Technische Alternativen wirtschaftlich bewerten - Fachrichtungsbezogenes IT-Abschlussprojekt - Ausbildung
Technische Alternativen wirtschaftlich bewerten - Fachrichtungsbezogenes IT-Abschlussprojekt - Ausbildung
QR-Code
Einleitung
Du stehst im dritten Ausbildungsjahr der Ausbildung zum Fachinformatiker beziehungsweise zur Fachinformatikerin. Dieser vollständige aiMOOC verknüpft die fachrichtungsbezogene IT-Projektplanung mit betriebswirtschaftlicher Entscheidungsfindung. Du vergleichst im vollständig fiktiven Ausbildungsfall zwei technisch geeignete Lösungen, rechnest sämtliche Kosten mit Einheiten nach und erstellst einen begründeten Vorschlag. Personen, Unternehmen und Preise sind erfunden. Wir verwenden keine echten Kundendaten, personenbezogenen Ausbildungsnachweise oder geheimen Unternehmensdokumente.
Gewählte Fachrichtung: Anwendungsentwicklung. Hier liegt der Schwerpunkt auf einer Softwareanwendung für Buchungsprozesse, Schnittstellen, Datenexport, Softwaretests und Benutzeroberfläche. Du lernst die Methoden so, dass du sie anschließend mit anderen Annahmen auf Systemintegration, Daten- und Prozessanalyse oder Digitale Vernetzung übertragen kannst. Voraussetzung ist immer, dass die Alternativen ihren jeweiligen Anforderungen gerecht werden.
Nach diesem Kurs kannst du Muss-Kriterien prüfen, gleich abgegrenzte TCO berechnen, Prozessnutzen plausibilisieren, eine Amortisations- und Kapitalwertrechnung einordnen, qualitative Kriterien gewichten, Preisrisiken untersuchen und eine nachvollziehbare Empfehlung präsentieren.
Ausbildungsbezug: Der KMK-Rahmenlehrplan vom 13.12.2019 nennt für den schulischen Unterricht in der Fachrichtung Anwendungsentwicklung das Lernfeld 12a „Kundenspezifische Anwendungsentwicklung durchführen“ mit 120 Unterrichtsstunden im dritten Ausbildungsjahr; hierzu gehören Lösungsvarianten, Kalkulation und wirtschaftliche Ergebnisbewertung. Die Fachinformatikerausbildungsverordnung vom 28.02.2020 bestimmt dagegen die betriebliche Ausbildung und die Prüfungsvorgaben. Diese beiden Grundlagen sind abgestimmt, aber nicht austauschbar. Dieser Kurs ist keine offizielle Prüfung und keine rechtliche, technische oder sicherheitsbezogene Vollfreigabe.
Anforderungen erheben und Alternativen festlegen
Der fiktive Auftrag
Die erfundene Nordbogen Seminarwerkstatt GmbH organisiert interne Werkstattseminare. Bislang werden durchschnittlich 600 Buchungsanfragen pro Monat über Tabellen und E-Mails erfasst; jede Anfrage benötigt fünf Minuten Bearbeitungszeit. Eine neue Software soll die Bearbeitung auf zwei Minuten verkürzen, fiktive Testbuchungen sicher verwalten und eine Schnittstelle zur internen Kursliste bereitstellen.
In diesem Szenario gelten zwölf Monate mit gleicher Anfragemenge. Folglich fallen 7.200 Anfragen/Jahr an. Diese Planannahme ist kein Messwert. Beschreibe bei einem echten Projekt Datenquelle, Stichprobe, mögliche Spitzenlast und Unsicherheiten. Für Lernübungen genügen synthetische Datensätze ohne Namen, reale Kennungen oder vertrauliche Angaben.
Muss-Kriterien und Kann-Kriterien
Muss-Kriterien sind Ausschlusskriterien. Der Auftrag verlangt rollenbasierten Zugriff, verschlüsselte Übertragung, exportierbare Datensätze in einem vereinbarten offenen Format, nachvollziehbare Lösch- und Berechtigungskonzepte, die geforderte Kapazität sowie dokumentierte Funktions- und Sicherheitstests. Ob echte Angebote diese Eigenschaften besitzen, müsste fachkundig geprüft werden. Kann-Kriterien erhöhen den Nutzen: kurzfristige Verfügbarkeit, gut anpassbare API, barrierearme Bedienung und leicht verständliche Administration. Eine API ist eine dokumentierte Programmschnittstelle, über die zwei Softwarekomponenten Informationen austauschen.
Zuerst werden die Muss-Kriterien geprüft, erst danach die wirtschaftlichen Aspekte bewertet. Eine gute Punktzahl oder ein günstiger Preis kann einen nicht hinnehmbaren Sicherheitsmangel nicht kompensieren.
Zwei tatsächlich vergleichbare Modellvarianten
A – Eigenentwicklung: Die Organisation entwickelt eine individuelle Webanwendung mit eigener Datenbank und API. Die Lösung verspricht hohe Flexibilität, verursacht jedoch höhere Anfangskosten und erfordert eigene Wartung. B – SaaS: Eine erfundene, konfigurierte Standardanwendung wird als „Software as a Service“ mit laufender Lizenz bereitgestellt. Sie ist rascher einsatzbereit, könnte jedoch bei Preissteigerungen und einem späteren Anbieterwechsel Nachteile haben.
Nur im Modell erfüllen beide Angebote alle Muss-Kriterien und erzielen denselben Prozessnutzen. Bei Anwendungsentwicklung prüfst du insbesondere Datenmodell, Softwarearchitektur, Schnittstellen und Testkonzept. In Systemintegration wäre beispielsweise der Vergleich verwalteter und lokal betriebener Server sinnvoll; für Daten- und Prozessanalyse der Vergleich eigener Datenpipelines und verwalteter Plattformen; für Digitale Vernetzung der Vergleich sicher simulierter Kommunikationslösungen. Unbegleitete Arbeiten an elektrischen Anlagen, Kranen, Drucksystemen oder gefährlichen Stoffen sind ausgeschlossen. Praktische Tätigkeiten in Betrieben folgen den Sicherheitsregeln und qualifizierter Aufsicht.
Gesamtkosten und Kostenvergleich
Total Cost of Ownership verstehen
Die Total Cost of Ownership (TCO) fasst einmalige und laufende Kosten über einen festen Betrachtungszeitraum zusammen. Die Anschaffung ist nur ein Teil der Kosten: Zusätzlich können Einrichtung, Datenmigration, Wartung, Hosting, Lizenz, Schulung und späterer Ausstieg Kosten verursachen. Wähle denselben Leistungsumfang, dieselben Zeiträume, dieselbe Währung und dieselbe Behandlung von Umsatzsteuer und Preisänderungen. Unser Vergleich verwendet vereinfachte, fiktive Nettobeträge ohne Inflation, Umsatzsteuer, Finanzierung, Restwert und Ersatzinvestition.
| Kostenposition | Alternative A | Alternative B |
|---|---|---|
| Entwicklung oder Erstkonfiguration | 12.000 € einmalig | 2.500 € einmalig |
| Migration | 800 € einmalig | 400 € einmalig |
| Schulung | 600 € einmalig | 800 € einmalig |
| Summe einmalig | 13.400 € | 3.700 € |
| Wartung beziehungsweise Lizenz | 2.400 €/Jahr | 4.800 €/Jahr |
| Hosting beziehungsweise Anbindung | 600 €/Jahr | 600 €/Jahr |
| Summe laufend | 3.000 €/Jahr | 5.400 €/Jahr |
| TCO über drei Jahre | 22.400 € | 19.900 € |
Prüfe den Rechenweg: A = 13.400 € + 3 Jahre × 3.000 €/Jahr = 22.400 €. B = 3.700 € + 3 Jahre × 5.400 €/Jahr = 19.900 €. Über drei Jahre ist B bei identischem Funktionsumfang 2.500 € günstiger. Euro und Euro pro Jahr werden erst durch Multiplikation mit der Zeit vergleichbar. Bereits in den Entwicklungskosten enthaltene Arbeitsstunden dürfen nicht als zusätzlicher Aufwand doppelt gezählt werden.
Der Betrachtungszeitraum verändert das Ergebnis
A kostet zu Beginn 9.700 € mehr, ist pro Betriebsjahr jedoch 2.400 € günstiger. Die statische rechnerische Zeit bis zum Kostengleichstand beträgt 9.700 € geteilt durch 2.400 €/Jahr = 4,04 Jahre. Bei fünf Jahren beträgt TCO(A) = 13.400 € + 5 × 3.000 € = 28.400 €; TCO(B) = 3.700 € + 5 × 5.400 € = 30.700 €. Dann liegt A um 2.300 € vorn. Die exakte Wechselstelle hängt in einem realen Fall auch von Vertragslaufzeiten, Nachinvestitionen und zeitlicher Zahlungsstruktur ab.

Methodische Illustration von Kosten und Erlösen mit Schnittpunkt; die Grafik zeigt NICHT die Daten unseres Modells. Wikimedia Commons: Oftcc, CC BY-SA 3.0 (Dateinachweis weiter unten).
Grenzen eines einfachen Kostenvergleichs
Ein statischer Vergleich unterstellt konstante Werte und sagt allein nicht, ob eine Investition absolut vorteilhaft ist. Unterschiedliche Serviceleistungen, nicht abgedeckte Sicherheitsanforderungen oder verschieden hohe Nutzen würden das Ergebnis verfälschen. Ergänze deshalb qualitative Bewertung und gegebenenfalls einen zahlungsbasierten Kapitalwert. Die Kostenvergleichsrechnung unterscheidet sich von einer echten Liquiditätsplanung; lege offen, ob du betriebliche Kosten oder Auszahlungen modellierst.
Prozessnutzen, Amortisation und Kapitalwert
Zeit in Stunden und Euro umrechnen
Alt: 7.200 Anfragen/Jahr × 5 Minuten/Anfrage = 36.000 Minuten/Jahr = 600 Stunden/Jahr. Neu: 7.200 × 2 Minuten = 14.400 Minuten/Jahr = 240 Stunden/Jahr. Differenz: 360 Stunden/Jahr. Alternativ prüfst du 7.200 × 3 Minuten = 21.600 Minuten = 360 Stunden. Bei einem angenommenen internen Stundensatz von 25 €/Stunde entspricht die freigewordene Arbeitskapazität einem rechnerischen Potenzial von 9.000 €/Jahr.
Entscheidend: Es handelt sich zunächst nur um Zeitpotenzial. Es entsteht nicht automatisch ein Geldzufluss. Ein monetärer Vorteil darf beispielsweise angenommen werden, wenn nachweisbar bezahlte Zusatzarbeit entfällt oder realisierter Mehrumsatz entsteht; andernfalls ist der Nutzen in Stunden anzugeben. Erfinde keine Einsparzahlung, um eine positive Rechnung zu erhalten.
Einfacher Saldo und Amortisation
Nur in einem gesonderten hypothetischen Zahlungsszenario werden die 9.000 €/Jahr tatsächlich als vermiedene Auszahlungen wirksam. Dann beträgt der jährliche Nettozahlungsüberschuss vor der Anfangsauszahlung für A 9.000 − 3.000 = 6.000 €/Jahr und für B 9.000 − 5.400 = 3.600 €/Jahr. Über drei Jahre ergibt sich A: 3 × 6.000 − 13.400 = 4.600 €; B: 3 × 3.600 − 3.700 = 7.100 €. Die einfache, undiskontierte Amortisationsdauer beträgt A: 13.400 / 6.000 = 2,23 Jahre, B: 3.700 / 3.600 = 1,03 Jahre. Die Aussage gilt bei konstanten, tatsächlich realisierten jährlichen Überschüssen.
Die Zahlen im Lehrbeispiel sind Modellannahmen und dürfen nicht als Prognosen einer wirklichen Organisation ausgegeben werden. Die Zeitersparnis darf nicht doppelt als Kostenminderung und zusätzlicher Nutzen in dieselbe Rechnung einfließen.
Kapitalwert berücksichtigt den Zahlungszeitpunkt
Die Kapitalwertmethode rechnet künftige Nettozahlungen auf den heutigen Zeitpunkt ab. Wähle für das fiktive Zahlungsszenario drei Jahresenden und einen beispielhaften Kalkulationszinssatz von 5 % pro Jahr. Dieser Zinssatz ist ausdrücklich keine verbindliche Norm. Der Barwertfaktor lautet 1/1,05 + 1/1,05² + 1/1,05³ ≈ 2,72325. A: −13.400 + 6.000 × 2,72325 ≈ 2.939,50 €. B: −3.700 + 3.600 × 2,72325 ≈ 6.103,70 €. Unter diesen Annahmen besitzt B den höheren Kapitalwert. Ohne zahlungswirksamen Prozessnutzen dürfen diese Ergebnisse nicht als wirtschaftlich realisierte Gewinne interpretiert werden.
Vertiefendes deutschsprachiges Video „Dynamisch, Kapitalwertmethode, Barwertfaktor“, Kanal studybreak, 26.11.2016; fremdes Videomaterial, keine freie Lizenz behauptet.
Qualität mit einer Nutzwertanalyse bewerten
Bewertungsmaßstäbe transparent machen
Nicht alle Vor- und Nachteile sind in Euro messbar. Eine Nutzwertanalyse vergleicht qualitative Kriterien über Gewichtungen und Bewertungen. Vereinbare Gewichte vor dem Ergebnis; sie müssen 100 % ergeben. Hier vergeben wir 1 bis 5 Punkte: 1 steht für schwach, 5 für sehr gut. Punkte sind keine Geldbeträge. Die vergebenen Bewertungen sind fiktiv und kein Testbericht realer Software.
| Kriterium | Gewicht | A: Punkte | B: Punkte |
|---|---|---|---|
| Datenschutzkonzept im Modell | 30 % | 4 | 4 |
| Anpassbarkeit der Schnittstelle | 25 % | 5 | 3 |
| Wartbarkeit und Dokumentation | 20 % | 3 | 4 |
| Geschwindigkeit der Einführung | 15 % | 2 | 5 |
| Barrierearme Bedienbarkeit | 10 % | 4 | 4 |
| Gewichtete Summe | 100 % | 3,75 | 3,90 |
Für A rechnest du 0,30 × 4 + 0,25 × 5 + 0,20 × 3 + 0,15 × 2 + 0,10 × 4 = 3,75 Punkte. Für B sind es 0,30 × 4 + 0,25 × 3 + 0,20 × 4 + 0,15 × 5 + 0,10 × 4 = 3,90 Punkte. B führt im Modell um 0,15 Punkte; der Vorsprung ist klein. Veränderungen der Einschätzungen oder Gewichte könnten ihn umkehren. Entscheide nie allein anhand einer künstlich präzisen Kennzahl.
Gewichtungen kritisch diskutieren
Entwicklung, Verwaltung und Informationssicherheit setzen unterschiedliche Prioritäten. Begründe daher die Gewichtung aus Nutzerzielen und nachweisbaren Anforderungen. Sicherheit wird nicht einfach durch einen günstigen Preis „ausgeglichen“: Erst müssen die Muss-Anforderungen erfüllt sein. Beurteile die Wartbarkeit anhand von Dokumentation, Tests, Fähigkeiten des Teams und realistischen Folgekosten. Die Punkteskala ist subjektiv; protokolliere abweichende Urteile.
Englisch beschriftetes Prozessdiagramm zur Priorisierung von Ursachen nach Häufigkeit oder Kosten. Es illustriert die Vorbereitung einer Bewertungsdiskussion und ist keine Nutzwertmatrix. Wikimedia Commons: Peter Gladdish, CC BY 4.0.
Deutschsprachiges Video „Nutzwertanalyse – einfach erklärt“, caesar.academy, 28.02.2023. Die Einbettung erteilt keine weiteren Nutzungsrechte.
Unsicherheiten prüfen und Entscheidung begründen
Szenario: Lizenzpreis steigt
Eine Sensitivitätsanalyse untersucht, wie das Ergebnis auf geänderte Eingabewerte reagiert. Erhöhe im Modell nur die laufende SaaS-Lizenz um 20 %: 4.800 €/Jahr × 1,20 = 5.760 €/Jahr. Zusammen mit 600 €/Jahr für Anbindung betragen die laufenden Kosten nun 6.360 €/Jahr. Die neue Dreijahres-TCO ist B = 3.700 € + 3 × 6.360 € = 22.780 €. A bleibt bei 22.400 € und ist nun 380 € günstiger. Prüfe deshalb Preisänderungsklauseln, Kündigungsfristen, Datenexport, Unterstützungsbedarf und Wechselkosten.
Du kannst die Kippschwelle analytisch bestimmen: 22.400 € = 3.700 € + 3 × (L + 600 €/Jahr), also L ≈ 5.633,33 €/Jahr. Oberhalb dieser Lizenzsumme ist B bei den gegebenen Annahmen über drei Jahre teurer als A. Für einen fünfjährigen Vergleich gilt eine andere Schwelle. Eine solche Grenzanalyse ist oft aussagekräftiger als ein scheinbar endgültiges Ranking.
Risiken und nichtmonetäre Wirkungen
Prüfe ungesicherte Zeitannahmen, zu optimistische Leistungswerte, Ausfallzeiten, Datenschutzrisiken, Anbieterabhängigkeit, Barrierefreiheit, Betriebskompetenzen und Verfügbarkeit von Dokumentation. Nutze eine Risikomatrix nur mit klaren Bewertungsskalen. Ohne empirische Grundlage darfst du keinen fiktiven Schaden als sicheren Kostenwert ansetzen. Nachhaltigkeit umfasst unter anderem Hardwarelebensdauer, Ressourcenverbrauch und langfristige Wartbarkeit; sie gehört zur Entscheidung, ohne fehlende Umweltmessungen zu erfinden.
Nachvollziehbare Empfehlung
Für drei Jahre empfiehlt das Modell B unter Vorbehalt: 19.900 € TCO statt 22.400 € und 3,90 statt 3,75 Nutzwertpunkte. Die Vorteile sind abhängig von unveränderten Lizenzkosten, funktionierendem Datenexport und nachweisbar erfüllten Muss-Anforderungen. Über fünf Jahre und in einem Preissteigerungsszenario ist A wirtschaftlicher. Halte die Quellen und Annahmen jeder Zahl fest, dokumentiere Verantwortlichkeiten, Projektrisiken, offene Datenschutzprüfungen und nachvollziehbare Qualitätskriterien. Dieser Kurs behauptet weder eine formale Herstellerfreigabe noch die Anerkennung als offizielle Abschlussprojektlösung.
Empfehlungsschema: Ausgangslage – Anforderungen – Varianten – technisch begründeter Eignungsnachweis – Kostentabelle – Nutzenhypothese – Nutzwert und Risiken – Sensitivitätsrechnung – Entscheidung mit Bedingungen – Prüf- und Freigabebedarf. Damit können Fachabteilung und Ausbildungsteam deinen Weg unabhängig nachvollziehen.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Prüfe dein Wissen
Welche Voraussetzung macht die TCO beider Varianten vergleichbar? (Gleicher Zeitraum und gleiche geforderte Leistung) (!Nur die einmalige Zahlung vergleichen) (!Umsatzsteuer bei nur einer Variante aufnehmen) (!Die jährlichen Kosten unberücksichtigt lassen)
Begründete Rückmeldung: Ein einheitlicher Betrachtungszeitraum und eine gleichwertige Leistung sind entscheidend; sonst entsteht ein verzerrter Kostenvergleich.
Welche TCO hat A für drei Jahre? (22400 Euro) (!13400 Euro) (!19900 Euro) (!3000 Euro)
Begründete Rückmeldung: Die Einmalzahlung von 13400 Euro und dreimal 3000 Euro wiederkehrende Kosten ergeben zusammen 22400 Euro.
Welche Alternative ist im Basismodell über drei Jahre günstiger? (B um 2500 Euro) (!A um 2500 Euro) (!B um 9700 Euro) (!Beide sind gleich teuer)
Begründete Rückmeldung: B kostet 19900 Euro und A 22400 Euro; die Differenz beträgt 2500 Euro.
Welche Arbeitszeitersparnis entsteht bei 7200 Anfragen und drei Minuten Ersparnis? (360 Stunden pro Jahr) (!21600 Stunden pro Jahr) (!7200 Stunden pro Jahr) (!36 Stunden pro Jahr)
Begründete Rückmeldung: 7200 mal drei Minuten ergeben 21600 Minuten; durch 60 geteilt sind dies 360 Stunden pro Jahr.
Warum sind 9000 Euro Zeitnutzen kein sicherer Zahlungszufluss? (Frei werdende Zeit reduziert nicht automatisch Auszahlungen) (!Jede Stunde ist immer direkt Umsatz) (!Zeitersparnis darf nur in Tagen angegeben werden) (!Nutzwerte sind immer Zahlungen)
Begründete Rückmeldung: Erst ein tatsächlicher Rückgang von Auszahlungen oder realisierter Mehrertrag macht ein Zeitpotenzial monetär wirksam.
Wie hoch müssen die Gewichte einer vollständigen Nutzwertanalyse zusammen sein? (100 Prozent) (!15 Prozent) (!5 Prozent) (!200 Prozent)
Begründete Rückmeldung: Die Gewichte ergeben zusammen 100 Prozent, damit die gewichtete Summe nachvollziehbar ist.
Wie groß ist der gewichtete Nutzwert der Alternative B? (3,90 Punkte) (!3,75 Punkte) (!0,15 Punkte) (!5,40 Punkte)
Begründete Rückmeldung: Die fünf Produkte aus Gewicht und Punktbewertung summieren sich bei B zu 3,90 Punkten.
Welche TCO hat B nach einem Lizenzanstieg von 20 Prozent über drei Jahre? (22780 Euro) (!22400 Euro) (!19900 Euro) (!3700 Euro)
Begründete Rückmeldung: Die neue Lizenz beträgt 5760 Euro pro Jahr, dazu kommen 600 Euro Anbindung; 3700 plus dreimal 6360 ergibt 22780 Euro.
Was berücksichtigt die Kapitalwertmethode zusätzlich? (Zeitpunkte künftiger Zahlungsströme durch Abzinsung) (!Nur die Zahl vorhandener Angebote) (!Ausschließlich die Qualität einer API) (!Einen ungeprüften Rechtsanspruch)
Begründete Rückmeldung: Bei der Abzinsung werden spätere Nettozahlungen in einen heutigen Vergleichswert umgerechnet.
Wie wird eine Variante mit verletztem Muss-Kriterium behandelt? (Vor der wirtschaftlichen Bewertung ausschließen) (!Wegen niedriger Kosten trotzdem auswählen) (!Durch hohe Kann-Punkte freigeben) (!Ohne Prüfung in Betrieb nehmen)
Begründete Rückmeldung: Muss-Kriterien sind verbindliche Eignungsvoraussetzungen; ein Rabatt ersetzt keine technische oder sicherheitsbezogene Eignung.
Memory
Ordne jeweils einen einzigartigen Begriff seiner passenden Beschreibung zu.
| Gesamtkosten | Summe der einmaligen und laufenden Beträge im betrachteten Zeitraum |
| Lizenz | Vertraglich erlaubte Nutzung einer Software |
| Amortisation | Rechnerisches Zurückverdienen einer Anfangsauszahlung |
| Nutzwert | Gewichteter Punktwert einer qualitativen Bewertung |
| Sensitivität | Reaktion eines Rechenergebnisses auf geänderte Annahmen |
| Kapitalwert | Abgezinster Saldo aller modellierten Nettozahlungen |
Drag-and-Drop
Verbinde die Tätigkeiten mit den zugehörigen Entscheidungsfragen.
| Tätigkeit | Passende Fragestellung |
|---|---|
| Muss-Kriterien prüfen | Erfüllt die Lösung sämtliche unverzichtbaren Eigenschaften? |
| Anfangskosten erfassen | Wie hoch sind Konfiguration und Schulung? |
| Jahreskosten ermitteln | Was kosten Hosting und Lizenz regelmäßig? |
| Nutzwert gewichten | Welche qualitativen Kriterien sind wichtiger? |
| Preisrisiko simulieren | Wie verändert eine Preiserhöhung die Empfehlung? |
Kreuzworträtsel
Jede Antwort ist ein einzelnes Fachwort ohne Zahl oder Leerzeichen.
| Lizenz | Wie heißt eine eingeräumte Erlaubnis zur Nutzung von Software? |
| Kapitalwert | Welcher Begriff bezeichnet abgezinste Nettozahlungen als Gesamtsaldo? |
| Nutzwert | Wie heißt die gewichtete qualitative Punktbewertung? |
| Amortisation | Wie nennt man die Zeit bis zur rechnerischen Rückgewinnung des Anfangsbetrags? |
| Kosten | Wie heißen die bewerteten Ressourcenverbräuche einer Lösung? |
| Risiko | Wie heißt die Möglichkeit einer ungünstigen Ergebnisabweichung? |
LearningApps
Die externe Suchseite enthält thematisch passende Übungen verschiedener Autorinnen und Autoren. Prüfe vor der Nutzung ihre Qualität; ein Suchtreffer ist keine bestätigte Übung.
Lückentext
Ergänze jede Aussage anhand der zuvor erläuterten Rechnung. Pro Satz gibt es genau eine Lücke.
Offene Aufgaben
Leicht
- Anforderungsanalyse: Notiere die Muss- und Kann-Anforderungen des Modellprojekts und erkläre, warum eine günstige ungeeignete Variante ausgeschlossen werden muss.
- Gesamtkostenrechnung: Kontrolliere die Addition der drei Einmalkostenpositionen beider Alternativen einschließlich der korrekten Einheit.
- Prozessanalyse: Ermittle die Bearbeitungsstunden vorher und nachher und belege die jährliche Differenz mit zwei Rechenwegen.
- Kostenvergleich: Erstelle eine verständliche Dreijahrestabelle mit TCO und Differenz beider Lösungen.
Standard
- Wirtschaftlichkeitsrechnung: Erweitere die Kalkulation auf fünf Jahre, zeichne die Kostenentwicklung und formuliere einen sachlichen Befund.
- Nutzwertanalyse: Diskutiere die fünf Gewichte in einer simulierten Besprechung und formuliere eine eigene begründete 100-Prozent-Matrix.
- Datenschutz: Entwickle ein rein synthetisches Beispieldatenmodell mit Rollen, Exportfeldern und offenen Datenschutzprüffragen.
- Softwareprojekt: Schreibe eine Seite Entscheidungsvorlage mit Projektziel, Alternativen, Kosten, Nutzen und überprüfbaren Testfällen.
Schwer
- Sensitivitätsanalyse: Berechne die jährliche Lizenz, bei der beide Dreijahresvarianten gleich teuer sind, und kontrolliere die Schwelle durch Einsetzen.
- Kapitalwertmethode: Erstelle eine Tabelle der Abzinsungsfaktoren von Jahr eins bis drei und berechne beide Modellkapitalwerte erneut.
- Risikoanalyse: Entwickle je ein pessimistischeres und optimistischeres Szenario für Anfragevolumen, Jahreskosten und Zeitnutzen mit Sensitivitätsvergleich.
- Projektpräsentation: Produziere mit frei erfundenen Beispieldaten eine Präsentation oder ein kurzes Erklärvideo, das Empfehlung, Gegenargumente und Freigabebedarf verständlich macht.


Lernkontrolle
- Anforderungsmanagement: Leite aus dem fiktiven Auftrag eine nachvollziehbare Eignungsprüfung ab, die vor jeder TCO-Bewertung durchgeführt wird.
- Kostenvergleichsrechnung: Erkläre den Wechsel des wirtschaftlichen Vorteils zwischen drei und fünf Jahren anhand überprüfter Rechnungen.
- Investitionsrechnung: Begründe, warum monetarisierte Zeitgewinne ohne nachgewiesene Auszahlungseffekte keine sicheren Cashflows sind.
- Nutzwertanalyse: Weise die 3,90 Punkte von B nach und prüfe, ob eine andere Gewichtung die Rangfolge verändern könnte.
- Szenarioanalyse: Überprüfe den Preissteigerungsfall mit 22.780 Euro TCO und formuliere einen möglichen vertraglichen Risikoschutz.
- Kapitalwertmethode: Vergleiche einfachen Dreijahressaldo und Kapitalwert und erläutere Unterschiede durch Zeitpunkt und Modellannahmen.
Lernnachweis
Dein Lernnachweis besteht aus einem datensparsamen fiktiven IT-Projektportfolio. Es enthält die Anforderungsanalyse, zwei fachrichtungsbezogene Lösungsentwürfe, eine TCO-Rechnung in Euro, eine nachvollziehbare Nutzenrechnung in Stunden und Euro unter klaren Vorbehalten, eine vollständige Nutzwertmatrix, einen Kapitalwert mit Zinssatz und Zeitpunkt, eine Sensitivitätsrechnung und eine schriftlich begründete Entscheidung mit offenen Prüfungen. Die Qualität wird an korrekten Einheiten, überprüfbaren Formeln, klaren Quellen, begründeten Annahmen, Transparenz der Unsicherheit und Verständlichkeit beurteilt. Lege keine realen Schüler-, Kunden- oder Betriebsdaten bei.
OER und Wikipedia
Amtliche und fachliche Quellen, überprüft am 21.10.2026:
- KMK, Rahmenlehrplan für Fachinformatiker und Fachinformatikerin sowie IT-System-Elektroniker und IT-System-Elektronikerin, Beschluss 13.12.2019, insbesondere schulisches Lernfeld 12a. Keine Übernahme geschützter Volltexte.
- FIAusbV, Verordnung vom 28.02.2020 zur betrieblichen Ausbildungsordnung und den Fachrichtungen; keine Gleichsetzung mit dem Rahmenlehrplan.
- BIBB, Fachinformatiker/Fachinformatikerin – Umsetzungshilfe für die Ausbildungspraxis, 2020, Quellverweis; Lizenz des Werks CC BY-NC-ND 4.0, kein bearbeiteter Volltext übernommen.
- Hessische Zentrale für Datenverarbeitung, Wirtschaftlichkeitsuntersuchung zu Nutzwert, Kapitalwert und Szenarien im Kontext der öffentlichen IT. Dieser Behördenkontext wird nicht als privatrechtliche Pflicht für den fiktiven Betrieb dargestellt.
- Bundesministerium der Finanzen, Arbeitsanleitung zu Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen, Fassung 13.01.2026. Diese staatliche Methode dient hier nur als Orientierung, nicht als vorgeschriebener Zinssatz.
- Bundeszentrale für politische Bildung, Investitionsrechnung.
- Wikipedia, Nutzwertanalyse als ergänzender, selbst kritisch zu prüfender Überblick.
Wikimedia Commons: exakte Mediennachweise und Urheberrechte
| Datei | Quellseite | Urheber | Lizenz und Nachweis |
|---|---|---|---|
| File:Break-even.png | Break-even.png auf Wikimedia Commons | Oftcc | CC BY-SA 3.0; Namensnennung, Lizenzlink und Kennzeichnung von Änderungen |
| File:Pareto analysis process diagram.svg | Pareto analysis process diagram.svg auf Wikimedia Commons | Peter Gladdish | CC BY 4.0; Namensnennung, Lizenzlink und Kennzeichnung von Änderungen |
Verifizierte öffentlich auffindbare Videos: Die Videos werden über YouTube eingebettet und nicht kopiert. Es wird keine CC-Lizenz oder allgemeine Wiederveröffentlichungserlaubnis behauptet.
| Exakte URL | Quelle und Inhalt | Kanal | Nutzungsrechte |
|---|---|---|---|
| https://www.youtube.com/watch?v=LB1tGmKSbpQ | Dynamisch, Kapitalwertmethode, Barwertfaktor | studybreak | Rechte bei den jeweiligen Berechtigten; öffentliche YouTube-Einbettung |
| https://www.youtube.com/watch?v=Zu4V-S2C34Y | Nutzwertanalyse – einfach erklärt | caesar.academy | Rechte bei den jeweiligen Berechtigten; öffentliche YouTube-Einbettung |
Wikipedia-Artikel zur Vertiefung:
Verknüpfte Lernbereiche
aiMOOC Projekte
Schulfach+


aiMOOCs


aiMOOC Projekte


MOOCwiki · Deutsch
Nach dem Lernen ist vor dem Lernen
Entdecke direkt den nächsten Lernkurs. Weitere Inhalte erscheinen, wenn Du weiter nach unten scrollst.
Zur MOOCwiki-HauptseiteMediathek
Mediathek wird aus dem Wiki geladen ...
Keine passenden Inhalte gefunden. Bitte ändere Suche oder Filter.
NEWSLernweltNOAH fragenInhalt melden · Hinweise zu Fehlern, Quellen, Medienrechten oder Dubletten