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Altbeschichtungen systematisch untersuchen - Untergründe in der Fahrzeuglackierung - Ausbildung

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Altbeschichtungen systematisch untersuchen - Untergründe in der Fahrzeuglackierung - Ausbildung

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Einleitung

Du lernst im ersten Ausbildungsjahr der Ausbildung zur Fahrzeuglackiererin oder zum Fahrzeuglackierer, wie du eine vorhandene Beschichtung untersuchst, bevor ein Untergrund vorbereitet oder neu lackiert werden darf. Eine Altbeschichtung ist ein bereits aufgebrachtes Schichtsystem, das beispielsweise aus Grundierung, Basislack und Klarlack bestehen kann. Eine glänzende Fläche ist nicht automatisch fest, sauber oder als Untergrund geeignet.

Lernziele: Du unterscheidest Beobachtung, Messwert und Bewertung; erkennst Anzeichen für Haftungsverlust, Korrosion und Vorreparaturen; wählst geeignete, möglichst zerstörungsfreie Prüfungen aus; dokumentierst die Ergebnisse mit Einheiten und formulierst eine sichere Entscheidung mit offenen Fragen.

Sicherheit: Alle folgenden Zahlen und Musterteile sind frei erfunden. Die Fallstudie kann vollständig auf Papier bearbeitet werden. Kein eigenständiger Einsatz von Lösemitteln, Schleifgeräten, Messern, Prüfchemikalien oder Beschichtungsstoffen: Eine praktische Prüfung findet nur nach Gefährdungsbeurteilung, Einweisung, unter qualifizierter Aufsicht und gemäß betrieblichen Vorgaben statt. Bei unbekannten Altbeschichtungen keine Staubentwicklung oder chemische Probe provozieren. Dieser Kurs ist weder eine fachliche Freigabe für ein Kundenfahrzeug noch ein Befähigungsnachweis.

Beispiel für sichtbare Ablösungen an gealtertem Autolack. Foto: Shixart1985 / Nenad Stojković, Wikimedia Commons, CC BY 2.0. Die Abbildung zeigt nicht den fiktiven Ausbildungsfall.


Prüfauftrag, Aufbau und Untergründe verstehen


Was soll geprüft werden?

Bevor du ein Verfahren auswählst, notierst du: Bauteilbezeichnung, möglichen Untergrund, Beschichtungszustand, auffällige Zonen, bisherige Arbeiten sowie die konkrete Frage des Auftrags. Die Frage lautet nicht nur „Ist die Lackierung schön?“, sondern etwa: „Ist die vorhandene Schicht für eine weitere fachgerechte Bearbeitung ausreichend tragfähig, und welche Befunde müssen vorher geklärt werden?“

Untergrund nennt man hier das Material, auf dem die Beschichtung liegt, zum Beispiel Stahl, Aluminium oder Kunststoff. Schichtaufbau bezeichnet die Reihenfolge der Lack- und Schutzschichten. Tragfähigkeit bedeutet, dass der vorhandene Aufbau die spätere Beanspruchung und Weiterbearbeitung nach den einschlägigen Vorgaben voraussichtlich aushält. Das kann nicht allein durch den optischen Eindruck bewiesen werden.


Schulische Lernfelder und betriebliche Regeln

Die KMK beschreibt im Rahmenlehrplan für Fahrzeuglackierer/Fahrzeuglackiererinnen vom 16.05.2003 im ersten Ausbildungsjahr die Lernfelder 1 „Metallische Untergründe bearbeiten“ (60 Unterrichtsstunden) und 2 „Nichtmetallische Untergründe bearbeiten“ (80 Unterrichtsstunden). Das sind schulische Lernfelder, keine Arbeitsfreigaben. Im Betrieb gilt gesondert die Ausbildungsordnung FzgLackAusbV vom 03.07.2003: Unter anderem nennt § 5 Nr. 11 „Prüfen, Bewerten und Vorbereiten von Untergründen“ als Ausbildungsinhalt. Der Ausbildungsrahmenplan konkretisiert die Vermittlung. Schulische Stunden und betriebliche Ausbildungsinhalte dürfen nicht verwechselt werden.

Quellen: KMK-Rahmenlehrplan 2003 und FzgLackAusbV, amtliche Bereitstellung. Abruf und Abgleich: 21.10.2026.


Ein sinnvoller Prüfablauf

  1. Arbeitsauftrag: Auftrag und bekannte Bauteildaten lesen, unbekannte Angaben als unbekannt markieren.
  2. Sichtprüfung: Fläche bei geeigneter Beleuchtung fotografisch oder in einer Skizze zonieren.
  3. Messung: Nur für den Untergrund geeignetes, funktionsgeprüftes Verfahren auswählen.
  4. Bewertung: Befunde vergleichen und Grenzen der Aussage benennen.
  5. Dokumentation: Messort, Einheit, Methode, Beobachtung und erforderliche fachliche Entscheidung festhalten.


Sichtprüfung: Schäden erkennen und beschreiben


Typische Schadensbilder

Abblättern bedeutet, dass sich Beschichtungsteile ablösen. Blasen sind örtliche Aufwölbungen, unter denen unterschiedliche Ursachen möglich sind. Kreidung bezeichnet eine pulverige, durch Alterung veränderte Oberfläche. Rissbildung kann auf Versprödung, Spannungen oder einen beschädigten Schichtaufbau hinweisen. Krater können beispielsweise mit einer Benetzungsstörung zusammenhängen. Korrosion ist die chemische beziehungsweise elektrochemische Veränderung eines Werkstoffes, bei Stahl unter anderem Rostbildung.

Ein gleiches Bild kann mehrere Ursachen haben. Eine Blase beweist weder ohne weitere Prüfung Rost noch eingeschlossenes Wasser. Eine schwache Haftung kann zwischen Beschichtung und Metall oder zwischen zwei Lackschichten auftreten. Deshalb beschreibst du zunächst was sichtbar ist, nicht vorschnell warum es entstanden ist.

Fehler beim Erstellen des Vorschaubildes:

Beispielfoto einer stark geschädigten Gitterschnittfläche mit Kennwert Gt 5; keine Anleitung zur eigenständigen Durchführung. Foto: Hardcoreraveman, Wikimedia Commons, CC0 1.0.


Zonenkarte und Sichtprotokoll

Teile das Bauteil in eindeutig bezeichnete Zonen A, B und C ein. Erfasse zu jeder Zone die Lage (z. B. untere Kante), Sichtbefunde (z. B. 12 mm lange Ablösung), die Art der Prüfung sowie Foto- oder Skizzenkennung. Beschreibe eine etwaige Korrosionsstelle ausdrücklich als Verdacht, wenn der metallische Untergrund nicht zweifelsfrei sichtbar ist.

Beispiel: „Zone B, 30 mm vom linken Rand, drei punktuelle Blasen, jeweils ungefähr 2 bis 4 mm Durchmesser, keine Öffnung vorgenommen.“ Das ist nachvollziehbarer als „Lack schlecht“. Die Größen sind reine fiktive Übungsangaben.


Risiken bei unbekannten Schichten

Alte Beschichtungen können unbekannte Bestandteile enthalten. Unkontrolliertes Anschleifen, Erhitzen oder der Einsatz von Lösemitteln kann Gefährdungen verursachen. Halte bei fehlender Stoffinformation an, melde den Befund und lasse geeignete Schutzmaßnahmen fachkundig festlegen. Auch scheinbar harmlose Klebeband- oder Ritzversuche können eine Oberfläche schädigen und sind nicht ohne Freigabe an Kundenbauteilen durchzuführen.


Mess- und Prüfmethoden mit klaren Grenzen


Schichtdicke auf geeigneten Metalluntergründen

Eine Schichtdicke wird oft in Mikrometern (µm) angegeben: 1 mm = 1 000 µm. Magnetinduktive Geräte können geeignete nichtmagnetische Beschichtungen auf ferromagnetischem Stahl prüfen. Wirbelstromverfahren eignen sich für bestimmte nichtleitende Schichten auf nichtferromagnetischen Metallen, etwa Aluminium. Entscheidend sind der konkrete Schichtaufbau, das Gerät und dessen dokumentierter Messbereich. Für Kunststoff ist ein übliches magnetinduktives oder Wirbelstrom-Lackschichtdickenmessgerät in dieser Form nicht geeignet.

Das Gerät misst im geeigneten Anwendungsfall Gesamtschichtdicke, nicht automatisch das Alter, die chemische Zusammensetzung oder die Haftung einzelner Lagen. Messwerte hängen unter anderem von Kalibrierung, Nullabgleich, Krümmung, Material und Rauheit ab. Ein ungewöhnlicher Wert ist ein Prüfhinweis, kein alleiniger Nachweis einer Reparaturlackierung.

Fehler beim Erstellen des Vorschaubildes:

Beispiel für ein magnetinduktives Schichtdickenmessgerät an beschichtetem Stahlblech; die Aufnahme zeigt 22 µm an einem anderen Muster. Urheber: Cjp24, Wikimedia Commons, Mehrfachlizenzierung u. a. GFDL; Dateiseite maßgeblich.

Deutschsprachiges Fachvideo „Der Gitterschnitt“, Reihe „Prüfungen auf dem Prüfstand“, DFO / BESSER LACKIEREN, veröffentlicht 24.11.2015. YouTube-Einbettung ist keine Freigabe zur Bearbeitung oder Weiterverbreitung des Videos.


Haftung beurteilen: Gitterschnitt ist keine Haftkraftmessung

Der Gitterschnitt bewertet die Neigung einer Beschichtung, sich nach einem definierten Gitter von Schnitten vom Untergrund oder zwischen Schichten zu lösen. Die verifizierte Norm DIN EN ISO 2409:2020-12 beschreibt das Prüfverfahren; die Bewertung reicht von Gt 0 (keine Ablösung) bis Gt 5 (sehr starke Ablösung). Es wird keine Haftkraft in Newton bestimmt. Die aktuelle Normfassung und die Eignung des Verfahrens müssen im Betrieb geprüft werden; geschützte Normtexte werden hier nicht wiedergegeben.

Die Gitterschnittprüfung ist zerstörend. Sie ist nur bei fachlich geeigneten beschichteten Proben und durch qualifizierte Personen mit freigegebenen Geräten, dokumentiertem Vorgehen und Schutzmaßnahmen vorgesehen. Für diesen Kurs interpretierst du ausschließlich vorgegebene fiktive Prüfergebnisse, ohne selbst zu ritzen. Quelle zum Verfahren und Normstand: DIN Media, DIN EN ISO 2409:2020-12 und ISO 2409:2020, Verfahrensbeschreibung.


Abgrenzung der Verfahren

Sichtprüfung liefert Schadensmerkmale, aber keine quantitative Haftungsangabe. Schichtdickenmessung liefert unter geeigneten Bedingungen numerische Dickenwerte, aber keine genaue Schichtidentifikation. Gitterschnitt ergibt eine vergleichende Einstufung des Verhaltens der Beschichtung bei einer gezielten Beschädigung. Das ist nicht mit einer mechanischen Haftzugmessung gleichzusetzen. In der Norm DIN EN ISO 2808:2019-12 sind Verfahren zur Bestimmung der Schichtdicke beschrieben; der aktuelle Ausgabestand wurde anhand des Eintrags von DIN Media am 21.10.2026 abgeglichen: Normdatensatz.

Schleifpapier als Beispiel eines Arbeitsmittels für eine mögliche spätere Vorbereitung, nicht für einen unbegleiteten Versuch. Foto: Peter Myers, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 (alternativ GFDL).

Audiohinweis: Aussprache von „Autolackierer“ anhören. Audio: Jeuwre, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0. Das kurze Wortbeispiel ist eine ergänzende Sprachhilfe, kein Prüfverfahren.


Durchgerechneter Ausbildungsfall: drei Musterteile


Auftrag und Sicherheitsrahmen

Die frei erfundene Lernwerkstatt „Musterwerk“ stellt drei lose, bereits beschichtete Demonstrationsplatten mit bekannten Untergründen bereit; es sind keine realen Kundenfahrzeuge. Alle Messwerte sind fiktiv und werden nur aus einem Datenblatt abgelesen. Fachkraft Elena dokumentiert; Auszubildender Sami wertet am Tisch aus. Es werden keinerlei Chemikalien, Fahrzeuge, gefährlichen Anlagen oder Prüfwerkzeuge durch Lernende eingesetzt.

Teil S (Stahlblech): Die Referenzzone A ist optisch gleichmäßig; Zone B nahe der Unterkante weist zwei Blasen auf. Für die Vorübung liegen die folgenden, von der Fachkraft notierten Dickenwerte vor (jeweils µm):

  • Referenzzone A: 116, 122, 124.
  • Auffällige Zone B: 228, 231, 236.

Teil A (Aluminiumblech): Eine gleichmäßige, sichtbare Altbeschichtung. Die Fachkraft hat mit geeignetem Wirbelstromverfahren drei Werte aufgenommen: 103, 105, 107 µm. Keine Blasen oder Risse beobachtet.

Teil K (Kunststoff PP-EPDM): Feine netzartige Risse in der Altbeschichtung. Es gibt absichtlich keinen Schichtdickenwert aus einem Metall-Messgerät. Eine gleich beschichtete und ausdrücklich dafür freigegebene separate Probe weist laut fiktivem Laborprotokoll beim Gitterschnitt einen Wert Gt 3 auf. Das ist kein Messergebnis am Teil K selbst.


Rechenweg und Plausibilitätsprüfung

Stahl Referenzzone A: Arithmetischer Mittelwert = (116 + 122 + 124) µm / 3 = 120,67 µm, auf eine Nachkommastelle 120,7 µm. Der Median der geordneten Messwerte ist 122 µm.

Stahl Zone B: Arithmetischer Mittelwert = (228 + 231 + 236) µm / 3 = 231,67 µm, gerundet 231,7 µm; Median 231 µm. Die Differenz der Medianwerte beträgt 231 − 122 = 109 µm. Das ist ein deutlicher zonaler Unterschied in den fiktiven Daten. Die Messung allein kann weder eine Vorreparatur noch die Ursache der Blasen beweisen.

Aluminium: Mittelwert = (103 + 105 + 107) µm / 3 = 105 µm. Spannweite = 107 − 103 = 4 µm. Die enge Streuung in nur drei Punkten belegt keine allgemeine Bauteilfreigabe und sagt nichts über die Haftung aus.

Kunststoff: Gt 3 an einer geeigneten Vergleichsprobe ist ein Warnhinweis zur Haftung beziehungsweise zum Verhalten des Schichtsystems, aber kein Beleg für die Ursache der Risse oder eine direkt auf Teil K übertragbare Diagnose. Die Eignung der Probe, der Prüfparameter und des Beschichtungsaufbaus muss erst fachlich geklärt werden.

Teil Nachweis Erster Befund Fachlich begründete Zwischenentscheidung
S: Stahl Sichtbild und sechs vorgegebene Dickenwerte Blasen und 109 µm Mediandifferenz Bearbeitung noch nicht freigeben; mögliche Schäden und Schichtaufbau klären
A: Aluminium Sichtbild und drei geeignete Messwerte 105 µm Mittelwert, 4 µm Spannweite Daten dokumentieren; weitere Eignungs- und Haftungsprüfung durch Fachkraft einplanen
K: Kunststoff Risse und getrenntes Probenprotokoll kein zulässiger Metallgerätwert; Probe Gt 3 Eignung der Probe und weitere Werkstoffdiagnose klären; keine unkontrollierte Bearbeitung


Was wäre ein überprüfbares Ergebnis?

Eine korrekte Lernlösung enthält die verwendete Einheit µm, Messorte, den Rechenweg, mindestens eine Unsicherheit pro Teil und keine unbewiesene Ursache. Gegenprüfung: 120,7 µm; 231,7 µm; Differenz der Mediane 109 µm; Aluminium-Mittelwert 105 µm; Spannweite 4 µm; Kunststoff ohne magnetinduktiven Dickenwert.


Befundbericht und fachliche Entscheidung


Von Daten zum nächsten Schritt

Wende die Entscheidungskette Beobachtung → passende Methode → Messwert → mögliche Erklärungen → offene Prüfung → verantwortliche Freigabe an. Achte auf den Unterschied zwischen einer Untersuchung und einer Arbeitsanweisung. Typische offene Fragen betreffen die Herkunft und Verträglichkeit des Altaufbaus, die sichere Behandlung unbekannter Schichten, die Aussagekraft einer Vergleichsprobe und die Eignung des späteren Beschichtungssystems.

Für Teil S ist ein zonaler Dickenunterschied und ein Blasenbefund dokumentiert. Eine Fachkraft muss entscheiden, welche weitergehende Diagnose und welche Arbeitsschutzmaßnahmen nötig sind. Für Teil A ist die Dickenmessreihe unauffällig innerhalb der fiktiven wenigen Punkte, doch die Tragfähigkeit ist noch nicht nachgewiesen. Für Teil K dürfen weder die Risse weggeschliffen noch Gt 3 als reale Messung am Bauteil ausgegeben werden.


Muster einer sachlichen Befundmeldung

Fiktives Protokoll, Auszug: „Teil S, Untergrund Stahl nach Dokumentation, Zone A Median 122 µm (n = 3), Zone B Median 231 µm (n = 3), Unterschied 109 µm; Zone B: zwei sichtbare Blasen, Ursprung ungeklärt. Vorbereitungsarbeiten ausgesetzt. Erforderlich: fachliche Klärung von Schichtaufbau, Schadensursache, Stoffrisiken und zulässigem Verfahren. Keine Freigabe durch Auszubildende.“

Dokumentiere auch eine Negativauskunft, etwa „keine geeignete Messmethode auf Kunststoff in dieser Übung vorhanden“. Nicht gemessen ist besser als ein erfundener Wert. Eine Prüfentscheidung muss von der dafür verantwortlichen Fachkraft nach den betrieblichen Anforderungen getroffen werden.


Verantwortungsvolle Vorbereitung

Erst nach nachvollziehbarer Freigabe kommen beispielsweise Reinigung, Abdecken, geeignete mechanische Vorbehandlung oder weitere Beschichtungsschritte in Betracht. Vor einer praktischen Umsetzung werden aktuelle Arbeitsanweisungen, Materialinformationen, Gefährdungsbeurteilung, persönliche Schutzausrüstung und Abfallentsorgung geprüft. Der Lernkurs bietet dafür Entscheidungswissen, jedoch keine sichere Schritt-für-Schritt-Anweisung für unbegleitete Arbeiten mit Gefahrstoffen.


Interaktive Aufgaben


Multiple-Choice-Quiz

Welche Aussage beschreibt eine Altbeschichtung fachgerecht? (Ein bereits vorhandenes Beschichtungssystem auf einem Bauteil) (!Immer nur eine einzelne Klarlackschicht) (!Grundsätzlich eine unbrauchbare Farbschicht) (!Ausschließlich Rost auf Stahl)



Rückmeldung: Altbeschichtungen können mehrere Lagen umfassen. Ihr Zustand muss vor weiterer Bearbeitung geprüft werden.

Welcher erste Schritt ist bei einer unbekannten Lackoberfläche sinnvoll? (Prüfauftrag und Sichtbefunde dokumentieren) (!Sofort großflächig abschleifen) (!Mit unbekanntem Verdünner benetzen) (!Ohne Prüfung überlackieren)



Rückmeldung: Auftrag und Sichtprüfung klären das Ziel, bevor eine geeignete und sichere Prüfmethode gewählt wird.

Was misst ein geeignetes Schichtdickenmessgerät auf Stahl im beschriebenen Fall? (Die Gesamtdicke einer geeigneten nichtmagnetischen Beschichtung) (!Die exakte chemische Zusammensetzung aller Lackschichten) (!Die Haftkraft jeder einzelnen Schicht in Newton) (!Das Alter der Lackierung in Jahren)



Rückmeldung: Eine Dickenmessung liefert µm-Werte, aber weder chemische Schichtanalysen noch Haftkräfte.

Welches Verfahren wird typischerweise für geeignete Beschichtungen auf Aluminium verwendet? (Die Wirbelstrommessung) (!Die magnetinduktive Messung für ferromagnetischen Stahl) (!Eine reine Rostfarbprüfung) (!Das Wiegen des ganzen Fahrzeuges)



Rückmeldung: Bei nichtferromagnetischen leitfähigen Metalluntergründen kann das Wirbelstromprinzip geeignet sein.

Was ist beim Kunststoffteil K mit einem üblichen Metall-Lackdickenmessgerät richtig? (Keinen ungeeigneten Messwert angeben) (!Einen Aluminiumwert als Kunststoffwert übernehmen) (!Den Wert grundsätzlich als Null notieren) (!Ohne Geräteeignung drei Zahlen schätzen)



Rückmeldung: Die fehlende Eignung des Geräts ist zu dokumentieren; Null wäre eine falsche Messbehauptung.

Welcher Median gehört zur fiktiven Stahl-Referenzzone mit 116, 122 und 124 µm? (122 µm) (!116 µm) (!124 µm) (!362 µm)



Rückmeldung: Bei drei sortierten Messwerten ist der mittlere Wert der Median, hier 122 µm.

Wie groß ist der Unterschied der Medianwerte von 231 µm und 122 µm? (109 µm) (!353 µm) (!19 µm) (!109 mm)



Rückmeldung: 231 minus 122 ergibt 109. Die Einheit bleibt Mikrometer.

Was bedeutet ein Gitterschnittkennwert Gt 5? (Eine sehr starke Ablösung im beschriebenen Prüfbild) (!Automatisch perfekte Haftung) (!Eine gemessene Kraft von fünf Newton) (!Einen Lackauftrag in fünf Schichten)



Rückmeldung: Der Gitterschnitt bewertet eine Schadensklasse, nicht eine Haftkraft; Gt 5 ist das schlechteste Ende der Skala.

Welche Aussage zur Blasenbildung ist methodisch korrekt? (Es kann mehrere Ursachen geben, die zunächst zu prüfen sind) (!Jede Blase beweist Korrosion) (!Jede Blase beweist einen Messfehler) (!Jede Blase ist durch Überlackieren behoben)



Rückmeldung: Das sichtbare Schadensbild allein erlaubt keine eindeutige Ursachenfestlegung.

Wer trifft im fiktiven Fall die Freigabe für weitere praktische Arbeiten? (Die verantwortliche qualifizierte Fachkraft nach betrieblichen Vorgaben) (!Automatisch die Person mit dem höchsten Quizwert) (!Eine beliebige außenstehende Person ohne Kenntnis der Befunde) (!Das Messgerät unmittelbar nach der Anzeige)



Rückmeldung: Messdaten unterstützen eine fachliche Entscheidung, ersetzen aber weder Aufsicht noch Freigabe.


Memory

Finde sechs fachlich passende Begriffs- und Erklärungspaare.

Altbeschichtung Bereits vorhandenes Lack- oder Schutzschichtsystem
Korrosion Chemische oder elektrochemische Veränderung eines Werkstoffes
Median Mittlerer Wert einer sortierten Datenreihe
Schichtdicke Dicke des Beschichtungsaufbaus in einer Längeneinheit
Gitterschnitt Vergleichende Prüfung des Ablöseverhaltens nach definierten Schnitten
Protokoll Nachvollziehbare Sammlung von Beobachtungen und Messangaben





Drag-and-Drop

Ordne jedem Prüfziel das passende Vorgehen zu.

Passender Begriff Prüfziel
Sichtprüfung Ablösungen und Blasen zunächst beschreiben
Metallgerechte Dickenmessung Numerische Beschichtungsdicke ermitteln
Datenvergleich Auffällige Messzonen und Referenzbereiche gegenüberstellen
Fachliche Risikoabklärung Unbekannte Stoffe und unsichere Bearbeitung erkennen
Befundbericht Messort, Einheit, Grenzen und nächsten Prüfschritt festhalten





Kreuzworträtsel

Trage die jeweils einteilige fachliche Lösung ein.

Korrosion Wie nennt man die chemische oder elektrochemische Werkstoffschädigung?
Haftung Welche Eigenschaft beschreibt das Zusammenhalten von Beschichtung und Träger?
Median Wie heißt der mittlere Wert einer geordneten Messreihe?
Blasen Welche örtlichen Aufwölbungen können in Lackschichten auftreten?
Kratzer Welches linienförmige Schadensbild erkennt man bei einer Sichtprüfung?
Stahl Welcher eisenhaltige Untergrund ist für geeignete magnetinduktive Messungen typisch?





LearningApps

Suche nach zusätzlichen Zuordnungs- und Wiederholungsübungen zum Thema. Ein Suchergebnis ist keine fachlich geprüfte Aufgabe; überprüfe Inhalt und Quellen.


Lückentext

Vervollständige die fachlichen Aussagen zum fiktiven Fall.
Eine bereits vorhandene Lackschicht heißt

.
Die Prüfung beginnt mit einer sorgfältigen

.
Die Dicke einer Beschichtung wird hier in

angegeben.
Eine geordnete Dreierreihe besitzt in der Mitte ihren

.
Die Referenzzone S hat einen Median von

µm.
Die auffällige Zone S hat einen Median von

µm.
Die Differenz der beiden Mediane beträgt

µm.
Auf geeignetem Aluminium kann das

verwendet werden.
Der fiktive Vergleichsprobenwert Gt 3 ist ein

.
Eine Schadensbeobachtung beweist noch keine konkrete

.
Ungeeignete Messverfahren dürfen keine fiktiven

erzeugen.
Die praktische Arbeitsfreigabe trifft die verantwortliche

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Begriffe der Oberflächentechnik: Erstelle sechs eigene Lernkarten zu Altbeschichtung, Untergrund, Blase, Korrosion, Schichtdicke und Haftung; formuliere zu jeder Karte ein eigenes Beispiel.
  2. Sichtprüfung: Beschreibe das Commons-Foto der abblätternden Lackschicht in fünf sachlichen Beobachtungssätzen ohne unbewiesene Ursachen.
  3. Messprotokoll: Übertrage die drei fiktiven Dickenwerte von Aluminium mit korrekter Einheit in eine Tabelle und markiere kleinsten und größten Wert.
  4. Arbeitsschutz: Formuliere vier Stoppsignale, bei denen Auszubildende die weitere Bearbeitung aussetzen und eine Fachkraft einbeziehen müssen.


Standard

  1. Mittelwert: Berechne aus den Stahlwerten 116, 122 und 124 µm den Mittelwert mit Rechenweg und sinnvoller Rundung.
  2. Median: Ermittle die beiden Stahl-Mediane und ihre Differenz, erläutere, weshalb ein Dickenunterschied noch keine Ursache beweist.
  3. Bauteiluntersuchung: Zeichne eine Zonenkarte für Teil S mit Messorten A und B sowie den Blasen; nutze ausschließlich erfundene Beschriftungen.
  4. Prüfverfahren: Vergleiche Sichtprüfung, Schichtdickenmessung und Gitterschnitt in einer Matrix aus Aussage, Grenze, Risiko und Verantwortlichkeit.


Schwer

  1. Fehleranalyse: Entwickle zwei alternative, fachlich plausible Hypothesen für die auffällige Stahlzone und benenne pro Hypothese einen geeigneten nächsten Abklärungsschritt durch die Fachkraft.
  2. Qualitätssicherung: Verfasse einen einseitigen Muster-Befundbericht für alle drei Demonstrationsplatten einschließlich Datenbasis, Messunsicherheit, Sicherheitsvorbehalt und Freigabestatus.
  3. Bewertung von Messdaten: Zeige mit einer frei erfundenen zweiten Datenreihe, wie sich Mittelwert und Median bei einem extremen Ausreißer unterscheiden; kennzeichne die Daten als Simulation.
  4. Berufliche Kommunikation: Erstelle ein Rollenspiel zwischen Auszubildender und Fachkraft, in dem der Unterschied zwischen Prüfbefund, Hypothese und praktischer Arbeitsfreigabe verständlich erklärt wird.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Schadensdiagnose: Weshalb ist die Aussage „Zwei Blasen beweisen Rost“ nicht wissenschaftlich ausreichend? Formuliere eine präzise Alternative.
  2. Schichtdickenmessung: Ein neues fiktives Stahlprotokoll enthält 117, 121, 122 µm und 221, 225, 229 µm. Berechne beide Mediane und die Differenz; erkläre, was sich damit nicht beweisen lässt.
  3. Materialprüfung: Begründe anhand des Messprinzips, weshalb sich das beschriebene Metallmessgerät nicht unmittelbar auf ein PP-EPDM-Teil übertragen lässt.
  4. Haftungsprüfung: Erkläre den Unterschied zwischen dem qualitativen Gitterschnittkennwert und einer quantitativ gemessenen Haftkraft.
  5. Fachliche Freigabe: Entwirf für die drei Musterteile je einen Satz mit Befund, offener Frage und verantwortlichem nächsten Entscheidungsschritt.
  6. Ausbildungsordnung: Vergleiche die Aufgaben des KMK-Rahmenlehrplans und der betrieblichen FzgLackAusbV anhand zweier konkreter Inhalte.

Kontrollmöglichkeiten (Kurzlösung): Zweite Stahlreihe: Mediane 121 µm und 225 µm; Differenz 104 µm. Ein erhöhter Wert allein beweist weder Beschichtungszusammensetzung noch Schadensursache. Die verbleibenden Aufgaben werden anhand präziser Begründungen, korrekter Zuordnung, Sicherheitsbewusstsein und sauberer Dokumentation beurteilt.




Lernnachweis

Fachwissen: Du erklärst mindestens sechs Begriffe und kannst die Grenzen dreier Prüfansätze nennen. Messkompetenz: Du rechnest Mittelwert, Median und Differenz mit der Einheit µm und prüfst die Plausibilität. Dokumentationskompetenz: Du erstellst eine Zonenkarte, ein fiktives Messprotokoll und eine begründete Zwischenentscheidung. Transfer: Du begründest, wann fachliche Abklärung nötig ist, statt einen vorhandenen Lackaufbau voreilig freizugeben. Sicherheit: Du weist nach, dass unbekannte Schichten und potenziell gefährdende Prüfungen nicht ohne Einweisung und Aufsicht bearbeitet werden.

Bewertungsraster für die schriftliche Lernkontrolle (Vorschlag): 25 % Befundpräzision, 25 % fachliche Begründung, 20 % korrekte Zahlen und Einheiten, 20 % sichere Entscheidung und Verantwortlichkeit, 10 % klare Dokumentation. Eine bestandene Lernkontrolle ersetzt keine betriebliche Arbeitsfreigabe.




OER und Wikipedia

Amtliche und fachliche Quellen (Abgleich: 21.10.2026):

Geprüfte Mediendateien und Urheberrechte:

Datei bzw. eingebettetes Medium Genaue Quelle Urheberangabe Lizenz und Nutzungshinweis
File:Close-up view of peeling paint on vintage car near urban area during late afternoon light.jpg Commons-Dateiseite Shixart1985 / Nenad Stojković CC BY 2.0, Namensnennung
File:Cross-Cut Test Gt 5.jpg Commons-Dateiseite Hardcoreraveman CC0 1.0
File:Instr coat thick.jpg Commons-Dateiseite Cjp24 GFDL und weitere Dateiseitenlizenzen, vor Weiterverwendung passende Lizenzbedingungen beachten
File:Sandpaper.jpg Commons-Dateiseite Peter Myers CC BY-SA 3.0, auch GFDL möglich
File:De-Autolackierer.ogg Commons-Dateiseite Jeuwre CC BY-SA 4.0
https://www.youtube.com/watch?v=y59WwT-Bqfs BESSER LACKIEREN: Der Gitterschnitt, 24.11.2015 DFO / BESSER LACKIEREN YouTube-Einbettung; Urheberrechte vorbehalten, keine Creative-Commons-Nachnutzung zugesichert

Freie Fachartikel: Gitterschnitt, Fahrzeuglackierer, Korrosion. Wikipedia kann ergänzen, ersetzt aber keine aktuelle betriebliche Arbeitsanweisung.



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