Schleifmittel und Schleifbilder zuordnen - Untergründe in der Fahrzeuglackierung - Ausbildung
Schleifmittel und Schleifbilder zuordnen - Untergründe in der Fahrzeuglackierung - Ausbildung
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Einleitung
Du lernst als Auszubildende oder Auszubildender im ersten Ausbildungsjahr, Schleifmittel und die damit entstehenden Schleifbilder fachgerecht zuzuordnen. Ziel ist nicht möglichst viel Materialabtrag, sondern ein gleichmäßiger, für den nächsten Arbeitsschritt geeigneter Zustand. Du vergleichst Schleifpapier, Schleifklotz, Exzenterschleifer und Schleifmittel und begründest deine Auswahl. Schleifen ist eine spanende Oberflächenbearbeitung, deren Ergebnis von Korn, Werkstoff, Druck, Werkzeugführung und Schleifmittelzustand abhängt.
Lernziele: Du kannst P-Körnungen grob einordnen, typische Riefen erkennen, metallische und nichtmetallische Untergründe unterscheiden, ein fiktives Prüfprotokoll auswerten und Sicherheitsgrenzen erklären. Alle Maße, Bauteile, Personen und Befunde des Ausbildungsfalls sind erfunden.
Sicherheitsrahmen: Die Übungsfalllösung erfolgt auf Papier oder an freigegebenen ungefährlichen Mustern unter qualifizierter Aufsicht. Keine eigenständige Bearbeitung realer Fahrzeugteile, alter unbekannter Beschichtungen, Gefahrstoffe oder laufender Maschinen. Schutzmaßnahmen, Staubabsaugung, Gefährdungsbeurteilung, Betriebsanweisungen und Produktdaten der tatsächlich eingesetzten Systeme sind verbindlich. Dieser Kurs ersetzt weder Unterweisung noch Befähigungsnachweis oder betriebliche Freigaben.

Abbildung: Beispiel eines gekennzeichneten Schleifpapiers; das Bild zeigt keine universelle Empfehlung für eine Fahrzeugoberfläche.
Schleifmittel erkennen und Körnungen lesen
Aufbau eines Schleifmittels
Schleifmittel auf Unterlage bestehen typischerweise aus Träger, Bindung und harten Schleifkörnern. Je nach Produkt gibt es Papier, Gewebe, Folie, Netz, Schleifvlies oder Schleifschwamm. Aluminiumoxid und Siliciumcarbid sind Beispiele gebräuchlicher Kornwerkstoffe. Eine Netzstruktur kann die Absaugung von Schleifstaub begünstigen; sie ersetzt weder eine geeignete Absaugvorrichtung noch persönliche Schutzausrüstung.
Bei einer Körnungskennzeichnung mit dem Buchstaben P bezeichnet eine größere Zahl im Regelfall ein feineres Korn. P80 ist deutlich gröber als P180, P320 oder P600. Das sind Körnungsklassen, keine Millimeterwerte der Riefentiefe und keine Drehzahlen. Ein bestimmtes P-Korn liefert auf unterschiedlichen Untergründen nicht automatisch dasselbe Schleifbild. Angaben wie „80+“ eines Herstellers sind nicht ohne Prüfung eine identische P80-Kennzeichnung.

Abbildung: Schleifklötze für geführten Handschliff; die Abbildung zeigt ein Prinzip, keine Fahrzeugherstellerfreigabe.
Aufgabenbezogene Körnungsgruppen
Die folgende didaktische Orientierung beschreibt häufige Arbeitsbereiche in der Fahrzeugreparatur, ist aber kein eigenständiger Verarbeitungsplan. Das tatsächlich zugelassene Beschichtungssystem und die Betriebsanweisungen sind entscheidend.
| Orientierungsgruppe | Typischer Lernzweck | Wichtigste Grenze |
|---|---|---|
| Grob, beispielsweise P80 bis P180 | Grober Materialabtrag an geeigneten freigegebenen Reparaturproben | Tiefe Riefen; nicht pauschal für Kunststoff oder intakten Decklack |
| Mittel, beispielsweise P220 bis P320 | Übergänge und Verfeinerung von geeigneten Spachtel- oder Altlackmustern | Vorherige Tiefenriefen dürfen nicht stehen bleiben |
| Fein, beispielsweise P400 bis P600 | Weitere Verfeinerung geeigneter gefüllerter oder lackierter Proben | Folgebeschichtung und Schleifverfahren entscheiden |
| Sehr fein, beispielsweise P800 und feiner | Spezielle Feinschleif- oder Finishaufgaben nach Verfahrensvorgabe | Nicht als generelle Vorstufe für jede Grundierung geeignet |
Beispiel: Auf einem fiktiven Spachtel-Demoblock sind nach P180 noch tiefe Riefen zu sehen. Ein freigegebener Folgeschritt mit geeigneter mittlerer Körnung und erneuter Kontrolle kann notwendig sein; blindes Überspringen vieler Stufen ist keine sichere Abkürzung.
Schleifbilder beobachten und Fehler deuten
Was ist ein Schleifbild?
Das Schleifbild ist die sicht- und ertastbare Oberflächenstruktur nach dem Schleifen. Ein gleichmäßiges mattes Muster kann auf einheitliche Bearbeitung hinweisen, beweist für sich allein aber weder ausreichende Haftung noch die richtige Rautiefe. Unter Streiflicht erkennst du oft gerichtete Riefen, kreis- oder bogenförmige Spuren, blanke Durchschliffstellen und einzelne auffällige Kratzer. Der Tastsinn ist nur für freigegebene saubere, ungefährliche Muster geeignet; nie über scharfe Metallkanten streichen.
Ein Riefenprofil entsteht durch die Bewegung und die Körner des Schleifmittels. Bei einem zu groben oder defekten Korn können einzelne tiefe Spuren überdauern. Ein Durchschliff liegt vor, wenn eine vorhandene Schicht ungewollt bis zu einer darunterliegenden Schicht oder zum Untergrund entfernt wurde. Zusetzen bedeutet, dass abgetragene Stoffe Zwischenräume des Schleifmittels füllen; dadurch können Abtrag und Oberfläche unregelmäßig werden.
Beobachtung und Gegenmaßnahme unterscheiden
| Fiktiver Befund | Mögliche Ursache | Fachlich begründete Reaktion |
|---|---|---|
| Gleichmäßig matte Probe ohne auffällige Tiefenriefen | Gleichmäßige Bearbeitung | Weitere Kriterien des nächsten Prozessschritts prüfen; keine automatische Freigabe |
| Vereinzelte tiefe Kratzer im feineren Schleifbild | Übersehene Spuren der gröberen Stufe oder defektes Korn | Ursache prüfen, geeignete Verfeinerung planen, danach neu kontrollieren |
| Glänzende unbearbeitete Insel | Fläche möglicherweise unvollständig angeschliffen | Lichtprüfung und gegebenenfalls kontrollierte Nachbearbeitung nach Vorgabe |
| Verschmierte oder erwärmte Kunststoffstelle | Zu hoher lokaler Druck, ungünstiges Werkzeug oder zugesetztes Schleifmittel | Prozess stoppen und durch Fachkraft Materialschaden beurteilen lassen |
| Sichtbarer Schichtdurchbruch | Zu hoher Abtrag oder ungeeignete Bearbeitung an einer Kante | Arbeit stoppen, Schichtaufbau bewerten, Nacharbeitsweg freigeben lassen |
Kontrollpulver kann Vertiefungen und verbleibende Kratzer hervorheben; die Verarbeitung ist nur nach Sicherheits- und Produktvorgaben sinnvoll. Foto und Protokoll erlauben eine sachliche Beurteilung, ohne aus der Optik allein eine endgültige Beschichtungsfreigabe abzuleiten.
Werkzeug und Untergrund zusammenführen
Handschliff und maschinelles Schleifen
Ein Schleifklotz kann auf ebenen Flächen eine gleichmäßigere Druckverteilung unterstützen. An Rundungen sind eine passende flexible Unterlage und angepasster Druck wichtig. Ein Exzenterschleifer kombiniert eine kreisende mit einer exzentrischen Bewegung; dadurch entsteht häufig ein weniger streng gerichtetes Muster als beim rein linearen Handschliff. Werkzeugbewegung und Absaugung sind nicht gleichbedeutend mit fehlerfreiem Schleifbild. Besonders an Kanten steigt die Gefahr des Durchschleifens.

Abbildung: Exzenterschleifer als Gerätekategorie; kein Ausbildungsauftrag zum Betrieb dieses konkreten Geräts.

Grafische Darstellung eines Exzenterschleifers; die Zeichnung dient der Werkzeugerkennung.
Metalle, Lack und Kunststoff
Stahlblech: Korrosionszustand, vorhandene Lackschichten und Schichtaufbau sind zu prüfen. Bloßer Materialabtrag ersetzt weder Entrostungsnachweis noch Korrosionsschutzkonzept.
Aluminium: Werkstoff und eventuelle Beschichtung unterscheiden sich von Stahl. Kreuzkontamination durch ungeeignete gemeinsam genutzte Schleifmittel kann stören. Trennung und geeignete Betriebsmittel sind vorab festzulegen.
Intakte Altlackierung: Hier geht es häufig um definiertes Anschleifen statt vollständigem Abtragen. Die Feinheit richtet sich nach dem nächsten freigegebenen Prozess und nach Hand- oder Maschinenschliff.
Kunststoff: Unlackierte und lackierte Kunststoffe sind keine einheitliche Werkstoffgruppe. Typbestimmung, Empfindlichkeit gegenüber Wärme, Haftvorbehandlung und Prozessfreigabe sind erforderlich; sehr grobe Körnungen oder langer Stillstand einer Schleifmaschine können Schäden verursachen.
Staub, Gesundheit und Umwelt
Schleifstaub kann gesundheitsgefährdend sein. Gealterte oder unbekannte Beschichtungen dürfen nicht unbegleitet abgeschliffen werden. Geeignete Erfassung an der Entstehungsstelle, Prüfung der Absaugung, passende PSA, Reinigung ohne Aufwirbeln und vorgeschriebene Entsorgung sind einzuhalten. Sicherheit hat Vorrang vor Tempo. Hinweise zu Maschinenlärm ersetzen keine Lärmbeurteilung; unbekannte Geräusche sind kein zuverlässiger Maßstab für die Güte des Schleifbilds.
Fiktiver Ausbildungsfall mit Rechnung
Auftrag und Ausgangslage
Im erfundenen Lernbetrieb „Lackwerkstatt Beispielblick“ legt Ausbilderin Mara drei unbehandelte didaktische Musterkarten vor. Alle Karten sind 20 cm lang und 15 cm breit. Karte A stellt eine Stahlblech-Reparaturzone als gedrucktes Foto mit Spachtelstruktur dar; Karte B eine lackierte Kunststoffstoßfängerfläche als Foto; Karte C eine bereits grundierte und trockene Fläche als Foto. Es werden keine echten Fahrzeugteile bearbeitet.
Auf A zeigt das Referenzbild eine P180-Vorarbeit mit zwei langen dunklen Riefen. Auf B zeigt es gleichmäßige feine Mattierung und eine glänzende Randinsel. Auf C zeigt es ein gleichmäßiges feines Muster ohne erkennbare Einzelriefen. Zur Auswahl stehen P80, P180, P240, P320, P400 und P600; sie sind Auswahlkarten, keine tatsächlichen Maschineneinstellungen.
Prüfplan und nachvollziehbare Entscheidung
Schritt 1 – Beobachten: Trage für A „zwei Einzelriefen“, für B „eine Randinsel“ und für C „gleichmäßig fein“ ein. Kennzeichne, ob deine Beobachtung direkt aus dem Foto stammt oder eine Vermutung ist.
Schritt 2 – Entscheiden: Bei A wäre eine kontrollierte, nach betrieblicher Vorgabe freigegebene Verfeinerung aus dem mittleren Bereich zu prüfen, beispielhaft P240 und anschließend gegebenenfalls P320; das Beispielfoto selbst erlaubt keine verbindliche reale Körnungsfreigabe. Bei B wäre gezielte Kontrolle der glänzenden Insel nötig, ohne den unbekannten Kunststoff pauschal mit P80 zu bearbeiten. Bei C muss die für den Folgeschritt verlangte Schliffklasse anhand der tatsächlichen technischen Unterlagen geklärt werden; Gleichmäßigkeit allein ist unzureichend.
Schritt 3 – Rechnen: Pro Karte: 20 cm × 15 cm = 300 cm². Durch Division durch 10 000 ergibt sich 0,030 m². Drei Karten haben zusammen 900 cm² = 0,090 m². Die Fläche wird hier nur für den dokumentarischen Vergleich berechnet, nicht als Versprechen eines realen Schleifmittelverbrauchs.
Schritt 4 – Zeit kalkulieren: Für die fiktive Sichtprüfung jeder Karte werden 4 min und für das Protokollieren je Karte 2 min angenommen: 3 × (4 min + 2 min) = 18 min. Das ist ein Rechenmodell, keine reale Vorgabe für Schleifzeiten, Staubbelastung oder Ausbildungsleistung.
Schritt 5 – Freigabepunkt: Der dokumentierte Mustervergleich ist abgeschlossen, sobald alle drei Befunde, Prüfentscheidungen und Rechnungen nachvollziehbar sind. Er ist keine Freigabe zur Lackierung.
Musterlösung als Nachweis
| Karte | Foto-Befund | Dokumentierte Folgerung | Kontrollfrage |
|---|---|---|---|
| A | Zwei tiefe Riefen nach grobem Vorschliff | Geeignete Zwischenkörnung und erneute Kontrolle als Vorschlag; keine automatische Produktfreigabe | Sind die Einzelriefen nach der geplanten Verfeinerung beseitigt? |
| B | Mattierung mit glänzender Insel am Rand | Untergrund und Randzone vor realer Nacharbeit prüfen | Ist ein ungleichmäßiger Anschliff oder nur eine Lichtreflexion zu sehen? |
| C | Fein und gleichmäßig | Mit Systemanforderungen abgleichen | Ist die erforderliche Schliffklasse für den Folgeschritt überhaupt belegt? |
Bewertung des Modellfalls: Korrekt sind die drei unterscheidbaren Befunde, die untergrundabhängigen Vorschläge, 0,090 m² Gesamtfläche und 18 min Modell-Prüfzeit. Nicht korrekt wäre die Aussage „alle drei Karten dürfen jetzt lackiert werden“.
Qualitätssicherung und Ausbildungsbezug
Ein überprüfbares Schleifbildprotokoll
Dokumentiere Untergrund, Vorbeschichtung, Sichtbefund, ursprüngliche Körnung, geplanten nächsten Arbeitsschritt, Werkzeugprinzip, Prüfbedingungen, besondere Risiken und zuständige Freigabeperson. Nutze dafür ausschließlich fiktive Angaben oder zulässig anonymisierte Lernmuster. Bei Unsicherheit schreibe „nicht bestimmt“ statt einen Werkstoff zu erfinden. Die Kennzeichnung von Schleifmitteln ersetzt keine Bauteil- oder Schadendiagnose.
Schule und Betrieb sind verschiedene Regelungsebenen
Der KMK-Rahmenlehrplan Fahrzeuglackierer/Fahrzeuglackiererin, Beschluss vom 16.05.2003 beschreibt für die Berufsschule im ersten Ausbildungsjahr unter anderem Lernfeld 1 „Metallische Untergründe bearbeiten“ mit 60 Unterrichtsstunden und Lernfeld 2 „Nichtmetallische Untergründe bearbeiten“ mit 80 Unterrichtsstunden. Dies sind Zeitrichtwerte für ganze Lernfelder, nicht der Zeitansatz dieses Kurses.
Die betriebliche Ausbildungsordnung vom 03.07.2003 und ihr Ausbildungsrahmenplan ordnen dem Ausbildungsbetrieb unter anderem das Prüfen, Bewerten und Vorbereiten von Untergründen sowie sicheres Arbeiten und Qualitätssicherung zu. Beide Ordnungsmittel sind abgestimmt, aber nicht miteinander gleichzusetzen. Die Lehrkraft gestaltet schulische Lernaufgaben; die verantwortliche Fachkraft steuert die tatsächliche betriebliche Tätigkeit. Quellenstand der in diesem Kurs recherchierten öffentlichen Angaben: 21.10.2026.
Normenhinweis: Für das Verständnis wird die P-Kennzeichnung als gebräuchliche Körnungsklasse beschrieben. Verbindliche Normfassungen oder private technische Grenzwerte werden hier nicht behauptet; aktuelle technische Anforderungen sind im konkreten Betrieb mit zugänglichen Originalunterlagen zu prüfen. Kein geschützter Normvolltext wird wiedergegeben.
Interaktive Aufgaben
Multiple-Choice-Quiz
Was beschreibt die Kennzeichnung P320 im Vergleich zu P80? (P320 ist feiner und erzeugt bei sonst vergleichbaren Bedingungen meist feinere Riefen) (!P320 ist gröber als P80) (!P320 beschreibt die Drehzahl der Schleifmaschine) (!P320 steht für die Dicke eines Lackfilms)
Rückmeldung: Bei gleicher Material- und Werkzeugkonstellation steht die höhere P-Zahl für eine feinere Kornklasse; die tatsächliche Riefentiefe hängt zusätzlich von Druck, Zustand und Bewegung ab.
Welche Beobachtung deutet auf ein unzureichend verfeinertes Schleifbild hin? (Einzelne tiefe Riefen sind noch zwischen feinen Spuren sichtbar) (!Die Fläche ist gleichmäßig matt) (!Der Randübergang ist optisch gleichmäßig) (!Das Muster entspricht dem vereinbarten Referenzmuster)
Rückmeldung: Tiefe Einzelriefen können nach einer Beschichtung sichtbar bleiben; der nächste Schritt folgt erst nach geeigneter Nacharbeit und Kontrolle.
Welche Unterlage unterstützt das ebene Handbearbeiten einer flachen Spachtelprobe? (Ein geeigneter Schleifklotz) (!Ein lose gefaltetes Tuch als alleiniger Formgeber) (!Ein Pinsel ohne Schleifmittel) (!Eine ungeschützte Fingerspitze als Schleifwerkzeug)
Rückmeldung: Ein passender Schleifklotz verteilt die Kraft über die Fläche; bei gekrümmten Bauteilen muss seine Form zum Untergrund passen.
Was ist vor der Schleifmittelwahl am wichtigsten? (Werkstoff und Zustand des Untergrundes sowie den nächsten Beschichtungsschritt prüfen) (!Immer das gröbste vorhandene Korn benutzen) (!Nur die Farbe des Schleifmittels vergleichen) (!Die Arbeit ohne Zustandsprüfung beginnen)
Rückmeldung: Untergrund, vorhandene Schichten und Folgeschritt bestimmen den zulässigen Prozess; die Körnung allein entscheidet nicht.
Warum wird die Körnung häufig stufenweise verfeinert? (Um Riefen der vorherigen Bearbeitungsstufe ausreichend zu reduzieren) (!Um den Schleifstaub absichtlich zu vermehren) (!Um jede Kontrollprüfung entbehrlich zu machen) (!Um die Materialbezeichnung zu ersetzen)
Rückmeldung: Jeder passend gewählte Schritt soll vor allem das Kratzprofil des vorherigen Schritts so weit beseitigen, wie es der Folgeprozess verlangt.
Wofür wird Kontrollpulver bei einem Übungsmuster verwendet? (Zum Sichtbarmachen von Riefen und Formabweichungen) (!Als Ersatz für die Untergrundprüfung) (!Als dauerhafter Korrosionsschutz) (!Zum Einstellen der Schleifmaschinendrehzahl)
Rückmeldung: Kontrollpulver kann Vertiefungen und verbliebene Schleifspuren betonen; seine Anwendung setzt eine passende Vorgehensweise und sichere Handhabung voraus.
Welche Aussage zu unlackiertem Kunststoff ist fachlich korrekt? (Die Bearbeitung muss am Kunststofftyp und freigegebenen Verfahren ausgerichtet werden) (!P80 eignet sich immer für alle Kunststoffe) (!Jeder Kunststoff kann wie Stahl behandelt werden) (!Jeder Kunststoff benötigt grundsätzlich Nassschliff)
Rückmeldung: Kunststoffe reagieren unterschiedlich auf Wärme und Beanspruchung; deshalb sind Identifikation, Versuchsfreigabe und schonende Vorgehensweise wichtig.
Welcher Befund spricht dafür, eine Schleifscheibe zu ersetzen? (Die Scheibe ist zugesetzt oder beschädigt und erzeugt ungleichmäßige Spuren) (!Die Scheibe hat noch eine lesbare Kennzeichnung) (!Die Absaugung ist vorgesehen) (!Die Fläche wurde vorher gereinigt)
Rückmeldung: Eine zugesetzte oder defekte Scheibe kann schmieren, hitzebelasten oder Einzelriefen verursachen; sie gehört ersetzt.
Wie wird die Fläche einer rechteckigen Musterplatte von 20 cm mal 15 cm berechnet? (300 Quadratzentimeter) (!35 Quadratzentimeter) (!300 Quadratmeter) (!0,3 Quadratzentimeter)
Rückmeldung: 20 cm multipliziert mit 15 cm ergibt 300 cm²; dies entspricht 0,03 m².
Was ist der richtige Abschluss einer theoretischen Schleifbildbeurteilung? (Befunde protokollieren und Freigabe durch die zuständige Fachkraft einholen) (!Eine Lackfreigabe selbst erteilen) (!Sichtbare Tiefenriefen ignorieren) (!Den Werkstoff allein aus der Farbe bestimmen)
Rückmeldung: Beobachtung, Körnungsfolge und Abweichung sind zu dokumentieren; die betriebliche Fachkraft entscheidet über die weitere reale Bearbeitung.
Memory
Finde die zusammengehörenden Fachbegriffe und Erklärungen. Jeder Begriff und jede Erklärung tritt genau einmal auf.
| P-Körnung | Kennzeichnung zur Einordnung der Schleifkorngröße |
| Schleifriefen | Durch Kornbewegung entstandene Vertiefungsspuren |
| Schleifklotz | Hilfsmittel zur flächigen Führung beim Handschliff |
| Durchschliff | Unbeabsichtigtes Freilegen einer tieferen Schicht |
| Zusetzen | Anhaften von abgetragenem Stoff im Schleifmittel |
| Kontrollpulver | Hilfsmittel zum Sichtbarmachen von Oberflächenfehlern |
Drag-and-Drop
Ordne den Befunden jeweils die passende fachliche Reaktion zu.
| Passende Reaktion | Beobachtung |
|---|---|
| Zwischenkörnung fachlich prüfen | Einzelne tiefe Riefen nach grobem Vorschliff |
| Untergrund zuerst bestimmen | Unbekannte Kunststoffprobe |
| Schleifmittel austauschen | Zugesetzte Schleifscheibe |
| Fachkraft zur Nacharbeit hinzuziehen | Unbeabsichtigter Schichtdurchbruch |
| Anforderung des Folgeprozesses vergleichen | Gleichmäßige feine Mattierung |
Kreuzworträtsel
Löse die sechs Fachrätsel; jede Lösung besteht aus genau einem Wort.
| Körnung | Wie heißt die Größenklassifizierung der Schleifkörner? |
| Riefen | Wie nennt man längliche Vertiefungsspuren eines Schleifvorgangs? |
| Spachtel | Welcher füllende Werkstoff wird häufig vor einem Formschliff eingesetzt? |
| Absaugung | Welche Einrichtung erfasst Staub möglichst an der Entstehungsstelle? |
| Kunststoff | Welche nichtmetallische Werkstoffgruppe kann wärmeempfindlich sein? |
| Schleifklotz | Welches Hilfsmittel verteilt beim Handschliff die Kraft auf einer Fläche? |
LearningApps
Suche ergänzende Zuordnungsübungen; Suchtreffer sind externe Angebote und müssen fachlich geprüft werden.
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Körnungskarten: Ordne die fiktiven Karten P80, P180, P320 und P600 von grob nach fein und erkläre deine Reihenfolge in drei Sätzen.
- Materialvergleich: Erstelle eine Skizze von Papier-, Netz- und Vlies-Schleifmitteln und benenne je eine denkbare Eigenschaft ohne eine allgemeine Freigabe zu behaupten.
- Schleifbild-Sprache: Formuliere für die drei Musterkarten A, B und C je einen neutralen, beobachtbaren Befund ohne Ursachenvermutung.
- Schutzmaßnahmen: Entwerfe eine Checkliste mit fünf Punkten für eine hypothetische Arbeit unter Aufsicht und erläutere die Bedeutung einer Staubabsaugung.
Standard
- Körnungsfolge: Erstelle für Muster A einen begründeten theoretischen Verfeinerungsvorschlag mit mindestens zwei Kontrollpunkten und einem ausdrücklichen Freigabevorbehalt.
- Werkstoffprüfung: Vergleiche auf einer Tabelle Stahl, Aluminium und Kunststoff hinsichtlich Schleifrisiko, Materialkenntnis und notwendiger Rückfrage.
- Flächenrechnung: Berechne für fünf Musterflächen von je 20 cm mal 15 cm den Gesamtflächeninhalt in cm² und m² und prüfe das Ergebnis durch Rückrechnung.
- Prüfprotokoll: Verfasse für Karte B ein Protokoll mit Beobachtung, Vermutung, Prüfweg, Abbruchkriterium und Verantwortlichkeit.
Schwer
- Fehlerbaum: Entwirf einen Fehlerbaum zu zwei tiefen Einzelriefen mit den Ästen ungeeignete Körnung, beschädigtes Korn und unvollständige Verfeinerung.
- Kundenfall: Schreibe ein fiktives Fachgespräch zwischen Auszubildendem und Fachkraft über die Grenzen einer bloßen Sichtprüfung und die erforderliche betriebliche Freigabe.
- Lernvideo-Konzept: Erstelle ein Storyboard für ein 60-sekündiges Video mit gezeichneten Schleifbildern und Quellenhinweisen; ohne reale gefährliche Schleifarbeiten und ohne personenbezogene Daten.
- Schule und Betrieb: Weise vier Lernziele dem schulischen KMK-Lernfeld oder der betrieblichen Ausbildungsordnung zu und begründe die unterschiedliche Funktion beider Regelwerke.


Lernkontrolle
- Entscheidung begründen: Warum kann eine höhere P-Zahl ein vorhandenes fehlerhaftes Schleifbild nicht automatisch reparieren? Erkläre Korn, Riefe und Kontrollschritt.
- Transfer: Begründe, warum derselbe Schleifplan nicht ohne Prüfung von einer Stahlkarte auf eine unlackierte Kunststoffkarte übertragen werden darf.
- Rechenkontrolle: Prüfe 3 × 20 cm × 15 cm und die Umrechnung in m² und erkläre einen typischen Fehler bei der Flächenumrechnung.
- Abweichungen: Entscheide für die fiktiven Karten A bis C, welcher Befund objektiv ist, welcher nur eine Hypothese und wer weitergehende Arbeiten freigeben darf.
- Abbruchentscheidung: Ein fiktiver Lernender entdeckt unbekannte Altbeschichtung und fehlende Absaugung. Entwickle eine begründete Stop- und Meldekette.
- Lernfeldabgleich: Vergleiche die Ziele des KMK-Lernfelds 1 und 2 mit dem betrieblichen Ausbildungsberufsbild und nenne einen gemeinsamen und einen unterschiedlichen Aspekt.
Lernnachweis
Dein Lernnachweis besteht aus: Wissen über Korngrößen, Untergründe und Schleifspuren; Fertigkeiten beim strukturierten Beschreiben, Nachrechnen und Begründen von Prüfentscheidungen; Produkten wie Körnungstabelle, fiktiver Fehlerbaum, Musterprotokoll und Rechenblatt; Transfer auf neue fiktive Materialkombinationen mit eindeutigem Stopp bei unklarer Freigabe. Eine mögliche Bewertungsmatrix vergibt je 0–2 Punkte für (a) nachvollziehbare Beobachtung, (b) materialgerechte Begründung, (c) richtige Einheiten, (d) Sicherheits- und Verantwortungsbewusstsein und (e) Dokumentationsklarheit. 10 Punkte bedeuten gute Bearbeitung des Schulungsmodells, nicht Berufsbefähigung oder reale Beschichtungsfreigabe.
OER und Wikipedia
Amtliche Ausbildungsorientierung:
- KMK-Rahmenlehrplan Fahrzeuglackierer/Fahrzeuglackiererin, 16.05.2003, Lernfelder 1 und 2 – schulische Ebene; der Prozentzeichen-URL-Code ist Bestandteil der Adresse.
- Verordnung über die Berufsausbildung zum Fahrzeuglackierer/zur Fahrzeuglackiererin, 03.07.2003 – betriebliche Ausbildungsordnung und Ausbildungsrahmenplan.
- BIBB-Berufsprofil Fahrzeuglackierer/Fahrzeuglackiererin – Zuordnung und beruflicher Überblick.
Fachliche Erläuterungen (Anbieterbeispiele, keine herstellerübergreifenden Freigaben):
- Mirka: optimierter Schleifprozess – Beispiele für unterschiedliche Körnungsgruppen.
- 3M: Schleifmittel und häufige Schleifkratzer – Hinweise auf tiefe Riefen und Verschleiß.
- 3M: Spachtelvorbereitung – Beispiel für Kontrolle zwischen Schleifschritten.
- Wikipedia: Schleifpapier und Wikipedia: Schleifmittel – weiterführende, frei bearbeitbare Überblickstexte; nicht als betriebliche Arbeitsanweisung zu verwenden.
Geprüfte Medien aus Wikimedia Commons: Medienlizenzen gelten jeweils für die Originaldatei, nicht pauschal für den gesamten Kurs. Bei Weitergabe sind Namensnennung, Lizenzverlinkung und gegebenenfalls Share-Alike-Regeln zu beachten. Es wurden keine Bilder, Tonaufnahmen oder Animationen eigens erzeugt. Da sich keine fachlich passenden YouTube- und Audio-Einzelnachweise belastbar prüfen ließen, werden keine erfundenen Medien eingebunden.
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| File:Sanding blocks.jpg | Commons-Dateiseite | Just plain Bill | CC BY-SA 3.0 |
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