Bestandskennzahlen nachvollziehbar berechnen - Lagerkennzahlen und Abschlussauftrag - Ausbildung
Bestandskennzahlen nachvollziehbar berechnen - Lagerkennzahlen und Abschlussauftrag - Ausbildung
QR-Code
Einleitung
Du bist im dritten Ausbildungsjahr zur Fachkraft für Lagerlogistik. In diesem aiMOOC ermittelst du Bestandskennzahlen aus einem vollständig erfundenen Datensatz, prüfst die Rechenwege, vergleichst zwei Perioden und leitest einen begründeten Dispositionsvorschlag ab. Du unterscheidest Stück, Euro, Tage und Prozent. Es werden keine realen Bestände, Personendaten oder Unternehmensunterlagen verwendet.
Lernziele: Du kannst Bestandsbewegungen kontrollieren, den durchschnittlichen Lagerbestand und Lagerwert berechnen, Umschlagshäufigkeit, Lagerdauer, Reichweite und Lagerzinsen nachvollziehbar bestimmen, Auffälligkeiten interpretieren und eine dokumentierte Entscheidungsvorlage erstellen. Jede Empfehlung benötigt eine Prüfung der Datenqualität und eine zuständige menschliche Freigabe.
Einordnung der Ausbildungsinhalte, Stand 22.10.2026: Der schulische KMK-Rahmenlehrplan Fachkraft für Lagerlogistik, Beschluss 25.03.2004 führt im Lernfeld 12: Kennzahlen ermitteln und auswerten im dritten Ausbildungsjahr (80 Stunden) Lagerkennziffern, Periodenvergleiche, Inventur und Soll-Ist-Abweichungen auf. Lernfeld 10 behandelt unter anderem Bestandsarten und Beschaffungsplanung. Die davon zu unterscheidende betriebliche Ausbildungsordnung ist die Verordnung vom 26.07.2004 (LWLogAusbV) mit Ausbildungsrahmenplan, Anlage 2, Abschnitt Lagerung von Gütern: Bestände kontrollieren sowie Lagerkennzahlen berechnen, auswerten und dokumentieren. Die schulischen Lernfelder sind keine wörtlichen Abschnitte der betrieblichen Verordnung. Grundlage für die Berufsbeschreibung: BIBB, Fachkraft für Lagerlogistik.
Sicherheits- und Prüfhinweis: Dies ist ein Rechen- und Dokumentationsmodell. Praktische Inventuren oder Tätigkeiten im Betrieb erfolgen nur nach betrieblichen Vorgaben und unter qualifizierter Aufsicht. Keine unbegleiteten Arbeiten an Förderzeugen, elektrischen Anlagen, Drucksystemen, Kranen oder Gefahrstoffen. Der Kurs ersetzt weder Ausbildung, Befähigungsnachweise noch fachliche oder rechtliche Freigaben.
Beispiel für Lagerregale; das Foto zeigt nicht den fiktiven Übungsbetrieb. Quelle: Wikimedia Commons, Jemimus, CC BY 2.0.
Lagerdaten verstehen und plausibilisieren
Der vollständig fiktive Auftrag
Im erfundenen Übungslager Nordhafen lagert Artikel A „Montageset M-20“. Für das abgeschlossene Modelljahr 2025 liegen diese frei erfundenen Werte vor. Sämtliche Mengen beziehen sich auf Stück; jeder Zugang und Abgang ist als gebuchte Warenbewegung gedacht. Es gilt ein unveränderter kalkulatorischer Einstandspreis von 25,00 €/Stück. Mit „Abgang“ ist der Jahresverbrauch bzw. Wareneinsatz in Stück gemeint, nicht Umsatz in Euro.
| Größe | Modelljahr 2024 | Modelljahr 2025 | Einheit |
|---|---|---|---|
| Anfangsbestand | 700 | 800 | Stück |
| Zugänge | 5.000 | 4.800 | Stück |
| Endbestand | 800 | 1.000 | Stück |
| Abgänge aus Bestandsrechnung | 4.900 | 4.600 | Stück |
| Einheitlicher Einstandspreis | 25,00 | 25,00 | €/Stück |
Kontrollgleichung: Endbestand = Anfangsbestand + Zugänge − Abgänge. Für 2025: 800 Stück + 4.800 Stück − 4.600 Stück = 1.000 Stück. Umgestellt: Abgänge = 800 + 4.800 − 1.000 = 4.600 Stück. Für 2024: 700 + 5.000 − 800 = 4.900 Stück. Diese Gleichung prüft den rechnerischen Zusammenhang, nicht die Richtigkeit jedes Belegs.
Buchbestand, Istbestand und Bewertung
Der Buchbestand stammt aus Bestandsaufzeichnungen; der Istbestand wird bei einer Inventur körperlich ermittelt. Eine Bestandsabweichung erfordert eine Beleg-, Buchungs- und Zählprüfung. Inventur bezeichnet die Bestandsaufnahme; Inventar ist das daraus hervorgehende gegliederte Verzeichnis der Vermögensgegenstände und Schulden. Kennzahlen verwenden definierte Perioden, Artikel und Bewertungen. Bei Preisänderungen muss der Wertansatz nachvollziehbar festgelegt werden.
Ein separater Übungsartikel B zeigt die Differenzprüfung: 240 Stück Buchbestand, 236 Stück gezählter Istbestand, Einstandspreis 12,00 €/Stück. Abweichung = 236 − 240 = −4 Stück; Bewertungsdifferenz im vereinfachten Modell = −4 × 12,00 € = −48,00 €. Eine Korrektur ist nicht automatisch zulässig: Ursache, Zählprotokoll und Freigabe sind zu klären. Die Zahl für B verändert die Kennzahlen von Artikel A nicht.

Symbolisches Barcode-Beispiel zur Artikelidentifikation, kein Barcode der Übungsartikel. Quelle: Fred the Oyster, Wikimedia Commons, gemeinfrei.
Durchschnittsbestand und gebundenes Kapital
Durchschnittlicher Lagerbestand
Eine gebräuchliche vereinfachte Zweistichtagsformel lautet: durchschnittlicher Lagerbestand = (Anfangsbestand + Endbestand) / 2. Für Artikel A im Jahr 2025 ergibt sich (800 + 1.000) / 2 = 900 Stück; für 2024 (700 + 800) / 2 = 750 Stück. Die Maßeinheit bleibt Stück. Der vereinfachte Durchschnitt kann stark von einem tagesgenauen Mittel abweichen, etwa bei saisonalen Spitzen. Er ist hier bewusst als Unterrichtsmodell gewählt.
Liegen Monatsendbestände vor, begegnet dir im Berufsschulmodell auch (Jahresanfangsbestand + Summe der zwölf Monatsendbestände) / 13. Die 13 Beobachtungen sind eine vereinfachte Stichtagsmittelung und keine genaue zeitgewichtete Durchschnittsberechnung. Verwende sie nur, wenn die Daten vorhanden sind und die Methode zur Aufgabenstellung passt. Vergleichszahlen brauchen dieselbe Methode.
Durchschnittlicher Lagerwert
Der Wert des mittleren Bestands bei einheitlichem Einstandspreis wird als Stückdurchschnitt × €/Stück berechnet: 900 Stück × 25,00 €/Stück = 22.500,00 € für 2025; 750 Stück × 25,00 €/Stück = 18.750,00 € für 2024. Einheitenkontrolle: Stück kürzt sich heraus, Euro bleibt. Dieses Kapital ist im Lager rechnerisch gebunden. Der Umsatz ist dagegen kein Ersatz für den Wareneinsatz zum Einstandswert.
Warum Datenqualität entscheidend ist
Die gleiche Zahl kann verschiedene Bedeutung haben: 900 Stück mittlerer Bestand, 22.500 € durchschnittlicher Bestandswert und 4.600 Stück Jahresverbrauch dürfen nicht vermischt werden. Dokumentiere Periodenlänge, Datenstand, Einheit, verwendete Durchschnittsmethode und Preisbasis. Vergleiche nur gleich definierte Artikel und Zeiträume. Eine Tabellenkalkulation sollte Formelzellen und Ausgangsdaten getrennt ausweisen und eine Plausibilitätsprüfung enthalten.

Illustration eines Warehouse-Management-Systems, nicht aus dem Übungslager. Quelle: Alexander Wachter, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0.
Umschlag, Lagerdauer und Reichweite
Umschlagshäufigkeit richtig bilden
Lagerumschlagshäufigkeit = Jahresabgang in Stück / durchschnittlicher Lagerbestand in Stück. Der Quotient ist dimensionslos; man nennt ihn „Umschläge pro Jahr“, wenn die Daten ein Jahr betreffen.
Für 2025: 4.600 / 900 = 5,1111… Umschläge pro Jahr, gerundet 5,11. Für 2024: 4.900 / 750 = 6,5333…, gerundet 6,53. Dieselbe Rechnung funktioniert hier mit Einstandswerten: 115.000 € / 22.500 € = 5,1111…; dabei sind die 115.000 € Wareneinsatzwert und kein Verkaufserlös.
Die Umschlagshäufigkeit ist 2025 niedriger. Das deutet auf mehr gebundenen Bestand je Einheit Abgang hin, beweist aber allein keine Ursache. Du musst Absatzschwankungen, Lieferzeiten, Mindestmengen, Fehlbuchungen und andere Einflüsse prüfen.
Durchschnittliche Lagerdauer
Im üblichen kaufmännischen 360-Tage-Modelljahr gilt: durchschnittliche Lagerdauer = 360 Tage / Umschlagshäufigkeit. Für 2025: 360 / (4.600 / 900) = 70,4348 Tage ≈ 70,43 Tage. Für 2024: 360 / (4.900 / 750) = 55,1020 Tage ≈ 55,10 Tage. Die Zunahme beträgt 15,33 Tage auf zwei Dezimalstellen. Mit einem tatsächlichen 365-Tage-Jahr wären die Werte anders; vermerke daher die Konvention.
Stichtagsreichweite und Meldebestand
Die Bestandsreichweite am Stichtag schätzt, wie lange der aktuelle Bestand bei gleichmäßigem Verbrauch ausreicht: Stichtagsbestand / Tagesverbrauch. Für 2025 ist der modellhafte Tagesverbrauch 4.600 Stück / 360 Rechentage = 12,7778 Stück je Rechentag. Bei 1.000 Stück Endbestand ist die Stichtagsreichweite = 1.000 / (4.600 / 360) = 78,26 Rechentage. Sie ist nicht identisch mit der durchschnittlichen Lagerdauer von 70,43 Tagen; der Zähler ist jeweils ein anderer Bestand.
Für den separaten Dispositionsfall werden 9 Rechentage Lieferzeit und 180 Stück Sicherheitsbestand vorgegeben. Meldebestand = Tagesverbrauch × Lieferzeit + Sicherheitsbestand = (4.600 / 360) × 9 + 180 = 115 + 180 = 295 Stück. 2025 liegt der Stichtagsbestand 1.000 Stück über diesem Modell-Meldebestand. In realen Betrieben sind Werktage, Kalender-/Rechentage, Schwankungen und Wiederbeschaffungszeiten sorgfältig abzugrenzen. Ein Meldebestand ist kein automatischer Einkaufsauftrag.
Schematisches Bestandsmodell mit baskischsprachiger Beschriftung; die Zahlen in diesem Kurs stammen nicht aus der Grafik. Quelle: Joxemai, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0.
Lagerzinsen und wirtschaftliche Interpretation
Theoretische Lagerzinsen mit sauberer Einheit
Lagerzinsen bezeichnen im Rechenmodell Opportunitätskosten des im Bestand gebundenen Kapitals. Sie sind nicht automatisch eine tatsächlich gezahlte Bankgebühr. Der fiktive kalkulatorische Jahreszins beträgt 6,00 %. Lagerzinssatz für die mittlere Lagerdauer = 6,00 % × (70,4348 Tage / 360 Tage) = 1,1739 % für 2025. Diese Prozentangabe bezieht sich auf die mittlere Dauer, nicht auf ein neues Zinsjahr.
Die Modell-Lagerzinsen lauten: 22.500 € × 0,06 × (70,4347826 / 360) = 264,13 € gerundet. Alternativ 22.500 € × (1,173913… / 100) = 264,13 €. Für 2024: 18.750 € × 0,06 × (55,1020408 / 360) = 172,19 €. Die Differenz beträgt 91,94 €. Rechne mit ungerundeten Zwischenwerten, runde Geldbeträge erst am Ende auf Cent.
Achtung: Die ausgewiesenen Lagerzinsen sind ein didaktischer Teilaspekt, keine vollständigen Lagerhaltungskosten. Räume, Energie, Personal, Verderb, Versicherung und Fehlmengenrisiken können hinzukommen und müssen bei Entscheidungen getrennt behandelt werden.
Jahresvergleich mit Ursachenprüfung
| Kennzahl | 2024 | 2025 | Interpretation |
|---|---|---|---|
| Mittlerer Bestand | 750 Stück | 900 Stück | Anstieg um 150 Stück |
| Jahresabgang | 4.900 Stück | 4.600 Stück | Rückgang um 300 Stück |
| Umschlag | 6,53/Jahr | 5,11/Jahr | Rückgang um etwa 1,42 |
| Mittlere Lagerdauer | 55,10 Tage | 70,43 Tage | Anstieg um 15,33 Tage |
| Durchschnittlicher Lagerwert | 18.750,00 € | 22.500,00 € | Mehr Kapitalbindung |
| Rechnerische Lagerzinsen | 172,19 € | 264,13 € | Erhöhung um 91,94 € |
Qualifizierte Interpretation: Weniger Jahresabgänge und ein höherer Durchschnittsbestand gehen mit geringerer Umschlagshäufigkeit einher. Ob die höheren Bestände eine sinnvolle Versorgungssicherung oder ein Problem sind, lässt sich nur mit weiteren Informationen entscheiden. Ein Maßnahmenvorschlag muss Servicegrad, Lieferzuverlässigkeit, geplante Nachfrage und Datenqualität berücksichtigen.
Deutschsprachige Ergänzung: „Lagerkennzahlen (Teil 2): Durchschnittlicher Lagerbestand, Umschlagshäufigkeit und Lagerzinsen“, Bensch erklärt's – Wirtschaft einfach verstehen, 09.03.2023. Externe Videoplattform; keine Übernahme oder Behauptung einer offenen Lizenz.
Abschlussauftrag: Eine Entscheidung nachvollziehbar vorbereiten
Fiktiver Arbeitsauftrag
Du übernimmst die Rolle der Auszubildenden im Übungslager. Die Lagerleitung bittet um eine einseitige Entscheidungsvorlage zu Artikel A auf Basis der Modelljahre 2024 und 2025. Stelle Ausgangsdaten und Bestandskontrolle dar. Berechne für beide Jahre Durchschnittsbestand und -wert, Umschlag, Lagerdauer sowie Lagerzinsen bei 6,00 % und 360 Rechentagen. Ermittle für 2025 zusätzlich Stichtagsreichweite und Meldebestand. Gib für jedes Ergebnis die Einheit und verwendete Rundung an.
Als zweite, unabhängige Kontrollaufgabe prüfst du Artikel B mit 240 Stück Buchbestand und 236 Stück Zählbestand bei 12,00 €/Stück. Lege ein kurzes Differenzprotokoll an und beschreibe, welche Belege zu prüfen und welche Freigaben einzuholen wären. Ändere in diesem Übungsauftrag keine echten Bestandsdaten.
Musterlösungsweg und überprüfbares Ergebnis
- Bestandsabgleich: A im Jahr 2025: 800 + 4.800 − 4.600 = 1.000 Stück. A im Jahr 2024: 700 + 5.000 − 4.900 = 800 Stück.
- Durchschnitt: (800 + 1.000) / 2 = 900 Stück; Vorjahr (700 + 800) / 2 = 750 Stück.
- Werte: 900 × 25,00 € = 22.500,00 €; 750 × 25,00 € = 18.750,00 €.
- Umschlag: 4.600 / 900 = 5,11/Jahr; 4.900 / 750 = 6,53/Jahr.
- Dauer: 360 × 900 / 4.600 = 70,43 Tage; 360 × 750 / 4.900 = 55,10 Tage.
- Zinsen: 22.500 × 0,06 × 70,4347826 / 360 = 264,13 €; 18.750 × 0,06 × 55,1020408 / 360 = 172,19 €.
- Stichtagsreichweite: 1.000 / (4.600 / 360) = 78,26 Rechentage.
- Meldebestand: (4.600 / 360) × 9 + 180 = 295 Stück.
- Inventurdifferenz B: 236 − 240 = −4 Stück; −4 × 12,00 € = −48,00 €, zunächst prüfen und dokumentieren.
Entscheidungsvorlage – Muster: Die Umschlagshäufigkeit von A sinkt von rund 6,53 auf 5,11 pro Jahr, während die mittlere Lagerdauer von rund 55,10 auf 70,43 Tage steigt. Vor einer Maßnahme prüft die verantwortliche Person die Datenqualität, Nachfrageentwicklung und Lieferzuverlässigkeit. Bei einem Stichtagsbestand von 1.000 Stück gegenüber dem modellhaften Meldebestand von 295 Stück ergibt sich aus dieser Kennzahl allein keine unmittelbar notwendige Nachbestellung. Eine Bestellfreigabe ist damit nicht erteilt. Sinnvolle nächste Schritte wären eine Prognoseprüfung, Kontrolle von Mindestabnahmen und eine abgestimmte Bestandszielgröße.
Qualitätscheck vor Abgabe: Sind alle Ausgangsdaten fiktiv und konsistent? Stimmen Stück und Euro? Werden mindestens zwei Jahre mit gleicher Methode verglichen? Ist die 360-Tage-Konvention dokumentiert? Sind die Gründe für Abweichungen als Hypothesen gekennzeichnet? Sind Berechnung, Bewertung, Handlungsvorschlag und Freigabe getrennt?
Interaktive Aufgaben
Quiz: Prüfe dein Wissen
Welcher Jahresabgang folgt aus 800 Stück Anfangsbestand, 4.800 Stück Zugängen und 1.000 Stück Endbestand? (4.600 Stück) (!5.600 Stück) (!3.600 Stück) (!6.600 Stück)
Begründete Rückmeldung: Der Jahresabgang ergibt sich aus Anfangsbestand plus Zugängen minus Endbestand: 800 + 4.800 − 1.000 = 4.600 Stück.
Wie groß ist der vereinfachte durchschnittliche Bestand bei 800 und 1.000 Stück? (900 Stück) (!1.800 Stück) (!200 Stück) (!4.600 Stück)
Begründete Rückmeldung: Der arithmetische Mittelwert der beiden Stichtagsbestände ist 900 Stück. Er ist eine Näherung und kein Tagesdurchschnitt.
Wie hoch ist der durchschnittlich gebundene Einstandswert bei 900 Stück und 25 Euro je Stück? (22.500 Euro) (!36.000 Euro) (!900 Euro) (!115.000 Euro)
Begründete Rückmeldung: 900 Stück mal 25 Euro je Stück ergeben 22.500 Euro durchschnittlichen Lagerwert.
Welche jährliche Umschlagshäufigkeit ergibt sich aus 4.600 Stück Abgang und 900 Stück Durchschnittsbestand? (Etwa 5,11 Umschläge pro Jahr) (!Etwa 0,20 Umschläge pro Jahr) (!Genau 900 Umschläge pro Jahr) (!Etwa 70,43 Umschläge pro Jahr)
Begründete Rückmeldung: Abgang durch Durchschnittsbestand ergibt 4.600 durch 900 gleich rund 5,11. Die Zahl beschreibt Umläufe, keine Stückzahl.
Wie groß ist die durchschnittliche Lagerdauer bei 5,1111 Umschlägen und dem Modelljahr mit 360 Tagen? (Etwa 70,43 Tage) (!Etwa 5,11 Tage) (!Genau 360 Tage) (!Etwa 900 Tage)
Begründete Rückmeldung: 360 Tage geteilt durch 5,1111 ergeben rund 70,43 Tage. Ein Modell mit 365 Tagen hätte ein anderes Ergebnis.
Welche Aussage zur Veränderung von 6,53 auf 5,11 Umschläge ist fachlich vertretbar? (Der Bestand wird relativ zum Jahresabgang langsamer umgeschlagen) (!Die Nachfrage ist sicher um die Hälfte gestiegen) (!Die Liefertermine sind nachweislich schlechter) (!Der Einstandspreis muss gesunken sein)
Begründete Rückmeldung: Die geringere Kennzahl zeigt nur die Relation von Abgängen zu Bestand. Ursachen wie Nachfrage oder Disposition müssen separat geprüft werden.
Wie lautet der Lagerzinssatz für 6 Prozent Jahreszins und 70,43 Tage nach der 360-Tage-Konvention? (Etwa 1,17 Prozent) (!Genau 6 Prozent) (!Etwa 70,43 Prozent) (!Etwa 0,06 Prozent)
Begründete Rückmeldung: 6 Prozent mal 70,43 durch 360 ergibt rund 1,17 Prozent für die durchschnittliche Bindungsdauer, nicht pro Jahr.
Wie hoch sind die modellhaften Lagerzinsen bei 22.500 Euro durchschnittlichem Wert und genauer ungerundeter Dauer? (Etwa 264,13 Euro) (!Etwa 1.350 Euro) (!Genau 22.500 Euro) (!Etwa 2,64 Euro)
Begründete Rückmeldung: 22.500 Euro mal 6 Prozent mal 70,4348 durch 360 ergibt gerundet 264,13 Euro. Zwischenwerte sollten ungerundet bleiben.
Welcher Meldebestand ergibt sich aus 4.600 Stück Jahresverbrauch, 360 Rechentagen, 9 Rechentagen Lieferzeit und 180 Stück Sicherheitsbestand? (295 Stück) (!180 Stück) (!115 Stück) (!4.780 Stück)
Begründete Rückmeldung: Der mittlere Tagesverbrauch beträgt 4.600 durch 360; für 9 Tage sind es 115 Stück. Plus 180 Stück Sicherheitsbestand ergeben 295 Stück.
Was ist bei 240 Stück Buchbestand und 236 Stück Zählbestand zuerst sachgerecht? (Vier Stück Differenz dokumentieren und Ursachen prüfen) (!Vier Stück ohne Beleg löschen) (!Die Inventur als wertlos verwerfen) (!Eine Bestellung von exakt vier Stück auslösen)
Begründete Rückmeldung: Eine Differenz von vier Stück ist zunächst zu protokollieren und zu klären. Korrekturen erfolgen erst nach betrieblicher Freigabe.
Memory
Ordne den sechs eindeutigen Fachbegriffen die passende Bedeutung zu.
| Anfangsbestand | Mengenbestand am Beginn der betrachteten Periode |
| Endbestand | Mengenbestand am Ende der betrachteten Periode |
| Wareneinsatz | Abgang der Waren zu Einstandswerten oder in Stück |
| Umschlagshäufigkeit | Jahresabgang geteilt durch mittleren Lagerbestand |
| Lagerdauer | Modellhafte mittlere Aufenthaltszeit der Ware |
| Meldebestand | Bestandsschwelle zur Prüfung einer Nachbestellung |
Drag-and-Drop
Ordne jeder Berechnungsart die richtige Beschreibung zu.
| Gesuchter Fachbegriff | Passende Aussage |
|---|---|
| Bestandsabgleich | Anfang plus Zugänge minus Abgänge ergibt Ende |
| Bestandsmittelung | Anfang und Ende addieren und durch zwei teilen |
| Umschlagsrechnung | Jahresabgang durch durchschnittliche Stückmenge teilen |
| Dauerrechnung | Modelljahrestage durch Umläufe teilen |
| Zinsrechnung | Kapital mit Jahreszinssatz und Zeitanteil verknüpfen |
Kreuzworträtsel
Jede Lösung besteht aus genau einem Fachwort.
| Inventur | Wie heißt die körperliche oder sonst rechtlich zulässige Bestandsaufnahme? |
| Inventar | Wie heißt das aus der Bestandsaufnahme abgeleitete Verzeichnis? |
| Lagerwert | Welcher Begriff steht für den bewerteten Warenbestand? |
| Abgang | Wie heißt eine mengenmäßige Bestandsminderung? |
| Zugang | Wie heißt eine mengenmäßige Bestandserhöhung? |
| Reichweite | Wie heißt die geschätzte Versorgungsspanne eines Bestands? |
LearningApps
Suche nach ergänzenden interaktiven Übungen. Prüfe bei externen Aufgaben immer, ob die Formeln und die 360-Tage-Konvention zu diesem Kurs passen.
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Buchungsweg erklären: Zeichne einen klar beschrifteten Mengenfluss für Artikel A mit Anfangsbestand, Zugang, Abgang und Endbestand; erläutere die Kontrollgleichung und die Einheit Stück.
- Durchschnitt nachvollziehen: Erstelle eine zweizeilige Rechentabelle mit den beiden Stichtagsmitteln und begründe, warum daraus noch kein tagesgenauer Durchschnitt entsteht.
- Differenzprotokoll gestalten: Entwirf für Artikel B ein vollständig fiktives Zählprotokoll mit Soll, Ist, Abweichung und Prüfvermerk; keine realen Artikel- oder Personendaten verwenden.
- Fachbegriffe erklären: Verfasse je zwei verständliche Beispielsätze zu Wareneinsatz, Lagerwert, Umschlag, Reichweite und Meldebestand.
Standard
- Kennzahlentabelle herstellen: Berechne beide Jahre in einer Tabellenkalkulation mit prüfbaren Formeln, Einheiten und erst zum Schluss gerundeten Ergebnissen; markiere Eingabezellen deutlich.
- Methoden vergleichen: Rechne die durchschnittliche Dauer mit 360 und 365 Tagen für 2025 und erläutere, weshalb die verwendete Zeitkonvention im Bericht genannt werden muss.
- Bestellschwelle prüfen: Berechne den Meldebestand von 295 Stück, beschreibe zwei mögliche Ursachen für unzuverlässigen Tagesverbrauch und formuliere eine Rückfrage an die zuständige Disposition.
- Kapitalbindung visualisieren: Erstelle ein selbst gezeichnetes Balkendiagramm der mittleren Lagerwerte 2024 und 2025 und erkläre die modellhaften Lagerzinsen ohne sie mit Gesamtlagerkosten gleichzusetzen.
Schwer
- Kennzahlenkritik erstellen: Untersuche, wie ein stark erhöhter Zwischenbestand die Zweistichtagsformel verzerren könnte, und entwirf einen sachgerechten tagesgewichteten Vergleich mit zusätzlichen ausdrücklich fiktiven Daten.
- Szenarioanalyse durchführen: Simuliere eine Veränderung des Jahresabgangs um plus und minus zehn Prozent bei unverändertem mittleren Bestand; berechne Umschlag und Dauer neu und beurteile Grenzen dieser Annahme.
- Managementnotiz schreiben: Entwickle zwei alternative Maßnahmen zur Senkung gebundenen Kapitals, benenne je eine mögliche negative Folge für den Liefergrad und lege messbare Kontrollgrößen fest.
- Abschlussauftrag präsentieren: Führe die Modellzahlen in einer einseitigen Entscheidungsvorlage zusammen, dokumentiere Formelherkunft, Quellen, Recheneinheiten und Freigabegrenzen und stelle den Bericht in einem kurzen Erklärvideo nur mit selbst formulierten Worten und fiktiven Daten vor.


Lernkontrolle
- Rechenprüfung: Prüfe, ob die Stückbewegungen 2025 die Endbestandsmenge erklären, und beschreibe, welche zusätzliche Kontrolle für echte Buchungen nötig wäre.
- Methodenwahl: Begründe, ob bei starken Saisonspitzen ein Zweistichtagsdurchschnitt für eine Handlungsempfehlung genügt, und benenne eine präzisere Datenbasis.
- Periodenvergleich: Interpretiere den Rückgang der Umschläge von 6,53 auf 5,11 ohne eine unbelegte Ursache zu behaupten; nenne mindestens drei zu prüfende Einflussfaktoren.
- Zinsrechnung: Leite die 264,13 Euro Lagerzinsen aus Einstandswert, Satz und Dauer ab und erläutere ihren Charakter als modellhafte Opportunitätskosten.
- Dispositionsfall: Vergleiche 1.000 Stück Stichtagsbestand mit 295 Stück Meldebestand und erkläre, warum das nicht automatisch eine Bestellung oder eine Sperre auslöst.
- Kontrollprozess: Lege dar, wie eine Differenz von vier Stück bei Artikel B geprüft, protokolliert und gegebenenfalls nach betrieblicher Freigabe berichtigt wird.
Lernnachweis
Wissen: sichere Definitionen von Anfangsbestand, Endbestand, Abgang, durchschnittlichem Bestand, Lagerwert, Lagerumschlag, mittlerer Dauer, Reichweite, Meldebestand und Lagerzinsen. Fertigkeiten: nachvollziehbare Rechenwege und Einheitenkontrolle; Abgleich von Bestandsbewegungen; Rundung erst am Ende; Vergleich identisch definierter Perioden. Produkte: fiktive Formeltabelle, Bestands- und Differenzprotokoll, Kennzahlenübersicht, begründete einseitige Entscheidungsvorlage und Quellenverzeichnis. Transfer: Erkennen von Unsicherheit durch Annahmen, Prüfbedarf bei Soll-Ist-Differenzen, Grenzen von Durchschnittswerten, dokumentierte Übergabe an verantwortliche Fachkräfte. Die Lernergebnisse sind keine betriebliche Freigabe.
OER und Wikipedia
Geprüfte fachliche und amtliche Grundlagen (Abruf und Orientierung: 22.10.2026):
- KMK – Rahmenlehrplan Fachkraft für Lagerlogistik, Beschluss 25.03.2004, speziell Lernfelder 10 und 12; schulische Orientierung.
- Bundesrecht – LWLogAusbV vom 26.07.2004, § 11 und Ausbildungsrahmenplan Anlage 2; betriebliche Ausbildungsordnung, nicht identisch mit Lernfeld 12.
- Bundesinstitut für Berufsbildung – Berufsprofil Fachkraft für Lagerlogistik.
- Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung Baden-Württemberg – Lagerkennzahlen, Formelsammlung (Unterrichtshilfe aus einem anderen Berufskontext; Formeln fachlich übertragbar, nicht als Lagerlogistik-Lernfeldbezeichnung verstehen).
- Wikipedia – Lagerkennziffer, allgemeine ergänzende Einführung.
Verifizierte Wikimedia-Commons-Dateien mit Urheber- und Lizenznachweis:
| Datei | Quelle | Urheber | Lizenz |
|---|---|---|---|
| File:DHL Netherlands warehouse working area (8) - IMG 3174.jpg | Wikimedia Commons | Jemimus | CC BY 2.0 |
| File:Example barcode.svg | Wikimedia Commons | Fred the Oyster | Gemeinfrei, PD-self |
| File:Warehouse Management System.jpg | Wikimedia Commons | Alexander Wachter | CC BY-SA 4.0 |
| File:Inventory01 eu.svg | Wikimedia Commons | Joxemai | CC BY-SA 3.0 |
Videoquelle: Lagerkennzahlen (Teil 2), Kanal „Bensch erklärt's – Wirtschaft einfach verstehen“, veröffentlicht 09.03.2023. Dieses Video ist auf YouTube eingebettet; die Plattformverfügbarkeit und Nutzungsrechte sind von einer offenen Nachnutzung zu unterscheiden. Keine fachlich passende, verlässlich lizenzierte Audioaufnahme oder Animation wird ohne Nachweis als Medium ausgegeben.
Enzyklopädischer Zusatz:
Verknüpfte Lernbereiche
aiMOOC-Projekte
Schulfach+


aiMOOCs


aiMOOC Projekte


MOOCwiki · Deutsch
Nach dem Lernen ist vor dem Lernen
Entdecke direkt den nächsten Lernkurs. Weitere Inhalte erscheinen, wenn Du weiter nach unten scrollst.
Zur MOOCwiki-HauptseiteMediathek
Mediathek wird aus dem Wiki geladen ...
Keine passenden Inhalte gefunden. Bitte ändere Suche oder Filter.
NEWSLernweltNOAH fragenInhalt melden · Hinweise zu Fehlern, Quellen, Medienrechten oder Dubletten