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Anforderungen durch ein strukturiertes Gespräch erheben - Anforderungen und Schutzbedarf am IT-Arbeitsplatz - Ausbildung

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Anforderungen durch ein strukturiertes Gespräch erheben - Anforderungen und Schutzbedarf am IT-Arbeitsplatz - Ausbildung

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Einleitung

Du lernst in diesem vollständigen aiMOOC, wie du Kundenwünsche zu einem IT-Arbeitsplatz durch ein vorbereitetes, respektvolles und systematisches Gespräch ermittelst. Du unterscheidest Aussagen, Annahmen, prüfbare Anforderungen und Sicherheitsbedürfnisse. Am Ende kannst du ein Interview führen, Ergebnisse nachvollziehbar dokumentieren, offene Fragen nachfassen und ein fachlich begründetes Anforderungsprotokoll zur Abstimmung vorlegen.

Zielgruppe: Fachinformatikerinnen und Fachinformatiker im 1. Ausbildungsjahr. Methode: ausschließlich fiktiver Modellfall; Interview-Rollenspiel, Auswertung, Schutzbedarfseinschätzung und Abnahmeplanung. Alle Personen, Unternehmensnamen, Preise, Mengen, Betriebsabläufe und Schadensannahmen im Fall sind erfunden.

Ausbildungsbezug: Der KMK-Rahmenlehrplan (Beschluss vom 13.12.2019) nennt für das erste Jahr Lernfeld 2 „Arbeitsplätze nach Kundenwunsch ausstatten“ (80 Unterrichtsstunden) und Lernfeld 4 „Schutzbedarfsanalyse im eigenen Arbeitsbereich durchführen“ (40 Unterrichtsstunden). Das sind schulische Lernfelder, keine betriebliche Ausbildungsordnung. Die bundesrechtliche Fachinformatikerausbildungsverordnung (FIAusbV vom 28.02.2020, in Kraft ab 01.08.2020) regelt die betriebliche Ausbildungsgrundlage; insbesondere § 4 und Ausbildungsrahmenplan sowie § 9 zum Prüfungsbereich „Einrichten eines IT-gestützten Arbeitsplatzes“ sind thematisch einschlägig. Dieser Kurs enthält keine offiziellen Prüfungsaufgaben.

Sicherheit: Erarbeitet werden nur Papier-, Tabellen- und Rollenspielszenarien. Eine tatsächliche Konfiguration oder technische Arbeit erfordert qualifizierte Aufsicht und die betrieblichen Vorgaben. Keine Arbeiten an elektrischen Anlagen, Kranen, Drucksystemen oder Gefahrstoffen. Der Kurs ersetzt weder betriebliche Freigaben noch Befähigungsnachweise und behauptet keine rechtliche oder fachliche Vollfreigabe.


Fiktiven Arbeitsauftrag verstehen


Der Modellbetrieb und sein Arbeitsplatz

Die Nordlicht Lernlogistik GmbH ist ein vollständig erfundenes Übungsunternehmen ohne reale Kunden. Im fiktiven Büro erfasst die Sachbearbeiterin „Alex“ täglich 24 Bestellungen für Lernmaterial und stimmt Liefertermine ab. Ein Arbeitsplatz soll erneuert werden. Die IT-Abteilung kennt zunächst nur den Satz: „Mein Rechner ist langsam, ich brauche etwas Sicheres und zwei Bildschirme.“ Schon hier fehlen Nutzungskontext, Engpässe, Mengen, Sicherheitsfolgen und Abnahmekriterien. Du stellst Fragen, statt vorschnell ein bestimmtes Produkt zu empfehlen.

Ein Stakeholder ist jede betroffene oder entscheidungsbefugte Person bzw. Rolle: hier die Sachbearbeitung, die Teamleitung, der fiktive IT-Support und die zuständige Informationssicherheitsrolle. Ein Kundenwunsch beschreibt häufig ein Bedürfnis; eine Anforderung beschreibt eine benötigte Eigenschaft oder Leistung. Eine Randbedingung begrenzt Lösungen, etwa das genehmigte Budget. Schutzbedarf beschreibt, wie schwer Schäden bei Verletzung eines Schutzziels wären.


Ausgangslage mit messbaren Größen

Im Modell fallen 24 Bestellungen pro Arbeitstag an. Für eine Bestellung benötigt Alex im Ist-Prozess durchschnittlich 6 Minuten; das sind 24 × 6 min = 144 min = 2,4 h reine Erfassungszeit pro Tag. Die gewünschte Bearbeitung darf durch einen Systemwechsel nicht länger werden. Das ist eine Ausgangsbeobachtung, keine Leistungszusage: Für einen späteren Soll-Wert sind gleiche Testbedingungen und ein festgelegtes Messverfahren erforderlich.

Die fiktive Teamleitung setzt eine erste Budgetobergrenze von 1.200 € brutto je Arbeitsplatz und wünscht eine einsatzbereite Lösung innerhalb von vier Wochen nach schriftlicher Freigabe. Ob beide Vorgaben realistisch sind, ist eine offene Klärung – nicht deine Zusage.

Medienbeispiel: Ein Gespräch im Umfeld eines Laptops macht deutlich, dass Anforderungen von den Menschen im Arbeitsprozess ausgehen. Foto: Kekiwiyi, CC BY-SA 4.0; siehe Mediennachweise.


Das strukturierte Kundengespräch planen


Ziel, Beteiligte und Gesprächsphasen

Ein leitfadengestütztes Interview verbindet vergleichbare Kernfragen mit Raum für Nachfragen. Vor dem Termin klärst du Auftrag, Gesprächsziel, Dauer und Rollen. Du notierst keine echten Zugangsdaten, personenbezogenen Falldaten oder Betriebsgeheimnisse. In der Modellübung dienen erfundene Daten und Platzhalter. Für reale Gesprächsprotokolle gelten betriebliche Regeln zur Datensparsamkeit und zum Zugriff.

Gesprächsablauf für 25 Minuten: 3 min Einstieg und Zielklärung, 8 min Arbeitsabläufe und Probleme, 7 min Anforderungen und Sicherheitsfolgen, 4 min Priorisierung, 3 min Zusammenfassung und nächste Schritte. Kontrolle: 3 + 8 + 7 + 4 + 3 = 25 min.

Ein freundlicher Einstieg lautet: „Ich möchte verstehen, welche Aufgaben Sie mit dem Arbeitsplatz erledigen. Am Ende fasse ich unsere Ergebnisse zusammen und bitte Sie, mögliche Missverständnisse zu korrigieren.“ Eine Einwilligung zu einer Aufnahme ist nicht automatisch aus dem Gespräch ableitbar. Im Übungsfall wird nicht aufgezeichnet.

Animation: Ein Interview kann als Gespräch mit Rückfragen auch über Videokommunikation stattfinden. Subhashish Panigrahi, CC BY-SA 4.0; siehe Mediennachweise.


Offene, geschlossene und vertiefende Fragen

Offene Frage: „Welche Schritte durchlaufen Sie von der eingehenden Bestellung bis zur Bestätigung?“ Sie fördert eine ausführliche Beschreibung. Geschlossene Frage: „Benötigen Sie den Zugriff auch außerhalb des Büros?“ Sie klärt einen konkreten Sachverhalt, liefert allein aber selten den Hintergrund. Vertiefungsfrage: „Woran merken Sie, dass das System zu langsam ist? Können Sie einen typischen Arbeitsschritt mit Zeitbedarf nennen?“ Sie macht das Problem überprüfbar. Kontrollfrage: „Habe ich richtig verstanden, dass die Anwendung jeden Werktag vormittags benötigt wird?“

Vermeide Suggestivfragen wie „Sie möchten doch sicher den teuersten Laptop?“ sowie Doppel- und Mehrfachfragen („Welche Software, welche Sicherheit und welchen Monitor brauchen Sie?“). Frage nacheinander und benutze fachlich verständliche Sprache. Trenne die Aussage der Kundin von deiner Interpretation.

Beispielausschnitt aus dem rein fiktiven Dialog:

IT: „Bei welchem Schritt warten Sie am längsten?“
Alex: „Beim Wechsel zwischen Bestellmaske und Dokumentenansicht.“
IT: „Wie häufig passiert das und wie messen wir die Dauer?“
Alex: „Etwa 24-mal am Tag; wir könnten fünf typische Wechsel mit derselben Testdatei stoppen.“
IT: „Ist der zweite Monitor zwingend nötig oder eine gewünschte Arbeitserleichterung?“
Alex: „Für den gleichzeitigen Blick auf Auftrag und Dokument ist er wichtig.“
IT: „Welche Informationen müssen gegen unberechtigten Einblick geschützt werden?“
Alex: „Im Modell enthalten Bestellungen fiktive Kontakt- und Lieferdaten.“


Geeigneten Gesprächsleitfaden nutzen

Bereich Beispiel einer guten Frage Wofür die Antwort gebraucht wird
Prozess Welche Aufgaben und Spitzenzeiten gibt es? Nutzungskontext, Mengengerüst
Funktion Welche Anwendung und welche Eingaben sind erforderlich? Funktionale Anforderungen
Qualität Wie lange darf ein typischer Vorgang höchstens dauern? Messbare Qualitätskriterien
Arbeitsplatz Welche Ein- und Ausgabegeräte sind notwendig? Ausstattung und Ergonomie
Schutz Wer darf welche Informationen sehen oder ändern? Schutzbedarf und Berechtigung
Störung Was geschieht, wenn der Arbeitsplatz einen halben Tag ausfällt? Schadensszenario
Rahmen Wer genehmigt Budget, Termin und Ergebnis? Verantwortung und Freigabe

Das dokumentierte Interview ist ein Ermittlungsschritt; anschließend musst du die Angaben prüfen, mit anderen zuständigen Rollen abgleichen und bestätigen lassen. Nicht jede mündliche Aussage ist schon ein vollständig verstandener Auftrag.

Audio zum Fachwort: . Das Beispiel erläutert ausschließlich die Aussprache, kein reales Kundengespräch. Aufnahme: Jeuwre, CC BY-SA 4.0.


Aussagen in überprüfbare Anforderungen umwandeln


Funktionale Anforderungen, Qualität und Randbedingungen

Funktional bedeutet: Was soll möglich sein? Beispiel: „Die Sachbearbeitung kann die fiktive Bestellmaske und einen PDF-Beleg parallel betrachten.“ Nichtfunktional oder Qualitätsanforderung bedeutet: Wie gut soll es funktionieren? Beispiel: „Der Wechsel zwischen zwei bereitgestellten Ansichten dauert im vereinbarten Test höchstens 3 s.“ Randbedingung bedeutet: In welchem Rahmen? Beispiel: „Das freigegebene Bruttobudget ist höchstens 1.200 €.“ Sicherheit kann als Qualitätsmerkmal und als konkret zu erfüllende Maßnahme beschrieben werden.

Unklare Aussage: „Der PC muss schnell sein.“ Besser: „Bei fünf aufeinanderfolgenden, gleichartigen Wechseln zwischen der fiktiven Bestellansicht und einem lokalen Testdokument beträgt die beobachtete Zeit je Wechsel höchstens 3 s; der Test verwendet ein dokumentiertes Musterprofil.“ Das konkrete Zeitlimit ist eine frei gewählte Modellvorgabe, keine allgemeine Norm.


Priorisieren und Rückverfolgbarkeit sichern

Verwende nachvollziehbare IDs, z. B. A01 bis A06, Quelle, Bedeutung, Priorität und Test. Das einfache MoSCoW-Schema unterscheidet Muss, Soll, Kann und Vorerst nicht. Prioritäten werden mit Auftraggebenden abgestimmt; sie ergeben sich nicht aus technischen Vorlieben.

ID Anforderung im fiktiven Fall Priorität Verifikationsidee
A01 Zwei Arbeitsansichten gleichzeitig anzeigen Muss Vorführung mit fiktiver Bestellmaske und PDF
A02 Fünf Ansichtswechsel jeweils in höchstens 3 s Soll Fünf Messungen unter festem Testprofil
A03 Nur freigeschaltete Modellrollen erhalten Schreibrechte Muss Test mit zwei synthetischen Testkonten
A04 Ein Ausfall von mehr als 2 h ist aus Sicht der Teamleitung besonders kritisch Klärung Folgen, Abhängigkeiten und Wiederanlaufziel nachfragen
A05 Gesamtkosten pro Arbeitsplatz höchstens 1.200 € brutto Muss Vollständigen Musterkostenplan prüfen
A06 Optionaler zusätzlicher mobiler Zugriff Kann Entscheidung der zuständigen Rolle einholen

Akzeptanzkriterium ist eine vorher vereinbarte, beobachtbare Bedingung, an der man später die Erfüllung beurteilt. Eine Anforderungsmatrix verknüpft Kundenwunsch → konkrete Anforderung → Risiko oder Priorität → Test → Freigabe. So lassen sich Änderungen später begründen. Kein Test mit fiktiven Konten beweist automatisch die Sicherheit einer realen Umgebung.

Beispiel eines Anwendungsfalldiagramms: Es hilft, Rollen und Funktionen zu trennen; es ist nicht das Diagramm unseres erfundenen Betriebs. RachelRooster, CC BY-SA 4.0; siehe Mediennachweise.


Konflikte sichtbar machen und Lösungen vergleichen

Im Modell verlangt die Teamleitung niedrige Kosten, während Alex möglichst unterbrechungsfrei arbeiten möchte. Beide Ziele können in Spannung stehen. Du formulierst Varianten statt einseitiger Versprechen: Variante A mit lokaler Arbeit und betreutem zentralem Speicherdienst; Variante B mit einem anderen freigegebenen Standardarbeitsplatz. Jede Lösung ist erst nach Prüfung von Verfügbarkeit, Zugriffsrechten, Budget, Support und betrieblicher Infrastruktur zu bewerten.

Beispiel für ein transparentes Mengenmodell: Ein Arbeitsplatz mit einer im Lehrmodell angenommenen mittleren Leistungsaufnahme von 50 W während 40 h pro Woche verbraucht 50 W × 40 h = 2.000 Wh = 2 kWh pro Woche. Eine Variante mit 90 W benötigt 3,6 kWh. Unterschied: 1,6 kWh pro Woche. Bei rein fiktiven 0,30 €/kWh entspricht dies 0,48 € je Woche und bei angenommenen 50 Nutzungswochen 24 € pro Jahr. Die Werte sind keine geprüften Produktdaten; Displays, Auslastung und Leerlauf müssen in echten Vergleichen getrennt berücksichtigt werden.


Schutzbedarf im Gespräch ermitteln


Die drei Schutzziele verständlich erklären

Vertraulichkeit bedeutet: Nur Berechtigte erhalten Einblick. Integrität bedeutet: Daten sind richtig und vor unbemerkter, unbefugter Veränderung geschützt. Verfügbarkeit bedeutet: Benötigte Informationen und Funktionen stehen im erforderlichen Zeitraum bereit.

Die drei Schutzziele der Informationssicherheit, im Bild englisch bezeichnet. Picturesqua, CC BY-SA 4.0; siehe Mediennachweise.

Für die qualitative Schutzbedarfsfeststellung verwendet die BSI-IT-Grundschutzmethodik je Schutzziel die Kategorien normal, hoch und sehr hoch abhängig von möglichen Schäden. Die Zuordnung ist kontextabhängig; eine kleine Übungsfirma besitzt nicht automatisch „hohen“ Schutzbedarf, nur weil Daten auf einem Computer liegen. Ein Schutzbedarfswert wird im Gespräch ermittelt, begründet, abgestimmt und dokumentiert.

Modellfragen: „Was wäre die Folge einer unberechtigten Einsicht?“, „Was geschieht bei versehentlich veränderten Liefermengen?“, „Welche konkreten Tätigkeiten fallen bei einer Störung aus?“, „Wie lang dürfte der Prozess unterbrochen sein, bevor erhebliche Folgen eintreten?“, „Gibt es alternative Arbeitsweisen?“ Frage nach Folgen, nicht nur nach Schlagwörtern wie „kritisch“.


Fiktive Schadensszenarien und Einstufungen

Schutzziel Fiktiver Vorfall Begründete Arbeitshypothese Klärbedarf
Vertraulichkeit Unbefugte sehen die im Übungsfall angenommenen Kontaktdaten hoch, falls erhebliche Nachteile denkbar sind Tatsächliche Datenarten, Empfänger und Folgen prüfen
Integrität Liefermenge wird unbemerkt verändert hoch, wenn Fehlbestellungen spürbare Kosten auslösen Fehlererkennung und Freigaben klären
Verfügbarkeit Arbeitsplatz ist 30 min nicht nutzbar normal, falls mit vertretbarer Ersatzarbeit überbrückbar Folgen ab 2 h, Ersatzprozess und Spitzenzeiten prüfen

Wichtig: Die Tabelle ist eine didaktische Hypothese, keine festgestellte Einstufung für ein wirkliches Unternehmen. Die BSI-Methode bezieht auch Prozesse, Informationen, Anwendungen und abhängige Systeme ein; nach dem Maximumprinzip kann sich hoher Schutzbedarf auf eingesetzte IT-Systeme übertragen. Vererbung, Kumulation und Abhängigkeiten prüft eine zuständige Fachstelle.

Veranschaulichung von Ausfallfolgen:

Die Animation zeigt nur beispielhaft, dass Fehler in Netzen weitere Ausfälle nach sich ziehen können. Stickulator, CC BY-SA 3.0; kein Nachweis der Ausfallwahrscheinlichkeit unseres Modellarbeitsplatzes.


Datenschutz und Sicherheitsmaßnahmen voneinander abgrenzen

Personenbezogene Daten verlangen einen rechtmäßigen und auf das Notwendige begrenzten Umgang; einschlägig sind insbesondere die Grundsätze des Art. 5 DSGVO. Art. 32 DSGVO beschreibt risikogerechte technische und organisatorische Maßnahmen. Konkrete Pflichten bewertet die zuständige Organisation; hier werden keine realen Daten verarbeitet und keine juristischen Freigaben erteilt.

Aus Antworten können Vorschläge entstehen: rollenbasierte Berechtigungen, automatische Bildschirmsperre, genehmigte Datensicherung, geeignete Aktualisierung und vertrauliche Behandlung von Unterlagen. Vor einer echten Umsetzung sind IT-Verantwortliche und betriebliche Richtlinien einzubeziehen. Frage niemals nach Passwörtern, Schlüsseln oder vertraulichen Originaldateien im Lehrgespräch.

Begleitvideo (deutsch): Überblick über IT-Grundschutz und Einordnung der Schutzbedarfsanalyse, herausgegeben von CSBME KAH (YouTube, veröffentlicht 09.08.2022):


Ergebnisse abstimmen und die Lösung überprüfbar machen


Ergebnisprotokoll mit offenen Punkten

Ein gutes Gesprächsprotokoll hält Datum als Übungsdatum, Rollen, Ziel, zusammengefasste Aussagen, Anforderungen mit IDs, Annahmen, Widersprüche, offene Fragen, Entscheidungen, Verantwortlichkeiten und nächste Termine fest. Kennzeichne offen, bestätigt und verworfen getrennt. Erfinde weder eine reale Zustimmung noch eine Freigabe.

Protokollfeld Fiktiver Eintrag
Gegenstand Arbeitsplatz für Bestellerfassung, nur Modellbetrieb
Quellen Rollenspiel Sachbearbeitung; fiktive Teamleitung
Bestätigte Beobachtung 24 Bestellungen pro Tag; 6 min je Vorgang im Ist-Modell
Abzustimmende Anforderung A02: fünf Ansichtswechsel je höchstens 3 s
Schutzbedarf offen Hoher Integritätsbedarf als Hypothese; Schadenshöhe nachfragen
Genehmigung Keine; Entscheidung durch zuständige Rollenspiel-Teamleitung ausstehend
Nächster Schritt Kriterien, Varianten und Schutzbedarf mit den Modellrollen überprüfen


Zurückspiegeln, nicht voreilig freigeben

Am Gesprächsende kannst du sagen: „Ich habe verstanden: Zwei gleichzeitig sichtbare Ansichten sind wichtig; das Ziel von höchstens drei Sekunden je Ansichtswechsel wird noch geprüft; die Budgetobergrenze liegt bei 1.200 Euro. Ist das korrekt? Welche Punkte fehlen?“ Diese Zusammenfassung erlaubt Korrekturen. Bitte um Freigabe erst für eine klar bezeichnete, vollständige Version durch die zuständige Rolle; eine Schulübung ist keine echte betriebliche Autorisierung.

Für eine nachvollziehbare Lernkontrolle werden im Planspiel zu A01 eine Vorführung, zu A02 fünf Zeitmessungen, zu A03 zwei getrennte Modellkonten mit verschiedenen Berechtigungen und zu A05 ein Kostenabgleich vorgesehen. Die Testdaten und Testumgebung bleiben synthetisch. Die Schutzbedarfsanalyse wird begründet und als Entwurf an die zuständige fachliche Rolle gegeben.


Interaktive Aufgaben


Multiple-Choice-Quiz

Bearbeite genau zehn Fragen. Pro Frage ist eine Antwort richtig; die richtige Lösung ist aus der vorangehenden Fallanalyse ableitbar. Nach jedem Aufgabenblock erhältst du eine kurze begründete Lernrückmeldung.

Welche Frage eignet sich am besten als offener Einstieg in das Kundengespräch? (Welche Arbeitsschritte führen Sie täglich am IT-Arbeitsplatz aus?) (!Sie brauchen auf jeden Fall einen neuen Laptop oder?) (!Ist Ihr PC kaputt?) (!Wollen Sie den teuren Monitor sofort bestellen?)



Rückmeldung: Die offene Frage erkundet Tätigkeiten und Zusammenhänge, ohne eine Lösung vorwegzunehmen. Die anderen Fragen sind suggestiv oder zu eng.

Was ist im Modell eine prüfbare Qualitätsanforderung? (Fünf definierte Ansichtswechsel dauern jeweils höchstens drei Sekunden) (!Der Rechner soll ziemlich schnell sein) (!Die Oberfläche muss modern wirken) (!Ein besonders beliebtes Gerät ist zu kaufen)



Rückmeldung: Eine feste Anzahl von Tests und eine messbare Zeitgrenze machen die Aussage überprüfbar. Die übrigen Formulierungen bleiben unbestimmt.

Welcher Schritt folgt unmittelbar auf die Erhebung noch unbestätigter Kundenwünsche? (Aussagen analysieren und mit zuständigen Personen abstimmen) (!Ohne Rückfragen sofort Hardware bestellen) (!Annahmen stillschweigend zu Fakten erklären) (!Sämtliche Sicherheitsfragen ignorieren)



Rückmeldung: Erst die Klärung von Widersprüchen, Prioritäten und Akzeptanzkriterien macht aus Aussagen tragfähige Anforderungen.

Was beschreibt das Schutzziel Integrität? (Schutz von Daten vor unbemerkter unbefugter Veränderung) (!Verfügbarkeit eines Geräts zu jeder denkbaren Zeit) (!Vollständige Geheimhaltung aller öffentlich zugänglichen Informationen) (!Ausschließlich geringe Stromkosten)



Rückmeldung: Integrität betrifft Richtigkeit und Unversehrtheit. Die anderen Antworten verwechseln Integrität mit Verfügbarkeit, pauschaler Geheimhaltung oder Wirtschaftlichkeit.

Welche Aussage zur Schutzbedarfsfeststellung ist sachgerecht? (Schadensfolgen pro Schutzziel werden kontextbezogen begründet) (!Jeder Bürocomputer hat zwingend sehr hohen Schutzbedarf) (!Alle drei Schutzziele erhalten immer dieselbe Kategorie) (!Ein Herstellerprospekt ersetzt die Bewertung)



Rückmeldung: Im IT-Grundschutz werden Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit anhand möglicher Folgen bewertet; Kategorien können sich unterscheiden.

Wie viele Minuten benötigt die fiktive Erfassung von vierundzwanzig Vorgängen zu je sechs Minuten? (Einhundertvierundvierzig Minuten) (!Vierundzwanzig Minuten) (!Dreißig Minuten) (!Sechshundert Minuten)



Rückmeldung: 24 mal 6 ergibt 144 Minuten oder 2,4 Stunden. Die Einheit muss bei der Berechnung mitgeführt werden.

Welche Frage klärt die Verfügbarkeit am besten? (Welche Folgen hätte eine Unterbrechung von zwei Stunden?) (!Ist Ihre Lieblingsfarbe blau?) (!Welches Gerät ist gerade im Angebot?) (!Soll die Tastatur lauter klicken?)



Rückmeldung: Der denkbare Schaden und die tolerierbare Dauer sind entscheidende Grundlagen zur Bewertung des Verfügbarkeitsbedarfs.

Welche Information gehört in ein nachvollziehbares Anforderungsprotokoll? (Anforderungskennung mit Quelle und Akzeptanzkriterium) (!Das echte Passwort der Sachbearbeitung) (!Eine frei erfundene bereits erfolgte Freigabe) (!Nur die Marke des Lieblingscomputers)



Rückmeldung: IDs, Quellen und Tests sichern Nachvollziehbarkeit; Passwörter gehören nicht in das Gesprächsprotokoll.

Welche Aussage trennt schulischen Lehrplan und betriebliche Ausbildungsordnung korrekt? (KMK Lernfelder beschreiben schulische Kompetenzen und FIAusbV regelt bundesrechtliche Ausbildungsinhalte) (!Der KMK Lehrplan ist eine Herstellerfreigabe) (!Die FIAusbV ist nur ein freiwilliger Unterrichtsvorschlag) (!Beide Dokumente sind private Verkaufsprospekte)



Rückmeldung: Die KMK regelt den berufsbezogenen Unterricht, während die Ausbildungsordnung des Bundes den anerkannten Ausbildungsberuf und Ausbildungsrahmen regelt.

Was ist nach dem Gespräch die fachlich angemessene nächste Handlung? (Offene Punkte markieren und die Zusammenfassung mit den zuständigen Rollen prüfen) (!Sicherheitseinstufungen ohne Begründung endgültig festsetzen) (!Ungeprüfte Änderungen an einem echten Unternehmensnetz ausführen) (!Das Protokoll mit echten Zugangsdaten öffentlich teilen)



Rückmeldung: Rückspiegelung und dokumentierte Klärung sind erforderlich, bevor reale Entscheidungen und Handlungen freigegeben werden.


Memory

Ordne sechs eindeutige Begriffe ihren Erklärungen zu.

Stakeholder Von der IT-Lösung betroffene oder entscheidende Rolle
Leitfaden Vorbereitete Struktur für ein systematisches Interview
Akzeptanzkriterium Beobachtbare Bedingung für die spätere Abnahme
Vertraulichkeit Schutz vor unberechtigter Kenntnisnahme
Integrität Schutz vor unbefugter oder unbemerkter Datenänderung
Verfügbarkeit Nutzbarkeit von Informationen zur benötigten Zeit





Drag-and-Drop

Verbinde jede Gesprächsphase mit der passenden Handlung.

Passender Fachbegriff Beschreibung der Handlung
Vorbereitung Ziel und beteiligte Rollen ermitteln
Einstieg Anlass und Gesprächsrahmen erklären
Vertiefung Beispiele und messbare Folgen nachfragen
Priorisierung Mussbedarf und optionale Wünsche unterscheiden
Abschluss Ergebnisse zurückspiegeln und nächste Schritte festhalten





Kreuzworträtsel

Finde sechs Fachwörter. Jede Lösung besteht aus einem Wort.

Interview Geplantes Gespräch zur Ermittlung von Anforderungen
Leitfaden Vorbereitete Reihenfolge von Kernfragen
Integrität Schutzziel der Unversehrtheit von Informationen
Verfügbarkeit Schutzziel der rechtzeitigen Nutzbarkeit
Protokoll Schriftliche Festhaltung von Aussagen und Entscheidungen
Priorität Kennzeichnung der Wichtigkeit einer Anforderung





LearningApps

Ergänzende externe Lernangebote: Eine thematische Suchseite für Übungen zur strukturierten Anforderungserhebung. Externe Inhalte sind nicht Teil des verbindlichen Modellfalls und vor Verwendung durch die Lehrkraft zu prüfen.


Lückentext

Vervollständige den eigenständigen Lerntext mit dem jeweils richtigen Fachbegriff.

Vervollständige den Text.
Ein vorbereitetes Kundengespräch nutzt einen

. Am Beginn helfen

Fragen beim Verstehen der Tätigkeiten. Eine von einer Antwort ausgelöste Rückfrage nennt man

. Eine betroffene oder entscheidende Rolle ist ein

. Für jede überprüfbare Aussage formulieren wir ein

. Die drei Schutzziele umfassen unter anderem die

. Die Unversehrtheit von Daten heißt

. Die zeitgerechte Nutzbarkeit eines Systems heißt

. Unbestätigte Festlegungen markieren wir im

. Vor der Umsetzung müssen wir offene Punkte mit zuständigen Rollen

.



Offene Aufgaben


Leicht

  1. Gesprächsleitfaden: Erstelle für den rein fiktiven Arbeitsplatz einen Leitfaden mit sechs offenen Kernfragen und je einem Erkenntnisziel.
  2. Fragetechniken: Formuliere vier suggestive Fragen aus dem Modellfall zu neutralen, verständlichen Fragen um und begründe jede Änderung.
  3. Anforderung: Sortiere zehn selbst erdachte Aussagen zu funktionalen Anforderungen, Qualitätsmerkmalen und Randbedingungen; gib deine Kriterien an.
  4. Schutzziele: Beschreibe zu Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit je ein fiktives Schadensszenario in zwei Sätzen.


Standard

  1. Rollenspiel: Führe ein Gespräch von zehn Minuten mit einer Partnerperson, die die fiktive Rolle Alex spielt; verwende keine echten Betriebsinformationen und protokolliere nur die erfundenen Anforderungen.
  2. Anforderungsmatrix: Entwickle sechs eindeutige IDs samt Quelle, Priorität, Mess- oder Prüfkriterium; markiere offene Entscheidungen.
  3. Schutzbedarfsfeststellung: Ordne die drei Modellschutzziele jeweils normal, hoch oder sehr hoch zu und begründe jede Annahme mit einem Schadensszenario und einer offenen Rückfrage.
  4. Energieverbrauch: Berechne für 50 W und 90 W bei 40 h je Woche den Energiebedarf in kWh und den Unterschied bei fiktiven 0,30 €/kWh; zeige sämtliche Einheiten und den Rechenweg.


Schwer

  1. Anforderungsmanagement: Entwickle aus widersprüchlichen Modellwünschen zwei Lösungsvarianten mit Kriterien zu Kosten, Benutzbarkeit, Sicherheit und Nachhaltigkeit; stelle eine begründete Entscheidungshilfe zusammen.
  2. Abnahmetest: Erarbeite für A01, A02, A03 und A05 einen Testplan mit synthetischen Daten, eindeutigen Bestehensbedingungen und Rollen für Prüfung und Zustimmung.
  3. Datenschutz: Untersuche eine fiktive Sicherheitslücke anhand der Schutzziele, möglicher Betroffener und risikogerechter Vorschläge; trenne Maßnahmenentwurf von rechtlicher Freigabe.
  4. Reflexion: Spiele ein Abschlussgespräch mit berechtigtem Widerspruch zur bisherigen Zusammenfassung durch; dokumentiere Änderungen, ihre Folgen und eine offene Entscheidung.




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Lernkontrolle

  1. Gesprächsauswertung: Begründe anhand zweier fiktiver Aussagen, warum eine geschlossene Frage allein nicht ausreicht, und formuliere passende Nachfragen.
  2. Messbarkeit: Überarbeite „Der Arbeitsplatz ist schnell und sicher“ zu mindestens drei getrennten, verifizierbaren Anforderungen mit Prüfansatz.
  3. Schutzbedarf: Begründe für den Ausfall von 30 Minuten gegenüber einem halben Tag, warum die Auswirkungen in derselben Firma verschieden sein können.
  4. Priorisierung: Beschreibe, wie du bei einem Konflikt zwischen Budgetobergrenze und Sicherheitsanforderung vorgehst, ohne selbst eine Freigabe zu behaupten.
  5. Rechentransfer: Berechne mit Einheiten den jährlichen Mehrverbrauch bei 40 W Leistungsunterschied und 40 h Nutzung je Woche über 50 Wochen; diskutiere die Grenzen der Modellannahmen.
  6. Qualitätssicherung: Prüfe ein fiktives Protokoll auf fehlende Quellen, Rollen, Entscheidungen und Akzeptanzkriterien und begründe die Risiken der Lücken.




Lernnachweis

Zum erfolgreichen Lernnachweis gehören ein selbst entwickelter Interviewleitfaden, ein dokumentiertes Rollenspiel ohne persönliche Daten, eine Anforderungsmatrix mit mindestens sechs Kennungen, drei begründete Schutzbedarfshypothesen, eine nachvollziehbare Modellrechnung mit korrekten Einheiten, offene Entscheidungsfragen und ein Abnahmeentwurf mit synthetischen Testdaten. Ergänze eine kurze Reflexion: Welche Aussage war zunächst mehrdeutig, wie hast du nachgefragt und welche Abstimmung bleibt nötig? Bewertet werden fachliche Korrektheit, Transparenz der Annahmen, verständliche Kommunikation und der bewusste Umgang mit Zuständigkeiten, nicht die Beschaffung oder Installation eines echten Geräts.




OER und Wikipedia

Geprüfte fachliche und amtliche Orientierung (Abruf und Quellenprüfung: 21.10.2026):

Mediennachweise für alle im Kurs eingebundenen Commons-Dateien:

Exakte Datei Commons-Dateiseite Urheber Lizenznachweis
File:Laptop connect.jpg Wikimedia Commons Kekiwiyi CC BY-SA 4.0
File:Animation of a video interview using phone.gif Wikimedia Commons Subhashish Panigrahi CC BY-SA 4.0
File:De-Interview.ogg Wikimedia Commons Jeuwre CC BY-SA 4.0
File:Example use case diagram.png Wikimedia Commons RachelRooster CC BY-SA 4.0
File:Confidentiality Integrity Availability triangle.png Wikimedia Commons Picturesqua CC BY-SA 4.0
File:Networkfailure.gif Wikimedia Commons Stickulator CC BY-SA 3.0

YouTube-Nachweis: IT Grundschutz nach BSI 200 – Teil 1, CSBME KAH, 09.08.2022. Externes Video unter den von YouTube angegebenen Nutzungsbedingungen; keine freie Nachnutzungslizenz behauptet. Bitte die Verfügbarkeit beim Abspielen erneut prüfen. Alle Medien sind Beispiele und stammen nicht von der fiktiven Nordlicht Lernlogistik GmbH.

Wikipedia zur Vertiefung:



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