Material und Arbeitszeit begründet kalkulieren - Kundenauftrag Fahrzeuglackierung - Ausbildung
Material und Arbeitszeit begründet kalkulieren - Kundenauftrag Fahrzeuglackierung - Ausbildung
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Einleitung
Du lernst, für einen Kundenauftrag in der Fahrzeuglackierung den Materialeinsatz, die Arbeitszeit und einen nachvollziehbaren Angebotspreis zu ermitteln. Der Kurs richtet sich an Auszubildende zum Fahrzeuglackierer und zur Fahrzeuglackiererin im dritten Ausbildungsjahr. Du bearbeitest einen vollständig erfundenen Auftrag mit Gestaltung, Planung, rechnerischer Kontrolle und Qualitätsdokumentation. Alle Preise, Verbrauchswerte, Mengen und Bearbeitungszeiten sind didaktische Modellannahmen und keine verbindlichen Betriebs- oder Herstellervorgaben.
Lernziele: Du zerlegst einen Auftrag in prüfbare Arbeitspakete, unterscheidest Fläche, Ergiebigkeit, Übertragungswirkungsgrad, Zuschlag und Stundenverrechnungssatz, führst Berechnungen mit Einheiten durch, prüfst Rundungen und begründest wirtschaftliche Alternativen. Das Ergebnis ist ein Modellangebot mit dokumentierten Annahmen.
Sicherheit: Sämtliche Berechnungen erfolgen am Papier oder digital mit fiktiven Werten. Reale Beschichtungsarbeiten, Gefahrstoffumgang, Spritzanlagen sowie Arbeiten an elektrischen, pneumatischen oder sonstigen Fahrzeugsystemen erfolgen ausschließlich unter qualifizierter Aufsicht nach betrieblichen Vorgaben und geltenden Schutzmaßnahmen. Dieser Kurs ersetzt weder fachliche Freigaben noch Befähigungsnachweise.

Einblick in eine Lackierkabine; das Foto ist kein Nachweis einer freigegebenen Arbeitsweise. Quelle und Lizenz siehe Medientabelle.
Kundenauftrag analysieren und abgrenzen
Der fiktive Fall: Transporter „Nordlicht“
Die frei erfundene Kundin „Nordlicht Radservice“ lässt eine bereits fachgerecht vorbereitete Seitentür eines rein fiktiven Transporters instand setzen und mit einem zweifarbigen geometrischen Streifen gestalten. Die sichtbare Lackierfläche der Tür beträgt 2,00 m²; eine dekorative Akzentfläche von 0,50 m² erhält zusätzlich eine zweite Farbe. Die gesamte Fläche von 2,00 m² erhält Basislack und Klarlack. Die Akzentfläche ist darin enthalten und wird nicht nochmals zur gesamten Klarlackfläche addiert.
Das Übungsteam plant einen einfachen Gestaltungsentwurf, eine Kostenübersicht und eine dokumentierte Abnahme. Lackzustand, Beschichtungsaufbau, Trocknungsbedingungen und Materialverträglichkeit wären in einem echten Betrieb vorab mit den verantwortlichen Fachkräften zu prüfen; keine der hier gewählten Modellzahlen ersetzt technische Produktdaten.
Auftragsergebnis: Entwurfsblatt mit Maßen, Flächenberechnung, Materialliste, Arbeitsablauf, Stundenplan, Nettoangebot, fiktiver Umsatzsteuer und Qualitätsprüfbogen. Nicht im Auftrag enthalten sind verdeckte Schäden, Fahrzeugdemontage, Arbeiten an elektrischen Systemen oder unvorhergesehene Reparaturen. Solche Änderungen würden einen neuen Freigabe- und Kalkulationsschritt erfordern.
Berufsbild, schulische Lernfelder und betriebliche Ausbildung
Berufsschule: Der KMK-Rahmenlehrplan für Fahrzeuglackierer/Fahrzeuglackiererin vom 16.05.2003 ist die schulische Orientierung. Im dritten Ausbildungsjahr beschreibt Lernfeld 9 „Lackierverfahren anwenden“ das Ermitteln von Zeitaufwand, Materialeinsatz sowie Maschinen- und Anlagenkosten. Lernfeld 10 „Design- und Effektlackierungen ausführen“ umfasst das Berechnen von Zeit- und Materialkosten; Lernfeld 11 „Oberflächen aufbereiten“ die Ermittlung von Werkstoff- und Zeitbedarf; Lernfeld 12 „Mobile Werbeträger gestalten“ die Kalkulation eines Kundenauftrags und den Stundenverrechnungssatz. Dies sind schulische Lernfelder, keine einzelnen Vorschriften für ein reales Angebot.
Betrieb: Die eigenständige Ausbildungsordnung für Fahrzeuglackierer/Fahrzeuglackiererin ist die FzgLackAusbV vom 03.07.2003. Ihr Ausbildungsrahmenplan als Anlage zu § 6 beschreibt unter anderem das Planen von Arbeitsabläufen, das Abschätzen des Zeitaufwands, den Materialeinsatz und die Qualitätssicherung. Die Ausbildung im Betrieb wird im betrieblichen Ausbildungsplan konkretisiert. Die Maler- und Lackiererausbildungsverordnung von 2021 ist nicht mit der eigenständigen Fahrzeuglackiererausbildung zu verwechseln.
Zur Nachprüfung: KMK-Rahmenlehrplan und Ausbildungsordnung sowie betrieblicher Ausbildungsrahmenplan. Stand der Quellenprüfung: Oktober 2026. Es werden keine geschützten Volltexte von Normen wiedergegeben.
Materialbedarf mit Einheiten ermitteln
Fläche, Ergiebigkeit und Auftragswirkungsgrad
Die Ergiebigkeit gibt im Rechenmodell an, wie viele Quadratmeter mit einem Liter Material bei festgelegter Modellschicht bearbeitet werden könnten. Der Übertragungswirkungsgrad ist der Anteil des eingesetzten Materials, der rechnerisch auf der Zielfläche ankommt. Ein Wert von 0,50 bedeutet in dieser Modellrechnung 50 Prozent; er ist keine pauschale Aussage über reale Spritztechnik. Ein Zuschlag von 10 Prozent wird als Reserve für dokumentierte, kleine Planabweichungen gerechnet.
Formel: Einsatzmenge in L = Fläche in m² / (Ergiebigkeit in m²/L × Übertragungswirkungsgrad) × (1 + Reservezuschlag). Die Einheiten kürzen sich zu Litern. Ein Zuschlag wird genau einmal angesetzt und nicht als separate unbemerkte Doppelreserve hinzugefügt.
| Position | Rechenfläche | Ergiebigkeit im Modell | Wirkungsgrad | Reserve | berechnete Menge |
|---|---|---|---|---|---|
| Basislack | 2,00 m² | 10,00 m²/L | 0,50 | 10 % | 0,440 L |
| Akzentfarbe | 0,50 m² | 10,00 m²/L | 0,50 | 10 % | 0,110 L |
| Klarlack | 2,00 m² | 8,00 m²/L | 0,50 | 10 % | 0,550 L |
Nachvollziehbarer Lösungsweg: Basislack: 2,00 m² / (10,00 m²/L × 0,50) × 1,10 = 0,440 L. Akzent: 0,50 m² / (10,00 m²/L × 0,50) × 1,10 = 0,110 L. Klarlack: 2,00 m² / (8,00 m²/L × 0,50) × 1,10 = 0,550 L. Alle Mengen sind fiktive spritzfertige Rechenvolumina; tatsächliche Mischverhältnisse und Produktverbräuche dürfen daraus nicht abgeleitet werden.
Eine Spritzpistole als Bildbeispiel für die Applikation; keine Geräteanleitung. Quelle und CC0-Nachweis siehe OER-Tabelle.
Preisbasis und Materialliste
Jede Menge wird mit einem modellhaft angenommenen Netto-Einstandspreis je Liter multipliziert. Hilfs- und Verbrauchsmittel sowie Entsorgung werden separat angesetzt. Reste und betriebliche Verpackungseinheiten sind nicht automatisch gleich dem theoretischen Verbrauch; für reale Beschaffung wären verfügbare Gebinde und Bestände zu prüfen.
| Position | Ansatz | Stück-/Literpreis netto | Kosten netto |
|---|---|---|---|
| Basislack | 0,440 L | 60,00 €/L | 26,40 € |
| Akzentfarbe | 0,110 L | 50,00 €/L | 5,50 € |
| Klarlack | 0,550 L | 72,00 €/L | 39,60 € |
| Abdeck- und Schleifhilfsmittel | Modellpauschale | 16,00 € | 16,00 € |
| Entsorgungsnebenkosten | Modellpauschale | 5,00 € | 5,00 € |
| Material und materialnahe Nebenkosten gesamt | 92,50 € | ||
Probe: 26,40 + 5,50 + 39,60 + 16,00 + 5,00 = 92,50 € netto. Darin sind 71,50 € Beschichtungsstoffe, 16,00 € Hilfsmittel und 5,00 € Entsorgungsnebenkosten enthalten. Der Verbrauch wird in Litern, der Preis in Euro je Liter und das Ergebnis in Euro ausgewiesen.
Arbeitszeit fachlich und organisatorisch planen
Tätigkeitszeiten statt bloßer Schätzung
Eine Arbeitsstunde erfasst aktive betriebliche Arbeitszeit; Kalenderdurchlaufzeit kann zusätzlich Trocknungs-, Warte- oder Freigabephasen enthalten. Diese Zeitarten dürfen nicht beliebig addiert werden. Unser Rechenmodell setzt aktive Tätigkeitszeiten an; eine angenommene passive Trocknungszeit von 2,0 h ist nicht nochmals als Arbeitszeit berechnet. Maschinenbereitstellung wird stattdessen separat pauschal kalkuliert. Ein reales Betriebssystem müsste Auslastung und belegte Kabinenzeit gesondert abbilden.
| Arbeitsschritt | Fiktive aktive Arbeitszeit | Warum erforderlich? |
|---|---|---|
| Auftrag klären und dokumentieren | 0,4 h | Umfang und Ausschlüsse bestätigen |
| Gestaltung und Maßskizze | 0,8 h | Akzentfläche nachvollziehbar bestimmen |
| Oberflächenvorbereitung planen | 1,2 h | Arbeitsschritte und Prüfbedarf festlegen |
| Abdecken und Zuordnen | 0,6 h | angrenzende Flächen berücksichtigen |
| Basis- und Akzentbeschichtung zeitlich planen | 1,1 h | zweifarbige Gestaltung berücksichtigen |
| Klarlackauftrag in Ablaufplanung | 0,5 h | vollständige Deckfläche einbeziehen |
| Finish und Qualitätsprüfung | 0,9 h | Nachweis und Korrekturbedarf prüfen |
| Übergabe und Pflegehinweise | 0,3 h | Kundenkommunikation abschließen |
| Gesamt | 5,8 h | aktive kalkulierte Arbeitszeit |
Rechenprobe: 0,4 + 0,8 + 1,2 + 0,6 + 1,1 + 0,5 + 0,9 + 0,3 = 5,8 h. Bei einem fiktiven Stundenverrechnungssatz von 75,00 €/h entstehen 5,8 h × 75,00 €/h = 435,00 € Arbeitskosten netto. Der Verrechnungssatz enthält in diesem Modell bereits anteilige Personal- und allgemeine Betriebskosten. Er darf deshalb nicht nochmals ohne Prüfung um dieselben allgemeinen Gemeinkosten erhöht werden.
Gerätebeispiel aus Wikimedia Commons. Ein Foto ersetzt weder technische Daten noch eine Einweisung.
Schätzqualität durch Soll-Ist-Vergleich verbessern
Die Werkstatt kann bei passenden, anonymisierten früheren Aufträgen prüfen, wie weit geplante und tatsächliche Zeiten auseinanderlagen. Ein Beispiel: Plan für Gestaltung 0,8 h, späterer Ist-Wert 1,0 h. Die Abweichung beträgt +0,2 h; bei 75,00 €/h entspricht dies 15,00 € modellhaften zusätzlichen Arbeitskosten. Eine begründete Verbesserung wäre, den Umfang der Entwurfsabstimmung vorab genauer festzulegen statt die Kundschaft stillschweigend mit Mehrkosten zu überraschen. Eine Abweichung beweist weder einen Fehler der lernenden Person noch einen allgemeinen Normwert.
Angebot zusammenstellen und prüfen
Netto, Umsatzsteuer und Brutto
Für den Modellfall wird eine Gerätekostenpauschale von 22,00 € netto angenommen. Der kalkulierte Nettopreis ist 92,50 € + 435,00 € + 22,00 € = 549,50 €. Die Rechnung übt den in Deutschland regelmäßig verwendeten 19-Prozent-Regelsteuersatz ausschließlich als fiktive Beispielannahme; tatsächliche steuerliche Behandlung und Preisgestaltung sind betrieblich zu prüfen.
Umsatzsteuer: 549,50 € × 0,19 = 104,405 €; auf Cent kaufmännisch gerundet 104,41 €. Bruttopreis: 549,50 € + 104,41 € = 653,91 €. Bei einer Kalkulation sollten ungerundete Zwischenwerte, deklarierte Rundungsregeln und der Schlussbetrag konsistent sein.
| Kostenblock | Netto |
|---|---|
| Beschichtungsstoffe, Hilfsmittel und Entsorgung | 92,50 € |
| Aktive Arbeitszeit | 435,00 € |
| Gerätepauschale | 22,00 € |
| Summe netto | 549,50 € |
| Modellumsatzsteuer 19 % | 104,41 € |
| Gesamt brutto | 653,91 € |
Achtung: Dies ist eine Lernkalkulation, keine verbindliche Abrechnung, keine Marktpreisempfehlung und kein rechtsgeprüftes Angebot. Preisbestandteile wie Risiko, Marge, Sondermaterial und tatsächliche betriebliche Zuschläge können in echten Angeboten anders behandelt werden; sie dürfen nicht erfunden oder doppelt verrechnet werden.
Varianten nachvollziehbar bewerten
Variante A: Der Entwurf erfordert 0,5 h zusätzliche aktive Abstimmung. Mehrkosten: 0,5 h × 75,00 €/h = 37,50 € netto; neuer fiktiver Nettobetrag 587,00 €. Variante B: Der Klarlackverbrauch würde hypothetisch um 0,200 L steigen. Zusatzmaterial 0,200 L × 72,00 €/L = 14,40 € netto; neuer Nettobetrag 563,90 €. Die Ursachen sind verschieden: Arbeitsorganisation gegenüber Materialverbrauch. Ein plausibler Vorschlag zur Vermeidung ist jeweils mit Qualität, Sicherheit und Lieferfähigkeit abzugleichen; geringerer Verbrauch ist nie ein Freibrief zum Unterschreiten fachlicher Anforderungen.
Zur transparenten Kundenerklärung formulierst du etwa: „Unsere Planung enthält 5,8 aktive Arbeitsstunden, dokumentierte Materialmengen und eine Gerätekostenpauschale. Eine Erweiterung des Gestaltungswunsches wird vor einer Ausführung separat besprochen.“ Das ist eine simulierte Gesprächsübung, keine rechtliche Vertragsklausel.
Qualität sichern und Abschluss dokumentieren
Was gehört in den Qualitätsnachweis?
Eine fachliche Abnahme benötigt überprüfbare Kriterien: freigegebener Entwurf und vereinbarte Flächen, Prüfung auf sichtbare Oberflächenfehler bei geeigneter Beleuchtung, vergleichbarer Farb- und Glanzeindruck, zugehörige Arbeits- und Mengenprotokolle, Abweichungen mit Entscheidung, Pflegehinweise und Bestätigung der Übergabe. Die Modellwerte 2,00 m², 0,50 m², 1,100 L Gesamtvolumen und 5,8 h aktive Zeit lassen sich aus den Tabellen kontrollieren. Die 1,100 L sind die Summe aus 0,440 L Basislack, 0,110 L Akzent und 0,550 L Klarlack und keine Angabe zur erforderlichen realen Misch- oder Schichtdicke.
| Prüfpunkt | Erwarteter Nachweis | Ergebnis im fiktiven Fall |
|---|---|---|
| Auftrag und Entwurf | Freigegebene Maßskizze mit Akzentfläche | Planfläche 0,50 m² dokumentiert |
| Materialrechnung | Mengenformel und Preisbasis | 1,100 L und 92,50 € materialnahe Kosten geprüft |
| Zeiterfassung | Tätigkeitsliste und aktive Stundensumme | 5,8 h rechnerisch geprüft |
| Kostenkontrolle | Netto- und Brutto-Rechenprobe | 549,50 € netto; 653,91 € brutto |
| Sicht- und Ergebnisprüfung | Vergleich mit vereinbarten Kriterien | Reale Prüfung ausstehend, da nur Modell |
| Kundenübergabe | Verständliche Mitteilung der Annahmen | Gesprächsleitfaden vorbereitet |
Grenzen: Ein rechnerisch richtiges Angebot bedeutet noch keine technische Produktfreigabe, keinen bestätigten Gefahrstoffschutz und keine sichere reale Ausführung. Fiktive Dokumente enthalten keine echten Fahrzeugkennzeichen, Namen von Auszubildenden oder vertrauliche Kundeninformationen.
Bewegtes Material und Hörbeispiel
Das folgende frei zugängliche englischsprachige historische Sicherheitsvideo aus dem NIOSH-Umfeld ist kein aktuelles Unterweisungsvideo für deutsche Betriebe. Nutze es zur kritischen Medienanalyse: Was bleibt als allgemeiner Grundsatz wichtig, und welche heute geltenden betrieblichen Schutzvorgaben müsstest du separat prüfen?
Bewegtes Wikimedia-Commons-Medium, NIOSH, Public Domain (USA); siehe Quellen- und Lizenznachweis.
Datei:De-Kfz-Werkstatt.ogg Audio: Aussprache von „Kfz-Werkstatt“; Jeuwre, CC BY-SA 4.0. Inhaltlich nur eine kurze Fachsprachübung.
Zusätzliches deutschsprachiges Videomaterial: Der folgende über eine öffentlich auffindbare Videoreferenz belegte Film zum Berufsbild unterstützt die Einordnung des Auftrags; er enthält keine hier überprüfte verbindliche Kostenkalkulation. Die direkte YouTube-Seite war bei der Quellenprüfung nicht abrufbar; die Einbettungs- und Nutzungsrechte sind bei YouTube zu prüfen, eine OER-Lizenz wird nicht behauptet.
Werkstattgespräch (deutsch): Öffentlich referenzierter Film „Digitale Woche der Ausbildung: Die Maler- und Lackierwerkstatt“, ebenfalls nur als fachlicher Einblick, nicht als verbindliche Anleitung.
Interaktive Aufgaben
Multiple-Choice-Quiz
Bearbeite genau zehn Fragen. Die Erläuterung nach jeder Antwort hilft dir, den Rechenweg zu verstehen.
Welcher Ansatz berechnet die Modellmenge des Basislacks korrekt? (2,00 geteilt durch 10,00 und 0,50 und anschließend mal 1,10) (!2,00 mal 10,00 und anschließend mal 1,10) (!2,00 geteilt durch 10,00 ohne Wirkungsgrad und Reserve) (!2,00 plus 10,00 plus 0,50)
Rückmeldung: Ergiebigkeit und Wirkungsgrad stehen gemeinsam im Nenner; die Reserve von zehn Prozent wird anschließend einmal auf die Einsatzmenge aufgeschlagen.
Wie viel Basislack ist im Modell vorgesehen? (0,440 Liter) (!0,220 Liter) (!0,500 Liter) (!4,400 Liter)
Rückmeldung: 2,00 geteilt durch das Produkt aus 10,00 und 0,50 und anschließend mal 1,10 ergibt genau 0,440 Liter.
Welche Fläche zählt für den Klarlack in diesem Auftrag? (Die gesamte Türfläche von 2,00 Quadratmetern) (!Die Türfläche plus Akzentfläche als 2,50 Quadratmeter) (!Nur die Akzentfläche von 0,50 Quadratmetern) (!Nur die bereits abgedeckte Nebenfläche)
Rückmeldung: Die Akzentfläche liegt innerhalb der Türfläche; ihre erneute Addition wäre eine Doppelzählung.
Was kostet der fiktive Klarlack bei 0,550 Litern und 72,00 Euro je Liter? (39,60 Euro) (!72,55 Euro) (!26,40 Euro) (!55,00 Euro)
Rückmeldung: Liter mal Euro je Liter ergibt Euro; 0,550 mal 72,00 sind 39,60.
Wie hoch sind die gesamten materialnahen Nettokosten des Modellauftrags? (92,50 Euro) (!71,50 Euro) (!435,00 Euro) (!653,91 Euro)
Rückmeldung: Zu 71,50 Euro Beschichtungsstoffen kommen 16,00 Euro Hilfsmittel und 5,00 Euro Entsorgungsnebenkosten.
Welche Arbeitszeit ist für die Kalkulation angesetzt? (5,8 Stunden aktive Arbeit) (!5,8 Stunden plus 2,0 Stunden passive Trocknung) (!2,0 Stunden passive Trocknung allein) (!8,0 Stunden ohne Tätigkeitsplan)
Rückmeldung: Die acht Tätigkeitszeiten ergeben 5,8 Stunden. Die gesondert angenommene passive Trocknungszeit wird nicht nochmals als aktive Arbeit berechnet.
Wie hoch sind die modellhaften Arbeitskosten bei 75,00 Euro je Stunde? (435,00 Euro) (!75,80 Euro) (!549,50 Euro) (!37,50 Euro)
Rückmeldung: 5,8 Stunden mal 75,00 Euro je Stunde ergibt 435,00 Euro.
Wie lautet die korrekte Nettosumme mit Gerätepauschale? (549,50 Euro) (!527,50 Euro) (!653,91 Euro) (!104,41 Euro)
Rückmeldung: 92,50 Euro materialnahe Kosten plus 435,00 Euro Arbeit plus 22,00 Euro Gerätepauschale ergeben 549,50 Euro netto.
Welcher fiktive Bruttobetrag folgt aus 549,50 Euro netto und 19 Prozent Steuer? (653,91 Euro) (!653,90 Euro) (!549,69 Euro) (!104,41 Euro)
Rückmeldung: 19 Prozent von 549,50 Euro sind 104,405 Euro; die auf 104,41 Euro gerundete Steuer führt zu 653,91 Euro brutto.
Welche Aussage zur fachlichen Freigabe trifft zu? (Die Beispielkalkulation ersetzt keine technische Freigabe oder qualifizierte Aufsicht) (!Ein korrektes Rechenergebnis erlaubt sofort jede Beschichtungsarbeit) (!Die Modellergiebigkeit ist eine bindende Herstellervorgabe) (!Eine unterzeichnete Skizze ersetzt die Schutzmaßnahmen)
Rückmeldung: Rechnerische Planung und technische Ausführung sind unterschiedliche Verantwortungsbereiche; reale Arbeiten erfordern betriebliche Prüfung, geeignete Schutzmaßnahmen und Aufsicht.
Memory
Verbinde eindeutige Begriffe mit den passenden Beschreibungen.
| Ergiebigkeit | Theoretisch beschichtbare Fläche je Liter in einem definierten Modell |
| Wirkungsgrad | Angenommener Anteil des Materials, der rechnerisch die Zielfläche erreicht |
| Reservezuschlag | Offen ausgewiesener Aufschlag auf die berechnete Einsatzmenge |
| Stundenverrechnungssatz | Kalkulierter Nettopreis pro aktiver Arbeitsstunde |
| Nettopreis | Betrag vor Hinzurechnung der modellhaften Umsatzsteuer |
| Qualitätsprotokoll | Dokumentierte Prüfkriterien und Ergebnisse zur Auftragskontrolle |
Drag and Drop
Ordne jeder betriebswirtschaftlichen Aufgabe den passenden Begriff zu.
| Passenden Begriff zuordnen | Beschreibung aus dem Fall |
|---|---|
| Flächenbestimmung | Sichtbare Tür und darin enthaltene Akzentzone getrennt erfassen |
| Materialkalkulation | Einsatzvolumen mit Preis je Liter multiplizieren |
| Zeitplanung | Aktive Arbeitsschritte und ihren Zeitbedarf zusammenstellen |
| Angebotsprüfung | Materialnahe Kosten und Arbeitskosten mit Gerätepauschale addieren |
| Abnahmedokumentation | Prüfkriterien, Abweichungen und Ergebnis schriftlich festhalten |
Kreuzworträtsel
Gesucht sind sechs Fachwörter ohne Zahlen und Leerzeichen.
| Basislack | Welche farbgebende Beschichtung ist für die gesamte Modellfläche berechnet? |
| Klarlack | Welche transparente Deckbeschichtung wird auf der gesamten Modellfläche geplant? |
| Reserve | Wie heißt der offen ausgewiesene zusätzliche Mengenpuffer? |
| Entwurf | Welches Gestaltungsdokument zeigt die Akzentzone vor dem Auftrag? |
| Angebot | Welches Dokument stellt einem Kunden die kalkulierten Kosten vor? |
| Kontrolle | Welcher Schritt prüft Rechenweg und vereinbarte Qualitätskriterien? |
LearningApps
Öffne die thematische Suche bei LearningApps und vergleiche vorhandene Übungen kritisch mit den Quellen und Modellannahmen dieses Kurses.
Lückentext
Setze in jedem Satz einen fachlich oder rechnerisch sinnvollen Begriff beziehungsweise Wert ein. Pro Satz fehlt genau eine Angabe.
Offene Aufgaben
Fertige alle Ergebnisse ausschließlich mit fiktiven Angaben und sicheren digitalen oder papierbasierten Übungen an.
Leicht
- Kundenauftrag: Formuliere den fiktiven Auftrag in fünf Sätzen und grenze zwei nicht enthaltene Arbeiten ab.
- Flächenberechnung: Zeichne die gesamte Türfläche und die enthaltene Akzentzone maßstäblich auf Papier; erkläre, warum die Flächen nicht doppelt addiert werden.
- Materialbedarf: Rechne die Basislackmenge mit Einheit und einmaligem Reservezuschlag nach und stelle eine Gegenprobe an.
- Arbeitsplanung: Ordne acht Zeitpositionen auf einem Zeitstrahl und unterscheide aktive Arbeit von passiver Trocknungszeit.
Standard
- Kostenrechnung: Erstelle eine Tabellenkalkulation mit Formelzellen für alle drei Beschichtungsstoffe und prüfe die Summe 71,50 Euro.
- Stundenverrechnungssatz: Berechne den Modellarbeitsbetrag aus 5,8 Stunden und 75,00 Euro je Stunde und erläutere den Unterschied zur Vergütung einzelner Beschäftigter.
- Angebot: Gestalte eine verständliche einseitige fiktive Kundenübersicht mit 549,50 Euro netto und 653,91 Euro brutto sowie ausgeschlossenen Positionen.
- Qualitätssicherung: Entwirf einen Prüfbogen mit mindestens sechs Kriterien, Soll-Werten und einer Spalte für nachvollziehbare Abweichungen.
Schwer
- Variantenvergleich: Vergleiche 0,5 Stunden zusätzliche Entwurfszeit mit 0,200 Liter zusätzlichem Klarlack; begründe, warum unterschiedliche Maßnahmen nötig wären.
- Sensitivitätsanalyse: Untersuche bei gleichbleibenden Flächen die Auswirkungen einer veränderten Ergiebigkeit und eines abweichenden Wirkungsgrads auf die Einsatzmenge, ohne reale Spritzparameter zu empfehlen.
- Kundenberatung: Verfasse ein Gesprächsprotokoll zur fiktiven Auftragserweiterung und formuliere eine faire Rückfrage vor jeder Kostenänderung.
- Lernfeldtransfer: Ordne deine Kalkulations-, Gestaltungs- und Prüfschritte den schulischen Lernfeldern 9 bis 12 sowie getrennt den Tätigkeiten aus der betrieblichen Ausbildungsordnung zu und begründe jede Zuordnung.


Lernkontrolle
- Plausibilitätskontrolle: Weise mit einer Dimensionsprüfung nach, dass m² geteilt durch m²/L und multipliziert mit einem dimensionslosen Faktor ein Volumen in Litern ergibt.
- Rundungsprüfung: Berechne 19 Prozent von 549,50 Euro zuerst exakt auf drei Dezimalstellen und begründe den ausgewiesenen Steuer- und Bruttobetrag.
- Doppelkostenprüfung: Untersuche, weshalb eine zweite Belastung mit allgemeinen Gemeinkosten unzulässig wäre, wenn sie schon im Modellverrechnungssatz enthalten sind.
- Zeitvergleich: Stelle eine aktive Ist-Zeit von 6,0 h der Planung von 5,8 h gegenüber; berechne Abweichung und fiktiven Nettokosteneffekt.
- Gestaltungsalternative: Erkläre, wie sich eine vergrößerte Akzentfläche auf Akzentlack, Basislack und Klarlack auswirkt, wenn die gesamte Türfläche gleich bleibt.
- Qualitätsentscheidung: Begründe, warum die Kontrolle einer realen Beschichtung nicht allein mit dem Ergebnis einer Excel-Tabelle erfolgen kann.
- Quellenkritik: Stelle an einem konkreten Beispiel den schulischen Rahmenlehrplan der KMK der betrieblichen FzgLackAusbV gegenüber.
Lösungskontrolle für Lehrende und Selbstlernende: Die Modellwerte lauten 0,440 L Basislack, 0,110 L Akzentfarbe, 0,550 L Klarlack, 71,50 € Beschichtungsstoffe, 92,50 € materialnahe Kosten, 5,8 h, 435,00 € Arbeit, 549,50 € netto, 104,41 € Modellsteuer und 653,91 € brutto. Bei 6,0 statt 5,8 h sind es 0,2 h Mehrzeit und 15,00 € zusätzliche Modellarbeitskosten. Bei größerer Akzentfläche und gleicher Türgesamtfläche steigt der Akzentlackbedarf, nicht automatisch der kalkulierte Basis- oder Klarlackbedarf.
Lernnachweis
Wissen: Du erklärst Ergiebigkeit, Wirkungsgrad, Reservezuschlag, aktive Arbeitszeit, Stundenverrechnungssatz und die Unterschiede zwischen schulischem Rahmenlehrplan und betrieblicher Ausbildungsordnung.
Fertigkeiten: Du stellst eine vollständige Mengen- und Kostenrechnung mit Einheiten auf, prüfst alle Zwischensummen, trennst Netto- und Bruttoangaben und begründest Varianten.
Produkte: Du legst eine fiktive Auftragsskizze, Materialtabelle, Arbeitszeitübersicht, Angebotsübersicht, Quellenliste und einen Qualitätsprüfbogen vor.
Transfer: Du erkennst Doppelzählungen und offene Annahmen, kennzeichnest reale technische Freigabepunkte und präsentierst Kostenänderungen nachvollziehbar ohne vertrauliche Kundendaten.
OER und Wikipedia
Amtliche fachliche Orientierung (geprüft im Oktober 2026):
- KMK: Rahmenlehrplan Fahrzeuglackierer/Fahrzeuglackiererin, Beschluss 16.05.2003, insbesondere Lernfelder 9–12.
- Bundesrecht: FzgLackAusbV, Ausfertigung 03.07.2003.
- Bundesrecht: Ausbildungsrahmenplan, Anlage zu § 6.
- Bundesagentur für Arbeit: BERUFENET Fahrzeuglackierer/in, Berufsbeschreibung mit Stand 06.08.2026.
- Bundesagentur für Arbeit: BERUFE.TV, öffentliches deutschsprachiges Berufsbildvideo.
Bild-, Audio-, Bewegtbild- und Lizenznachweise: Die Dateinamen verweisen auf geprüfte Wikimedia-Commons-Beschreibungsseiten. Die Inhalte wurden nicht bearbeitet. CC0 erlaubt die Nutzung ohne verpflichtende Namensnennung; die Urheber werden dennoch genannt. Für CC BY-SA ist die Lizenz und Urhebernennung verbindlich. Das US-Behördenvideo ist als Public Domain in den USA ausgewiesen; seine fachliche Aktualität ist eingeschränkt.
| Exakte Datei bzw. YouTube-URL | Quelle | Urheber/Anbieter | Lizenz oder Nutzungsstatus |
|---|---|---|---|
| File:Spray booth.jpg | Commons-Dateiseite | Chrysler Restorers SA | CC0 1.0, auf Commons als CC0 geprüft |
| File:Spray gun.webp | Commons-Dateiseite | Wikideas1 | CC0 1.0, auf Commons als CC0 geprüft |
| File:Spraygun.jpg | Commons-Dateiseite | Fileman5000 | CC0 1.0, auf Commons als CC0 geprüft |
| File:Spray Painting - Dual Protection.webm | Commons-Dateiseite | National Institute for Occupational Safety and Health | Public Domain als US-Bundesbehördenwerk laut Commons-Rechtenachweis; historisches englisches Video |
| File:De-Kfz-Werkstatt.ogg | Commons-Dateiseite | Jeuwre | CC BY-SA 4.0; nicht verändert |
| https://www.youtube.com/watch?v=UrFYI_pOHFY | öffentlich belegter Filmnachweis | Urheber/Kanal auf erreichbarer Referenz nicht zweifelsfrei feststellbar | YouTube-Video ist kein verifiziertes OER; Nutzungsbedingungen, direkte Video-Metadaten nicht abrufbar |
| https://www.youtube.com/watch?v=F_EefC0YDwI | öffentlich belegter Filmnachweis | Urheber/Kanal auf erreichbarer Referenz nicht zweifelsfrei feststellbar | YouTube-Video ist kein verifiziertes OER; Nutzungsbedingungen, direkte Video-Metadaten nicht abrufbar |
Wikipedia zum Berufsbild: Fahrzeuglackierer ist ein allgemeiner Überblick und ersetzt keine Ausbildungsordnung oder betrieblichen Vorgaben.
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