Reinigung und Entfettung fachlich begründen - Untergründe in der Fahrzeuglackierung - Ausbildung
Reinigung und Entfettung fachlich begründen - Untergründe in der Fahrzeuglackierung - Ausbildung
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Zielgruppe: Auszubildende zum Fahrzeuglackierer und zur Fahrzeuglackiererin im 1. Ausbildungsjahr. Lernziel: Du kannst erklären, warum eine Oberfläche vor ihrer weiteren Bearbeitung gereinigt und gegebenenfalls entfettet werden muss, geeignete Verfahren anhand des Untergrunds begründet auswählen, Gefährdungen erkennen und einen dokumentierbaren Arbeitsplan für einen fiktiven Auftrag entwickeln.
Sicherheit: Die Aufgaben beruhen auf einem vollständig erfundenen Modellfall. Lösemittel, Reinigungsanlagen und reale Fahrzeugteile werden hier nicht eigenständig bearbeitet. Praktische betriebliche Tätigkeiten setzen Unterweisung, Gefährdungsbeurteilung, geeignete Schutzmaßnahmen, qualifizierte Aufsicht und die jeweils gültigen betrieblichen Vorgaben voraus. Dieser Lernkurs ersetzt weder eine betriebliche Freigabe noch Befähigungsnachweise.
Einleitung
Vor dem Lackieren ist die Oberfläche nicht allein „optisch sauber“, sondern muss für die nachfolgende Bearbeitung geeignet sein. Staub, Öl, Fett, Fingerabdrücke, Silikonreste und Salze können den Kontakt der Beschichtung mit dem Untergrund beeinträchtigen. Oft braucht es deshalb mehrere aufeinander abgestimmte Vorbereitungsmaßnahmen: Befund aufnehmen → geeignete Reinigung planen → Schmutz abtragen → Rückstände kontrollieren → Bearbeitungsfreigabe durch Fachkraft.
Ausbildungseinordnung (Stand Oktober 2026): Der KMK-Rahmenlehrplan, Beschluss vom 16.05.2003 ordnet dem 1. Ausbildungsjahr die schulischen Lernfelder 1 Metallische Untergründe bearbeiten (60 Unterrichtsstunden) und 2 Nichtmetallische Untergründe bearbeiten (80 Unterrichtsstunden) zu. Das sind Lernfelder der Berufsschule, keine einzelnen Arbeitsanweisungen. Die betriebliche Grundlage ist die Fahrzeuglackierer-Ausbildungsverordnung vom 03.07.2003 samt Ausbildungsrahmenplan; in dessen Grundbildung nennt Nr. 11 das Reinigen von Untergründen für nachfolgende Bearbeitungen. Das ausdrückliche Entfetten von Fahrzeugen und Fahrzeugteilen erscheint ergänzend in der beruflichen Fachbildung, Abschnitt II Nr. 7. Die Lernaufgabe hier ist eine alters- und niveaugerechte Vorbereitung darauf. Die separate Ausbildungsordnung für Maler und Lackierer von 2021 wird nicht mit diesem Beruf verwechselt.
Verschmutzungen erkennen und Untergründe diagnostizieren
Was heißt reinigen und was heißt entfetten?
Reinigen ist das gezielte Entfernen unerwünschter Stoffe, zum Beispiel loser Partikel, Abrieb, Salz oder Schmutzfilme. Entfetten ist der spezielle Teil der Reinigung, der insbesondere Öl-, Fett- und andere organische Rückstände entfernt. Entfetten ist deshalb nicht gleichbedeutend mit sämtlicher Untergrundvorbereitung: Rost, beschädigte Altbeschichtungen und mechanische Defekte können zusätzliche geeignete Maßnahmen erfordern.
Die Adhäsion ist die Haftwirkung an der Grenze zwischen Beschichtungsstoff und Untergrund. Ein dünner Trennfilm aus Öl oder Silikon kann diesen Grenzflächenkontakt stören. Daraus können Benetzungsstörungen, Krater, verringerte Haftung oder spätere Schichtablösungen entstehen. Eine saubere Oberfläche allein garantiert jedoch keine ausreichende Lackhaftung; Materialverträglichkeit, Oberflächenzustand und das freigegebene Beschichtungssystem bleiben wesentlich.
Die Diagnose vor der Mittelwahl
Unterscheide lose, wasserlösliche und ölige beziehungsweise silikonhaltige Verschmutzungen. Sichtbare Staubablagerung ist anders zu beurteilen als unsichtbare Fettspuren. Kontrolliere auch, ob Stahl, Aluminium, verzinktes Metall, tragfähige Altbeschichtung oder Kunststoff vorliegt: Diese Oberflächen unterscheiden sich in chemischer Beständigkeit, möglicher Korrosion und Benetzbarkeit.
| Beobachtung | Mögliche Deutung | Fachlich begründeter nächster Schritt |
|---|---|---|
| Grauer loser Abrieb | Staub aus Vorarbeiten | Geeignete staubarme Vorreinigung planen, nicht mit schmutzigem Tuch verreiben |
| Schmieriger Fingerabdruck | Fettiger Trennfilm möglich | Fettart und verträgliches Reinigungssystem klären |
| Weiße trockene Rückstände | Salz oder mineralischer Schmutz möglich | Zusammensetzung prüfen und gegebenenfalls passende wässrige Reinigung erwägen |
| Runde Fehlstellen in einer vorhandenen Beschichtung | Benetzungsstörung möglich | Mehrere Ursachen prüfen; Silikon nicht ohne Nachweis behaupten |
| Rostpunkte auf Stahl | Korrosion, kein bloßer Fettfilm | Fachkraft zu zusätzlicher geeigneter Vorbehandlung hinzuziehen |
Warum Reinigungsmittel wirken
Wasser, Tenside und Lösemittel
Wässrige Reiniger können wasserlösliche Verschmutzungen entfernen. Tenside sind grenzflächenaktive Stoffe, die die Benetzung unterstützen und ölige Verschmutzungen als fein verteilte Tröpfchen in einer Reinigungsflüssigkeit halten können. Lösemittelhaltige Reiniger können dafür vorgesehene organische Rückstände anlösen. Keines dieser Mittel ist für jeden Untergrund und jede Verschmutzung automatisch geeignet.
Das Auswahlprinzip lautet: Verschmutzung + Untergrund + freigegebenes Verfahren + Schutzmaßnahmen + fachgerechte Trocknung gemeinsam betrachten. Ein beliebiger Verdünner ist kein Universalreiniger. Nicht freigegebene Mittel können Kunststoffe anlösen, Altbeschichtungen verändern, gefährliche Dämpfe erzeugen oder Rückstände hinterlassen. Produkt- und Sicherheitsinformationen sind vor einer realen Anwendung verbindlich zu berücksichtigen.
Benetzung verständlich prüfen
Benetzung beschreibt, wie gut sich eine Flüssigkeit auf einer Oberfläche verteilt. Der Kontaktwinkel beschreibt die Form eines Tropfens am Rand: Bei gleichem Prüffluid und vergleichbaren Bedingungen kann ein kleinerer Winkel stärkere Benetzung bedeuten. Die Eigenschaft hängt jedoch auch vom Grundmaterial, dessen Rauheit und der Testflüssigkeit ab. Ein Wassertröpfchen auf einem sauberen, von Natur aus wasserabweisenden Kunststoff beweist daher nicht automatisch Fettverschmutzung.

Bild: Kontaktwinkel als Modell der Benetzung. Quelle und Rechte in der Medientabelle unter „OER und Wikipedia“.

Medienbeispiel aus einem Kontaktwinkel-Messgerät; es erklärt ein Messprinzip, ersetzt aber keinen zugelassenen betrieblichen Sauberkeitsnachweis.
Schmutz tatsächlich abtragen
Mit einem verschmutzten Tuch kann ein gelöster Fettfilm erneut verteilt werden. Deshalb ist die Trennung von Schmutz anlösen und gelösten Schmutz aufnehmen wichtig. Eine Fachkraft legt fest, welche sauberen, geeigneten Tücher, welche Reihenfolge und welche Wechselintervalle für das jeweilige System zulässig sind. Nach einer Reinigung muss die Oberfläche den Anforderungen der folgenden Beschichtung entsprechend abgetrocknet beziehungsweise abgelüftet sein. Nicht auf der Fläche verbliebene oder verdunstete Reinigungsflüssigkeit mit „rückstandsfrei“ gleichsetzen.
Metall und Kunststoff unterscheiden
Metallische Oberflächen
Stahl kann rosten; Aluminium und verzinkte Bauteile besitzen andere Oberflächenschichten und benötigen untergrundgerechte Vorbereitung. Wasser, Feuchtigkeit und bestimmte chemische Einwirkungen können je nach Werkstoff und Zustand Folgeschäden begünstigen. Eine reine Fettentfernung ersetzt daher nicht die Beurteilung von Korrosion, Oxidschichten, Altbeschichtungen oder sonstigen Defekten. Material zuerst bestimmen, danach die Methode wählen.
Nichtmetallische Oberflächen
Kunststoffe können gegenüber Reinigungschemikalien unterschiedlich beständig sein. Einige besitzen eine vergleichsweise niedrige Oberflächenenergie und werden auch im sauberen Zustand schlecht von Wasser benetzt. Auch auf Kunststoff spielen Trennmittelrückstände, Silikon, Polituren und Handfett eine Rolle. Nicht alle Kunststoffe dürfen mit denselben Mitteln behandelt werden. Die Ausbildungsregel ist hier bewusst nicht „mehr Reiniger hilft mehr“, sondern Materialzuordnung, Verträglichkeit und freigegebener Prozess.
Ein Verfahrensvergleich ohne Anwendung am Fahrzeug
| Fiktiver Befund | Denkbare Verfahrensklasse | Was ist vor der Auswahl zu klären? |
|---|---|---|
| Salzspur auf beschichtetem Metall | Geeignete wässrige Reinigung | Wasserverträglichkeit, Korrosionsschutz, Nachspülen/Trocknen |
| Fettfilm auf geprüftem Metallmuster | Materialverträgliche Entfettung | Reinigerfreigabe, Lüftung, Handschuhmaterial, Entsorgung |
| Trennmittelverdacht am Kunststoffmuster | Kunststoffgeeignete Reinigung | Kunststoffart, Anlösegefahr, weitere Vorbehandlung |
| Metallspan und Schleifstaub | Staubarme mechanische Entfernung | Absaugung und Vermeidung von Kratzern oder Eintrag |
Eine Ultraschallanlage ist ein Beispiel für ein industrielles Reinigungsverfahren kleiner Teile, keine allgemeine Aufforderung, lackierte Fahrzeugbauteile so zu behandeln.

Abbildung einer Ultraschallreinigungsanlage mit Korb: Prinzipbild, nicht die Arbeitsanleitung dieses Kurses.
Audio zu einem industriellen Reinigungsverfahren: Geräusch einer Ultraschall-Reinigungsanlage (Wikimedia Commons, 61 Sekunden). Das Hörbeispiel illustriert die Technik, es ist kein Sicherheitsnachweis und keine Handlungsanweisung.
Sicherheit, Umweltschutz und Qualität
Gefährdungen rechtzeitig erkennen
Organische Reinigungsflüssigkeiten können gesundheitsschädlich oder entzündbar sein; ihre Dämpfe können bei bestimmten Stoffen und Bedingungen mit Luft eine gefährliche Atmosphäre bilden. Wässrig bedeutet nicht automatisch ungefährlich. Die DGUV Information 214-020 „Fahrzeugaufbereitung“, Ausgabe Juni 2026 und die DGUV-Fachinformation zum Reinigen und Entfetten bieten Orientierung für die Gefährdungsbeurteilung. Für den Umgang mit Reinigungsflüssigkeiten ist auch die DGUV Information 209-088 einschlägig. Die Auswahl geeigneter Lüftung, Schutzkleidung, Handschuhe, Hautschutzmaßnahmen und Entsorgung ist betriebs- und stoffabhängig.

GHS-Flamme: Kann je nach Kennzeichnung auf entzündbare Stoffe hinweisen; entscheidend ist das konkrete Etikett.

GHS-Ausrufezeichen: Warnt je nach Einstufung vor bestimmten gesundheitlichen Gefahren; nicht jede Reinigungsflüssigkeit trägt dieses Symbol.
STOPP-Regel: Bei unbekanntem Untergrund, unbekanntem Gebinde, fehlender Unterweisung, fehlender Gefährdungsbeurteilung oder unklarer Lüftung wird keine praktische Chemikalienanwendung gestartet. Eine zuständige Fachkraft entscheidet über das weitere Vorgehen. Lösemittel nicht auf der Haut zum Reinigen verwenden; verunreinigte Wischtücher gehören in die dafür vorgesehenen betrieblichen Entsorgungswege.
Qualität durch Nachweise statt Bauchgefühl
Ein geeignetes Protokoll hält fest: Untergrund, festgestellte Verschmutzung, begründete Verfahrenswahl, betriebliche Freigabe, Beobachtungen und offene Punkte. Die Sichtprüfung nach der Reinigung ist nötig, aber nicht für alle unsichtbaren Stoffe hinreichend. Messwerte oder Benetzungstests gelten nur im Kontext ihres Prüfverfahrens und der jeweils festgelegten Kriterien. Für diesen Lernkurs verwenden wir ausgedachte Prüfwerte; sie sind ausdrücklich keine verbindlichen Grenzwerte oder Freigabeangaben.
Vollständig fiktiver Ausbildungsauftrag: Zwei Musterbleche
Auftrag, Daten und Rechnung
Im erfundenen Betrieb „Lernwerkstatt Farbbogen“ erhält das Ausbildungsduo Mara und Deniz zwei gedankliche Muster auf Papierkarten: Muster S bezeichnet ein Stahlblech mit Schmierfilm, Muster K ein Kunststoffteil mit Staub und vermutetem Trennmittelrest. Die Rechtecke sollen je 30 cm × 20 cm messen. Du planst, ohne reale Chemikalien einzusetzen, welche Untersuchungen und Entscheidungen die beaufsichtigende Fachkraft treffen müsste.
Flächenberechnung: 30 cm = 0,30 m; 20 cm = 0,20 m. Eine Musterfläche ergibt 0,30 m × 0,20 m = 0,060 m². Zwei Flächen zusammen ergeben 0,120 m². Die Rechnung dient der Dokumentation; sie legt keine Menge eines Reinigungsmittels fest.
| Befundkarte | Werkstoff | Beobachtung | Gedankliche Entscheidung |
|---|---|---|---|
| S | Stahl | Sichtbarer schmieriger Film, keine bekannten Korrosionsstellen | Fettverschmutzung klären und nur freigegebenen, materialverträglichen Entfettungsprozess unter Fachaufsicht vorsehen |
| K | Kunststoff, genaue Sorte noch unbekannt | Lose Partikel, Verdacht auf Trennmittel | Staubarme Vorreinigung planen; vor chemischer Reinigung Sorte und Verträglichkeit ermitteln |
Fiktive Prüfwerte richtig auswerten
Das Team erhält folgende reine Simulationsdaten für gleichartige Modellmessungen mit Wasser: S vorher 72°, 65°, 80° und nach der modellierten Reinigung 40°, 38°, 43°. K vorher 94°, 91°, 96° und nachher 90°, 89°, 92°. Die jeweilige Serie enthält drei Messwerte. Für S ist der Mittelwert vorher 72,3° und nachher 40,3° (auf eine Nachkommastelle). Bei K beträgt der Mittelwert vorher 93,7° und nachher 90,3°. Die Differenz allein erlaubt keinen direkten Vergleich der Materialsauberkeit: Kunststoff kann auch sauber eine geringe Wasserbenetzung zeigen.
Nachweisbare Ergebnisse: Flächenberechnung richtig; Verschmutzungsklassen der beiden Muster begründet; Materialfragen identifiziert; kein ungeprüftes chemisches Verfahren für K freigegeben; Aussagegrenzen der Modellmesswerte genannt; Entscheidung durch eine qualifizierte Fachkraft vorgesehen. Aus der Modellzahl darf keine Produktfreigabe oder Grenzwertforderung abgeleitet werden.
Musterlösung mit Lernweg
Schritt A – analysieren: S hat einen fettigen Film und braucht eine andere Betrachtung als K mit Partikeln und unbekannter Kunststoffsorte. Schritt B – begründen: Staub muss aufgenommen, Fett gegebenenfalls durch einen passenden Entfettungsschritt entfernt werden. Schritt C – Schutz: Ohne Stoffdaten, Unterweisung und betriebliche Freigabe keine Anwendung. Schritt D – prüfen: Sichtbefund und dokumentierte, geeignete Kontrolle verwenden; die Wasser-Kontaktwinkel sind hier nur ein Modell. Schritt E – entscheiden: S kann in der Fallakte als „zur fachlichen Verfahrensprüfung vorgelegt“ markiert werden; K bleibt bis zur Werkstoffbestimmung und Verträglichkeitsprüfung offen. Keines der Muster erhält durch die Fallrechnung eine reale Lackierfreigabe.
Erklärvideo (deutsch, historisches Anschauungsmaterial): Reinigen mit Silikonentferner – dasAuto24, 05.11.2009. Die im Video gezeigte Praxis darf nicht ohne Abgleich mit heutigen Sicherheits- und Produktvorgaben übernommen werden.
Zweites deutschsprachiges Anschauungsvideo: reinigen mit Silikonentferner – dasAuto24, 03.05.2017. Auch dieses Video ist eine Darstellung und keine betriebliche Freigabe.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Prüfe dein Wissen
Warum wird vor dem Beschichten häufig entfettet? (Weil fettige Trennfilme die Haftung und Benetzung beeinträchtigen können) (!Weil jede Oberfläche durch Entfetten automatisch rostfrei wird) (!Weil Entfetten alle Schleifarbeiten ersetzt) (!Weil Entfetten jeden Kunststoff chemisch stabilisiert)
Rückmeldung: Fett kann als Trennschicht wirken. Korrosion, mechanische Defekte und die Materialverträglichkeit müssen getrennt bewertet werden.
Welche Aussage unterscheidet Reinigen und Entfetten richtig? (Entfetten entfernt bestimmte fettige Verschmutzungen als Teil der Reinigung) (!Reinigen betrifft nur Metall und Entfetten nur Kunststoff) (!Beide Begriffe meinen immer ausschließlich Rostentfernung) (!Entfetten bedeutet immer die Verwendung beliebiger Verdünnung)
Rückmeldung: Entfetten ist eine gezielte Form des Reinigens; die Auswahl des Verfahrens richtet sich nach der Verschmutzung.
Was ist bei unbekanntem Kunststoff zuerst zu klären? (Die Kunststoffart und die Verträglichkeit des vorgesehenen Reinigungsverfahrens) (!Die möglichst hohe Lösemittelmenge) (!Die stärkste verfügbare Reinigungschemikalie) (!Die kürzeste mögliche Wartezeit unabhängig vom Produkt)
Rückmeldung: Unverträgliche Mittel können Kunststoffe angreifen; vor einer Auswahl ist die Werkstoffzuordnung erforderlich.
Welche Verunreinigung ist besonders typisch für eine mögliche wässrige Reinigung? (Wasserlösliche Salze bei passendem und freigegebenem Untergrund) (!Jede Art fest haftender Korrosion ohne weitere Prüfung) (!Jede alte Lackschicht unabhängig von ihrer Beschaffenheit) (!Jede unbekannte Kunststoffverschmutzung ohne Verträglichkeitsprüfung)
Rückmeldung: Wasserlösliche Stoffe lassen sich grundsätzlich mit geeigneten wässrigen Verfahren adressieren; die Verträglichkeit bleibt entscheidend.
Warum kann ein verschmutztes Tuch das Ergebnis verschlechtern? (Es kann angelöste Stoffe erneut auf der Oberfläche verteilen) (!Es erhöht sicher die Härte jeder Lackschicht) (!Es ersetzt die notwendige Befundaufnahme) (!Es weist automatisch jedes Silikon nach)
Rückmeldung: Ohne wirksame Aufnahme und Entfernung bleibt ein Teil des Schmutzes als Film zurück.
Was zeigt ein großer Kontaktwinkel eines Wassertropfens auf Kunststoff? (Eine geringere Wasserbenetzung unter den jeweiligen Prüfbedingungen) (!Eindeutig eine verbotene Fettkonzentration) (!Eine nachgewiesene Lackhaftungsstörung in jedem Fall) (!Die genaue Identität eines Trennmittels)
Rückmeldung: Der Kontaktwinkel hängt auch vom Werkstoff ab. Er beweist allein weder Verschmutzungsart noch Lackierfähigkeit.
Welche Angabe gehört zu einem fachlichen Reinigungsprotokoll? (Untergrund, Befund, Verfahrensentscheidung und dokumentierte Kontrolle) (!Nur der Name des Auszubildenden) (!Nur eine erfundene Herstellerfreigabe) (!Nur ein Foto ohne Befundbeschreibung)
Rückmeldung: Nachvollziehbare Qualitätssicherung dokumentiert Ausgangslage, Entscheidung, Kontrolle und offene Fragen.
Wie groß ist eine rechteckige Fläche von 30 cm mal 20 cm? (0,060 Quadratmeter) (!0,006 Quadratmeter) (!0,600 Quadratmeter) (!6,000 Quadratmeter)
Rückmeldung: 0,30 Meter mal 0,20 Meter ergibt 0,060 Quadratmeter; die Einheiten müssen vorher umgerechnet werden.
Was gilt bei einem unbekannten Reinigungsmittel ohne Unterweisung? (Keine praktische Anwendung beginnen und die zuständige Fachkraft hinzuziehen) (!Zuerst an der Haut auf Verträglichkeit testen) (!Stets in geschlossenen Räumen mehr Mittel verwenden) (!Unbekannte Rückstände in den normalen Abfluss geben)
Rückmeldung: Die Gefährdungsbeurteilung und Unterweisung müssen vor der Tätigkeit vorhanden sein; improvisierte Versuche sind ungeeignet.
Welche Zuordnung der Ausbildungsgrundlagen ist richtig? (KMK-Lernfelder betreffen die Berufsschule und der Ausbildungsrahmenplan die betriebliche Ausbildung) (!Die KMK gibt einzelne Reiniger für jede Werkstatt frei) (!Die betriebliche Ausbildungsordnung ist ein Lernfeldplan der Berufsschule) (!Beide Dokumente sind Herstellerdatenblätter für Lacke)
Rückmeldung: Die beiden Lernorte haben abgestimmte, aber unterschiedliche Regelungsgrundlagen.
Memory
Ordne sechs Fachbegriffe ihren eindeutigen Erklärungen zu.
| Adhäsion | Haftwirkung an der Grenzfläche zweier Stoffe |
| Tensid | Grenzflächenaktiver Bestandteil bestimmter Reiniger |
| Entfettung | Gezielt ölige und fettige Rückstände entfernen |
| Kontaktwinkel | Winkel am Rand eines Tropfens auf einer Oberfläche |
| Trennfilm | Dünne Schicht zwischen Untergrund und Beschichtung |
| Gefährdungsbeurteilung | Systematische Ermittlung und Bewertung arbeitsbezogener Gefahren |
Drag-and-Drop
Ordne einer Beobachtung die passende fachliche Einordnung zu. Die Zuordnung ist eine Denkaufgabe und keine Arbeitsfreigabe.
| Passender Fachbegriff | Beobachtung im Modellfall |
|---|---|
| Staubaufnahme | Lose trockene Partikel auf der Oberfläche |
| Entfettungsbedarf | Sichtbarer ölartiger Trennfilm |
| Werkstoffklärung | Kunststoffsorte nicht bekannt |
| Korrosionsbeurteilung | Rostpunkte auf Stahl |
| Dokumentationspflicht | Beobachtungen und Entscheidungen nachvollziehbar festhalten |
Kreuzworträtsel
| Tensid | Wie heißt ein grenzflächenaktiver Bestandteil mancher Reiniger? |
| Adhäsion | Welcher Begriff beschreibt die Haftwirkung an einer Grenzfläche? |
| Benetzung | Wie heißt das Verteilen einer Flüssigkeit auf einem Untergrund? |
| Korrosion | Wie lautet der Oberbegriff für chemisch oder elektrochemisch bedingte Werkstoffschädigung? |
| Untergrund | Welche Fläche trägt später den Beschichtungsstoff? |
| Lösemittel | Wie heißt ein Stoff, der bestimmte andere Stoffe lösen kann? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Begriffe erklären: Erstelle ein Glossar mit den Begriffen Reinigen, Entfetten, Adhäsion und Benetzung und je einem selbst formulierten Fahrzeuglackier-Beispiel.
- Materialkarten sortieren: Ordne fiktive Karten zu Stahl, Aluminium, verzinktem Metall und Kunststoff und notiere jeweils eine offene Verträglichkeitsfrage.
- Befunde kennzeichnen: Markiere auf einer gezeichneten Musterfläche Staub, Fett, Rost und Salz und erläutere, warum du nicht dieselbe Maßnahme auswählst.
- Fläche berechnen: Berechne den Flächeninhalt zweier fiktiver Musterrechtecke von jeweils 30 cm mal 20 cm in Quadratzentimetern und Quadratmetern.
Standard
- Verfahrensmatrix erstellen: Vergleiche wässrige und lösemittelhaltige Reinigungsverfahren anhand Verschmutzung, Materialverträglichkeit, Schutz und Entsorgung, ohne reale Chemikalien zu verwenden.
- Modellmessdaten auswerten: Berechne die Mittelwerte der jeweils drei fiktiven Winkelmessungen für S und K und erkläre, warum zwischen Metall und Kunststoff keine automatische Sauberkeitsrangfolge möglich ist.
- Prüfprotokoll gestalten: Entwickle eine einseitige Dokumentationsvorlage für Befund, Material, offene Fragen, Freigabe durch Fachkraft und Nachkontrolle.
- Sicherheitsplakat entwerfen: Gestalte ein Lernplakat zu Unterweisung, Gefährdungsbeurteilung, Lüftung und sachgerechter Entsorgung; nutze verifizierte Quellen und keine Chemikalienversuche.
Schwer
- Beschichtungsfehler untersuchen: Vergleiche drei fiktive Ursachen für Kraterbildung und erstelle einen Entscheidungsbaum, der zwischen möglichem Fettfilm, Oberflächenstörung und unpassendem Verfahren unterscheidet.
- Lernorte vergleichen: Belege aus dem KMK-Rahmenlehrplan die Lernfelder 1 und 2 und aus der betrieblichen Ausbildungsordnung die Untergrundreinigung; erläutere ihre unterschiedlichen Funktionen.
- Grenzfall entscheiden: Für ein unbekanntes Kunststoffteil liegen ein hoher Modell-Kontaktwinkel und keine Produktdaten vor. Begründe eine fachlich korrekte Stoppentscheidung samt Informationsbedarf.
- Prozess bewerten: Entwerfe für die fiktive Lernwerkstatt eine qualitative Entscheidungsmatrix für Reinigungserfolg, Arbeitsschutz, Abfallaufkommen und erneute Verschmutzungsgefahr. Formuliere die Grenzen deiner Annahmen.


Lernkontrolle
- Ursachen und Wirkungen: Begründe an einem fiktiven Beispiel, wie eine organische Verunreinigung spätere Beschichtungsfehler auslösen kann, und nenne mindestens zwei alternative Ursachen.
- Transfer auf Kunststoff: Erkläre, warum du einen Reinigungsprozess für Stahl nicht ungeprüft auf einen Kunststoff übertragen darfst.
- Einheiten und Plausibilität: Weise die gesamte Musterfläche von 0,120 m² rechnerisch nach und benenne den Fehler in der Behauptung, sie betrage 1,2 m².
- Sichere Entscheidung: Beschreibe deine Reaktion, wenn beim gedanklichen Vorbereiten einer echten Tätigkeit Stoffdaten oder die erforderliche Unterweisung fehlen.
- Nachweis und Freigabe: Erstelle eine Tabelle mit je drei beobachtbaren Kriterien und drei Punkten, die durch einen bloßen Sichtbefund nicht sicher geklärt werden können.
- Lernfeld und Ausbildungsordnung: Ordne die schulischen Lernfelder und die betriebliche Untergrundvorbereitung den richtigen Regelungsdokumenten zu und erkläre den Unterschied.
Selbstprüfung: Du hast das Thema verstanden, wenn du den Reinigungsbedarf getrennt nach Schmutz und Werkstoff begründen, Gefährdungen benennen, die fiktiven Zahlen mit Einheiten prüfen und die Grenzen einer Sauberkeitsbeurteilung offenlegen kannst.
Lernnachweis
Wissen: Du kennst die Unterschiede zwischen Reinigen, Entfetten, Benetzung und Adhäsion sowie den Bildungsauftrag der schulischen Lernfelder und der betrieblichen Ausbildungsordnung.
Fertigkeiten im Lernmodell: Du ordnest Verschmutzungen ein, begründest eine materialgerechte Verfahrenswahl, rechnest Flächen um und bewertest simulierte Messwerte kritisch.
Lernprodukte: Glossar, Fallanalyse mit 0,060 m² je Muster, Sicherheits-Entscheidungsbaum, Verfahrensmatrix und ausgefüllte Protokollvorlage.
Transfer: Du kannst begründen, wann du keine eigenständige Praxismaßnahme beginnen darfst und warum echte Freigaben nur über berechtigte Fachpersonen, freigegebene Arbeitsverfahren und betrieblichen Arbeitsschutz erfolgen.
OER und Wikipedia
Amtliche und fachliche Quellen (abgerufen beziehungsweise auf Aktualität geprüft im Oktober 2026):
- KMK, Rahmenlehrplan Fahrzeuglackierer/Fahrzeuglackiererin, Beschluss 16.05.2003, besonders Lernfelder 1 und 2.
- Bundesrecht, Fahrzeuglackierer-Ausbildungsverordnung vom 03.07.2003 und Ausbildungsrahmenplan.
- DGUV Information 214-020, Fahrzeugaufbereitung, Ausgabe 06/2026.
- DGUV Information 209-088, Reinigen von Werkstücken mit Reinigungsflüssigkeiten – übergreifende Sicherheitsorientierung.
- DGUV, Fragen und Antworten zum Hautschutz.
- Wikipedia: Benetzung und Wikipedia: Kontaktwinkel – fachliche Begriffe, ergänzend zu amtlichen Grundlagen.
Mediennachweise: Die Tabellenzeilen nennen die exakten Commons-Dateien, ihre Fundstellen, Urheber und Lizenzen. Die Bilder illustrieren physikalische Zusammenhänge und Gefährdungszeichen, nicht eine freigegebene Arbeitsweise.
| Datei oder Video | Quellenbeleg | Urheber | Rechtehinweis |
|---|---|---|---|
| File:Contact Angle and surface tension.svg | Commons-Dateiseite | Vegar Ottesen | CC BY-SA, Lizenzbedingungen siehe Dateiseite |
| File:Video contact angle.gif | Commons-Dateiseite | Deglr6328 | CC BY-SA 3.0 |
| File:Ultrasonic cleaner copy.jpg | Commons-Dateiseite | William Rafti | Namensnennung laut Freigabe auf Dateiseite |
| File:WWS UltrasonicCleaner.ogg | Commons-Dateiseite | Work With Sounds / Werstas; Tonaufnahme: Leena Ahonen | CC BY 4.0 |
| File:GHS-pictogram-flamme.svg | Commons-Dateiseite | UNECE-Vorlage, Bearbeitungen dokumentiert; ursprünglicher Urheber unbekannt | Gemeinfrei laut Commons |
| File:GHS-pictogram-exclam.svg | Commons-Dateiseite | UNECE-Vorlage, Bearbeitungen dokumentiert; ursprünglicher Urheber unbekannt | Gemeinfrei laut Commons |
| https://www.youtube.com/watch?v=9nLE7-QExeg | Reinigen mit Silikonentferner, 2009 | dasAuto24 | Urheberrechte beim Videokanal; nur Einbettung/Verlinkung, keine freie Nachnutzung behauptet |
| https://www.youtube.com/watch?v=J0Uf9GWTqTc | reinigen mit Silikonentferner, 2017 | dasAuto24 | Urheberrechte beim Videokanal; nur Einbettung/Verlinkung, keine freie Nachnutzung behauptet |
Hinweis zu Normen und Recht: Es werden keine vollständigen geschützten DIN-/EN-Normtexte wiedergegeben oder nicht geprüfte Normnummern als verbindliche Arbeitsanweisung behauptet. Konkrete Stoffe, Herstellerangaben und betriebliche Sicherheitsvorgaben müssen vor jeder tatsächlichen Arbeit eigenständig geprüft werden.
Zusätzliches deutschsprachiges Sachmaterial zur Benetzung:
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