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Beschaffungsstrategien nach Risiken vergleichen - Beschaffungslogistik und Distributionslogistik - Ausbildung

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Beschaffungsstrategien nach Risiken vergleichen - Beschaffungslogistik und Distributionslogistik - Ausbildung

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Einleitung

Du arbeitest im dritten Ausbildungsjahr als fiktive Disponentin oder fiktiver Disponent eines Logistikdienstleisters. Dein Auftrag ist, die Nordstern Gerätebau GmbH beim risikobewussten Bezug von Steckmodulen für eine Montagelinie zu beraten. Alle Unternehmensnamen, Preise, Lieferdaten und Wahrscheinlichkeiten dieses Kurses sind vollständig erfunden. Du vergleichst Beschaffungsstrategien nicht nur anhand des Einkaufspreises, sondern auch anhand von Lieferfähigkeit, Bestand, Schadenswirkung und Umweltaspekten. Am Ende kannst du eine begründete Empfehlung mit korrekten Einheiten erstellen.

Lernziele: Du unterscheidest Beschaffungslogistik von Distributionslogistik, ordnest Single, Dual und Multiple Sourcing ein, rechnest erwartete Risikokosten, ermittelst Sicherheitsbestand und Meldebestand und entwirfst Maßnahmen für Lieferstörungen. Die Ergebnisse sind didaktische Modellrechnungen und keine betriebliche, rechtliche oder sicherheitstechnische Freigabe.

Lehrplanbezug (Stand der Einsicht: 21.10.2026): Der KMK-Rahmenlehrplan vom 30.04.2004 weist dem 3. Ausbildungsjahr das Lernfeld 12: Beschaffungslogistik anbieten und organisieren mit 40 Stunden zu. Er nennt unter anderem Sourcingkonzepte, Vorratsbeschaffung, Just-in-Time und ABC-Analyse. Lernfeld 13: Distributionslogistik anbieten und organisieren behandelt die nachgelagerte Versorgung, Kennzahlen und Störungen. Davon zu unterscheiden ist die bundesrechtliche betriebliche Ausbildungsordnung vom 26.07.2004, zuletzt durch Verordnung vom 25.05.2009 geändert: Sie regelt unter anderem logistische Dienstleistungen, Lagerlogistik und die kundenorientierte Organisation logistischer Leistungen. Lernfeldnummern sind keine Paragrafen der Ausbildungsordnung. Quellen stehen im Abschnitt „OER und Wikipedia“.

Liefernetz als Überblick: Rohmaterial, Lieferanten, Produktion und Endkunden sind über Güter- und Informationsflüsse verbunden (englische Grafik; Urheber und Lizenz im Mediennachweis).


Beschaffungsnetz und Risikobild verstehen


Vom Lieferanten bis zum Kunden

Beschaffungslogistik organisiert den bedarfsgerechten Materialfluss vom Beschaffungsmarkt bis zum Verwendungsort. Distributionslogistik organisiert den Weg der Fertigwaren zu Abnehmern. Im erfundenen Netz liefern drei Zulieferer an ein Zentrallager; von dort gelangen Steckmodule S zur Montagelinie. Die Endprodukte gehen anschließend an zwei regionale Auslieferlager und an Handelspartner. Ein Ausfall im Einkauf kann deshalb bis in die Distribution durchschlagen.

Versorgungsrisiko meint die Möglichkeit, dass zugesagte Güter nicht rechtzeitig, nicht vollständig oder nicht in benötigter Qualität eintreffen. Auswirkung ist die Folge eines solchen Ereignisses; Eintrittswahrscheinlichkeit beschreibt, wie häufig es im betrachteten Modell vorkommen könnte. Eine Risikomatrix ordnet Wahrscheinlichkeit und Schwere. Die Matrix ersetzt keine belastbaren Zeitreihen.


Risiken erkennen und vernetzen

Prüfe Lieferantenausfall, gleiche Vorlieferanten bei scheinbar unabhängigen Zulieferern, Grenz- und Verkehrsstörungen, Qualitätsabweichungen, IT-Ausfälle, Nachfrageschwankungen und mangelnde Lagerkapazität. Beispielsweise könnten Lieferant A und B beide von einem einzigen Unterlieferanten abhängig sein: Zwei Rechnungsadressen ergeben dann noch keine echte Risikostreuung. Zur Risikoprüfung gehören dokumentierte Ausweichrouten, verfügbare Kapazität und tatsächliche Lieferfähigkeit.

Fehler beim Erstellen des Vorschaubildes:

Nachfrageschwankungen können bei mehrfachen Schätz- und Bestellstufen verstärkt werden (Bullwhip-Effekt). Das Schaubild ist italienisch beschriftet; Quellen- und Rechteangaben siehe Mediennachweis.


Fiktiver Ausbildungsfall: Nordstern

Die Montage benötigt an 20 Arbeitstagen jeweils 80 Steckmodule S pro Arbeitstag; jedes Endgerät braucht ein Steckmodul. Monatsbedarf = 20 Arbeitstage × 80 Stück/Arbeitstag = 1.600 Stück/Monat. Ein entgangenes, nicht später nachgeholtes Endgerät verursacht im Modell einen entgangenen Deckungsbeitrag von 65 €/Stück. Das ist nicht der Verkaufspreis und kein pauschaler Schadensersatz. Alle vorgeschlagenen Lieferanten gelten im Modell als technisch freigegeben und hinsichtlich Qualität vergleichbar; die Freigabe wird in der Wirklichkeit separat geprüft.

Die nachfolgenden Risikoereignisse sind alternative, vereinfachte Modellszenarien. Ihre Wahrscheinlichkeiten sind frei gesetzt, weder aus Statistiken abgeleitet noch über mehrere Ereignisse hinweg miteinander zu multiplizieren. Für die Monatsbetrachtung sind genau die jeweils angegebenen Ausfallmengen und Wahrscheinlichkeiten maßgeblich.


Strategien systematisch vergleichen


Single, Dual und Multiple Sourcing

Single Sourcing bündelt eine Materialart bei einem Lieferanten. Vorteile können bessere Koordination, Bündelungseffekte und geringere Transportkomplexität sein; die Abhängigkeit ist hoch. Dual Sourcing nutzt zwei Bezugsquellen mit festgeplanten Anteilen. Das schafft eine mögliche Ausweichquelle, verursacht aber zusätzliche Abstimmung. Multiple Sourcing verteilt Mengen auf mehrere Lieferanten; Diversifikation und Flexibilität können steigen, ebenso Prüf-, Qualitäts- und Transportaufwand. Die Anzahl allein beweist nicht die Unabhängigkeit.

Local oder Global Sourcing beschreibt den räumlichen Bezug; das ist eine andere Dimension als die Lieferantenzahl. Vorratsbeschaffung baut Bestand auf, während Just-in-Time bedarfssynchrone Anlieferung mit niedrigem Bestand anstrebt. Eine Firma kann Dual Sourcing und JIT kombinieren; riskante Engpässe verschwinden dadurch nicht.


Angebot und vereinfachtes Störungsmodell

Vergleichsgröße Single Sourcing Dual Sourcing Multiple Sourcing
Mengenverteilung bei 1.600 Stück A: 1.600 A: 1.120 und B: 480 A: 800, B: 480 und C: 320
Stückpreise A: 14,00 € A: 14,20 €; B: 15,50 € A: 14,50 €; B: 15,50 €; C: 16,50 €
Transport und Abwicklung pro Monat 360 € 520 € 720 €
Angenommene Wahrscheinlichkeit eines relevanten Engpasses 10 % 4 % 2 %
Fehlmenge im jeweiligen Engpassszenario 320 Stück 160 Stück 80 Stück

Die erfundenen Szenarien bilden die Möglichkeit teilweiser Umverteilung an weitere Lieferanten bereits pauschal in der Fehlmenge ab. Sie sind keine universellen Werte für Single, Dual oder Multiple Sourcing.

Datei:CONWIP English.png

Englischsprachige Darstellung von Push-, Pull- und CONWIP-Steuerung. Sie illustriert unterschiedliche Steuerungslogiken und ist kein Beweis für eine risikofreie JIT-Beschaffung.


Weitere Entscheidungskriterien

Berücksichtige bei einer Empfehlung Lieferzeit, On-Time-In-Full-Quote (OTIF: Anteil vollständig und pünktlich gelieferter Aufträge), nachgewiesene Lieferantenkapazität, Qualität, IT-Schnittstellen, vertraglich vereinbarte Wiederanlaufzeiten und tatsächliche Treibhausgasdaten. Für die erfundenen Anbieter liegen keine überprüften Emissionswerte vor; eine scheinbar exakte CO2-Rangliste wäre unzulässig. Eine Mehrkriterienentscheidung sollte gewichtete Kriterien, Datenquellen und Unsicherheiten offenlegen. Gewichte sind Managemententscheidungen, keine amtlichen Vorgaben.


Kosten und Ausfallfolgen berechnen


Der Rechengang

Erwartete modellierte Gesamtkosten pro Monat = Materialkosten in €/Monat + Transport und Abwicklung in €/Monat + erwartete Ausfallkosten in €/Monat. Die Materialkosten ergeben sich aus Menge in Stück/Monat × Preis in €/Stück. Erwartete Ausfallkosten = Eintrittswahrscheinlichkeit × Fehlmenge in Stück × entgangener Deckungsbeitrag in €/Stück. Der Erwartungswert zeigt eine rechnerische Durchschnittsbelastung, nicht eine sichere Monatsrechnung.

Single Sourcing: 1.600 Stück × 14,00 €/Stück = 22.400 € Material; 320 Stück × 65 €/Stück = 20.800 € Ausfallschaden im Störungsmonat; 10 % × 20.800 € = 2.080 € erwartete Ausfallkosten. Summe: 22.400 € + 360 € + 2.080 € = 24.840 €/Monat.

Dual Sourcing: 1.120 × 14,20 € + 480 × 15,50 € = 15.904 € + 7.440 € = 23.344 € Material. Ausfallschaden 160 × 65 € = 10.400 €, Erwartungswert 4 % × 10.400 € = 416 €. Summe: 23.344 € + 520 € + 416 € = 24.280 €/Monat.

Multiple Sourcing: 800 × 14,50 € + 480 × 15,50 € + 320 × 16,50 € = 11.600 € + 7.440 € + 5.280 € = 24.320 € Material. Erwarteter Ausfall: 2 % × 80 × 65 € = 104 €. Summe: 24.320 € + 720 € + 104 € = 25.144 €/Monat.

Ergebnis: Unter exakt diesen Annahmen ist Dual Sourcing mit 24.280 €/Monat am günstigsten. Der Abstand zu Single Sourcing beträgt 560 €/Monat; Multiple Sourcing kostet 864 €/Monat mehr als Dual. Kleinere Ausfallkosten allein machen Multiple Sourcing nicht zur kostenminimalen Wahl.


Sensitivität statt Scheingenauigkeit

Angenommen, bei Single Sourcing steigt die angenommene monatliche Engpasswahrscheinlichkeit von 10 % auf 15 %. Dann betragen die erwarteten Ausfallkosten 0,15 × 20.800 € = 3.120 € und die Gesamtkosten 25.880 €/Monat. Wenn umgekehrt die Ausfallwahrscheinlichkeit des Single-Sourcing-Falls auf 5 % sinkt, ergibt sich 22.400 € + 360 € + 1.040 € = 23.800 €/Monat; dann läge Single im Modell 480 € unter Dual. Daher musst du die Empfehlung immer an ihre Annahmen binden. Risiken können korreliert sein; für echte Entscheidungen sind Ereignisdefinitionen und belastbare Daten erforderlich.


Bestand, Lieferung und Distribution absichern


Sicherheitsbestand und Meldebestand

Für eine getrennte Ergänzungsrechnung zur Dual-Sourcing-Variante nehme einen konstanten Verbrauch von 80 Stück/Arbeitstag, eine reguläre Wiederbeschaffungszeit von fünf Arbeitstagen sowie drei zusätzliche Arbeitstage Überbrückungsbedarf an. Sicherheitsbestand = 80 Stück/Arbeitstag × 3 Arbeitstage = 240 Stück. Meldebestand = 80 × 5 + 240 = 640 Stück. Beim rechnerischen Bestand von 640 Stück wird eine reguläre Beschaffung ausgelöst, sofern Bestellungen und Wareneingänge korrekt berücksichtigt sind. Ein Sicherheitsbestand von 240 Stück reicht bei konstantem Bedarf für drei Arbeitstage, nicht für vier.

Wird der Sicherheitsbestand mit 14,20 €/Stück bewertet, bindet er 240 × 14,20 € = 3.408 € Kapital. Bei dem hier frei gewählten kalkulatorischen Bestandkostensatz von 1,5 % pro Monat entstehen 51,12 €/Monat rechnerische Bestandhaltungskosten auf diesen konstant angesetzten Zusatzbestand. Würden sie ohne Änderung der vorherigen Ausfallannahmen addiert, wären das 24.331,12 €/Monat für die Dual-Variante. Das ist keine neue vollständige Risikooptimierung: Der Bestand kann die Fehlmenge verändern. Das Risiko müsste dann neu modelliert werden, statt unreflektiert denselben Verlust anzusetzen.

Datei:Container-terminal-ost-ffm003.jpg

Umschlag am Containerterminal Frankfurt am Main Ost: Im Modell sind Terminal-, Lager- und Werkszuführung als voneinander abhängige Prozessstufen zu überwachen.


Notfallplan und Kundeninformation

Ein Logistikkonzept benennt Frühwarnindikatoren, Ansprechpartner, Eskalationsstufen, belegbare Ausweichkapazitäten und einen abgestimmten Kommunikationsweg. Bei prognostiziertem Fehlbestand: Datenlage sichern, Bestellungen und Transitbestand prüfen, Lieferanten kontaktieren, zulässige Ersatzquelle und Mehrkosten vergleichen, Empfänger priorisieren und realistische Termine kommunizieren. Nach dem Ereignis sind Ursachen, Zeitstempel, OTIF-Veränderung und Verbesserungsmaßnahmen zu dokumentieren.

Von der Montage gehen fertige Geräte an die Auslieferlager. Eine Beschaffungslücke kann die Versandbereitschaft vermindern; verspätete Auslieferungen dürfen nicht durch überoptimistische Lieferzusagen verdeckt werden. Beachte Vertragsbedingungen und Freigabewege des jeweiligen Betriebs. Übungen in diesem Kurs finden am Papier oder in einer Simulation statt; reale Lagerfahrzeuge, Krane, Elektroanlagen, Drucksysteme und Gefahrstoffe bleiben außerhalb der unbegleiteten Aufgaben. Praktische Arbeit nur nach betrieblichen Vorgaben unter qualifizierter Aufsicht. Dieser Kurs ersetzt keine Unterweisung, Befähigungsnachweise oder Fachfreigaben.

Akustischer Medienimpuls: Datei:Taurus anfahrgeraeusch.ogg zeigt das hörbare Anfahren einer Lokomotive. Diskutiere, warum ein Geräusch weder eine Transportfreigabe noch einen messbaren Pünktlichkeitsnachweis darstellt.


Entscheidung begründen und Grenzen benennen


Empfehlung für den Modellkunden

Empfiehl im Basisfall Dual Sourcing: Es senkt die modellierten Gesamtkosten gegenüber Single um 560 €/Monat, begrenzt die Abhängigkeit und ist gegenüber Multiple um 864 €/Monat günstiger. Dies gilt nur, wenn B die zugesagten 480 Stück zuverlässig liefern kann, die Quellen nicht vom selben Engpass betroffen sind und die unterstellten Störungswerte passen. Eine Entscheidungsnotiz enthält Ziel, Datenstand, Tabellenkalkulation, Alternativen, Einheiten, Annahmen, Restrisiken und eine Überprüfung nach einem definierten Beobachtungszeitraum.


Prüffragen für die betriebliche Übertragbarkeit

Frage nach Ersatzkapazitäten, tatsächlichen Wiederbeschaffungszeiten, Qualitätsprüfungen, Mindestmengen, Vertragsbindung, CO2-Belegen, IT-Ausfallsicherheit und Datenschutz. Nur überprüfte Daten dürfen eine reale Auswahl rechtfertigen. Prüfe außerdem, wer im Unternehmen für Freigaben verantwortlich ist. Keine fiktive Zahl im Kurs ist eine Auskunft über einen realen Hersteller oder eine bestehende Kooperation.

Ergänzendes deutschsprachiges Erklärvideo „Beschaffungsarten | EINFACH ERKLÄRT“, StudioEinfach (17.11.2025). Externer Anbieter, keine amtliche Quelle; im Zusammenhang mit dem Kurs kritisch auf Vereinfachungen prüfen.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Wissen testen

Welche Strategie nutzt genau zwei eigenständige Lieferquellen für ein Beschaffungsgut? (Dual Sourcing) (!Single Sourcing) (!Alleinbezugsvertrag) (!Nur Eigenfertigung)



Rückmeldung: Dual Sourcing verteilt das geplante Volumen im Modell auf A und B. Ob die Quellen unabhängig sind, muss trotzdem geprüft werden.

Wie hoch ist der Monatsbedarf bei 80 Stück pro Arbeitstag und 20 Arbeitstagen? (1600 Stück) (!800 Stück) (!2000 Stück) (!240 Stück)



Rückmeldung: 80 Stück je Arbeitstag mal 20 Arbeitstage ergibt 1600 Stück; die Einheit ist Stück pro Monat.

Wie groß ist die Fehlmenge bei vier Ausfalltagen und 80 Stück Tagesverbrauch ohne Ersatz? (320 Stück) (!160 Stück) (!80 Stück) (!640 Stück)



Rückmeldung: Vier Arbeitstage mal 80 Stück pro Arbeitstag ergeben 320 Stück.

Wie hoch sind erwartete Ausfallkosten bei zehn Prozent Wahrscheinlichkeit und 20800 Euro Schaden? (2080 Euro) (!208 Euro) (!20800 Euro) (!10400 Euro)



Rückmeldung: Zehn Prozent als Dezimalzahl 0,10 mal 20800 Euro ergibt 2080 Euro im Erwartungswert.

Wie hoch sind die Materialkosten der Dual Variante? (23344 Euro) (!22400 Euro) (!24320 Euro) (!25144 Euro)



Rückmeldung: 1120 Stück zu 14,20 Euro sind 15904 Euro und 480 Stück zu 15,50 Euro sind 7440 Euro; zusammen 23344 Euro.

Welche modellierten Monatsgesamtkosten hat Dual Sourcing? (24280 Euro) (!24840 Euro) (!25144 Euro) (!23344 Euro)



Rückmeldung: Material 23344 Euro plus Transport 520 Euro plus erwarteter Ausfall 416 Euro ergibt 24280 Euro.

Welcher Sicherheitsbestand deckt bei 80 Stück Tagesbedarf genau drei Arbeitstage? (240 Stück) (!80 Stück) (!400 Stück) (!640 Stück)



Rückmeldung: 80 Stück je Arbeitstag multipliziert mit drei Arbeitstagen ergeben 240 Stück.

Wie hoch ist der Meldebestand bei fünf Arbeitstagen Lieferzeit und 240 Stück Reserve? (640 Stück) (!400 Stück) (!240 Stück) (!800 Stück)



Rückmeldung: Regulärer Bedarf während der Lieferzeit sind 400 Stück; mit 240 Stück Reserve sind es 640 Stück.

Was muss bei zwei scheinbar getrennten Lieferanten besonders untersucht werden? (Gemeinsame Vorlieferanten) (!Nur die Farbe der Fahrzeuge) (!Nur die Firmengröße) (!Nur die Entfernung zum Meer)



Rückmeldung: Teilen Lieferanten einen Engpass wie eine einzige Vorstufe, ist ihre Ausfallwahrscheinlichkeit möglicherweise korreliert.

Welche Aussage zur Just in Time Beschaffung ist richtig? (Geringe Bestände erhöhen die Abhängigkeit von verlässlichen Anlieferungen) (!Just in Time verhindert jeden Ausfall) (!Just in Time ist identisch mit Single Sourcing) (!Just in Time benötigt nie Prognosen)



Rückmeldung: Bei geringen Beständen können Lieferverzögerungen schneller auf die Produktion wirken; Lieferantenzahl und Lieferzeitsteuerung sind getrennte Entscheidungen.


Memory

Ordne die Fachbegriffe den passenden, voneinander unterscheidbaren Bedeutungen zu.

Single Sourcing Bezug eines Gutes von einer geplanten Quelle
Dual Sourcing Regelmäßige Aufteilung auf zwei Bezugsquellen
Sicherheitsbestand Reserve gegen zusätzliche Verbrauchs- oder Lieferabweichungen
Meldebestand Bestandsniveau für eine Bestellauslösung
OTIF Anteil vollständig und pünktlich ausgeführter Lieferungen
Risikokosten Erwartete rechnerische Belastung aus Eintritt und Schaden





Drag-and-Drop

Ordne jeweils eine fachliche Gegenmaßnahme dem passenden Problem zu.

Passende Maßnahme Beobachtetes Risiko
Lieferantenqualifizierung Ungeprüfte Ausweichquelle
Sicherheitsbestand Kurzfristige Bedarfsspitze
Mehrwegplanung Gesperrter Transportkorridor
Frühwarnmeldung Verzögerte Statusinformation
Schnittstellenprüfung Fehlerhafte Bestellübermittlung





Kreuzworträtsel

Gesucht sind sechs Fachwörter; trage jeweils nur ein zusammenhängendes Wort ein.

Lieferant Unternehmen, das das benötigte Material bereitstellt
Redundanz Zusätzlich vorgehaltene Alternative zur Hauptquelle
Bestand Im Lager vorhandene verfügbare Menge
Engpass Situation, in der Bedarf nicht voll bedient werden kann
Prognose Begründete Vorausschau auf zukünftige Nachfrage
Qualität Grad, in dem vereinbarte Güteeigenschaften erfüllt sind





LearningApps

Externe Suchseite mit möglichen Lernspielen zum Thema; Auswahl und Qualität der gefundenen Angebote selbst prüfen.


Lückentext

Ergänze die entscheidenden Fachbegriffe und Modellzahlen.
Eine Beschaffung aus genau zwei planmäßig genutzten Lieferquellen heißt

.
Eine einzige geplante Bezugsquelle heißt

.
Der fiktive Monatsbedarf beträgt

Stück.
Die im Basisfall kostengünstigste Strategie ist

.
Die erwarteten Gesamtkosten dieser Variante betragen

Euro im Monat.
Die berechnete Zusatzreserve umfasst

Stück.
Der rechnerische Meldebestand liegt bei

Stück.
Eine gemeinsame Vorstufe kann trotz verschiedener Lieferanten eine

verursachen.
Die Kennzahl für pünktlich und vollständig erfüllte Lieferungen heißt

.
Ein niedriger Einkaufsstückpreis allein ist keine vollständige

.



Offene Aufgaben


Leicht

  1. Lieferkette: Zeichne das vollständig fiktive Netz mit drei Zulieferern, Zentrallager, Montage, zwei Auslieferlagern und Kunden; markiere Waren- und Informationsfluss mit unterschiedlichen Pfeilen.
  2. Beschaffungsstrategie: Verfasse eine vergleichende Tabelle mit je zwei Vorteilen, zwei Risiken und einem passenden Anwendungsbeispiel zu Single, Dual und Multiple Sourcing.
  3. Bedarfsermittlung: Berechne den Monatsbedarf aus 80 Stück pro Tag und 20 Arbeitstagen; erkläre den Rechenweg samt Einheiten und prüfe das Ergebnis.
  4. Risikomatrix: Formuliere drei plausible rein fiktive Störungsereignisse und ordne ihnen begründete Eintritts- und Schadensklassen zu.


Standard

  1. Beschaffungskosten: Berechne die Materialkosten jeder der drei Varianten aus allen Mengen und Preisen; kontrolliere, dass die Teilmengen stets 1600 Stück ergeben.
  2. Erwartungswert: Ermittle aus Wahrscheinlichkeit, Fehlmenge und 65 Euro pro fehlendem Stück die erwarteten Ausfallkosten aller drei Varianten; erkläre, warum ein Erwartungswert nicht der sichere Schaden ist.
  3. Meldebestand: Leite Sicherheits- und Meldebestand in Stück ab; erstelle einen tabellarischen Bestandsverlauf für fünf Arbeitstage und markiere den Bestellzeitpunkt.
  4. Lieferantenbewertung: Entwickle eine Nutzwertmatrix mit Kosten, Produktionssicherheit und Umweltaspekten; begründe die Gewichte und benenne drei bislang fehlende Datennachweise.


Schwer

  1. Sensitivitätsanalyse: Wiederhole die Single-Sourcing-Rechnung für fünf und fünfzehn Prozent Engpasswahrscheinlichkeit; leite eine Schwelle her, ab der Dual bei sonst gleichen Annahmen günstiger wird.
  2. Notfallplanung: Entwerfe für zwei vollständig simulierte Lieferverspätungen einen Eskalationsablauf mit Zuständigkeiten, prüfbaren Bestandsdaten, Alternativangebot und Information an die Distribution.
  3. Lieferantenrisiko: Modellieren zwei Lieferanten mit gemeinsamem Vorlieferanten und diskutiere, warum die Annahme unabhängiger Ausfälle falsch sein kann; schlage eine Datenerhebung vor, ohne interne Daten einzufordern.
  4. Logistikkonzept: Präsentiere als Rollenspiel eine begründete Empfehlung für den fiktiven Kunden einschließlich Kostenvergleich, Überbrückungsbestand, Restrisiken, Rückfragen und überprüfbaren Freigabeschritten.




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Lernkontrolle

  1. Kriterienvergleich: Begründe in einem kurzen Fachgespräch, warum Dual Sourcing im Basisszenario günstiger ist, obwohl Single Sourcing den niedrigeren Materialpreis hat.
  2. Einheitenkontrolle: Prüfe die Einheiten aller drei Ausfallkostenrechnungen und erläutere den Unterschied zwischen Euro pro Stück, Euro im Störungsfall und Euro pro Monat im Erwartungswert.
  3. Schwellenwertanalyse: Berechne die kritische Single-Sourcing-Wahrscheinlichkeit, bei der dessen Gesamtkosten den Dual-Kosten entsprechen: aus 22.760 € Fix- und Materialkosten sowie 20.800 € Störschaden folgt p = (24.280 - 22.760) / 20.800 = rund 7,31 %.
  4. Bestandsabsicherung: Erkläre, warum 240 Stück Reserve eine Störung von vier Tagen bei 80 Stück pro Tag nicht vollständig überbrücken können; entwickle rechnerisch zwei alternative Gegenmaßnahmen.
  5. Datenkritik: Unterscheide eindeutig alle erfundenen Modellzahlen von den nachgewiesenen berufsrechtlichen und schulischen Quellen und begründe, warum keine CO2-Bestzahl behauptet werden darf.
  6. Kundengespräch: Formuliere eine transparente Mitteilung über eine mögliche Lieferstörung an den fiktiven Industriekunden einschließlich gesicherter Fakten, offener Fragen und nächstem Abstimmungstermin.




Lernnachweis

Als Lernnachweise dienen eine grafisch beschriftete Lieferkette, eine in Stück und Euro geprüfte Tabellenrechnung der drei Beschaffungsoptionen, ein Szenarioprotokoll mit Wahrscheinlichkeitsannahmen, ein Bestands- und Meldepunktdiagramm, ein Entwurf für eine Rückfallplanung und eine sachlich begründete Entscheidungsvorlage. Bewertet werden rechnerische Richtigkeit, klare Einheiten, nachvollziehbare Datenherkunft, kritischer Umgang mit Unsicherheit, Kundenorientierung, Auswirkungen auf die Distribution sowie die Fähigkeit, fachliche Freigabegrenzen zu erkennen. Eine reale Arbeitsfreigabe entsteht dadurch nicht.




OER und Wikipedia

Berufliche und fachliche Orientierung (amtliche Quellen zuerst):

Mediennachweise: Die Datei- und Lizenzangaben wurden auf den verlinkten Commons-Dateiseiten eingesehen. Einbettung bedeutet keine Übertragung fremder Urheberrechte. Bilder mit englischen oder italienischen Legenden sind entsprechend gekennzeichnet.

Genau verwendete Datei oder Video Quellen- und Lizenznachweis Urheber Nutzungsstatus
File:Supply chain network.png Commons-Dateiseite David pogrebeshsky CC BY-SA 4.0
File:Bullwhip effect in supply chain.jpg Commons-Dateiseite Ossistyl CC BY-SA 3.0
File:CONWIP English.png Commons-Dateiseite Grooflisha CC BY-SA 4.0
File:Container-terminal-ost-ffm003.jpg Commons-Dateiseite Dontworry CC BY-SA 3.0
File:Taurus anfahrgeraeusch.ogg Commons-Dateiseite Martin Meyerspeer Lizenzangaben auf der Dateiseite
https://www.youtube.com/watch?v=qdg161QV6rk Originalvideo vom 17.11.2025 StudioEinfach – Wissen, das Klick macht! YouTube-Einbettung als Drittanbieterinhalt; keine Creative-Commons-Lizenz behauptet, Weiterverwendung nur nach jeweiliger Plattform- und Rechteprüfung



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