Begründe, warum bei Variante B ein Wochen-Deckungsbeitrag von 350 € noch keinen Unternehmensgewinn beweist.
- Servicelevel: Berechne das Ergebnis von 195 OTIF-gerechten Lieferungen unter 200 Fällen und erläutere den Unterschied zwischen Scan und Abliefernachweis.
- Logistikmarketing: Formuliere eine ehrliche Verkaufsbotschaft, die Preis, Nutzen, gemessene Qualität und noch offene Risiken trennt.
- Entscheidungsfindung: Beurteile den Konflikt zwischen guter Nutzwertbewertung und nicht gesicherter Donnerstagszustellung.
Lernnachweis
Dein Lernportfolio enthält: (1) protokollierte Bedarfsfragen und einen abgestimmten, fiktiven Anforderungskatalog, (2) eine nachvollziehbare Mengenrechnung mit Einheiten, (3) einen Prozess- und Schnittstellenplan, (4) eine Wirtschaftlichkeitsrechnung mit Kostenannahmen und Deckungsbeitrag, (5) eine begründete Alternativenauswahl, (6) ein versioniertes Pflichtenheft mit Akzeptanztests und (7) einen Qualitätsbericht mit Zähler, Nenner, Zeitraum und Datenlücken. Zusätzlich reflektierst du mindestens einen Zielkonflikt und eine Verbesserung nach Kundenrückmeldung.
Selbstkontrolle: Stimmen alle Einheiten? Werden Annahmen ausdrücklich als solche markiert? Erfüllt die vorgeschlagene Lösung alle Muss-Kriterien? Sind die Quellen nachprüfbar? Enthält das Dokument keine vertraulichen Unternehmens- oder personenbezogenen Daten?
OER und Wikipedia
Amtliche Orientierung (Stand der genannten Dokumente):
- KMK: Rahmenlehrplan vom 30.04.2004, Lernfelder 12 bis 15 – schulischer Rahmenlehrplan; keine betriebliche Rechtsvorschrift.
- Bundesrecht: SpedKfmAusbV vom 26.07.2004, geändert am 25.05.2009 – betriebliche Ausbildungsordnung; vor Rechtsanwendung amtlichen aktuellen Text prüfen.
- Ausbildungsrahmenplan, Anlage 1 – betriebliche Fertigkeiten und Kenntnisse.
- Wikipedia: Logistik – ergänzender Überblick, nicht amtlich.
Geprüfte Medien und Rechtebelege (exakte Commons-Dateinamen, jeweilige Commons-Dateiseite und dort genannte Urheber/Lizenzen; keine Neuschöpfungen):
| Datei oder Video | Quelle | Urheber | Lizenz oder Rechtehinweis |
|---|---|---|---|
| File:UNICEF pallets 01.jpg | Wikimedia Commons | Heb | CC BY-SA 3.0 |
| File:Modern warehouse with pallet rack storage system.jpg | Wikimedia Commons | Axisadman | CC BY-SA 3.0 |
| File:Container-terminal-ost-ffm001.jpg | Wikimedia Commons | Dontworry | CC BY-SA 3.0 |
| File:WWS Forklifttruck.ogg | Wikimedia Commons | Work With Sounds / Werstas (Ton: Aki Laulajainen) | CC BY 4.0 |
| File:Ctaexplotacion.gif | Wikimedia Commons | Agaaseso | CC BY-SA 4.0 |
| File:Going Backwards.gif | Wikimedia Commons | Vasco Neves Dias | Gemeinfrei laut Urhebererklärung auf Dateiseite |
| https://www.youtube.com/watch?v=TqoaeL7blOk | YouTube: Supply Chain Management Beispiel | Studyflix | Verlinktes Fremdvideo; Einbettung über YouTube, keine freie Nachnutzungslizenz behauptet |
Lizenzhinweis: Die Bilddateien werden unverändert verlinkt; nenne bei einer Weiterverwendung Urheber, Quelle, Lizenz und etwaige Änderungen. Die spanischsprachige Animation ist nur ein fachlicher Impuls. Für das Fremdvideo gelten die Bedingungen der Videoplattform.
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