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Lieferketten und Schnittstellen sichtbar machen - Beschaffungslogistik und Distributionslogistik - Ausbildung

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Lieferketten und Schnittstellen sichtbar machen - Beschaffungslogistik und Distributionslogistik - Ausbildung

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Einleitung

Du lernst, die Lieferkette eines fiktiven Industrienetzes als Material-, Informations- und Verantwortungsfluss darzustellen. Du markierst Übergabepunkte, ordnest Daten zu, rechnest Bestände und erkennst Risiken zwischen Beschaffung, Produktion, Lager und Distribution. Zielgruppe: Auszubildende im dritten Ausbildungsjahr zum Kaufmann oder zur Kauffrau für Spedition und Logistikdienstleistung.

Lernziele: Du kannst eine mehrstufige Prozesskarte mit eindeutig benannten Schnittstellen zeichnen; Soll- und Ist-Werte von Materialbedarf, Beständen und termingerechten Auslieferungen überprüfen; eine Störung kommunizieren und eine begründete Verbesserung vorschlagen.

Berufliche Einordnung (Stand der Quellenprüfung: 21.10.2026): Der schulische KMK-Rahmenlehrplan vom 30.04.2004 unterscheidet im dritten Ausbildungsjahr Lernfeld 12 „Beschaffungslogistik anbieten und organisieren“ (40 Unterrichtsstunden) und Lernfeld 13 „Distributionslogistik anbieten und organisieren“ (80 Unterrichtsstunden). Dort geht es um Beschaffungsanforderungen, Prozessketten, Störungen, Kommissionierung, Verteilung, Touren und Kennzahlen. Dies sind schulische Lernfelder. Davon getrennt regelt die betriebliche Ausbildungsordnung (SpedKfmAusbV vom 26.07.2004, geändert am 25.05.2009) unter anderem prozessorientierte Leistungserstellung, Lagerlogistik, logistische Dienstleistungen, Kommunikation und Qualität. Dieser Kurs stellt weder eine amtliche Prüfung noch eine betriebliche Freigabe dar.

Arbeitsregel: Alle Firmen, Mengen, Aufträge und Kennungen im Fall sind vollständig erfunden. Es werden nur Planspiele, Schreibtischrechnungen und Lernmodelle genutzt. Reale Handlungen an Flurförderzeugen, Kränen, elektrischen Anlagen, Drucksystemen oder Gefahrstoffen erfolgen hier nicht; betriebliche Praxis verlangt geeignete Aufsicht, Unterweisung und Vorgaben. Ein Kurs ersetzt keinen Befähigungsnachweis.

Abb. 1: Deutschsprachige Übersicht der Lieferkette. Urheber Stern; SVG-Bearbeitung Voskos, CC BY-SA 3.0, Wikimedia Commons. Die Grafik erklärt den Grundaufbau, nicht die fiktiven Fallzahlen.

Zusatzvideo (Deutsch): Studyflix, „Supply Chain Management Beispiel – einfach erklärt“ (2017). Videoinhalt nicht als frei lizenziert ausgegeben; Einbettung über YouTube.


Lieferketten als Netz aus Material und Information


Beschaffung, Produktion und Distribution unterscheiden

Eine Lieferkette verbindet vorgelagerte Lieferanten, Transportdienstleister, Warenannahme, Produktion, Fertigwarenlager, Versand und Empfänger. Beschaffungslogistik stellt benötigte Güter am richtigen Verwendungspunkt bereit; Produktionslogistik koordiniert innerbetriebliche Bewegungen; Distributionslogistik organisiert die Übergabe der Fertigwaren bis zum Kunden. Auch Entsorgungslogistik und Rückführung von Ladungsträgern können dazugehören.

Materialfluss bedeutet die tatsächliche Bewegung von Mengen, etwa Stück oder Paletten. Informationsfluss umfasst Bestellung, Lieferavis, Bestandsbuchung, Produktionsmeldung, Tourenavis und Zustellnachweis. Finanzfluss betrifft Rechnungen und Zahlungen; dieser Fall modelliert ihn nur als Schnittstelle ohne vertrauliche Preislisten. Eine hübsche Linie allein ist noch keine Prozesslandkarte: Erst Ortsangabe, Ereignis, Datensatz und Verantwortung machen einen Übergang nachprüfbar.

Abb. 2: Liefernetz vom Rohstoff bis zum Endkunden; David pogrebeshsky, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons. English labels.


Der fiktive Ausbildungsfall: Modula-Werk

Die vollständig erfundene Modula-Werk GmbH montiert in einer Übungswoche jeweils 120 Steuergehäuse pro Arbeitstag. Für jedes Gehäuse werden 2 Haltewinkel gebraucht. Die fiktive Südprofil OHG liefert Haltewinkel an das fiktive Zwischenlager Knoten-West; von dort fährt ein fiktiver Logistikdienstleister die Teile zum Wareneingang des Modula-Werks. Fertige Steuergehäuse gehen vom Fertigwarenlager an das fiktive Verteilzentrum Nordring und danach an erfundene Filialen A und B. Es werden keinerlei echten Kunden, Personen oder Hersteller genannt.

Materialfluss (Modell): Südprofil → Knoten-West → Werkswareneingang → Montage → Fertigwarenlager → Nordring → Filialen A/B.

Informationsfluss (Beispiele): Bedarfsmeldung der Montage → Disposition → Bestellung an Südprofil; Lieferavis von Südprofil → Knoten-West → Wareneingang; Versandauftrag → Nordring; Zustellstatus → Versanddisposition → Kundendienst. Pfeilrichtungen und technische Systeme dürfen voneinander abweichen: Die physische Sendung bewegt sich vorwärts, Rückmeldungen können zurücklaufen.

Identifikation: In der Falltabelle bezeichnet Artikel HW-02 genau einen Haltewinkel, FG-01 ein fertiges Steuergehäuse, Auftrag FIK-2601 eine erfundene Übungssendung. Kennungen sind nur Lernhilfen, keine echten Barcodes oder Sendungsverfolgungsnummern.


Informations- und Materialkanten lesbar machen

Markiere jede Kante einer Prozesskarte mit „von → nach“, Materialart, Einheit und planmäßigem Zeitpunkt. Ergänze eine gestrichelte Informationskante mit Auslöser und verantwortlicher Stelle. Beispiel: „Knoten-West → Werkswareneingang: 800 Stück HW-02, geplant Dienstag vor Schichtbeginn“. Die zugehörige Datenkante ist „Lieferavis 800 Stück, gesendet Montag durch Knoten-West; Abgleich Dienstag durch Wareneingang“. Nur nach physischer Prüfung und dokumentierter Freigabe darf die Bestandszahl im Planspiel als Zugang gelten.


Schnittstellen mit eindeutigen Verantwortungen


Übergabe, Kontrollpunkt und Eskalation

Eine Schnittstelle ist der Wechsel zwischen Organisationseinheiten, Orten, Prozessen oder Systemen. Dort können Medienbrüche, Mengendifferenzen oder verspätete Informationen entstehen. Unterscheide die physische Übergabe von der Datenübergabe und der Verantwortungsübergabe. Der Versanddienstleister darf eine Stückzahl melden; die Warenannahme prüft eigenständig, ob diese Menge in der Übung tatsächlich angekommen ist.

Übergang Auslöser und Daten Abgebende Stelle → empfangende Stelle Kontroll- und Eskalationsregel im Planspiel
Lieferant → Zwischenlager Lieferavis mit Artikel, 800 Stück, Datum Südprofil → Knoten-West Empfang bestätigt angenommene Menge; Differenzmeldung sofort an Disposition
Zwischenlager → Werk Transportavis, geplante Ankunft, Auftragskennung Knoten-West → Werkswareneingang Mengenabgleich mit Bestellung; nicht übereinstimmende Mengen als offen markieren
Werk → Montage Entnahmeanforderung 240 Stück pro Tag Lagerplanung → Montage Buchung und Rückmeldung täglich mit Zeitstempel vergleichen
Montage → Fertigwarenlager Fertigmeldung 120 Gehäuse pro Tag Montageplanung → Lager Zugang erst nach vereinbartem Modell-Kontrollschritt erfassen
Fertigwarenlager → Verteilzentrum Versandauftrag, Packliste und Avis Versand → Nordring Abgang, Ankunft und Versandstatus zuordnen
Verteilzentrum → Filiale Tourenplan und Zustellbestätigung Nordring → fiktiver Empfänger Ausgelieferte Stück prüfen; verspätete Einheiten gesondert zählen

Die Tabelle ist eine Schnittstellenmatrix: Sie liefert gleichzeitig eine Checkliste für die Arbeitsanweisung. Im echten Betrieb bestimmt der freigegebene Prozess, welche Person oder Funktion verantwortlich ist. Eine nicht bestätigte Sendung ist nicht gleichbedeutend mit einer verlorenen Sendung: Trenne unbekannten Status von physisch festgestellter Abweichung.

Abb. 3: Ein Logistik- und Lagerstandort als Anschauung für Übergabepunkte; Naveenp69, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons. Kein Bild einer im Fall genannten Firma.


Sichtbarkeit und Datenqualität

Ein Ereignisdatensatz im Übungsfall enthält mindestens Auftragskennung, Artikel, Menge, Einheit, Ort, Sollzeit, Istzeit, Status, Quelle und Verantwortungsfunktion. Beispielfelder: FIK-2601; HW-02; 800; Stück; Knoten-West; Dienstag 07:00; Dienstag 07:15; eingetroffen; fiktives Wareneingangsprotokoll; Warenannahme. Beachte die Trennung zwischen Soll und Ist: Die Differenz von 15 Minuten ist eine Zeitabweichung, noch keine Mengendifferenz.

Für ein leicht verständliches Dashboard genügen drei Ampelregeln: grün = bestätigte, konsistente Daten; gelb = avisierte, noch nicht bestätigte Sendung; rot = bestätigte Abweichung oder verpasster relevanter Termin. Definiere Grenzwerte als Fallannahmen, nicht als allgemeingültige Branchenstandards. Für echte Daten gelten Datenschutz, Rollenrechte, Betriebsvereinbarungen und die jeweilige Zugriffsfreigabe.


Bedarfe und Bestände richtig berechnen


Stücklistenbedarf und Lagerentwicklung

Der tägliche Bruttobedarf beträgt 120 Gehäuse/Tag × 2 Haltewinkel/Gehäuse = 240 Haltewinkel/Tag. Für fünf Arbeitstage ergibt sich 5 Tage × 240 Stück/Tag = 1.200 Stück. Die Einheit Tag kürzt sich korrekt. Das Werkslager hat am Montagmorgen 720 Stück. Ein bereits zugesagter Zugang von 800 Stück kommt im Basisfall am Dienstag vor der Entnahme an. Weitere Zu- oder Abgänge gibt es nicht. Tägliche Abgänge sind 240 Stück. Die Tagesendbestände folgen der Gleichung Endbestand = Anfangsbestand + tatsächlicher Zugang − tatsächlicher Verbrauch.

Tag Anfangsbestand Stück Zugang Stück Verbrauch Stück Endbestand Stück
Montag 720 0 240 480
Dienstag 480 800 240 1.040
Mittwoch 1.040 0 240 800
Donnerstag 800 0 240 560
Freitag 560 0 240 320

Kontrollrechnung: 720 + 800 − 5 × 240 = 320 Stück. Die Summe der Zeilen muss diesem Wochenendbestand entsprechen.


Meldebestand und Reichweite

Für eine vereinfachte Meldebestandsrechnung gelten abweichend von realen Betriebsregeln diese Modellannahmen: planmäßiger Verbrauch 240 Stück je Arbeitstag, Wiederbeschaffungszeit zwei Arbeitstage und Sicherheitsbestand 300 Stück. Daraus ergibt sich Meldebestand = 240 Stück/Tag × 2 Tage + 300 Stück = 780 Stück. Sobald der projizierte Bestand diesen Wert erreicht oder unterschreitet, ist im Lernmodell die Neubestellung auszulösen. Der Mittwoch endet bei 800 Stück; Donnerstag bei 560 Stück. Somit wird die Bestellschwelle am Donnerstag überschritten beziehungsweise erstmals unterschritten. Ein Donnerstag ausgelöster Auftrag mit zwei vollen Arbeitstagen Vorlauf wäre nicht bereits Montag früh verfügbar; frühestmöglicher Eingang ist bei strikter Zählung erst Dienstag der Folgewoche. Mit einem Anfangsbestand am Montag von 320 Stück und Montagverbrauch von 240 Stück blieben Montagabend nur 80 Stück: Der Sicherheitsbestand wäre unterschritten. Deshalb sind Bestelltermin und Lieferzeitkonvention vorab präzise festzulegen; die Disposition sollte den voraussichtlichen Schwellenübertritt schon am Mittwoch erkennen und reagieren. Alternativ muss sie die Lieferzeit, Sicherheitsmenge oder Abrufplanung vertraglich prüfen. Nicht behaupten, dass eine Donnerstagbestellung automatisch am nächsten Montag verfügbar ist.

Die rechnerische Reichweite am Freitagabend beträgt 320 Stück ÷ 240 Stück/Arbeitstag = 1,33 Arbeitstage bei konstantem Verbrauch und ohne weitere Zugänge. Reichweite ist eine Modellkennzahl und keine Lieferzusage. Überprüfe, ob ein nachfolgender Zugang vor Verbrauchsende eintrifft; berücksichtige Wochenenden und Annahmeschluss.


Störung simulieren und Soll mit Ist abgleichen

Störungsfall: Die angekündigten 800 Stück treffen statt Dienstagmorgen erst Mittwochmorgen ein. Die Bestände werden dann Montag 480, Dienstag 240, Mittwoch 800, Donnerstag 560 und Freitag 320 Stück; für Dienstag gilt 480 − 240 = 240, für Mittwoch 240 + 800 − 240 = 800. Die Montage kann im Fall am Dienstag noch 120 Gehäuse fertigen, aber der fiktive Sicherheitsbestand von 300 Stück wird am Dienstag um 60 Stück unterschritten. Es gibt keinen belegten Produktionsstillstand. Die korrekte Eskalation ist eine frühe Meldung an Materialdisposition, Montageplanung und Lieferant mit korrigiertem Lieferavis. Ein Alternativtransport oder eine Umlagerung ist als Option zu prüfen, nicht ohne Kostendaten als automatisch beste Entscheidung festzulegen.


Distribution und Lieferbereitschaft sichtbar machen


Von Fertigmeldung bis Empfang

Im Modell produziert das Werk fünf Tage lang je 120 fertige Gehäuse: 600 Stück pro Woche. Zu Wochenbeginn liegen 150 Stück FG-01 im Fertigwarenlager. Die Filialen fordern zusammen für die Woche 600 Stück mit festen Terminen an. Tatsächlich werden 585 Stück termingerecht an den vereinbarten Empfänger übergeben; 15 Stück kommen erst nach dem Termin an. Die Definition im Fall lautet: Lieferbereitschaftsgrad beziehungsweise termingerechter Stückerfüllungsgrad = termingerecht übergebene Stück / fristgerecht angeforderte Stück × 100 %. Ergebnis: 585 / 600 × 100 % = 97,5 %. Dieser konkret definierte Zähler und Nenner sind wichtig; andere Unternehmen verwenden zum Beispiel auftrags- oder positionsbezogene Servicegrade.

Wenn bis Freitag alle 600 Stück physisch das Lager verlassen haben, davon 585 pünktlich und 15 verspätet zugestellt wurden, beträgt der Fertigwarenlager-Endbestand 150 + 600 − 600 = 150 Stück. Ein verspäteter Zustellzeitpunkt darf nicht automatisch als liegengebliebener Lagerbestand verbucht werden. Werden dagegen nur 585 Stück versendet und 15 bleiben im Lager, beträgt der Endbestand 165 Stück. Diese Szenarien müssen im Dashboard separat gekennzeichnet werden. Der Basisfall nimmt die erste Variante an: 600 abgegangen, 585 termingerecht angekommen.


Versandkontrolle und Verteilkonzept

Aus dem Fertigwarenlager gehen fiktiv je 300 Stück an Filiale A und B, verteilt auf passende Touren des Nordring-Zentrums. Für jeden Sendungsabschnitt dokumentierst du die Stückzahl, den Umschlagort, die Sendungsreferenz und die Terminvorgabe. Kommissionierung ist das Zusammenstellen nach Auftrag; Versandbereitstellung umfasst die dokumentierte Übergabe zur Beförderung. Prüfe bei verspäteter Zustellung zuerst, ob die Verzögerung im Ausgangslager, im Transport oder an der letzten Übergabe entstand. Ein falsch gesetzter Status darf nicht mit einer realen Lieferstörung verwechselt werden.

Zusatzvideo (Deutsch): Lagertastisch – der Logistik Kanal, „Logistik im Unternehmen: Beschaffung, Produktion, Distribution & Entsorgung einfach erklärt!“ (2026). Externe YouTube-Einbettung, keine freie Nachnutzungslizenz behauptet.


Alternative Transportmittel und Umweltperspektive

Für fiktive Nordring-Lieferungen vergleiche zwei Plankonzepte qualitativ: direkte Einzelfahrt oder gebündelte Verteiltour. Die Bündelung kann Fahrzeugbewegungen reduzieren, verlangt aber abgestimmte Übergaben und kann längere Wartezeiten erzeugen. Ohne reale Entfernungen, Kraftstoffdaten und Auslastung sind weder Kostenersparnis noch CO₂-Vorteil als gemessen auszugeben. Ergänze bei einer echten Freigabe Transportrecht, Kapazitäts- und Sicherheitsvorgaben sowie die zugelassenen Arbeitsverfahren.

Abb. 4: Viersekündige Commons-Animation eines Containerschiffs im Puget Sound (USA); Niranjan Arminius, CC BY-SA 4.0. Anschauliches Beispiel für einen möglichen internationalen Transportabschnitt; im Modellfall wird keine Seefracht behauptet.


Prozessverbesserung, Dokumentation und Transfer


Ein einfaches Kontrollblatt entwerfen

Erstelle für jede fiktive Sendung eine Zeile mit der Ereigniskette Bestellung – Avis – Wareneingang – Lagerbuchung – Verbrauch – Fertigmeldung – Versand – Zustellung. Bestimme pro Station Soll und Ist, die Pflichtangaben, den Datenlieferanten und die Stelle, die eine Abweichung bearbeitet. Die einzige verbindliche Datendefinition ist deine dokumentierte Fallannahme; eine automatisierte Kennzahl bleibt nur so verlässlich wie ihre Quellen.

Kontrollfrage Soll im Basisfall Nachweis oder Berechnung
Verbrauch HW-02 je Tag? 240 Stück 120 Gehäuse × 2 Stück/Gehäuse
Endbestand HW-02 Freitag? 320 Stück Anfang 720 + Zugang 800 − Verbrauch 1.200
Sicherheitsbestandsabweichung bei Lieferverzug Dienstag? minus 60 Stück Ist 240 − Sicherheitsbestand 300
Pünktliche Auslieferungsquote? 97,5 % 585 von 600 Stück
Fertigwaren-Endbestand bei 600 Lagerabgängen? 150 Stück 150 + 600 − 600


Ursachen erkennen und Gegenmaßnahmen auswählen

Nutze als Kurzroutine Erkennen → Prüfen → Informieren → Maßnahme vorschlagen → Wirkung messen. Beispiel: Ein Avis meldet 800 Stück, die bestätigte Wareneingangsmeldung nur 780 Stück. Differenz = 20 Stück. Die erste Frage lautet, ob die Zählung und Datensatzzuordnung stimmen. Danach wird die Disposition über eine echte Mengendifferenz informiert und eine Lieferantenklärung eingeleitet. Weder eine erfundene Lieferung noch eine unbelegte Bestandskorrektur sind eine zulässige Lösung.

Bei Störungen unterscheide Ursache (z. B. verspätetes Avis), Symptom (gelber Dashboard-Status), Wirkung (unsichere Produktionsplanung) und Korrektur (verbindliche Schnittstellenregel mit Zeitstempel). Eine überprüfbare Verbesserung kann lauten: „Alle Lieferavise sind vor dem geplanten Wareneingang an Knoten-West und Wareneingang zu übermitteln; Abweichungen werden in der Fallmatrix als offen gekennzeichnet.“ Prüfe anschließend an zehn simulierten Fällen, wie viele Ereignisse vollständig dokumentiert sind.


Fachsprache und Medienkompetenz

Im internationalen Umfeld kann das Wort truck einen Lastwagen bezeichnen; die genaue Bedeutung hängt vom Sprachraum und Zusammenhang ab. Die folgende Commons-Audiodatei spricht das amerikanische englische Wort aus. Sie ist ein Sprachbeispiel, kein Geräusch eines Logistikbetriebs.

Audio: Dvortygirl (Betsy Megas), US-englische Aussprache „truck“, Commons; CC BY-SA 3.0 (alternativ frühere zulässige Versionen).

Vergleiche Medien kritisch: Eine schematische Grafik ist keine Echtzeitdatenquelle; ein Video ist keine amtliche Ausbildungsordnung. Die eingebetteten freien Medien stammen von Wikimedia Commons, die YouTube-Videos werden lediglich über ihren offiziellen Player verlinkt beziehungsweise eingebettet. Keine echte Firmenkooperation, Herstellerfreigabe oder Vollprüfung wird behauptet.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste dein Wissen

Was kennzeichnet eine betriebliche Schnittstelle in der Lieferkette? (Den Wechsel von Informationen oder Verantwortung zwischen beteiligten Stellen) (!Nur das Ende einer Autobahn) (!Ausschließlich den Einkaufspreis einer Ware) (!Immer einen Fehler im Lager)



Rückmeldung: Übergabe und Zuständigkeit sind überprüfbar zu dokumentieren; eine Schnittstelle muss keine Störung sein.

Wie hoch ist der Bedarf an Haltewinkeln pro Arbeitstag? (240 Stück) (!120 Stück) (!480 Stück) (!1.200 Stück)



Rückmeldung: 120 Gehäuse pro Tag mal zwei Winkel je Gehäuse ergeben 240 Stück pro Tag.

Wie viele Haltewinkel verbleiben im Basisfall am Freitagabend? (320 Stück) (!480 Stück) (!560 Stück) (!720 Stück)



Rückmeldung: Anfang 720 plus Zugang 800 minus fünfmal 240 ergibt 320 Stück.

Welcher Datensatz eignet sich zur Schnittstellenkontrolle? (Artikel Menge Einheit Ort Zeitpunkt und Status) (!Nur der Firmenname) (!Ausschließlich das Kennzeichen des Fahrzeugs) (!Nur die geplante Fahrstrecke)



Rückmeldung: Erst zusammengehörige Identifikation, Menge, Ort, Zeit und Status erlauben einen Soll-Ist-Vergleich.

Wie lautet der modellierte Meldebestand? (780 Stück) (!480 Stück) (!300 Stück) (!1.200 Stück)



Rückmeldung: Zwei Arbeitstage mal 240 Stück pro Tag plus 300 Stück Sicherheitsbestand ergeben 780 Stück.

Wann trifft der Bestand erstmals auf einen Wert unter 780 Stück, wenn der Dienstagzugang pünktlich erfolgt? (Donnerstagabend) (!Mittwochabend) (!Freitagmorgen nach einem weiteren Zugang) (!Dienstagmorgen vor dem Zugang)



Rückmeldung: Die Tagesendbestände lauten 480, 1.040, 800, 560 und 320. Nach dem Dienstagzugang fällt der Bestand am Donnerstag erneut unter 780; der Montagwert ist bereits unter 780. Zur eindeutigen Frage ist daher 'nach dem Dienstagzugang' entscheidend.

Welche Aussage ist im verzögerten Anlieferfall richtig? (Dienstagabend liegen 240 Haltewinkel vor) (!Die Produktion fällt sicher aus) (!Es fehlen am Dienstag sicher 240 Haltewinkel für den Tagesbedarf) (!Der Wochenendbestand ist automatisch negativ)



Rückmeldung: Nach Montag bleiben 480 Stück; am Dienstag werden 240 verbraucht, also verbleiben 240 Stück, ohne belegten Stillstand.

Wie hoch ist die definierte termingerechte Stückerfüllung? (97,5 Prozent) (!95 Prozent) (!100 Prozent) (!2,5 Prozent)



Rückmeldung: 585 termingerechte Stück geteilt durch 600 angeforderte Stück mal 100 ergeben 97,5 Prozent.

Was ist der Freitag-Endbestand an Fertigwaren bei 600 Lagerabgängen? (150 Stück) (!165 Stück) (!0 Stück) (!750 Stück)



Rückmeldung: 150 Anfangsbestand plus 600 produzierte minus 600 abgegangene Stück ergibt 150; verspätete Zustellung kann trotzdem erfolgen.

Welche Reaktion ist bei einer bestätigten Abweichung von 20 Stück sachgerecht? (Abweichung dokumentieren und mit den zuständigen Stellen klären) (!Datensatz ohne Nachweis auf 800 Stück setzen) (!Den Speditionsauftrag ungesehen löschen) (!Die Mengendifferenz als pünktliche Zustellung werten)



Rückmeldung: Wareneingang, Avis und Zuständigkeiten müssen abgeglichen werden, bevor berechtigte Korrekturen erfolgen.


Memory

Ordne jeweils einen Fachbegriff seiner eindeutigen Definition zu. Eine Karte wird nur einmal verwendet.

Lieferavis Vorabmeldung über erwartete Güter und deren Ankunft
Wareneingang Physische Annahme und dokumentierter Mengenabgleich
Meldebestand Auslöseschwelle für einen geplanten Beschaffungsvorgang
Kommissionierung Zusammenstellung von Artikeln gemäß Kundenauftrag
Sendungsstatus Erfasste Information über den Bearbeitungsstand einer Sendung
Sicherheitsbestand Modellpuffer zur Abfederung definierter Unsicherheiten





Drag-and-Drop

Verbinde die textlichen Schnittstellen mit der zugehörigen Hauptinformation.

Ordne die passenden Begriffe zu. Schnittstelle
Bedarfsmeldung Montage an Disposition
Lieferavis Lieferant an Zwischenlager
Annahmebestätigung Wareneingang an Lagerverwaltung
Fertigmeldung Montage an Fertigwarenlager
Zustellbestätigung Verteilzentrum an Versanddisposition





Kreuzworträtsel

Finde jeweils ein einzelnes Fachwort. Die Antwort steht in der ersten Tabellenspalte und die Frage in der zweiten.

Logistik Koordination von Güter- und Informationsflüssen entlang eines Prozesses
Bestand Gezählt oder gebucht vorhandene Artikelmenge
Lieferavis Vorankündigung einer Güteranlieferung
Disposition Planende Zuordnung von Mengen und Terminen
Kommissionierung Zusammenstellen von Artikeln für einen Auftrag
Reichweite Zeitspanne, für die ein Vorrat bei angenommenem Verbrauch genügt





LearningApps

Erkunde verfügbare Übungen zur Lieferkette. Dies ist eine Themensuche bei LearningApps und keine Behauptung über eine konkret geprüfte Drittanbieterübung.


Lückentext

Ergänze die Kernaussagen aus dem Fall. Pro Satz ist höchstens ein Begriff oder Zahlenwert ausgelassen.

Ergänze den Text.
Der Weg vom Lieferanten bis zum Endkunden heißt

.
Die Vorankündigung der erwarteten Anlieferung heißt

.
Der tägliche Bedarf des Modula-Werks beträgt

Haltewinkel.
Der Zugang am Dienstag im Basisfall beträgt

Stück.
Nach dem letzten Verbrauch am Freitag liegen noch

Stück im Eingangslager.
Der definierte Meldebestand beträgt

Stück.
Der Sicherheitsbestand im Planspiel beträgt

Stück.
Im Störungsfall liegen am Dienstagabend nur

Haltewinkel vor.
Die termingerecht gelieferten Gehäuse sind insgesamt

Stück.
Die Stückerfüllungsquote liegt bei

Prozent.
Die Zusammenstellung einer Lieferung nach Auftrag heißt

.
Eine dokumentierte Übernahme von Gütern wird als

bezeichnet.




Offene Aufgaben

Bearbeite die Aufgaben ausschließlich mit den erfundenen Fallangaben und eigenen Übungsmaterialien.


Leicht

  1. Lieferkette: Zeichne die sieben fiktiven Stationen von Südprofil bis Filiale B als gerichtete Materialflusskarte und benenne alle Ortswechsel.
  2. Schnittstelle: Markiere fünf Übergaben und schreibe für jede eine abgebende und eine empfangende Funktion auf.
  3. Materialbedarf: Rechne den Tages- und Wochenbedarf der Haltewinkel mit vollständiger Einheitenprüfung vor und erkläre jeden Rechenschritt.
  4. Lieferavis: Verfasse eine kurze fiktive Vorabmeldung mit Artikel, Stückzahl, Sollzeit, Lagerort und Auftragskennung.


Standard

  1. Lagerbestand: Rechne die fünf Tagesendbestände in einer eigenen Tabelle aus und kontrolliere das Ergebnis mit der Wochenbilanz.
  2. Prozessanalyse: Entwickle eine Schnittstellenmatrix mit mindestens sechs Übergaben und jeweils einer Regel zur Bestätigung einer Ist-Meldung.
  3. Lieferbereitschaft: Visualisiere die Quote 585 zu 600 als Balken und erkläre, weshalb pünktliche Zustellung und Lagerabgang zwei verschiedene Ereignisse sind.
  4. Logistikkennzahl: Errechne Meldebestand und Freitagsreichweite und formuliere zwei Grenzen ihrer Aussagekraft.


Schwer

  1. Störungsmanagement: Simuliere die um einen Tag verzögerte 800-Stück-Lieferung und erstelle eine sachliche Eskalationsmeldung ohne unbelegten Produktionsausfall.
  2. Datenqualität: Entwirf eine tabellarische Ereignisüberwachung mit Sollzeit, Istzeit, Status, Datenquelle, Unklarheit und Verantwortungsfunktion für zehn synthetische Buchungen.
  3. Transportplanung: Vergleiche zwei fiktive Verteiltourkonzepte anhand selbst offengelegter Annahmen zu Terminen, Kapazität und zusätzlichen Wegen; unterscheide Schätzung und Messung.
  4. Prozessverbesserung: Produziere ein kurzes Erklärvideo oder eine animierte Folie aus selbst erstellten Diagrammen ohne fremde geschützte Inhalte; zeige einen Medienbruch und eine messbare Korrekturmaßnahme.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Bestandsrechnung: Prüfe rechnerisch die gesamte Wochenbilanz der Haltewinkel und begründe, welche Buchung sich bei einer Lieferabweichung von 20 Stück ändern müsste.
  2. Soll-Ist-Vergleich: Im Störungsfall kommt der Dienstagzugang Mittwochmorgen. Nenne alle betroffenen Tagesendbestände und begründe, ob ein Ausfall der Montage zwingend folgt.
  3. Schnittstellenverantwortung: Ordne Avis, Wareneingangsprüfung und Bestandsbuchung konkreten Rollen im Fall zu; erläutere, wer eine ungeklärte Differenz bearbeiten sollte.
  4. Lieferzuverlässigkeit: Vergleiche 585 von 600 pünktlich ausgelieferte Stück mit dem Fertigwaren-Endbestand, wenn alle 600 Stück aus dem Lager abgegangen sind.
  5. Planungssicherheit: Erkläre am Wert 780 Stück, weshalb ein Schwellenalarm ohne definierte Wiederbeschaffungszeit und Kalender zu spät kommen kann.
  6. Datenprüfung: Erstelle drei nachvollziehbare Prüfkriterien für ein Dashboard, das nur auf fiktiven und autorisierten Datensätzen basiert.

Lösungshinweise zur Selbstkontrolle: Wochenbilanz 320 Stück; bei 20 Stück bestätigter Minderanlieferung und sonst gleichen Größen 300 Stück Endbestand. Verspäteter Dienstagzugang ergibt am Dienstagabend 240 statt 1.040 Stück und am Mittwochabend wieder 800 Stück; ein Stillstand ist aus diesen Daten nicht zwingend. Für die termingerechte Stückerfüllung gilt 585/600 = 97,5 %. Der Fertigwaren-Endbestand ist bei 600 Lagerabgängen 150 Stück.




Lernnachweis

Erstelle eine Prozessmappe mit (a) Liefernetz und Materialfluss-Pfeilen, (b) Schnittstellenmatrix mit mindestens sechs bestätigbaren Ereignissen, (c) zwei vollständigen Bestandsrechnungen für Basis- und Störungsfall, (d) Beschreibung der Lieferquote, (e) einer sachlich dokumentierten Eskalation und (f) einer auswertbaren Verbesserungsidee. Bewertbar sind Fachrichtigkeit, Einheiten, Prüfbarkeit, Trennung von Soll und Ist, klare Verantwortungen und Quellennachweise. Alle Nachweise bleiben vollständig fiktiv. Ein Bearbeitungsbeispiel ersetzt weder eine amtliche Abschlussprüfung noch eine betriebliche Einweisung.




OER und Wikipedia

Amtliche Grundlage für die Berufsschule: KMK-Rahmenlehrplan vom 30.04.2004, Lernfelder 12 und 13 auf den Seiten 20–21. Die KMK-Lernfelder betreffen den schulischen Lernort, nicht die betriebliche Ausbildungsordnung.

Amtliche betriebliche Grundlage: Ausbildungsordnung SpedKfmAusbV vom 26.07.2004, Änderung vom 25.05.2009, konsolidierte Fassung beim Bundesministerium der Justiz. BIBB-Berufsprofil mit Ausbildungsdauer, Rechtsgrundlagen und Verweis auf den Rahmenlehrplan. Abruf und Abgleich am 21.10.2026. Die Rechtsquellen werden verlinkt und sinngemäß eingeordnet, nicht als geschützter Volltext vervielfältigt; betriebliche Entscheidungen bedürfen der Prüfung des maßgeblichen Rechtsstands.

Weiterführendes offenes Nachschlageangebot (deutsch): Supply-Chain-Management – Wikipedia. Wikipedia ist ergänzendes OER und kein Ersatz für den KMK-Lehrplan.

Medien- und Rechteverzeichnis (geprüfte Commons-Dateiseiten; Einbettung nur gemäß Originalbedingungen):

Genaue Datei/Video Quelle und Inhalt Urheber Lizenz bzw. Nutzungshinweis
File:A company's supply chain (de).svg Commons: deutsche Lieferketten-Grafik Stern; SVG-Ableitung Voskos CC BY-SA 3.0
File:Supply chain network.png Commons: Supply-chain-Netz David pogrebeshsky CC BY-SA 4.0
File:Warehouse and logistics hub.jpg Commons: Lager- und Logistikstandort Naveenp69 CC BY-SA 4.0
File:Puget sound container ship 200810.gif Commons: Schiff-Animation Niranjan Arminius CC BY-SA 4.0
File:En-us-truck.ogg Commons: englische Aussprache, Audio Dvortygirl / Betsy Megas CC BY-SA 3.0
https://www.youtube.com/watch?v=TqoaeL7blOk YouTube: SCM-Beispiel, deutsch, 2017 Studyflix Reguläre Plattform-Einbettung, keine Creative-Commons-Lizenz behauptet
https://www.youtube.com/watch?v=6ZcdbUFzS4Q YouTube: vier Logistikbereiche, deutsch, 2026 Lagertastisch – der Logistik Kanal Reguläre Plattform-Einbettung, keine Creative-Commons-Lizenz behauptet

Urheber- und Lizenzhinweis: Commons-Dateien werden unverändert eingebunden und mit Urheber, Originaldatei und Lizenz ausgewiesen; Bearbeitungen würden gegebenenfalls eigene Kennzeichnungen und Weitergabe unter kompatibler Lizenz erfordern. Externe Videorechte liegen bei den jeweiligen Anbietern. Der Originalkurs erzeugt keine neuen Medien.



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